Unwillkürliche Mundbewegungen nach Zyprexa

Auch das Absetzen von Neuroleptika kann problematisch sein. Aus diesem Grund haben wir hier eine neue Kategorie eingerichtet.

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Unwillkürliche Mundbewegungen nach Zyprexa

Beitragvon quizhannes » Freitag, 27.11.09, 10:12

Liebe Betroffene,

meine Frau leidet, auch nachdem sie seit 9 Monaten trocken ist, also gar keine
Psychopharmaka mehr nimmt, unter schmatzenden Mundbewegungen, die
vielleicht von der früheren 2jährigen Einnahme von Zyprexa herrühren.
Hat jemand Erfahrung wie man diese in den Griff bekommen kann, ihr Therapeut
vertröstet sie immer und meint die gehen von alleine wieder weg.

Inzwischen stört sie das so sehr, daß daraus eine soziale Phobie zu entstehen
droht, was meint sie traut sich nicht mehr unter Menschen, weil ihr das sehr
peinlich ist. Gibt es irgentwelche Hilfen, ohne wieder Psychopillen schlucken zu
müssen?

Gruss Hannes
Meine Frau erkrankt nach Schilddrüsenentfernung an einer heftiger Angstpsychose
sie wurde anfänglich von Internisten als depressiv eingeschätzt, es war aber keine
Depression, sondern der Beginn eines neuropathischen Syndroms , besonders mit
ausgeprägter Negativsymtomatik. Die Psychatrie hat alle Geschütze aufgefahren,
Haldol, Imap, Seroquel, Zyprexa u.w. daneben Valproinsäure, Litium, alle ADs bis
auf MAO wegen Bluthochdruck, ohne jeden Erfolg, auch nach 5 stationären
Episoden. Das einzige was Wirkung zeigte waren Benzos, diese aber in immer
höheren Dosen bis zum Kollaps. Wir waren für 11 Monaten auf Entzug, strikt
nach ADFD. Sind von 70 mg auf NULL, seit 17.2.09 auf Null Milligram Diazepam.
Nach Optimierung der Schildrüsen Einstellung erheblich bessere Lebensqualität.
Auch nach dem Ausschleichen noch viele Absetzsymtome und unkontrollierte
Zuckungen in Händen und Füßen, aber auch im Gesicht, starker Rückgang der
Angstsymtome und Erwachen der Antriebskräfte und Gefühle, positivere
Lebenseinstellung und Perspektive.
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Re: Unwillkürliche Mundbewegungen nach Zyprexa

Beitragvon endelee » Freitag, 27.11.09, 10:32

Hallo Hannes,

schau Dir bitte bei Wikipedia die Artikel tardive Dyskenisien und Spätdyskenisien an.

LG
endelee
seit 29.12.2003 1 mg Risperdal abends
ab 1.9.2008 0,75 mg Risperdal abends
ab 1.1.2009 0,5 mg Risperdal abends
ab 2.5.2008 15 mg Remergil abends
ab 2.6.2008 30 mg Remergil abends
ab 2.7.2008 15 mg Remergil morgens und 30 mg abends
ab 1.1.2009 50 mg Trimipramin abends zum schlafen
ab 1.3.2009 30 mg Remergil abends
ab 1.4.2009 o,25 mg Risperdal
ab 1.4.2009 22,5 mg Remergil abends
ab 9.4.2009 50 mg Trimipramin abgesetzt wegen Medikamentenallergie
ab 9.4.2009 25 mg Doxepin
ab 9.5.2009 25 md Doxepin sofort abgesetzt wegen Bluthochdruck und Kopfschmerzen
ab 1.5.2009 15 mg Remergil abends
ab 7.6.2009 in die KLinik wegen heftigen Entzugssymptomen
ab8.6.2009 Risperdal auf null, da 1 mg über ein Jahr ausgeschlichen
ab 11.6.2009 7,5 mg Remergil. 15 mg wurde von der Klinik halbiert.Alles wegzunehmen war wegen den heftigen Symptomen nicht möglich
seitdem auf 7,5 mg Remergil. Nach mindestens dreimonatigem Ende der jetzigen Entzugysymptome werde ich diese langsam ausschleichen
5,6 mg - 3,75 mg - 1,87 mg jeweils drei monate, wenns denn so klappt, ansonsten noch langsamer
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Re: Unwillkürliche Mundbewegungen nach Zyprexa

Beitragvon Marsupilami » Freitag, 27.11.09, 14:09

Hallo Hannes,

ich halte es für sicher, dass das eine Folge des Mittels ist, und es kann leider sein, dass es eine irreversible Langzeitfolge ist.

Gruß,

Marsu
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Re: Unwillkürliche Mundbewegungen nach Zyprexa

Beitragvon mücke » Freitag, 27.11.09, 17:04

Hallo Hannes

Es wird dir wohl keiner sagen können, ob diese Beschwerden wieder weggehen.
Manchmal bleiben sie auch bestehen.
Medikamente gibt es wohl nicht dagegen.

Daß deine Frau Probleme hat sich damit öffentlich zu zeigen, kann ich gut verstehen.
Das würde mir auch so gehen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Tardive_Dyskinesie
http://de.wikipedia.org/wiki/Sp%C3%A4tdyskinesie

Gruss Mücke
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Re: Unwillkürliche Mundbewegungen nach Zyprexa

Beitragvon antianti » Freitag, 27.11.09, 21:21

Hallo Hannes,

wenn es sich herausstellt, dass es irreversibel ist, könnte man es vielleicht mit Physiotherapie lindern. Ich weiß nicht, wer für so etwas im Gesichtsbereich zuständig ist, ein Logopäde??
Das könnte auf jeden Fall helfen.

In der Klinik war eine junge Frau, die durch hohe Neuroleptikadosen ebenfalls ständig spastische Zuckungen im Gesicht hatte. Ich fand es gar nicht so schlimm, wobei es sie selber schon sehr gestört hat und sicherlich auch ihr Selbstbewusstsein untergraben hat.

Es wäre sehr schade, wenn dieses Problem bei Deiner Frau eine soziale Phobie hervorrufen würde. Ich weiß, dass es sehr schwer ist, mit so einer Art Behinderung zu leben, aber neben der Hoffnung, dass es vielleicht doch irgendwann besser wird, ist es wohl wichtig zu lernen, damit offensiv umzugehen. Manchmal wirkt es auf Außenstehende auch gar nicht so abstoßend, wie man selber es wahrnimmt, so dass die eigenen Ängste unnötig sind.

Geht es Deiner Frau denn sonst ein wenig besser?

LG
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Re: Unwillkürliche Mundbewegungen nach Zyprexa

Beitragvon endelee » Freitag, 27.11.09, 22:05

Hallo an Alle,

ich wollte an diesem Beispiel gesehen, noch einmal betonen, wie wichtig es war, diesen PUnkt hier einzurichten.

Nl sind ein Teufelszeug mit echten Langzeitschäden und beim Absetzen viel schlimmer als ADs.

Manche sagen schlimmer als Benzos.

LG Petra
seit 29.12.2003 1 mg Risperdal abends
ab 1.9.2008 0,75 mg Risperdal abends
ab 1.1.2009 0,5 mg Risperdal abends
ab 2.5.2008 15 mg Remergil abends
ab 2.6.2008 30 mg Remergil abends
ab 2.7.2008 15 mg Remergil morgens und 30 mg abends
ab 1.1.2009 50 mg Trimipramin abends zum schlafen
ab 1.3.2009 30 mg Remergil abends
ab 1.4.2009 o,25 mg Risperdal
ab 1.4.2009 22,5 mg Remergil abends
ab 9.4.2009 50 mg Trimipramin abgesetzt wegen Medikamentenallergie
ab 9.4.2009 25 mg Doxepin
ab 9.5.2009 25 md Doxepin sofort abgesetzt wegen Bluthochdruck und Kopfschmerzen
ab 1.5.2009 15 mg Remergil abends
ab 7.6.2009 in die KLinik wegen heftigen Entzugssymptomen
ab8.6.2009 Risperdal auf null, da 1 mg über ein Jahr ausgeschlichen
ab 11.6.2009 7,5 mg Remergil. 15 mg wurde von der Klinik halbiert.Alles wegzunehmen war wegen den heftigen Symptomen nicht möglich
seitdem auf 7,5 mg Remergil. Nach mindestens dreimonatigem Ende der jetzigen Entzugysymptome werde ich diese langsam ausschleichen
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Re: Unwillkürliche Mundbewegungen nach Zyprexa

Beitragvon Marsupilami » Samstag, 28.11.09, 15:57

Hallo Petra,

Du hattest erwähnt, dass Du viele Artikel zum Thema NL hast. Vielleicht könnte man die ja zumindest hier posten, wenn sie sich nicht in den Wiki-Bereich einbauen lassen? Dann kann man zumindest hoffen, dass einige Leute sich informieren, bevor sie sich diese Medikamente aufschwatzen lassen, zumindest, wenn es um Depressionen geht und kein Notfallaufenthalt wegen einer Psychose vorliegt, wo man kaum eine Wahl hat.

Grüße,

Marsu
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Re: Unwillkürliche Mundbewegungen nach Zyprexa

Beitragvon quizhannes » Samstag, 28.11.09, 21:17

Hallo antianti, hallo alle Antwortenden,

wir haben die stabilsten Wochen, seit Krankheitsbeginn meiner
Frau hinter uns und sind sehr dankbar für die Unterstützung, die
wir hier im Forum erfahren haben. Seit mehr als neun Wochen
keinen ausgeprägten psychotischen Anfall mehr, wir sind natürlich
auch sehr bescheiden geworden. Es geht meiner Frau sicher nicht
gut aber nach dramatischen Monaten, nein Jahren ist der jetzige
Zustand das Paradies.

Dies sieht man wohl auch, an dem Aufkommen von Wünschen
auch die kleineren Beschwerden, nochangehen zu können. Aber
ich hab im Internet und natürlich auch bei Wiki schon einiges
gelesen zu Spätdyskinesen, die potentiellen Nebenwirkungen der
in Betracht kommenden Medikamente, schreckten uns ab dies zu versuchen.

Ich hatte auf einen Insidertyp gehofft, oder jemand der solche
Bewegungsstörungen überwunden hat, ja da muß ich wohl mit
Geduld noch etwas tiefer ins Netz einsteigen bis sich vielleicht
etwas hoffnungsvolles ergibt.

Aber ein ehrliches Danke, für die ersten aber halt ernüchternden
Stellungnahmen.

Hannes
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Re: Unwillkürliche Mundbewegungen nach Zyprexa

Beitragvon quizhannes » Freitag, 05.02.10, 12:00

Hallo zusammen,

möchte eine wichtige Erfahrung nachschieben. Zuerst,
haben sich die unwillkürliche Bewegungen auf die Füße
und dann auch zeitweise auf die Hände ausgedehnt. Beim
verzweifelten googlen stieß ich auf einen Betroffenen der
berichtete, daß wenn er sein früheres NL in geringer
Dosierung genommen hat, blieben die Zuckungen ein
paar Tage weg. Sie kamen dann wieder aber er konnte sich
ja helfen wenn er was vorhatte, konnte er es abschalten.

Dies haben wir jetzt auch getestet und tatsächlich blieben
die unwilkürlichen Bewegungen mit einer halben Tablette
25er Clozapin für fast drei Tage weg. Dies ist eine große
Hilfe, wenn man unter Menschen will. Die Gefahr ist das
bei regelmäßiger Einnahme die Blutwerte engmaschig
überwacht werden müssen, da dieses NL die Gefahr birgt
einen Leukozytenmangel auszulösen. Aber eigentlich nur
bei regelmäßiger hoch dosierter (100mg) Einnahme.

Vielleicht nützt es jemand der auch so unter diesen blöden
Zuckungen leidet wie meine Frau.

Gruß Hannes
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Re: Unwillkürliche Mundbewegungen nach Zyprexa

Beitragvon Marsupilami » Freitag, 05.02.10, 13:24

Hallo Hannes,

Matthias Seibt vom BPE könnte Dir vielleicht noch etwas Hilfreiches sagen, er hat viele Erkenntnisse zu NL und den sogenannten Psychosen gesammelt. Ich habe noch nie von so einem Fall gehört, dass jemand ständig Psychosen hat, in so kurzen Abständen, wie Deine Frau. Vielleicht kannst Du ihn da auch mal ansprechen. Hier seine Telnr.:
http://www.psychiatrie-erfahrene-nrw.de/termin20050203.html
Ich kenne ihn persönlich, auch endelee hat Kontakt zu ihm, er kennt auch das adfd, sag einfach, dass Du von uns seine Telnr. hast, dann ist es sicher okay, ihn zu kontaktieren. Er ist selbst betroffen und sieht die Dinge anders als Ärzte, die Euch ja auch nicht weiterhelfen können. Vielleicht kommt da noch irgendwas bei rum an Erkenntnissen. Irgendwie weiß man bei Euch ja auch nicht mehr richtig, was zuerst da war, ob die Psychosen das eigentliche Problem sind oder ob die Medikamente diese noch mehr verschlimmern, eigentlich ist doch bei Deiner Frau nichts wirklich klar, oder?
Wünsche Euch alles Gute, und schreib doch mal, ob Du Matthias kontaktiert hast und ob es was gebracht hat.

Solidarische Grüße
von

Marsu
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