Warnungen
Aus ADFD.wissen
Hier sind die Meldungen zu erheblichen/früher unbekannten Schadwirkungen von SSRI & Co. ab Jahreswechsel 2005/2006 im Überblick zusammengestellt. Weiteres unter Offizielle Warnungen und Informationen.
Die aktuellsten Infos stehen zuoberst. Die Warnungen folgen inzwischen rasch aufeinander - das Thema ist mittlerweile in der Fachwelt akzeptiert. Es werden wohl noch etliche Ergänzungen hinzukommen.
Dezember 2006: SSRI verschlechtern die Stoffwechsellage.
Langzeiteinnahme macht Übergewicht, Cholesterinanstieg, Diabetes;
Paroxetin offenbar besonders problematisch.
J Clin Psychiatry 2006;67(12):1974-82.
Dezember 2006: Alle Antidepressiva erhöhen die Suizidalität.
Abnahme vollendeter Selbstmorde durch "ungeeignete" Suizidmethoden begründet:
Arch Gen Psychiatry 2006;63:1358-1367.
Siehe ADFD-Beitrag.
Oktober 2006: FDA-Warnung vor Venlafaxin (TREVILOR, EFFEXOR)-Überdosierung.
Gleiche Symptome wie bei Amfetamin-Überdosis.
Oktober 2006: Nochmals: Missbildungen nach SSRI.
Alle SSRI in der Schwangerschaft machen Fehlbildungen - nicht nur Paroxetin (s.u.)!
August 2006: Schwangerschaft - Alle SSRI schädigen das Kind.
Depression+SSRI ist fürs Kind klar schlimmer als Depression ohne SSRI;
- sogar wenn die Schwere der Depression berücksichtigt wird:
Arch Gen Psychiatry 2006(63):898.
Juli 2006: 2 FDA-Warnungen
- vor SSRI/SNRI + Migränemitteln
Erhöhtes Risiko eines lebensbedrohlichen Serotonin-Syndroms.
- vor SSRI in der Schwangerschaft
Unter Einschluss der JAMA-Skandalstudie (s. ADFD) ohne sinnvolle Empfehlung.
Mai/Juni 2006: Paroxetin erhöht Suizidrisiko bei Erwachsenen
Vermutlich sind alle SSRI und SNRI ähnlich riskant.
FDA-Warnung (PDF);
Weitere Infos im ADFD-Beitrag.
April 2006: SSRI in der Schwangerschaft:
Erhöhtes Risiko von Früh-/Totgeburten, niedriges Geburtsgewicht, Krampfanfälle
American Journal of Obstetrics and Gynecology 2006; 194: 961-966.
siehe auch:
Erhöhte Missbildungsraten durch Paroxetin - FDA-Warnung, Dezember 2005
Februar 2006: SSRI in der Schwangerschaft:
Tödliche Lungenschädigungen bei Neugeborenen (dazu ADFD)
New England Journal of Medicine 2006; 354:579-587.
Februar 2006: SSRI in der Schwangerschaft:
Entzugssyndrom bei Neugeborenen (Quantifizierbarkeit, Vorkommen)
Archives of Pediatrics and Adolescent Medicine 2006; 160:173-176.
vgl. dazu:
Paroxetine Toxicity in a Newborn After In Utero Exposure
Fallbericht/Diskussion d. Unterschieds SSRI-Entzug <> Vergiftungssymptome
Therapeutic Drug Monitoring 2006; 28:5&ndash7.
2007
Auch 2007 beginnt mit einer SSRI-Katastrophenmeldung:
Januar 2007: Anstieg von Antidepressiva-Vergiftungen.
Pharmacoepidemiol Drug Saf. 2007 Jan 3; (Epub ahead of print, PubMed)
In den Jahren 1983-2003 hat sich die Zahl der Vergiftungen mit Antidepressiva in den USA mehr als verfünffacht, was klar mit der gestiegenen Zahl von SSRI-Verordnungen zusammenhängt. Die Rate der Todesfälle durch die Vergiftungen ging relativ zur Vergiftungszahl um 56% zurück - die absolute Zahl ist stark gestiegen.
- Denn eine Verfünffachung der Vergiftungen würde eine Fünftelung der Todesrate erfordern, damit die Zahl insgesamt stabil bleibt. Die Todesrate hat sich aber nur gut halbiert. Dass diese Tatsache im verlinkten Abstract nur indirekt erwähnt wird, ist beschämend.
Ungefähr dasselbe Resultat ergibt sich auch, wenn man die auf TZA und SSRI bezogenen Überlegungen zurückrechnet - die Zahl der SSRI-Überdosen lag 2003 bei knapp 56.000. Bei einer Mortalität von 0,19% sind in den USA 2003 106 Menschen an SSRI-Vergiftung gestorben, dazu kommen noch die TZA (93 Tote) und andere Antidepressiva (75, gesamt: 274)*.
Damit wird die von Tiihonen et al. im Dezember aufgestellte Vermutung zu den Suizidversuchen unter neueren Antidepressiva indirekt bestätigt - oder sogar in den Schatten gestellt (vgl. dort).
-PhilRS.
- Update 16.1.07: Volltext der Studie liegt vor. Details jetzt in diesem Artikel.