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Liebe Mitglieder des ADFD-Forums, liebe Interessierte,

Update: Die Wiedereröffnung für neue Teilnehmer verzögert sich noch ein wenig. Geplanter Termin ist der 1.8. Das neue Konzept steht aber mittlerweile und wir arbeiten im Hintergrund an der Umsetzung.

Erste Veränderungen in Form zweier neuen Rubriken sind nun eingestellt, Erläuterungen siehe den Artikel über die geplanten Änderungen.


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Es tut uns leid für diejenigen, die sich nun gerne anmelden möchten und nicht können, aber aufgrund einer völligen Überlastungssituation sind wir nicht mehr in der Lage noch mehr Mitglieder zu betreuen. Wir müssen uns in den kommenden Wochen auch überlegen, wie das Forum künftig organisiert werden kann, so dass es fortbestehen kann. Das Forum wurde in den letzten Wochen geradezu mit Neuanmeldungen geflutet und es ist uns nicht mehr möglich, diese Massen an Anfragen auf Basis unseres ehrenamtlichen Engagements zu bewältigen.

Trotzdem wollen wir keinen von Euch hängen lassen.
Zum einen steht in diesem Forum wirklich alles Relevante, was Ihr wissen müsst, wenn Ihr Eure Psychopharmaka verantwortungsvoll, schonend und nachhaltig absetzen wollt und zum anderen haben wir auch extra noch mal die allerwichtigsten Artikel und Tipps für Euch zusammengestellt.
Nehmt Euren Wunsch, Eure Medikamente auszuschleichen aktiv in die Hand, lest die Infoartikel, wühlt Euch durch die Threads der anderen Betroffenen und erlebt, dass alle im gleichen Boot sitzen, benutzt gerne auch die Suchfunktion... Ihr werdet sehen, so gut wie keine Frage wird unbeantwortet bleiben.

=> Hier sind nochmal häufige Fragen von Neuankömmlingen für Euch beantwortet. <=

Für unsere Bestandsmitglieder und natürlich auch für diejenigen, die an den tiefer gehenden Gründen interessiert sind, weswegen wir den Anmeldestopp verhängt haben, haben wir eine genauere Erklärung verfasst.

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Kann ich zur Einnahme von AD gezwungen werden?

Allgemeine Diskussion über psychische Störungen, ihre Behandlung und alles Verwandte.
Snosa
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Kann ich zur Einnahme von AD gezwungen werden?

Beitrag von Snosa » Freitag, 23.03.18, 18:09

Hallo
Mich treibt folgende Frage seit längerer Zeit um:

Kann ich zur Einnahme von AD gezwungen werden?

Vor einigen Wochen hatte ich nämlich einen Termin beim MDK! (Der Termin wurde von der Krankenkasse angeordnet.)
Die Gutachterin kritisierte im höchsten Maße meine vehemente Verweigerung von AD. Meine Begründung (bsp. Unwirksamkeit des AD Venlafaxin + Nebenwirkungen nach 2 Jahren Einnahme) diesbezüglich interessierte sie nicht!
Ihre Antwort: "Es gibt Leitlinien in denen steht, dass bei chronischer Depression auch eine medikamentöse Therapie (also AD) angezeigt ist. Ihre Verweigerung dieser Therapie trägt NICHT zur Gesundung bei! Das kann u.a. auch die Einstellung der Krankengeldzahlung der Krankenkasse zur Folge haben. Wenn sie das eine AD nicht vertragen haben und es nicht gewirkt hat, kann auf andere ADs umgestellt werden. Es gibt viele andere ADs - irgendeins wird schon wirken!!! Da müssen sie halt ausprobieren!!!! Aber die medikamentöse Therapie zu verweigern - geht nicht!!!"
:frust: :frust: :frust:

Ich hab nun echt Angst, dass ich generell von Ärzten genötigt/gezwungen werden kann, doch wieder AD zu nehmen. :evil: :cry:

Als Diagnose steht immer noch chronische Depression... Obwohl ich meine, dass meine ganzen Beschwerden vom Absetzen meines ADs 11/2016 herrühren.

Mein Hausarzt ist langsam ungeduldig und meinte letztens: "Nun muss es doch aber langsam besser werden! Vielleicht ist doch die Einnahme von AD angebracht. ..."
Bin seit 06/2017 durchweg bis heute AU und wurde immer von Monat zu Monat krankgeschrieben. Habe Monat f. Monat auf Besserung gehofft...und habe mich auch andererseits sehr unter Druck gesetzt gefühlt (von Hausarzt, Arbeitgeber u. Krankenkasse).
Seitdem ich auf dieses Forum gestoßen bin und mich intensiver mit der ganzen Thematik AD/Absetzen/Entzug belesen habe, verstehe ich meinen Zustand/Beschwerden endlich und fange an, ganz anders mit mir und meinen Beschwerden/Entzug umzugehen. ...keiner wird mir sagen können, WANN ich all meine Beschwerden los sein werde, WANN ich den Entzug überstanden habe. Darauf stelle ich mich gerade ein und fange an es zu akzeptieren.
Aber werden die Ärzte, Krankenkasse, Ämter auch akzeptieren???
...oder mich lieber wieder mit AD vollstopfen wollen... :cry:
LG Snosa
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Bin 43, 3 Kinder (19, 9 u. 4)
2003 erstmals mittelschwere Depression diagnostiziert
Tagesklinikaufenthalt
2004 - 2006 Psychotherapie (Verhaltenstherapie)
2003 - 2008 Antidepressiva TREVILOR (v. Psychologen/Psychiater d. Tagesklinik bekommen - Dosis weiß ich nicht mehr) mit Unterbrechungen (1 Absetzversuch kalt in Eigenregie u. Absetzen wegen Schwangerschaft)
2010 Venlafaxin v. Hausärztin weil depressiv u. erneute Psychotherapie (Verhaltenstherapie)
2013 Venlafaxin abgesetzt wegen Schwangerschaft
2014 nach Geburt Medikament Betablocker wegen zu hohen Blutdruck ... wurde wieder depressiv (oder waren es Entzugserscheinungen und/oder Nebenwirkungen d. Betablockers?) ...immer mehr ...Hausärztin verschrieb wieder Venlafaxin
Depressivität nahm stetig zu inclusive vieler Beschwerden. ...bis hin zur akuten Suizidgefahr 04/2015
Zum Glück hatte ich einen "lichten" Moment wo ich meine "alte" Psychotherapeutin anrief und ich sofort zu ihr konnte...Überweisung in Psychatrie...
09/2015 Tagesklinik - Dosiserhöhung Venlafaxin auf 125mg u. weiter Betablocker
Diagnose: Dysthymie mittelschwere Episode
2016 psychosomatische REHA - weiter Venlafaxin u. Betablocker
Depressivität u. Beschwerden wurden nicht besser
10/2016 eigenständiges Absetzen Betablocker
11/2016 eigenständiges Absetzen Venlafaxin innerhalb v. 3-4 Wochen
Beides ohne Rücksprache eines Arztes, weil meine Beschwerden KEINEN Arzt wirklich interesierten.
Da ich leider damals NICHTS davon gehört (lediglich geahnt) hatte, WAS Antidepressiva eigentlich anrichten können u. das sogar langfristige Entzugserscheinungen auftreten können, und man ab besten MONATELANG ausschleichen sollte...habe ich dieses AD innerhalb von ca. 3 - 4 Wochen ausgeschlichen.
Mir ging es mit absetzen des AD u. Betablocker "gut". D. h. meine Depressivität besserte sich etwas und auch einige krasse Beschwerden gingen weg. Dafür kamen andere Beschwerden - körperlich.
Bin seit 02/2017 in Psychotherapie (tiefenpsychologisch)
Beschwerden bis heute:
- leichte Depressivität (eigenes Empfinden)
- Müdigkeit
- Erschöpfung
- sehr starke Leistungsminderung
- sehr geringe Belastbarkeit (körperlich u. psychisch)
Intensität dieser Beschwerden verstärken sich, je höher die körperliche u. psychische Belastung
- Schwellungen (Ödeme???) an Handgelenkaußenseiten
- Schmerzen Handgelenke mit u. ohne Belastung
- Muskelschmerzen beide Oberschenkel
- unruhige Beine in Ruhezustand (vorzugsweise Nachts)
- leichte bis starke Rückenschmerzen
- Hals-/ Nacken-/ Schulterschmerzen
- Ganzkörperschmerzen (brennen)
...
aufgeführte Schmerzen variieren von Tag zu Tag und ist immer unterschiedlich
Bin seit 06/2017 ununterbrochen AU.
Lehne seit Ende 2016 vehement AD ab!!!

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Re: Kann ich zur Einnahme von AD gezwungen werden?

Beitrag von Oliver » Freitag, 23.03.18, 18:14

Hallo Snosa,

das ist ja ein Ding. Du kannst Dich auf jeden Fall wehren. Am Besten mit einer Patientenverfügung, die Dich vor jegleicher Form von Zwangsbehandlung schützt. Hier kannst Du Dich einlesen: https://www.patverfue.de/

LG
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Re: Kann ich zur Einnahme von AD gezwungen werden?

Beitrag von padma » Freitag, 23.03.18, 18:44

hallo Snosa, :)

ich glaube, es ist schwierig.

Sie können dich nicht zur AD Einnahme zwingen. Aber du hast, soviel ich weiss, eine gewisse Mitwirkungspflicht, wenn du Leistungen, wie z.B. Krankengeld beziehst. Zumindest bei einem Rentenantrag ist es so.
Möglicherweise können sie dir tatsächlich das Krankengeld streichen. Ich würde diese Warnung schon ernst nehmen

Du könntest dich im Elo Forum erkundigen https://www.elo-forum.org/


Notfalls könntest du dir zum Schein ein AD verschreiben lassen, es aber nicht einnehmen.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Kann ich zur Einnahme von AD gezwungen werden?

Beitrag von Jamie » Freitag, 23.03.18, 19:08

Hallo,

padmas :) Stand ist auch meiner :).

Du hast Mitwirkungspflicht und diese Pflicht umfasst möglicherweise auch die Aufforderung zur Einnahme von Medikamenten, wobei wenn man es da drauf ankommen lassen würde, wäre das ein riesen Fass, was man da aufmachen müsste. Das wäre absolut individuell vor Gericht zu verhandeln, da man sicher nicht pauschal über sowas urteilen kann.

Ich würde es auch so machen, wie padma schrieb. Zum Schein drauf eingehen und Rezepte akzeptieren. Wenn man beim Arzt ist dann sagen, geht mir so la la, hab die und die Nebenwirkung und wirklich gut fühl ich mich immer noch nicht. Sollten die Ärzte den Medikamentenspiegel überprüfen wollen, wird es natürlich heikel. Da müsste man dann weiterschauen.

Grüße
Jamie
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Re: Kann ich zur Einnahme von AD gezwungen werden?

Beitrag von DeeDee123 » Freitag, 23.03.18, 19:13

Hallo Snosa,

das hat mich nun schockiert..
Padmas und Jamies Idee erscheint mir sehr gut - AD verschrieben bekommen, nicht nehmen.. Von NW berichten.
Hoffentlich gibt Dir das Zeit, um zu genesen.

Machst Du eigentlich nebenbei eine Therapie bezüglich Deiner Depression?
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W, Sohn (12) und Tochter (6)

*seit 1996 opiathaltige Schmerzmittel, Umzug nach England, UK
*seitdem auch diverse AD
*2010 große private Probleme, Scheidung, seitdem noch mehr PP dazu :
*bis zu 18mg Bromazepam täglich
*bis zu 600mg Pregabalin (Lyrica)
*2014 Rückkehr nach Deutschland
*2015 AD weiterverschrieben, Lyrica selbst viel zu schnell ausgeschlichen, für den Opiatentzug in ambulante Tagesklinik
*2016 on und off übrige Bromazepam genommen, körperlich/psychisch am Ende
*RÜCKFALL opiathaltiges Schmerzmittel Tilidin, 6x 150mg/Tag
*Kinder versorgt ABER bin zum Jugendamt im SEPT. "brauche Hilfe"

KINDER IN OBHUT GEGEBEN

*April 2017 10-tägiger Schnellentzug vom Bromazepam 12-18mg/Tag. Nur mit Valproinsäure und Doxepin!
Psyche spielt seitdem komplett verrückt, aber bemerke Verbesserung.

*17.04. - Tilidin Entzug (750-900mg/Tag) +
Therapie stationär.
*26.04. - 450mg Tilidin + 100mg Doxepin.

MÖCHTE FÜR DIE KINDER FIT WERDEN.

Merke IMMER NOCH den Benzo-Entzug.
*AD Venlafaxin 150mg/Tag seit 15.1. Starke NW. 15.4. Reduziert auf 75mg/Tag.
*Ergenyl (Valproinsäure) 1500mg.
Hatte 4 Krampfanfälle über die Jahre (letzter Juni'16). Arzt in der Klinik hat EEG versprochen.

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Re: Kann ich zur Einnahme von AD gezwungen werden?

Beitrag von Snosa » Freitag, 23.03.18, 20:38

Vielen Dank für eure Rückmeldungen! :)

Aber ist eigentlich echt krass, dass man tatsächlich indirekt zur Einnahme von AD gezwungen werden kann - wegen sogenannter Mitwirkungspflicht. :evil: Ganz egal ob es hilft, Nebenwirkungen auftreten. Und völlig egal, ob man von dem Zeug abhängig werden kann oder nicht und Entzugssymptome sind auch total egal. Wird alles ignoriert bzw. existiert ja nicht... :frust:

Ja, ich bin seit Anfang 2017 wieder in Therapie (tiefenpsychologisch). Habe diese Begebenheit mit MDK meinen Psychotherapeuten anvertraut, weil ich nach dem MDK-Termin völlig fertig war. Zumindest meinte er, dass es zum AD ganz verschiedene Meinungen gibt und die Gutachterin eben diese vertreten hat. Ich werde ihn beim nächsten Therapietermin nochmal darauf ansprechen...

Zum Schein AD verschreiben lassen, wäre (wenn man tatsächlich dazu gezwungen werden kann) eine Notlösung. Würde ich dann auch machen. :?
Aber bin immer noch schockiert und sprachlos, was uns das Gesundheitswesen u. Psychofarmakaindustrie aufdiktiert!!! Als Mensch hat man im System kein Mitbestimmungsrecht... :(

Nachdenkliche Grüße
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2010 Venlafaxin v. Hausärztin weil depressiv u. erneute Psychotherapie (Verhaltenstherapie)
2013 Venlafaxin abgesetzt wegen Schwangerschaft
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Depressivität nahm stetig zu inclusive vieler Beschwerden. ...bis hin zur akuten Suizidgefahr 04/2015
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2016 psychosomatische REHA - weiter Venlafaxin u. Betablocker
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10/2016 eigenständiges Absetzen Betablocker
11/2016 eigenständiges Absetzen Venlafaxin innerhalb v. 3-4 Wochen
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Da ich leider damals NICHTS davon gehört (lediglich geahnt) hatte, WAS Antidepressiva eigentlich anrichten können u. das sogar langfristige Entzugserscheinungen auftreten können, und man ab besten MONATELANG ausschleichen sollte...habe ich dieses AD innerhalb von ca. 3 - 4 Wochen ausgeschlichen.
Mir ging es mit absetzen des AD u. Betablocker "gut". D. h. meine Depressivität besserte sich etwas und auch einige krasse Beschwerden gingen weg. Dafür kamen andere Beschwerden - körperlich.
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Re: Kann ich zur Einnahme von AD gezwungen werden?

Beitrag von Murmeline » Freitag, 23.03.18, 20:42

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Re: Kann ich zur Einnahme von AD gezwungen werden?

Beitrag von Lahmeschnecke » Freitag, 23.03.18, 21:02

Ich kann nichts dazu beitragen, aber ich bin echt geschockt. Ich hatte das schon Mal irgendwo gelesen dass jemand gezwungen wurde, sonst hätte man ihn einweisen lassen in die geschlossene. Es ist zum heulen...

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10 mg Escitalopram 03/2016 bis 03/2017 wegen Erschöpfungsdepression
12.03.17 7,5 mg Escitalopram
09.04.17 5 mg Escitalopram
11.05.17 2,5 mg Escitalopram
12.06.17 0 mg Escitalopram
29.06.17 starke Erschöpfung, starkes schwitzen bei Anstrengung
Seit September neue Arbeit, viele Wellen, wenige Fenster
Hauptsymptome: Müdigkeit, Erschöpfung, Angst, Schwäche, keine Belastbarkeit, Schlaflosigkeit
Dezember 2017 war ein Recht guter Monat im Januar 2018 kam wieder der Absturz: Durchschlafstörungen, Erschöpfung, Übelkeit sind die Hauptsymptome
Nach einer Grippe im Mai mit heftiger Erschöpfung geht es langsam wieder besser. Durchschlafen ist nach wie vor schwierig, auch die Ängste sind immer Mal stärker.

April 2019: 22 Monate nach 0 und ich hab wieder eine heftige Welle. Ausgelöst vermutlich durch Nahrungsergänzungsmittel. Wird alles wieder abgesetzt.

Weitere Medikamente: 137 Microgramm L-THYROXIN, (Hashimoto) seit 2010, 400 Microgramm Novopulmon (Koritson wg. Asthma),

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Re: Kann ich zur Einnahme von AD gezwungen werden?

Beitrag von gioia » Freitag, 23.03.18, 22:35

Hallo an alle

Ja es ist erschreckend!! Die Nichte von Gwen Olsen musste vor Gericht erstreiten, dass sie AD frei sein darf, sie hatte damals einen Cocktail von einer beträchtlichen Anzahl von verschiedenen PP intus.
Danach konnte sie sich nicht schnell genug erholen. Ihre Mutter wollte sie dann, natürlich aus sorge heraus und den Ärzten letztlich vertrauend, doch wieder in die Psychiatrie bringen, worauf sie selbstmord beging.......

Overdruged Amerika.....und bei uns???.......hätte nie gedacht, dass es soooo etwas überhaupt geben kann!!

Lg
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Schlafstörung/Burnout Sommer 2016
2 Monate Einnahme Escitalopram und MIrtazapin: bettlägrig, stromempfindungen, zittern, extreme Schwäche, Hitze im Körper, Ängste wie nie zuvor im Leben
Auch nach absetzen, über Monate zittrig und schwach
12/2016: Pregabalin, nach 3 Monaten Einnahme: wieder bettlägrig, massives inneres und äußeres Zittern, extreme Schwäche, Gangstörungen, kaum mehr Morgenharn, Wasseransammlung im Gewebe, Krampfanfall, Atemnot , massiv verstärkte Ängste, massive Anspannung
Schnelles absetzen, (08.03.2017)massive Symptome über Monate, stromartige Spannung jeden Tag, Ängste, die ich vorher nie hatte, zittern wie bei Parkinson
04/2017: Deanxit aus Verzweiflung, Spannung hört langsam auf, kann Benzo absetzen, jedoch fühle ich mich nicht wie früher oder gesund, viel viel ängstlicher als ich je war
10/2017: Absetzen deanxit über einige Wochen, danach bricht Stromspannung mit aller Gewalt wieder los, wie im März zuvor
Muss wieder praxiten nehmen, da unaushaltbare Zustände
Benzo (praxiten/Halcion) konnte ich problemlos reduzieren, auch nach langer Einnahmedauer kaum Toleranz, Benzo für mich Lebensretter
2018: war in meinem ganzen Leben noch nie so krank wie durch dieses Dreckszeug, SSRI, SNRI, Pregabalin,
03/2018: starkes Vergiftungsgefühl, Blasenprobleme
ab 06/2018: massiver Haarausfall, netzartige Flecken auf Armen und Bauch
10/2018: Atemprobleme kommen verstärkt dazu
03/2019: je mehr Folterspannung zurückgeht, desto weniger Praxiten brauch ich, Atmungsprobleme bessern sich langsam, Haare wieder normal, totale Erschöpfung
04/2019: an guten Tagen kurz spazieren gehen, total erschöpft, Spannung ab Mitte April langsam besser, Nervenschmerzen, Nervenbrennen, immer wieder starkes Ziehen in den Armen , bei Zyklus wie in andere Galaxie geschossen, Schlaf immer noch gestört, werde immer noch nicht normal müde wie früher vor diesem Tablettenalptraum
Beine zittern vor Erschöpfung, kein Einkaufen , kein Autofahren möglich

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Re: Kann ich zur Einnahme von AD gezwungen werden?

Beitrag von Clarice » Samstag, 24.03.18, 9:13

Hallo zusammen!

Diese Gebahren bei langen AU-Zeiten ist unter aller Sau (sorry für die deutlichen Worte), es geht nur um das Geld und nicht zahlen wollen der KVen. Nur Profit und Gier, kein Blick auf den Menschen.

Ich habe 2015 etwas ähnliches erlebt. Mich hat ja leider im Entzug von Venlafaxin eine Depression mit Angststörung erwischt (obwohl ich mich manchmal frage, ob es nicht doch der Entzug war, aber das war damals echt schwer zu sagen, anderes Thema...). Jedenfalls war ich bereits auf 18,5 mg runter, bin dann etwas hoch und war letztlich wieder bei 37,5 mg. Da wollte ich partout bleiben und nicht noch weiter hoch gehen, nachdem ich mich von 150mg runtergeschafft hatte.

Eine Psychiaterin in der Klinik-Praxis wo ich in Behandlung war ('meine' war nicht da weil auch länger AU) hat mich dann angeschissen (anders kann ich es nicht nennen), warum ich nicht mehr nehme, was sollen denn die KV und der Arbeitgeber denken, was sie hier machen, wennn ich nicht gesund werde. :o :shock: :frust: :evil:
Ich war damals übrigens 'erst' rund zwei Monate AU!

Mich hat das ungeheuer entsetzt und ich habe dann erstmal die Ärztin gewechselt (musste dazu ganz von dieser Klinik weg - eine Psychiatrie mit Tagesklinik und eben einigen Ärzten wo man ambulant hingeht).

Der MD hat mich später dann ohne mich je gesehen zu haben :o nach einer bestimmten Zeit wieder als gesund eingestuft und ich bekam die Aufforderung von der KV wieder arbeiten zu gehen. Wenn ich nicht eh zu diesem Zeitpunkt selbst schon die Wiedereingliederung angestrebt hätte, keine Ahnung wie das gelaufen wäre.

Im übrigen ist meine Einstellung inzwischen genau die Selbe: wenn mich jemand zur Einnahme zwingen will, nehme ich des Rezept, löse es brav ein und spül den Kram dann im Klo runter. :haha:

LG
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Re: Kann ich zur Einnahme von AD gezwungen werden?

Beitrag von vindi74 » Samstag, 24.03.18, 11:46

Hallo Snosa,
hast du schon eine Behinderung beantragt? Ich habe 30% bekommen vor dem Klinik Aufenthalt und habe jetzt einen Gleichstellungsantrag gestellt. wegen Kündigungsschutz und so. Auch eine Mittelschwere Depression als Diagnose, wenn der Gleichstellungsantrag durch ist werde ich versuchen auf 50% aufzustocken weil es sich ja bei mir verschlimmert hat.
Auch hier halt wieder das problem das man einen guten Arzt finden sollte der Bock hat.

Gruß Vindi

edgar
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Re: Kann ich zur Einnahme von AD gezwungen werden?

Beitrag von edgar » Samstag, 24.03.18, 13:36

Liebe Snosa,

die Antwort, ob Du unter den von Dir geschilderten Umständen zur Einnahme von Antidepressiva gezwungen werden kannst, heißt ganz klar NEIN !

Es gibt in Deutschland keinerlei Möglichkeit im ambulanten Rahmen einen Patienten zur medikamentösen Einnahme zu zwingen.

Nur unter ganz bestimmten engen Voraussetzungen geht das nur stationär, was bei Dir nicht der Fall ist, siehe hier:

https://www.voelker-gruppe.com/medizinr ... kation.pdf

Was die Mitwirkungspflicht anbelangt aus dem Sozialrecht, bezieht sich diese nur z.B. darauf, dass Du Dich vom MDK untersuchen lassen musst.

Du kannst einen einfachen Test machen: Du bittest die Krankenkasse bzw. auch den medizinischen Dienst (Psychiaterin), Dir schriftlich zu geben, was sie gesagt hat, nämlich: "Wenn Sie kein Antidepressivum nehmen, dann zahlen wir Ihnen kein Krankengeld mehr".

Damit kannst Du dann zu einem Anwalt gehen, der sowohl Sozialrecht (Krankenkasse, MDK betrifft Sozialrecht) und Zivilrecht (Bürgerliches Gesetzbuch, weil das Patientenrechtegesetz, welches hier auch tangiert ist, im BGB verankert ist) vertritt. Einen solchen Anwalt würde ich aber unbedingt jetzt schon mal aufsuchen. Zeige ihm dies schriftlich, was ich oben vorgeschlagen habe und er wird Dir dann sagen, dass ein solches Vorgehen nicht legal ist.

Sehr wahrscheinlich wird weder der MDK noch die Krankenkasse Dir dies so schriftlich geben, sondern es ist zu erwarten, dass im Schreiben nur drin steht, dass Du Deinen Mitwirkungspflichten nicht nachgekommen seist. Diese Pflicht bezieht sich aber natürlich nicht auf eine Medikamenteneinnahme.

Ein Arzt benötigt rechtlich Deine sogenannte "informierte Zustimmung" zur Behandlung. Geschieht dies nicht, ist Einwilligung unwirksam und Arzt begeht mit Medikation eine Körperverletzung (Straftat) und ist auch zivilrechtlich schadenersatzpflichtig.

Informiert bedeutet in dem Zusammenhang, dass ein Arzt vor Behandlung Dich als Patient über Nebenwirkungen und Alternativen zur Behandlung aufzuklären hat.

In der Leitlinie sind Behandlungsempfehlungen festgelegt, die dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft entsprechen sollen. Du als Patient hast Anspruch darauf. Umgekehrt heißt das nicht, dass ein Arzt in jedem Falle danach handeln muss. Es gibt immer auch Ausnahmefälle, die ein anderes Vorgehen begründen können. Und wie gesagt: Das letzte Wort dazu hast Du als Patient.

Ich kann Dir nur dringend schnellstens zu einem Anwalt raten, da zu befürchten ist, dass die Krankenkasse - auch wenn es illegal ist - Dir Problem in Form von Krankengeld-Einstellung machen.

Von einer vorgetäuschten Medikamenten-Einnahme kann ich nur dringend abraten, denn dann wird vermutlich in einer Zeit der Spiegel gemessen und dann hättest Du wirklich ein ganz großes Problem, wenn dies auffliegt !!!

Viele Grüße und alles Gute !
Edgar
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Angehöriger, Dipl.-Sozialpädagoge (FH), seit 2008 Mitarbeiter im ambulanten Betreuten Wohnen für Menschen mit psychischer Erkrankung (u.a. auch Beratung und Unterstützung beim Absetzen von Medikamenten), davor 2 Jahre Mitarbeiter in einer Tagesstätte und 1 Jahr lang in einem Wohnheim (stationäres Wohnen) für Menschen mit psychischer Erkrankung. Seit 2013 Mitglied des Fachausschusses Psychopharmaka der DGSP.

Flummi

Re: Kann ich zur Einnahme von AD gezwungen werden?

Beitrag von Flummi » Samstag, 24.03.18, 15:04

Hallo Snosa,

gut, dass Du hierher gekommen bist. Das ist auch mein Stand, dass man im ambulanten Rahmen nicht gezwungen werden kann. Daher musst Du, wie es auch schon Dein Gefühl war, nicht die Einnahme vortäuschen oder ähnliches.

Die Hinweise von Edgar sind wirklich sehr gut. Alles immer schriftich geben lassen und am besten mit Zeugen würde ich sagen. Hast Du jemandem in Deinem Umfeld, der Dich vielleicht auch begleiten kann?

Alles Gute und Danke an Edgar für die ausführliche Information!

Herzliche Grüße,
Claudia

Marko92

Re: Kann ich zur Einnahme von AD gezwungen werden?

Beitrag von Marko92 » Samstag, 24.03.18, 15:32

Hallo Snosa,

dass beim MDK und allgemein bei Ämtern, die Sozialleistungen zahlen, der Patient eingeschüchtert und über den Tisch gezogen wird oder man es versucht, ist nix neues. Da wird auch gern gegen geltendes Recht verstossen. Deswegen nicht einschüchtern lassen und rechtlich informieren. Das ELO-Forum ist recht hilfreich, der Ton manchmal rau.

Ich hatte bis jetzt immer nur Ärzte, die mit mir zusammen entschieden haben, wie es weiter geht, bei anderen war ich nur einmal :haha: . - Hat man einen Arzt oder Therapeuten, die bei einem von AD nichts halten, ist schon mal eine Basis.
Ich denke auch, die Mitwirkungspflicht geht nicht so weit, dass die Art der Behandlung vorgeschrieben werden kann.

Prinzipiell stimme ich Edgar zu, allerdings hat weder bei mir der MdK, noch bei drei berenteten Bekannten jemals jemand von einem Amt den AD-Spiegel prüfen lassen. Ich persönlich halte so-tun-als-ob für ungefährlich. Am besten, man thematisiert seine Abneigung gegen PP gar nicht. - Ausserdem, hatte man einen Infekt und konnte nichts einnehmen, ist der Spiegel auch unten. :wink:

VG Markus

PS: Es gibt in der Therapie auch Situationen, in denen PP kontraindiziert sind, weil sie Gefühle zu sehr zudecken und die Therapie stagniert. Das attestiert ist auch viel wert.

Arianrhod
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Re: Kann ich zur Einnahme von AD gezwungen werden?

Beitrag von Arianrhod » Samstag, 24.03.18, 17:24

Hallo Snosa,

ich selbst habe oft Neuroleptika verweigert und "nicht mitgewirkt". Genau das steht übrigens auch in meinen Akten. Und zwar vom MDK, von der Rentenstelle und vom Gutachten. "Frau A. lässt sich nicht oder nur bedingt auf neuroleptische Medikation ein. " Ich habe einen GdB von 50 %.

Und jetzt kommt meine Lösung des Dilemmas: Ich bin nicht krankheitseinsichtig und setze daher ständig Medikamente ab.
Egal, was sie dir erzählen: Krankheitseinsicht ist KEINE Bedingung für Rente oder Krankengeld,
denn bei psychiatrischen Erkrankungen ist Uneinsichtigkeit in die Krankheit ein Symptom. . Wegen eines Symptomes kannst du nicht abgestraft werden.
Lahmeschnecke hat geschrieben:
Freitag, 23.03.18, 21:02
ch hatte das schon Mal irgendwo gelesen dass jemand gezwungen wurde, sonst hätte man ihn einweisen lassen in die geschlossene. Es ist zum heulen...
Ja, das kann passieren und damit muss man rechnen. Auch wenn man offiziell nur bei Fremd- oder Eigengefährdung zwangseingewiesen werden darf.
Es stand auch im Arztbrief so drin, "dass ich unter stationären Bedingungen auf Medikamente eingestellt werden sollte, da ich sie ambulant nicht nehmen würde. "
Es ist also wirklich keine leere Drohung. :cry:
Jamie hat geschrieben:
Freitag, 23.03.18, 19:08
ch würde es auch so machen, wie padma schrieb. Zum Schein drauf eingehen und Rezepte akzeptieren. Wenn man beim Arzt ist dann sagen, geht mir so la la, hab die und die Nebenwirkung und wirklich gut fühl ich mich immer noch nicht. Sollten die Ärzte den Medikamentenspiegel überprüfen wollen, wird es natürlich heikel. Da müsste man dann weiterschauen.
Bei 30% Non- Respondern ist es wirklich NICHT unwahrscheinlich, dass sie NICHT wirken.......

liebe Grüße Arian
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Re: Kann ich zur Einnahme von AD gezwungen werden?

Beitrag von Arianrhod » Samstag, 24.03.18, 17:28

vindi74 hat geschrieben:
Samstag, 24.03.18, 11:46
Hallo Snosa,
hast du schon eine Behinderung beantragt? Ich habe 30% bekommen vor dem Klinik Aufenthalt und habe jetzt einen Gleichstellungsantrag gestellt. wegen Kündigungsschutz und so. Auch eine Mittelschwere Depression als Diagnose, wenn der Gleichstellungsantrag durch ist werde ich versuchen auf 50% aufzustocken weil es sich ja bei mir verschlimmert hat.
Auch hier halt wieder das problem das man einen guten Arzt finden sollte der Bock hat.

Gruß Vindi
Für den GdB habe ich keinen Arzt gebraucht: Ich habe lediglich meine Akten mit Diagnosestellung beim Versorgungsamt eingereicht plus ein Foto, und ca. 3 Wochen später flatterte mir der grüne Ausweis ins Haus.

Wenn der Psychiater nicht will - der Hausarzt hat die Diagnose ja auch.

liebe Grüße Arian
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Re: Kann ich zur Einnahme von AD gezwungen werden?

Beitrag von edgar » Samstag, 24.03.18, 20:36

Hallo miteinander,

ich wollte gern noch etwas sehr Wichtiges nachtragen:

@Snosa: Es ist natürlich wichtig gegenüber der behandelnden Ärztin und indirekt dann auch gegenüber der Krankenkasse und dem MDK zu äußern, welche Therapie Du möchtest, wenn Du die medikamentöse Therapie nicht wählst (z.B. Psychotherapie oder psychosoziale Hilfen wie z.B. das ambulante Betreute Wohnen, Tagesstätten, Tageskliniken etc.). Damit zeigst Du dann, dass Du aktiv etwas an Deinem Zustand ändern möchtest. Auch Sport ist wirksam bei Depressionen und steht auch in der Leitlinie,dass jedem depressiven Patienten Sport empfohlen werden soll, es sei denn es liegt eine Kontraindikation vor wegen mangelnder körperlicher Belastung. Nur leider wird das selten empfohlen, sondern immer auf der Medikamentenschiene gefahren, obwohl nur bei sehr starken Depressionen ein klinisch bedeutsamer Nutzen gegenüber einem Placebo belegt ist, was auch in der Leitlinie steht.

Was Dein Behandler mit Leitlinie bei chronischer Depression meint, ist, dass Antidepressivum plus Psychotherapie dabei die besten Ergebnisse lieferte und daher der Patient darüber informiert werden soll und es ihm angeboten werden soll.

Die Wahlfreiheit der Therapieform ist Dein Recht als Patient.

Du brauchst als Patientin also nicht zu lügen, dass Du ein Medikament angeblich doch nimmst. Der beste Weg ist, wenn ein Patient seine Rechte kennt und auf Grund dessen die Therapieform wählt, die auf seine Bedürfnisse angepasst ist.

Viele Grüße und alles Gute nochmal !
Edgar
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Re: Kann ich zur Einnahme von AD gezwungen werden?

Beitrag von Clarice » Samstag, 24.03.18, 22:07

Arianrhod hat geschrieben:
Samstag, 24.03.18, 17:28
vindi74 hat geschrieben:
Samstag, 24.03.18, 11:46
Hallo Snosa,
hast du schon eine Behinderung beantragt? Ich habe 30% bekommen vor dem Klinik Aufenthalt und habe jetzt einen Gleichstellungsantrag gestellt. wegen Kündigungsschutz und so. Auch eine Mittelschwere Depression als Diagnose, wenn der Gleichstellungsantrag durch ist werde ich versuchen auf 50% aufzustocken weil es sich ja bei mir verschlimmert hat.
Auch hier halt wieder das problem das man einen guten Arzt finden sollte der Bock hat.

Gruß Vindi
Für den GdB habe ich keinen Arzt gebraucht: Ich habe lediglich meine Akten mit Diagnosestellung beim Versorgungsamt eingereicht plus ein Foto, und ca. 3 Wochen später flatterte mir der grüne Ausweis ins Haus.

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liebe Grüße Arian
Hi,
ich habe einen GdB von 40. ich hatte beim Erstantrag mit Anwalt und Jahre später nochmal mit dem VdK probiert 50 zubekommen. War nix zu machen. Depressionen plus Tinnitus = 40 :(
LG Clarice
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Re: Kann ich zur Einnahme von AD gezwungen werden?

Beitrag von Arianrhod » Sonntag, 25.03.18, 21:07

Clarice hat geschrieben:
Samstag, 24.03.18, 22:07

Hi,
ich habe einen GdB von 40. ich hatte beim Erstantrag mit Anwalt und Jahre später nochmal mit dem VdK probiert 50 zubekommen. War nix zu machen. Depressionen plus Tinnitus = 40 :(
LG Clarice
Mit 40% kannst du einem GdB von 50 % gleichgestellt werden. (geht ab 35%):, das betrifft allerdings nur Arbeitsrechtliches:
https://www.vdk.de/deutschland/pages/te ... n_menschen

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Re: Kann ich zur Einnahme von AD gezwungen werden?

Beitrag von Clarice » Montag, 26.03.18, 7:45

Arianrhod hat geschrieben:
Sonntag, 25.03.18, 21:07
Clarice hat geschrieben:
Samstag, 24.03.18, 22:07

Hi,
ich habe einen GdB von 40. ich hatte beim Erstantrag mit Anwalt und Jahre später nochmal mit dem VdK probiert 50 zubekommen. War nix zu machen. Depressionen plus Tinnitus = 40 :(
LG Clarice
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Liebe Arian,
ja ich weiß. Davon sehe ich aber ab.
Ich lehne mich mal soweit aus dem Fenster, dass ich da so gut wie nichts zu befürchten habe.

Mir wären tatsächlich ein paar Urlaubstage mehr wichtig, damit ich bei kurzen Durchhängern z.B. mal einen Tag freinehmen könnte, statt AU zu sein oder mich zu schleppen. Im Hinblick auf die Rente wäre dann natürlich schön, etwas früher abschlagsfrei gehen zu können.

LG Clarice
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