Absetzen von Amineurin

Wenn moderne Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Die Hersteller versuchen das bis heute zu verharmlosen. Auch viele Ärzte ignorieren diese Problematik.

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Absetzen von Amineurin

Beitragvon Anna09 » Montag, 01.03.10, 19:47

Hallo,

in meinem Vorstellungsbeitrag habe ich meine Situation ausführlicher geschildert. Hier das wesentliche zu meiner "Wie setze ich am besten ab - Frage".
Habe vor ca. 4 Jahren auf Verordnung einer Psychiaterin, begonnen, jeden Abend 12,5 mg Amineurin zu nehmen. Die Psychiaterin ist zwischenzeitlich pensioniert, so dass ich zum Rezept holen eine andere Psychiaterin wählte und als diese ebenfalls in Pension ging, im Herbst 2009 zu meiner Hausärztin wegen dem Amineurinrezept ging. Diese meinte, dass das nichts sei, was man auf Dauer nehmen soll und schlug vor, im Frühling mit dem Absetzen zu beginnen.
Das ist mir sehr sehr Recht. Ich habe schon selbständig einige Versuche unternommen, mit dem Amineurin aufzuhören, das aber, wie mir beim lesen in diesem Forum klar wurde viel zu schnell, so dass ich immer wieder zu den 12,5 mg zurückkehrte.
Ich bin mir bewusst, dass es sich bei den 12,5 mg um eine sehr geringe Dosis handelt. Hatte mir die Psychiaterin auch damals gesagt, dass es Ärzte gibt, die der Meinung sind, dass so eine geringe Dosis gar nichts bewirken kann. Meine Psychiaterin hatte zum eine eine, dem Himmel sei Dank, Psychopharmaka gegenüber kritische Haltung und sie war auch der Meinung, dass Menschen prinzipiell, aber auch je nach "Grunderkrankung", sehr unterschiedlich auf Medikamente reagieren. Das Amineurin sollte bei mir ein Gedankenkarusell stoppen und insbesondere dadurch dafür sorgen, dass ich schlafen kann. Ich reagiere auf zuwenig Schlaf sehr schnell mit großer Unruhe, Verzweiflung, bis hin zu starken Depressionen.
Habe den 5 Stufen Plan gelesen, finde ihn sehr sinnvoll.
Meine Fragen:
In welchen Dosisschritten ist Amineurin am besten abzusetzen? Hat jemand damit Erfahrung oder eine Idee? Also jeden Monat 2,5 mg weniger oder?
Und was für Erfahrungen habt ihr mit 3 Wochen pro Schritt oder 5 Wochen oder?
Und wie kriege ich die Tabletten kleiner, ich nehme jetzt schon eine halbe und vierteln finde ich schon schwierig. Gibt ja auch Tropfen, habe da aber den Eindruck, dass die anders, nicht so gut wirken.
Und andere Tips und Erfahrungen sind mir auch sehr willkommen.

Herzlichen Dank für´s lesen
Anna
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Re: Absetzen von Amineurin

Beitragvon mücke » Mittwoch, 03.03.10, 17:11

Hallo Anna

Ich habe schon selbständig einige Versuche unternommen, mit dem Amineurin aufzuhören, das aber, wie mir beim lesen in diesem Forum klar wurde viel zu schnell, so dass ich immer wieder zu den 12,5 mg zurückkehrte.

Wie hast du denn reduziert? Welche Beschwerden traten auf?
Das Absetzen eines ADs ist immer individuell und da gibt es eigentlich keine Regeln.
Um 2,5 mg zu reduzieren wäre möglich.
Nur wie lange diese Dosis beibehalten werden sollte kann ich dir nicht sagen.
Bei 4 J. würde ich mindestens 4 Wo. sagen.

Und wie kriege ich die Tabletten kleiner, ich nehme jetzt schon eine halbe und vierteln finde ich schon schwierig. Gibt ja auch Tropfen, habe da aber den Eindruck, dass die anders, nicht so gut wirken.

Amineurin gibt es laut gelber Liste nur von Hexal in den Stärken von 10, 25 u. 50 mg. Hast du die? Dann besorg dir die 10 mg und teile.
Die flüssige Form gibt es von neuraxpharm. Es kann gut sein, daß hier die Wirkung anders ist, auch wenn der gleiche Wirkstoff drin ist.

Erfahrung mit dem Absetzen habe ich hier nur wenig, da ich nach 1 Wo. abrupt absetzte, wegen der NW.

Gruss Mücke
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Re: Absetzen von Amineurin

Beitragvon Anna09 » Mittwoch, 03.03.10, 18:21

Hallo Mücke,

herzlichen Dank für Deine Antwort. :-)
Erstmal jessas, ich nehme gar nicht mehr Amineurin sondern Amitriptylin beta 25, wurde irgendwann mal umgestellt, ich glaube aus Krankenkassen Kostengründen, wenn ich mich recht entsinne. Ich habe mir aber den alten Namen gemerkt. Und meine Ärztin meinte, da sei die kleinste Form die 25er.
Da auch gleich noch eine Frage:
Macht Medikament tauschen für eine kleinere Dosierung Sinn, oder kann auch das wieder was verändern?

Wie hast du denn reduziert?


Bie den ersten Versuche einfach aufgehört. Bei späteren Versuchen auf die Hälfte, ich weiß gar nicht mehr für wie lange, ob für ein paar Tage oder für länger und dann noch mal auf die Hälfte davon.

Welche Beschwerden traten auf?


Das ist ja zu blöd, ich erinner mich da nicht mehr so. Hatte das alles in meinem alten Computer aufgeschrieben, aber der hat mitsamt den Daten das zeitliche gesegnet.
Ich denke, bei einfach nicht mehr nehmen war ich nach einem Tag "drüber", also nervös bis panisch, völlig Hoffnungslos bis Suizidal und drehte mich in endlosen Denkschleifen.
Bei der Hälfte ging´s zumindest so gut, dass ich nicht völlig durchdrehte, so dass ich dann eben auf ein Viertel ging. Da war aber der Ofen dann ganz schnell aus.

Das Ganze habe ich dann nach einiger Zeit wieder probiert, da ich gar nicht wußte, dass man das langsam machen muss und immer dachte, okay, dann bin ich noch nicht so weit. Da die Psychaterin meines Vertrauens ja in Pension war, und ich der Neuen äh nix von mir erzählen wollte, habe ich das halt so probiert. Bis mir eine Freundin erzählte, dass das, was da bei mir passiert auch Absetzsymptome sein könnten.
Vielleicht ist auch noch erwähnenswert, dass mein damaliger Freund, am ersten Tag der Reduzierung, ich hatte ihm nicht´s vom Reduzieren erzählt, meinte ich sei ziemlich schlecht drauf und ob ich mal wieder versuchen würde zu reduzieren und dass er mich dann immer so erlebt.
Inzwischen kann ich gar nicht mehr einschätzen, ob es Absetzsymptome sind oder ob ich eben so bin, ohne Medikamente.
Allerdings war ich vor der Medikamentenzeit, auch mal depressiv, nervös und schlaflos, aber auch in längeren Phasen nicht.
Deswegen würde ich gerne versuchen das Absetzen so gut wie möglich zu machen. Wo ich doch vorher auch ohne das Zeug ausgekommen bin. Meine Psychiaterin meinte halt, das es nicht abhängig macht, aber gut ist, um von dem Diazepam runterzukommen. *seufz* da bin ich wohl vom Regen in die Traufe gekommen.

Grüsse Anna
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Schlafstörungen
Vor ca. 6 Jahren Diazepam Tropfen. Eigentl. als Notfall gedacht. Irgendwann nahm ich sie zum einschlafen und "runterkommen" (Gedankenspirale im Kopf, die mich wachhielt) fast täglich. Abends, erst 5, dann zwischen 15 und 20, im Notfall auch mal 30.
Vor ca. 4 Jahren meinte meine Psychiaterin ich sei abhängig, deshalb lieber Antidepressiva.
Abends Amineurin, tagsüber, ich weiß es nicht mehr genau, ich glaube es war Paroxetin, das habe ich nur ganz kurz probiert, weil ich es sehr kontraproduktiv fand, wie "platt" ich davon war.
Seit dem Abends immer 12,5 mg. Amineurin.
Das möchte ich nun wohlüberlegt absetzen.
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Re: Absetzen von Amineurin

Beitragvon mücke » Mittwoch, 03.03.10, 18:47

Hallo Anna

Amitriptylin beta gibt es auch in 10 mg.
http://www.gelbe-liste.de/pharmindex/wi ... tylin-hcl/

Zu einem anderen Hersteller wechseln würde ich erstmal nicht, weil du nie weißt ob das Medikament genauso wirkt.
Versuche es doch mit 2,5 mg.
Du wirst ja dann sehen, ob das in Ordnung ist.


Gruss Mücke
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Re: Absetzen von Amineurin

Beitragvon Anna09 » Montag, 08.03.10, 10:22

Hallo Mücke,

herzlichen Dank für Deine Infos. :-)
Manchmal sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht und so habe ich auch die 10er Amitryptilin übersehen. Dann werde ich jetzt mal zu meiner Ärztin spazieren, mir ein Rezept für die 10er holen, noch hören was die für Ideen hat und loslegen.

Grüße
Anna
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Vor ca. 6 Jahren Diazepam Tropfen. Eigentl. als Notfall gedacht. Irgendwann nahm ich sie zum einschlafen und "runterkommen" (Gedankenspirale im Kopf, die mich wachhielt) fast täglich. Abends, erst 5, dann zwischen 15 und 20, im Notfall auch mal 30.
Vor ca. 4 Jahren meinte meine Psychiaterin ich sei abhängig, deshalb lieber Antidepressiva.
Abends Amineurin, tagsüber, ich weiß es nicht mehr genau, ich glaube es war Paroxetin, das habe ich nur ganz kurz probiert, weil ich es sehr kontraproduktiv fand, wie "platt" ich davon war.
Seit dem Abends immer 12,5 mg. Amineurin.
Das möchte ich nun wohlüberlegt absetzen.
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Re: Absetzen von Amineurin

Beitragvon mücke » Mittwoch, 10.03.10, 15:24

Hallo Anna

Wenn du magst kannst du gern weiter berichten wie es so mit dem Absetzen klappt.

Dir viel Erfolg
Mücke
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