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Sertralin und Seroquel absetzen

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catnote
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Sertralin und Seroquel absetzen

Beitrag von catnote » Dienstag, 17.04.18, 16:29

Hallo,
ich lese schon lange in diesem Forum und finde auch viel Hilfe dadurch, nun möchte ich aber mich auch mal vorstellen.

Ich bin 25 Jahre alt, weiblich und hatte schon lange mit Depressionen und Traumatas zu kämpfen, weshalb ich dann das erste Mal Antidepressiva( Cipralex, niedrig dosiert) mit 17 bekam. Die setzte ich nach einem Jahr ab und hatte eigentlich keine Nebenwirkungen, auch haben sie mir aber auch nicht geholfen.
Mit ca. 21 nahm ich erneut Cipralex für ein halbes Jahr, was auch nichts veränderte, deswegen setzte ich auch das ab. Das erste Mal hatte ich ca für 2 Wochen ein extremes Auf und Ab mit meinen Gefühlen, Stromschläge und Zaps. Wie ich jetzt im Nachhinein weiß, waren das Absetzsymptome.
Letzten Sommer nahm ich erneut AD diesmal Fluoxetin erst 10mg dann 20mg das über einen Monat. Mir ging es schlecht mit denen, extreme Suizidgedanken, weshalb ich diese auf Rat einer TCM Ärztin einfach so absetzte.
Was folgte waren zuerst Panikattacken, das erste Mal in meinem Leben, und Schlaflosigkeit. Da ich mich auch noch alleine im Ausland befand ohne ärztlichen Rat in einem Vollzeitjob hatte ich massiven Stress und das alles endete in einer leichten manischen Psychose. Ich kam zurück nachhause, wo ich aber extremen Druck hatte von meiner Mutter eine neue Arbeit zu finden.
Ich konnte monatelang nicht schlafen, wegen kindheitsängsten und Zuckungen.
Irgendwann kam ich dann langsam zu mir und verstand, dass es ohne Medikamente nicht geht und ließ mir Sertralin verschreiben 25mg. Das ging ganz gut, 4 Wochen ca, bis ich wieder Mur 5-6 Stunden schlief, außerdem waren die Ängste noch da. Aus Angst in eine (manische?) Psychose wieder zu rutschen bat ich meinen Psychiater um Seroquel 25mg. Mit dieser Dosis blieb ich dann auch für ca 4 Monate.
Ich begann eine Gesprächstherapie und ging generell alles langsamer an, obwohl großer Druck von der Familie da ist noch immer, da sie auch nicht an psychische Krankheiten glauben.
Weil ich unter den Medikamenten nicht kreativ arbeiten konnte, begann ich sie abzusetzen. Nun bin ich angelangt bei Tag 40 mit 6mg Sertralin und Tag 13 mit 6mg Seroquel. Bis jetzt ging alles ganz gut, ich konnte noch immer gut schlafen mit einpaar Absetzsymptomen, die aber ein Klacks gegen die Absetzpsychose im Sommer sind. Bis heute. Ich war leider so dumm und dachte gestern ich kann das Sertralin nun auch halbieren(3mg) und habe einen Tag davor auch eine halbe (3mg) Seroquel genommen- konnte die Nacht davor unruhig schlafen, aber immerhin 7 Stunden.
Nun habe ich heute Nacht aber keine Minute plötzlich geschlafen! Und es fühlt sich an wie bei dem vorigen Absetzhorror. Zuckungen, extreme Unruhe und Geräuschempfindlichkeit, die mich wahnsinnig macht. Ich nahm in der Nacht noch die andere Hälfte von Seroquel und Sertralin ein aber es wurde nicht besser. Selbst jetzt am Tag bekomme ich kein Auge zu.. ich habe ziemliche Angst, dass wieder so eine Psychose passiert, weil ich wieder schlaflos bin.

Vorallem muss ich weiter arbeiten und kann mir im Moment soetwas überhaupt nicht leisten. Mein Psychiater meinte er kann nicht mit Sicherheit sagen, ob ich nun manisch depressiv bin oder nicht, er denkt aber eher nicht.
Ich fühle mich ziemlich hilflos, hat jemand schon einmal solche Erfahrungen gemacht? Tut mir leid für den langen Text, habe ihn eigentlich eh schon gekürzt so gut es geht..
Zuletzt geändert von Ululu 69 am Dienstag, 17.04.18, 16:40, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Absätze zur besseren Lesbarkeit eingefügt

Gwen
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Re: Sertralin und Seroquel absetzen

Beitrag von Gwen » Dienstag, 17.04.18, 17:59

Hallo Catnote,

herzlich Willkommen hier im Forum!

Bitte legen als erstes eine Signatur an, damit man Deinen Medikamentenverlauf im Überblick hat. Geh dazu auf deinen Namen oben rechts, dann auf persönlicher Bereich, dort auf Profil und Signatur ändern.
Schreib dort Deine Diagnose und den Medikamentenverlauf mit Daten und Milligramm Angaben auf (am besten tabellarisch).

Hast Du Dich schon eingelesen? Hier findest Du Grundlageninformationen zum Absetzen von Antidepressiva http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 18&t=12880, hier zu Neuroleptika http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 32&t=12884
Und hier die FAQs http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=19&t=9913

Wie Du sehen wirst, empfehlen wir, immer nur jeweils 5-10% der Dosis zu reduzieren und immer nur bei einem Medikament. Wenn man wie Du zwei Medikamente gleichzeitig reduziert, ist völlig unklar, welches Medikament die Symptome verursacht. Wir empfehlen auch nach jedem Reduktionsschritt eine Pause von 4-6 Wochen, um dem Körper Zeit zur Anpassung zu geben. Im unteren Dosisbereich ist es besonders wichtig, langsam und kleinschrittig vorzugehen, da hier noch verhältnismäßig viel Wirkung vorhanden ist.
catnote hat geschrieben:
Dienstag, 17.04.18, 16:29
Weil ich unter den Medikamenten nicht kreativ arbeiten konnte, begann ich sie abzusetzen. Nun bin ich angelangt bei Tag 40 mit 6mg Sertralin und Tag 13 mit 6mg Seroquel.
In welchen Schritten hast Du reduziert? Wie stellst Du diese kleinen Dosen her. Wichtig ist neben dem kleinschrittigen Vorgehen auch, täglich die gleiche Dosis einzunehmen. Dazu kann entweder eine Feinwaage oder die Wasserlösemethode benutzt werden.

Bitte lies Dich Mal in Ruhe ein und erstell dann die Signatur. Dann kann man weiter überlegen, wie Du jetzt am Besten vorgehen kannst.
Viele Grüße Gwen
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Re: Sertralin und Seroquel absetzen

Beitrag von Muryell » Dienstag, 17.04.18, 19:55

Ach, Mensch, Catnote,

Als ich Deinen Text gelesen habe, hatte ich das Bedürfnis, Dich wie eine Mutter zu umarmen und zu trösten.
:hug:
Ich wünsche Dir alles Gute.

Muryell
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Re: Sertralin und Seroquel absetzen

Beitrag von Jamie » Dienstag, 17.04.18, 21:12

Hallo catnote, :)

bitte stoppe erst mal alles und nimm die Dosis ein, die du bislang genommen hast.
Also beides zu je 6mg; ggf. kannst du es auch in ein paar Tagen noch etwas raufsetzen, wenn es nötig sein sollte.

Zwei Psychopharmaka gleichzeitig runterzusetzen kann das robusteste ZNS schachmatt setzen.

Da Quetiapin eher antipsychotisches Potential hat als Sertralin, kann es eine Überlegung sein, das Quetiapin noch mal ein paar mg raufzusetzen und zu schauen, ob du dich stabilisierst.

Mache jetzt bitte aber keine kopflosen Aktionen, sondern melde dich hier noch mal und beantworte die weiteren Fragen :)

Grüße
Jamie
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Re: Sertralin und Seroquel absetzen

Beitrag von catnote » Dienstag, 17.04.18, 23:58

Ich danke euch von Herzen für die schnellen Rückmeldungen und fühle mich hier bereits gut aufgehoben! Werde jetzt erstmal wieder 6mg von dem jeweiligen Medikament nehmen und hoffen, dass ich wieder schlafen kann. Bis jetzt habe ich immer in 40% Schritten ca. jeden Monat reduziert,im unteren Bereich muss ich wohl die Schritte drastisch reduzieren. Bin aber sehr froh, mich hier endlich angemeldet zu haben, da auch die Ärzte einen so im Stich lassen.. werde gleich mal die Signatur anlegen :)

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Re: Sertralin und Seroquel absetzen

Beitrag von catnote » Mittwoch, 18.04.18, 0:02

Die Tabletten teile ich übrigens immer mit einem Tablettenteiler- nach Augenmaß. Auch das wird wohl eher schwierig im unteren Bereich.. bekommt man so eine Feinwaage in der Apotheke?

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Re: Sertralin und Seroquel absetzen

Beitrag von Gwen » Mittwoch, 18.04.18, 7:44

Hallo catnote,

teilen nach Augenmaß ist ganz schlecht! Das wird auf jeden Fall ungenau und stresst Deinen Körper, weil er sich dann nicht auf eine Dosis einstellen kann.

Schau Mal in den Grundlageninfos, da findest Du Infos/Threads zu Feinwaagen und auch zur Wasserlösemethode. Eine Feinwaage kannst Du im Internet bestellen, Apotheken haben sie was nicht. Für die Wasserlösemethode brauchst Du nur eibe Spritze aus der Apotheke (kosten ein paar Cent).
catnote hat geschrieben:
Dienstag, 17.04.18, 23:58
Bis jetzt habe ich immer in 40% Schritten ca. jeden Monat reduziert
Wenn Du so schnell reduziert hast, solltest Du jetzt erst Mal eine Pause einlegen und Deinem Körper Zeit zur Anpassung geben. Und dann entscheiden, mit welchem Medikament Du weiter machen willst.

Viele Grüße Gwen
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Escitalopram: aktuell 2,0mg (12.03.2018)
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