Reboxetin
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Steckbrief: Reboxetin (EDRONAX®, SOLVEX®)
Reboxetin ist ein Wirkstoff, der als Selektiver Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (engl. Noradrenaline Reuptake Inhibitor, NARI) bezeichnet und in der Psychiatrie als Antidepressivum eingesetzt wird.
Eigenschaften
Reboxetin hemmt - wie viele andere Antidepressiva auch - die Wiederaufnahme (das Re-Uptake) von Noradrenalin aus dem synaptischen Spalt, wodurch mehr von dieser Transmittersubstanz zur synaptischen Übertragung (bzw. eine höhere Konzentration über längere Zeit) zur Verfügung steht. Auf andere Transmittersysteme, wie die von Serotonin, Dopamin usw., soll Reboxetin keine Wirkung haben.
Besonderheiten
Reboxetin ist eines der am schlechtesten geprüften Antidepressiva, die ein Psychiater verschreiben kann. Es liegen nur äußerst wenige positive Studienresultate vor, während die negativ ausgefallenen Studien deutlich in der Mehrzahl sind (1).
Auch im direkten Vergleich mit anderen Antidepressiva schneidet Reboxetin beeindruckend schlecht ab: In der mit Abstand größten, wenn auch methodisch nicht restlos überzeugenden Meta-Analyse klinischer Vergleichsstudien war der Wirkstoff signifikant schlechter wirksam als sämtliche anderen neuen Antidepressiva, also Bupropion, Citalopram, Duloxetin, Escitalopram, Fluoxetin, Fluvoxamin, Milnacipran, Mirtazapin, Paroxetin, Sertralin und Venlafaxin. Auch hinsichtlich der Verträglichkeit fand sich Reboxetin abgeschlagen auf dem letzten Platz.(q)
Reboxetin wirkt auch bei Nicht-Depressiven mild stimulierend, so dass es sich vermutlich um ein schwaches Psychostimulans ohne besondere antidepressive Wirkung handelt (2). Dafür spricht auch die nahe strukturchemische/pharmakologische Verwandtschaft mit den Amfetaminen (3).
Spezielle Risiken
Etablierung auf dem Arzneimittelmarkt
Wegen der schlechten Nutzenbelege und befürchteter Risiken ist Reboxetin in vielen Ländern nicht zugelassen worden, darunter in den USA (4). Im deutschen Sprachraum führen EDRONAX/SOLVEX ein Nischendasein als - zu Recht - selten verschriebene Medikamente (5).
Handelspräparate, Dosierung
EDRONAX, SOLVEX (...)
Referenzen
- (1)
- (q) Cipriani A et al. Lancet 2009; doi:10.1016/S0140-6736(08)61345-8
- (2)
- (3)
- (4)
- (5)
(wird ausgebaut)