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Offizielle Beschwerde wegen Falschinfos über Entzug

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
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Offizielle Beschwerde wegen Falschinfos über Entzug

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 03.05.18, 9:32

Mole hatte hierzu etwas übersetzt, ich stelle das jetzt als eigenen Thread zur Verfügung.
Murmeline hat mir diese Info gegeben. Es geht um den vor ein paar Wochen veröffentlichten Artikel in The Times/ England, auch in anderen Zeitungen. Der Artikel verharmloste die Einnahme von ADS. Ich habe selbst den Artikel vor ein paar Wochen in the UK Sunday Times gelesen. Von den Lesern gab es viele Kommentare, und ich habe auch heftig mitdiskutiert und kontra gegeben. Jetzt gibt eine offizielle Beschwerde gegen the UK Royal College of Psychiatrists.


Original: Formal Complaint to the UK Royal College of Psychiatrists, MAD in America, 9. März 2018
Quelle: https://www.madinamerica.com/2018/03/fo ... atrists-2/

Formelle Beschwerde gegen The UK Royal College of Psychiatrists (RCP)

Es gibt eine Nachricht über die förmliche Beschwerde an das Royal College of Psychiatrists. Es wurde von Patienten, Akademikern und Psychologen unterschrieben und eingereicht.
Die Klage lautet: die Präsidenten des Royal Colleges, Professorin Wendy Burn, und der Vorsitzender der Psychopharmacology Committee, Professor David Baldwin, irregeführte die Bürger über die Sicherheit/Harmlosigkeit von Antidepressiva.
Burn and Baldwin schrieben am 24.02.18 an The Times (eine englische Zeitung),dass sich für die Mehrheit der Patienten jegliche unangenehmen Symptome durch die Beendigung der Antidepressiva innerhalb von zwei Wochen nach Beendigungsdatum erledigen.
Diese offizielle Beschwerde mit 30 Unterschriften stellte die Aussage des Royal Colleges in Frage. Zehn Patienten, die Entzugssymptome zwischen 11 Monaten und 10 Jahren erlebten, und 10 Psychologe haben unterschrieben. Der Vorwurf lautete: Die Irreführung hat schlimme Konsequenzen. Durch die inkorrekte Aussage seitens des Royal Colleges könnte man meinen, dass es einfach sei, ADs abzusetzen. Vielleicht wird man die ADs zu schnell absetzen, oder man setzt das Medikament ab – ohne professionelle Hilfe und Unterstützung Angehörige. Ferner können solche Berichte den Ruf des RCPs und die gesamte Berufsgruppe der Psychiatrie schädigen.
Die Beschwerde bezieht sich auf Ergebnisse mehrerer Forschungsarbeiten/Untersuchungen, die die Entzugszeiten von mehr als 2 Wochen dokumentieren. Eine Untersuchung hat sogar die RCP selbst durchgeführt. Über 800 Personen wurden gefragt, die ADS abgesetzt haben. 63% hatten Entzugssymptome, die generell bis 6 Wochen dauerten. Ein Viertel der Gefragten litten an Angstzuständen für mehr als 12 Wochen.
Diese durchgeführte Untersuchung widerspricht gewiss dem Inhalt des Artikels von Burn und Baldwin. Sie wurde von der offiziellen Website der RCP innerhalb von 48 Stunden nach der Veröffentlichung des irreführenden Artikels von Burn und Baldwin in der Zeitung „The Times“ „entfernt“.
Dr. Sami Timimi, Professor der Psychiatrie und Mitglied des Kollegiums Evidenzbasierte Pychiatrie kommentierte: Es ist beschämend, dass ein amtliches Organ, das der Psychiatrie dient, solche gefährliche und irreführende Aussagen verbreitet, ohne die Vorlage glaubwürdiger Beweise und/oder Untersuchungsergebnisse.
Professor John Read of the University of East London sagte: Es sind unethische Praktiken, die Schwierigkeiten zu minimalisieren, die ein AD-Entzug mit sich bringt. Ferner darf sich nicht das RCP im Bereich der öffentlichen Gesundheit über die Sicherheit von Arzneimitteln auf die Forschungsergebnisse der Pharma-Industrie verlassen. Wir wissen, dass solche Ergebnisse nicht unparteiisch sind. Um das Vertrauen der Öffentlichkeit wiederherzustellen, dürfte der Vorsitzender des Psychopharmacology Committees keine Fördermittel von der Pharma-Industrie erhalten.
James Moore, ein Mitunterzeichner, fügte hinzu: "Ich leide fast ein Jahr an AD-Entzugssymptomen. Niemand warnte mich vor diesen Schwierigkeiten. Es war erschütternd zu erfahren, dass für diese Problematik keine Unterstützung für Menschen vorhanden ist, die ihre Medikamente ordnungsgemäß genommen haben. Anhand der viel erhaltenen Korrespondenz muss ich leider feststellen, dass ich in diesem Kampf nicht alleine bin."
Das Originalschreiben an das RCP kann man auf der Website des „Council for Evidence-Based Psychiatry zusammen mit der Pressemitteilung lesen. Professor Read wurde vor Kurzem von „Mad in America“ interviewt. Er spricht auf der Website über die Ereignisse/Vorfälle bis zu der Einreichung der förmlichen Beschwerde.
ENDE

Interessant - in England - genauso wie hier - gibt es keinelei Hilfe/Unterstützung für uns.

Mole
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Re: Offizielle Beschwerde wegen Falschinfos über Entzug

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 03.05.18, 9:34

Die Beschwerde wurde abgelehnt. Hier die aktuelle Reaktion der Beteiligten.

https://www.madinamerica.com/2018/05/ro ... complaint/
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