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Liebe Mitglieder des ADFD-Forums, liebe Interessierte,

Update: Die Wiedereröffnung für neue Teilnehmer verzögert sich noch ein wenig. Geplanter Termin ist der 1.8. Das neue Konzept steht aber mittlerweile und wir arbeiten im Hintergrund an der Umsetzung.

Erste Veränderungen in Form zweier neuen Rubriken sind nun eingestellt, Erläuterungen siehe den Artikel über die geplanten Änderungen.


Seit dem 31.03.2019 Ist das Forum für Neuanmeldungen geschlossen. Bislang freigeschaltete Mitglieder können das Forum natürlich wie gewohnt nutzen und dort schreiben.

Es tut uns leid für diejenigen, die sich nun gerne anmelden möchten und nicht können, aber aufgrund einer völligen Überlastungssituation sind wir nicht mehr in der Lage noch mehr Mitglieder zu betreuen. Wir müssen uns in den kommenden Wochen auch überlegen, wie das Forum künftig organisiert werden kann, so dass es fortbestehen kann. Das Forum wurde in den letzten Wochen geradezu mit Neuanmeldungen geflutet und es ist uns nicht mehr möglich, diese Massen an Anfragen auf Basis unseres ehrenamtlichen Engagements zu bewältigen.

Trotzdem wollen wir keinen von Euch hängen lassen.
Zum einen steht in diesem Forum wirklich alles Relevante, was Ihr wissen müsst, wenn Ihr Eure Psychopharmaka verantwortungsvoll, schonend und nachhaltig absetzen wollt und zum anderen haben wir auch extra noch mal die allerwichtigsten Artikel und Tipps für Euch zusammengestellt.
Nehmt Euren Wunsch, Eure Medikamente auszuschleichen aktiv in die Hand, lest die Infoartikel, wühlt Euch durch die Threads der anderen Betroffenen und erlebt, dass alle im gleichen Boot sitzen, benutzt gerne auch die Suchfunktion... Ihr werdet sehen, so gut wie keine Frage wird unbeantwortet bleiben.

=> Hier sind nochmal häufige Fragen von Neuankömmlingen für Euch beantwortet. <=

Für unsere Bestandsmitglieder und natürlich auch für diejenigen, die an den tiefer gehenden Gründen interessiert sind, weswegen wir den Anmeldestopp verhängt haben, haben wir eine genauere Erklärung verfasst.

Wir danken für Euer Verständnis und erbitten zahlreiches und konstruktives Mitwirken
Das Team des ADFD

Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

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Beitrag von Jamie » Mittwoch, 15.08.18, 20:02

Heute auf Zeit Online:


Depressionen nach Schlaganfall

Diskussion um die prophylaktische Gabe von Antidepressiva nach dem Schlaganfall, um die Patienten zu motivieren das Bestmögliche aus der Reha zu holen, denn Depressive können sich weniger gut motivieren das Beste aus ihrer Lage zu machen

https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2 ... depression


Ich weiß überhaupt nicht, was ich davon halten soll.
Täglich bekommen Menschen schlimme Diagnosen, erleiden Unfälle, bei denen sie zB querschnittsgelähmt werden etc.
Soll man denen alle AD geben, damit sie sich besser mit ihrer misslichen Lage fühlen und motivierter an die Reha gehen?

Fairerweise wird erwähnt, dass auch Gesprächstherapie Teil des Behandlungskonzepts sein sollte; es käme aber an seine Grenzen, wenn der Betroffene durch seinen Stroke zB seine Sprachfähigkeit eingebüßt habe etc.
Hm.
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Muryell » Donnerstag, 16.08.18, 11:12

Liebe Jamie,
Jamie hat geschrieben:
Mittwoch, 15.08.18, 20:02
Täglich bekommen Menschen schlimme Diagnosen, erleiden Unfälle, bei denen sie zB querschnittsgelähmt werden etc.
Soll man denen alle AD geben, damit sie sich besser mit ihrer misslichen Lage fühlen und motivierter an die Reha gehen?
eine Bekannte hatte lange Zeit starke Schmerzen im Schulterbereich, sodass sie ihren Arm nur sehr eingeschränkt bewegen konnte. Die Ärzte konnten keine eindeutige Diagnose erstellen. Ihr wurde auch ein AD angeboten. :vomit:
Sie hat zum Glück abgelehnt.

Liebe Grüße

Muryell
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Arianrhod » Donnerstag, 16.08.18, 17:35

Hallo jamie,

bin gerade ein wenig schockiert über den Artikel..... ich mache mich auf keinste Weise lustig über die Betroffenen, aber durchaus über den Autor:
Warum drücken Schlaganfälle bei jedem Dritten die Stimmung?
Tja .... warum eigentlich? Schon seltsam ...... :roll:
Mich wundert eher, dass es nur jeder Dritte ist. Was tun die anderen Beiden?
Dazu kommt das Erlebnis des Hirnschlags selbst. "Die Patienten haben ein traumatisches Ereignis erlitten", erklärt Neurologe Siebler. Von einem Moment auf den anderen sind sie nicht mehr Herr ihres eigenen Körpers. Sie haben plötzlich eine Behinderung, müssen die einfachsten Handgriffe erneut lernen. "Wird den Betroffenen das bewusst", sagt Siebler, "drückt das auf die Psyche."
ich halte fest: Ein Mensch erfährt eine traumatische Erkrankung, die ihn als Behinderten zurücklässt. Und das nimmt ihn gefühlsmäßig sehr mit.
Er ist traurig. Er ist bedrückt. Er hat Angst vor der Zukunft.

Alles vernünftige, nachvollziehbare Reaktionen.... oder ?
Auch Menschen, die nach dem Schlaganfall eine Anosognosie entwickeln, eine Wahrnehmungsstörung, die sie ihre eigene Krankheit nicht erkennen lässt, werden depressiv.
Ich habe eine geistig behinderte Cousine, die ab und zu sehr traurig darüber ist, dass sie geistig behindert ist. Sie weiss es und sie kriegt mit.......
Behandelt werden Menschen mit PSD in der Regel mit einer Kombination aus Psychotherapie und Antidepressiva. Dabei spielen Medikamente eine größere Rolle als bei anderen Patienten. Ein Grund hierfür ist, dass einige der Patienten durch den Schlaganfall nicht nur motorische, sondern auch kognitive Einbußen haben oder der Hirnschlag ihre Sprachfähigkeit und ihr Sprachverständnis beeinträchtigt hat. "Bei ihnen stößt die Gesprächstherapie tatsächlich schnell an ihre Grenzen", sagt Neurologe Fazekas.
Das impliziert , dass AD 100 % wirken. Das tun sie aber doch gar nicht. Bis mittelschweren Depressionen sind sie nicht mal einem Placebo überlegen......
Ein wichtiger Baustein der Behandlung ist daher auch die Rehabilitation. Merken die Betroffenen, dass sie es durchs tägliche Üben schaffen, ihre Hand oder ihr Bein wieder zu bewegen, stärkt das die Selbstwirksamkeit und zeigt ihnen: Es geht voran.
Selbstwirksamkeit ist in der Tat ein gutes "Antidepressivum" , vielleicht sogar das beste.
Vielleicht wäre auch der Kontakt wichtig mit Leuten "die es geschafft haben" , die einen Schlaganfall hatten und denen es wieder einigermaßen gut geht.
Eine andere Möglichkeit, mit der PSD umzugehen, ist zu verhindern, dass die Depression überhaupt entsteht – etwa durch die prophylaktische Einnahme von Antidepressiva, wie es Bruchhaus und Siebler versuchten.
Wenn etwas gar nicht funktioniert, funktioniert es auch prophylaktisch nicht.....

Denn die Medikation ist keine Dauertherapie. In der Regel werden die Antidepressiva nach ein paar Monaten wieder abgesetzt.
Wenn denn ein ohnehin beeinträchtigter Patient so einfach absetzen könnte.....
"Ich wollte einfach alles machen, was mir helfen könnte, wieder gesund zu werden", sagt Bruchhaus.

Gut zehn Jahre ist sein Schlaganfall mittlerweile her – eine Depression hat Bruchhaus nicht entwickelt. Ob das an den Antidepressiva lag, lässt sich im Nachhinein nicht feststellen.
Eben . Da im Text steht , dass er Frührentner ist , aber immer noch gerne zum Skifahren fährt, nehme ich mal an, er war finanziell recht gut abgesichert.
Geld ist auch ein ziemlich gutes "Antidepressivum" , denn Geldsorgen machen viele Menschen traurig und krank.

Wie gesagt, der Betroffene, Herr Bruchhaus, hat sehr viel richtig gemacht , und es ist schön, dass es ihm leidlich gut geht. Der Artikel will aber umbedingt darauf hinaus, dass es die AD waren, die ihn "gerettet" haben....
und DAS ist eine
durch absolut nichts bewiesene Schlussfolgerung......

:roll: :roll: :roll:

liebe Grüße Arian
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von LinLina » Donnerstag, 16.08.18, 19:08

China: Malen gegen die Psychose (3 min)

https://www.arte.tv/de/videos/084293-00 ... -psychose/

Benin: Verrückt sein ist ein Tabu

https://info.arte.tv/de/benin-verrueckt-ist-ein-tabu
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Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell (seit Sommer 2018) 0,005 mg.

Ich bin zur Zeit nicht im Forum aktiv. Bei Fragen und Bitten an das Team an padma, Ululu69 oder murmeline wenden.

Hinweis: Alle meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerte - meine eigenen, und die anderer Betroffener - und die wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Jamie » Freitag, 24.08.18, 16:01

sehr ausgewogenes Interview über Sucht aus Sicht eines Betroffenen:

https://www.google.de/amp/www.spiegel.d ... 6-amp.html

Grüße
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Kaenguru » Freitag, 24.08.18, 20:51

Jamie hat geschrieben:
Freitag, 24.08.18, 16:01
sehr ausgewogenes Interview über Sucht aus Sicht eines Betroffenen:

https://www.google.de/amp/www.spiegel.d ... 6-amp.html

Grüße
Hallo,

Zitat aus obigem Interview:

"Die Strategie muss sein, unsere Persönlichkeit so weit zu stärken, dass wir es nicht mehr als notwendig empfinden, uns mittels Substanzen zu modifizieren, um Erwartungen zu entsprechen."


Meine Gedanken dazu:
Dieser Satz könnte für mich ein Art Leitsatz fürs Leben sein. Vielleicht für andere auch.
Bei mir ging es nicht nur um Bekämpfung der Angst.
Ein hartes Eingeständnis und ich bin jeden Tag damit beschäftigt mich dahingehend zu entwickeln, dass ich zu meinen begrenzten Fähigkeiten stehen kann.

Nachdenklich
Sarah
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Arianrhod » Samstag, 25.08.18, 16:51

Ich habe versucht, mit den unterschiedlichen Substanzen zu jonglieren: Der Alkohol euphorisiert zu Anfang, aber irgendwann ist man erschöpft und versucht, mit Kokain oder Amphetaminen dagegen zu steuern. Um endlich Ruhe zu finden, habe ich dann Benzodiazepine genommen. Schlussendlich bin ich in einem somnambulen Zustand, in dem ich nicht mehr wusste, was Wahn und was Wirklichkeit war, durch das Leben getaumelt.
Eindrucksvoll. Es passiert auch immer wieder ohne Alkohol und illegale Drogen: Neuroleptika sollen dafür sorgen, dass ein Mensch "runterkommt", und dann bekommt er Antidepressiva, weil er sich zu down fühlt und wenn er dann Angst hat, gibt es ein Benzo oder ein niederpotentes NL oben drauf .
Auch mir ging es eine zeitlang so. Und wenn ich dann zum Arzt bin und gefragt habe, was ich tun kann, gab es noch etwas obendrauf - "Damit können Sie dann auch schlafen" , und plötzlich ist man mit 4,5,6 Pp polymediziert und kommt nicht mehr raus ,
und der somnambule Zustand "nur noch halb leben" stellt sich ein.

liebe Grüße Arian
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Bruno
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Bruno » Sonntag, 26.08.18, 17:06

Hallo Forum
auch sehr interessant für alle . 3 Sat Mediathek Sucht auf Rezept Wenn Medikamente abhängig machen 22.8.2018
Besonders für die Benzos.
Mit freundlichen grüßen
Bruno
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Murmeline » Freitag, 31.08.18, 13:27

Macht Ketamin abhängig? Antidepressive Wirkung beruht auf Aktivierung von Opiatrezeptoren
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... rezeptoren
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Arianrhod » Dienstag, 11.09.18, 19:35

Fluoxetin: Schuld an Antibiotikaresistenzen?
Antibiotikaresistenzen sind weltweit ein großes Problem. Eine aktuelle Studie zeigt, dass dafür nicht nur Antibiotika, sondern auch andere Medikamente verantwortlich sein könnten. Forscher untersuchten die Resistenzbildung beim Antidepressivum Fluoxetin.
http://news.doccheck.com/de/blog/post/9 ... lock=33864

:shock:
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 13.09.18, 9:44

Murmeline hat geschrieben:
Donnerstag, 13.09.18, 9:41
Das unabhängige Magazin informiert über Abhängigkeit und Entzug. Thematisiert langanhaltend Probleme und langsames Absetzen über lange Zeiträume!

Artikel für 1,50 € kaufen oder das ganze Heft für 4,60 $y
Kaufempfehlung!

Kein Kinderspiel
„Antidepressiva machen nicht abhängig“ – das steht in jedem Medizin-Lehrbuch, das sich mit Depressionen beschäftigt. Es ist aber alles andere als einfach, eine Behandlung mit den Medikamenten zu beenden, die die Symptome einer Depression lindern sollen. Ist Abhängigkeit doch ein Problem oder stecken andere Phänomene dahinter?
https://gutepillen-schlechtepillen.de/kein-kinderspiel/
Austausch dazu bitte im Thread in den Hintergrundinfos
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von carlotta » Sonntag, 23.09.18, 13:19

Hallo,

Prof. Gøtzsche, u. a. auch AD-Kritiker, ist aus dem Cochrane-Verwaltungsrat entlassen worden. In meinen Augen eine ziemliche Katastrophe für die Patientensicherheit und unabhängige Bewertung pharmazeutischer Behandlungen. Ausführlichere Infos mit weiteren Verweisen unter folgendem Link:
https://www.adfd.org/austausch/viewtopi ... 93e07fbf91
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von carlotta » Montag, 24.09.18, 22:04

Hallo in die Runde,

David Healy hat gerade Akathisie als Themenschwerpunkt in seinem Blog und auf seiner Website rxisk.org. Hier habe ich einige zugehörige Beiträge aufgelistet:
https://www.adfd.org/austausch/viewtopi ... 65f3a7c448

Es gibt sogar einen Song des Campaigners Billiam James zum Thema.

Vorsicht: Da es sich um eine potenziell folgenschwere Symptomatik handelt, können die Texte u. U. triggern.

Liebe Grüße
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Wort » Mittwoch, 03.10.18, 19:51

Clarice hat geschrieben:
Sonntag, 03.06.18, 22:35
Schöne Grüße aus Paros / Griechenland, wo ich grad diesen Artikel bei Zeit online gelesen habe...
https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2 ... aengigkeit?

Eigentlich juckt es mich in den Fingern, in den Kommentaren was zu schreiben, aber ich genieß doch lieber meine Zeit hier... :D 8-)
Kann nicht verstehen, wie man so einen Unsinn schreiben kann:
Dass sie neben ihren heilsamen Wirkungen auch Nebenwirkungen haben, überrascht deswegen nicht. Anfangs kann es unter anderem zu Schlaflosigkeit, Zittern und vermehrtem Schwitzen kommen. Das legt sich aber in der Regel nach ein paar Tagen Einnahme wieder.

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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von LenaLena » Samstag, 06.10.18, 12:46

Hallo,

Am 2. Oktober 2018, also brandaktuell, kam in England eine Pressemeldung raus, wo eine Kommission die gängigen Richtlinien von Antidepressiva und Entzug untersucht hat (Entzugserscheinungen seien mild und nach wenigen Wochen vorbei). Sie haben mehrere Studien verglichen und Patientenerfahrungen berücksichtigt. Sie kamen zu dem Schluss, dass Entzugserscheinungen schwer bis sehr schwer sein können, mindestens die Hälfte der Patienten betreffen und nicht Wochen, sondern meist Monate oder sogar Jahre dauern.
Zudem sprachen sie offen aus, dass Ärzte deshalb wohl ständig irrtümlich von Rückfällen ausgingen und weiterhin schädliche Medikamente verschreiben.
Conclusio der Untersuchungskommission: Die gängigen Nizza-Richtlinien müssen dringend angepasst werden.
Manko meiner Meinung nach: Moderne AD wie Prozac/Fluoxetin oder Paroxetin würden nicht so häufig zu schweren Entzugserscheinungen führen => Bei beiden sprechen die Erfahrungen der Betroffenen eine VÖLLIG andere Sprache, wie wir wissen.

Hier der BBC-Artikel darüber: https://www.bbc.co.uk/news/amp/health-45717465
Hier der aus dem englischen "Guardian": https://www.theguardian.com/society/201 ... new-report
Hier eine deutsche Veröffentlichung dieser Pressemeldung: https://www.heilpraxisnet.de/naturheilp ... 1004427085

.... falls ihr euren Ärzten was auf den Tisch knallen wollt ;)

Zumindest in England tut sich offensichtlich etwas!!

LG Lena
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Zu rasches Reduzieren (5 Monate), danach Entzug/Absetzsyndrom, auf Null seit August 2017

Mir hilft: Omega 3, Vitamin D, histaminarme und gesunde Ernährung, Passionsblumentropfen
Mein Thread: http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?t=14041

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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Murmeline » Samstag, 06.10.18, 13:02

Ja, da tut sich was. Die Leute vonmCEP sind aktiv! Rosenrot wird für die Hintergrundinfos übersetzen, sofern es ihre Kraft zulässt:
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 90#p272190
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Beitrag von Arianrhod » Dienstag, 09.10.18, 13:56

Sehr interessant:
Ernährung (bestimmte NEM) können bei bipolarer Störung helfen
Supplemente vs. Placebos
Auf dem 31. Kongress des European College of Neuropsychopharmacology (ECNP) stellten Forscher vor der Veröffentlichung einer klinischen Studie ihre Ergebnisse vor, die hinsichtlich der Behandlung depressiver Phasen bei der bipolaren Störung von Bedeutung sind. In ihrer Arbeit geht es darum, welchen Einfluss Ernährung auf die Entwicklung der Erkrankung haben kann, berichtete unter anderem das Wissenschaftsmagazin ScienceDaily von der Veranstaltung.
http://news.doccheck.com/de/newsletter/ ... e86ff64d38
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Beitrag von gioia » Dienstag, 23.10.18, 20:41

LenaLena hat geschrieben:
Samstag, 06.10.18, 12:46
Moderne AD wie Prozac/Fluoxetin oder Paroxetin würden nicht so häufig zu schweren Entzugserscheinungen führen

Das ist ja wirklich unfassbar :frust:

Lg
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Schlafstörung/Burnout Sommer 2016
2 Monate Einnahme Escitalopram und MIrtazapin: bettlägrig, stromempfindungen, zittern, extreme Schwäche, Hitze im Körper, Ängste wie nie zuvor im Leben
Auch nach absetzen, über Monate zittrig und schwach
12/2016: Pregabalin, nach 3 Monaten Einnahme: wieder bettlägrig, massives inneres und äußeres Zittern, extreme Schwäche, Gangstörungen, kaum mehr Morgenharn, Wasseransammlung im Gewebe, Krampfanfall, Atemnot , massiv verstärkte Ängste, massive Anspannung
Schnelles absetzen, (08.03.2017)massive Symptome über Monate, stromartige Spannung jeden Tag, Ängste, die ich vorher nie hatte, zittern wie bei Parkinson
04/2017: Deanxit aus Verzweiflung, Spannung hört langsam auf, kann Benzo absetzen, jedoch fühle ich mich nicht wie früher oder gesund, viel viel ängstlicher als ich je war
10/2017: Absetzen deanxit über einige Wochen, danach bricht Stromspannung mit aller Gewalt wieder los, wie im März zuvor
Muss wieder praxiten nehmen, da unaushaltbare Zustände
Benzo (praxiten/Halcion) konnte ich problemlos reduzieren, auch nach langer Einnahmedauer kaum Toleranz, Benzo für mich Lebensretter
2018: war in meinem ganzen Leben noch nie so krank wie durch dieses Dreckszeug, SSRI, SNRI, Pregabalin,
03/2018: starkes Vergiftungsgefühl, Blasenprobleme
ab 06/2018: massiver Haarausfall, netzartige Flecken auf Armen und Bauch
10/2018: Atemprobleme kommen verstärkt dazu
03/2019: je mehr Folterspannung zurückgeht, desto weniger Praxiten brauch ich, Atmungsprobleme bessern sich langsam, Haare wieder normal, totale Erschöpfung
04/2019: an guten Tagen kurz spazieren gehen, total erschöpft, Spannung ab Mitte April langsam besser, Nervenschmerzen, Nervenbrennen, immer wieder starkes Ziehen in den Armen , bei Zyklus wie in andere Galaxie geschossen, Schlaf immer noch gestört, werde immer noch nicht normal müde wie früher vor diesem Tablettenalptraum
Beine zittern vor Erschöpfung, kein Einkaufen , kein Autofahren möglich

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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Arianrhod » Dienstag, 06.11.18, 10:59

Risikofaktor für Depressionen und Schizophrenie?
Auch für Menschen könnten diese Erkenntnisse medizinisch relevant sein. „Sie unterstützen die Vermutung, dass Toxoplasma gondii ein Risikofaktor für neuropsychische Erkrankungen ist. Fehlfunktionen glutamaterger Synapsen werden mit den Ursachen von Depressionen, Schizophrenie und Autismus in Verbindung gebracht. Auch Komponenten der Immunantwort zeigen Bezüge zu diesen Erkrankungen. Das legt den Verdacht nahe, dass möglicherweise durch Immunreaktionen Veränderungen an der Synapse verursacht werden, die zu neuropsychiatrischen Störungen führen können“, fasst die Neuroimmunologin Dunay zusammen.
http://news.doccheck.com/de/newsletter/ ... bd647f8301

Auch zu Differentialdiagnosen. Eventuell wäre eine Eindämmung des Erregers - durch eine zeitweilige Gabe von Sulfadiazin etwa- hilfreicher gegen psychische Erkrankungen als die Gabe von Pp - Studien laufen.

Gruß Arian
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Arianrhod » Freitag, 09.11.18, 12:06

Restless legs -
Darüber hinaus können die Symptome durch bestimmte Medikamente ausgelöst werden: vor allem durch Neuroleptika, Antidepressiva – insbesondere selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) – und Dopaminantagonisten. In diesem Fall sollten die Medikamente abgesetzt oder durch andere Wirkstoffe ersetzt werden.
http://news.doccheck.com/de/newsletter/ ... ment-77962


Mein Leserkommentar dazu:
Vielleicht sollte auch das Verschreibungsverhalten vorsichtiger werden : Ich kenne jetzt drei Personen, die Quetiapin gegen Schlafstörungen verordnet bekommen haben, ohne dass ihnen überhaupt bewusst ist, dass sie ein Neuroleptikum einnehmen.
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