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Lorazepam geschafft, große Probleme beim Mirtazapin absetzen

Wenn moderne Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
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Lorazepam geschafft, große Probleme beim Mirtazapin absetzen

Beitragvon LinLina » Montag, 14.09.15, 17:04

Hallo Ihr Lieben,

Ich lese schon seit über einem Jahr im Forum und konnte mich irgendwie erst jetzt registrieren. Letztes Jahr war das schlimmste Jahr meines Lebens, ich hatte große körperliche und psychische Probleme, so viel ist schief gelaufen bei der Ursachen und Behandlungssuche.
Jedenfalls war das Resultat einer furchtbaren Ärzte-Odyssee dass ich auf 1,5 mg Lorazepam und 30 mg Mirtazapin gelandet bin. Zuvor hatte ich niemals Psychopharmaka genommen aber ich hatte schon zu lange furchtbare Schmerzen und Angst und konnte kaum mehr schlafen, also schien mir keine andere Wahl.

Mit dem Lorazepam wurde mir von seiten der Ärzte riesig Druck gemacht, so dass ich es schnell absetzten musste. Ich hatte massive Entzugssympome und mit aller Kraft schaffte ich es innerhalb von 4 Monaten wieder runter zukommen (Benzo-frei seit 8. Februar 2015 :-) )

Nun dachte ich, das Mirtazapin abzusetzen kann ja nicht so schlimm sein, jedenfalls war dies das Credo der Ärzte und ich wollte zunächst nicht an die "schlimmen Geschichten" glauben, auf die ich zufällig beim Stöbern nach Lorazepam-Entzugshilfe gestoßen war.

Von wegen! Im März 2015 machte ich den ersten Versuch und ging um ein Viertel runter. Resultat war, dass ich innerhalb von wenigen Tagen von "mir gehts ganz ok" zu "absolut nicht auszuhalten" abstürzte. So ein Schock! Ich hatte alle Kraft und Hoffnung verwendet um den Lorazepam-Entzug zu schaffen und jetzt das.

Jetzt bin ich ganz langsam und mühsam von 30 mg im Mai auf zur Zeit 15 mg herunter gekommen. Meine Probleme sind eindeutig Entzugssyndrome, vieles erinnert mich an das Absetzen von Lorazepam, nur die Dynamik unterscheidet sich deutlich.

Ich bin sehr zuversichtlich dass es nur eine Frage der Zeit ist bis ich das Mirta auch wieder los bin. Es ist aber super schwer, umso mehr durch die Tatsache dass kaum jemand anerkennt dass auch bei Antidepressiva solche massiven Probleme beim Absetzen auftreten können und ich nicht nur ein hypersensibler Einzelfall bin und mich total rein steigere. Ich wünschte ja es wäre so, dann wäre ich das Zeug schon los.
Besonders wütend macht mich wenn ich wissenschaftliche Veröffentlichungen lese und merke wie hier fast nur untersucht, gesehen und veröffentlicht wird was opportun ist. Ich habe ein Studium abgeschlossen und bin sehr überzeugte Naturwissenschaftlerin und verstehe auch ziemlich genau wie mit Studien und Statistiken absichtlich oder unabsichtlich gewisse Lehrmeinungen immer wieder fälschlich untermauert werden :vomit:

So, ich bin jedenfalls sehr froh jetzt hier mitschreiben zu können und wünsche uns allen viel Kraft und Mut!

Alles Liebe,
LinLina

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Re: Lorazepam geschafft, große Probleme beim Mirtazapin absetzen!

Beitragvon Lana19 » Montag, 14.09.15, 19:49

Hallo LinLina

Herzlich Willkommen erst einmal! :)

Da hast du ja auch schon ein bisschen was hinter dir....
Ich habe den Eindruck du machst das ganz gut und schaffst den Entzug auch. Dennoch möchte ich dir raten, weiter sehr vorsichtig zu sein und nicht zu schnell mit dem Absetzen vorzugehen. Manchmal kommen die Probleme doch recht verzögert und dann weiß man nicht mehr durch welches Abdosieren es jetzt eigentlich passiert ist.

Wir setzen hier nach Breggin ab mit der 10% Regel alle 4-6 Wochen. Im unteren Bereich ist es auch oft sinnvoll nur noch in 5 % Schritten zu reduzieren.Sicher hast du das alles schon gelesen :wink:

Deine Wut können wir hier alle gut nachvollziehen! Es ist eine Schande, wie wenig aufgeklärt die Ärzte um uns herum doch sind :frust:

Lies dich noch ein wenig ein und wenn du Fragen hast, dann kannst du sie gerne jederzeit stellen. Unsere Moderatoren sind nämlich ein super Team! :pillowtalk:
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Re: Lorazepam geschafft, große Probleme beim Mirtazapin absetzen!

Beitragvon Murmeline » Montag, 14.09.15, 20:04

Unsere Moderatoren sind nämlich ein super Team!

Danke! Unsere Mitglieder sind auch super. :) Es zählt jede Erfahrung und jeder kann und soll sich einbringen in den Erfahrungsaustausch. Davon profitieren alle.

Willkommen, LinLina!
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Re: Lorazepam geschafft, große Probleme beim Mirtazapin absetzen!

Beitragvon Kimeta » Montag, 14.09.15, 20:52

Liebe LinLina,

herzlich willkommen im ADFD auch von mir!

Schön, dass Du zu uns gefunden hast und offensichtlich auf einem guten Weg bist. Dass Du ein hypersensibler Einzelfall bist, glaube ich nicht, denn die Geschichten ähneln sich doch sehr. Und ich glaube, dass nur ein ganz kleiner Teil der Betroffenen überhaupt hier landet.

LinLina hat geschrieben:Besonders wütend macht mich wenn ich wissenschaftliche Veröffentlichungen lese und merke wie hier fast nur untersucht, gesehen und veröffentlicht wird was opportun ist. Ich habe ein Studium abgeschlossen und bin sehr überzeugte Naturwissenschaftlerin und verstehe auch ziemlich genau wie mit Studien und Statistiken absichtlich oder unabsichtlich gewisse Lehrmeinungen immer wieder fälschlich untermauert werden :vomit:


Das klingt sehr interessant, vielleicht hast Du ja Lust, diese Erfahrungen hier einzubringen? Ich erkenne immer wieder, dass ich sehr naiv bin, weil ich mir manche Sachen einfach nicht vorstellen kann, auch wenn alles dafür spricht, dass es so ist. Da ist es gut, wenn Informationen entsprechend hinterfragt und aufgearbeitet werden.

Viele Grüße,
Kimeta
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Re: Lorazepam geschafft, große Probleme beim Mirtazapin absetzen!

Beitragvon Murmeline » Montag, 14.09.15, 21:12

Hallo!

Du bist nicht alleine mit dem stilllesen - ich hab das fast 1,5 Jahre gemacht, bevor ich dann doch mal die Registrierungseite aufgerufen habe :)

Glückwunsch zum Lorazepam- Entzug, auch wenn es sicher hart war.

Meine Probleme sind eindeutig Entzugssyndrome, vieles erinnert mich an das Absetzen von Lorazepam, nur die Dynamik unterscheidet sich deutlich.

Kannst Du das mal genauer fassen, was Du meinst? Fände ich ganz spannend.

Es ist aber super schwer, umso mehr durch die Tatsache dass kaum jemand anerkennt dass auch bei Antidepressiva solche massiven Probleme beim Absetzen auftreten können.


Tja, wenn man den Fachinformation für Ärzte des Herstellers zum Medikament glauben sollte, dann sieht das so aus:

Obwohl Mirtazapin nicht zu einer Abhängigkeit führt, haben Erfahrungen nach der Markteinführung gezeigt, dass plötzliches Absetzen nach längerer Behandlung manchmal zu Absetzsymptomen führen kann. Die meisten Absetzsymptome sind leicht und selbstlimitierend. Von den verschiedenartigen Absetzsymptomen wurde am häufigsten über Schwindel, Agitiertheit, Angst, Kopfschmerzen und Übelkeit berichtet. Obwohl diese als Absetzsymptome gemeldet wurden, sollte beachtet werden, dass diese Symptome auch im Zusammenhang mit der Grunderkrankung stehen könnten. Wie in Abschnitt 4.2 empfohlen, sollte Mirtazapin schrittweise abgesetzt werden.

http://www.sz-produkte.de/pdf/fi/2012_0 ... ternet.pdf
Ich ärgere mich immer wieder, wenn ich so etwas lese. Die Fachabteilung hat da echt ihr Bestes gegeben, das, was sie zugeben müssen, möglichst klein zu halten und den schwarzen Peter am Ende noch dem Patienten zuzuschieben - ist ja wahrscheinlich die Grunderkrankung. Uff.

Mitschreiber können wir gut gebrauchen :fly:
Grüße Murmeline
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Re: Lorazepam geschafft, große Probleme beim Mirtazapin absetzen!

Beitragvon Kevin05 » Dienstag, 15.09.15, 11:48

Hi,

wenn ich deine Bericht lese denk ich mir, du gehörst zu den Leuten, die ohnedies schon wissen, was Sache ist bzw. die großen Zusammenhänge verstehen, warum etwas so ist wie es ist. Ich meine damit, dass du sicher das Zeug hast das loszuwerden und zu schaffen, alleine aufgrund deiner eigenen Recherchen schon bzw. deinem Wissen. In wie weit das Lorazepam auch noch mit spielt ist schwer zu sagen, aber ich gebe dir schon recht, dass vermutlich deine Probleme vom Mirtazapin sind, ich glaub es gibt im Forum kaum einen Wirkstoff über den so viel geschrieben wird und wurde, nichts desto trotz, du hast es nicht so lange genommen, ich denke schon, dass du das wirklich schaffst.

Die Leute hier werden dich unterstützen, wenn du Fragen hast, aber ich hab eher so den Eindruck, dass du zu denen gehörst, die sich die Infos, die sie brauchen wirklich sehr gezielt suchen, daher nochmals, ich denke du kennst deinen Weg und hast auch den Willen ihn zu Ende zu gehen, also ich denke ohne Übertreibung, du kannst da durchaus optimistisch sein und vergiss was war, das ist vorbei, jetzt hast und wirst du richtig entscheiden und damit wieder zurück auf die richtige Spur kommen, andere kommen leider erst nach Jahren zu deinen Erkenntnissen, dann wird es deutlich schwieriger, alles Gute und wie gesagt aus meiner Sicht, weißt du die essentiellen Dinge schon, LG Kevin
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Re: Lorazepam geschafft, große Probleme beim Mirtazapin absetzen!

Beitragvon LinLina » Dienstag, 15.09.15, 13:32

Hey,
Danke für die Antworten! Mitlesen ist schon ziemlich hilfreich, aber durch das registrieren und mitschreiben können fühle ich mich noch weniger allein! Zum Glück habe ich eine gute Therapeutin. Ich habe nie das Gefühl dass sie mir nicht glaubt. Das ist so viel wert!
Ja was ich oben geschrieben habe hört sich vielleicht etwas "abgeklärt" an? Aber das auch nur an den Tagen an denen ich das Gefühl habe mit den Entzugssymptomen fertig zu werden. Es gibt immer auch Zeiten da bin ich ziemlich verzweifelt und habe Angst es nicht zu schaffen.

Ich musste wegen dieser ganzen Geschichte meine Doktorandenstelle absagen und kann auch auf absehbare Zeit nicht arbeiten. Ich bekomme jetzt Sozialhilfe und das ist nicht so einfach zu akzeptieren. Aber mir ist es jetzt wichtiger in Ruhe gesund zu werden.

Ich habe tatsächlich zum Glück beide Medikamente nicht so lange eingenommen. Umso erschreckender wie lange der Entzug dauert! Ich habe vorhin nochmal nachgerechnet. Ich habe tatsächlich das Lorazepam nur 2,5 Monate eingenommen und musste es 5 Monate lang entziehen. Beim Mirtazapin scheint es ähnlich zu sein, ich habe es nur ein halbes Jahr genommen bis ich den ersten misslungenen Absetzversuch gestartet habe. Wahrscheinlich werde ich insgesamt etwa 1,5 Jahre mit dem Absetzen beschäftigt sein. Das steht doch in keinem Verhältnis! Trotzdem bin ich sehr dankbar dass ich so früh gemerkt habe dass Psychopharmaka für mich persönlich nicht der richtige Weg sind. Und ich habe größten Respekt vor allen die jahrzehntelang Medikamente eingenommen haben und dann den mutigen Schritt machen vorsichtig zu reduzieren.
Ich finde es so wichtig unsere Erfahrungen weiter zu geben. Damit nicht immer mehr Menschen ohne ausreichende Information und Aufklärung in einen jahrelangen Teufelskreis geraten.
Wenn ich auf die Ärzte hören würde könnte ich wahrscheinlich das Antidepressivum nie absetzen weil es immer heißt "Grunderkrankung - wenn Sie solche Probleme beim Absetzen haben dann brauchen Sie das Medikament noch"

Zum Unterschied zwischen Mirtazapin und Lorazepam Entzug:
Die Hauptsymptome (Zittern, Herzrasen, Schlaflosigkeit, Schwindel, Sehstörungen, allg. Grippeartiges Gefühl, Stress, Erschöpfung, allg. Überforderung) sind bei mir bei beiden Medikamenten sehr ähnlich. Bei Lorazepam hatte ich noch mehr Probleme mit Muskelschmerzen.

Mit unterschiedlicher Dynamik meine ich vor allem wann und wie lange nach dem letzten Reduktionsschritt die Symptome auftreten. Bei Lorazepam war es so dass die ersten Symptome wenige Stunden nach der Reduktion eintragen, etwa 1-2 Wochen anhielten und es dann deutlich besser wurde. Bei Mirtazapin merke ich zwar auch schon in der ersten Nacht dass ich schlechter schlafe, aber insgesamt fühle ich mich in der ersten Woche eher besser. Erst nach ein paar Tagen bis einer Woche fängt es an und geht ziemlich auf und ab, eine Nacht ganz ok, die nächste wieder mieserabel. Und so mit allen Symptomen, gerade wenn ich denke es wird jetzt besser kann der nächste Tag wieder ganz besch... sein und ich muss mehr oder weniger im Bett liegen bleiben. Erst nach 3-4 Wochen klingt es etwas ab.

Ich hatte allerdings auch ziemliche Probleme beim Einschleichen von Mirtazapin. Bei der Startdosis von 7,5 mg bin ich nach einer halben Stunde fast umgekippt und war ein paar Tage nicht richtig ansprechbar, wie im Halbschlaf. Trotzdem habe ich auf ärztlichen Rat hin langsam bis auf 30 mg hochdosiert, weil ich mir ja davon eine positive Wirkung versprochen habe. Die Nebenwirkungen wurden dann zwar weniger, aber ich habe mich die ganze Zeit teilnahmslos gefühlt und auch ziemlich an Gewicht zugenommen.

Einer der Hauptgründe für die Einnahme war aber dass ich sehr starke Rücken- und Muskelschmerzen hatte. Um diese Probleme zu verbessern muss ich aber regelmäßig Übungen machen, Schwimmen und einfach optimales Gewicht und ein gutes Körpergefühl behalten... Also bringt mir die Einnahme viele Nachteile.

Danke für den Hinweis mit dem Langsam machen. Ich mache wie so viele trotz besseren Wissens immer wieder den Fehler zu ungeduldig zu sein. Mit dem Resultat dass ich mit meinem Absetzplan eher wieder zurückgeworfen werde. Jetzt versuche ich aber eine Weile auf 15 mg zu bleiben um mich richtig zu stabilisieren.

Viele Grüße
LinLina
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Mirtazapin: Winter 2014/15 bis 30 mg für Benzo-Entzug, langsames und mühsames Absetzen seit März 2015.

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Re: Lorazepam geschafft, große Probleme beim Mirtazapin absetzen!

Beitragvon Kevin05 » Dienstag, 15.09.15, 18:51

Hi, ein Punkt über den weder ich oft schreibe noch sonst oft geschrieben wird, der aber wichtig ist, ist meiner Ansicht nach Arbeit bzw. Ablenkung, Beschäftigung, aktiv sein. Ich weiß es ist ein Teufelskreislauf, ich sehe das ja selbst, man hat Schmerzen, alle möglichen Symptome, teilweise klappt der Schlaf nicht und ich denke mir auch oft am Morgen, so und wie wirst du jetzt bitte arbeiten gehen, aber ich gehe dann trotzdem.

Das was mir am schlechtesten tut ist nichts zu tun, das ist Gift für mich, daher sind grad die Wochenenden für mich kritisch, so lange ich Dinge zu tun habe, habe ich auch wenig Bedürfnis was zu nehmen, am WE ist es oft so dass ich aufgrund fehlender sozialer Kontakte abseits der Arbeit wenig Beschäftigung habe und das spüre ich auch deutlich, dann versuche ich zu schlafen oder im Bett zu bleiben und genau das ist der Anfang vom Ende meist, daher sind meine Dosierungen am WE oft höher als unter der Woche.

Ich sag jetzt auch gar nicht, dass man Arbeiten muss in einem Dienstverhältnis, aber irgendwas tun und ich sehe es sogar als therapeutisch wirksam im Notfall seine ganze Wohnung zu putzen als rumzuliegen oder sich dem Gedankenkarusel hingeben.

Ein geregelter Tagesablauf wie immer der aussehen mag ist wichtig, ich kann nur immer wieder über meine Erfahrungen schreiben - heute nachmittag hab ich frei genommen, ich bin alleine zu Hause und ich kann nicht sagen, dass der Nachmittag irgendwie hilfreich, sprich ich habe meine Tagesdosis genommen 2 Stunden geschlafen (glaub ich halt), aber wenn ich mich nach dem Sinn frage dann fehlt mir die Antwort, weil hätte ich gearbeitet hätte ich die Dosis zwar auch genommen, aber vermutlich deutlich später und zum Schlafen oder einige Stunden davor, aber die Dosis am Nachmittag zu nehmen war unnotwendig, weil Resultat wird sein, dass ich vermutlich dann in der Nacht weniger schlafe und das hat dann wieder Auswirkung auf morgen.

Gut, jetzt wirst du dich fragen, was das mit dir zu tun hat meine Egoeinlage, nein, soll es eigentlich nicht sein sondern einfach die Botschaft, dass ich glaube je weniger wir zu tun haben desto schlechter ist es für jeden Betroffenen und das geht quer durch alle Substanzbereiche und wenn ich drauf warte, dass ich schmerz- oder symptomfrei werde, dann werde ich vermutlich nie eine Chance auf Gesundung haben, dessen soll man sich auch bewusst sein, also Schmerzen hin- oder her, Symptome hin- oder her, man muss raus, so mein Zugang, der ja auch in Rehaeinrichtungen gegangen wird. Die Leute werden ja langsam wieder an die Belastbarkeit herangeführt - da gibt es eigene Arbeitstrainings und Firmen, die die Leute vorbereiten - zumindest bei uns ist das so, auf jeden Fall ein ernstes Thema.

Wobei das Thema wie gesagt nicht dich in dem Sinn betrifft, aber dazu passt, weil du eben geschrieben hast, dass du zur Zeit auch nicht arbeitest oder es nicht geht, alles Gute, Kevin
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Re: Lorazepam geschafft, große Probleme beim Mirtazapin absetzen!

Beitragvon LinLina » Mittwoch, 16.09.15, 10:09

Hallo Kevin,
Danke für deinen Beitrag! Für viele ist das sicher sehr wichtig, aber es gibt auch die andere Seite - zuviel von sich abzuverlangen und nicht gut genug für sich zu sorgen. Ich denke es kommt auf die Lebenssituation an und was für ein Mensch man ist.
Manchmal muss man sich eben eher "in den Hintern treten", andermal müssen wir lernen dass es auch ok ist weniger oder nichts zu leisten.
Alles Liebe,
LinLina
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Re: Lorazepam geschafft, große Probleme beim Mirtazapin absetzen!

Beitragvon Murmeline » Mittwoch, 16.09.15, 12:00

Hallo LinLina,

kurze Zwischenfrage:
Du hast in einem anderen Beitrag geschrieben:
Ich war durch großen Stress sowieso angeschlagen und nachdem ich ein Antibiotikum ein paar Tage genommen hatte (der Arzt meinte Borreliose-Verdacht, aber ich glaub das war Unsinn) wurde es richtig schlimm.

viewtopic.php?p=114682#p114682

Welches AB war das denn? Wir hören hier so etwas öfter und versuchen, die Infos zu sammeln.
viewtopic.php?f=15&t=10157&hilit=antibiotika

Grüße, Murmeline
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Re: Lorazepam geschafft, große Probleme beim Mirtazapin absetzen!

Beitragvon LinLina » Mittwoch, 16.09.15, 12:14

Hallo Murmeline,
Es war Cefuroxim. Die genaue Tagesdosis weiß ich nicht mehr, habe es genommen wie vom Arzt empfohlen. Nach 3 Tagen fingen die Symptome an. Die Ärzte haben natürlich behauptet das hätte nichts miteinander zu tun aber ich bin mir sicher. Ein Freund von mir nimmt z.B. auch nie Antibiotika weil dann sein vegetatives Nervensystem verrückt spielt und er tagelang nicht mehr schlafen kann. Er ist sonst recht ausgeglichen und hat keine psychischen/körperlichen Auffälligkeiten.
lg
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Re: Lorazepam geschafft, große Probleme beim Mirtazapin absetzen!

Beitragvon Murmeline » Mittwoch, 16.09.15, 23:00

Hallo LinLina,

dass Du eine verständnisvolle Therapeutin hast, dass ist wirklich sehr viel wert.

Ich musste wegen dieser ganzen Geschichte meine Doktorandenstelle absagen und kann auch auf absehbare Zeit nicht arbeiten. Ich bekomme jetzt Sozialhilfe und das ist nicht so einfach zu akzeptieren. Aber mir ist es jetzt wichtiger in Ruhe gesund zu werden.

Das ist hart. Aber die Entscheidung für Deine gesundheit, die kann nur richtig sein.

Ich denke aber, meist gibt es einen Ausweg oder zumindest eine Möglichkeit mit Problemen besser umzugehen und Medikamente nur minimal einzusetzen oder zumindest geduldig und achtsam herauszufinden was der beste Kompromiss ist.

Ja, so sollte das sein. Minimal, geduldig, achtsam und sehr substanzbewusst auch für unerwünschte Arzneimittelwirkungen. Das schaffen leider nur sehr wenige Ärzte. Und wichtig wäre vorrangig und zeitnah ein Netzwerk aus anderen unterstützenden Maßnahmen.

Grüße, Murmeline
Zuletzt geändert von LinLina am Freitag, 30.09.16, 13:42, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitat repariert
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Re: Lorazepam geschafft, große Probleme beim Mirtazapin absetzen!

Beitragvon LinLina » Donnerstag, 17.09.15, 10:31

Danke, Murmeline. Ich bin sehr froh dass es das Forum gibt. Ich bin zwar jetzt erst angemeldet aber habe seit Anfang des Jahres sehr viele Beitrage gelesen. Ohne die vielen Infos und die überwiegend optimistische Stimmung die ich bei euch gefunden habe hätte ich den Lorazepam-Entzug nicht so gut geschafft.
lg Lina
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Re: Lorazepam geschafft, große Probleme beim Mirtazapin absetzen!

Beitragvon LinLina » Mittwoch, 30.09.15, 17:52

Hallo,
heute geht's mir gar nicht gut :-( die körperlichen Symptome von der letzten Reduktion sind ziemlich abgeklungen. Außer ziemliche Muskelschmerzen, die hab ich sowieso fast die ganze Zeit. Aber heute hab ich was dummes geträumt, das ging mir den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf, dieses Gefühl mit dem ich aufgewacht bin. Fühlt sich an wie "Neuro-Scham" oder "Neuro-Verzweiflung" gemischt mit "Neuro-Angst". Das ist echt übel, viel schwerer damit umzugehen. Wie ein fieser Druck der auf mir sitzt.

Kennt ihr das, dass sich Gedanken/Gefühle einfach festbeißen? Früher hätte ich das viel eher wieder vergessen. Ist was aus der Kindheit, und ich dachte ich bin ziemlich darüber weg.

Ich will am Wochenende wieder reduzieren. Freue mich drauf aber fühle mich auch sooo müde und angestrengt. Hab das Gefühl ich kann erst wieder richtig ausruhen wenn ich den Entzug geschafft hab.

lg Lina
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Re: Lorazepam geschafft, große Probleme beim Mirtazapin absetzen!

Beitragvon Lisamarie » Mittwoch, 30.09.15, 19:25

Hallo Lina, du bist viel zu schnell , alle vierzehn Tage reduzieren wird nicht hinhauen. Und ja dieses Gedankenkreiseln kennen viele von uns, hast du es mal mit einem Spaziergang versucht um dich abzulenken ? Wenn ich merke das sich irgendwo meine Gedanken aufhängen , mach ich mir meine Smartphone Musik auf die Ohren und geh mit meinen Hunden spazieren, danach geht es mir meist besser.
Lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen, berufsunfähig.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:

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Re: Lorazepam geschafft, große Probleme beim Mirtazapin absetzen!

Beitragvon LinLina » Mittwoch, 30.09.15, 20:06

Hallo Petra,
danke, ja klar, ablenken mache ich schon. Meistens klappt es, heut aber nicht - es kam hartnäckig immer wieder. Deswegen meinte ich festbeißen.

Laufen klappte vorher bei mir auch immer prima, aber ich kann wegen Muskel/Gelenkproblemen leider nicht weit gehen. Das macht mir ziemlich zu schaffen. Aber ich lerne es halbwegs zu akzeptieren und andere Möglichkeiten zu finden.

Echt, viel zu schnell :shock: ? Es sind doch etwa 10 % alle 4 Wochen?! Bei den letzten Reduktionen hatte allerdings ich den Kompromiss - kleinere Reduktion (ca. 5%), dafür kürzere Abstände - probiert. Das ging besser. Die meisten Symptome klingen bei mir so nach 2 aber spätestens 3 Wochen ab.
Diesmal hab ich 4 Wochen gewartet.

Mir geht es unter Mirtazapin gar nicht gut und ich müsste Gewicht verlieren und fitter werden. Deswegen versuch ich es schon so schnell es geht, aber ja, ich weiß, das kann schnell nach hinten los gehen :whistle:

lg Lina
Ursprünglicher Grund der Einnahme: Schmerzen, PTBS, heftige Unverträglichkeitsreaktion auf Schmerzmittel und Antibiotika (anhaltende Krampfanfälle)

Lorazepam: 1,5 mg von 7/2014 - 10/2014, dann 4 Monate schrittweiser Entzug (sehr heftig) und seit 8.2.2015 komplett abgesetzt :-)

Mirtazapin: Winter 2014/15 bis 30 mg für Benzo-Entzug, langsames und mühsames Absetzen seit März 2015.

Mein Medikamentenverlauf :schnecke: :
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Re: Lorazepam geschafft, große Probleme beim Mirtazapin absetzen!

Beitragvon philippe » Donnerstag, 01.10.15, 8:37

hallo lina,
mach lieber langsam und freunde dich mit dem gedanken an, das zeug noch (zu) viele monate zu nehmen. ist schwierig, ich weiß. auch ich würde mein sertralin gerne bis weihnachten oder so los sein. aber mit meinen aktuell 70mg gebe ich mir pi mal daumen zwei jahre bis null. klingt krass, ist aber an die hoffnung gekoppelt, nicht abermals unheil heraufzubeschwören.

grüße aus frankfurt von philippe :schnecke: :schnecke: :schnecke:
2006 plötzl. Sehstörung ohne org. Befund
Diagnose gen. Angststörung, Behandlung nacheinander mit versch. SSRI, Therapie, Entspannungsübungen, gewisse Besserung, Med. abgesetzt
2008 massive Probleme mit den Augen, Sertralin 100mg, Therapie, Besserung
2011 Rückkehr der Augensymptomatik, weiterhin Sertralin (150mg), Therapie
2013 3 Monate Klinik, unterschiedliche NL, Sertralin 200mg, völlig kaputt, dazu umgeben von "Therapeuten"
2014 langsame Besserung der Symptomatik, 100mg Sertralin, im Sommer massive Sehprobleme
2015 50mg Sertralin, Besserung, abermals falsches Absetzen (25mg, alle zwei, drei Tage...), wieder kaputt
seit August auf 70mg, langsame Besserung des Befindens bei unveränderter Augenproblematik
geplant Anfang Dezember auf 63mg

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Re: Lorazepam geschafft, große Probleme beim Mirtazapin absetzen!

Beitragvon Lisamarie » Donnerstag, 01.10.15, 9:18

Hallo Lina, gerade im unteren Bereich ist Vorsicht angebracht , und ich würde immer eine Woche zugeben wenn die Entzugserscheinungen abgeklungen sind in der es dir gut geht und 95% aller Symthome weg sind. Erst dann weiter runter und die fünf Prozent Schritte scheinen dir besser zu bekommen als 10% Schritte. Und im unteren Bereich raten wir ja sowieso zu höchstens 5%. Gerade das Mirtazapin ist teuflisch und lieber langsamer mit Lebensqualität als schnell und die Lebensqualität geht flöten.
Lg Petra
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Re: Lorazepam geschafft, große Probleme beim Mirtazapin absetzen!

Beitragvon LinLina » Donnerstag, 01.10.15, 10:46

Hallo Phillipe, hallo Petra,

Ganz lieben Dank für eure Rückmeldungen.Obwohl ich schon sehr viel hier im Forum gelesen habe und das Gefühl habe das meiste inzwischen verstanden zu haben ist eine persönliche Rückmeldung manchmal gut. Ich bin echt nicht drauf gekommen dass ich zu schnell mache.
Ihr habt auf jeden Fall recht, 2 Wochen ist zu knapp. Außer ich mache so mini-Reduktionen dass ich fast keine Symptome habe.

Ja es ist echt schwer zu akzeptieren, ich dachte am Anfang, in ein paar Wochen ist es ausgeschlichen. Dann in einem halben Jahr. Inzwischen rechne ich mit 1,5 Jahren.

Ich habe es ja nicht so lange genommen und fühle mich ziemlich unwohl damit. Viel schlechtere Laune, irgendwie immer etwas weggetreten. Ich kann die Natur nicht mehr so genießen, schreiben,malen, Musik machen fällt mir alles schwer, dabei waren das meine wichtigsten Ressourcen. Fühle mich träge und unbeweglich. Irgendwie nicht mehr richtig lebendig.
Meine Ärztin sagt, komisch, bei den anderen ist es so dass sie vor der Einnahme der Medikamente nichts mehr fühlen und danach das Gefühl hätten endlich wieder am Leben zu sein.
Bei mir jedenfalls nicht. Ich finde allerdings ich hatte vorher keine Depression, ich hatte "nur" Probleme mit Angst und starken Schmerzen. Meine Therapeutin sieht das zum Glück ähnlich.
Ich weiß, es geht hier vielen so. Es ist nur so schwer weil mich dieser Zustand krank macht. :-( ich wünsche mir so sehr, wieder mehr fühlen zu können, wieder das Leben mehr zu spüren.

Hoffe, dass ich mich mit geringerer Dosis besser fühle, so dass ich diese dann auch länger halten kann. 15 mg ist auf jeden Fall schonmal besser als 30 mg.

Seit gestern gehts mir wirklich gar nicht gut, komisch. Mein Bein schmerzt furchtbar und ich neige ständig zu Panik, fühlt sich nach überreiztem Nervensystem an. Hoffe mal das legt sich bald wieder und ist vor allem PMS. Außerdem war ich noch intensiv in der Sauna, das war vielleicht auch zuviel. Eine Erkältung hab ich jedenfalls dabei bekommen :-(

lg lina
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Re: Lorazepam geschafft, große Probleme beim Mirtazapin absetzen!

Beitragvon Lisamarie » Donnerstag, 01.10.15, 10:56

Hallo Lina, ich kann verstehen das man das Zeug nur noch loswerden möchte, ich würde meins ebenfalls am liebsten im Klo versenken. Aber leider spielen da unsere Körper nicht mit. Und ist das ZNS erstmal schwer gereizt wird es noch schwerer da wieder rauszukommen , ich kann nur noch krümmelchenweise absetzen, das nervt so richtig. Wenn man nur noch in 0,25 mg Schritten absetzen kann, das ist so lächerlich wenn man da mal genauer drüber nachdenkt. Aber das verbiete ich mir inzwischen , es geht vorwörts wenn auch nur als :schnecke:

Und bitte keine Sauna im Entzug , das vertragen fast alle hier nicht :o jetzt Kurier erstmal deine Erkältung aus bevor du übers weitere Absetzen nachdenkst.
Gute Besserung wünscht dir Petra
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