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Absetzen von Venlafaxin

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
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Bienchen
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Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Bienchen » Freitag, 12.01.18, 12:54

Hallo liebe Leute,

ich bin seit einiger Zeit eigentlich nur stille Mitleserin.
Nun möchte ich Euch aber doch ein paar Zeilen im Forum lassen und Euch allen Mut machen.

Ich bin 36 Jahre alt, habe einen Mann und ein kleines Kind.
Im Frühling 2017 hat es mich erwischt. Burnout. Resultierend aus zu wenig Schlaf, zu wenig Zeit für mich und zum größten Teil von einem schlechten Arbeitsumfeld mit zu viel Arbeit und viel zu viel Druck.

Meine Ärztin hat mich damals 2 Wochen aus dem Verkehr gezogen und mir Doxepin verschrieben, damit ich besser schlafen konnte. Was dieses Medikament tatsächlich mit mir macht wusste ich nicht. Mich hat Doxepin quasi „ausgeschaltet“. Ich habe gut uns fest geschlafen, konnte aber keinen klaren Gedanken mehr fassen. Zusätzlich konnte ich schlecht sehen und ich war ständig müde.
Nach 14 Tagen sollte ich das Medikament wieder absetzen, was ich auch tat.
Zuerst war alles okay …. Ich ging wieder zur Arbeit und schleppte mich durch den Tag.
Nach ca. einer Woche war ich ein Häufchen Elend. Den ganzen Tag musste ich weinen, mir war schwindelig, ich hatte Panikattacken, Nachtschweiß und konnte nicht mehr in den Schlaf finden. (Heute denke ich, dass das vermutlich von Absetzen von Doxepin kam)

Also bin ich wieder zum Arzt gegangen. Dieses Mal wurde ich von meiner Hausärztin an eine Psychiaterin überwiesen und konnte noch am selben Tag vorstellig werden.
Nach 10 Minuten Gespräch in dem ich meine Symptome schilderte bekam ich ein Rezept für Venlafaxin 37,5 mg ausgehändigt. Mit den Worten: „In ihrem Fall ist dieses Medikament das Mittel der Wahl. Es wirkt schnell, macht nicht abhängig und hilft Ihnen wieder klar zu denken. Ihnen wird vermutlich die ersten 14 Tage etwas schlecht von den Tabletten sein, aber sie werden sich nicht übergeben müssen. Die Tabletten gehen in den Kopf und nicht auf den Magen. Nach 14 Tagen Einnahme sind die Nebenwirkungen vorbei. “

Super, dachte ich, genau das was ich jetzt brauche um schnell wieder auf die Beine zu kommen. Noch am selben Tag schluckte ich die erste Tablette.
Am nächsten Tag merkte ich schon eine Veränderung. Ich musste (konnte) nicht mehr weinen und war wie betäubt.
Die Nebenwirkungen waren sofort da: Übelkeit, Appetitlosigkeit, Unruhe, Herzrasen…
Da mich die Psychiaterin 5 Wochen krank schrieb, versuchte ich das Beste aus den ersten 14 Tagen zu machen, was wirklich nicht leicht war. Die meiste Zeit verbrachte ich bei meinen Eltern, weil ich es in den eignen 4 Wänden nicht mehr aushielt.

Nach 14 Tagen wurden die Nebenwirkungen besser und ich schöpfte Hoffnung.
In den kommenden Tagen und Wochen versuchte ich mich zu erholen und fit für den nahenden Arbeitsalltag zu werden.

Ich konnte nach 5 Wochen wieder arbeiten gehen.
Zwar etwas wackelig auf den Beinen, aber es ging. Darüber war ich sehr froh, denn ich hatte wirklich Angst, dass ich es nie wieder schaffen würde ins Büro zu gehen. Man macht sich in so einer Situation tatsächlich Sorgen um die eigene Existenz. Was ist wenn ich berufsunfähig werde? Wie soll ich meinen Alltag je wieder meistern? Wie soll ich den Anforderungen (privat wie auch beruflich) Stand halten? Falls ich nie wieder arbeiten kann, wie zahle ich dann meine Rechnungen oder wie werde ich meinem Kind gerecht? Ich glaube diese Ängste haben mich auch dazu „getrieben“ Venlafaxin zu nehmen ohne es weiter zu hinterfragen. Wenn es einem schlecht geht, dann nimmt man alles was Linderung verspricht. Normalerweise hinterfrage ich Dinge…. Bemühe Google… oder informiere mich …. Dieses Mal habe ich das nicht getan. Sonst hätte ich gewusst, dass man eine Erschöpfung auskuriert in dem man sich Ruhe gönnt. Eine Auszeit um Kraft zu tanken.
Parallel zu den Tabletten ging ich zu einer Psychologin. Ich bin dieser Frau so dankbar, denn sie hat mir wirklich geholfen. Ich konnte mich mal so richtig ausquatschen und wir haben den ein oder anderen Knoten gelöst indem wir meine Sichtweise auf Dinge hinterfragt haben. Sie meinte schon im ersten Gespräch, dass ich keine Tabletten nehmen sollte. Geglaubt habe ich ihr nicht, weil sie mir ja augenscheinlich halfen meinen Alltag wieder meistern zu können.
Mitte September wurde mir dann klar, dass Venlafaxin mich zwar „stabil“ am Laufen hält, mich aber auch verändert.
Ich fand keine Ruhe mehr. Zu Hause habe ich es nicht mehr ausgehalten. Ständig musste ich unterwegs sein. Meine innere Unruhe wuchs mit jedem Tag. An einen Mittagsschlaf am Wochenende zur Erholung war nicht mehr zu denken. Alles in mir „rannte“ und wollte in Bewegung bleiben. Mein Blutdruck war hoch …. 150 zu 90 … normalerweise habe ich immer einen zu niedrigen Blutdruck.
Also vereinbarte ich einen Termin bei der Psychiaterin.
Ich schilderte ihr wie es mir geht, doch sie sagte nur: „37,5mg Venlafaxin ist eine Altersheimdosis. Die verschreibt man zum Einstieg in die Behandlung. Was sie schildern kann davon gar nicht kommen. Und sie sind doch jetzt so schön stabil, sie nehmen die Tabletten weiter.“

Äh … was ?
Ich dachte ich höre nicht richtig ….. zu Hause angekommen habe ich dann sofort Google bemüht. Ziemlich schnell bin ich auf dieses Forum gestoßen und war sehr froh Antworten auf meine Fragen zu finden.
Schon am nächsten Tag habe ich mit meinem Partner gesprochen und wir haben entschlossen die Tablettendosis zu reduzieren. Meine Psychologin riet mir die Dosis um ¼ zu reduzieren, und dann im Abstand von 14 Tagen immer wieder um ¼ bis ich die Tablette ganz weg lassen kann.

Und so tat ich es.
Nach dem ersten Absatzschritt wurde mein Blutdruck gleich wieder besser. Ein erster Erfolg.
Leider hatte ich bei den ersten 3 Absetzschritten jeweils 2 Wochen lang mit Absetzerscheinungen zu kämpfen. Innere Unruhe, morgendliche Heulanfälle und Gänsehaut am ganzen Körper gehörten zu meinen täglichen Begleitern.
Für mich war das ziemlich beängstigend, denn ich war mir zeitweise nicht sicher, ob ich das bin, oder der „Entzug“. Durch das Forum wusste ich, dass es ziemlich wahrscheinlich der Entzug ist, und dass es jetzt ums Durchhalten ging. Für mich war das jedes Mal wieder schwer, aber auch mein Partner und meine Eltern litten mit mir. Für Angehörige ist das Absetzen eine schwere Zeit … sie können nur bedingt nachvollziehen was in uns vorgeht und helfen ist auch nicht immer möglich.

Der schwerste Schritt ist für mich der letzte Absetzschritt.
Seit dem 05.12.2017 nehme ich kein Venlafaxin mehr. In der ersten Woche war mir sehr, sehr schwindelig. Ich konnte meinen Kopf kaum drehen ohne Schwindelgefühle zu erzeugen. Unangenehm und nervig, aber aushaltbar.
In der zweiten Woche kam dann der komplette emotionale Zusammenbruch. Zwei Tage lang habe ich nur geweint. Mein Kopf ließ mich in dunkle Abgrunde starren. Was ist, wenn meine Eltern sterben? Was ist, wenn mein Kind schwer krank wird? Was ist, wenn ich mich von meinem Partner trennen würde? Was ist wenn alles wieder von vorne anfängt, der Burnout zurück kommt, ich nicht mehr arbeiten gehen kann, wir das Haus verkaufen müssen…. Beängstigend war das und an diesen Tagen waren die Gedanken so real, als wenn all das wirklich passiert.
Aber es ging vorbei. Niemand ist gestorben, und niemand hat sich getrennt … zum Glück!
In der dritten Woche war ich sehr, sehr unruhig. Ich konnte es am Frühstückstisch nicht aushalten. Sitzen und Essen war nicht aushaltbar für mich. Genau so wenig wie Stille. Ich versuchte viel zu unternehmen und mich abzulenken. Mal gelang das besser, mal schlechter.
In Woche 4 schlich sich eine dumpfe Traurigkeit in den Vordergrund. Ich versuchte mich mit ihr anzufreunden und sie anzunehmen. Ab und zu weinte ich, empfand das Weinen aber nicht mehr als beängstigend, sondern sogar eher als erleichternd.

Nun bin ich in Woche 6, und ich kann Euch sagen es geht bergauf!
Zur Zeit bin ich noch sehr, sehr müde und abgeschlagen. Aber ich denke, dass sich mein Körper nun von den letzten, anstrengenden Wochen und Monaten erholen möchte. Ich blicke positiv in die Zukunft und glaube fest daran, dass alles gut wird.

Rückblickend glaube ich, dass Venlafaxin nicht „Mittel der Wahl“ gewesen ist.
Ich denke eine Mutter-Kind-Kur oder eine längere Auszeit wäre besser gewesen um wieder auf die Beine zu kommen. Auch die Psychotherapie hat mir sehr geholfen. Ich kann allen nur raten sich davor nicht zu scheuen. Geht hin … redet Euch allen Ballast von der Seele.

Sicher gibt es Fälle in denen Venlafaxin Leben rettet und Menschen wirklich hilft.
Mich hat es „funktionieren lassen“. Und das auch nur für einen kurzen Zeitraum. Dann wurden die Nebenwirkungen zu krass. Und auch wenn ich Venlafaxin nur 2 Monate in einer „Minidosis“ genommen habe, war das Absetzen eine echte Herausforderung.

Ich hoffe ich mache Euch Mut wenn ich sage: Das Absetzen ist hart, aber es klappt wenn wir stark bleiben!

Meinen Job in der Firma habe ich zwischenzeitlich gewechselt und ein besseres Arbeitsumfeld bekommen.
Mein Sohn schläft jetzt besser und ich bekomme ausreichend Schlaf.
Und wenn die Bude mal 3 Tage staubig bleibt, dann ist das jetzt halt so …. 

Es grüßt Euch ganz lieb
Bienchen
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Re: Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Jamie » Freitag, 12.01.18, 13:08

Hallo Bienchen, :)

danke für diesen tollen Bericht.
Ich finde dich unglaublich reflektiert und du sprichst alles an, was in der Praxis relevant ist.

Ich denke du hast zu zügig abgesetzt, immer ein Viertel weglassen sind 25%-Reduktionen und bekommen eigentlich nur Rossnaturen, aber es klingt ja bei dir so, als ob die Beschwerden stetig abnehmen würden und sich Besserung zeigt.

Drücke die Daumen, dass der Trend weiter nach oben geht :hug: , aber bitte sei nicht zu stolz um Hilfe zu bitten (zB hier nachzufragen), falls es doch hakelig wird.

Grüße und willkommen im Forum :group:
Jamie
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Re: Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Jofab » Freitag, 12.01.18, 13:22

Hallo Bienchen,

auch ich möchte dir ganz herzlich danken, dass du dir die Zeit genommen hast, deine Erfahrungen zu schildern.
Für viele von uns, die noch unter den Absetzbeschwerden leiden ist es ein Stück Hoffnung, dass es möglich ist, irgendwann
wieder ohne grössere Probleme leben zu können.

Wie gut, dass dich deine Psychiaterin darin unterstützt hat, abzusetzen.
Ich bereue auch zutiefst, dass ich mich erst zu spät um Informationen bemüht habe.

Ich wünsche dir alles, alles Gute und drücke die Daumen, dass es dir weiterhin immer besser geht.

Liebe Grüsse
Ilse
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Re: Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von LenaLena » Freitag, 19.01.18, 14:50

Hallo Bienchen,
danke für deinen sehr reflektierten, genauen Bericht.
Danke auch fürs Protokollieren der Aussagen der Ärzte. Das geschieht viel zu oft geheim hinter verschlossenen Türen, was diese Damen und Herren verzapfen (Altersheimdosis, jaja... Leute, macht euch alle eine Patientenverfügung, damit ihr nicht im Alter ungewollt auf AD gesetzt werdet!).
Gut, dass du das Forum gefunden hast, gute Info im Internet über AD ist ja leider noch sehr selten.

Wie du richtig sagst... wenn es einem schlecht geht, nimmt man alles, was Linderung verspricht, besonders in unserer Gesellschaft, in der man pausenlos funktionieren muss.
Ich recherchiere genau wie du normalerweise alles, jede Kleinigkeit, aber ich habe es bei den AD auch nicht getan, weil es mir so schlecht ging. Großer Fehler...
Bienchen hat geschrieben:
Freitag, 12.01.18, 12:54
Meine Psychologin riet mir die Dosis um ¼ zu reduzieren, und dann im Abstand von 14 Tagen immer wieder um ¼ bis ich die Tablette ganz weg lassen kann.
Das ist sehr sehr schnell und normal nicht zu empfehlen...
Ich habe, bevor ich das Forum gefunden habe, innerhalb von 5-6 Monaten reduziert, mit unzähligen Schritten. Und doch war selbst das zu schnell und hat mich in ein noch immer anhaltendes Entzugssyndrom katapultiert... Leider waren die ersten Wochen nicht die schlimmsten, erst danach kriegte mich der Entzug so richtig dran... ich habe allerdings eine ganz andere Vorgeschichte als du und eine Langzeiteinnahme gehabt.

Daher hoffe und glaube ich, dass es bei dir bergauf geht und du es bald komplett hinter dir hast!
Ich freue mich sehr, dass du anscheinend in der Therapie gelernt hast, dein Leben relaxter anzugehen, das ist die beste Voraussetzung für Gesundheit und Glück :)

Liebe Grüße
Lena
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Protrahierter Entzug nach zu raschem Reduzieren
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Mir hilft: Omega 3, Magnesium, histaminarme Ernährung
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Bienchen
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Re: Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Bienchen » Mittwoch, 14.02.18, 9:09

Hallo ihr Lieben,

ich danke Euch für Eure netten Worte.
In den letzten Wochen gab es Hochs und Tiefs. Als ich den Text verfasst habe dachte ich wirklich, dass das Absetzen und die damit verbundenen
Absetzerscheinungen geschafft sind.
Leider lag ich da falsch.
Ich bin jetzt in Woche 11 nach Venlafaxin 0.
Die Absetzsymthome sind besser geworden und ich habe sogar schon ein paar Tage gehabt an denen ich mich wieder "normal" gefühlt habe.
Es gibt aber auch Tage, da holt mich alles wieder ein.
Unruhe, Niedergeschlagenheit ..... was ich aber am schlimmsten finde sind negative Gedanken.
Es fühlt sich an als wenn jemand in meinem Kopf eine Kiste öffnet und alle Urängste frei lässt.
Ich habe dann Angst, dass meine Familie stirbt oder wir schwer krank werden.
Gestern Abend überkam mich eine große Unruhe. Ich hatte ein Video von Linking Park gesehen und auf einmal konnte ich so gut nachvollziehen, dass sich jemand das Leben nimmt. (Der Sänger der Band hat sich im Herbst nach jahrelangen Depressionen und Drogenkonsum erhängt) Das hat mir große Angst gemacht. Das alles begleitet von großer Hitze in meinem Kopf.
Heute früh ist es schon wieder besser. Ich bin nur total müde und erschöpft.
Ich hoffe, dass sich bald alles wieder normalisiert, diese schlimmen "Wellen" vorbei sind und nicht mehr wieder kommen. :o(
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Re: Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 14.02.18, 9:21

Hallo Bienchen,

ich selbst hatte vom Absetzen zuletzt kein massives Entzugssyndrom, kenne das aber, dass man eine Übergangszeit hat, die nicht nach wenigen Wochen vorbei ist. Da würde ich eher von Monaten ausgehen, in denen es schwankt. Dazu kommt, dass Ausgangsproblematiken oder persönliche „Empfindsamkeiten“ nicht einfach weg sind, sondern dass man da auch seine Wege finden muss, zurechtzukommen.

Dass du gute Tage hast, ist wertvoll und zeigt eine gute Entwicklung. Mit den Wellen 🌊 umgehen zu lernen, ist eine Herausforderungen, aber du wirst sie meistern. Schau, was dier gut tut, wie du sie überstehen kannst, sei achtsam mit dir.

Viele Grüße, Murmeline
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Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

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Re: Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Sommersprosse » Mittwoch, 14.02.18, 17:28

Hallo Bienchen, ich begrüße dich und heiße dich recht Bild im ADFD

Auch ich möchte dir für deinen ausführlichen Erfahrungsbericht danken. Er ist sehr wertvoll.

Die Worte deiner Ärztin, dass das Trevilor das Mittel der Wahl sein soll, hat man mir ebenfalls so präsentiert.
Ich denke das könnte mittlerweile ein Standardsatz zu jedem x belibiegen Psychopharmon sein,
das Zeug muss ja unter die Patienten gebracht werden !!

Auch ich informiere mich - hatte immer den Fachärzten vertraut. Bin nie auf die Idee gekommen in eine ANDERE Richtung zu schauen.
Mir wurde ja ständig vermittelt, ich müsste mein Medikament wohl zeitlebens nehmen ( es waren mit Unterbrechungen 35 Jahre div. Psychopharmaka).

Nun...ich bin eines besseren belehrt worden - DANK diesen tollen Forums.

Bienchen, du hast jetzt schon so viel geschafft - den Rest schaffst du ebenfalls.
Geduld ist leider nicht der Menschheit Stärke, sie aufzubringen kostet viel Kraft, Energie und Mut.

So wünsche ich dir, das dich der Mut nicht verläßt und für die kommende Zeit viel, viel Kraft.

Viele liebe Grüße Sommersprosse (n) Bild
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Ululu 69Bittchen
Ich habe z.Zt. ein kleines, techn. Problem - kann bei einigen Threads keine DANKSAGUNG vergeben, u. bitte um Verständnis

Mein Reduzierungsverlauf:
► Text zeigen
Bild .......... Der Weg ist das Ziel
.........................Zitat von Konfuzius

Bienchen
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Re: Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Bienchen » Montag, 26.02.18, 9:05

Hallo zusammen,

ich melde mich heute weil es mir wirklich schlecht geht.
Seit 14 Tagen kämpfe ich gegen Zwangsgedanken. Es ist der Horror, weil sie mit dem Tod zu tun haben.
Erst dachte ich, dass alle meine Lieben sterben würden und jetzt denke ich, dass ich sterbe.
Das ist doch Wahnsinn ?!
Meine Psychologin sagt : Gedanken sind Gedanken sind Gedanken ..... Damit hat sie wohl Recht. Aber diese Gedanken sind so real dass sie mir Angst machen. Ich überlege tatsächlich wieder ein paar Kügelchen Venlafaxin zu nehmen. Seit dem 05.12.2017 bin ich auf 0. Geht das jetzt noch ?
Was kann ich bloß tun ?

Traurige Grüße
Bienchen

Bittchen
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Re: Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Bittchen » Montag, 26.02.18, 13:24

Liebe Bienchen,

es tut mir so leid ,dass es dir so schlecht geht.
Glaube mir,es geht wieder vorbei.
Auch ich kämpfe nach 10 Monaten nach 0 immer noch mit schlechten Gefühlen und Einschränkungen.
Zum Team gehöre ich nicht und will dir nur Mut zusprechen,raten wie die weiter verfahren könntest,kann ich leider nicht.
Aber ich habe auch schon gute Tage dabei und die wünsche ich dir auch wieder von ganzem Herzen.

Liebe Grüße Bittchen
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padmaUlulu 69
Vorgeschichte:
Als junge Frau hatte ich schon zwei Suizidversuche,18 u.24.Jahre,1968 verbunden mit schmerzhaften Trennungen.

1986 nach der Geburt von der dritten Tochter das erste Mal Diagnose durch Frauenarzt ,Depression.


Medikationsverlauf:


Seit Feb.1992 trockene Alkoholikerin.Halbes Jahr später depressive Phase. Hausarzt spritzt alle 4 Wochen Imap.


1994 erneut starke depressive Symptome,jüngste Tochter hatte bald Kommunion,ich wollte funktionieren.
Hausarzt verschreibt das 1.Mal Aurorix(Mao-Hemmer),hat schnell gewirkt.
Ich hatte eine kurze Hypomanie. In den langen Jahren immer Mal wieder,jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr.
Eingenommen bis 2004,dann keine Wirkung mehr.

2004,das erste Mal Akut-Psychiatrie, umgestellt worden auf Trevilor(Venla),immer wenn Wirkung nach ließ, erhöht worden,bis 300 mg.


Dann Inkontinenz und weitere Nebenwirkungen,zu schnell ausgeschlichen.
Umgestellt auf Escitalopram,zwischendurch Citralopram,
Nach ein paar Jahren wieder abgesetzt,immer zu schnell,i

2009 erneut schwere Episode,Hausarzt verschreibt wieder Aurorix,wirkt nicht mehr.
Auch 2009,endlich Psychotherapie,
Psychiater verschreibt Sertralin 25 mg, sehr starke Nebenwirkungen,Zittern,Unruhe,Angst,Selbstmordgedanken,so dass ich erneut,während der Psychotherapie, in die Akut- Psychiatrie muss.
Entlassung mit 50 mg Sertralin. als Nebenwirkung ,starken Durchfall.


Dann ohne Ausschleichen ,Umstellung auf Citalopram 40 mg. dann umgestellt auf 20 mg Es-Citalopram,

Absetzversuche scheitern immer wieder,da erneutes Auftreten der Krankheit diagnostiziert wird.

Absetzverlauf:
Anfang 2017 : Vom neuen Hausarzt ließ ich mir dann Tropfen verschreiben und reduzierte jede Woche einen Tropfen.
Seit Mai 2017 ohne Ad.

3.12.2017 Versuch der Wiedereindosierung von 0,5 mg Escitalopram - starker Durchfall, wieder weggelassen


Seit Ewigkeiten 125 mg L-Thyroxin gegen Unterfunktion der SD.

aktuelle Symptome
Jetzt bin ich in eine, angeblich leichte, Überfunktion geraten.
Symptome sind starke Schlafstörungen,Gereiztheit,Wut ,innere Unruhe und Beben,Kribbeln in Füßen und Waden,schwitzen,sehr trockener Mund,immer Durst.
Plaque in Halsschlagader ,vorgestern beim Endokrinologen fest gestellt,auch Polyneuropathie ,wird in beiden Beinen vermutet.

Erst einmal will ich versuchen ohne erneutes PP auszukommen.
Kein PP hat mich stabilisiert ,eigentlich hatte ich immer nur Nebenwirkungen,wie Inkontinenz und Schleimhautbluten erneut auftraten,beschloss ich auszuschleichen.
Auch Sehstörungen,Magengeschwüre,mit Teerstuhl hatte ich in den letzten drei Jahren .

padma
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Re: Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von padma » Montag, 26.02.18, 13:57

liebe Bienchen, :)

das tut mir leid zu hören.
Ich verschiebe deinen thread später nach "Hier bist du richtig", da du nun doch mehr an Austausch brauchst.
Ich überlege tatsächlich wieder ein paar Kügelchen Venlafaxin zu nehmen. Seit dem 05.12.2017 bin ich auf 0. Geht das jetzt noch ?
Zwangsgedanken sind mögliche Entzugssymptome und sie sind sehr belastend. Auch wenn du jetzt seit knapp 3 Monaten auf 0 bist, kann eine Wiedereindosierung noch helfen. Wichtig ist, es mit einer sehr kleinen Menge zu versuchen. Ich würde zunächst nicht mehr als 2 - 3 Kügelchen nehmen, um zu schauen, ob du es noch verträgst.

Infos zur Wiedereindosierung:
viewtopic.php?f=18&t=13205
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 15#p106315
Hier ist ein thread zu Zwangsgedanken viewtopic.php?f=50&t=10801

liebe Grüsse,
padma
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LinLinaUlulu 69
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
6.05.2018: 0,275 mg :schnecke:


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Antworten