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Heulkrämpfe nach Absetzen

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
2011re

Re: Heulkrämpfe nach Absetzen

Beitrag von 2011re » Freitag, 09.03.12, 15:28

Mir will es einfach nicht besser gehen. Zweifel, Sorgen und Ängste bestimmen den Alltag und ich komme überhaupt nicht zum Lernen. Mir fehlt einfach die Kraft dazu. Ich bin so labil, dass ich bei der kleinsten Schwierigkeit zu weinen anfange. Wäre es für mich eine Möglichkeit für die Dauer der Prüfungsvorbereitung und der Prüfungen selbst ein trizyklisches AD einzunehmen? Einfach um diese Hürde zu nehmen? Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ich in meinem psychischen Zustand ausreichend lernen und die Prüfungen erfolgreich bestehen kann :(

Das-kleine-Runde

Re: Heulkrämpfe nach Absetzen

Beitrag von Das-kleine-Runde » Samstag, 10.03.12, 10:55

Lieber Hednrik :) ,

wenn Du meinst, ein AD zu brauchen, kannst Du es mit einem TZA versuchen.
Wann ist denn Deine Prüfung?
Mir machen die NW etwas Sorgen, denn manchmal können TZA Konzentration- und Gedächtnisprobleme zur Folge haben, besonders anfangs.
Am mildesten wird meist Opipramol erlebt.
Deswegen würde ich nur einene Versuch machen, wenn noch genug Zeit ist.

Alles Liebe
Rundi :hug:

2011re

Re: Heulkrämpfe nach Absetzen

Beitrag von 2011re » Samstag, 10.03.12, 16:04

Hallo Rundi,
Danke für Deine Antwort.

Ich bin hin- und hergerissen. Einerseits habe ich diese merkwürdige Wahrnehmung, diese Gratwanderung zwischen heulen und nicht heulen -jedoch immer verbunden mit Angst, Sorgen und Unruhe- wirklich satt. Ich könnte mir vorstellen, sofort wieder Sertralin oder ein TZA einzunehmen, damit meine Psyche endlich Ruhe gibt und ich mich wieder normal fühle und funktionieren kann.
Andererseits habe ich Angst, dass ich durch die Einnahme von Psychopharmaka -welche auch immer- irgendwann noch irre werde, meinen Verstand/Gehirn irreversibel schädige oder alles nur noch schlimmer mache o.ä.
Ich weiss, dass ich es bin, der das letztendlich entscheiden muss. Aber ich habe einfach keine Ahnung :(

Das-kleine-Runde

Re: Heulkrämpfe nach Absetzen

Beitrag von Das-kleine-Runde » Samstag, 10.03.12, 16:19

Lieber Hednrik :) ,

ich würde lieber nichts nehmen, wenn Du damit zurecht kommst.
Auch wenn Du nicht unverträglich reagierst, besteht das Riskio, daß Du auf die Schnelle davon nicht unbedingt stabil wirst.

Letztendlich mußt Du entscheiden.

Alles Liebe
Rundi :hug:

2011re

Re: Heulkrämpfe nach Absetzen

Beitrag von 2011re » Sonntag, 11.03.12, 16:24

Hallo,

Wie bereits einmal angedacht, denke ich, dass ich meine Schilddrüse überprüfen lassen werde.
Da SSRI oder das Absetzen dieser aber durchaus auch die SD-Hormonspiegel verändern können, frage ich mich, wann eine SD-Untersuchung frühestens anzuraten wäre. Meine letzte Dosis Sertralin liegt ja knapp über sechs Monate zurück. Ist das ausreichend?

LG


EDIT: Ich drehe langsam wirklich durch :( Rundi, ich will Deine Nerven nicht strapazieren, aber mir drängt sich der Gedanke auf, wieder Sertralin einzunehmen und dieses dann nächstes Jahr, wenn die stressige Phase vorbei ist, abzusetzen. Das Sertralin habe ich ja gut vertragen, hatte ja keine Probleme damit, aber jetzt nachdem ich es abgesetzt habe, drehen sich meine Sorgen und Ängste die ganze Zeit um diese Prüfungen. :( :( :( Ich bin mit meinem Latein am Ende. Ich weiss nicht, ob ich abwarten (wird es besser oder schlimmer?), ob ich Opipramol (Wirkung mir unbekannt, Erfolg ungewiss) ausprobieren oder Sertralin (Wirkung mir bekannt) wiederansetzen soll??? :(

Das-kleine-Runde

Re: Heulkrämpfe nach Absetzen

Beitrag von Das-kleine-Runde » Montag, 12.03.12, 9:27

Lieber 2011re :) ,

Wenn Deine SD vor dem Absetzen i.O. war und jetzt anormale Werte auftreten, dann ist das wahrscheinlich absetzbedingt.
Wie lange es dauert, bis sich die Werte normalisieren, ist individuell verschieden.

Ob Du wieder Sertralin einnehmen willst, mußt Du selber entscheiden. Allerdings kann es passieren, daß Du es evtl. nicht mehr verträgst oder daß Du es verträgst und nach dem nächsten Einnahemzuyklus wesentlich größere Probleme mit dem Absetzen bekommst.

Hast Du eigentlich auußer den psychischen Symptomen noch andere Absetzbeschwerden?
Denn wenn die Symptome jetzt Deiner Grundproblematik gleichen, mußt Du sehen, wo beides ineinandergreift.
Ich finde in Deinem Thread nicht, wie Du zu Sertralin gekommen bist, schreib doch ein bißchen dazu und auch, was Du getan hast, um zu genesen.
Hast Du PT gemacht, Belastungen abgebaut, Probleme bewältigt?

Liebe Grüße
Rundi :)

2011re

Re: Heulkrämpfe nach Absetzen

Beitrag von 2011re » Montag, 12.03.12, 10:17

Hi Rundi,
Wenn Deine SD vor dem Absetzen i.O. war und jetzt anormale Werte auftreten, dann ist das wahrscheinlich absetzbedingt.
Meine SD wurde noch kein einziges Mal untersucht. Deswegen kam mir der Gedanke, es mal zu tun.
Hast Du eigentlich auußer den psychischen Symptomen noch andere Absetzbeschwerden?
Absolut keine. Nur auf psychischer Ebene.
Ich finde in Deinem Thread nicht, wie Du zu Sertralin gekommen bist, schreib doch ein bißchen dazu.
Ich bin wegen "depressiver" (depressiv ist so ein schwammiger Begriff mittlerweile) Zustände, die rückwirkend betrachtet nicht wirklich behandlungsbedürftig waren, beim Arzt. Die Empfehlung war PT und zur Unterstützung dieser die Einnahme von Sertralin.
Hast Du PT gemacht, Belastungen abgebaut, Probleme bewältigt?
PT habe ich gemacht, etwa über ein Jahr lang. Ich denke, dass sie mir geholfen hat, jedenfalls hatte ich ein sehr gutes Gefühl. Zusätzlich lese ich auch Selbsthilfe-Lektüre. Ein Problem, welches an meinen seelischen Tiefs nicht nur beteiligt, sondern nahezu ausschlaggebend ist, sind die Prüfungsvorbereitung und die Prüfung selbst. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nach bestandenen Prüfungen absolut wieder der alte Kerl bin. Alle Sorgen und Ängste, die ich spüre, drehen sich um diese Prüfungen und die Vorbereitung.

Ich muss sagen, dass sich mein Zustand heute wieder schlagartig verbessert hat. Beim Aufstehen heute Morgen hatte ich keine Angstgefühle und war relativ gut gelaunt. Fühle mich auch bis jetzt ganz gut. Deswegen bin ich jetzt wieder der Meinung, kein Sertralin mehr anzurühren. Jedoch behalte ich das Opipramol im Hinterkopf. Allein der Gedanke, dass ich unter Umstäden das Opipramol ausprobieren könnte, beruhigt mich sehr.

Noch zwei Fragen zum Opipramol:

Das Mittel scheint bei den meisten Menschen keine bis kaum wahrnehmbare Absetzsymptome zu zeigen. Falls welche zu spüren sind, handelt es sich in der Regel um physische Beschwerden und nicht um psychische, ist das richtig? Die psychischen Absetzsymptome sind mehr den SSRI/SNRI zuzuschreiben?

Bei Opipramol ist nicht mit langwierigen und über Monate anhaltenden Absetzsymptomen zu rechnen? Falls man das Mittel nicht verträgt, sind die Nebenwirkung mit Absetzen reversibel?

Danke und liebe Grüße,
Hendrik

Das-kleine-Runde

Re: Heulkrämpfe nach Absetzen

Beitrag von Das-kleine-Runde » Montag, 12.03.12, 10:40

Lieber Hendrik :) ,

danke für die Erkärungen. :)

Zum Absetzen von Opipramol:

Absetzbeschwerden sind selten, aber ganz ausschließen kann man Probleme nicht. Allerdings ist auch hier stufenweises Reduzieren angebracht.
Bei vielen Betroffenen, die beim Absetzen von Opipramol Probleme haben, wurden andere Absetzprobleme damit gedeckelt.
Falls welche zu spüren sind, handelt es sich in der Regel um physische Beschwerden und nicht um psychische, ist das richtig?
Nein, das läßt sich nicht trennen.
Bei Opipramol ist nicht mit langwierigen und über Monate anhaltenden Absetzsymptomen zu rechnen?
Einzelfälle gibt es mit längeren Problemen. Die Wahrscheinlichkeit ist gering.

Über die Suche findest Du ein paar Berichte.

Wenn Du NW und Absetzbeschwerden ganz ausschließen willst, dann nimmst Du am Besten nichts. :)

Liebe Grüße
Rundi :hug:

2011re

Re: Heulkrämpfe nach Absetzen

Beitrag von 2011re » Montag, 12.03.12, 10:51

Hey Rundi,
Wenn Du NW und Absetzbeschwerden ganz ausschließen willst, dann nimmst Du am Besten nichts. :)
Das ist auch mein Plan: Nichts nehmen. Nur für den größten Notfall möchte ich einen relativ sicheren Kandidaten finden :)
Im Internet finde ich ziemlich viele Fälle, in denen Opipramol bei Prüfungsängsten gute Dienste geleistet und beim Absetzen keine Probleme bereitet hat. Ausnahmen gibt es, das ist klar.

2011re

Re: Heulkrämpfe nach Absetzen

Beitrag von 2011re » Mittwoch, 14.03.12, 17:25

Hallo,

Wäre Johanniskraut nicht vielleicht ein noch kleineres Übel als das Opipramol? Was ich sagen möchte: Sollte ich ohne Hilfe nicht auskommen, wäre es da nicht besser ein JK-Präparat dem Opipramol vorzuziehen?
Ich halte JK keinesfalls für harmlos, nur weil es pflanzlich ist (das tun leider leider seeeehr viele Menschen), jedoch finde ich im Netz im Zusammenhang mit Opipramol zwar wenig, aber immer noch mehr Nebenwirkungen als mit JK, deswegen meine Frage.

Danke!

Das-kleine-Runde

Re: Heulkrämpfe nach Absetzen

Beitrag von Das-kleine-Runde » Donnerstag, 15.03.12, 9:28

Lieber Hendrik :) ,

Johannsikraut löst in der Absetzphase häufig Symptomwellen aus, was bei Opipramol evtl. auch passieren kann.

Wenn sich Dein ZNS schon genügend erholt hat, dann wäre es eine Alternative, wenn nicht, dann verschlimmbesserst Du Deinen Zustand.

Ob Du einen Versuch machen willst, mußt Du selber entscheiden.
Vielleicht würde es klappen, dafür spricht, daß Du keine körperlichen Absetzsymptome hast und deswegen in meinen Augen nicht ganz klar ist, ob Deine psychischen Symptome überwiegend absetzbedingt sind oder größtenteils der momentanen Belastungssituation zu verdanken.

Alles Liebe
Rundi :hug:

2011re

Re: Heulkrämpfe nach Absetzen

Beitrag von 2011re » Freitag, 16.03.12, 18:17

Hallo,

Stand der Dinge:
Keine Einnahme von Opipramol oder Johanniskraut (möchte ich auch möglichst vermeiden).
Laune wird von Tag zu Tag wieder besser. Gut möglich, dass der Sonnenschein mir dabei unter die Arme greift.
Es verhält sich ganz genau so, wie schon vor drei Monaten. Zu Beginn absolute Hoffnungslosigkeit, Angst, Heulkrämpfe, Derealisation etc. Nach 2-3 Wochen langsames Abebben der Beschwerden. Körperlich -wie bisher- gar keine Symptome. Hoffentlich hoffentlich hoffentlich war es das nun mit dem Absetz-Spass.

2011re

Re: Heulkrämpfe nach Absetzen

Beitrag von 2011re » Freitag, 23.03.12, 10:26

Es geht mir schrecklich. Weine täglich und habe Angst. Habe das Gefühl, den Verstand zu verlieren. Ich weiss nicht weiter :cry: :cry: :cry:

Das-kleine-Runde

Re: Heulkrämpfe nach Absetzen

Beitrag von Das-kleine-Runde » Freitag, 23.03.12, 11:10

Hallo Hendrik :) ,

spür in Dich rein, ob sich Deine Beschwerden anfühlen, wie Deine eigenen Themen oder wie etwas Fremdes, daß nicht zu Dir gehört.
So kannst Du vielleicht unterscheiden, ob es sich um Absetzebschwerden handelt oder um Deine Problematik.
Körperliche Symptome würden die Unterscheidung einfacher machen.

Falls Du die Kontrolle verlierst, sorge dafür, in einem geschützten Rahmen zu sein.

Alles Liebe
Rundi :hug:

2011re

Re: Heulkrämpfe nach Absetzen

Beitrag von 2011re » Montag, 26.03.12, 20:28

Hallo Rundi,

Danke für den Post. Im Moment ist wieder alles in bester Ordnung.
Ich habe versucht, in mich hineinzuhorchen, aber zu einem Schluss bin ich nicht gekommen.
Die Sorgen und Ängste fühlen sich schon fremd an, aber andererseits hast Du Recht, dass das absolute Ausbleiben von körperlichen Symptomen eher auf falsche oder unangebrachte eigene Bewertung der Situation als auf Entzugssymptome hindeutet. Naja, mal sehen, wie es weitergeht :)

Liebe Grüße,
Hendrik

2011re

Re: Heulkrämpfe nach Absetzen

Beitrag von 2011re » Donnerstag, 29.03.12, 11:59

Hallo ADFD-ler,

Ich verabschiede mich nun ein zweites Mal, denn ich denke, dass ich jetzt gut zurechtkommen werde. Die Absetzproblematik scheine ich hinter mir gelassen zu haben. Jetzt werde ich mich in Ruhe meinen Denkmustern widmen. Ich hoffe, dass ich mit meiner Geschichte und mit meinen Beiträgen einigen Menschen auf ihrem Weg weg von den Antidepressiva helfen und Mut machen konnte. Allen drücke ich die Daumen, dass sie es auch schaffen!

Alles erdenklich Gute!
Euer Hendrik

Das-kleine-Runde

Re: Heulkrämpfe nach Absetzen

Beitrag von Das-kleine-Runde » Freitag, 30.03.12, 9:14

Lieber Hedrik :) ,

danke für Deine guten Wünsche :)

Ich drücke Dir die Daumen, daß Du das Thema Absetzen entgültig hinter Dir hast.
(... wenn nicht, weißt Du ja, wo Du uns findest... :) )

Alles Gute
Rundi :hug:

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