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Radiotip über Psychopharmaka

Beitrag von Hummer » Dienstag, 08.05.18, 14:24

:? Hallo Forum-Mitglieder,

am Mi.den 09.05.2018 um 8:30 im SWR 2 kommt in der Sendung Wissen
der Beitrag : Psychopharmaka ausschleichen statt absetzen.

Viele Grüße
Hummer
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FlummiStud_psychArianrhodpadma
1990 Major Depression festgestellt
Imap Depotspritzen mg ?,Johanniskrauttropfen bzw.Tapletten 600mg.
1991,1996,1999,2006,2013 in versch. Reha-Kliniken für Psychosomtischen Beschwerden.
Wegen Skoliose,LWS Syndrom, Hallux Rigidis,Knorpelschaden (Knie),Depressionen
mit Angstzuständen.
Diclofinac 50 mg mit Magenschoner Kapseln
1993 Reizdarmsyndrom,Iberogast nach Bedarf.
1994 -2006 verschiedene Pflanzliche AD auspropiert:
Nexium 20 mg, ?,Johanniskraut 900 mg
Baldriantropfen mg?,usw......
2007 Verschlimmerung der Depression, Amitriptylintropfen ca.10-15.
2009-2010 Starke Depresionen m.Ängsten,Mirtazepin 37,5 mg.
Venlafaxin 150mg.
2013 Abgesetzt von 150mg auf 75mg , 37,5mg ,dann15mg.danach völlige
Psychosomatische Erschöpfung. :cry:
2013 Diagnose : Dystymia, 200mg Lamotrigin,30 mg Mirtazepin.

2015: 45mg Mirtazepin u. 250 mg Lamotrigin

2016: 1.5-15.11. 250 mg Lamotrigin langsam ausgeschlichen ohne großen Nebenwirkungen

Mirtazepin 45mg : Am 6.1.17 begonnen mit Ausschl,. ca.von 45 auf 40mg,40auf35mg,35 auf 30mg,(Ohne Feinwaage) alle 4 Wochen.
30mg auf ca.25mg auf 20mg.20 auf ca 15mg.15 auf 7,5mg,dann Schlafprobleme u. Morgens starker Schwindel,dann auf ca 9,5 mg. 07.09.17 wieder auf 15 mg zurück,dann konnte ich wieder
besser schlafen u. der schwindel wurde etwas besser.
Von Januar 2018- Mai 2018 10% von Mirtazapin alle 8 Wochen herunterdosiert bin jetzt bei 8,96 mg.
8,96mg bis anfang August beibehalten.
Dann kammen wieder leichte Schwindelattacken,vielleicht durch Überforderung(Sehnenentzündung Fuß,Wade).
Wieder auf 9,9mg erhöht(10%),jetzt Morgens nach dem Aufstehen leichter Schwindel.

Flummi
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Flummi » Mittwoch, 09.05.18, 12:37

Hallo,
hier "Psychopharmaka - ausschleichen statt absetzen" als Podcast:

https://www.swr.de/swr2/programm/sendun ... index.html

Liebe Grüße,
Claudia
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Radiotip zum Nachhören über Depressionen

Beitrag von Hummer » Sonntag, 13.05.18, 19:22

Hallo,
noch ein Radiotip von mir. In der Sendung von 11.05.2018
SWR 1 Leute berichtet die Journalistin Heide Fuhljahn
über Ihre Depressionen und Antidepressiva.
Zum nach nachhören.http://www1.swr.de/podcast/xml/swr1/bw/leute.xml.


Viele Grüße
Hummer
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1990 Major Depression festgestellt
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Wegen Skoliose,LWS Syndrom, Hallux Rigidis,Knorpelschaden (Knie),Depressionen
mit Angstzuständen.
Diclofinac 50 mg mit Magenschoner Kapseln
1993 Reizdarmsyndrom,Iberogast nach Bedarf.
1994 -2006 verschiedene Pflanzliche AD auspropiert:
Nexium 20 mg, ?,Johanniskraut 900 mg
Baldriantropfen mg?,usw......
2007 Verschlimmerung der Depression, Amitriptylintropfen ca.10-15.
2009-2010 Starke Depresionen m.Ängsten,Mirtazepin 37,5 mg.
Venlafaxin 150mg.
2013 Abgesetzt von 150mg auf 75mg , 37,5mg ,dann15mg.danach völlige
Psychosomatische Erschöpfung. :cry:
2013 Diagnose : Dystymia, 200mg Lamotrigin,30 mg Mirtazepin.

2015: 45mg Mirtazepin u. 250 mg Lamotrigin

2016: 1.5-15.11. 250 mg Lamotrigin langsam ausgeschlichen ohne großen Nebenwirkungen

Mirtazepin 45mg : Am 6.1.17 begonnen mit Ausschl,. ca.von 45 auf 40mg,40auf35mg,35 auf 30mg,(Ohne Feinwaage) alle 4 Wochen.
30mg auf ca.25mg auf 20mg.20 auf ca 15mg.15 auf 7,5mg,dann Schlafprobleme u. Morgens starker Schwindel,dann auf ca 9,5 mg. 07.09.17 wieder auf 15 mg zurück,dann konnte ich wieder
besser schlafen u. der schwindel wurde etwas besser.
Von Januar 2018- Mai 2018 10% von Mirtazapin alle 8 Wochen herunterdosiert bin jetzt bei 8,96 mg.
8,96mg bis anfang August beibehalten.
Dann kammen wieder leichte Schwindelattacken,vielleicht durch Überforderung(Sehnenentzündung Fuß,Wade).
Wieder auf 9,9mg erhöht(10%),jetzt Morgens nach dem Aufstehen leichter Schwindel.

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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 15.05.18, 11:15

Die häufigsten unerwünschten Ereignisse (mehr als 10%) waren Kopfschmerzen (27%), Übelkeit (20%), Dysmenorrhoe (Frauen; 19%) und Erbrechen (15%), ohne Beziehung zwischen Intensität der Nebenwirkung und Alter oder Dosis.

Fünf Patienten berichteten über Fälle von Suizidgedanken während der Erweiterungsstudie, einer von ihnen berichtete dies auch während der Einführungsphase.

Zwei Patienten berichteten über ein nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten; einer unternahm einen nicht-tödlichen Suizidversuch.

Während der gesamten Studie über kam es im Laufe der Zeit zu einer Abnahme des Auftretens und der Intensität der unerwünschten Ereignisse. Die Effektivitätsbewertung zeigte einen Trend zur Verbesserung auf der Grundlage numerischer Ergebnisse.

Dosierung

Fazit der Studienautoren: Diese Studie bestätigt die Ergebnisse der Lead-in-Studie, die zu dem Schluss kam, dass eine Dosierungsstrategie von 5-20 mg/Tag sicher, gut verträglich und für zukünftige klinische Studien mit Vortioxetin bei pädiatrischen Patienten geeignet ist.
https://psylex.de/psychopharmaka/psycho ... tin.html#1

Anke13
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Anke13 » Donnerstag, 17.05.18, 6:40

Wie der Rauschhunger den Willen bricht /Craving brain

Liebe Foris, :group:

ich habe in der aktuellen Ausgabe 5/2018 der Zeitschrift „Welt der Wunder“ (€ 3,80) einen interessanten Artikel gefunden über Süchte. Es wird nicht speziell auf Medikamentensucht eingegangen aber über Kaltentzug und warum verlangt mein Gehirn mehr Gift ? Wie das Suchtgedächtnis funktioniert, angefangen von Zucker !!/Alkohol,etc. die alle an den gleichen Rezeptoren andocken.

Für mich war dies sehr aufschlussreich, denn ein Psychiater und eine Sucht-Therapeutin hatten mir versichert, wenn ich nach 20 Jahren Abstinenz von Benzos ausnahmsweise 1 Tablette nehmen würde, wäre das nicht weiter schlimm (für einen Flug z.B). Jetzt weiß ich, wie sich „die „Experten“ verschätzt haben !! :frust:

Ich hatte das damals zwar angezweifelt, habe aber an dem fatalen Tag im Juni 2014 eine!!! Alprazolam genommen und sofort am nächsten Morgen heftigen Suchtdruck bekommen. Das Suchtgedächtnis bleibt ein Leben lang !

Ich wußte es doch von jahrelanger Erfahrung bei AA und habe seit dem Entzug 1994 keinen Alkohol getrunken. Auch hier hätte ich es besser wissen müssen aber nun ist „das Kind ja schon in den Brunnen gefallen“ und nun sitze ich auf dem Scherbenhaufen aber der Kampf geht weiter. :sports:

Liebe Grüsse an Euch und vertraut keinen sog. „Experten“.
Anke
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Diagnosen 2014: Endstadium Burnout/Panikattacken /Angstzustände/diverse Traumata

1.Tablette Alprazolam genommen Juni 2014 sofort abhängig nach 1.Tablette !!! (Suchtgedächtnis s.unten)
Warnung: Alprazolam Entzug laut Experten härter als Heroin Entzug !!!
Hochdosisabhängigkeit Alprazolam /Diazepam

Juli-Sept 2014 = Alprazolam 1/2 bis 2 Tabl. täglich (je nach Belastung).
Okt.-Dez.2014 STEIGERUNG auf 2-6 Tabl.täglich.
Januar 2015= 4-7 Tabl täglich!! Seit Febr.2015 Absetzplan nach Ashton Methode.
Febr-Dez.2015 Alprazolam runterdosiert und Substitution Diazepam.
Fehler 1) Entzug zu sehr in die Länge gezogen
Fehler 2) Dosis ständig verändert von 3 Tabl./nächsten Tag 7 Tabl./nächsten Tag 4 Tabl., etc.

2016 Jan-Dez weiter runterdosiert Alprazolam, dafür Diazepam gesteigert FEHLER !

4. Mai 2017 Alprazolam auf 0 alleine geschafft !!!

Dafür leider hängengeblieben auf 40 mg Diazepam/täglich.

Reduziere jetzt Diazepam in 2,5 mg Schritten:
5. Mai 2017 =Diazepam 40 mg
3.August 2017 =37,5 mg
1.September 2017 = 35 mg
6. Oktober 2017 = 32,5 mg
4. November 2017 = 30 mg
4.Dezember 2017 = 27,5 mg
5.März 2018 = 25 mg (Angststörung wird stärker, Reizdarm heftiger, seit Monaten bettlägerig)
13. April 2018 = 22,5 mg
16. Mai 2018 = 20,0 mg (Etappenziel erreicht ! Endlich im Niedrigdosisbereich)
16. Juni 2018 = 18,0 mg - 20 mg (geht mir sehr schlecht, körperlich und psychisch)
18. Sept.2018 = 18 mg
07.Okt.2018 = 16 mg
Agoraphopie und Sozialphobie neu dazu
Übelkeit und Darmkrämpfe werden heftiger
Neu dazu: Zahnfleisch überall entzündet und Zähne schmerzen (typisches Absetzsymptom)

Erkrankungen verursacht durch Benzos:
Gallensteine
Magen/Darm Probleme: Übelkeit/Brechreiz/Darmkrämpfe, Gewichtsverlust 12 kg./Diagnose: Reizdarm
diverse Nahrungsunverträglichkeiten
Hautausschlag
Panikstörung: Panikattacke/Hyperventilation jeden Morgen 4 Uhr durch Absetzen

Zusatzmedikation seit 15 Jahren: Amitriptylin (Antidepressiva) 50 mg abends zum Schlafen.
Suchtgedächtnis: 1992-1994 starke Alkoholabhängigkeit und Diazepam bis zu 60 mg pro Tag !
1994 erfolgreicher Entzug in Privatklinik. War seit 20 Jahren clean ! Rückfall Benzo (Alprazolam) 2014.
Trinke keinerlei Alkohol seit 1994 .
"Es ist nicht schlimm, in die falsche Richtung gegangen zu sein, man muss nur den Mut haben umzudrehen" (unbekannt)

Jamie
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Jamie » Donnerstag, 17.05.18, 8:54

Hallo Anke, :)

ich habe nach meinem Benzoentzug (ist jetzt 4 Jahre her; insgesamt 8 Jahre abhängig) irgendwann noch mal ein Benzo genommen, ich kann mich aber nicht mehr an den Anlass erinnern.
Es war was Gravierendes und wohl überlegt; ich würde es nicht einfach wegen Kleinigkeiten nehmen.

Es war sogar ein ziemlich starkes Schlafmittel (Flunitrazepam).
Ich kann sagen, mir ist nichts passiert. Kein Suchtdruck, kein Rückfall.
Das ist allerdings nur eine Einzelerfahrung, ich möchte damit keinesfalls deine Hinweise entschärfen.
Ich glaube nämlich sehr wohl, dass es Menschen gibt, die massivst rückfallgefährdet sind und bei denen in der Tat eine einzige Einnahme alles wieder kaputt macht :oops:.

Ich möchte aber noch anmerken, dass ich zwei Gefühle in Bezug auf die Einnahme hatte.
Ich habe Benzos innerlich schon vor Jahren "entzaubert" und ihnen damit die Macht und den Einfluss genommen, die sie früher hatten. Und ich habe gewusst, aus einem intuitiven, aber sehr starken Gefühl, dass mir kein Rückfall passieren würde.
Dieses zweite Gefühl ist nicht reproduzierbar, es ist tief in mir verankert und ich kann es nicht sonderlich gut erklären, aber mir war klar, mir würde durch die Einnahme nichts zustoßen.
Und das war dann auch so.

Deswegen wäre mein Rat an jeden, der sich nicht einschätzen kann oder diese Überzeugung wie ich sie hatte nicht in sich trägt (und zugegeben: das ist ja ein Geschenk, sowas direkt einschätzen zu können) - niemals mehr zu diesen Mitteln greifen!

Ich wünsche dir alles Gute. :hug:
Jamie
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Beitrag von Anke13 » Donnerstag, 17.05.18, 9:14

Hallo Jamie :)

ich danke Dir für Deine Nachricht und Schilderung Deiner Erfahrung (Benzos entzaubert).

Da ja alle Suchtmittel an den gleichen Rezeptoren andocken finde ich es ein Phänomen unseres (meines) Gehirns:

Bei Alkohol war und ist es so tief in mir verankert (und habe auch kein Verlangen danach), daß selbst bei dem Wohnungsbrand, bei dem ich fast ums Leben kam und die Nachbarn mir einen Schnaps angeboten hatten bei meinem Schockzustand, ich nur noch stammelte: keinen Alkohol, bitte ein Glas Wasser.

Bei Medikamenten ist es anders, da habe ich früher schon in Notfallsituationen zu NL oder Tramal gegriffen. Und an dem Tag mit einer absoluten Überforderungssituation dann zu einer Tablette Alprazolam gegriffen.
Dies scheint in meinem Gehirn nicht verankert zu sein und ich wünschte, ich könnte es auch irgendwie "entzaubern".

Ich wünsche Dir auch alles Gute :hug:
Anke
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1.Tablette Alprazolam genommen Juni 2014 sofort abhängig nach 1.Tablette !!! (Suchtgedächtnis s.unten)
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Hochdosisabhängigkeit Alprazolam /Diazepam

Juli-Sept 2014 = Alprazolam 1/2 bis 2 Tabl. täglich (je nach Belastung).
Okt.-Dez.2014 STEIGERUNG auf 2-6 Tabl.täglich.
Januar 2015= 4-7 Tabl täglich!! Seit Febr.2015 Absetzplan nach Ashton Methode.
Febr-Dez.2015 Alprazolam runterdosiert und Substitution Diazepam.
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2016 Jan-Dez weiter runterdosiert Alprazolam, dafür Diazepam gesteigert FEHLER !

4. Mai 2017 Alprazolam auf 0 alleine geschafft !!!

Dafür leider hängengeblieben auf 40 mg Diazepam/täglich.

Reduziere jetzt Diazepam in 2,5 mg Schritten:
5. Mai 2017 =Diazepam 40 mg
3.August 2017 =37,5 mg
1.September 2017 = 35 mg
6. Oktober 2017 = 32,5 mg
4. November 2017 = 30 mg
4.Dezember 2017 = 27,5 mg
5.März 2018 = 25 mg (Angststörung wird stärker, Reizdarm heftiger, seit Monaten bettlägerig)
13. April 2018 = 22,5 mg
16. Mai 2018 = 20,0 mg (Etappenziel erreicht ! Endlich im Niedrigdosisbereich)
16. Juni 2018 = 18,0 mg - 20 mg (geht mir sehr schlecht, körperlich und psychisch)
18. Sept.2018 = 18 mg
07.Okt.2018 = 16 mg
Agoraphopie und Sozialphobie neu dazu
Übelkeit und Darmkrämpfe werden heftiger
Neu dazu: Zahnfleisch überall entzündet und Zähne schmerzen (typisches Absetzsymptom)

Erkrankungen verursacht durch Benzos:
Gallensteine
Magen/Darm Probleme: Übelkeit/Brechreiz/Darmkrämpfe, Gewichtsverlust 12 kg./Diagnose: Reizdarm
diverse Nahrungsunverträglichkeiten
Hautausschlag
Panikstörung: Panikattacke/Hyperventilation jeden Morgen 4 Uhr durch Absetzen

Zusatzmedikation seit 15 Jahren: Amitriptylin (Antidepressiva) 50 mg abends zum Schlafen.
Suchtgedächtnis: 1992-1994 starke Alkoholabhängigkeit und Diazepam bis zu 60 mg pro Tag !
1994 erfolgreicher Entzug in Privatklinik. War seit 20 Jahren clean ! Rückfall Benzo (Alprazolam) 2014.
Trinke keinerlei Alkohol seit 1994 .
"Es ist nicht schlimm, in die falsche Richtung gegangen zu sein, man muss nur den Mut haben umzudrehen" (unbekannt)

Arianrhod
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Arianrhod » Donnerstag, 17.05.18, 13:21

TOD VON PATIENT DER PSYCHIATRIE WIESLOCH
Ermittlungen gegen Mitarbeiter und Polizisten
Gegen vier Pfleger und acht Polizeibeamte werde wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt, gegen die behandelnde Ärztin sogar wegen fahrlässiger Tötung, teilte die Staatsanwaltschaft Heidelberg mit......
Der Mann war seit 2002 in stationärer Behandlung im PZN in Wiesloch. Die Staatsanwaltschaft teilte im Dezember 2017 auf SWR-Anfrage mit, es werde noch ermittelt, ob das Pfefferspray möglicherweise den Tod des Mannes verursacht hat. In den vergangenen Jahren hatten verschiedene Medien darüber berichtet, dass es möglicherweise eine tödliche Wechselwirkung zwischen der Einnahme von Psychopharmaka und Pfefferspray geben könnte......
Aktuell gehen die Ermittlungen allerdings auch in eine andere Richtung. Nach SWR-Informationen werde ermittelt, ob am Tod des Mannes auch falsche Medikamente schuld sein könnten. "Klar ist: Bei einem gesunden Menschen hätten die Maßnahmen nicht zum Tod geführt".
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wue ... e-100.html

Bedeutet für mich also auch: WEnn jemand Pp nimmt, sollte er nicht an einer Demonstration teilnehmen, auf der es eventuell zu einem Polizeieinsatz kommt. Wird einem aber auch nicht mitgeteilt.

Schon 2009 warnte der Spiegel http://www.spiegel.de/panorama/justiz/m ... 68996.html :
Wie hoch die tatsächliche Zahl der Todesfälle durch Pfefferspray ist, ist unklar. Rechtsmediziner zögen häufig gar nicht in Betracht, dass der Chili-Wirkstoff möglicherweise zum Tod beitragen könne, sagt der Forensiker Fred Zack von der Universität Rostock. Er hat vor zwei Jahren selbst einen ähnlichen Fall untersucht.

Bei der Einführung des Pfeffersprays hatten Behörden den Einsatz gegen psychisch Kranke oder unter Drogen stehende Menschen ausdrücklich empfohlen.
2010 gab es dann diese Ausarbeitng des Bundestages:
https://www.bundestag.de/blob/412146/8e ... f-data.pdf
wobei aber auch nicht zwischen Drogen und Pp unterschieden wurde.

liebe Grüße Arian
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Clarice
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Clarice » Montag, 21.05.18, 19:56

:shock: Wie jetzt? Eine deutsche Studie?

https://www.madinamerica.com/2018/05/in ... -outcomes/

A team of researchers in Germany investigated the common clinical practice of increasing the antidepressant dose when patients do not respond to the initial treatment. The results of their systematic review of the literature, recently published in the Journal of Clinical Psychiatry, found no support for this practice.

“Despite its frequent use in clinical practice, we found no sufficient evidence for the efficacy of antidepressant dose increase after failure of an antidepressant treatment in patients with major depressive disorder,” the authors write.
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Reiger
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Psychopharmaka Falle

Beitrag von Reiger » Mittwoch, 23.05.18, 15:47

Interessanter Block über Psychopharmaka Falle:

https://die-psychopharmaka-falle.de/ein ... ier-teil-1

wer in noch nicht kennt wieder was zum nachdenken.

LG Reiger
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Diagnose: Grübelzwang- Zwangsgedanken.
Depression derzeit schwere / general. Angsstörung

seit 1998: Erst Diagnose: Angst-Zwangsstörung
Fluoxetin nach 8 We abgesetz null Wirkung nur NW.

Tavorkonsum 20x im Jahr gegen PA

2015: Arbeitsunfähigkeit: Medikamente: Mirtazapin 7,5mg zum schlafen und morgens 15mg Escitalopram

Mitte 2016: Psychosomatische-Reha: Umstellung auf Cymbalta, paradoxe Reaktion, zurück zum Mirta

Anfang 2017: 4 Monate lang Tavor 0,5mg - 2mg > paradoxe Reaktion seither Höllentripp:
Erschöpfung, Benommenheit, innerlich getrieben mit wahnsinnigem Druck im Kopf, chronisches Kopfbrennen, Grübelzwang und Gedankenrasen. Blockiertes Denken. Wut und Hoffnungslosigkeit.

Juni 2017: Selbsteinweisung Psychiatrie: Umstellung auf Paroxetin, Zyprexa und Medicenet, Tavor kalt abgesetzt dann mit Diaz entzogen

September 2017: Klinik Bad Bramstedt - kein Erfolg, weiter starker Grübelzwang, d.h. lebe nur noch im Kopf, bin in Gedanken, nehme die Außenwelt nicht mehr wahr, nur Gedankenkarussell mit Angstgedanken und ZG.
Denke in falscher Schleife. Normales Denken versperrt.

Tavor: Seit 02.04.2017 - 23.06.2017 (3 Monate) 0,5-2,0mg Tavor dann Diazepam Entzug

Mirtazapin: 2015 Dezember - bis heute 15mg
Escitalopram ausgeschliechen > zu antriebsteigernd

Wegen SG Mirtazapin Erhöhung auf 30mg
Risperdal 2.0 mg nach 8 Wochen kalt abgesetzt

Seit Oktober 2017 wieder auf 3mg Tavor
(bereits entzügig)

Beginn der Ausschleichphasen von 3mg Tavor
Start 01.April 2018

Phase 1 - (1 Woche)
1.0mg / 0.5mg / 1mg - (2.5mg Tavor)
Phase 2 - (1 Woche)
1.0mg / 0.5mg / 0.5mg - (2 mg Tavor)
Pase 3 - (1 Woche)
0.5mg / 0.5mg / 0.5mg - (1.5mg Tavor)
Phase 4 - (1 Woche)
0.5mg / 0.25mg / 0.5mg - (1.25mg Tavor)
Phase 5 (1 Woche)
0.5mg / 0.25mg / 0.25mg - (1.0mg Tavor)
Phase 6 (1 Woche)
0.5mg / 0.25mg / 4mg Diaz - (0.75mg Tav/ 4mg Diaz)
Phase 7 (5 Wochen - Rückschlag Diaz unverträgl.)
0.5mg / 0.5mg / 2mg Diaz - (1mg Tav / 2mg Diaz)
Phase 8 (1 Woche)
0.25mg/0.25mg/0.25mg/2mg Diaz - (0.75mg T 2mg D)
Phase 9 (1 Woche)
0.25mg / 0.25mg / 2mg Diaz - (0.5mg Tav / 2mg Diaz)

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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 24.05.18, 9:47

Artikel aus dem Ärzteblatt allgemein zum Thema mehrfacher Medukation und Reduktion/Absetzen

Reduzierung von Medikamenten: Ein schwieriges Unterfangen

Die Autoren medizinischer Leitlinien sollten nicht nur Anweisung zur Intensivierung von Therapie und Diagnostik geben, sondern auch Kriterien und Wege zur ihrer Reduzierung aufzeigen.
http://m.aerzteblatt.de/print/198055.htm
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Beitrag von LinLina » Freitag, 25.05.18, 15:26

Artikel über eine Studie über das Ausschleichen mithilfe sogenannter "Tapering Strips" (das sind blisterpackungen die abnehmende Dosierungen beinhalten mit deutlich mehr/kleineren zwischenschritten als die Standard Hersteller-Dosierungen - für die meisten hier im Forum wäre das immer noch viel zu schnell, aber es ist dennoch interessant)

https://www.madinamerica.com/2018/05/ta ... pressants/
In the current study, 895 users in the Netherlands were attempting to discontinue their antidepressant medication using tapering strips. The median amount of time these users had been on antidepressants was 2-5 years. Sixty-two percent had attempted to stop before—most had tried multiple times.

Almost all (97%) of them had experienced withdrawal symptoms during previous attempts. Half of those (49%) had experienced severe withdrawal, rating their symptoms at the maximum level allowed by the scale used (7 on a scale of 1–7). After using tapering strips, 71% were able to successfully discontinue their medication, which is especially notable since two-thirds had tried and failed to do so previously. Those who succeeded used a median of 2 tapering strips over 56 days.

The length of time needed to taper medication successfully appeared to be correlated with the period of time the person had been taking the drug. Users who had been on antidepressants longer needed significantly more time to taper off the medication successfully.

At the end of the study, an additional 8% of the participants were still trying to taper their antidepressants. Four percent of participants had stopped trying to do so due to severe withdrawal effects, even with the tapering strips. Another 6% had stopped trying to discontinue due to a reemergence of depressive symptoms. Most of the participants were taking either paroxetine (Paxil; 47%) or venlafaxine (Effexor; 43%).
Übersetzung:

In der aktuellen Studie versuchten 895 Betroffene in den Niederlanden ihre Antidepressiva mithilfe von Tapering Strips abzusetzen. Die Betreffenden nahmen im Mittel 2-5 Jahre lang die Medikamente ein. 62 % hatten schon zuvor versucht abzusetzen - die meisten hatten es schon mehrfach versucht.

Fast alle (97 %) der Betroffenen erlebten Entzugssymptome bei den früheren Versuchen Die Hälfte davon erlebten schwere Entzugssymptome, und stuften ihre Symptome mit der maximalen Punktzahl ein (7 auf einer Skala von 1-7). Nachdem sie Tapering Strips verwendet hatten, schafften es 71 % erfolgreich ihre Medikamente abzusetzen, was besonders bemerkenswert ist da zwei drittel es schon zuvor versucht hatten und gescheitert waren. Diejenigen, die es geschafft hatten, verwendeten im Mittel 2 Tapering Strips über 56 Tage.

Die Dauer die es benötigte um die Medikamente erfolgreich abzusetzen schien mit der Dauer der Einnahme korreliert zu sein. Betroffene, die die Medikamente länger eingenommen hatten, benötigten signifikant mehr Zeit um sie erfolgreich abzusetzen.

Am Ende der Studie waren noch weitere 8 % der Teilnehmer bei dem Versuch ihre Medikamente auszuschleichen. 4 % hatten es aufgegeben aufgrund schwerer Entzugssymptome, sogar mit den Tapering Strips. Weitere 6 % hatten den Absetzversuch abgebrochen aufgrund eines Wiederauftauchen von Depressiven Symptomen. Die meisten Teilnehmer nahmen entweder Paroxetin (Paxil, 47%) oder Venlafaxin (Effexor, 43 %) ein.
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Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell: 0,005 mg Mein Thread
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Beitrag von Murmeline » Freitag, 25.05.18, 16:26

https://www.deutsche-apotheker-zeitung. ... /chapter:1


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ANTIDEPRESSIVA

Studie: Auch Fluoxetin macht langfristig dick

Einer aktuellen Kohortenstudie zufolge kann die langfristige Einnahme von Antidepressiva zu einer Gewichtszunahme führen – und zwar nahezu unabhängig von der Substanzklasse. Übergewichtige mit Depressionen können in einen Teufelskreis geraten.

macher
Die zwölf untersuchten Medikamente gehörten zu den Substanzklassen der Serontonin-Noradrenalin-Wiederaufnehmehemmer, SSRI oder der trizyklischen Antidepressiva. Einige Patienten nahmen auch Trazodon oder Mirtazapin. Das Risiko einer Gewichtszunahme war für alle Substanzen konsistent und am höchsten für Mirtazapin, gefolgt von Citalopram und Duloxetin.

Überraschenderweise waren die älteren Trizyklika wie etwa Amitriptylin, Nortriptylin oder Dosulepin nicht die größten Dickmacher: So stieg in der Studie unter der Einnahme von Fluoxetin, Citalopram oder Sertalin das Gewicht stärker an als unter Amtitriptylin.

Für Apotheker und Ärzte ist es wichtig, die Bedenken von Patienten ernst zu nehmen und nicht als Einbildung einzustufen. Denn Depressionen und Übergewicht treten nicht selten in Kombination auf und können sich gegenseitig verstärken. Eine Gewichtszunahme unter Antidepressiva kann daher zu einem Compliance-Problem werden.
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Artikel aus der Schweiz / Abhängigkeit Antidepressiva

Beitrag von Bilbo » Samstag, 26.05.18, 7:34

https://www.beobachter.ch/gesundheit/me ... erts-nicht

Antidepressiva
Abhängig? Die Pharma interessierts nicht

:roll:
Zuletzt geändert von Murmeline am Samstag, 26.05.18, 7:41, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt und verschoben
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Seit 2012 Sertralin eingestellt.

Reduktionsversuche 100 - 75 - 100 - 75 - 50 (Seit Jahren auf 50er Dosis)

Bin nicht mehr ganz sicher in welchen Zeiträumen ich die Schritte gemacht habe:
8 Wochen alle 2 Tage 50 mg
8 Wochen jeden Tag 25 mg
8 Wochen 12,5 mg jeden Tag
_____________________________
ab hier stimmt es! :haha:
4 Wochen 8 mg jeden Tag
4 Wochen 4 mg jeden Tag
ab 18. Mai 2018 0 (abwarten) :whistle:

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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 27.05.18, 8:30

Nebenwirkungen. Wie süchtig machen Antidepressiva?

Die Verunsicherung bei Antidepressiva ist gross: Wie süchtig machen sie?

Die Frage nach dem Suchtpotential von Antidepressiva klärt man am besten gemeinsam mit dem Arzt statt mit einer eigenen Recherche im Internet.

Psychopharmaka haben einen schlechten Ruf. Deshalb lehnen es viele Depressive ab, die Medikamente zu nehmen. Dabei wäre Offenheit wichtig für die richtige Behandlung.
https://www.beobachter.ch/gesundheit/ps ... depressiva
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Arianrhod » Sonntag, 27.05.18, 14:27

Es gibt aber Leute, die diese Medikamente einfach benötigen Depressionen Wem helfen Pillen? , und es gibt leider keine gute Alternative. Die Patienten leiden darunter, dass sie zigmal darauf hingewiesen werden, dass sie etwas einnehmen, was süchtig machen kann. Krebspatienten hilft es auch nicht, wenn sie immer wieder zu hören bekommen, dass ihre Chemotherapie zu Haarausfall führen könnte (oder dass sie so teuer ist).

Was würde ich Ihnen also raten? Die Frage nach dem Suchtpotenzial ist wichtig. Informieren Sie sich bei der behandelnden Person, wie genau das bei dem vorgeschlagenen Präparat ist. Fragen Sie aber auch nach Absetzphänomenen. Und vermeiden Sie ein zu rasches Absetzen des Medikaments.
ebenda .

Bei den Opioiden gegen meine Schmerzen hat man mir auch gesagt, dass sie abhängig machen können. Darunter litt ich aber nicht.
Patienten leiden viel mehr, wenn sie belogen, wenn ihnen Fakten verschwiegen oder wenn ihre Nebenwirkungen undAbsetzsymptome nicht ernst genommen werden.

In einem anderen Forum schreibe ich gerade mit einem jungen Mann, der fürchterlich darunter leidet, mit Risperidon einen Männerbusen bekommen zu haben.
Rat seiner Psychiaterin: Mehr Sport machen und die Brustmuskel trainieren! Was für ein Rat ist das denn? Da kann auch die eigene Recherche im Internet nichts Schlechteres ergeben..... :roll:

liebe Grüße Arian
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 31.05.18, 13:37

Nach vier Wochen sollte Schluss sein

Von Annette Mende / Obwohl Benzodiazepine und sogenannte Z-Substanzen als Schlafmittel höchstens kurzzeitig angewendet werden sollten, ist der länger dauernde Einsatz gegen Schlafstörungen weit verbreitet.

Um Abhilfe zu schaffen, hat jetzt in Kanada ein Experten­gremium aus Ärzten verschiedener Fachrichtungen, Psychologen und Apothekern eine Praxisleitlinie mit konkreten Empfehlungen zur Dosis­reduktion und zum Absetzen der Wirkstoffe erarbeitet.

Demnach soll bei ­Patienten ab 65 in jedem Fall und bei jüngeren Erwachsenen spätestens nach vier Wochen Einnahmedauer eine langsame Dosisreduktion begonnen werden, die letztlich zum Absetzen des Schlafmittels führen soll.

Agonisten am Benzodiazepinrezeptor können in ihrer schlafanstoßenden Wirkung bereits nach vier Wochen nachlassen, heißt es zur Begründung im Fachjournal »Canadian Family Physician« (2018, 64 (5): 339-351). Die Nebenwirkungen der Medikamente – erhöhte Sturz- und Unfallgefahr, Gedächtnisprobleme und Tagesschläfrigkeit – sind bekannt und können insbesondere bei Älteren schwerwiegend sein. Studien hätten gezeigt, dass das sogenannte Deprescribing der Medikamente erfolgreich verlaufe und nur geringe, Tage oder Wochen dauernde Nebenwirkungen wie Schlaflosigkeit, Ängste oder Rastlosigkeit habe. Ärzte sollten ihren Patienten die Notwendigkeit des Deprescribings erklären, ihnen deutlich machen, dass für sie die Vorteile überwiegen und sie während der Phase der Dosisreduktion auf Entzugssymptome überwachen.

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ ... p?id=76550
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Beitrag von Clarice » Sonntag, 03.06.18, 22:35

Schöne Grüße aus Paros / Griechenland, wo ich grad diesen Artikel bei Zeit online gelesen habe...
https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2 ... aengigkeit?

Eigentlich juckt es mich in den Fingern, in den Kommentaren was zu schreiben, aber ich genieß doch lieber meine Zeit hier... :D 8-)
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Beitrag von Ululu 69 » Montag, 04.06.18, 21:22

Hallo Clarice,

der Artikel hat schon zu uns gefunden. :D

Trotzdem danke, dass du in deinem Urlaub an uns gedacht hast.
:group:
Ich wünsche dir noch eine wunderschöne Zeit.

LG Ute
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Beitrag von Murmeline » Freitag, 15.06.18, 15:43

Interessengeleitetes Schreiben: EEG, das Gehirn und Depressionen
4. Juni 2018| Von Stephan Schleim
Wieder einmal wird der Öffentlichkeit über psychische Störungen ein Bär aufgebunden

Im Newsticker des Informationsdienstes Wissenschaft (idw) erschien am 28. Mai eine Pressemitteilung über eine Studie amerikanischer Forscher zur medikamentösen Behandlung von Depressionen. Untersuchungen des Gehirns mit der Elektroenzephalographie (EEG) würden Hinweise darauf liefern, ob Antidepressiva bei einem Patienten helfen: “Depression: EEG liefert Hinweise, ob Medikamente richtig anschlagen.”

Fazit von Stefan Schleim zur Pressemitteilung

Was ist also das Fazit der ganzen Sache? Der Titel der Pressemitteilung “Depression: EEG liefert Hinweise, ob Medikamente richtig anschlagen” würde korrekter lauten: Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften schreibt für die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung eine Pressemitteilung über eine Studie amerikanischer Autoren mit einer schwindelerregend langen Liste finanzieller Verstrickungen mit der pharmazeutischen Industrie, gespickt mit Faktenfehlern und ethisch zumindest fragwürdigen Auslassungen, die einen eher moderaten Zusammenhang zwischen Gehirnaktivität und depressiven Symptomen nahelegt, der nicht wirklich spezifisch für Antidepressiva ist und auch nur in einer Personengruppe gefunden wurde, die echten Patienten allenfalls entfernt ähnelt.

https://scilogs.spektrum.de/menschen-bi ... ressionen/
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