Paroxetin

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Steckbrief: Paroxetin (SEROXAT®, TAGONIS®, u.a.)

Paroxetin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der SSRI, der in der Psychiatrie als Antidepressivum sowie bei Angst- und Zwangserkrankungen eingesetzt wird.

Eigenschaften

Paroxetin hemmt - wie viele ältere und neuere Antidepressiva - die Wiederaufnahme (das Re-Uptake) von Serotonin aus dem synaptischen Spalt, wodurch mehr von dieser Transmittersubstanz zur synaptischen Übertragung (bzw. eine höhere Konzentration über längere Zeit) zur Verfügung steht. Dadurch soll nach der inzwischen überholten Serotonin-Hypothese die angeblich "gestörte" Kommunikation zwischen Nervenzellen im Gehirn gebessert und die Depression gelindert werden.

Trotz der Klassifizierung als Selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) hemmt Paroxetin auch die Wiederaufnahme von Noradrenalin in die Nervenendigungen - wenn auch in etwas geringerem Maße (1).

Besonderheiten

Paroxetin führt bei vielen Patienten (je nach Quelle zwischen 10 und 60% der Anwender) zu einem spezifischen Entzugssyndrom - auch als Absetzsyndrom bezeichnet -, wenn die Einnahme abrupt beendet oder unterbrochen wird. Entzugserscheinungen können auch bei Dosisverringerung, z.B. während des langsamen Absetzens, auftreten. Als Ursache für diese sehr häufig beobachteten Absetzprobleme wird meist die im Vergleich zu anderen SSRI kurze Halbwertszeit benannt, d.h. die Substanz wird so schnell aus dem Körper ausgeschieden, dass innerhalb von Stunden die nächste Dosis eingenommen werden muss, um den Entzug zu vermeiden (2).

Daher gilt für alle Ärzte, die Paroxetin verschreiben, eine offizielle Warnung vor dem plötzlichen Absetzen solcher Medikamente. Ausnahmen sind nur zulässig, wenn die weitere Einnahme den Patienten inakzeptabel gefährden würde. Die Behandlung sollte über nicht weniger als 2 Wochen (besser: 4 Wochen) ausschleichend beendet werden (3, 4). In manchen Fällen sind bis zum völligen Absetzen wesentlich längere Zeiträume nötig. (4)

Besondere Risiken

Anwendungsverbot bei Kindern und Jugendlichen

Steigerung der Suizidgefahr

Missbildungen nach Einnahme in der Schwangerschaft

Referenzen

  • (1) Mutschler: Arzneimittelwirkungen. 8. Aufl., Stuttgart, 2001.
  • (2) PubMed (link)
  • (3) BfArM: Paroxetin (link)
  • (4) NICE-Guideline 23 (link)

(wird ausgebaut)

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