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Meine Zeit während ambulantem Diazepamentzug nach ASHTON

Benzodiazepine können schon nach wenigen Wochen abhängig machen. Der Entzug dieser Medikamente sollte dann langsam und vorsichtig stattfinden.
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courage

Meine Zeit während ambulantem Diazepamentzug nach ASHTON

Beitrag von courage » Donnerstag, 14.10.10, 16:38

hallo liebe forenteilnehmer :)

ich würde mich gerne an eurem thema mitbeteiligen, ich hoffe, es stört hier nicht, wenn ich kleinbuchstaben verwende, wenn doch, bitte ich um nachricht.

ich bin als langjährige (rücken)schmerzpatientin zu verschiedenen benzos gekommen, sollen als muskelrelaxans wirken, nun habe ich aber doch den eindruck, dass sich ab einer gewissen dosis (20 mg diazepam) depressionen einstellen oder verstärken und hab mich entschlossen, es nun doch mal mit langsamem ausschleichen zu versuchen.

ich habe mich gleichzeitig auf eine warteliste für januar 2011 in einer klinik setzen lassen, sollte es alleine nicht klappen.

durch eine schwere krebserkrankung meines bruders bin ich so ausser fassung geraten, dass mir ohne erhöhung der benzos auf 30-40 mg bei einem besuch bei ihm, nicht möglich war, keinen grausigen heulanfall zu bekommen, der niemandem gedient hätte.

bin nun in therapie und hab etwas abstand gewonnen und bin erstmal wieder konsequent auf 20 mg diazepam geblieben. nach einem gespräch mit der therapeutin und meiner hausärztin (die zufälligerweise auch substitutionsärztin ist und sich damit mit der materie auch auskennt) will ich jetzt ambulant versuchen, auszuschleichen.

ich werde 2 x die woche in ihre praxis fahren, der plan ist, alle 14 tage bis 3 wochen je 2,5 mg zu reduzieren, ich kann das auch auf 4 wochen und nur 2 mg umändern.

könnt ihr mir sagen, ob dieser plan realistisch ist ? ich bin nicht unter zeitdruck, kann mir mein leben so einrichten, dass stress minimiert wird, hab einen kleinen hund zum rausgehen, geh schwimmen, lebe auch nicht alleine und bekomme von meinem mann jedmögliches verständnis und unterstützung.

ich habe schon mehrmals die letzten jahre seit meiner schmerzkarriere seit 1994 alleine tramadol abgesetzt, zwar immer gegen den willen der schmerztherapeuten wegen des schmerzgedächtnisses, musste auch stets akzeptieren, dass es dauerhaft nicht ohne geht, hab aber die dosis, wenn ich es nehme, immer konstant unter der angegebenen dosis gehalten.
ich fühle mich BEFREIT, wenn ich nichts einnehme, mein gehirn schreit also nicht nach dem stoff, ich hab auch keine positive wirkung wie aufgeputscht sein und müdigkeit bei höherer dosis hasse ich.

ich bin halt im kreislauf einer schmerzpatientin, einen richtigen benzoentzug hab ich noch nie gemacht, das niedrigste waren 0,5 mg abends.

ist vielleicht grade jemand dabei, auch runterzudosieren und ich könnte mich da austauschen ?

ich wünsche euch allen das beste und würde mich über resonanz freuen,
andrea
Zuletzt geändert von courage am Donnerstag, 09.12.10, 8:08, insgesamt 2-mal geändert.

mücke
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Re: Versuch, Benzo abzusetzen, wäre für Hilfe dankbar

Beitrag von mücke » Donnerstag, 14.10.10, 17:10

Hallo Andrea
der plan ist, alle 14 tage bis 3 wochen je 2,5 mg zu reduzieren, ich kann das auch auf 4 wochen und nur 2 mg umändern.
könnt ihr mir sagen, ob dieser plan realistisch ist ?
Ist schwer zu sagen, da du nicht angegeben hast wie lange du schon Benzos einnimmst.

Gruss Mücke

lissy26
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Re: Versuch, Benzo abzusetzen, wäre für Hilfe dankbar

Beitrag von lissy26 » Donnerstag, 14.10.10, 17:13

Liebe Andrea

Herzlich Willkommen im Forum :group:

Wenn du dich bereit dafür fühlst ist das der erste richtige Weg um das ganze anzugehen! Ich selber bin auch am runtersetzen und deswegen schreib ich dir halt gleich mal was :D

Also ich für meine Verhältnisse kann sagen, das bei mir 2,5 mg aufeinmal runter zu lassen für mich zu viel wären aber da reagiert einfach jeder Körper anders. Du solltest es erst mal auf jeden Fall versuchen ob und wie es dir dabei geht! Wenn du dich aber wirklich schlecht dabei fühlst solltest du auf jeden Fall noch mal mit deiner Ärztin darüber reden und eventuell vielleicht wie ich 1 mg alle 8 Tage runter setzen, so kommst du in 3 Wochen auch auf 2 mg aber es ist für den Körper glaub ich langsamer und besser zu verkraften, aber wie gesagt, versuch doch erst mal einfach was dir deine Ärztin geraten hat, wenn du damit keine Probleme hast und solange du dich wohl fühlst würde ich das auf jeden Fall so einhalten!

Du solltest auch wirklich darauf achten was in der Zeit deine Musekln machen, wenn du ja Schmerzpatientin bist und damit Probleme hast, solltest du da wirklich sehr drauf achten, damit du da nicht wieder schlimme Probleme bekommst, das Gehirn braucht leider sehr sehr lange, dass es sich wieder restrukturiert und ich denke gerade in deinem Fall solltest du verdammt aufpassen damit du nicht unnötig leiden musst!

Du sagst ja selber dass du Zeit hast und da kein Zwang oder so ist, dann nimm dir auf jeden Fall die Zeit und höre gut auf deinen Körper und lieber langsamer machen als zu schnell!

Alles Gute
Lg Lissy

:hug:

courage

Re: Versuch, Benzo abzusetzen, wäre für Hilfe dankbar

Beitrag von courage » Samstag, 16.10.10, 9:35

ich wünsche allen einen guten samstagmorgen,

danke mücke für deinen eintrag und danke lissy, du hast mir schon weitegeholfen, ich denke selbst, dass 2,5 mg zuviel sein werden.

also ich nehme benzos schon viele jahre, bin jetzt schon ein altes haus mit einer 5 vorne dran, damals war ich 19 und hatte extreme vegetative probleme, die sich so durch die jahre zogen. manchmal nahm ich 2 jahre gar nichts, dann gabs durch familiäre probleme ( damals MS kranker vater) immer wieder solche ängste, dass mir ärzte als erstes ein rezept auf den tisch legten, lexotanil, limbatril, imapspritzen und viele andere, aber ich setzte dann meist nach dem einen rezept wieder ab.

als ich dann 1994 durch einen akuten bandscheibenvorfall eine CT hatte, stellten sich gleich 4 solcher vorfälle heraus, dazu eben ein inzwischen chronisch entzündeter nerv im ISG, sind alles mehr orthopädische erkrankungen, aber die psyche hat da voll reingespielt, weil ich IMMER auf der lauer lag, dass etwas passiert, ENTspannung kenn ich gar nicht.
hab selbstverständlich jede menge entspannungsübungen, akupunktur, auch aussergewöhnliche methoden versucht, aber es gelingt nicht, dass ich LOSLASSEN KANN. die dauerhaft angespannte muskulatur verschlechterte den zustand und die schmerzklinik verschrieb mir tetrazepam, das entspannte dann meine beinmuskulatur so, dass ich hinfiel und mir die mittelfussknochen brach.
daraufhin wurde auf oxazepam und später auf diazepam gewechselt, seit ca. 5 jahren hatte ich eine dosis zwischen 5 bis max. 20 mg/tag, 15 mg waren ideal, da kam keine antriebslosigkeit auf und ich konnte wenigstens normal mit meinem hund unterwegs sein, leute treffen, alles halt zeitlich auch im rahmen einer erträglichen belastung für den rücken.

aber mit dem arrangierte ich mich gut, sagte morgens....mach du, was du willst, ich mach, was ICH will...manchmal auch übertrieben viel, denn ich bin ungeduldig und ziemlich temperamentvoll, hab spontane ideen und will mit dem kopf durch die wand, um sie durchzusetzen.

nur die folgeschmerzen haben mich dann schlauer gemacht, ich musste dadurch weder das tramadol (40-40-20 tropfen) erhöhen, merkte aber zunehmend, dass ich die letzten 3 jahre vermehrt depressive verstimmungen bekam, bei krisen 5 oder 10 mg diazepam ZUSÄTZLICH nahm.

meine hausärztin wusste das, kannte allerdings auch den hintergrund (es gibt unglaubliche 4 MS fälle in meiner familie) und solange ich danach wieder auf meine maximal dosis von 15 mg am tag ging, war das für sie in ordnung, denn die anspannung wurde schmerzmässig so massiv, dass mir der schmerztherapeut eine morphinpumpe implantieren wollte, was ich ablehnte, er brach daraufhin die behandlung ab.

das also nur zu meiner chronischen erkrankung und wie ich zu benzos gekommen bin.

dann letztes jahr im juni 09 eine grauenvolle krebsdiagnose bei meinem älteren bruder (der jüngere hat MS), das zog mir derart den boden unter den füssen weg, dass ich teilweise am tag 40 mg diazepam nahm, immer wenn eine untersuchung eine verschlechterung zeigte, nahm ich als erstes ein oder zwei tabletten.
und so blieb es bis vor ein paar wochen, immer rauf und runter von 20-40 mg, einmal sogar 50 mg, ich merkte, sie entspannen mich gar nicht mehr, nur antriebsloser wurde ich, bekam massive SÜSSattacken, vermehrten hunger, was ich zuvor nie kannte.
klar wurden depressionen diagnostiziert, die mehrere therapeuten auch der langjährigen benzoeinnahme zuordnen. zusätzliche antidepressiva-versuche wirkten nicht.

am 24, september hatte ich diese 50 mg genommen und gemerkt, jetzt werde ich psychisch total abhängig, klar war ich es längst, aber es war mir immer schnell gelungen, auf die übliche dosis runterzudosieren, die physische abhängigkeit war mir auch klar, aber als schmerzpatient greift man zu jedem strohhalm.

diesmal bei den 50 mg hatte ich den eindruck, wenn ich jetzt nicht aufhöre, schaff ich das runterdosieren nicht mehr und so hab ich seit dem 24.9. erst wieder auf 25 mg, nach 3 wochen auf 22,5 mg eingependelt, danach auf 20 mg, da bin ich jetzt seit 3 wochen.

ging gleichzeitig ende september in eine psychiatrische klinik zu einem VORGESPRÄCH, die ärztin rechnet zwischen 3-4 wochen entzugszeit, was ich doch sehr kurz empfinde nach dieser langjährigen benzogewöhnung.
danach will sie eine depressionsbehandlung durchführen, meinte, meine bisherige therapie könnte gar nicht anschlagen unter benzos, also wurde von 6-8 wochen gesamtaufenthalt in der klinik gesprochen.

meine hinweise auf den maroden rücken nahm sie zwar zu kenntnis, aber sagte mir nicht, ob es da ersatzmedikation geben wird, sie vertraut wohl darauf, dass 3 wochen gesprächstherapie und ergotherapie mich auf dauer so entspannen, dass sich das anspannungsproblem gelöst hat.
den aufnahmetermin haben wir auf anfang januar 2011 gelegt aus verschiedenen privaten gründen. ich stehe auf der warteliste und hab mich aber mit meiner hausärztin entschlossen, in der zeit bis dahin ambulant eine runterdosierung zu versuchen.

sorry, wenn ich das zu ausschweifend geschildert habe. ich spürte keinen entzug, auch keine schlaflosigkeit bisher, war nur psychisch total reizbar (armer mann) und habe seit dem 24.9. meinen kranken bruder nicht mehr besucht, natürlich besteht kontakt über meine schwägerin, aber die therapeutin empfahl dringend eine abgrenzung, da mir mein bruder beim letzten besuch auch deutlich klarmachte, dass ich nicht ganz DICHT bin, wenn ich mir wegen ihm sorgen mache, wäre seine sache, er käme alleine klar und will auch nicht drüber reden.
er würde sich ja genauso wenig für meine schmerzen interessieren, es wäre ihm einfach egal, er hätte viel zu tun, hätte er sich seit meiner erkrankung jemals gedanken gemacht :shock:

sorry, das ist OT, ich schreibe das nur, weil es vielleicht manchem egoistisch erscheint, wie man in der lage auf abstand gehen kann, ich auf jedenfall fühlte mich plötzlich wie befreit und deshalb traue ich mir auch jetzt den entzug zu, obwohl mit sehr unguten nachrichten zu rechnen ist.

dieses thema wird KEIN thema mehr sein, sondern nur der entzug.

an sich hatte ich jetzt nach 3 wochen 5-5-10 mg/tag geplant, ab montag 2,5 mg zu verringern, also 5-2,5-10 mg, 17,5 mg/tag und das 2 oder 3 wochen halten, meine schallmauer von 15 mg habe ich schon seit juni 09 jahr nicht mehr durchbrochen, hab keine ahnung, wie mein körper darauf reagieren wird.

ich hab jetzt 5 mg und 10 mg tabletten, lissy, darf ich dich fragen, ob du 2 mg tabletten teilst, da du 1 mg alle 8 tage empfiehlst, oder hast du tropfen?

ich weiss, dass der körper auch einlagert und viel später noch entzugserscheinungen auftreten können, was ich bisher an entzugsschilderungen gefunden habe, erschreckt mich zu tode, da scheint ein tramadolentzug ein spaziergang zu sein, obwohl mich der 8 kg weniger kostete und mich die unruhigen beine extremst plagten.
aber benzoentzug klingt nach hölle, die ärztin in der klinik ging NICHT auf meine fragen ein, was mich denn so erwarten wird, ich weiss so etwas gerne vorher und stell mich dann drauf ein.
meine hausärztin dagegen meint, es ist bei dieser dosis trotz langjähriger einnahme bei langsamem abdosieren gut erträglich, das wichtigste wäre, mich halt gegen stress abzuschotten.

lissy, hast du das problem erlebt, dass du doch zwischendurch MEHR genommen hast, wenn du probleme hattest ?

das macht mir am meisten bedenken, was ist, wenn eine krise kommt und der inzwischen übliche griff zu einer tablette (also bis 24.9.) ausbleiben MUSS, sonst kann ich mir das alles gleich sparen.
ich lese von panik, angstattacken, lese über rückfälle, mehrere stationäre versuche, die doch nicht zum endgültigen NULL führten, ich glaube fast, ich habe zuviel gelesen und einiges davon jetzt mental abgespeichert, dass ich das auch so erleben werde.

ich versuchs am montag mit den 2,5 mg, wenn dann nach ein paar tagen deutliche entzugserscheinungen auftreten, lass ich mir 2 mg tabletten aufschreiben und teile diese und reduziere 1 mg weise.

wisst ihr, wie ich mich fühle.....wie die maus vor der schlange :o :sick: :roll: , ich hab eine riesige ANGST,

ein schönes wochenende euch allen, wenn ihr meint, ich passe gar nicht in dieses forum, dann schreibts mir bitte,
andrea

Das-kleine-Runde

Re: Versuch, Benzo abzusetzen, wäre für Hilfe dankbar

Beitrag von Das-kleine-Runde » Samstag, 16.10.10, 12:04

LIebe Courage :hug: ,
ich finde es unglaublich mutig und tapfer, daß Du trotz Schmerzproblematik und familiärer Belastung Diazepam absetzt. :)
Was Du über das Vorgehen in der von Dir gewählten Klinik erzählst, halte ich für verantwortungslos.
In 3-4 Wochen einen Entzug nach mehrjähriger Benzoeinnahme zu versuchen, beschehrt den meisten Betroffenen heftige Absetzerscheiningen, daß auf Deine Rückenerkrankung nicht eingegangen wird, ist meiner Meinung nach ein Ausschlußkriterium.
Davon ganz zu schweigen, daß Entzug und Depressionsbehandlung in 8 Wochen angeboten wird! :shock:
Es ist sicher was dran, daß eine PT nur eingeschränkt greift, wenn man gleichzeitig Benzos einnimmt, allerdings bringt PT während das Absetzen nicht überstanden ist, wenn nicht lediglich unterstützend zum Entzug, vermutlich nur eines, Überforderung...
Depressionen abzubauen ist außerdem ein Prozeß, der eine längere Zeit des Arbeitens an den zugrundeliegenden Verletzungen und Verhaltensänderungen erfordert und nicht in einer mehrwöchigen "Reperaturmaßnahme" erledigt werden kann.
Diese Klinik verpricht wohl viel, um Kunden anzulocken - sehr unseriös! :evil:
Viele Betroffenen, die einen stationären Entzug versucht haben, hatten unter dem viel zu schnellen Absetzen zu leiden!
Welche Erwartungen hast Du an einen stationären Aufenthalt? Was denkst Du stationär bewältigen zu können, das Du ambulant nicht schaffst? -
Ich würde einen Klinikaufenthalt nur in Erwägung ziehen, wenn ich auf diese Fragen eine eindeutige, den Aufenthalt erforderlich machende Antwort gefunden hätte und dann sehr genau prüfen, ob die gewählte Einrichtung die richtige ist! :!:
Es gibt sehr unterschiedliche Konzepte und genaue Information ist sehr wichtig, um eine Erfolschance zu bekommen.
Die Tatsache, daß Dir bei dem Vorgespräch Fragen nach Ersatzmedikation nicht beantwortet werden, läßt vermuten, daß in besagter Klinik Benzo-Entzug nach "Schema F" durchgeführt wird und der Patient als Einzelfall mit individuellen Problemen nicht interessiert...
Für mich hört sich das so an, als ginge das Konzept an Deiner persönlichen Situation völlig vorbei!
Liebe Grüße und
Alles Gute :hug: :hug: :hug: :hug: :hug:

Casadero

Re: Versuch, Benzo abzusetzen, wäre für Hilfe dankbar

Beitrag von Casadero » Sonntag, 17.10.10, 20:55

Manchmal stellt sich vielleicht auch die Frage (so war es bei mir dann und wann bzw. manchmal keimt es noch durch), ob ein Klinikaufenthalt (jetzt mal ganz unabhängig von den jeweiligen Methoden) nicht auch eine Art "Flucht" darstellt - jetzt einmal ohne den Faktor "Ich will Hilfe" im Hintergrund. Ich habe in meinen bisher 3 Aufenthalten (2 mal Psychosomatik, davon einmal absolut in die Hose gegangen, einmal absolut top, dann noch ein gescheiterter Versuch in einer Psychotherapiestation mit sehr fragwürdigen Umgangsmethoden nach "Schema F") viele Menschen (Patienten) getroffen, die sich selbst die Frage gestellt haben: "Bin ich NUR hier um Hilfe zu bekommen oder nicht AUCH weil ich der häuslich (belastenden) Situation entrinnen wollte?"

Es ist wohl ein zweischneidiges Schwert - zum Einen hat man in der Klinik zwar oft ein sicheres Umfeld im "Falle eines Falles" (wenn diese Klinik gut arbeitet), zum Anderen hat man zu Hause immer noch einen Rückzugsort - ich brauche z.B. Phasen des Alleinseins oder meiner Form der Intimität (also Privatssphäre), so etwas findest Du in einer Klinik nur sehr, sehr, sehr selten - und schnell kann das Umfeld zusätzlichen Streß aufbauen der dann zusätzlich abgefangen werden muss - Streß, den man ohne Klinikumfeld vielleicht nie gehabt hätte. Und eine gute Klinik mit tollem Personal zu finden: Das ist wie ein 6er im Lotto, denn meiner Meinung nach macht 90% der Genesung (oder der Anschubser in ein normales Leben) der menschliche Umgang aus - vom Oberarzt über die Pfleger/innen bis hin zur Putzfrau. So jedenfalls meine Erfahrungswerte. Allerdings ist auch eines sehr gefährlich: Je freundlicher und stützender das Umfeld (was man sich ja eigentlich wünscht), desto tiefer kann der Fall werden, wenn es wieder nach Hause geht - daher ist unbedingt eine Planung schon während des Klinikaufenthaltes notwendig: Was kommt danach? Wer fängt mich auf? Welche Therapeuten sind notwendig? Gibt es Tagesklinikplätze, was brauche ich um stabiler zu werden? Sonst schießt man von 0 auf 100 und dann wieder mit voller Wucht auf 0 - und dann wird es noch schwerer, da wieder raus zu kommen.

Viel Erfolg und versuche, auf Dein Gefühl zu hören, auch wenn (uns allen) das nicht immer leicht fällt... :hug:

courage

Re: Versuch, Benzo abzusetzen, wäre für Hilfe dankbar

Beitrag von courage » Montag, 18.10.10, 8:18

lieber casadero,

dies ist ein erneuter versuch, hier im forum den text nicht zu verlieren, ich hab schon "das kleine runde" über pn gedankt, da ich nach dem 3.versuch hier zu posten, aufgab.

also, neuer versuch und erstmal einen guten wochenbeginn für dich und alle teilnehmer.

du sprichst einiges an, über das ich mir auch gedanken mache, was stationären entzug betrifft. am meisten hat mich eigentlich der kurze zeitraum, der für die entzugszeit angesetzt wurde, gewundert und dass man danach binnen 3 wochen alle folgen einer jahrelangen benzoeinnahme, die depressionen nach sich zog, in griff bekommen möchte.

auch was du über die kaum mögliche rückzugsmöglichkeit in der klinik schreibst, ist ein thema, das mich sehr beunruhigt, es gibt in dieser klinik auch für privatpatienten nur zweibett-zimmer, vielleicht ist es ja sogar hilfreich, sich auszutauschen, aber wehe, wenn die wellenlänge nicht stimmt, wobei ich mich als anpassungsfähig bezeichnen würde, also nicht grade die prinzessin auf der erbse 8-) .

die FLUCHT.....nein, hier kann ich JETZT definitiv sagen, dass ich nicht mehr flüchte, ich hab keinen stress bei mir zuhause, hab einen sehr verständnisvollen partner und eben auch abwechslung durch meinen hund, ich wohne sehr schön, bin in wenigen momenten mitten in freier natur und kann mit meiner zeit machen, was ich möchte.
bin 1-2 x die woche in therapie, die mir nun hilft, mich von der schweren erkrankung meines bruders abzugrenzen, er wohnt nicht in meiner stadt, also auch hier keine tägliche konfrontation. meine besuche bei ihm fanden nur an den wochenenden statt, wobei ich seit ein paar wochen wieder aufgewacht bin, dass ICH ihm nicht helfe, indem ich nur noch grüble, in depressionen versinke, was er mir ja auch in sehr klaren worten sagte und mir gleichzeitig klarmachte, dass ich mich täusche, würde ich glauben, ER würde sich im umgekehrten fall überhaupt gedanken machen.

denn tatsächlich hast du da an sich den nerv getroffen mit der FLUCHT, als ich am 24.9. bei diesem schrecklichen besuch merkte, dass ich 50 mg diazepam brauchte, um aufgrund seiner aussagen nicht echt loszuschreien, dachte ich heulend auf der heimfahrt, jetzt rettet mich nur ein stationärer entzug, aber nicht nur, weil mir unheimlich wurde bei dieser benzomenge, sondern ich wusste, dann wird niemand mehr erwarten, dass ich ihn besuche.

das habe ich jetzt aber dank therapeutin und hausärztin in griff und habe meiner familie mitgeteilt, dass ich mich mit besuchen zurücknehmen muss, da ich selber inzwischen depressionen habe, magenblutungen aufgrund stress bekam, ich traf bei meiner schwägerin auf vollstes verständnis.

ich habe heute 1 mg von 20 mg reduziert und muss nun sehen, ob das wöchentlich möglich ist, oder ich mir die zeit von 2 oder mehr wochen dafür nehmen muss, weiter abzudosieren. ich werde bei dir lesen, welchen weg du gehst, denn du hast ja stationäre erfahrung und ich hoffe, du bist inzwischen auf null oder auf dem weg dahin.

ich danke dir für deine anregungen und deine überlegungen, was mich evtl. auch zum gedanken an einen stationären entzug kommen liess, du hast richtig gelegen, inzwischen hat sich das problem aber entschärft,

liebe grüsse und keep on walking,
andrea :)

lissy26
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Registriert: Montag, 13.09.10, 16:17

Re: Versuch, Benzo abzusetzen, wäre für Hilfe dankbar

Beitrag von lissy26 » Donnerstag, 21.10.10, 20:03

Liebe Andrea

Ja ich habe 2mg Tabletten und teile die immer, vor allem kann man die dann auch vierteln mit der Zeit und nur mehr um ein halbes mg runter gehen somit ist es ja sowieso nicht anders als mit tropfen, tja leider muss ich sagen, das mit den Tabletten ist auch so ne Kopfsache irgendwie das weg zu lassen, aber einfach immer alles langsam langsam.

Naja ja klar ist mir schon öfter am Anfang vor allem passiert, dass irgendwas schief ging oder ich wirklich Kummer hatte und dann wieder mehr genommen habe, klar ich denke aber das passiert fast jedem, man muss halt dann einfach weiter machen. Ich habe halt dann einfach wieder von hinten angefangen und mich darüber geärgert dass meine manchmal Wochenlange Arbeit an mir selber um sonst war. Aber das habe ich mir auch abgestellt, bin jetzt auf 7mg runter und ab Sonntag gehts auf 6 mg runter.

Das mit den Berichten dass die einem super Angst machen, dass kenn ich von mir selber, aber nicht jeder Körper reagiert gleich und du kannst das echt nicht auf dich beziehen und je langsam man das absetzt desto weniger Symptome sollte man eigentlich haben, so wie ich das eigentlich auch bei Dr Ashton gelesen habe. Das wichtigste ist auch das du dir keine Gedanken über mögliche Sachen machst, sonst einfach alles ruhig auf dich zukommen lässt. Wenn du darauf wartest dass es passiert und das dir dies und jenes passiert dann kommt es sicher auch und das ist aber dann nur ein reines Kopfspiel!

Da du ja Zeit hast gib dir auch selber die Zeit und stress dich einfach nicht.

Lieber Gruss Lissy
:hug: :hug: :hug:

Casadero

Re: Versuch, Benzo abzusetzen, wäre für Hilfe dankbar

Beitrag von Casadero » Freitag, 22.10.10, 14:13

Hallo,

also ich habe BISHER keine allzu schlechten Erfahrungen mit "Rivotril" gemacht. Zwar habe ich Benzos "nur" 6 Monate genommen und im Vergleich zu Dir auch in einer eher geringen Dosis, aber bei mir ging die Absetzerei von Tavor mit Diazepam wochenlang gut, dann kippte es und ich hatte trotz Diazepam häufig ein richtiges "Tavor-Verlangen" - das ist bisher (toi, toi, toi) mit dem Rivotril ausgeblieben. Vor 13 Tagen erfolgte die komplette Umstellung. Vorherige Dosis:

3 Tropfen Diazepam am Morgen / 3 Tropfen Diazepam am Mittag / 4 - 5 Tropfen Diazepam am Abend + 0.25mg Tavor eine halbe Stunde später.

Bin dann bei erreichen dieser Dosierung "hängen geblieben" und teilweise wieder auf 0.25mg Tavor zusätzlich am Mittag zurück gefallen. Da hat es mir dann gereicht mit dieser undefinierten "Benzo-Eierei", ich habe einen auf Entzug spezialisierten Doc aufgesucht, Plan erarbeitet und von heute auf morgen Diazepam und Tavor gegen "Rivotril" ausgetauscht. Anfangs 10 Tropfen genau nach Plan über den Tag verteilt (die höchste Dosis am Morgen, da dann der Stressfaktor am größten). Dann alle 3 Tage um je einen Tropfen reduzieren. Jetzt bin ich bei 6 Tropfen am Tag und NOCH klappt es recht gut. Und ich kann JEDERZEIT bei einer stabilen Dosis für einige Tage bleiben, falls ich mich doch zu "wackelig" fühle. Dennoch habe ich noch den Willen der Reduktion in mir und versuche so weit wie es geht nach Plan zu arbeiten - immer mit der Sicherheit, eine stabile Dosis nicht nach Plan reduzieren zu MÜSSEN.

Vielleicht sprichst Du Deine Ärztin darauf mal an? Bisher kann ich zu dem Rivotril nur so viel sagen: Ich träume wieder, bisher auch nicht abnorm oder Albträume, bin nicht ganz so "belämmert" wie unter Diazepam, nicht ganz so gereizt wie unter Tavor (Tavor fühlt sich "kälter" an, auch wenn es komisch klingt), es befreit von der Angst aber nicht so sprunghaft rauf/runter wie Tavor, eher gleichmässiger. Nebenwirkungen bei mir: Teilweise Müdigkeit, leicht brennende Augen (vermutlich von der Müdigkeit), manchmal Heisshunger, manchmal gar kein Hunger - aber Übelkeit bisher ausgeblieben.

Vielleicht hilft es Dir auch, zumal Du da "Dröpje für Dröpje" runtergehen kannst. Und falls Du Angst vor einem neuen Mittel hast: Schau mal unter meinen Postings nach: "Rivotril - ich trau mich nicht!". Da hätten wir dann was gemeinsam...

Dir weiterhin viel Kraft! :hug:

Das-kleine-Runde

Re: Versuch, Benzo abzusetzen, wäre für Hilfe dankbar

Beitrag von Das-kleine-Runde » Sonntag, 24.10.10, 10:36

Hallo Casadero :) ,
ich glaube nicht, daß es viel Sinn macht, daß jemand, der Diazepam einnimmt zum Reduzieren auf Rivotril umstellt.
Für Dich ist es eine gute Alternative, weil Du Tavor absetzt und ein Mittel gesucht hast, daß in feiner Abstufung dosierbar ist und zudem eine geringe HWZ hat und wenig sedierend wirkt.
Aber von Diazepam, daß es in Tropfenform gibt, zum Absetzen umzustellen, ohne daß es einen Grund gibt, halte ich für einen unnötigen Umweg.
Warum den Körper mit einer neuen Substanz belasten, wenn kein triftiger Grund vorliegt?
Liebe Grüße
:) :) :)

Casadero

Re: Versuch, Benzo abzusetzen, wäre für Hilfe dankbar

Beitrag von Casadero » Sonntag, 24.10.10, 10:54

Nun, ich ging anhand der Schilderungen der Umstände davon aus, dass ggf. ein Grund vorliegt. Es war ja auch nur ein Vorschlag. Ich habe zum Schluss auch mehr Diazepam als Tavor genommen und bemerkt, dass mich das Diazepam zwar beruhigt, aber kaum von innerer Angst befreit hat - also körperlich war das Diazepam stark sedierend, hat mich extrem antriebslos gemacht - das hat mich wiederum an die Couch gefesselt wodurch ich wieder nachgedacht habe, daraus resultierte mehr und mehr Frust über die Situation. Das KANN natürlich auch andere Gründe (gehabt) haben, aber bisher geht es ohne Diazepam deutlich besser. Daher mein Vorschlag, es zumindest einmal nach Rücksprache und einem festen Plan zu probieren...

courage

Re: Versuch, Benzo abzusetzen, wäre für Hilfe dankbar

Beitrag von courage » Mittwoch, 27.10.10, 9:53

hallo zusammen :)

danke für eure einträge und schilderungen, wie das runterdosieren bei euch klappt.

gratuliere lissy zu den 6 mg, das dauert noch eine weile, bis ich da angelangt bin, aber meine erste familiäre krise am WE hab ich gemeistert, OHNE von meinem absetzplan abzuweichen. es ging mir psychisch zwar total schlecht und sicher wäre es besser geworden, hätte ich 10 mg oder mehr erhöht,um diese ganzen sorgen leichter zu ertragen.

aber ich kann das nicht akzeptieren, dass ich das diazepam jetzt dafür missbrauche, dieser weg ist mir einfach zu gefährlich. bisher spüre ich überhaupt nichts vom runterdosieren, aber ist bei 2 mg weniger sicher auch nicht zu erwarten, hab ja pro woche nur 1 mg reduziert.

ich werde es versuchen, die mittagsdosis auch um 1 mg zu reduzieren, 2 mg innerhalb 1-4 wochen werden bei ashton ja angegeben. ich rechne eher ab eurer dosis, also bedeutend weiter unten, mit spürbaren problemen.

da ich ja heftige schmerzmittelentzüge auch ambulant durchgestanden habe und da schon physisch und psychisch teilweise krasse zustände erlebte, da ich ein sehr schnelles reduziertempo vorlegte, hoffe ich, dass das "langsame " abdosieren vom benzo auch ambulant klappen wird und vielleicht nicht schlimmer wird, als das, was ich schon kenne.

eines hab ich jetzt schon gemerkt.....RUHE ist wichtig, damit meine ich psychische ruhe, keinen distress, also negativen stress, ansonsten wird sicher ablenkung helfen, denn damit nehme ich wohl einiges an körperlichen problemen gar nicht wahr.
werde also nicht auf der lauer liegen und versuche, mich in nichts reinzusteigern, hab aber keine illusionen, dass ich völlig locker aus dieser langen einnahmezeit rauskomme.

am meisten fürchte ich den moment, an dem das extreme kribbeln und diese unruhe in den beinen beginnt, ich denke, das wird beim benzoentzug genau wie beim schmerzmittelentzug auftauchen, da hab ich dann nachts kaum noch geschlafen.

das ist lieb gemeint mit dem rivotril, aber wie "das-kleine-runde" schon schreibt, möchte ich meinen körper jetzt mit nichts neuem konfrontieren, ich bin schon froh, dass ich nicht auch noch Ads nehme und meinem körper wenigstens zigaretten und alkohol erspare.
ob es was nutzt, wenn ich mich richtig gesund ernähre, viel wasser trinke, weiss ich nicht, hab so die vorstellung, dann würde das benzo schneller aus dem körper gespült, aber so leicht wirds wohl nicht sein.

ich warte sehnsüchtig auf die zeit, in der ich unter 15 mg am tag bin, denn damit geht die antriebslosigkeit auch weg, die mich momentan vom sicher hilfreichen schwimmen, laufen, radfahren abhält. meine therapeutin sieht zwar auch die dperessionen noch als auslöser für dieses gefühl, jemand hat den stecker gezogen, aber sie hätte mich gerne ganz chemiefrei, es kommt also kein vorschlag, doch ein AD zu nehmen.

entschuldigt bitte, wenn ich etwas zusammenhanglos schreibe, bin noch sehr gestresst und werde mich am besten mit einem guten buch runterfahren, werde morgen meine begleitende ärztin fragen, ob ich noch warten soll, bis ich 2 mg die woche reduziere, oder einmal meine vernunft walten lassen und bei langsam, langsam bleibe (danke lissy :hug: ), bin leider ein sehr ungeduldiger mensch.

ich wünsche euch allen eine gute woche und viiiiiiel stärke und durchhaltevermögen beim abdosieren,

herzliche grüsse an alle,
andrea

Casadero

Re: Versuch, Benzo abzusetzen, wäre für Hilfe dankbar

Beitrag von Casadero » Mittwoch, 27.10.10, 10:03

Also ich kann Dir (trotz einer vergleichsweisen geringen Dosis) nur berichten, dass bei mir das Kribbeln in den Beinen und diese Kribbelschauer im ganzen Körper aufgehört haben seit ich Rivotril (alleine, ohne weitere Mittel) nehme. Auch kann ich seit Rivotril wieder träumen, fühle mich nicht so arg matschig (obgleich am Anfang bei 5 Tropfen am Morgen schon nach 1 - 2 Stunden eine gewisse Müdigkeit verspürbar war). Das heißt NICHT, dass es bei Dir auch so sein muss und Abhängigkeit entsteht AUCH im Kopf - aber BISHER bin ich froh, dass ich das Tavor raus habe, denn seither geht es mir trotz des Absetzens mit Rivotril (4 Tropfen am Tag aktuell) insgesamt betrachtet besser, körperlich wie geistig. Und auch ich habe mich nicht getraut das Rivotril zu nehmen, weil ich dachte: "Wieder was Neues, wie reagiere ich wohl darauf!". Aber dieses Mal war ich auch mir selbst gegenüber geschickter: Ich habe bewusst nach POSITIVEN Berichten über Rivotril gesucht (also anderen, die es mit guten Erfahrungen einnehmen) und nicht wie bei Tavor und Diazepam nur die negativen Nebenwirkungen ergoogelt - denn die hatte ich dann auch zu einem großen Teil.

Ist nur MEINE Geschichte und natürlich ALLEINE DEINE Entscheidung...

courage

Re: Versuch, Benzo abzusetzen, wäre für Hilfe dankbar

Beitrag von courage » Sonntag, 31.10.10, 9:01

lieber casadero :)

ich finde es toll, dass du das tavor geschafft hast und so gut mit dem neuen mittel klarkommst. bisher musste ich ja erst meine entglittene dosis wieder bei 20 mg stabilisieren und jetzt spüre ich bei der abdosierung von 1 mg die woche (ab morgen sind es 17 mg/tag) ausser, dass ich mehr rieche, nichts an nebenwirkungen.

das fällt mir extrem auf, dass der geruchssinn, der schon immer bei mir als nichtraucherin gut funktionierte, noch ausgeprägter wird.

an sich wollte ich ja 2 mg pro woche absetzen, aber ashton empfiehlt, dass man bei 20 mg nur in 1 mg schritten vorangehen soll, was mich immer wieder verunsichert, ist die empfehlung, ein AD einzuschleichen, das einen auffängt, wenn man dann bei sehr niedriger dosis angelangt ist.

das will die neurologin und psychiaterin, mit der ich wegen eines stationären aufenthaltes ein gespräch hatte, ja auch. ich bekam schon davor von einer psychiaterin in einer praxis lyrica 25 mg verschrieben, das wäre eine fast homöopathische dosis und würde entspannen.
die beschreibung im ashton manual, was muskulär beim abdosieren passiert, macht mich natürlich unruhig, wie mein rücken dann wirklich reagieren wird.

aber noch bin ich bei 17 mg und lenke mich weiterhin so ab, dass ich gar nicht gross an den entzug denke. das wird schon von alleine kommen, das kenne ich ja von meinem seeeehr zügigen schmerzmittelentzug, was der mir beschert hat,

ich weiss, dass du mir helfen willst, es kann auch sein, dass der benzoentzug doch noch viel schlimmer wird als die früheren mit dem schmerzmittel, dann kann ich ja immer noch mit meiner ärztin über das rivotril sprechen, im moment bin ich froh um jedes mg, das ich vom bekannten diazepam weniger nehme.

dir wünsch ich weiter viel erfolg, dass du gut klarkommst und wünsche ALLEN einen schönen sonntag und eine gute woche,

liebe grüsse
andrea

Casadero

Re: Versuch, Benzo abzusetzen, wäre für Hilfe dankbar

Beitrag von Casadero » Montag, 01.11.10, 16:13

Hi, ich wünsche auch Dir Stärke und Willen, Du hast ja noch einiges mehr an Menge abzusetzen. Ich kann kurz einen Zwischenbericht abgeben:

Bin jetzt den dritten Tag bei 3 Tropfen in der Dosierung 2 - 0 - 0 - 1 (also 2 am Morgen, 0 am Nachmittag, 0 am Abend, 1 zur Nacht). Als nächster Schritt ist dann ab morgen 1 - 0 - 0 - 1 angesagt. Da ich mich bei 4 Tropfen zeitweise schon zu sehr unter Druck gesetzt habe, rief ich den Doc an - und meinte: "Ich WILL DAS UNBEDINGT schaffen aber setze mich dabei so sehr unter Druck, dass ich schon wieder Unruhig werde und denke: Das schaffe ich nicht!". Dieses "Phänomen" kennt er und hat gesagt: "Sie haben bisher so gut den Plan abgearbeitet, da können Sie ruhig auf 4 Tropfen für weitere 2 Tage bleiben!". Was ich (natürlich?) nicht getan habe. Aufgefallen ist mir, dass beim Auslassen der (Nach)mittagsdosis der Tropfen zur Nacht (logischer Weise) entsprechend mehr "knallt" als sonst. Nach 1 Stunde leicht müde (kenne ich ja nach Rivotril), nach einer weiteren Stunde gereizt, irgendwie herablassend, leicht gemeine Gedanken, so ein wenig "angepisst arrogant". Vielleicht lag es auch an den "Nux Vomica" (homöopatisches Mittel gegen Anspannung und Magendruck) die ich erstmals 1 Stunde vor dem Tropfen Rivotril zur Nacht eingenommen hatte, bei solchen Mitteln kann es ja zur Erstverschlimmerung kommen.

Und gestern habe ich dann ein wenig "getrickst" - morgens 2 Tropfen nach Plan und ab 15:30 Uhr dann einen weiteren Tropfen in eine Flasche mit 0,5 Liter Wasser gegeben und die schlückchenweise bis zur Nacht getrunken - die "Flaschenmethode" ist zumindest bei Diazepam umstritten weil Diazepam flüssig schnell übersäuert bzw. sich nicht lange im Wasser hält - bei dem Rivotril habe ich den Eindruck, dass es einigermaßen funktioniert, zumindest meinem Gefühl nach zu urteilen. Heute morgen hatte ich nach dem Aufstehen dann leichtes zittern und zucken im rechten Oberarm und verstärkte Unruhe im Rumpfbereich, jetzt im Moment geht es, habe mir für heute wieder eine 0,5 Liter Flasche mit einem Tröpfchen "gemixt" und mümmle da nun bis zur Nacht immer mal wieder dran. Morgen dann also 1 - 0 - 0 - 1 Tropfen und der wöchentliche Termin beim Doc, dieses Mal in der Tagesklinik in die ich ab 09.11.2010 gehen werde. Wenn ich durchalten SOLLTE, dann gehe ich ohne irgendeinen Tropfen und ohne Chemie in die Tagesklinik - aber: Mal abwarten. Ich hatte durch meinen "Absetzdoc" ein Riesenglück, den Platz in der Tagesklinik mit nur 2 Wochen Wartezeit erhalten zu haben, hier zu der Klinik mal Informationen:

http://www.youtube.com/watch?v=73T0VLI9eKw

Mir hat mein Doc übrigens nichts empfohlen an begleitenden Mitteln beim Ausschleichen, aber ich habe ja auch verhältnismäßig wenig Benzos zu mir genommen im Vergleich zu manch anderen. Und er sagt ja auch: "Sie wollen doch runter von der Chemie, da bringt es nichts, jetzt mit anderen Mitteln abzufangen - das wäre nur ein Hinauszögern und Verlagern." Wobei er mich aber auch nicht mit "aller Gewalt" von irgendwas runterzieht, denn er sagt: "SIE machen den Entzug, ich kann nicht in Ihren Kopf und Ihren Körper hineinfühlen!".

Auf das wir es alle irgendwie gebacken kriegen!

courage

Re: Versuch, Benzo abzusetzen, wäre für Hilfe dankbar

Beitrag von courage » Mittwoch, 03.11.10, 15:32

lieber casadero,

du bist schon soweit gekommen, lass dir doch mehr zeit mit dem rest. oder setzt dich irgendwas unter druck, dass du 4 wochen schneller weg sein musst von dem mittel, als wenn du es ruhiger angehst und dir damit etliches an symptomen ersparst ?

oder ist das alles gepaart mit angst, panik und hypochondrie ? entschuldige bitte, wenn ich etwas einfältig nachfrage, ich habe bisher nicht alle threads von dir gelesen.

da ich durch den schmerzmittelentzug schon einiges an erfahrung mitbringe, weiss ich wenigstens von da, dass ablenkung, sport und eben nicht ständig sich selbst beobachten, was der körper nun grade wieder meldet, einem noch am besten hilft. ich wusste, auf was ich mich einlasse und war leider so dumm und wollte wohl als HELDIN des entzugs in die klinikgeschichte eingehen.
heisst, ich hab mich selber wahnsinnig unter druck gesetzt, um auch mir zu beweisen, dass ich das einfach schaffe. ich habs geschafft, aber ich kam körperlich 8 kg leichter, klapprig und völlig kaputt aus der klinik, musste mich anschliessend erstmal zuhause regelrecht aufpäppeln, dabei wäre das alles nicht nötig gewesen, wäre ich netter mit mir umgegangen und hätte mir mehr zeit eingeräumt.

und da man im internet ja schlimmes über benzoentzug liest, hab ich mir geschworen, diesmal GEDULD als oberstes gebot zu nehmen. ich habe einen einzigen versuch am sonntag gemacht, wie es bei mir mit 2 mg weniger pro woche geht. wurde montagmorgen ganz früh wach und spürte schon diese beginnenden krämpfe und unruhe in den beinen.
daraufhin nahm ich das 1 mg wieder dazu und seitdem läuft es wieder, ohne dass ich irgendwas spüre, aber ich bin ja auch immer noch bei 17 mg, da ist das alles ja laut vielen einträgen noch nicht dramatisch.

es macht mir aber diesmal auch null aus, wenns bis zum frühjahr dauern würde und ich nur 1 mg pro monat ab einer niedrigen dosis verringern würde, ich denke, umso weniger quäle ich meinen hirnstoffwechsel und ich hoffe, dass die rezeptoren dann nicht so laut schreien.

aber ich kann positiv berichten, dass ich seit sehr, sehr langer zeit gestern das erstemal nach der therapie eine verabredung hatte und mich endlich mal wieder total normal gefühlt habe, keine depressive stimmung, endlich wieder genügend antrieb. ich passe allerdings auf, dass ich kein koffein zu mir nehme und mich möglichst mit nichts überreize. also unbedingt problemgespräche mit jemandem würde ich mir jetzt nicht antun, genauso wenig seh ich mir extreme filme an, lese leichtere bücher...heisst, es soll alles richtung entspannung sein, reizüberflutung verstärkte zumindest den damaligen entzug sehr zum negativen.

ich werde nichts zusätzlich einnehmen, zumindest ist das mein fester wille, werde aber auch aufhören, solche ganz schlimmen entzugsberichte zu lesen und real ohnehin mit niemandem ausser meinem mann und meiner ärztin drüber reden, da ich keinerlei lust auf irgendwelche diskussionen habe, wie ich jetzt was machen soll, das schüttet mir sonst gleich wieder eine ladung adrenalin aus und ich könnte mir vorstellen, dass sowas nicht ideal bei einem entzug ist.

aber ich bin medizinischer laie, deshalb hab ich ja die betreuung durch die ärztin und werde mich strikt an ihren rat halten, nix mehr mit HELDENTUM, ich betrachte jetzt eher geduld, gelassenheit und vor allem durchhalten eher als wichtig, als die schnelligkeit eines entzuges.

wir müssen ja im alltag auch damit leben, dass nicht jeder tag toll ist, das ist auch bei menschen ohne depressionen oder krankheiten so, dass sie nicht nur auf rosa wolken schweben, vielleicht hilft es, sich das klarzumachen, damit man nicht alles nur noch auf den entzug schiebt und immer grössere angst davor bekommt.

wenn ich jetzt völligen unsinn geschrieben habe, tut es mir leid, ich versuche eben diesen weg und schreibe das alles nur so detailliert, weil ich dich als unter riesigem stress stehend empfinde, aber wenn das weniger mit abdosieren zu tun hat, dann hilft dir mein gedanke, dass auch du die GEDULD zu deiner stärke machen solltest, natürlich nicht.

ich wünsch dir auf jedenfall, dass deine tage erträglich sind, keep on walking, aber step by step :hug:
liebe grüsse, auch an alle anderen,
andrea

Casadero

Re: Versuch, Benzo abzusetzen, wäre für Hilfe dankbar

Beitrag von Casadero » Mittwoch, 03.11.10, 16:34

Hallo,

also wenn mich etwas unter Druck setzt: Dann ich selbst. Insgesamt war ich ja über 6 Monate eher auf einer "Low Dose", bin mir aber durchaus im Klaren darüber, dass auch bei dieser Form von Entzug kein Zuckerschlecken angesagt ist. Von "aussen" gibt es keine Vorgaben, im Gegenteil: Mein Doc sagt, dass ich natürlich nach Gefühl entscheiden muss - aber er sagte im Gespräch gestern auch: "Der letzte Schritt mag der Schwierigste sein, aber Sie haben sich konsequent aus eigener Kraft herunter gearbeitet, von 1,5mg Tavor über Diazepam als Ausschleichversuch bis hin zu unserem Rivotrilplan von 10 Tropfen runter auf jetzt 2!" Wenn es gar nicht mehr geht, dann bleibe ich bei 2 Tropfen am Tag, aber bisher hatte der Doc auch mit einem Ausspruch Recht: "Ich bin der Meinung, dass es Ihnen ohne Benzos besser gehen wird als mit!" Wie gesagt: BISHER hat er Recht und BISHER sind die Symptome noch erträglich - ich weiß aber: Das kann sich ändern - nur wenn ich ständig darauf "lauer" bringts ja auch nix... irgendwie...

Danke für Deinen Beitrag, macht Mut!

:sports:

Das-kleine-Runde

Re: Versuch, Benzo abzusetzen, wäre für Hilfe dankbar

Beitrag von Das-kleine-Runde » Donnerstag, 04.11.10, 14:59

Liebe Andrea :hug: ,
so wie du das Absetzen angehst, hast Du, glaub, ich die besten Chancen auf Erfolg! :D :D :D
Dein Bericht kann sehr viel Mut machen.
Alles Gute
:hug: :hug: :hug:

courage

Re: Versuch, Benzo abzusetzen, wäre für Hilfe dankbar

Beitrag von courage » Montag, 15.11.10, 9:27

....komisch, ich hatte hier einen eintrag gemacht, er hat sich in luft aufgelöst :shock:

ich will mal kurz im eigenen thread schreiben, wie der entzug abläuft....nachdem ich einmal für kurze zeit komische angst bekam, die ich so gar nicht kenne, war mir klar, dass die 2 mg weniger zu schnell für mein gehirn sind.

also 2 wochen stabil auf 17 mg geblieben und erst heute werde ich wieder 1 mg weniger nehmen, ashton empfiehlt ja eine nur zweimalige einnahme am tag durch die lange HWZ, ich nehm aber noch morgens 2 mg, mittags ab heute 4 mg und abends 10 mg, bin dann bei insgesamt 16 mg/tag.

ich muss es noch mit meiner HÄ besprechen, ob ich mich jetzt die nächsten wochen nur um die mittagsdosis kümmern soll, oder abwechseln.

es ging in den 2 wochen ohne irgendwas an entzugserscheinungen, ist zwar wirklich seeeehr langsam, aber wenn ich dran denke, dass ich am 25.9. die 50 mg nichtmal mehr als beruhigend spürte und die monate davor die vorher immer fixe einnahmedosis mir völlig entglitten war, freu ich mich doch, dass es mir gelungen ist, mich wieder auf 20 mg einzustellen und jetzt bei 16 mg bin, hört sich bedeutend besser an als 50 mg :party:

allerdings kommen jetzt dann die familienfeste und ich kann der konfrontation mit meinem schwerkranken bruder nicht entgehen, da werde ich alle kraft brauchen, um das alles mit der bedeutend niedrigeren dosis durchzustehen.
aber zur not kann ich immer noch aufstehen und mich mit meinem mann verabschieden, dann gehts mir oder ihm eben auchmal nicht gut, bis weihnachten könnte ich bei 10 mg sein, heisst, tagsüber NICHTS mehr, also das wird eine echte herausforderung, aber ich werde es packen :sports: , das ist dann mein weihnachtsgeschenk an MICH SELBER :D

ich wünsch euch allen einen guten wochenstart und denen, die grade auch abdosieren viel geduld und gelassenheit,
andrea :group:

courage

Re: Versuch, Benzo abzusetzen, wäre für Hilfe dankbar

Beitrag von courage » Sonntag, 28.11.10, 9:13

Hallo zusammen :)

ich möchte Allen einen friedlichen und schönen 1. advent wünschen und jedem viel erfolg beim abdosieren und durchhalten.

bei mir läuft es weiterhin ohne irgendwelche probleme, morgen bin ich bei 14 mg, nehme KEIN zusätzliches medikament, um irgendwelche entzugssymptome aufzufangen, da ich bei dieser langsamen abdosierung nach ASHTON keinerlei beschwerden habe.
ich beschäftige mich mit anderen dingen, manchmal vergess ich sogar rechtzeitig die nächste dosis zu nehmen dank der HWZ von diazepam, also ich rutsche gar nicht erst in entzug rein.

es ist toll zu beobachten, wie wach ich inzwischen wieder bin, das zeigt mir aber auch, dass ich mich von problemen und zuviel stress fernhalten muss, damit ich nicht reizüberflutet werde, ich denke, das gehirn hat momentan genug mit sich selber zu tun.

ab 10 mg werde ich nur noch alle 2-3 wochen 1 tropfen runterdosieren, meine begleitende ärztin ist sehr zufrieden, ich hab völlig normalen blutdruck, bisher auch keine zaps oder sonstiges, schlafe wie ein stein, ich rechne aber schon unter 10 mg, dass ich da mit noch MEHR GEDULD als jetzt drangehen muss, aber mir ist diese methode einfach lieber, als mich mit einem anderen mittel danach ruhig zu stellen, weil der entzug davor einfach zu schnell war.

das ist nur MEIN WEG, jeder muss ihn für sich finden, ich möchte nur jedem neuen teilnehmer MUT machen, dass es auch ohne horror ablaufen kann, wenn man sich GEDULD als oberstes gebot auf die fahne schreibt,

alles gute für euch,
andrea

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