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Liebe Mitglieder des ADFD-Forums, liebe Interessierte,

Update: Die Wiedereröffnung für neue Teilnehmer verzögert sich noch ein wenig. Geplanter Termin ist der 1.8. Das neue Konzept steht aber mittlerweile und wir arbeiten im Hintergrund an der Umsetzung.

Erste Veränderungen in Form zweier neuen Rubriken sind nun eingestellt, Erläuterungen siehe den Artikel über die geplanten Änderungen.


Seit dem 31.03.2019 Ist das Forum für Neuanmeldungen geschlossen. Bislang freigeschaltete Mitglieder können das Forum natürlich wie gewohnt nutzen und dort schreiben.

Es tut uns leid für diejenigen, die sich nun gerne anmelden möchten und nicht können, aber aufgrund einer völligen Überlastungssituation sind wir nicht mehr in der Lage noch mehr Mitglieder zu betreuen. Wir müssen uns in den kommenden Wochen auch überlegen, wie das Forum künftig organisiert werden kann, so dass es fortbestehen kann. Das Forum wurde in den letzten Wochen geradezu mit Neuanmeldungen geflutet und es ist uns nicht mehr möglich, diese Massen an Anfragen auf Basis unseres ehrenamtlichen Engagements zu bewältigen.

Trotzdem wollen wir keinen von Euch hängen lassen.
Zum einen steht in diesem Forum wirklich alles Relevante, was Ihr wissen müsst, wenn Ihr Eure Psychopharmaka verantwortungsvoll, schonend und nachhaltig absetzen wollt und zum anderen haben wir auch extra noch mal die allerwichtigsten Artikel und Tipps für Euch zusammengestellt.
Nehmt Euren Wunsch, Eure Medikamente auszuschleichen aktiv in die Hand, lest die Infoartikel, wühlt Euch durch die Threads der anderen Betroffenen und erlebt, dass alle im gleichen Boot sitzen, benutzt gerne auch die Suchfunktion... Ihr werdet sehen, so gut wie keine Frage wird unbeantwortet bleiben.

=> Hier sind nochmal häufige Fragen von Neuankömmlingen für Euch beantwortet. <=

Für unsere Bestandsmitglieder und natürlich auch für diejenigen, die an den tiefer gehenden Gründen interessiert sind, weswegen wir den Anmeldestopp verhängt haben, haben wir eine genauere Erklärung verfasst.

Wir danken für Euer Verständnis und erbitten zahlreiches und konstruktives Mitwirken
Das Team des ADFD

Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Allgemeine Diskussion über psychische Störungen, ihre Behandlung und alles Verwandte.
carlotta
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von carlotta » Dienstag, 05.02.19, 22:52

Liebe Arian,

es gibt letzten Endes überhaupt nur Hypothesen über die Wirkweise von AD - was da genau wie "wirkt" bzw. sich auswirkt und wozu es führt, ist im Grunde nicht oder nur sehr unzureichend bekannt. (Ja, dass sie Serotonin-Transporter blockieren und dadurch das Serotonin länger im synaptischen Spalt halten, weiß man; ein bisschen was vielleicht noch darüber, dass sie den ein oder anderen Neutransmitter beeinflussen. Aber wie genau und was das längerfristig für Ergebnisse hat und vor allem, was das im Detail bewirkt, darüber weiß man herzlich wenig. Wir sind halt alle Teil der weltgrößten Langzeit-Kohortenstudie. :shock: Nur dass kaum einen die Ergebnisse interessieren... - außer den Betroffenen.)

Bekannt sind wohl um die hundert Neurotransmitter, es dürfte mehr geben. Welche Funktionen die alle haben und vor allem wie sie interagieren (denn das tun sie!), ist auch nur teilweise bekannt (bei AD wird immer nur über den Einfluss auf einige wenige gesprochen, was mit den restlichen passiert, weiß keiner). Aber man pfuscht in solch einem fragilen System herum, und zwar grobschlächtig, mit Substanzen, die man auch nur unzureichend versteht (und mehr oder weniger zufällig entdeckt hat, ohne da gezielt was zu "entwickeln"). So viel zur "Wissenschaft".

Was Dein Neurologe erzählt hat, ist eine alte Leier (häufig angeführt von AD-Befürwortern, vermutlich ähnlich Marketing getrieben wie die gute alte Geschichte vom niedrigen Serotoninspiegel).

Liebe Grüße
Carlotta
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von carlotta » Dienstag, 05.02.19, 23:22

Hallo,

ein Nachtrag - falls noch eine Studie zur medikamenteninduzierten Suizidalität gewünscht ist, hier eine von 2016:
"Precursors to suicidality and violence on antidepressants: systematic review of trials in adult healthy volunteers"
von Andreas Ø Bielefeldt, Pia B Danborg, and Peter C Gøtzsche

Zitat:
Conclusions

Antidepressants double the occurrence of events in adult healthy volunteers that can lead to suicide and violence.
Details hier:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5066537/

Liebe Grüße
Carlotta
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Jamie » Freitag, 15.02.19, 21:43

Etwas off-topic, aber in der Sache völlig verwandt mit den PSSD Problemen bei SSRI-AD

Finasterid (Haarwuchsmittel und eingesetzt bei Prostata Erkrankungen) kann psychische Nebenwirkungen und Suizidalität auslösen sowie die uns bekannten Symptome einer schweren Sexualstörung, die wir als PSSD (post ssri sexual dysfunction) kennen.

Ein sexuell sehr aktiver, gesunder Mann hat wegen aufkommender Geheimratsecken Finasterid eingenommen und diese schwere Sexualstörung bekommen, incl. schrumpfender Hoden etc.

Nun hat er den Hersteller verklagt, der Prozess hat begonnen:
https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2 ... nwirkungen

Grüße
Jamie
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von carlotta » Montag, 18.02.19, 0:10

Hallo Jamie,

gar nicht off topic, das Urteil könnte wegweisend sein für alle, die durch Medikamente geschädigt wurden - also auch für uns (Zitate aus oben genanntem Zeit-Artikel):
[...]Das liegt an einem Urteil, das der Europäische Gerichtshof im Juni 2017 gefällt hat. Es stärkt die Position der Patienten erheblich. Weil aber europäisches Recht Vorrang vor nationalem Recht hat, will Anwalt Heynemann mithilfe eines Urteils im Berliner Haarwuchsmittelverfahren erreichen, dass künftig auch deutsche Gerichte großzügiger mit klagenden Patienten umgehen. Deswegen ist der Prozess gegen Dermapharm ein Musterprozess.
Bislang hatten klagende Verbraucherinnen und Verbraucher nämlich so gut wie keine Chance gegen einen Pharmakonzern. Die wenigen Klagen, die überhaupt vor Gericht landeten, scheiterten. Bestenfalls kam es zu Vergleichen.
Und weiter:
[...] Der Bundesgerichtshof urteilte dazu vor sechs Jahren: Bevor eine Pharmafirma für angebliche Schäden haftet, muss ausgeschlossen werden, dass nicht irgendeine andere Ursache verantwortlich ist. [...]

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofes von 2017 sagt nun das Gegenteil. Darin steht: Der Patient oder die Patientin muss nicht mehr nachweisen, dass es einen naturwissenschaftlich bewiesenen Zusammenhang zwischen einem Medikament und einem Leiden gibt.
Woraus folgt:
Es ist nicht mehr entscheidend, ob das Post-Finasterid-Syndrom medizinisch zweifelsfrei nachgewiesen werden kann oder nicht. Wichtiger wird auch hier die zeitliche Abfolge. Und eine Häufung von Fällen.
Das wäre in der Tat eine Revolution für die hiesige Rechtssprechung - mit weitreichenden Folgen für Geschädigte und Hersteller.

Urteil wird für dieses Jahr erwartet. Man sollte das unbedingt verfolgen.

Liebe Grüße
Carlotta
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Clarissa » Montag, 18.02.19, 5:36

Super, hoffentlich ein Anfang!

Danke und Grüße von Clarissa.
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Towanda » Mittwoch, 27.02.19, 10:14

Eine meiner Meinung nach gute Sendung über Akzeptanz und Ressourcen:

https://www.br.de/mediathek/podcast/rad ... st/1501634

LG Towanda
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09.05.19 - 4,20 mg Mirtazapin
05.06.19 - 3,75 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
1 x wöchentlich Ciprofloxacin C30 5 Globuli
1 x wöchentlich Mirtazapin C30 5 Globuli
3 x tgl. Thyreoidea comp. 3 Globuli


Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich haben wollen

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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Katharina » Mittwoch, 27.02.19, 21:42

Doku& Reportage
hr Fernsehen
27.2.19
'Phil und das Traurigsein'
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Arianrhod » Dienstag, 05.03.19, 17:07

ADHS: Safran statt Ritalin?

In einer Studie wurde die Wirkung von Safran bei jungen ADHS-Patienten mit dem Standardwirkstoff Methylphenidat verglichen. Signifikante Unterschiede gab es nicht. Kommt die nächste Therapie aus dem Gewürzregal?
https://www.doccheck.com/de/detail/arti ... tt-ritalin
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 06.03.19, 9:00

Wie setzt man Antidepressiva ab?
Am besten langsam, berichtet die New York Times
https://www.nytimes.com/2019/03/05/heal ... G3aOoGptfT
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 06.03.19, 23:21

USA lassen Ketamin-Nasenspray gegen schwere, therapieresistente Depressionen zu

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagno ... 56486.html

Ich bin sehr skeptisch.
Bei manchen scheint es anzuschlagen, bei anderen nicht.
Zudem die möglicherweise massiven Trips, die das Zeug auch unter kontrollierten Bedingungen erzeugen kann. Sicher ist etwas Anderes.

Mich interessiert vor allem, wie die Menschen die Zeit überbrücken bis zur nächsten Gabe, wenn der Stoff nur so kurz wirkt (höchstens 7 Tage, wenn man Glück hat; bei manchen ja auch nur einen einzigen Tag).
Es darf ja laut Bericht nur 2 mal im Monat verabreicht werden.

Am heikelsten erscheint mir, dass die Langzeitforschung nicht gesichert ist.
Wir wissen nicht was im Gehirn eines Menschen passiert, der es über einen langen Zeitraum nimmt und ob da im Oberstübchen nicht vielleicht schwere Störungen oder gar irreversible Schäden entstehen.
Das glutamerge System ist hochkompliziert und eng verschaltet mit GABA. Ich finde es sehr riskant.
Insgesamt wieder eine sehr bedenkliche Entwicklung.
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Clarissa » Donnerstag, 07.03.19, 5:32

... m.M.n. auch der Hilflosigkeit und Verzweiflung im Kampf gegen die Depressionen geschuldet.

Seit Jahren ist kein neues AD auf den Markt gekommen, die immer wieder vollmundig verkündetete Heilbarkeit jeder Depression ist eine Luftnummer.

VG von Clarissa
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Smilla » Donnerstag, 07.03.19, 9:38

Hallo,

würde von fachlicher Seite zugegeben, dass im Grunde noch nichts gefunden wurde, was wenigstens zuverlässig die Symptome beseitigt, wäre dies in einer Zeit, in der immer mehr Menschen krankheitswertige, psychische Störungen attestiert werden, eine Bankrotterklärung mit uneinschätzbaren Wirkungen. Also hängt man ein Mäntelchen um.

Im Grunde wird aber für den, der genau hinhört, bezüglich PP zugegeben: "Nix Genaues weiß man nicht". Clarissa, ich sehe das auch so: Daraus spricht mehr oder weniger gut kaschierte Hilflosigkeit.

LG Smilla
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von 0816 » Donnerstag, 07.03.19, 13:17

Hallo,
letztlich entscheidend ist die Aufklärung durch die Ärzteschaft. Es mag Fälle geben, die so gravierend sind, dass es sich lohnt auch mit wenig getesteten Mitteln zu experimentieren aber das müsste vom verschreibenden Arzt klar und deutlich benannt werden, was leider im Psychopharmakabereich fast nie passiert.
Eine Medikament mehr gibt einem mündigen, aufgeklärten Patienten, der die Risiken kennt eine weitere (natürlich problematische) Option.
Die USA sind ja meist eh liberaler was die Medikamentenfreigabe angeht. Um die Sinnhaftigkeit fachlich einzuschätzen fehlt mir jede Grundlage und ich glaube, dass jeder psychoaktive Wirkstoff seine Wirksamkeit und Gefährlichkeit immer erst in der Langzeitanwendung zeigt und es sehr schwer ist bezüglich der Wirkung von Psychopharmaka wirklich aussagekräftige Studien durchzuführen - auch dann wenn diese wirklich neutral ausgestaltet sind, da sich die Schwere eine Depression kaum wirklich darstellen lässt. Da ich sowiso nicht glaube dass Depression=Depression ist und ich die Diagnose mehr für einen Sammerbegriff halte um eine schlechte psychische Verfassung somatisieren zu können, glaube ich eh nicht daran, dass es ein Mittel gibt, dass allen "Depressionserkrankten hilft".

Letztlich sollte PP bei Depressionen nur auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten und unter deutlichem Hinweis auf Risiken und schwankende Studienlage verabreicht werden. Leider ist das nicht die Praxis in der Realität.

MFG
0816
Psychische Probleme seid Kindesalter mit unterschiedlicher Manifestation. Verschiedene Diagnose wobei ich eigentlich nur eine Angststörung als wirklich treffend ansehe.

Einnahme von Zolpidem als Schlafmittel seit 18. Lebensjahr. Zunächst 5 mg, später 10 mg.
2004 psychischer Zusammenbruch mit traumatischer Psychatrieerfahrung. In Psychatrie hohe Dosen Lorazepam erhalten. Mehrere Jahre Psychotherapie und Versuche mit etlichen Antidepressiva. Antidepressiva haben bei mir weder wirkliche Wirkung gezeigt noch Absetzprobleme bereitet. Letzte Einnahme ca. 2010
Erst ab 2007 wieder halbwegs geregeltes Leben.
Seit 2008 sich verstärkende gesundheitliche Probleme (starke Schleimbildung, starker Tinnitus, Hörsturz, allergische Reaktionen bei Sport bis hin zu allergischem Schock).
2012 im Rahmen von Studienabschluss vom Hausarzt Atosil als weitere Einschlafhilfe erhalten (15 Tropfen).
Seit 2014 deutliche Verschlimmerung des Gesundheitszustandes mit mehreren Hörstürzen und Verschlimmerung der Verschleimungsproblematik.
Seit 2015 Zusammenbruch des geregelten Lebens.
Seit 2016 massive Probleme mit Zolpidemeinnahme nach einmaliger Einnahme einer hohen Dosis (Tagesmüdigkeit, trockene Augen, häufig nur Augenschlitze, verzögertes Wahrnehmungsvermögen, Kopfschmerzen, paradoxe Reaktion auf Zolpidem)
Absetzversuch Zolpidem mit Substitution mit Oxazepam gescheitert, ebenso kalter Entzug aufgrund erneuter Hörstürze in Zusammenhang mit fehlendem Schlaf.

Seit August 2018 Versuch der ambulanten Entzugs über Diazepam. Deutlich bessere Entzugssymptomatik im Gegensatz zu Zolpidem und Oxazepam.

August 2018: 6 mg Diazepam, 10 Tropfen Atosil
September 2018: 5 mg Diazepam, 6 Tropfen Atosil
zur Zeit: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil
seit 9.10.18: 4 mg Diazepam 2 Tropfen Atosil
seit 13.10.18: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil aufgrund neuerlichem Hörsturz und massiven Schlafproblemen.
18.10.18 Aufgrund zwei Nächte kompletter Schlaflosigkeit und extremer Ohrprobleme wieder zurück zu 4 mg Diazepam und 10 Tropfen Atosil
30.10.18 3,5 mg Diazepam, 7 Tropefen Atosil + 3 Bedarf
19.11.18 3,0 mg Diazepam, 7 Tropfen Atosil + 3 Bedarf extreme und Ohrprobrobleme
04.12.18 2,5 mg Diazepam 7 Tropen Atosil
26.12.18 2,0 mg Diazepam 7 Tropfen Atosil
17.01.18 1,5 mg Diazepam 7 Tropfen Atosil
xx.02.19 1,5 mg Diazepem 5 Tropfen Atosil
30.03.19 1,5 mg Diazepam 3 Tropfen Atosil
12.04.19 1,0 mg Diazepam 2 Tropfen Atosil
31.04.19 0,5 mg Diazepam 2 Tropfen Atosil
20.05.19 0 Diazepam 2 Tropfen Atosil --> Ich bin gespannt ob ich es durchhalte

Smilla
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Smilla » Donnerstag, 07.03.19, 13:19

.... Und Langzeitverordnung ist eigentlich gar nicht zulaessig.

Gruesse, Smilla
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Murmeline
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Murmeline » Freitag, 08.03.19, 8:55

Murmeline hat geschrieben:
Mittwoch, 06.03.19, 9:00
Wie setzt man Antidepressiva ab?
Am besten langsam, berichtet die New York Times
https://www.nytimes.com/2019/03/05/heal ... G3aOoGptfT
Übersetzung: viewtopic.php?p=293296#p293296
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Murmeline » Freitag, 08.03.19, 11:31

Murmeline hat geschrieben:
Freitag, 08.03.19, 10:47
Die dunkle Seite der Stimmungs­­aufheller

Viele Menschen berichten von starken ­Beschwerden wie Ängsten, Unruhe und Missempfindungen, wenn sie Antidepressiva absetzen. Immer mehr spricht dafür, dass Ärzte solche Entzugserscheinungen lange unterschätzt haben.

von Janosch Deeg

Gehirn & Geist Ausgabe 4/2019

https://www.spektrum.de/magazin/machen- ... ig/1623844

Zu Wort kommen in diesem Artikel Psychiater Dr. Uwe Gonther, Sozialarbeiter und Mitglied des Fachausschuss Psychopharmaka der DGSP Markus Kaufmann, ein Betroffener und meine Wenigkeit 😊 als Vertretung des Forums, welches als Betroffeneninitiative auch genannt ist.

Der Artikel ist bisher nur teilweise online zu lesen, wenn/falls sich das ändert, gebe ich ein Update.

Die 7,50 für das analoge Heft halte ich für gut investiert (erscheint heute am 08. März), man kann es auch einzeln digital kaufen oder abwarten, ob es die nächsten Tage einen freigebenden Volltext gibt.

Wer mag, kann seine persönlichen Erfahrungen sachlich unter dem Artikel online kommentieren. Und ein Danke, dass das Thema im Magazin aufgegriffen wurde, ist auch nett!
Rückmeldung bitte hier
viewtopic.php?p=293406#p293406
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Anke13
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Anke13 » Dienstag, 12.03.19, 13:04

Hallo liebe Foris, :group:

habe einen interessanten Artikel gefunden in der Zeitschrift „Welt der Wunder“ (Ausgabe 4/19) zum Thema: Kann man Schmerzen wegessen ? (statt Schmerzmittel zu nehmen). Ist bildlich gut dargestellt der Körper und verschiedene Organbeschwerden.

Betrifft z.B. Quercetin: läßt schmerzende Wunden schneller heilen. Sowie: Eine um bis zu 20 Prozent reduzierte Konzentration von Histamin !!

Leider kommt es für mich mit Reizmagen/Reizdarm nicht in Frage (Lebensmittel: Zwiebeln, Äpfel, Kapern, Knoblauch).

Sind auch schmerzfördernde Lebensmittel aufgeführt.

Vielleicht hilft es Euch etwas weiter.
Liebe Grüsse :group:
Anke
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JamieAnnanas
Diagnosen 2014: Endstadium Burnout/Panikattacken /Angstzustände/diverse Traumata

1.Tablette Alprazolam genommen Juni 2014 sofort abhängig nach 1.Tablette !!! (Suchtgedächtnis s.unten)
Warnung: Alprazolam Entzug laut Experten härter als Heroin Entzug !!!
Hochdosisabhängigkeit Alprazolam /Diazepam

Juli-Sept 2014 = Alprazolam 1/2 bis 2 Tabl. täglich (je nach Belastung).
Okt.-Dez.2014 STEIGERUNG auf 2-6 Tabl.täglich.
Januar 2015= 4-7 Tabl täglich!! Seit Febr.2015 Absetzplan nach Ashton Methode.
Febr-Dez.2015 Alprazolam runterdosiert und Substitution Diazepam.
Fehler 1) Entzug zu sehr in die Länge gezogen
Fehler 2) Dosis ständig verändert von 3 Tabl./nächsten Tag 7 Tabl./nächsten Tag 4 Tabl., etc.

2016 Jan-Dez weiter runterdosiert Alprazolam, dafür Diazepam gesteigert FEHLER !

4. Mai 2017 Alprazolam auf 0 alleine geschafft !!!

Dafür leider hängengeblieben auf 40 mg Diazepam/täglich.

Reduziere jetzt Diazepam in 2,5 mg Schritten:
5. Mai 2017 =Diazepam 40 mg
3.August 2017 =37,5 mg
1.September 2017 = 35 mg
6. Oktober 2017 = 32,5 mg
4. November 2017 = 30 mg
4.Dezember 2017 = 27,5 mg
5.März 2018 = 25 mg (Angststörung wird stärker, Reizdarm heftiger, seit Monaten bettlägerig)
13. April 2018 = 22,5 mg
16. Mai 2018 = 20,0 mg (Etappenziel erreicht ! Endlich im Niedrigdosisbereich)
16. Juni 2018 = 18,0 mg - 20 mg (geht mir sehr schlecht, körperlich und psychisch)
18. Sept.2018 = 18 mg
07.Okt.2018 = 16 mg
04.Nov.2018 = 14 mg
Agoraphopie und Sozialphobie neu dazu
Übelkeit und Darmkrämpfe werden heftiger
Neu dazu: Zahnfleisch überall entzündet und Zähne schmerzen (typisches Absetzsymptom)

Grunderkrankung (Angststörung) tritt wieder auf (Panikattacken)
massive Krankheitsängste /diverse Trigger verursachen Angst

03.12.2018 Aufdosierung 0,5 mg (hilft kaum, da in Toleranz) Schreibfehler !
Aufdosiert mit 5 mg Diaz./ Januar 2019 weiter aufdosiert mit 5 mg (also 10 mg insgesamt)
derzeitige Dosis = leider wieder 24 mg Diaz. :( (Ängste jetzt aushaltbar)


Erkrankungen verursacht durch Benzos:
Gallensteine
Magen/Darm Probleme: Übelkeit/Brechreiz/Darmkrämpfe, Gewichtsverlust 12 kg./Diagnose: Reizdarm
diverse Nahrungsunverträglichkeiten
Hautausschlag
Panikstörung: Panikattacke/Hyperventilation jeden Morgen 4 Uhr durch Absetzen

Zusatzmedikation seit 15 Jahren: Amitriptylin (Antidepressiva) 50 mg abends zum Schlafen.
Suchtgedächtnis: 1992-1994 starke Alkoholabhängigkeit und Diazepam bis zu 60 mg pro Tag !
1994 erfolgreicher Entzug in Privatklinik. War seit 20 Jahren clean ! Rückfall Benzo (Alprazolam) 2014.
Trinke keinerlei Alkohol seit 1994 .
"Es ist nicht schlimm, in die falsche Richtung gegangen zu sein, man muss nur den Mut haben umzudrehen" (unbekannt)

Clarice
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Clarice » Donnerstag, 14.03.19, 8:50

Der Bericht handelt von Medikamenten, die aus GB kommen und ggf. nach Brexit nicht mehr verfügbar sind. Ggf.betrifft das auch AD und andere Psychopharmaka? Dafür kenn ich mich zu wenig aus, woher was kommt...

http://mediathek.daserste.de/Plusminus/ ... d=61110492
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Arianrhod
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Beitrag von Arianrhod » Dienstag, 19.03.19, 14:56

Team Wallfraff undercover in Psychiatrien und Wohnheimen - neue Serie
Menschenverachtende Zustände hinter geschlossenen Türen
Überfordertes Personal, Patienten, die zur Strafe auf dem Flur schlafen müssen und Medikamente, die ohne Einwilligung verabreicht werden - die Reporter von "Team Wallraff - Reporter undercover" sind bei ihren Recherchen in deutschen Psychiatrien auf menschenverachtende Zustände gestoßen. Nie zuvor wurde die Redaktion im Vorfeld einer Sendung mit so vielen Abmahnungen und anderen juristischen Androhungen überzogen, um die Ausstrahlung der Reportage zu verhindern - auch weil einer der Undercover-Reporter aufgeflogen ist.
https://www.rtl.de/cms/team-wallraff-in ... 09956.html

hier geht es zu der Serie:
https://www.tvnow.de/shows/team-wallraf ... nt=4309956
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Jamie
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Re: Medien: TV, Zeitung, Radio, Internet etc. über AD & Co.

Beitrag von Jamie » Dienstag, 19.03.19, 18:18

Hallo,

bzgl. Wallraff und die Psychiatrie (übrigens die Psychiatrie im Klinikum Höchst (Frankfurt am Main, Höchst)) auch hier eine interessante Diskussion der Leser im Spiegel-online-Forum

(Für Diskussion nach unten scrollen)

http://www.spiegel.de/kultur/tv/team-wa ... 58500.html
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