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DER MYTHOS DES CHEMISCHEN UNGLEICHGEWICHTES
Obwohl die SSRI-Hersteller zugeben, dass sie nicht wissen, wie ihre jeweiligen Medikamente wirken, behaupten sie, dass sie dazu beitragen, ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn auszugleichen. Die Annahme für jedes dieser Medikamente ist, dass deprimierte Menschen (das soll für alle deprimierten Menschen gelten) im Gehirn eine reduzierte Anzahl von Neurotransmittern namens Serotonin haben. Wie ein bekannter Psychiater es ausgedrückt hat: [SSRIs] korrigieren kein biochemisches Ungleichgewicht, diese Medikamente schaffen starke Ungleichgewichte im Gehirn. ...Der Gedanke, dass menschliches Leiden, psychologisches Leiden, biochemisch sei, ist einfach eine Werbeaussage, vielleicht die erfolgreichste der Weltgeschichte. Sie wurde von den Medikamentenherstellern geschaffen. Wir haben nicht einmal eine Technologie, eine wissenschaftliche Technologie, um zu messen, was innerhalb des Gehirns passiert ... es handelt sich buchstäblich um eine Lügengeschichte.
Wenn Sie das nächste Mal einen Werbespot für Zoloft, Prozac, oder Paxil sehen, passen Sie gut auf. Wenn der Pharmahersteller erklärt, dass eine Depression eine ernsthafte medizininische Erkrankung ist, die durch ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn verursacht wird, werden Sie feststellen, dass diese Aussage durch das Wort „könnte" o.ä. eingeleitet wird. Sie müssen diese Aussage durch ein „könnte" einleiten, weil diese Theorie nicht wissenschaftlich fundiert ist. Diese unbewiesene Theorie wurde von der pharmazeutischen Industrie propagiert, um psychotropische (bewusstseinsverändernde) Medikamente zu verkaufen.
Im Mai 2003 erklärte GlaxoSmithKline (GSK), der Hersteller von Paxil, eines Antidepressivums der selben Klasse wie Zoloft, in Irland (The Irish Times, Saturday May 10, 2003), dass sie die Aussage, dass dieses Medikament wirkt, indem es den Serotoninspiegel normalisiert, in der Broschüre von Paxil (heißt in Irland und Groß-Brittannien Seroxat) zurückziehen. GSK wurde gezwungen zuzugeben, dass die Verbindung zwischen Depressionen und Serotoninspiegel unbewiesen ist, und dass seine Behauptungen „nicht im Einklang mit der wissenschaftlichen Literatur" stehen.
Sollte Ihr Arzt Ihnen also sagen, diese Medikamente würden ein Ungleichgewicht in Ihrer Gehirnchemie ausgleichen, nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass Ihr Arzt diese Aussage sehr wahrscheinlich von einem Vertreter des Medikamentenunternehmers als Teil seiner Marketingaktivitäten hat. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für so eine Aussage. Dass sie deprimiert sind, bedeutet nicht, das mit Ihrer Gehirnchemie etwas nicht stimmt.
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