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Schweres Absetzsyndrom nach Sertralin&Quetiapin. Wie wieder Eindosieren?

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Charlotte044
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Schweres Absetzsyndrom nach Sertralin&Quetiapin. Wie wieder Eindosieren?

Beitrag von Charlotte044 » Montag, 12.03.18, 12:04

Liebe Forumsmitglieder,

ich habe hier schon viel gelesen und dadurch Entlastung erfahren. Nun habe ich eine konkrete Frage zum Wiedereindosieren von Quetiapin nach schwerer Absetzkrise.

Hier meine Geschichte:
Ich arbeite selbst im medizinischen Bereich und war bis zu einer psychischen Krise vor einem Jahr psychisch relativ stabil. Die Krise war ausgelöst durch ein anhaltendes Schlafdefizit seit Geburt meines Sohnes eineinhalb Jahre zuvor sowie durch einen unstrukturierten Alltag und hohe Ansprüche an mich selbst.

Ich wurde mittelgradig depressiv und entwickelte somatische Ängste und Sorgen. Über einen Kollegen bekam ich Sertralin 100mg verschrieben. Im Nachhinein ist klar, dass dadurch alles nur schlimmer wurde, ich litt nach einer kurzen Phase der Euphorie an ständiger Übererregtheit, Panikgefühlen, morgendlichem Schwitzen, Flushs, Missempfindungen, Verwirrtheit und starkem Gewichtsverlust (schrecklich!). Da ich davon ausging, dass dies weitere Symptome waren, verschrieb mir mein Kollege zusätzlich Quetiapin prolong. Am Ende nahm ich 200mg und kam immer noch nicht durchgehend zur Ruhe.

Endlich kam die Erkenntnis, dass viele der Symptome durch die Medikamente verursacht wurden und die Medikation in keinem Verhältnis mehr zur Grunderkrankung stand. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich Sertralin 6Monate und Quetiapin 3Monate eingenommen. Ich begann Sertralin abzusetzen und fühlte mich schnell besser. Als dann aber starker Schwindel, Depersonalisationserleben und Müdigkeit durchkamen und ich davon ausging, dass dies vom Quetiapin kam, setzte ich Quetiapin zusätzlich relativ rasch ab (innerhalb von 14 Tagen, Sertralin war zu diesem Zeitpunkt auf halber Dosis) und fühlte mich sehr gut. Das Sertralin schlich ich weiterhin über insgesamt 3Monate aus.

Ende des Jahres hatte ich also beide Medikamente abgesetzt. Ich litt in den ersten Wochen häufiger unter Schwindel, erhöhter Herzrate, Merkfähigkeitsstörungen, habe mich dadurch aber nicht beunruhigen lassen. Sicherlich habe ich mich zu wenig geschont. Nach einigen Wochen kamen nachmittags noch trockene Augen, stark erhöhter Puls, Schreckhaftigkeit und Muskelzuckungen in den Beinen hinzu (kannte ich vom Quetiapin), bis dann vor drei Wochen der Zusammenbruch kam. Ich wachte morgens wieder hochrot und schwitzend auf, hatte durchgehend Panikgefühle, eine heiße Wirbelsäule, starke Schreckhaftigkeit, stromartige Missempfindungen, stark erhöhter Puls....ich konnte sieben Nächte fast überhaupt nicht schlafen. Die üblichen Beruhigungshilfen (Opipramol, Promethazin) wirken alle paradox.

Vor einer Woche habe ich dann begonnen, wieder Quetiapin zu nehmen, das hat den Zustand deutlich beruhigt. Inzwischen nehme ich 100mg Quetiapin unretardiert zur Nacht und wache morgens immer noch schwitzend und gerötet auf, ich kann die Unruhe tagsüber aber ertragen. Allerdings fühle ich mich sehr matt, müde und kann mich schlecht orientieren.

Nun überlege ich, wieder das Quetiapin prolong statt der unretardierten Version zu nehmen, da das auch das Mittel ist, das ich vor drei Monaten abgesetzt hatte. Meine Bedenken sind allerdings, dass ich es später wegen der Dosierung der Tabletten schlechter wieder ausschleichen kann. Außerdem habe ich Sorge, dass es mich tagsüber noch matschiger macht.
Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mich beraten? Wirken die beiden Varianten von Quetiapin bei euch unterschiedlich? Und würdet ihr empfehlen, auch zusätzlich Sertralin wieder einzudosieren? Davon möchte ich eigentlich absehen, da es bei mir damals so krasse Nebenwirkungen gemacht hat.

Ich danke euch vielmals!

Charlotte
Zuletzt geändert von Jamie am Montag, 12.03.18, 12:49, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Absätze zur besseren Lesbarkeit eingefügt
März 2017: 150mg Opipramol wegen psychischer Krise mit Angst und Depressionen, gut vertragen und einigermaßen Linderung erfahren, zu leichtfertig abgesetzt
April 2017: 100mg Sertralin 1-0-0-0, bei Eindosierung starke Angst, Schlafstörungen, Missempfindungen und Herzklopfen dann zwei Monate euphorische Stimmung, allerdings immer wieder Zustände von Übererregtheit, Flush und Schwitzen am Morgen, Verwirrtheit, Zittern. Zuspitzung Juni 2017.
Juni 2017: Zusätzlich 100mg Quetiapin prolong 0-0-0-1, deutliche Linderung, allerdings ist Unruhe immer wieder durchgekommen, so dass aufdosiert wurde.
Juli 2017: 150mg Quetiapin prolong.
August 2017: 200mg Quetiapin prolong.
September 2017: Unruhe schlägt immer wieder durch, ich erkenne, dass dies Nebenwirkungen sind und setze Sertralin ab in 12,5mg Schritten. Nun starke Nebenwirkungen durch Quetiapin (Sedierung, Desorientiertheit, Depersonalisierung).
November 2017: Absetzen von Quetiapin innerhalb von 14 Tagen. Etwas Unruhe und brennende Wirbelsäule.
Dezember 2017: Sertralin auf 0mg.
Januar 2018: Schwindel, Desorientierheit, Gedächtnisstörungen, Kreislaufbeschwerden, erhöhter Puls.
Februar 2018: Zusätzlich ab nachmittags Muskelzuckungen, Schreckhaftigkeit, häufiges frühes Erwachsen mit Schwitzen, Flushs, Missemfindungen.
März 2018: Zusammenbruch mit ständigem Herzrasen, Angst, Depersonalisation, paradoxen Medikamentenreaktionen, Schlaflosigkeit. Wiedereindosieren von Quetiapin untretardiert 75mg 0-0-0-1, Schlaf wieder möglich, Linderung weiterer Symptome nach einigen Tagen.
April 2018: 50mg Quetiapin prolong 18Uhr, 25mg Quetiapin unretardiert 21h

Clarissa
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Re: Schweres Absetzsyndrom nach Sertralin&Quetiapin. Wie wieder Eindosieren?

Beitrag von Clarissa » Montag, 12.03.18, 13:34

Willkommen im Forum, Charlotte.

Du hast ja schon sehr gut erkannt, daß die Medikamente immer mehr Teile Deines Problems wurden, nicht die Lösung.

Nun scheinst Du leider ein mega gereiztes ZNS bekommen zu haben, was Dir Medikamentenveränderungen zusätzlich übel nimmt.

Zum genauen Vorgehen beim Wiedereindosieren kann ich Dir nichts sagen, nur soviel: auf längere Sicht wirst Du von den PP weg müssen, eine Heilung wird Dir damit nicht möglich sein.

Ich verstehe gut den Druck, unter dem Du stehst. Doppelbelastung durch Familie und v.a. einen medizinischen Beruf mit hohen Anforderungen an Dich. Du hast mein tiefes Mitgefühl.

Zur genauen Vorgehensweise in Deinem Fall wirst Du noch Hinweise bekommen.

Teilnahmsvolle Grüße von Clarissa.
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Charlotte044
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Re: Schweres Absetzsyndrom nach Sertralin&Quetiapin. Wie wieder Eindosieren?

Beitrag von Charlotte044 » Montag, 12.03.18, 14:23

Liebe Clarissa,
vielen lieben Dank für deine Teilnahme! Mir ist wirklich bewusst, dass die Medikamente viele Probleme verursacht haben und ich bin auch von Anfang an zusätzlich andere therapeutische Wege gegangen, die allerdings gegen die Nebenwirkungen und Absetzerscheinungen nur teilweise geholfen haben bzw. helfen (Therapie/Sport/Meditation/Alltagsveränderungen). Ich würde nichts lieber tun, als gar keine Medikamente mehr nehmen! Allerdings kann ich die Zeit nicht zurückdrehen und die Absetzkrise war/ist nun so stark, dass denke ich kein Weg an einem vorübergehenden Wiedereindosieren vorbeiführt...
Ich freue mich über Tipps hierzu.
Charlotte
März 2017: 150mg Opipramol wegen psychischer Krise mit Angst und Depressionen, gut vertragen und einigermaßen Linderung erfahren, zu leichtfertig abgesetzt
April 2017: 100mg Sertralin 1-0-0-0, bei Eindosierung starke Angst, Schlafstörungen, Missempfindungen und Herzklopfen dann zwei Monate euphorische Stimmung, allerdings immer wieder Zustände von Übererregtheit, Flush und Schwitzen am Morgen, Verwirrtheit, Zittern. Zuspitzung Juni 2017.
Juni 2017: Zusätzlich 100mg Quetiapin prolong 0-0-0-1, deutliche Linderung, allerdings ist Unruhe immer wieder durchgekommen, so dass aufdosiert wurde.
Juli 2017: 150mg Quetiapin prolong.
August 2017: 200mg Quetiapin prolong.
September 2017: Unruhe schlägt immer wieder durch, ich erkenne, dass dies Nebenwirkungen sind und setze Sertralin ab in 12,5mg Schritten. Nun starke Nebenwirkungen durch Quetiapin (Sedierung, Desorientiertheit, Depersonalisierung).
November 2017: Absetzen von Quetiapin innerhalb von 14 Tagen. Etwas Unruhe und brennende Wirbelsäule.
Dezember 2017: Sertralin auf 0mg.
Januar 2018: Schwindel, Desorientierheit, Gedächtnisstörungen, Kreislaufbeschwerden, erhöhter Puls.
Februar 2018: Zusätzlich ab nachmittags Muskelzuckungen, Schreckhaftigkeit, häufiges frühes Erwachsen mit Schwitzen, Flushs, Missemfindungen.
März 2018: Zusammenbruch mit ständigem Herzrasen, Angst, Depersonalisation, paradoxen Medikamentenreaktionen, Schlaflosigkeit. Wiedereindosieren von Quetiapin untretardiert 75mg 0-0-0-1, Schlaf wieder möglich, Linderung weiterer Symptome nach einigen Tagen.
April 2018: 50mg Quetiapin prolong 18Uhr, 25mg Quetiapin unretardiert 21h

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Re: Schweres Absetzsyndrom nach Sertralin&Quetiapin. Wie wieder Eindosieren?

Beitrag von padma » Montag, 12.03.18, 17:10

hallo Charlotte, :)

auch von mir willkommen.

Wie du inzwischen selbst erkannt hast, hattest du heftige NW von Sertralin. Der Versuch NW durch ein weiteres Psychopharmakon zu deckeln, anstatt das Medikament, das man nicht verträgt, abzusetzen, ist leider ein übliches Vorgehen der Ärzte. :frust:

Nach dem Absetzen der beiden Medikamente hattest du typisches Absetzsymptome.
Dass du Quetiapin wieder eindosiert hast, war richtig.

100 mg unretardiert ist allerdings eine wirklich heftige Dosis. Möglicherweise hätte etwas weniger ausgereicht, da du ja bereits seit Ende letzten Jahres auf 0 bist. Bist du gleich mit 100 mg wieder eingestiegen?

Eine Möglichkeit wäre, mit der Dosis niedriger zu gehen, vielleicht auf 75 mg.
Du könntest die Dosis auf mehrere Einnahmen verteilen, das kann allerdings die Tagesmüdigkeit verstärken. Bei der prolong Variante natürlich auch.
Und würdet ihr empfehlen, auch zusätzlich Sertralin wieder einzudosieren? Davon möchte ich eigentlich absehen, da es bei mir damals so krasse Nebenwirkungen gemacht hat.
Da bin ich in deinem Fall auch sehr skeptisch. Quetiapin scheint dich ja weitgehend zu stabilisieren, bis auf die Unruhe. Die Matschigkeit wird v.a. eine NW von Quetiapin sein.
Hast du noch weitere Symptome?

Du könntest es zwar mit einer Minimaldosis Sertralin (z.B. 1 mg ) versuchen, aber ob das gegen die Unruhe hilft ist sehr fraglich.

Ich würde zunächst versuchen, ob es mit einer Reduktion von Quetiapin besser wird.

Hier noch unsere Grundlageninfos: viewtopic.php?f=18&t=12880
Könntest du bitte noch eine Signatur erstellen (Anleitung ist bei dem link dabei)?

liebe Grüsse,
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Re: Schweres Absetzsyndrom nach Sertralin&Quetiapin. Wie wieder Eindosieren?

Beitrag von Charlotte044 » Montag, 12.03.18, 17:57

Liebe/r Padma! Vielen lieben Dank für deine Antwort. Ja, das mit den Psychopharmaka ist wirklich ein Riesenskandal...ich hatte damals sogar mehrmals gefragt, ob die Symptome nicht auch Nebenwirkungen von Sertralin sein können. Sicher war es aber auch ein Fehler von mir, mich von einem Kollegen beraten zu lassen. Obwohl ich selbst beruflich aus dem Bereich komme, war ich total naiv und bin monatelang davon ausgegangen, eine GAS zu haben...
Danke auch für deine Hinweise! Also ich habe zunächst 25, dann 50, dann 75, dann 100mg genommen, 100mg nun seit zwei Nächten. Ich kann nicht wirklich sagen, ob 100mg besser als 75mg waren. Sicherlich ist die Müdigkeit und Benebelung eher schlimmer. Meine Ärztin und ich dachten, die halbe Dosis der ursprünglichen Dosis wäre gut. Welche Vorteile würden bei 75mg liegen? Ich bin mir total unsicher, konnte den Zustand aber einfach nicht mehr ertragen und wollte mit 100mg wahrscheinlich auf Nummer sicher gehen. Tagsüber kann ich gar kein Quetiapin nehmen, zumindest keine kleinen Dosen (selbst bei 12,5mg fühle ich mich müde und depressiv, zusätzlich Unruhe). Am Schlimmsten sind meine Symptome am Morgen (Schwitzen, Unruhe, Angst, Desorientiertheit..). Ich dachte evtl. ist mit Prolong die Ausschüttung gleichmäßiger und dass das eher stabilisieren würde. Gibt es da Erfahrungen? Gibt es Erfahrungen mit der Einnahmezeit? Früher habe ich Prolong um 18h genommen. Das unretardierte Quetiapin nehme ich um 22Uhr. Vielleicht lieber früher? Ich wache zwar trotzdem um 6Uhr auf, aber in einem schlechten Zustand. Ich dusche dann 2min kalt, sonst ginge es gar nicht.

Zu deiner Frage weiterer Symptome: Ich habe auch Kopfschmerzen und Spannungsgefühle sowie Muskelzuckungen, aber diese Symptome hatte ich in anderer Form ja auch vor Wiedereinnahme. Achso: Ich nehme seit 1,5 Wochen auch noch Bisoprolol 2.5mg zur Nacht wegen dem heftigen Herzrasen, das mir schon Brustschmerzen verursacht hatte.

1000Dank für eure Hilfe! Man glaubt ja sonst wirklich man würde verrückt!

Charlotte
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Juli 2017: 150mg Quetiapin prolong.
August 2017: 200mg Quetiapin prolong.
September 2017: Unruhe schlägt immer wieder durch, ich erkenne, dass dies Nebenwirkungen sind und setze Sertralin ab in 12,5mg Schritten. Nun starke Nebenwirkungen durch Quetiapin (Sedierung, Desorientiertheit, Depersonalisierung).
November 2017: Absetzen von Quetiapin innerhalb von 14 Tagen. Etwas Unruhe und brennende Wirbelsäule.
Dezember 2017: Sertralin auf 0mg.
Januar 2018: Schwindel, Desorientierheit, Gedächtnisstörungen, Kreislaufbeschwerden, erhöhter Puls.
Februar 2018: Zusätzlich ab nachmittags Muskelzuckungen, Schreckhaftigkeit, häufiges frühes Erwachsen mit Schwitzen, Flushs, Missemfindungen.
März 2018: Zusammenbruch mit ständigem Herzrasen, Angst, Depersonalisation, paradoxen Medikamentenreaktionen, Schlaflosigkeit. Wiedereindosieren von Quetiapin untretardiert 75mg 0-0-0-1, Schlaf wieder möglich, Linderung weiterer Symptome nach einigen Tagen.
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Re: Schweres Absetzsyndrom nach Sertralin&Quetiapin. Wie wieder Eindosieren?

Beitrag von Jamie » Montag, 12.03.18, 19:06

Hallo Charlotte, :)
Welche Vorteile würden bei 75mg liegen?
wir bevorzugen eher niedrige Dosen, weil ein gereiztes ZNS oft überhaupt nicht mit höheren Dosierungen klar kommt und natürlich auch Nebenwirkungen bei höheren Dosierungen mehr sind.
Ob eine niedrige Dosis besser für dich wäre, also zB nur 75mg Quetiapin anstatt 100mg, kann nicht versprochen werden; es müsste ausprobiert werden.

Überhaupt wirst du ein wenig Detektiv spielen müssen bezüglich Dosis, Einnahmezeitpunkt und Darreichungsform.
Es könnte sein, dass das Prolong für dich bekömmlicher ist; das müsste man testen.
Ich gebe aber zu bedenken, dass du dich dann tagsüber evtl. sediert fühlen könntest.
Was wäre denn damit auf 75mg Prolong um 18h zurückzuwechseln?

Sich morgens sehr schlecht zu fühlen muss nicht zwangsläufig etwas mit der Einnahme von 100mg um 22h zu tun haben. Viele Betroffene im Entzug leiden morgens am meisten, da circadian bedingt die Cortisolsekretion in den frühen Morgenstunden am stärksten ist.
Cortisol fungiert als Stress- / bzw. Wachmacher-Hormon, aufgrund des gereizten ZNS wird die Cortisolausschüttung von vielen im Entzug aber als sehr unangenehm empfunden; begleitet von Symptomen wie Unruhe, Angst, Panik, Nervosität, Depression, Zittrigkeit, Elendsgefühlen etc.
Vermutlich ist eine Mischung bei dir aus Cortsiolpeak und Nachwirkungen des Quetiapins.
Versuche mal morgens wenn du wach wirst etwas Süßes zu essen, zB ein Stückchen Banane oder süßer Keks oder sonstwas Zuckriges; Insulin fungiert als natürlicher Gegenspieler zum Cortisol und kann die unangenehmen Effekte etwas abmildern.
Käme auf einen Versuch an.

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Re: Schweres Absetzsyndrom nach Sertralin&Quetiapin. Wie wieder Eindosieren?

Beitrag von Charlotte044 » Mittwoch, 14.03.18, 21:46

Liebe Padma,

vielen lieben Dank nochmal für deine Hinweise! Mit 75mg um 21Uhr abends fahre ich tatsächlich deutlich besser, ich habe gestern das erste Mal seit dem Zusammenbruch wieder gearbeitet und es hat gut geklappt, juhuu!! Nachmittags werde ich etwas zittrig und der Herzschlag wird stärker, das kann ich aber ertragen. Ansonsten habe ich inzwischen ein gutes Repertoire an Techniken, um mich zu beruhigen;-) Auf Quetiapin prolong versuche ich nun doch zu verzichten, das gibt es nur in 50er, 100er etc. Dosierungen und es ist schwierig, das später wieder auszuschleichen. Solange es so geht, ist es gut.
Ich habe aber noch zwei Fragen an euch: Würdet ihr empfehlen, nur soweit wieder einzudosieren wie unbedingt notwendig, das heißt selbst wenn noch deutliche Absetzsymptome vorhanden sind, man diese aber ertragen kann? Oder die Dosis soweit steigern, bis wirklich wieder Ruhe eingekehrt ist?
Und wie lange würdet ihr dann warten, bis ihr wieder ausschleicht (nächstes Mal natürlich in Minischritten..)?

Was ich noch an mir beobachte ist, dass ich innerlich ganz schön kämpfe mit dieser Medikamentengeschichte und mich über diejenigen ärgere, die mir was Nebenwirkungen und Absetzerscheinungen angeht wenig Glauben schenkten (Ärzte eingeschlossen). Wie geht ihr mit solchen Gefühlen um?

Liebe Grüße und danke für die freundliche Aufnahme;-)

Charlotte
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November 2017: Absetzen von Quetiapin innerhalb von 14 Tagen. Etwas Unruhe und brennende Wirbelsäule.
Dezember 2017: Sertralin auf 0mg.
Januar 2018: Schwindel, Desorientierheit, Gedächtnisstörungen, Kreislaufbeschwerden, erhöhter Puls.
Februar 2018: Zusätzlich ab nachmittags Muskelzuckungen, Schreckhaftigkeit, häufiges frühes Erwachsen mit Schwitzen, Flushs, Missemfindungen.
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April 2018: 50mg Quetiapin prolong 18Uhr, 25mg Quetiapin unretardiert 21h

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Re: Schweres Absetzsyndrom nach Sertralin&Quetiapin. Wie wieder Eindosieren?

Beitrag von padma » Donnerstag, 15.03.18, 18:06

liebe Charlotte, :)

schön, dass es dir mit den 75 mg besser geht. :)
Würdet ihr empfehlen, nur soweit wieder einzudosieren wie unbedingt notwendig, das heißt selbst wenn noch deutliche Absetzsymptome vorhanden sind, man diese aber ertragen kann? Oder die Dosis soweit steigern, bis wirklich wieder Ruhe eingekehrt ist?
Die Symptome sollten im Rahmen des gut Erträglichen sein. Bei deutlichen Absetzsymptomen ist die Dosis zu niedrig oder auch zu hoch, oder es liegt an zu schnellen Dosisveränderungen. Es kann auch dauern, bis die Absetzsymptome sich deutlich bessern. Du hast ja ziemlich schnell hochdosiert, daher würde ich jetzt nicht höher gehen, sondern zunächst abwarten.

Bei dir kommt ja auch noch der Entzug von Sertralin hinzu.
Und wie lange würdet ihr dann warten, bis ihr wieder ausschleicht (nächstes Mal natürlich in Minischritten..)?
Dafür solltest du möglichst stabil sein, die Absetzsymptome sollten möglichst zu 95 % verschwunden sein. Da du gleich zwei Kaltentzüge hinter dir hast, würde ich mindestens 2 - 3 Monate abwarten, bevor du wieder ausschleichst.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
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Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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6.05.2018: 0,275 mg :schnecke:


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Re: Schweres Absetzsyndrom nach Sertralin&Quetiapin. Wie wieder Eindosieren?

Beitrag von Charlotte044 » Donnerstag, 12.04.18, 10:45

Liebe Mitglieder des Forums, vor allem padma, ich brauche noch einmal euren Rat!

Ich nehme nun seit 3,5Wochen wieder Quetiapin und zwar in der Dosierung 50mg retardiert (prolong) um 18Uhr und 25mg unretardiert um 21Uhr. Dies hat zu einer deutlichen Beruhigung geführt, ich kann meinen Alltag wieder einigermaßen bewältigen. Es gibt weiterhin Morgende, an denen die Herzrate erhöht ist, ich schwitze und ein rotes Gesicht habe, diese sind aber weniger geworden und es ist insgesamt erträglicher. Die Ängstlichkeit und Schreckhaftigkeit ist weiterhin leicht vorhanden, ich kann mit Beruhigung aber gut dagegen steuern. Allerdings ist es so, dass ich mich seit Einnahme des Quetiapins tagsüber sediert fühle, manchmal fast depressiv bin und mich äußerst schlecht konzentrieren kann und auch grübele. Zusätzlich habe ich nun tlw. den ganzen Tag ein rotes Gesicht und die Missempfindungen in Rücken und Füßen treten auch vermehrt tagsüber auf. Insgesamt fühle ich mich also schlechter als vor dem oben beschriebenen Zusammenbruch, aber natürlich viel besser als während des Zusammenbruchs. Mein Zustand erinnert mich ein bisschen an die Zeit im letzten Jahr während des Absetzens, in der das Sertralin schon reduziert war, aber die Quetiapindosis noch hoch und dessen Wirkung voll durchschlug. Damals habe ich mich auch unruhig und ängstlich gefühlt, hatte Herzklopfen, das gehört also auch zu den möglichen Nebenwirkungen des Quetiapins.

Kurzum: Ich überlege nun, ob ich die Dosierung noch optimieren kann, ohne zu riskieren, dass das Nervensystem wieder komplett überschießt. Mehr nehmen möchte ich auf keinen Fall, ich überlege aber, ob ich entweder wieder auf unretardiertes Quetiapin umstellen sollte oder die zusätzlichen 25mg in der Nacht reduziere. Es belastet mich auch, dass ich nun eigentlich 10Std. schlafen müsste, um mich einigermaßen gut zu fühlen. Dadurch habe ich wenig Zeit, um nach Arbeit und Elterndasein abends noch angenehmen Dingen nachzugehen und außerdem klappt es oft nicht, weil ich z.B. früh aufwache, und dann fühle ich mich tagsüber noch schlechter.
Was meint ihr dazu?

Und worauf darf ich hoffen? Es gibt Tage, an denen ich einfach verzweifeln könnte. Es geht mir viel schlechter als damals während der psychischen Krise... Das Absetzen von Quetiapin ist nun vier Monate her, Sertralin drei Monate.

Lieben Dank für eure Unterstützung!

Charlotte
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Juni 2017: Zusätzlich 100mg Quetiapin prolong 0-0-0-1, deutliche Linderung, allerdings ist Unruhe immer wieder durchgekommen, so dass aufdosiert wurde.
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November 2017: Absetzen von Quetiapin innerhalb von 14 Tagen. Etwas Unruhe und brennende Wirbelsäule.
Dezember 2017: Sertralin auf 0mg.
Januar 2018: Schwindel, Desorientierheit, Gedächtnisstörungen, Kreislaufbeschwerden, erhöhter Puls.
Februar 2018: Zusätzlich ab nachmittags Muskelzuckungen, Schreckhaftigkeit, häufiges frühes Erwachsen mit Schwitzen, Flushs, Missemfindungen.
März 2018: Zusammenbruch mit ständigem Herzrasen, Angst, Depersonalisation, paradoxen Medikamentenreaktionen, Schlaflosigkeit. Wiedereindosieren von Quetiapin untretardiert 75mg 0-0-0-1, Schlaf wieder möglich, Linderung weiterer Symptome nach einigen Tagen.
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Re: Schweres Absetzsyndrom nach Sertralin&Quetiapin. Wie wieder Eindosieren?

Beitrag von padma » Samstag, 14.04.18, 18:44

liebe Charlotte, :)

das Schwierige ist, dass du sowohl Absetzsymptome als auch NW hast. Ganz optimal wird man es wahrscheinlich nicht hinbekommen.

Die Sedierung tagsüber kommt ja vermutlich von dem prolong. Ging es dir denn mit den 75 mg unretardiert besser? Dann würde ich darauf zurückgehen.

Könntest du deine Signatur bitte noch aktualisieren?

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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6.05.2018: 0,275 mg :schnecke:


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Charlotte044
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Re: Schweres Absetzsyndrom nach Sertralin&Quetiapin. Wie wieder Eindosieren?

Beitrag von Charlotte044 » Sonntag, 15.04.18, 9:56

Liebe padma,

danke für deine Antwort, es ist wirklich toll, dass du dir die Zeit nimmst, uns alle zu beraten! :-)

Also 75mg unretardiert hatte ich nur 3 Tage genommen und auch nur in der Nacht, tagsüber hat es mich zu sehr umgehauen. Dafür war ich tagsüber aber fitter und meine Stimmung war deutlich besser als jetzt. Als ich dann zu prolong gewechselt habe, ist wiederum mehr Ruhe reingekommen hinsichtlich Absetzerscheinungen, aber nach ein paar Wochen fühle ich mich nun sehr sediert, grüblerisch und oft auch weinerlich (wobei dieses Wochenende ganz gut ist bisher, juhuuu!).
Meine Überlegung ist, dass die Absetzerscheinungen sich nun womöglich etwas beruhigt haben könnten und ich es wieder mit dem unretardierten probieren könnte, vielleicht so, dass ich eine halbe über den Tag verteile (2x 6,5mg) und den Rest zur Nacht nehme. Es hätte auch den Vorteil, dass ich später besser reduzieren kann, das ist mit dem prolong ja etwas schwierig. Meine Ärztin meinte übrigens, dass man das prolong auch in der Form ausschleichen könnte, dass man es jeden zweiten Tag nimmt, aber nach allem was ich gelesen habe, ist das keine gute Idee, oder?

Meinst du, so könnte ich es versuchen?

Lieben Dank nochmal und einen schönen Sonntag!

Charlotte
März 2017: 150mg Opipramol wegen psychischer Krise mit Angst und Depressionen, gut vertragen und einigermaßen Linderung erfahren, zu leichtfertig abgesetzt
April 2017: 100mg Sertralin 1-0-0-0, bei Eindosierung starke Angst, Schlafstörungen, Missempfindungen und Herzklopfen dann zwei Monate euphorische Stimmung, allerdings immer wieder Zustände von Übererregtheit, Flush und Schwitzen am Morgen, Verwirrtheit, Zittern. Zuspitzung Juni 2017.
Juni 2017: Zusätzlich 100mg Quetiapin prolong 0-0-0-1, deutliche Linderung, allerdings ist Unruhe immer wieder durchgekommen, so dass aufdosiert wurde.
Juli 2017: 150mg Quetiapin prolong.
August 2017: 200mg Quetiapin prolong.
September 2017: Unruhe schlägt immer wieder durch, ich erkenne, dass dies Nebenwirkungen sind und setze Sertralin ab in 12,5mg Schritten. Nun starke Nebenwirkungen durch Quetiapin (Sedierung, Desorientiertheit, Depersonalisierung).
November 2017: Absetzen von Quetiapin innerhalb von 14 Tagen. Etwas Unruhe und brennende Wirbelsäule.
Dezember 2017: Sertralin auf 0mg.
Januar 2018: Schwindel, Desorientierheit, Gedächtnisstörungen, Kreislaufbeschwerden, erhöhter Puls.
Februar 2018: Zusätzlich ab nachmittags Muskelzuckungen, Schreckhaftigkeit, häufiges frühes Erwachsen mit Schwitzen, Flushs, Missemfindungen.
März 2018: Zusammenbruch mit ständigem Herzrasen, Angst, Depersonalisation, paradoxen Medikamentenreaktionen, Schlaflosigkeit. Wiedereindosieren von Quetiapin untretardiert 75mg 0-0-0-1, Schlaf wieder möglich, Linderung weiterer Symptome nach einigen Tagen.
April 2018: 50mg Quetiapin prolong 18Uhr, 25mg Quetiapin unretardiert 21h

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Re: Schweres Absetzsyndrom nach Sertralin&Quetiapin. Wie wieder Eindosieren?

Beitrag von padma » Montag, 16.04.18, 19:26

liebe Charlotte, :)
Meine Ärztin meinte übrigens, dass man das prolong auch in der Form ausschleichen könnte, dass man es jeden zweiten Tag nimmt, aber nach allem was ich gelesen habe, ist das keine gute Idee, oder?
Nein, das ist eine ganz schlechte Idee. Das würde zu heftigen Spiegelschwankungen führen und das ist enormer Stress für das ZNS.
und ich es wieder mit dem unretardierten probieren könnte, vielleicht so, dass ich eine halbe über den Tag verteile (2x 6,5mg) und den Rest zur Nacht nehme.
Das könntest du versuchen. Mit der Aufteilung müsstest du vielleicht ausprobieren, wie es am besten passt. Einen Teil auf den Tag zu verteilen halte ich für sehr sinnvoll.

liebe Grüsse,
padma
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Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
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6.05.2018: 0,275 mg :schnecke:


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