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ADFD • Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co. - Seite 40
Seite 40 von 43

Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Verfasst: Donnerstag, 15.11.18, 14:40
von Jamie
Heute auf Zeit online

Ein ganz wundervoller Bericht über chronische Schmerzen, Ärzterennerei, wirkungslose Therapien, überforderte Angehörige, nicht-verstanden-werden, Kampf, Isolation und Rückzug, Aggression, Verzweiflung und Sprachlosigkeit.
Passt sehr gut auch zur Problematik des AD absetzens.

Auch sehr empathische Kommentare

Die Autorin schreibt unter Klarnamen, echt toll

https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitge ... ungeklaert

Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Verfasst: Montag, 19.11.18, 17:57
von Arianrhod
Krise der Psychiatrie
Diagnosendämmerung

Inzwischen wachsen Zweifel an der Aussagekraft der Diagnosen. Experten fordern ein neues wissenschaftliches Fundament.
RDoC-Initiative mit verblüffenden Ergebnissen
Statt eine Depression oder eine Schizophrenie zu attestieren, splitten Psychiater die Psyche des Patienten detailliert auf und sagen ihm: „Sie haben ein Problem, wenn sie sprechen, Sie können ihre Gefühle nicht kontrollieren oder bewerten Dinge nicht korrekt. Und das hat mit einzelnen defekten Hirnsystemen oder Genen zu tun“. Vergleichs-Studien an Patienten, die zuvor eine klassische Diagnosen erhalten hatten, laufen und in der Tat hat die RDoC-Initiative einige verblüffende Ergebnisse geliefert
https://www.deutschlandfunk.de/krise-de ... lvY41G-E5Y

Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Verfasst: Mittwoch, 05.12.18, 21:19
von Murmeline
Viele Formen von Depressionen lassen sich mit Antidepressiva behandeln. Doch gerade in Deutschland haben viele Patienten Angst davor, Antidepressiva einzunehmen. "In Deutschland muss man Patienten mit Engelszungen dazu überreden, dass sie ein solches Medikament ausprobieren", erklärt Ulrich Hegerl. "Und viele stellen dann fest, dass ihre oft seit Monaten bestehende Depression endlich abklingt. Viele haben auch Angst, dass Antidepressiva süchtig machen könnten. Hätte er selbst eine schwerere Depression, sagt Hegerl, würde er ohne Zögern Antidepressiva einnehmen, genauso wie Insulin bei einem schweren Diabetes.
:shock: :? :roll:

https://www.dw.com/de/depression-knapp- ... a-46485725

Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Verfasst: Donnerstag, 06.12.18, 15:17
von Arianrhod
Murmeline hat geschrieben:
Mittwoch, 05.12.18, 21:19
Hätte er selbst eine schwerere Depression, sagt Hegerl, würde er ohne Zögern Antidepressiva einnehmen, genauso wie Insulin bei einem schweren Diabetes.
Mein Lieblingsvergleich - der mit Diabetes.
Nur dass ein Insulinmangel ja wohl feststellbar ist.

Dagegen ein Serotoninmangel im Gehirn - nun ja.....Kein Psychiater misst den Serotoninwert im Gehirn seiner Patienten - weder vor, noch während der Behandlung mit Antidepressiva. Es gibt keinen Normwert für eine "normale" Serotoninkonzentration im Gehirn. Ohne Normwert (Referenzwert) gibt es keinen " zu niedrigen Wert"
- beim Insulin aber sehr wohl.

Heute in der Neuen Apothekenillustrierten Gewinnspiel November 2018:(auch zu finden unter aponet) :
Die Preisfrage für diese Ausgabe:
Welche Medikamente helfen bei Depressionen?

O Antidepressiva
O Antibiotika
Was soll ich da antworten? Beide nicht .... bei bestimmten Infektionen, die fr Depressionen verantwortlich sein sollen, eventuell Antibiotika? ... :roll: )


Gruß Arian
-

Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Verfasst: Donnerstag, 06.12.18, 15:52
von Jamie
Unfassbar, dass das der gute Herr Hegerl immer noch sagt / schreibt.
Ich könnt da ausrasten. :evil:

Dieser Insulinvergleich impliziert den Mangel, von dem nachgewiesen weiß, dass er klinisch nicht bestätigt werden konnte.
Damit umschifft er die Serotoninmangelhypothese geschickt und suggeriert, es handele sich eben doch um einen Mangel wie einem Mangel an Insulin bei Diabetes.
Das ist manipulativ und frech.

Da könnt ich wirklich :frust: :evil:

Grüße
Jamie

Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Verfasst: Freitag, 07.12.18, 12:41
von Kimeta
Ein Bericht über Depressionen, übrigens ohne Erwähnung von Medikamenten:

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/de ... -1.4242729

Viele Grüße
Kimeta

Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Verfasst: Samstag, 08.12.18, 19:57
von Jamie
Fluoxetin kann doch keine Neuroplastizität / -Regeneration bei Schlaganfallpatienten beschleunigen:

https://beta.doccheck.com/de/detail/art ... lock=35100

Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Verfasst: Montag, 10.12.18, 19:54
von Arianrhod
Pregabalin wird zu oft verordnet?
Auch bei uns kommt es immer häufiger zu medizinischen Notfällen durch Pregabalin
http://news.doccheck.com/de/newsletter/ ... ment-78268

Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Verfasst: Mittwoch, 19.12.18, 11:19
von Arianrhod
Quasi in einem Nebensatz erwähnt:
Ja, Antidepressiva können Manien auslösen - und Ärzte wissen das durchaus ,
obwohl es hier um einen anderen Fall geht:
Als nächstes spekulieren die Ärzte, dass sein Verhalten möglicherweise durch Medikamente ausgelöst wurde. Das ist bei bestimmten Psychopharmaka wie dem selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI) Duloxetin nicht ungewöhnlich. Dieses Mittel hatte der Hausarzt ihm damals gegen die Depression verschrieben. Die Behandlung blieb aber ohne Erfolg. Eine weitere psychiatrische Therapie lehnte der Patient ebenfalls ab. Gegen die Medikamenten-Theorie spricht, dass der Mann Duloxetin aber bereits seit Längerem nicht mehr eingenommen
Älterer Herr entwickelt plötzliche Manie

Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Verfasst: Freitag, 21.12.18, 15:22
von Murmeline
Mirka91 hat geschrieben:
Freitag, 21.12.18, 14:53
Hallo zusammen,

ich habe heute einen interessanten Artikel über Antidepressiva gelesen. Für diejenigen, die es interessiert:

https://www.google.com/url?sa=t&source= ... pNvg89vae4

Liebe Grüße!
Mirka

Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Verfasst: Freitag, 04.01.19, 7:24
von Murmeline
Yahoo News Lifestyle (english) hat einen Artikel zu Entzug von Antidepressiva

In recovery — from antidepressants. How patients are helping each other withdraw.

https://sg.news.yahoo.com/recovery-anti ... ccounter=1

Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Verfasst: Freitag, 04.01.19, 10:02
von Nietzsche-Ente
Hallihallo,

Hier ist eine Studie zum Absetzen von Antidepressiva, bei der die Autoren herausfanden, dass Absetzen anhand der derzeitigen Leitlinien nicht machbar ist. https://www.karger.com/Article/FullText/492693

Es ist auf englisch und einige Seiten lang, aber ich finde, das Lesen lohnt sich.

Hier gibt es eine knappe deutsche Zusammenfassung:
https://psylex.de/psychopharmaka/antide ... zen.html#3

Leider fehlen da wesentliche Teile. Die Studie rekurriert auch auf vorhergegangenen Versuche zum Absetzen, benennt Gründe, wieso Absetzen sinnvoll ist, fordert klare Definitionen für das Absetzsyndrom, Rückfall etc. und stellt therapeutische Methoden zur Absetzbegleitung vor. Außerdem (was ich beachtlich finde) wird die Macht der Pharmakonzerne kritisiert und deren Werbung für Antidepressiva und Vertuschung der Absetzproblematik.

Liebe Grüße,
Nietzsche-Ente

Edit: Mir ist gerade aufgefallen, dass der Beitrag besser in "Arzneimittel-News / Forschungs-News" passt... Liebes Team, wenn ihr wollt, könnt ihr ihn gerne verschieben.

Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Verfasst: Freitag, 11.01.19, 20:20
von Arianrhod
Richtige Differentialdiagnose zu Wochenbettdepression stellen:
Eine junge Mutter zieht sich immer mehr zurück. Sie spricht kaum noch und stillt ihr Kind nicht mehr. Die Symptome deuten auf eine Wochenbettdepression hin. Doch die ständigen Kopfschmerzen machen die Ärzte misstrauisch.
Glioblastom

Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Verfasst: Dienstag, 29.01.19, 19:10
von Annanas
Gerade entdeckt:

Heute 29.01.2019, 20.15 Uhr Visite NDR
U.a. Medikamente gegen Depressionen, NW Suizid?

Teletext S.521 Experten zum Thema (Tom Bschor)

Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Verfasst: Mittwoch, 30.01.19, 17:52
von Bruno
Hallo Annanas
NDR Visite hat hier einen sehr guten Bericht erstellt.
Diesen könnten man hier im Forum noch mehr in den Vordergrund stellen.
Danke für die Info
LG
Bruno

Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Verfasst: Mittwoch, 30.01.19, 18:33
von padma

Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Verfasst: Donnerstag, 31.01.19, 15:40
von Arianrhod
padma hat geschrieben:
Mittwoch, 30.01.19, 18:33
hallo,

hier der link: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/ ... on238.html

lg padma
Als Erklärung von Suizidalität geben sie auf der Seite:
Ein Risikofaktor für die Suizidalität könnte sein, dass manche Menschen aus genetischen Gründen Antidepressiva schlechter verstoffwechseln. Das führt dazu, dass die Leber den Wirkstoff zu langsam abbaut und dieser sich im Körper anreichert. So kommt es verstärkt zu Nebenwirkungen. Genetische Tests, die die Wirksamkeit und Verträglichkeit von einzelnen Wirkstoffen individuell voraussagen sollen, sind derzeit noch Gegenstand der Forschung. Eine zuverlässige Vorhersage, wer an Nebenwirkungen erkrankt, ist derzeit nicht möglich: Selbst wenn ein Medikament zunächst gut vertragen wurde, kann das beim zweiten Einsatz anders sein.

Begleitung des Patienten ist wichtig
Wichtig ist, dass Betroffene und Angehörige das Risiko kennen und von kundigen Therapeuten betreut werden. Ärzte, die nur ein Rezept ausstellen, ohne den Patienten im Blick zu behalten, handeln fahrlässig.
Imho ist diese Erklärung nicht so ganz richtig, denn es sind nicht die Nebenwirkungen, sondern die gewünschte Wirkung , die die Suizidaität befördern, und zwar : Aktivitätsssteigerung

Tritt die Aktivitätssteigerung wesentlich früher ein als die Stimmungsaufhellung bzw es kommt gar nicht zu einer Aufhellung der Stimmung, weil das AD nicht greift, dann hat der depressive Mensch nun die Energie, das zu tun, was zu der gedrückten Stimmung passt - sich selbst zu töten.

Evtl. triggernder Text
► Text zeigen

Diese Erklärung gab mir später mein Neurologe .

liebe Grüße Arian

Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Verfasst: Donnerstag, 31.01.19, 18:48
von padma
liebe Arian, :)


diese Erklärung ist nur teilweise richtig.
Es ist eine mögliche Gefahr von AD, und auch die wird immer noch unterschätzt. :(

AD können jedoch auch selbst Suizidalität auslösen, auch bei Menschen die zuvor keinerlei suizidale Tendenzen hatten. Auch bei Menschen, die nie eine Depression hatten und die ein AD aus ganz anderen Gründen eingenommen haben, kann ein AD Suizidalität auslösen.

Die Pharmaindustrie hat das wohl bereits in ihren Testreihen mit gesunden Probanden vor der Zulassung bereits gesehen, aber solange es ging, verschwiegen.

Es ist also nicht so, dass ein AD "nur" eine bisher verdeckt vorhandene Suizidalität hochholt und die Umsetzung ermöglicht, sondern es ist eine mögliche direkte NW eines AD.

liebe Grüsse,
padma

Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Verfasst: Freitag, 01.02.19, 12:49
von Kimeta
Fehldiagnosen: Wie der Körper die Seele krank macht

Depression oder Schizophrenie? Nein: Vitaminmangel! Manche psychischen Beschwerden haben organische Ursachen und wären leicht zu behandeln. Doch oft dauert es Jahre, bis diese erkannt werden.

Artikel aus Spektrum.de

Viele Grüße
Kimeta

Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Verfasst: Freitag, 01.02.19, 14:07
von Arianrhod
Hallo Padma,

danke für die Aufklärung-
das wusste nicht einmal der betreffende Neurologe, der sich zumindest die Mühe machte, mir was zu erklären.
ich wußte auch nicht, dass Suizidalität eine direkte Nebenwirkung ist.
Kennt man denn schon den Wirkmechanismus?

liebe Grüße Arian