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Diskussion über die Verwendung des Begriffes "Gift" oder "Drogen" für Psychopharmaka

Allgemeine Diskussion über psychische Störungen, ihre Behandlung und alles Verwandte.
Luna
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Diskussion über die Verwendung des Begriffes "Gift" oder "Drogen" für Psychopharmaka

Beitrag von Luna » Dienstag, 24.07.18, 16:59

 ! Nachricht von: padma
liebe Foris, :)

dies ist der Diskussionsthread zu diesem Thema: https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 17#p261117

Der folgende Beitrag von Luna, wurde aus einem anderen thread abgetrennt und hierher verschoben, der Titel wurde angepasst




Liebe Schwimmerin.
Sei achtsam mit der Wortwahl Gift. Das kann Probleme geben.
Obwohl ich das hier ständig lese. Oder Drogen...usw.
Passt ja auch aber ist nicht gerne gesehen.
Liebe Grüße
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Seit dem 23.7.2015 absolut Medikamentenfrei.
Etwas über 6 Jahre Venlafaxin.Seid 16.7.2014 auf 0
15 Jahre Schlafmittel.Erst Zopiclon 5 Jahre dann Zolpidem 10 Jahre. Seid 23.7.15 auf 0
Ca 3 bis 4 Jahre Pantoprazol eingenommen und im März 2014 kalt abgesetzt.
Kurzzeitig auch andere Medikamente genommen in den 15 Jahren.

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Kimeta
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Re: Diskussion über die Verwendung des Begriffes "Gift" oder "Drogen" für Psychopharmaka

Beitrag von Kimeta » Donnerstag, 26.07.18, 13:42

Hallo an alle,

ich möchte das unterstützen, weil ich vor allem an die Außenwirkung denke. Ich kann solche Formulierungen inzwischen einordnen, aber hätte ich sie beim ersten Besuch im Forum als Erstes gelesen, hätte ich spontan gedacht: "Oh, ein Haufen Verschwörungstheoretiker". Es hätte viel Lesens bedurft, um mich umzustimmen. Das hätte ich vermutlich gemacht, weil man ja beim Recherchieren immer wieder auf das ADFD stößt, aber dieser Umweg ist nicht nötig.

Besser kann ich es nicht formulieren, ich hoffe, man versteht, was ich meine.

Je sachlicher die Informationen formuliert sind, desto seriöser und glaubhafter wirken sie. Wie haben die Erfahrung auf unserer Seite und auch immer mehr andere Fakten. Ich bin sehr davon überzeugt (was ich selten bin), dass wahr und richtig ist, worüber hier geschrieben wird, und dass außerordentlich wichtig ist, dass sich die Botschaft des ADFD verbreitet. Deshalb bin ich der Meinung, dass jeder, der hier erstmals reinguckt, nachdenklich werden und wiederkommen sollte. Gerade wenn wir wollen, dass auch Fachleute mitlesen.

An die verunsichernde Wirkung habe ich nicht gedacht, aber das Argument leuchtet mir ebenfalls absolut ein.

Viele Grüße
Kimeta
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Re: Diskussion über die Verwendung des Begriffes "Gift" oder "Drogen" für Psychopharmaka

Beitrag von Arianrhod » Donnerstag, 26.07.18, 15:08

Hallo ihr alle, ich bin dagegen, Pp pauschal als "Gift" zu bezeichnen, schon weil man damit Psychiatern eine wunderbare Waffe gegen einen in die Hand gibt , "paranoide Vergiftungsängste" in die Akten zu schreiben,
und Nicht -Psychiatern den Eindruck gibt, wir sind ein Forum dieser Verschwörungstheoretiker....
Aber man kann das ja ein bißchen umschreiben: Man kann sagen, dass Pp neurotoxisch wirken. Das sagt im Grunde das Gleiche aus, ist aber Latein
und klingt daher nicht so psycho. Außerdem kann man Neurotoxität in Studien belegen, wie es in dem Artikel über Polyneuropathie, in dem NL als Auslöser toxischer Polyneuropathien genannt werden.
Und wenn jemand schreibt: "Die NL sind wie Gift für mich" ist das auch okay , da das kleine Wort "wie" daraufhin weist, dass es sich um eine subjektive Meinung handelt und um eine Analogie.....

Was gar nicht geht , ist, einen anderen damit zu erschrecken. Viele von uns sind sensibel bzw hochsensibel , und die Bezeichnung "Gift" für etwas, was man gerade nehmen MUSS, um es langsam auszuschleichen, kann einen ziemlichen Nocebo- Effekt hervorrufen.

liebe Grüße Arianrhod
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Re: Diskussion über die Verwendung des Begriffes "Gift" oder "Drogen" für Psychopharmaka

Beitrag von Arianrhod » Donnerstag, 26.07.18, 15:16

Schwieriger ist der Begriff "Drogen" . In vielen Sprachen sind Drogen = Medikamente , das meine ich aber gerade nicht, sondern da denkt jeder an das, was der Dealer am Hauptbahnhof (oder hinter dem städtischen Gymnasium ) vertickt .
Benzodiapine hat er übrigens auch - zumindest für diese Medikamentengruppe ist der Begriff "Droge" zutreffend , zumal sie in die körperliche UND seelische Abhängigkeit führen, Betroffene die Dosis /Frequenz erhöhen und sich gut fühlen, wenn sie Benzos nehmen bzw. später sich nur noch schlecht fühlen, wenn sie keine nehmen - alles was auch für Drogen zutrifft, nur dass hier der Dealer einen weißen Kittel trägt.
AD und NL hmachen abhängig, sind aber keine Drogen, weil die Wirkung viel zu unangenehm ist . Die Anxyolitika wie Pregabalin euphorisieren manche Patienten, auch da gibt es große Überschneidungen mit illegalen Drogen.

Wie gesagt, während "Gift" eher unsachlich ist, bin ich mir bei "DRogen" ziemlich sicher, dass es große Schnittmengen gibt.

liebe Grüße Arian
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Re: Diskussion über die Verwendung des Begriffes "Gift" oder "Drogen" für Psychopharmaka

Beitrag von Luna » Donnerstag, 26.07.18, 16:03

Drogen=Rauschgift

Kann man auch nicht verschönern.
Also bleibt nur das harmlose Wort Medikamente. Klingt nicht so radikal und medizinisch also nicht nach was schlechten.

Ich halte Medikamente für schädlich. Natürlich für den Notfall gedacht. Das ist ja klar aber gut sind keine. Auch Antibiotika schaden an anderer Stelle.

Aber wenn adfd nicht möchte, dass man es Drogen oder Gift bezeichnet dann muss das akzeptiert werden. Hier herrscht Ordnung.
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Die wirksamste Medizin ist die natürliche Heilkraft, die im Inneren eines jeden von uns liegt.
(Hippokrates)

Seit dem 23.7.2015 absolut Medikamentenfrei.
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15 Jahre Schlafmittel.Erst Zopiclon 5 Jahre dann Zolpidem 10 Jahre. Seid 23.7.15 auf 0
Ca 3 bis 4 Jahre Pantoprazol eingenommen und im März 2014 kalt abgesetzt.
Kurzzeitig auch andere Medikamente genommen in den 15 Jahren.

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Re: Diskussion über die Verwendung des Begriffes "Gift" oder "Drogen" für Psychopharmaka

Beitrag von Ululu 69 » Donnerstag, 26.07.18, 17:05

Hallo,

ich glaube, die Medikamente sind nicht das Problem und deshalb in meinen Augen auch kein Gift, sondern der Umgang damit.
Sie werden viel zu leichtfertig und lange und auch in zu hohen Dosierungen verabreicht und das auch in Fällen, in denen das absolut nicht angezeigt ist.
Ich persönlich litt an einer schweren Depression mit einer generalisierten Angststörung. Bei mir ging nichts mehr, ich könnte kaum mehr aufstehen und empfand das Schlucken meiner eigenen Spucke schon als Anstrengung.
In meinem persönlichen Fall war die Dämpfung durch die Medikamente anfangs sehr hilfreich, haben wahrscheinlich sogar mein Leben gerettet.
Was ich heute kritisch sehe, sind die vielen verschiedenen Präparate in teilweise horrenden Dosierung, die es so sicher nicht gebraucht hätte. Außerdem wurden bei mir auftretende Nebenwirkungen ignoriert und nicht ernst genommen und niemals kam ein Arzt auf die Idee, die Medikamente wieder abzusetzen oder gar auszuschleichen.
Für mich persönlich gibt es übrigens ziemlich viele Beispiele dafür, dass Medikamente sehr hilfreich sein können und uns keineswegs grundsätzlich vergiften.

Mein Mann und mein Sohn leiden unter allergischem Asthma, ich bin heilfroh, dass sie das medikamentös behandeln können. Ständige Atemnot wäre für den Organismus um ein Vielfaches gefährlicher.
Antibiotika sind ein weiteres Beispiel. Viele schwere Krankheiten, bis hin zur Pest, haben durch sie ihren Schrecken verloren.
Auch hier ist das Problem der inflationäre Einsatz.

Und ganz ehrlich, ich empfinde es als Segen bei einer Migräneattacke ein Schmerzmittel nehmen zu können.
Das vergiftet mich in keiner Weise, wenn ich vernünftig damit umgehe.

De wichtigsten Argumente dagegen, Medikamente grundsätzlich als Gift zu bezeichnen haben jedoch meine Vorschreiberinnen bereits geschrieben.
Es verunsichert Menschen, die noch am Anfang des Absetzens ungemein und es lässt nach außen den Eindruck entstehen, dass hier ein Haufen Verschwörungstheoretiker unterwegs ist, der den Bezug zur Realitöt verloren hat und deshalb nicht ernst genommen werden kann.
Das sind wir aber absolut nicht, ich denke, das wisst ihr alle. :wink:

Mit "herrschender" Ordnung hat das für mich absolut überhaupt nichts zu tun. Eher mit Seriösität.

LG Ute
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Re: Diskussion über die Verwendung des Begriffes "Gift" oder "Drogen" für Psychopharmaka

Beitrag von Clarissa » Donnerstag, 26.07.18, 17:26

Hallo.

Ich verstehe, ehrlich gesagt, die Aufregung nicht ganz.
Waren denn Lunas Beiträge so vordergründig, daß man gleich eine Verschwörungstheorie draus machen könnte?
Mir ist dieses Problem gar nicht aufgefallen.

Egal, ich bin die Medikamente los und für mich waren sie das böse Wort mit G. Leider, wie es bis jetzt aussieht, mit Folgeschäden.

Ich wollte, ich hätte das eher erkannt bzw. mich hätte jemand darauf aufmerksam gemacht.

Wahrscheinlich hat Ute recht, "Die Dosis macht das Gift" (Paracelsus). Mir allerdings haben die PP von Anfang an nur geschadet.

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seit Mai 2015 EU-Rentnerin letztlich wegen der Entzugsproblematik

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Kaltabsetzen

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

aktuell im protrahierten Entzug (?) mit sehr unangenehmen, v.a. körperlichen Symptomen

Inzwischen fast 4 Jahre frei von Medikamenten. NR, keinerlei Alkohol und Koffein mehr, weil alles triggert. "Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt.

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Re: Diskussion über die Verwendung des Begriffes "Gift" oder "Drogen" für Psychopharmaka

Beitrag von Kimeta » Donnerstag, 26.07.18, 17:53

Hallo nochmal,

ich habe geahnt, dass das Thema ein Minenfeld ist :wink: und möchte deshalb präzisieren.

Also zunächst mal weiß ich nicht, worauf sich das Ganze überhaupt bezieht, offenbar hat jemand etwas geschrieben, das habe ich nicht in Erinnerung, weil es für mich persönlich kein Problem ist, wenn sie das tut. Leute, die hier länger schreiben, "kennt" man, bzw. man kennt natürlich nur ihren Stil. Wir haben hier auch eine andere TNin (die mit ausgeprägt humorvoller Sprache :D ), die ebenfalls immer von Gift schreibt, wie gesagt, das können sicher die meisten hier einordnen.

Mir geht es um den Eindruck von außen.

Ich habe auch nichts gegen Medikamente, ich habe heute Nachmittag wie so oft ein Triptan genommen und bin sehr froh darüber, dass es mir zur Verfügung steht.

Ich habe mich damals selbst für Doxepin entschieden. Ich hatte, als ich damit begann, 3 (!) Anfälle pro Monat und bin dem Vorschlag meines Arztes gefolgt. Heute habe ich ein Vielfaches an Anfällen und denke, dass diese Entscheidung die schlechteste meines Lebens war. Hätte ich vorher etwas darüber gelesen, hätte ich mich vielleicht anders entschieden. Wäre ich in einem Forum gelandet, das von Gift spricht, hätte ich das sicher für übertrieben gehalten und hätte die Infos nicht wahrgenommen. Ich möchte anderen ersparen, dass sie wichtige Informationen nicht finden und keine voll informierte Entscheidung treffen.

Das Wort Drogen mag zwar korrekt sein, aber die Art, wie es im allgemeinen Sprachgebrauch genutzt wird, würde mich persönlich daran hindern, es zu verwenden.

Viele Grüße
Kimeta
Zuletzt geändert von LinLina am Freitag, 27.07.18, 14:52, insgesamt 1-mal geändert.
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- Absetzen von 10 mg ab dem 28.12.2013. Aktuell seit 29.11.2018: 2,125 mg.

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Re: Diskussion über die Verwendung des Begriffes "Gift" oder "Drogen" für Psychopharmaka

Beitrag von Kaulquappe 411 » Donnerstag, 26.07.18, 18:34

Hallo,

also mir haben Lunas Beiträge immer sehr geholfen, durch die schlimmsten Phasen des Absetzens zu kommen. Auch besitzt sie sehr viel Brauchbares Wissen, wie man sich durch die passende Ernährung durch die Absetzerscheinungen kämpfen kann, zumal sie mir auch sehr gut erklären konnte, welche Zusammenhänge es im körper gibt, wie die Psychopharmaka wirken und warum es überhaupt so was wie Histaminintoleranz gibt, wo welches Hormon durch welches Medimant getriggert wird und so weiter. Und das nicht alles nur das Absetzen ist sondern tatsächlich die Tabletten.
Dass ich mich vergifte mit den Pillen war mir auch ohne Luna klar, und hier geht es ja um die Psychopharmaka, nicht um die ganzen anderen Medikamente, die vermutlich in verantwortlicher Menge hilfreich sein können. Wenn ich schlimmste Migräne habe, nehme ich auch ab und an eine Tablette dagegen, weiß aber mittlerweile auch druch meinen Ostheopathen, dass dies der überlasteten Leber geschuldet ist. Und an einem Tag der schlimmsten Anfälle machte er mir eine Behandlung an der Leber, und ich war nach einer halben Stunde schmerzfrei OHNE Tablette. Also von daher sind Tabletten nur oberflächlich gesehen hilfreich. Der Organismus selbst leidet auf seine weise auf andere Art.

Also was ich sagen will, die Zusammenhänge im Organismus sind sehr komplex, und dank Luna habe ich einen serh guten Einblick bekommen, was da in mir abgeht. Daraufhin konnte ich gezielt mei Leben einrichten so gut es ging, und ich bin noch am Lernen. Mir hat es nicht geschadet, wenn von Gift oder Drogen die Rede war, im Gegenteil, es hat mich ermutigt, nicht aufzugeben, weiter zu machen.

Was ich bedenklich finde ist eure Formulierung: " Sehr problematisch finden wir jedoch, wenn jemand in einer Antwort an eine andere Person (in einem Beitrag oder per PN), die noch im Ausschleichprozess ist, schreibt, sie vergifte sich weiterhin, solange sie das PP nehme. Oder, sie könne nicht heilen, solange sie weiterhin dieses Gift einnehme."

Dies ist so, ob man will oder nicht, und der eigentliche Heilungsprozess beginnt erst nach dem Ausschleichen, denn solange wir die Pillen schlucken, verursachen wir jedes Mal eine ich sag mal Störung. Und so wie ich Luna verstehe wollte sie eben nur einen Hinweis darauf geben, dass die eigentliche Heilung eben erst nach dem Absetzen richtig beginnen kann. So habe ich es für mich jedenfalls aufgefasst und das hat mir das Aussschleichen leichter gemacht.



Oder weiter in eurem Text: "Solche Aussagen können sehr ängstigen und verunsichern. Sie können dazu führen, dass jemand aus Angst vor dem "Gift", das PP abrupt oder sehr schnell absetzt, mit möglicherweise schlimmen Folgen."

Ich glaube kaum, dass Lunas Beitrag dazu führen wird, dass hier jemand so reagiert. Da haben mich auch viele andere Beiträge, die nicht von Gift oder Drogen oder so geschreiben haben, geängstigt, von daher finde ich eure Reaktion jetzt etwas übertrieben.

"Auch psychologisch ist es nicht besonders hilfreich, sich bei jeder Einnahme vorzustellen, dass man gerade Gift schluckt."
Diese Vorstellung hatte ich auch schon vorher, ohne Luna, ohne dieses Forum. Was soll man sich denn vorstellen, dass man harmlose Bonbons schluckt? Also mit dieser aus meiner Sicht nun hier verharmlosten Tatsache sind wir alle ja erst in diese traurige Lage gekommen und dass ihr jetzt anscheinend in die gleiche Schiene springt lässt mich nur noch den KOpf schütteln.


"Das Team behält sich vor, ggfs. Beiträge oder Beitragsteile, die wir für potentiell gefährlich erachten, zu löschen."

Einen Beitrag von einer sehr erfahrenen, wenn auch manchmal aus ihrem Temperament her vielleicht etwas überschießend reagierenden-formulierenden Teilnehmerin als potenteill gefährlich zu sprechen, lässt mich wortlos werden.
Als Verschwörungstheoretiker werden wir eh angesehen, sobald wir Kritik oder Zweifel und Bedenken an Psychopharmaka äußern. Wovor habt ihr also WIRKLICH Angst?

Was ist hier nur im Forum los? Ich verstehs nicht, und kann nur für mich sprechen: mir hat Luna mit allem was sie bisher hier geschrieben hat, sehr sehr helfen können, ohne sie wäre ich nicht da wo ich jetzt bin, nämlich nur noch bei 14 Kügelchen, und das in einer Zeit, in der ich ohne sie bestimmt nicht so schnell gewesen wäre. Und ich fahre sehr gut damit!!!!
Also warum jetzt eine einzelne Schreiberin so denunzieren hier? Wenn das jetzt ein ganzer Haufen gewesen wäre, der so geschrieben hätte. ABer eine einzelne Schreiberin????

Und das was ihr jetzt hier fordert, ist ein widerspruch zu vielem, was hier sonst propagiert oder zitiert wurde oder wie auch immer. Im englischen Sprachgebrauch wird in euren zitierten Artikeln viel von Drugs geschrieben. Also versteh ich das Problem nicht.

Es grüßt eine kopfschüttelnde, nichts mehr vestehende Quappe, die sich jetzt in ihren klühlen Teich zurück zieht und einfach nur noch enttäuscht ist, was hier abläuft.

Quappe
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Diagnosen: PTBS, Depression, Sozialphobie, Agoraphobie, Oralophobie, Migräne, craniomadibuläre Dysfunktion, Tendovaginitis an den Füßen
Erfahrungen mit Ximovan ( Paradoxe Reaktion), Melperon (drastische Alpträume), Taxilan (total abgeschossen) Fluoxetin (Depersonalisation), Lorazepam, Opipramol, Promethazin, Escitalopram, Cipralex, Valdoxan, Amitriptyllin.
Genannte Mittel nur kurze Zeit genommen und kalt abgesetzt, da angeblich keine Probleme nach so kurzer Einnahmedauer, hahaha!
2010 Venlafaxin 150 mg eingeschlichen, Kurzeitige Besserung der Stimmung bzw. Antriebs, jedoch Verstäkung der inneren Unruhe.
Hinzu kam Amisulprid 50mg, half sehr gut gegen Angst, jedoch horrende Nebenwirkungen (30 kg zugenommen, Kopfschmerzen, Diabetes, Hormonstörungen), daher kaltes Absetzen, weil angeblich unproblematisch. Nach 2 Tagen massive Suizidgedanken und Ängste, wieder auf 50 mg für 1 Jahr.
Sommer 2014 wegen Schlafstörungen 12 Tropfen Trimipramin, kaum Besserung, starker Nachhang, Depersonalisierung, Muskelsteifigkeit, Kurzatmigkeit, Nachlassen der körperlichen Belastbarkeit, eigenmächtiges kaltes Absetzen, daher wochenlang starke Schlafstörungen.
Amisulprid 50 mg Ende November 2014 eigenmächtig abgesetzt. Pro Woche 12, 5 mg weniger, keine Absetzsymptome
Venlafaxin 150 mg seit Mitte Dezember 2014 am Absetzen, innerhalb von 2 Wochen auf 37,5 mg mit starker Absetzsymptomatik,( Brainzaps, Weinerlichkeit, Verzweiflung, aggressive Ausbrüche, Bauchschmerzen, Durchfall, Sehstörungen)
11.1. auf 75 mg, da Absetzsymptome zu stark, nehmen im Verlauf des Sommers ab, Schneckenclubmitglied :schnecke:
Sept. 2015 Diagnose Autoimmunthyreoiditis, Einschleichen von Hormonen wegen unerträglichen Nebenwirkungen misslungen.
Regelmäßige Einnahme von Vitamin D, Leinöl, Basentee und versch. homöopath. Globuli bekommen mir sehr gut!!!

31. Oktober 2016 Fortsetzen vom Absetzen Venlafaxin 75 mg mittels Mikrotapering ( pro Kapsel ein Gewicht von 0,306 g)
Meine Absetzsymptome bei jedem Schritt, mal mehr, mal weniger: Weinerlichkeit, Pseudodepri, Pseudoschnupfen, Muskelschmerzen in den Beinen, Verspannungen Nacken und Kiefer, Brainzaps, Geräuschempfindlichkeit, leichte Übelkeit, Kopfschmerzen, Darmprobleme, Juckreiz, Hör- und Sehprobleme
4.11.: Kapselgewicht 0,304 g
7.11.: Kapselgewicht 0,302 g
10.11.: Kapselgewicht 0,300 g, Absetzsymptome zu stark, kurz hochdosiert, besser!
28.11.: Kapselgewicht 0,298 g
9.12.: KG 0,295 g
am 1.1. 2017 bei KG 0,292 g angekommen
17.01.2017 KG 0,290g
15.02.2017 KG 0,286 g
01.03.2017 KG 0,284 g
seit 24.04. 2017 KG 0,280 g
02.05.2017 KG 0,278 g
16.05. 2017 KG 0,276 g
mittlerweile bei KG 0,273 g
nun bei KG 0,270 g
mittlerweile bei KG 0,264 g mit Zwischenschritten
seit 15. 11. bei KG 0, 255 g ohne Zwischenschritte, drei Tage Absetzwelle, dann OK
seit 30.11. bei KG 0,245 g, das übliche an Absetzsymptomgedöns :-)
mittlerweile bei KG 0,230 g
mittlerweile bei KG 0,200 g kaum Absetzsymptome, solange ich auf passende Ernährung achte!
KG 170 g
22 Kügelchen
Seit dem 15. August 2018 auf NULL!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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Re: Diskussion über die Verwendung des Begriffes "Gift" oder "Drogen" für Psychopharmaka

Beitrag von padma » Donnerstag, 26.07.18, 19:00

hallo zusammen, :)

hier scheint es ein Missverständnis zu geben. :(

Es geht in diesem thread, wie im Titel benannt, um die Verwendung der Begriffe Gift und Drogen. Und dazu sind ja auch schon einige Einschätzungen gekommen. :D

Es geht hier nicht um einzelne Teilnehmer !
Es ist nicht der Stil des Forums öffentlch über einzelne Teilnehmer zu diskutieren. Denuziation ist ein harter Vorwurf, den möchte ich zurückweisen.

Das Team geht, wenn es mal Schwierigkeiten mit einzelnen Teilnehmern gibt, damit diskret um.

Wir bemühen uns bei Themen, die in der "Luft liegen" um Transparenz und sind an eurer Meinung
interessiert.
Es geht um eine grundsätzliche Diskussion und ich bitte darum, nur Beitäge zu der begrifflichen Thematik zu verfassen.

liebe Grüsse,
padma
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seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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25.10.2018: 0,15 mg :schnecke:



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Re: Diskussion über die Verwendung des Begriffes "Gift" oder "Drogen" für Psychopharmaka

Beitrag von Lithium » Donnerstag, 26.07.18, 19:28

Hi,

also mich persönlich stört es nicht wenn man Psychopharmaka als "Gift" bezeichnet. Aber...

Ich habe absolut nicht den Eindruck dass das Medikament welches ich seit 14 Jahren einnehme ein Gift ist. Ich habe keine Nebenwirkungen, meine Lebensqualität ist gut und ich hatte 14 Jahre lang keine ernsthafte Depression. Natürlich können - je nach Person - teilweise gravierende Absetzsymptome auftreten.

Wenn ich mich jetzt erstmals kritisch über Psychopharmaka informieren wollte und ich würde das Wort "Gift" lesen dann würde mir erstmal ein Wort in den Sinn kommen: Aluhüte. Ich finde solche Worte untergraben ein bisschen die Seriosität dieses Forums. Und wenn sich Ärzte mal überwinden und hier im Forum stöbern dann wird das Wort "Gift" eher den Eindruck verstärken, dass es sich um ein verschwörungstheoretisches Forum handelt.
Aber ich finde nicht dass man deswegen Beiträge löschen müsste.

Viele Grüße

Lithium
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2003 Herbst: Diagnose Saisonale Depression 30mg Mirtazapin
2004 Frühjar: Absetzen Mirtazapin auf 0 innheralb von 2 Wochen. 4 Tage sehr starke Absetzsymptome danach alles bestens
2004 Winter: Mirtazapin 30mg
2007 Herbst: Mirtazapin 45mg
2008 Frühjahr: Mirtazapin 30mg
2012 Frühjahr: Absetzversuch innerhalb von 1,5 Monaten auf 7,5mg. Sehr stakre Absetzsymptome bei 7,5mg und wegen psychischer Instabilität wieder zurück auf 30mg
2012 Herbst: Mirtazapin 45mg
2013 Frühjahr: Absetzversuch innerhalb von 2 Monaten auf 15mg. Sehr stakre Absetzsymptome bei 15mg und wegen psychischer Instabilität wieder zurück auf 45mg
2014 Herbst: Zusätzlich phasenweise 5 HTP 25mg - 150mg bis zum heutigen Tag. Aber generell keine Probleme wenn auf 0mg reduziert wird.
2017 Sommer: Cannabidiol manchmal am Abend

2018 Januar: 1. Absetzversuch von 45mg Mirtazapin mit sehr langsamen Reduktionsschritten. Absetzgeschwindigkeit: konstant 0,5mg Mirtazapin / Woche bis heute.

Aktuell:
10.12.18 20mg Mirtazapin

live-slow
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Re: Diskussion über die Verwendung des Begriffes "Gift" oder "Drogen" für Psychopharmaka

Beitrag von live-slow » Donnerstag, 26.07.18, 20:08

huhu ;-(
also ich sags jetzt mal ganz leise....
darf ich es wenigstens "zeug" nennen?

pn funktion sperren gehört auch verboten. sagt der postbote!

liebe grüße
live- (today verry)slow
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Clarissa
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Re: Diskussion über die Verwendung des Begriffes "Gift" oder "Drogen" für Psychopharmaka

Beitrag von Clarissa » Donnerstag, 26.07.18, 20:46

Hallo, padma.

Inwiefern geht es nicht um einzelne Mitglieder, wenn deren PN gesperrt und Beiträge zensiert werden?

Tut mir leid, ich schließe mich Kaulquappe an und frage mich auch: wovor habt Ihr Angst?

VG von Clarissa

Oliver
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Re: Diskussion über die Verwendung des Begriffes "Gift" oder "Drogen" für Psychopharmaka

Beitrag von Oliver » Donnerstag, 26.07.18, 22:20

Hallo,

an die "Enttäuschten" und "Schockierten" in diesem Thread: lasst doch mal bitte das Drama raus und hört auf mit Begriffen wie Zensur und Denunziation um Euch zu werfen und das ganze in einen Frontenkrieg zu verwandeln.

Alles Gute
Oliver
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Re: Diskussion über die Verwendung des Begriffes "Gift" oder "Drogen" für Psychopharmaka

Beitrag von sl76 » Donnerstag, 26.07.18, 22:41

Hallo,

ich sehe das genau wie Oliver.
Irgendwie sitzen wir hier alle im selben Boot. Wir wissen das die Medikamente die wir eingenommen haben bzw. einnehmen oftmals zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.
Wir sollten alle froh sein das es dieses Forum gibt und viele Betroffene in schweren Zeiten hier Begleitung finden.
Also was soll der Schwachsinn sich hier zu streiten wie man das Zeug nennt. Denkt doch bitte auch an neue Mitglieder, da geht es doch in erster Linie darum diese zu stabilisieren und nicht mit den o.g. Bezeichnungen zu schockieren und zu verunsichern. Ich bin auch dankbar dafür die Medikamente nicht mehr nehmen zu müssen, viele Betroffene sind (noch) nicht in dieser Situation. Und trotz aller Nebenwirkungen,zT. auch sehr schwere, die ich ertragen musste und immer noch muss, finde ich eine seriöse Kommunikation zum Themas besser und wichtiger als eine emotionsgeladene.
Jeder ist ja auch irgendwie freiwillig hier, weil er sich für sich oder Angehörige Hikfe und Abntworten erhofft. Selbstverständlich hat sich da jeder an die Regeln zu halten, keine Frage.

Viele Grüße

Sebastian
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Re: Diskussion über die Verwendung des Begriffes "Gift" oder "Drogen" für Psychopharmaka

Beitrag von Marko92 » Freitag, 27.07.18, 9:56

Hallo in die Runde,

ich finde Begriffe wie "Gift" und "Drogen" nicht hilfreich und schliesse mich den entsprechenden Vorrednern an.

Die Medikamente, über die wir uns austauschen, kann man doch sachlich als Psychopharmaka bezeichnen, oder man spricht vom konkreten Wirkstoff oder Präparat.

Wenn man über Google Infos sucht und verschiedene Seiten erst mal meist kurz überfliegt, können solche Unterschiede in der Formulierung den Ausschlag geben, ob man eine Seite als glaubwürdig einschätzt und bleibt oder denkt, man hat es mit einem Haufen einseitig denkender, schlecht informierter Leute mit Frust zu tun und die Seite wegklickt.

Beim Austausch mit anderen Mitgliedern finde ich es wichtig, auch dran zu denken, dass es triggeranfällige gibt und in fremden Threads lieber vorsichtig und sachlich formulieren.
Ich habe in meiner Absetzzeit z.B. gar nicht bei anderen mitgelesen, weil ich kein Kopfkino über Absetzen haben wollte.

Wenn man das Forum beim Arzt als Quelle oder Hilfe ansprechen will, wird ein sachlich und in normalem Ton formuliertes Forum, besser akzeptiert.
So kommt man mit den Foren-Themen auch besser da hin, wo sie was bewirken können.

Drogen sind in der deutschen Sprache illegale Substanzen mit dem dazugehörenden sozialen Umfeld, deswegen auch kein passender Begriff, finde ich.

LG Markus

PS - Ergänzung eingefügt
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Re: Diskussion über die Verwendung des Begriffes "Gift" oder "Drogen" für Psychopharmaka

Beitrag von LenaLena » Freitag, 27.07.18, 11:01

Hallo,

ich verstehe, dass man sich um die Außenwirkung Sorgen macht.
Andererseits verstehe ich, wie Menschen, die so zerstört wurden durch die PP wie ich, die Sichtweise haben, es Gift oder Drogen zu nennen (dass weniger schlimm Betroffene es nicht so nennen, oder Leute, denen es wirklich das Leben gerettet hat, wie Ululu oben schreibt, ist auch nachvollziehbar).
Das ist immerhin ein Selbsthilfe-Forum von Betroffenen, die ihre Geschichte erzählen, und keine Info-Seite, von der man die Seriösität einschätzen müsste.
Zumindest, was die persönlichen Threads betrifft.

Ich persönlich nehme von Gift Abstand, aber zum Begriff Drogen sehe ich einfach zu viele Parallelen. Es gibt legale und illegale, und nur weil PP so herrlich legal sind, müssen sie nicht aus der Definition rausfallen.
Zum Nachdenken: Wenn PP, bspw Benzos, auf der Straße illegal gedealt werden, was ja passiert, werden sie auch offiziell als Drogen bezeichnet. Wenn der Arzt sie verschreibt, was, wie wir wissen, ja wirklich extrem schnell und häufig passiert, dann nicht...?
Zudem, schaut mal in Jofabs Thread, sie hat in ihrer N/A Gruppe mit ehemaligen Heroinabhängigen geredet über Entzug, und so was langes, schwerwiegendes wie unseren Entzug kannten die alle nicht... allein das rechtfertigt für mich die Definition als Droge.

In einem Forum wird es immer verschiedene Meinungen geben. Das ist an sich auch gut so. Wir sind alle verschieden und sehen die Welt mit unserer persönlichen Brille. Aber natürlich halten wir uns an die aufgestellten Regeln zum Zwecke der Ordnung.

Jetzt allerdings mit der Angstmache-Karte zu kommen, nachdem ich in meiner Anfangszeit im Forum eure Angstmache kritisiert hatte (bzgl Wiedereindosieren und schnellem Raten zu einer Benzo-Einnahme, bevor natürliche Mittel wie Passionsblume = gleiche Wirkweise wie Benzo probiert wurden), die ich ja aus meiner eigenen Erfahrung heraus genannt hatte (ihr habt mir definitiv damit Angst gemacht, so sehr, dass ich mir eine Packung Benzos geholt habe, weil ich dachte, einen Entzug übersteht man nicht ohne), kommt mir sehr seltsam vor. Da hat auch keiner über die Trigger für mich und andere Neulinge nachgedacht, und als ich es erwähnt habe, wurde ich ziemlich niedergemacht.
Sorry für meine Ehrlichkeit, aber das trifft mich jetzt ziemlich :(

An sich verstehe ich aber euer Ansinnen und eure Gründe zu dem Thema. Gerade was die offiziellen Bereiche, Themen und Threads von Neulingen angeht.
Und wenn ich mit einem Arzt oder anderen Leuten offiziell über das Thema spreche, verwende ich natürlich auch eine andere Wortwahl als in meinem Thread, wo ich oft einfach meinen Frust über mein versautes Leben rauslassen muss ;)

Nur um sicher zu gehen - in unseren persönlichen (nicht fremden, neuen) Threads dürfen wir aber laut eures Textes die Worte verwenden? Oder auch nicht?

LG Lena
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Re: Diskussion über die Verwendung des Begriffes "Gift" oder "Drogen" für Psychopharmaka

Beitrag von LinLina » Freitag, 27.07.18, 11:32

Hallo zusammen :-)

Ich denke, es gibt auch zu diesem Thema wie meistens keine absolute Wahrheit und nicht nur Schwarz oder Weiß sondern viele Graustufen dazwischen.

Natürlich wirken Psychopharmaka giftig - also toxisch, genau wie alle anderen Medikamente und eigentlich fast alle Substanzen, abhängig von der Dosis und von der individuellen Konstitution. Bei manchen verursachen sie schon bei einer Einnahme akute und/oder chronische Schäden, andere "müssen" sie erst über viele Jahre und/oder hochdosiert nehmen, bis es merkliche Auswirkungen auf die Gesundheit hat.

Es geht ja, wie in unserem Infobeitrag beschrieben, auch nicht darum dass jetzt im Forum überall und pauschal das Wort "Gift", "giftig" oder "Drogen" verboten oder entsprechende Beiträge gelöscht werden sollen.

Es geht darum darauf aufmerksam zu machen, dass es bei der Verwendung dieser Begriffe (neben dem durchaus hilfreichen Effekt des Frustabbaus und der deutlichen Benennung der Substanzen als schädlich für uns) auch negative Auswirkungen geben kann.

Es ist auch ein Unterschied, wie ebenfalls im Infobeitrag beschrieben, ob man im eigenen Thread oder mit anderen denen es genauso geht schreibt, oder ob man gegenüber neuen Mitgliedern oder Mitgliedern in einer sehr verletzlichen Situation diese Wortwahl verwendet.

Ich persönlich kann z.b. gut verstehen wenn jemand die Bezeichnungen Gift oder Drogen verwendet, und ich kann auch normalerweise damit umgehen wenn mir das jemand schreibt in einem Beitrag oder einer Nachricht an mich. Allerdings finde ich es wichtig, auch an andere zu denken, die sich ggf. nicht so gut schützen können.

Auch die Außenwirkung finde ich wichtig, sowohl auf Neuankömmlinge als auch auf Fachpersonen.

Ich finde es super, dass wir sowas hier offen diskutieren können, und dass es verschiedene Meinungen gibt ist doch klar. Ich finde es interessant zu hören wie es euch damit geht.

Zum Thema Zensur und Denunziation möchte ich aber noch sagen, dass ich es schlimm finde dem Team sowas vorzuwerfen.

Es ist ganz normal dass es in einer Gruppe regeln gibt. z.B. würde man in einer Traumagruppe bestimmte Regeln aufstellen um Betroffene zu schützen und wir haben hier unter anderem auch die Regel, dass man nicht anderen Mitgliedern unterstellen darf, sie hätten gar keinen Entzug sondern würden einfach nur ihre Krankheit nicht akzeptieren.

Bitte bedenkt auch, dass es nicht jedem gleich geht und das Team ggf. auch Probleme mitbekommt, bezüglich der Beiträge im Forum oder im PN-Verkehr, die man selbst erstmal nicht wahrnimmt.

Selbsthilfegruppen würden nicht funktionieren, wenn es nicht bestimmte Regeln gibt. Ob diese im Einzelnen sinnvoll sind, darüber gibt es sicher immer geteilte Meinungen.

Das Forum hat z.b. eine psychopharmakakritische Ausrichtung, würde das Team nicht immer wieder darauf achten, dass diese erhalten bleibt und sich wirklich nur Menschen austauschen, die ihre Medikamente kritisch sehen, sich zumindest kritisch informieren oder absetzen wollen, würde es hier ziemlich viel Durcheinander geben und es wäre nicht möglich, dass Betroffene sich hier auf diese Weise austauschen und sicher fühlen können.

Das hat nichts mit Zensur im Sinne diktatorischer Staaten zu tun und die Regeln hier im Forum gelten auch nicht nur für einzelne Personen.

Liebe Grüße
Lina
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Ich bin zur Zeit nicht im Forum aktiv. Bei Fragen und Bitten an das Team an padma, Ululu69 oder murmeline wenden.

Hinweis: Alle meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerte - meine eigenen, und die anderer Betroffener - und die wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

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Re: Diskussion über die Verwendung des Begriffes "Gift" oder "Drogen" für Psychopharmaka

Beitrag von Marko92 » Freitag, 27.07.18, 11:33

Hallo Lena,
LenaLena hat geschrieben:
Freitag, 27.07.18, 11:01
ich verstehe, dass man sich um die Außenwirkung Sorgen macht.
...
Das ist immerhin ein Selbsthilfe-Forum von Betroffenen, die ihre Geschichte erzählen, und keine Info-Seite, von der man die Seriösität einschätzen müsste.
Zumindest, was die persönlichen Threads betrifft.
Naja, wie seriös man ein Forum einschätzt, entscheidet auch, ob man bleibt.

Aber, was ich wichtiger finde, ist, dass es wenigstens durchschnittlich seriös rüberkommt, weil man dann auch mal beim Arzt das Forum ansprechen kann und die Chancen, dass die Absetzthematik ernst genommen wird, dann steigen.

Das Forum ist ja auch deswegen ein Selbsthilfeforum, weil viele Mitglieder keinen Arzt haben, der genug Wissen und Verständnis dazu hat.

Eigentlich finde ich die Außenwirkung fast wichtiger als dass Frust ablassen, weil man übers Internet eine große Reichweite hat und Ärzte/Therapeuten erreichen kann, wenn es in einem Ton gehalten ist, der das Forum nicht unseriös und unglaubwürdig macht.


LG Markus
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Re: Diskussion über die Verwendung des Begriffes "Gift" oder "Drogen" für Psychopharmaka

Beitrag von LenaLena » Freitag, 27.07.18, 11:45

Hallo Markus,

ich persönlich finde es in einem Forum wichtiger, die ungeschönten Erfahrungsberichte öffentlich stehen zu haben, die die Ärzte von uns ja nicht hören wollen.
Zu lesen, wie es zB einem AD-Abhängigen WIRKLICH geht (gehen kann).
Für alleinige Information gibt es genügend andere Seiten.
Ergänzung .... genügend andere sehr seriöse Seiten, mit Belegen und Beweisen, die sich die Ärzte auch nicht ansehen, selbst wenn man sie darauf hinweist. Es liegt also in keinster Weise an der Außenwirkung des Forums, sondern an den betreffenden Ärzten und ihrer Weigerung.

LG Lena

P.S.: ich habe auch die Hoffnung, dass in vielen Jahren, wenn das Thema endlich öffentlich anerkannt ist, unsere Entzugsberichte helfen, das Thema zu analysieren und zu verhüten, dass andere in diese Situation kommen.
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