Trizyklika sollten SSRI vorgezogen werden

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Warum werden heute eigentlich hauptsächlich SSRI verschrieben? Sind sie wirklich soviel besser als die bewährten Trizyklika? Nein, sind sie nicht - sie sind nur neuer und werden aggressiv vermarktet. Der Arzneiverordnungsreport 2001 der Kassenärztlichen Vereinigung Nordhrein sieht z.B. keinen triftigen Grund, die neueren SSRI den Trizyklika vorzuziehen. Weil Trizyklika in den allermeisten Fällen genauso effektiv sind wie SSRI und sehr viel billiger sind, sollten laut KVN SSRI nur verschrieben werden, wenn es eindeutige Gründe gegen eine Verschreibung von Trizyklika gibt.

[Zitat] Kassenärztliche Vereinigung Nordhrein

Zu den selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) gehören unter anderem Paroxetin, Sertralin, Venlafaxin, Citalopram. Nach Worten des Arzneimittelkursbuches lassen sich untereinander keine Unterschiede in der Behandlung von Depressionen festmachen, obwohl sich die verfügbaren SSRI chemisch zum Teil erheblich voneinander unterscheiden. Nach großen Metaanalysen wirkten sie nicht besser, sondern eher schwächer antidepressiv als trizyklische Antidepressiva.

SSRI seien nicht besser verträglich als Trizyklika, hätten aber ein anderes Spektrum von Störwirkungen: Die geringeren anticholinergen Effekte würden mit anderen unangenehmen Effekten wie Agitation, Erregungszustand, Aggressivität, Psychosen, Ängstlichkeit und Schlafstörungen erkauft. Insgesamt sei unter SSRI nicht seltener mit Störwirkungen zu rechnen als unter Trizyklika. Zusätzlich komme es bei SSRI häufig zu schweren Immunerkrankungen mit Myalgien, eosinophiler Pneumonitis, Vaskulitis, Serumkrankheit. Das Arzneitelegramm berichtet über den Verdacht auf Abhängigkeit mit Langzeitwirksamkeit und Entzugssymptomatik bei Antidepressiva besonders vom Typ der SSRI. Mehr als 1000 entsprechende Meldungen seien beim britischen Committee on Safety of Medicines eingegangen.

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