2 Jahre nach der sachlich unwiderlegt gebliebenen Kirsch-Metaanalyse und den unsachlichen Behauptungen deutscher Psychiater kann man sich jetzt selbst ein Bild machen - anhand neuerer statistischer Daten.
Wie schrieb Tep damals:
Und gleich darf sich Prof Hegerl melden...
Süddeutsche Zeitung vom 27.04.2008
http://www.sueddeutsche.de/,ra16m1/wiss ... 89/160551/
Wir merken uns mal, was er da gesagt hat....
Er hat folgendes gesagt:
Hegerl SZ April 2008 hat geschrieben:Hegerl: Die Berichterstattung wird die Betroffenen verunsichern. Und ich befürchte, dass sie einige Menschenleben kosten wird.
sueddeutsche.de: Sie meinen, die Selbstmordrate wird steigen?
Hegerl: Ja. Ob die Suizidrate signifikant nach oben geht, wird sich zeigen. Aber manche Patienten werden die Mittel absetzen, wieder krank werden und sich das Leben nehmen.
Das statistische Bundesamt hat jetzt die Todesursachenstatistik 2008 in voller Breite veröffentlicht, und die Zeitreihen sehen so aus:
Suizide (Tod durch vorsätzliche Selbstbeschädigung) nach Altersgruppen
Jahr: 1-15 J. / 15-20 J. / 20-25 J. / Insgesamt
2005: 26 / 214 / 382 /10.260
2006: 29 / 202 / 364 / 9.765
2007: 24 / 196 / 362 / 9.402
2008: 17 / 210 / 376 / 9.451
Hatte Hegerl also recht? Er selbst sieht das bestimmt so. Niedermeier hat im InKompetenznetz auch schon behauptet, die Suizidzahlen seien gestiegen. Signifikant sind sie selbstredend nicht gestiegen, in einigen Altersgruppen sind sie etwas gesunken, meist gleich geblieben, insgesamt sind sie weiterhin deutlich niedriger als in den Vorjahren.
Das Problem liegt ohnehin ganz woanders: Solche Statistiken sagen reinweg nichts über die Ursachen aus. Wenn man anhand der Selbstmordraten den Antidepressiva irgendeine positive Wirkung anzudichten versucht, dann ist das einfach Unfug - das wissen alle ernsthaften Fachleute.
Die Antidepressiva-Verschreibungen sind im gleichen Zeitraum weiterhin gestiegen: in 2008 um 11 Prozent. Aber wie gesagt, Antidepressiva beeinflussen die Suizidrate nicht...
MfG
-PhilRS.
