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Liebe Mitglieder des ADFD-Forums, liebe Interessierte,

Update: Die Wiedereröffnung für neue Teilnehmer verzögert sich noch ein wenig. Geplanter Termin ist der 1.8. Das neue Konzept steht aber mittlerweile und wir arbeiten im Hintergrund an der Umsetzung.

Erste Veränderungen in Form zweier neuen Rubriken sind nun eingestellt, Erläuterungen siehe den Artikel über die geplanten Änderungen.


Seit dem 31.03.2019 Ist das Forum für Neuanmeldungen geschlossen. Bislang freigeschaltete Mitglieder können das Forum natürlich wie gewohnt nutzen und dort schreiben.

Es tut uns leid für diejenigen, die sich nun gerne anmelden möchten und nicht können, aber aufgrund einer völligen Überlastungssituation sind wir nicht mehr in der Lage noch mehr Mitglieder zu betreuen. Wir müssen uns in den kommenden Wochen auch überlegen, wie das Forum künftig organisiert werden kann, so dass es fortbestehen kann. Das Forum wurde in den letzten Wochen geradezu mit Neuanmeldungen geflutet und es ist uns nicht mehr möglich, diese Massen an Anfragen auf Basis unseres ehrenamtlichen Engagements zu bewältigen.

Trotzdem wollen wir keinen von Euch hängen lassen.
Zum einen steht in diesem Forum wirklich alles Relevante, was Ihr wissen müsst, wenn Ihr Eure Psychopharmaka verantwortungsvoll, schonend und nachhaltig absetzen wollt und zum anderen haben wir auch extra noch mal die allerwichtigsten Artikel und Tipps für Euch zusammengestellt.
Nehmt Euren Wunsch, Eure Medikamente auszuschleichen aktiv in die Hand, lest die Infoartikel, wühlt Euch durch die Threads der anderen Betroffenen und erlebt, dass alle im gleichen Boot sitzen, benutzt gerne auch die Suchfunktion... Ihr werdet sehen, so gut wie keine Frage wird unbeantwortet bleiben.

=> Hier sind nochmal häufige Fragen von Neuankömmlingen für Euch beantwortet. <=

Für unsere Bestandsmitglieder und natürlich auch für diejenigen, die an den tiefer gehenden Gründen interessiert sind, weswegen wir den Anmeldestopp verhängt haben, haben wir eine genauere Erklärung verfasst.

Wir danken für Euer Verständnis und erbitten zahlreiches und konstruktives Mitwirken
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Reaktionen von "Fachmenschen" zum Thema Absetzsyndrom?

Allgemeine Diskussion über psychische Störungen, ihre Behandlung und alles Verwandte.
Buetzfeld
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Re: Reaktionen von "Fachmenschen" zum Thema Absetzsyndrom?

Beitrag von Buetzfeld » Montag, 30.04.18, 12:09

Hallo,
meine Frage bei meinem Psychiater bezüglich der Absetzmöglichkeit von Citalopram gefragt. Antwort sinngemäß: "Warum wollen Sie denn absetzen. 2 Absetzversuche sind doch schon gescheitert. Das Ihre Depression wieder auftritt ist um ein Vielfaches erhöht. Dann folgten die typischen Psychofragen: "Erzählen Sie doch mal, wie geht es Ihnen heute ? Was denken Sie ? Sind Sie traurig ? Ich sehe, dass Sie unaufmerksam sind...." etc. Ich kam mir vor wie in der typischen Beschreibung eine "Klapse". Fehlte bloß noch die "Eidschi-Beidschi-Kindersprache". Daraufhin habe ich beschlossen mich zu informieren und selber von dem Zeug wegzukommen. Bin jetzt innerhalb eines Jahres von 20mg auf 5mg runter. Der letzte Schritt war vielleicht etwas zu groß von 10mg auf 5mg, da merke ich schon Absetzsymptome. ich gebe aber nicht auf. Bei meinem früheren Hausarzt war ich vor Jahren schon mal, wegen der Absetzmöglichkeit. Antwort damals: "Ich habe nur 10 Minuten Zeit für Sie. Nehmen Sie die Medikamente weiter, dann geht es Ihnen auch weiter gut". Wo gibt es heute noch einfühlsame Ärzte, die einem wirklich ernst nehmen und vor allen Dingen zuhören ? Unser gesamtes Ärztewesen verkommt, weil es nur nur um Effektivität und Wirtschaftlichkeit geht. Ich kann nur jedem raten die Sachen selber in die Hand zu nehmen, immer zu hinterfragen, selbst sich Fachwissen aneignen auch was Medikamentengabe und Wechselwirkung mit anderen Medikamenten angeht. Da achtet nämlich kein Arzt mehr drauf. LG Buetzfeld
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2009 - 2017
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04/2018 - 01/2019
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Februar 2019 - heute Citalopram 7 mg
- erste längerfristige Besserungen treten ein
- Antriebslosigkeit, Schwindelgefühle und hypochondrische Ängste verschwinden, verringern sich stark.
- Zunahme der Leistungsfähigkeit und positiver Gedanken
- Parästhesien sind zwar noch da, jedoch abgeschwächter und nicht mehr so störend :) :) !
- Bleibe vorerst bei 7 mg, um mich vollständig zu erholen. Werde erst in einigen Monaten weiter reduzieren !

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Re: Reaktionen von "Fachmenschen" zum Thema Absetzsyndrom?

Beitrag von li-la » Montag, 30.04.18, 12:51

Mein alter Hausarzt hat mir 2017 Opipramol verschrieben da ich SchlafStörungen hatte. Im Dezember 2017 besprach ich mit ihm das ich fast Gefühl habe es wirkt nicht mehr. Nahm100mg zur Nacht. Er sagte mir ich soll 5 Tage 50mg nehmen und dann weg lassen... 3 Tage nach null fingen die ersten Symptome an. Er sagte mir dann 11 Tage später ich soll wieder auf 50mg eindosieren.. ich reagiere wohl sehr sensibel. Dann ging er in Rente... mein neuer Hausarzt beschloss bei unserem 1. Termin das ich mit der Psyche habe.. das war 3 wochen nach wieder eindosierung... er bemerkte nicht das meine Symptome vom absetzen / wieder eindosieren/ wirkungsverlust kommen... er beschloss opipramol sofort weg und 5mg Escitalopram. .. aber da ging die Post ab. Sein Chef und seine Kollegin waren mit dem Symptomen vertraut wussten das es ein entzug ist und redeten mir zu es auszusitzen... mit der Aussage 6-8 wochen dauert sowas. Naja mit 6-8 wochen ist es bei mir leider nicht getan, aber immerhin konnten sie meine Symptome einordnen. Meine psychotherapeutin sagten klar bei opipramol gibt es keinen entzug. Ruderte dann aber zurück...

Liebe Grüße
Lila
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Diagnose Schlafstörungen / Angststörung / Panikattacken

2016 5mg Escitalopram kurzzeitig 10mg - diese jedoch wieder auf 5mg reduziert wegen unruhiger Beine
März 2017 - Dezember 2017 100mg Opipramol

bis 23.12.2017 = 100mg Opipramol
ab 24.12.2017 = 50mg Opipramol
ab 31.12.2017 = 0mg Opipramol
Absetzplan vom Arzt bekommen!


ab 02.01.2018 extreme Unruhe, Angstzuständige, Herrasen / Herzstolpern

ab 12.01.2018 50mg Opipramol ( Rücksprache Arzt)

30.01.2018 mein Hausarzt geht in Rente
12.02.2018 aufsuchen des neuen Hauarztes wegen inneren vibrieren
lt Hausarzt psychisch bedingt, sollte sofort Opipramol absetzen und 5mg Escitalopram beginnen

folgende Symptome : Unruhe, innerliches zittern/vibrieren, Muskelzucken, Schüttelfrost, Angst und Panik, Ohrenrauschen, starke Verspannungen

15.02.2018 lt neuen Arzt Aufdosierung auf 10mg Escitalopram da Symptome so schlimm waren
19.02.2018 lt Arzt vertrage ich Escitalopram nicht , da Symptome immer schlimmer werden, sofort Absetzen

Fazit :
12.02.2018 Kalt Opipramol entzogen
19.02.2018 sofort Absetzen von Esticalopram nach 1 Wöchiger Einnahme

Arzt erkannte Entzug nicht! Seine Kollegin und sein Chef allerdings schon. lt Aussage sollte der Entzug nach 6 Wochen vorbei sein

Im Entzug : 2 x Notaufnahme
Blutbild ohne Befund
EKG ohne Befund

Vom Arzt verordnet:
Kopf MRT ohne Befund
HWS und LWS MRT ohne Befund
Blutbild ohne Befund
Stulhprobe ohne Befund
Schilddrüsenwerden i.O, kein Eisenmangel, kein Vitaminmangel

Symptome im Entzug
- Schüttelfrost
- inneres Zittern /Vibrieren
- extreme Angst / Panik
- Angst verrückt zu werden oder Psychose zu bekommen
- Angst vor der Angst
- starkes Muskelzucken
- starke Verspannungen
- Appettitlosigkeit
- Abnahme Gewicht 10kg in 14 Tagen
- Durchfall
- Unruhe im Kopf / Stromgefühl im Kopf
- Herzrasen / Herzstolpern
- Ohrenrauschen
- anfällig für Infekte
- Neuroemotionen - Neuroangst
- Unruhe
- extreme Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit

Seit 70 Wochen auf 0mg Opipramol :party2:
Seit 69 Wochen auf 0mg Escitalopram :party2:



Befinden aktuell ( 22.04.19)
- es hat sich vieles verbessert
- Angst vor der Angst, manchmal noch Angst vor psychose und verrückt zu werden
- immer noch wellen / Fenster

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Re: Reaktionen von "Fachmenschen" zum Thema Absetzsyndrom?

Beitrag von yberion45 » Mittwoch, 27.06.18, 17:13

Hey

Also mein Pyschiater, ich weiß nicht wie ich ihn einschätzen soll. Letzter Termin das war 6 Wochen nach Absetzen fragt der mich wie es geht. Meine Antwort nach zwei Wochen fing der Spaß an, Augen brennen etc und das triggert meinen Zwang und Krieg hin und wieder mal ein Gedanken.

Er: aber das können nicht Absetz Symptome sein, da sie ja erst zwei Wochen nach dem Absetzen angefangen haben, waren es welche wurde es direkt anfangen.

Ich: nun, es sind aber absetz Symptome sowas habe ich vor den Medikamente nicht gefühlt und selbst die Gedanken fühlen sich anders an

ER: schaffen sie es den ohne Medikamente?

Ich: ja den Dreck nehme ich nie wieder

Er OK kommen sie zwei Monate später wieder zur Kontrolle, nehmen sie die Medikamente immer in Nähe mit
Ich wieso?

Er notfall

Ich ok

Raus und erstmal ein Wutanfall gehabt. So ein idiot.....
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Februar 2017:Diagnose : zwangsgedanken (post thc und amphetamine Syndrom)

01.05.2017 20mg Fluoxetin Libido Verlust
05.07.2017 Fluoxetin 20 mg und Tolvon 10 mg kalt abgesetzt
20 mg Citalopram libido wieder da, dafür Kopfschmerzen Wahrnehmung beeinträchtigt, je mehr ich mich bewege um so schlimmer NW
20.12.2017 - 5mg:15 mg Citalopram Nw besser, zwei Tage müde
02.02.2018 -5mg: 10 mg keine Symptome kaum Nebenwirkungen keine Gedanken
06.02.2018 mir geht es Super keine Symptome fast keine NW Wohlfühldosis
07.02.2018 Nebenwirkungen wieder da aber abgeschwächt als bei 15 mg sonst ganz gut keine Gedanken

09.02.2018 Mir geht es super, keine Symptome und die Nebenwirkung sind noch da, aber sehr erträglich
17.02.2018 keine Absetz Symptome, Nebenwirkungen sehr schwach
20.02.2018 immer noch keine absetz Symptome, Nebenwirkungen da
01.03.2018 keine Absetz Symptome bekommen seid 3 Tagen sind die Nebenwirkungen gesunken. Ich vermute es liegt daran, dass ich jetzt jeden Tag jogge
05.03.2018 immer noch keine Probleme, aber Nebenwirkungen wieder etwas stärker. Keine Gedanken. Kann kaum abwarten bis zur nächsten Reduktion
23.03.2018 - 5mg: 5 mg mal sehen wie es wird bis jetzt ist nichts, aber auch zu früh
04.04.2018 Noch keine Symptome, mir geht es Super und die Nebenwirkung sind sehr gering. Von meiner Grunderkrankung keine Spur
10.04.2018 Noch keine Symptome. Mir geht es immer noch sehr gut und vom Zwang auch keine Spur. Bin leicht müde, liegt aber vom Wochenende noch, da ich wegen einem Paris Trip kaum geschlafen habe.
05.04.2018 seid heute 0 mg
28.04.2018 folgende Absetz Symptome sind verschwunden:
Übelkeit und Schwindel
Folgende Absetz Symptome habe ich noch:
Augen brennen, komische Wahrnehmung von mir selber und manchmal Kopfschmerzen und Matschig. Jedoch Wellen artig mal besser und mal schlechter.
26.06.2018 immer noch Absetz Symptome, die stündlich ihre Starke ändern aber Alltag tauglich bleibt. Wahrnehmung immer noch gestört. Seid 3 Tagen CBD seid 8 Tagen Mariendistelsamen und L-Tryptophan
31.08.2018: Symptome sehr zurück gegangen, normale Gedanken kommen wieder, Gehirn nur noch leicht betäubt, schwankt etwas

Maria_1492
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Re: Reaktionen von "Fachmenschen" zum Thema Absetzsyndrom?

Beitrag von Maria_1492 » Donnerstag, 12.07.18, 6:26

Hallo ihr lieben.

Ich habe heute einen Termin bei meiner Psychiaterin , in dem ich alles „Beichten“ möchte. Ich bin sehr gespannt wie sie reagiert und werde berichten :)

Liebe Grüße
Maria
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Salamander
Diagnosen: PTBS, schwere Depression, Panikstörung, Borderline

Mein psychiatrischer "Werdegang"
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Absetzverlauf
Venlafaxin ret. 262,5 mg absetzen

29.06.18: 250 mg (ca. 95,2%)
04.07.18: 250 mg - starke Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall
12.07.18: 250 mg - Petechien nach Kratzen, seit einigen Tagen kaum Schlaf gefunden. Angst vor Psychose. Heulkrämpfe. Schmerzen am ganzen Körper, Schlafen hilft (wenn ich es kann).
17.07.18: 250 mg - Besserung der Symptome (Übelkeit, Schlaflosigkeit, Panik), Pochen im Ohr

Liebste Grüße
Maria

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Re: Reaktionen von "Fachmenschen" zum Thema Absetzsyndrom?

Beitrag von Maria_1492 » Donnerstag, 12.07.18, 7:15

Ach ihr lieben,

Da fällt mir gerade noch eine unglaubliche Geschichte ein, die ich erlebt habe. Inzwischen kann ich echt drüber lachen, dachte sowas gibt’s nur im Film.

Ich habe mich mal selbst eingewiesen wegen Suizidgedanken und kam dann für drei Tage auf eine geschlossene Station.

Dort musste ich dann viele Sachen abgeben und unteranderem meine Kopfhörer.
Dazu muss man wissen, die waren sehr teuer und ich hatte sie erst ein paar Tage vorher gekauft und ganz allgemein sind mir meine Kopfhörer immer sehr heilig. (Was wäre das Leben ohne Musik!:D)

Aufjedenfall würde ich nach drei Tagen auf die offene Station verlegt und ich habe meine Sachen wiederbekommen - bis auf die Kopfhörer.

Das Pflegepersonal wollte mir ernsthaft weiß machen, dass ich keine Kopfhörer abgegeben hätte und ich einfach so verwirrt durch die Medikamente wäre und das wohl einfach nur in meinem Kopf statt gefunden hätte.

Der Zettel, auf dem notiert wird, was einbehalten würde, ist natürlich irgendwie abhanden gekommen...

Da kann man echt nur den Kopf schütteln ..

Liebe Grüße
Maria
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17.07.18: 250 mg - Besserung der Symptome (Übelkeit, Schlaflosigkeit, Panik), Pochen im Ohr

Liebste Grüße
Maria

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Re: Reaktionen von "Fachmenschen" zum Thema Absetzsyndrom?

Beitrag von Monalinde » Donnerstag, 12.07.18, 12:49

Hallo Maria,

ich schüttle schon lange nicht mehr den Kopf über derartiges. Lass mich mal erzählen: Meinem Sohn ist in der Geschlossenen sein hochwertiger Rasierapparat gestohlen worden, der sogar im Verwahrfach war. Niemand, auch niemand vom Personal konnte sagen, wohin der Apparat gekommen ist. Nein so etwas, vielleicht war er gar nicht im Verwahrfach! Auch uns Eltern, die wir ja nun nachweislich nicht Patienten waren, hat man diese Version angeboten.
Das nächste Mal war sein handy weg. Sohnemann glaubt, dass es ein Mitpatient war. Dann ein Wollpullover.

Beim dritten Mal nun, innerhalb von ein paar Jahren, hat er aus den Vorgängen gelernt. Er hat alles weggesperrrt, den Schlüssel tagsüber an sich genommen und nachts unter der Matratze versteckt. Wenigstens ist ihm dieses Mal nichts weggekommen.

Er hat von einer jungen Patientin gehört, die eine schwere Psychose hatte, die man dann aber doch letztendlich in der Offenen untergebracht hat. Ihr ist dreimal innerhalb einer Woche ein namhafter Betrag aus der Geldbörse gestohlen worden. Man hat gemunkelt, dass es keine Arme treffe, denn die Eltern hätten Kohle. Die Eltern haben schlussendlich die Polizei um Hilfe gebeten, die ganz lapidar erklärt hat, dass man da nichts machen könne. Sie solle eben besser aufpassen!

Ich glaube, ich brauche da gar nicht viel dazu zu sagen, außer "nur im Unglück weiss man wer man ist " (Maria Antoinette!).

LG Mona
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MurmelineSalamanderArianrhod
2005 bis 2010 Einnahme von Remergil 7,5 mg und Trevilor bis zu 37,5 mg,
2010 bis 2012 Trevilor 37,5 mg ausschließlich,
Diagnose: Angst und Depression

Dezember 2012 auf Null abgesetzt, 10 Prozent im Rhythmus von 14 Tagen ( zu schnell)
Seit Dezembe 2012 im protahierten Entzug.
Symptome:
( Tinnitus 2011) , Speiseröhrenentzündung, Reflux, Schleim im Hals saures Aufstoßen seit 2014,
Albträume, Durchschlafstörungen, Erschöpfungszustände, Hautausschläge, Angstzustände,
Gelenkschmerzen, Schwindel, Schüttelfrost, Zwangsgedanken, Ohrwürmer, Neuroemotionen, Durchfälle)

2018:
Hautausschläge, Gelenkschmerzen, Schüttelfrost , Schwindel, verstopfte Nase, Albträume nicht mehr vorhanden, Reflux nur noch selten, Durchschlafstörungen sporadisch bei Stress

Ängste, Tinnitus, Neuroemotionen halten an.

sl76
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Re: Reaktionen von "Fachmenschen" zum Thema Absetzsyndrom?

Beitrag von sl76 » Freitag, 27.07.18, 13:10

Hallo,

ich hatte in der letzten Woche einen Termin bei einer Neurologin.
Mein Hausarzt wollte das dort ein EEG durchgeführt wird.

Im Wartezimmer fiel mir ein Bücherregal auf, das übervoll mit druckfrischen Broschüren ( zu den Themen Depression, ...) eines bekannten Pharmakonzerns war.

Als die Ärztin mich fragte was mich zu sie führte, erzählte ich ihr von meiner Absetzproblematik, dass ich aufgrund einer Fehlentscheidung meines vorherigen Hausarztes und meiner eigenen Unwissenheit von einem Tag auf den anderen Cita. abgesetzt habe und seither mit schweren Absetzerscheinungen zu kämpfen hätte.
Die Neurologin begann zu lachen und fragte wer mir den Qhatsch erzählt hätte, es wäre das erste Mal, dass sie überhaupt davon hört, dass es Probleme mit Cita. gäbe.

Es sei ein sehr gut verträgliches Medikament, das man auch ohne Weiteres von einem Tag auf den anderen absetzen könne, manchmal wäre das sogar nötig.

Sie sagte mir ich hätte eine psychosomatische Störung und solle das Cita. einfach wieder nehmen. (und das in Woche 12 seit 0)

Ich schilderte ihr meinen Standpunkt und fragte sie warum ich wieder auf ein Medikament zurückgreifen bei dem ich das Gefühl hätte das es mir nicht gut tut, das in den Stoffwechsel, den Hormonhaushalt und ins Gehirn eingreift und bei dem die Nebenwirkungen immer noch nicht richtig erforscht sind. Ihre Antwort war kurz und knapp: “...dann müssen sie eben mit ihren Symptomen leben.“

Anschließend hielt sie mir noch mit voller Überzeugung einen Vortrag über das “hochwirksame“ Cita., das doch einfach nur den Serotoninhaushalt im Gehirn reguliert und während der Einnahme bzw. Beim Absetzen völlig unbedenklich sei. Zeitweise dachte ich ein Pharmareferent stand vor mir und versuchte mir etwas ganz Tolles anzudrehen.

Ich weiß jetzt jedenfalls welche Praxis ich nicht mehr betrete. Es war nicht der erste Arzt, der mir sagte Absetzerscheinungen gibt es nicht, ich wäre einfach nur depressiv. Deswegen schockierte mich das nicht mehr ganz so.

Mittlerweile weiß ich das die Götter in weiss auch nur Menschen sind. Vor allem mögen es einige nicht, wenn der Patient informiert ist und den unnötigen Einsatz von Medikamenten kritisch sieht. Schade eigentlich...

Viele Grüße

Sebastian
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02/2012 erstmalig Citalopram 30mg in einer psychosomatischen Klinik verschrieben bekommen
Diagnose: mittelschwere depressive Episode
08/2016 erstmalig in kleinen Schritten reduziert auf 25mg (laut Ärztin hätte ich damals
innerhalb von 2-3 Wochen komplett ausschleichen sollen)
01/2017 weiter reduziert auf 20mg (während des Reduzierens erhöhte Reizbarkeit und
Aggressivität)
05/2017 reduziert auf 15mg
08/2017 reduziert auf 10mg
11/2017 reduziert auf 5mg
03/2017 erhöht auf 10mg (fühlte mich erschöpft und angreifbar und ängstlich bei der geringen
Dosis)
04/2017 auf Anraten des Therapeut en und des Hausarztes komplett abgesetzt und durch Beta-
Blocker ersetzt (die ich inzwischen auch nicht mehr nehme, da sie mir wirkungslos
erschienen)

Kaenguru
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Re: Reaktionen von "Fachmenschen" zum Thema Absetzsyndrom?

Beitrag von Kaenguru » Dienstag, 31.07.18, 18:48

sl76 hat geschrieben:
Freitag, 27.07.18, 13:10
Hallo,

Ich weiß jetzt jedenfalls welche Praxis ich nicht mehr betrete. Es war nicht der erste Arzt, der mir sagte Absetzerscheinungen gibt es nicht, ich wäre einfach nur depressiv. Deswegen schockierte mich das nicht mehr ganz so.

Mittlerweile weiß ich das die Götter in weiss auch nur Menschen sind. Vor allem mögen es einige nicht, wenn der Patient informiert ist und den unnötigen Einsatz von Medikamenten kritisch sieht. Schade eigentlich...

Viele Grüße

Sebastian
Hallo Sebastian,

Sehr interessant wäre für diese Ärztin dann doch mal dieser Artikel. Der kommt ja quasi von ihresgleichen.

https://m.apotheken-umschau.de/Medikame ... 30067.html

Da wird ja über Absetzsymptome gesprochen.

Viele Grüsse

Sarah
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Re: Reaktionen von "Fachmenschen" zum Thema Absetzsyndrom?

Beitrag von sl76 » Dienstag, 31.07.18, 18:56

Hallo Sarah,

toller Artikel aus der “Senioren-Bravo“, den werde ich ausdrucken und ihr nochmal in den Briefkasten werfen...das ist mir jetzt ein besonderes Bedürfnis... :D

Vielen Dank dafür!

Viele Grüße

Sebastian
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Murmeline
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Re: Reaktionen von "Fachmenschen" zum Thema Absetzsyndrom?

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 31.07.18, 19:03

Hallo sebastian,

Da gibt es noch mehr, siehe Hintergrundinfos, beispielsweise https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 94#p172494

Murmeline
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sl76KaenguruKatharina
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Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

sl76
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Re: Reaktionen von "Fachmenschen" zum Thema Absetzsyndrom?

Beitrag von sl76 » Dienstag, 31.07.18, 19:23

Hallo Murmeline,

auch dir ein herzliches Dankeschön!

Was sich vielleicht witzig anhört, meine ich total ernst.
Wenn ich einigermaßen fit bin möchte ich die Ärzte, die mir nicht glaubten mit Infomaterial versorgen.

Wenn wenigstens ein Arzt dabei ist der sich das durchliest und vielleicht auch mal drüber nachdenkt wäre das doch schon ein Erfolg.

Ich denke mal so großzügig wie AD in der heutigen Zeit verschrieben werden, wird es in den nächsten Jahren leider noch deutlich mehr Betroffene geben die an Enzugssymptomen und Nebenwirkungen leiden werden.
Dann wird es für viele Ärzte unumgänglich sein umzudenken und die schönen Versprechungen der Pharmaindustrie in Frage zu stellen.

Bis dahin müssen wir wohl weiterhin damit leben den Ärzten unsere Lebensgeschichte zu erzählen und zu hoffen das sie uns glauben.

Ich will aber auch ehrlicher Weise darauf hinweisen das es auch Ärzte gibt, die sich auch neuen Krankheitsbildern gegenüber öffnen und das Vorhanden sein von Absetzsymptomen anerkennen.

Viele Grüße

Sebastian
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Re: Reaktionen von "Fachmenschen" zum Thema Absetzsyndrom?

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 31.07.18, 19:44

Hallo Sebastian!

Ich freu mich immer, wenn ADFFler von verständnissvollen Ärzten berichten. Es gibt inzwischen eine ganze Sammlung, und sie wächst weiter an: https://www.adfd.org/austausch/viewtopi ... 15&t=11983

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Re: Reaktionen von "Fachmenschen" zum Thema Absetzsyndrom?

Beitrag von Kaenguru » Dienstag, 31.07.18, 22:47

Hallo Sebastian (und Foris)!

Das ist super, wenn du den Artikel verteilst. Mir ist es auch ein grosses Anliegen Aufklärung zu betreiben.

Ich habe meiner Ärztin ja schon das Ashton Manual vorgelegt und sie sagte vielen Dank man lernt ja nie aus. Und sie sagte, dass ich selbst bei 1 mg Diazepam noch vorsichtig abdosieren soll.
Das fand ich schon mal super.

Wenn ich das AD absetze nehme ich ihr den Artikel dann auch mit. Zur Vorsicht.

Viele Grüße in eine tropische Nacht

Sarah
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Re: Reaktionen von "Fachmenschen" zum Thema Absetzsyndrom?

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 01.08.18, 8:00

Hallo Sarah,

Das hab ich auch schon gemacht. Der hier bietet sich auch an, er ist erfreulich deutlich.

https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=6&t=10466

Murmeline
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Re: Reaktionen von "Fachmenschen" zum Thema Absetzsyndrom?

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 01.08.18, 11:21

PS: hier mal ein Beispiel für konstruktiven Austausch- siehe kommentarfunktion :)

https://www.psychosomatik-online.de/wer ... a-gegeben/
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Re: Reaktionen von "Fachmenschen" zum Thema Absetzsyndrom?

Beitrag von Kaenguru » Mittwoch, 01.08.18, 16:13

Hallo,

Man sollte alle Fallgeschichten der Betroffenen hier in einem Buch veröffentlichen.
Dagegen kann sich doch die Öffentlichkeit nicht mehr sperren.

VG
Sarah
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Re: Reaktionen von "Fachmenschen" zum Thema Absetzsyndrom?

Beitrag von Asbivi » Donnerstag, 04.10.18, 10:51

Hallo zusammen,

wollte jetzt auch mal meine Erfahrungen bzgl. Absetzen von PP und Reaktionen der FACHLEUTE, sprich Psychiater, zum Besten geben.

Lange Geschichte Kurz: bin leider auf 60 mg Cymbalta, nebst 15 mg mirtazapin. Lt. Psychiaterin könne man ohne Probleme von 60 mg auf 30 cymbalta runtersetzen. Muss sie ja auch, gibt ja keine anderen Dosen. Ich solle nicht immer so viel im INTERNET lesen. Jeder sei anders u reagiere unterschiedlich auf medis. Soweit hat sie recht.

Ich habe es versucht. 5 Tage ging es gut, dann am Abend herzrasen u Schwindel. So müssen sich wohl panikattacken anfühlen, die ich so nie hatte.

Ich habe konstant höchste Angst u Anspannung, aber hatte nie panikattacken. Ich habe ihr davon berichtet. Ihre Aussage dazu: das ist ein Symptom ihrer Erkrankung. Nein, völlig falsch. Es wird tatsächlich alles auf die Erkrankung zurückgeführt. Niemals auf die Einnahme von PP, sei es, ob man sie überhaupt nimmt, sie hoch oder runterdosiert.

Was ich mich frage und irgendwie nicht verstehe: Ärzte studieren, lernen brav die etablierte Lehre. Dennoch sollte es ihnen doch möglich sein, eine konstruktiv kritische Haltung einzunehmen, was ihnen da erzählt wird. Nur mal so ein paar Gedanken....

Lg
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Ab 2004: Einnahme von 45 mg mirtazapin, dazu 40 mg fluoxetin, davor 2 mal Paroxetin genommen, dabei schwere kreislaufprobleme
Nach ca. 1 Jahr mirtazapin ausgeschlichen, keine absetzprobleme, fluoxetin auf 20 mg reduziert, dann wieder erhöht auf 40 mg.
Ca. 2011: zweite schwere Episode, mirtazapin wieder genommen, nach ca. 1 Jahr ausgeschlichen, 40 mg fluoxetin beibehalten

2016: nächste schwere Episode, zu fluoxetin 7,5 mg mirtazapin eingenommen.

Ab märz 2017: Trazodon 100 mg von neuer psychaterin, da höhere Dosis von mirtazapin vermehrt fressanfälle und starken Überhang ausgelöst hat, fluoxetin abgesetzt.

Ab Feb 2018: Notaufnahme in psychiatrischer Klinik, trotz Trazodon in schwere Depression gerutscht, vermehrte Einnahme von tavor wg extremen Angstzuständen vor klinikaufenthalt. Umstellung auf Sertralin bis 200 mg, dazu 50 mg quetiapin u 15 mg mirtazapin.
Ab märz 2018 60 mg cymbalta, 15 mg mirtazapin, 50 mg quetiapin

Ab Mai 2018 bis dato: 60 mg cymbalta, 15 mg mirtazapin, Reduzierung auf 25 mg quetiapin
Zustand: mit dieser medikamentierung geht es mir gut, Nebenwirkung bis auf etwas stärkeres schwitzen nachts und Gewichtszunahme (ca. 7 kilo), keine
Stand 15.10.2018: 20 mg cymbalta, 13 mirtazapin
Ich kann endlich wieder essen ( konnte nichts mehr essen, bin auf 41 Kilo abgerutscht, bin aber auch nur 154 cm gross, momentan muss ich aber extrem beim essen aufpassen, brauche nur ein Salatblatt anschauen und nehme zu)
Keine Angstzustände mehr

Kinderwunsch besteht, deshalb medis ausschleichen, insbesondere cymbalta

... Aber unter medis geht es mir besser als ohne.... :frust:

Jodie13
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Re: Reaktionen von "Fachmenschen" zum Thema Absetzsyndrom?

Beitrag von Jodie13 » Dienstag, 09.10.18, 20:32

Hallo,

Mein Arzt meinte mal, das Fluoxetin würde sich "quasi selbst ausschleichen" wegen der langen Halbwertszeit. :frust:

Generell bin ich immer in einem wahnwitzigen Tempo hoch- und runterdosiert worden, habe das irgendwann selbst so gemacht weil mir immer weiss gemacht wurde, das ginge schon. Evtl. auftretende Probleme seien meine "Erkrankung" und nie die Tabletten. Das gleiche bei Nebenwirkungen.

Das frustrierende ist, dass ich nie wirklich von Psychopharmaka profitiert habe. Interessanterweise paassiert hier genau das Gegenteil: Man wollte mir immer eine positive Wirkung einreden, während man mir die Nebenwirkungen und Absetzerscheinungen ausreden wollte. Ist das nicht abstrus? Das passiert wenn Ärzte ganz fest an die Wirkung ihrer wirkungslosen/schädlichen Behandlung glauben wollen. Und dem was der Patient sagt überhaupt keine Beachtung schenken.

Und so Sätze wie "Das kann nicht sein" "Das gibt es nicht" machen mich extrem wütend. :evil:

Zum Glück glaubt mir meine Therapeutin, sonst wäre ich völlig verloren.

Lg Jodie
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Re: Reaktionen von "Fachmenschen" zum Thema Absetzsyndrom?

Beitrag von Jamie » Dienstag, 09.10.18, 21:03

Hallo :)
Und so Sätze wie "Das kann nicht sein" "Das gibt es nicht" machen mich extrem wütend. :evil:
Da könnte ich austicken, wenn ich das von Ärzten höre.
Auch gar nicht nur in Bezug auf Psychopharmaka und Entzug, sondern generell.
Ja glauben die denn ich sitze zum Spaß da und erfinde was??! :evil:

Viele Grüße
Jamie
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...........SIGNATUR...............


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Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


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Re: Reaktionen von "Fachmenschen" zum Thema Absetzsyndrom?

Beitrag von reddie » Mittwoch, 10.10.18, 0:10

Jodie13 hat geschrieben:
Dienstag, 09.10.18, 20:32


Das passiert wenn Ärzte ganz fest an die Wirkung ihrer wirkungslosen/schädlichen Behandlung glauben wollen. Und dem was der Patient sagt überhaupt keine Beachtung schenken.


Lg Jodie
Moin Jodie,

ich frag mich immer, ob die selbst das :censored: Zeug schlucken würden. Auch Ärzte bekommen Depressionen. Oder saufen die lieber?

Ja, da kann man wütend werden.

Gute Nacht wünscht trotz der Misere
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