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Endlich gesund - 6 Monate Entzug. Haltet durch!

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
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Extreme99
Beiträge: 50
Registriert: Sonntag, 08.05.11, 11:20

Endlich gesund - 6 Monate Entzug. Haltet durch!

Beitrag von Extreme99 » Samstag, 12.11.11, 13:42

Hallo liebe Forengemeinde,

erstmal ein Riesendank an "Das Kleine Runde", die mich in der bisher schlimmsten Zeit meines Lebens so toll unterstützt und mir die Kraft gegeben hat, diesen Horror lebendig zu überstehen!

Einige ältere Mitglieder hier werden mich wahrscheinlich noch kennen - ich habe lange Zeit nicht mehr geschrieben, aber ich möchte das hier loswerden, weil es bestimmt vielen verzweifelten Menschen berechtigte Hoffnung gibt.

Was ich alles geschluckt habe - zuletzt Mirtazapin und Saroten - lässt sich ja über die Suchfunktion in den älteren Beiträgen nachlesen. Ich habe diese Medikamente Anfang des Jahres (Mai) abgesetzt und habe dann wenige Tage - nachdem ich die letzte Tablette Mirtazapin bzw. das Bröckchen davon genommen hatte - massivste Absetzsymptome bekommen, die einem Entzug einer Droge gleichkamen. Ich habe über Monate am gesamten Körper gezittert, die verschiedensten Missempfindungen in den Beinen und Oberkörper gespürt, morgens Früh über der Kloschüssel gehangen und erbrochen - und gedacht, dass das alles nie ein Ende nimmt. Ich habe mich derealisiert gefühlt, ganz merkwürdig, habe Angst ohne Grund bekommen, tiefe Depressionen, die ich so nicht kannte und habe oft daran gedacht, mir das Leben zu nehmen. Viel hat nicht mehr gefehlt. Weil ich einfach nicht mehr konnte und weil ich keine Hoffnung mehr sah, weil die Medikamente - namentlich SSRIS, SNRIS und Trizyklika - mir auch noch die Zuversicht genommen hatten.

Ich dachte wirklich, sterben ist schöner als das hier durchzustehen. In meiner Verzeiflung habe ich alle Möglichen alternativen Therapien gemacht - die nur mäßigen Erfolg brachten, teilweise dagegen sogar erhebliche Verschlimmerungen. Gerade auf Akupunktur und Ausleitungen durch Bioresonanz habe ich sehr massiv reagiert - aber auch auf Nahrungsmittel, insbesondere Grapefruit und Zitrone, aber auch auf scharfe Gewürze. Außerdem ging es nicht, Alkohol oder Kaffee zu trinken. Bis auf die Zitronen - da traue ich mich noch nicht wieder ran - geht wieder alles - UND DIE WICHTIGSTE NACHRICHT - ich bin soweit wieder gesund. Bei mir hat es insgesamt 6 Monate gedauert, bis die zwischenzeitlich 17 verschiedenen Symptome verschwanden.

Die Neurologen wollten das natürlich nicht glauben, stritten einen Entzug ab - deshalb bin ich auch zu keinem mehr gegangen. Mir hat ein großartiger Hausarzt in Zusammenarbeit mit Heilpraktikern und einer sehr lieben Psychologin geholfen. Ich habe zum Schluss Bioresonanz nur noch als Stärkung für die Organsysteme bekommen, habe viel Wasser getrunken, viel geschlafen, nur die Dinge gemacht, die mir Freude machten. Bioresonanz lief über ein Gerät der Firma Rayonex, das nur mit positiven Schwingungen arbeiten soll. Außerdem habe ich - und danach kam der Durchbruch (ich weiß ehrlich nicht, ob das damit zusammenhängt oder ob es Zufall war) eine Sitzung mit dem TimeWaver gehabt. Ein neues System, das über die Quantenphysik arbeitet und zugegebenermaßen sehr esoterisch ist.

Letztlich zählt nur eins: ich empfinde wieder Freude, ich arbeite wieder fast wie früher, ich spiele wieder Fußball und so weiter. Es lohnt sich zu kämpfen.
Ich bin übrigens 25 Jahre und habe ein halbes Jahr dieses Zeug geschluckt.

Geblieben ist bislang (ich bin zuversichtlich, dass das zum Teil noch verschwindet) ein leichter Tinnitus, den ich manchmal gar nicht und wenn nur in absoluter Stille wahrnehme. Hatte aber vorher auch schon einen leichten - und ich habe nach den Medikamenten Saroten/Mirtazapin Mouches Volantes bekommen - das sind so halb-transparente Fäden und schwarze Pünktchen, die durch die Augen fliegen. Gerne auf hellen Flächen. Kennen viele - offenbar auch ohne Antidepressiva.

Aber es zeigt mir, Antidepressiva sind gefährlich - und haben dagegen für viele wenig Nutzen.

Wer Infos möchte oder ein positives Beispiel zum Reden braucht (das hat mir in der schlimmsten Zeit gefehlt, weil die meisten nur im Netz schreiben, wenn es ihnen schlecht geht) , kann mir gerne mailen an Extreme99@web.de.

Danke an alle, die mich hier unterstützt haben. Schön, dass es Euch und dieses Forum gibt!

Gruß

Patrick

Das-kleine-Runde

Re: Endlich gesund - 6 Monate Entzug. Haltet durch!

Beitrag von Das-kleine-Runde » Samstag, 12.11.11, 13:50

Hallo Patrick :hug: ,

ich freue mich sehr, daß Du Dich wieder meldest und so gute Neuigkeiten mitbringst :D :D :D

Danke für Deine lieben und ermutigenden Worte :D

Es wird so oft nach Berichten von Menschen gefragt, die es geschafft haben, da sind Deine Worte Gold wert. :)

Ich hoffe, Du schaust ab und zu vorbei. :)

Alles Liebe
Rundi :hug:

Hier Patricks Thread: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=6358

carriecat
Beiträge: 761
Registriert: Donnerstag, 03.11.11, 12:33

Re: Endlich gesund - 6 Monate Entzug. Haltet durch!

Beitrag von carriecat » Samstag, 12.11.11, 13:52

Lieber Patrick,

ehrlich gesagt macht mir das großen Mut...ich habe ja auch Mirtazapin geschluckt und "leide" noch....puh...soll es wirklich noch ein paar Wochen/Monate dauern? Ich wünschte es würde schneller gehen...aber vermutlich hilft da echt nur die Zeit. Ich bin schon 39, werde nächstes Jahr 40, im April. Ich wünsche mir, dass ich bis dahin wieder vollständig ich selber bin....

Vielen Dank für Dein Posting :)
Liebe Grüße,
Anja
____________________________________________________________________
Panikattacken im Nov. und Dez. 2010 aus heiterem Himmel
Citalopram 20 mg und Doxepin 10 mg (Aponal) ab Ende Dezember
Mirtazapin 15 mg ab Ende Januar statt Aponal
15 kg zugenommen in einem halben Jahr
Ab Juni 2011 Tabletten halbiert, ab Juli 2011 geviertelt
Ende August die letzten 5 mg Citalopram genommen, 3,75 mg Mirta eine Woche länger, dann auch abgesetzt.
Kurze Zeit danach kam das nächtliche Herzrasen wieder samt Tremor in den Beinen und Hitzeströme durch den ganzen Körper, Schwächegefühl und Erschöpfung - Eisen und Vitamin B-Komplex genommen
Danach hatte ich Magenbeschwerden, konnt nicht richtig essen und trinken und kriegte dann Herz- und Atemprobleme
Habe kurzzeitig Lasea genommen, danach Orthomol Vital F incl. Omega-3-Kapseln, um mal wieder ein bißchen auf den Damm zu kommen. Fühlte mich nur schlapp und krank.
War dann von Nov - Dez 2011 in einer Psychosomatischen Fachklinik. Es wurde langsam besser, was ich aber nicht auf die Behandlung dort zurück führen würde.
Seit 02/2012 arbeite ich wieder, in 05/2012 bin ich jetzt über ein halbes Jahr ohne Medis und es geht mir wieder recht gut. Manche Tage quäle ich mich aber immer noch mit Schwindel und Depersonalisierung. Und ab und zu nächtliche Panik mit Kribbeln am ganzen Körper und Herzklopfen.
Oktober 2012: Bin tagsüber viel müde, erschöpft, schwindelig und kämpfe immer mal wieder mit Angstattacken.
März 2013: Immer mal wieder Schwindel, Depersonalisierung und Angst
November 2013: Magenbeschwerden, Atemprobleme

Hinweis:
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sollte aus ihrer Moderatorenfunktion keine spezielle fachliche Kompetenz abgeleitet werden.


skadi
Beiträge: 146
Registriert: Donnerstag, 12.05.11, 20:44

Re: Endlich gesund - 6 Monate Entzug. Haltet durch!

Beitrag von skadi » Dienstag, 15.11.11, 19:36

Hallo Patrick...

auch ich freue mich riesig über Dein Posting, wie Rundi schon schreibt, ist echt ein Juwel!

Vielen Dank für Dein positives Feedback!

Alles Gute für Deine weitere Zukunft!

Bleib sauber :D

N!c
Akute postpartale Depression im August 2010 Symptome: DP+DR ,Angst, Hypochondrie
Ab September Citalopram 20mg, dann extreme Panikattacken, nur mit Tavor zu beruhigen.
Innerhalb 4 Monate auf 60mg Citalopram hochdosiert ohne Stabilität zu erreichen.
Ab April gewechselt auf Cipralex 25mg seither abdosiert bis 16mg.
Plan: Alle 4 Wochen 1mg weniger
Leinöl
Kava-Kava
Seit 14.09.11 15mg Cipralex
Seit 14.10 11 14mg Cipralex
Seit 16.11.11 13mg Cipralex
Seit 01.01.12 12mg Cipralex
Seit 20.01.12 11mg Cipralex
Seit 20.02.12 10mg Cipralex
Seit 22.04.12 09mg Cipralex

Mai 2012 Tod meiner Mutter
arge Rückschläge und wieder auf 15 hochdosiert
dann wieder runter gehangelt und
seit 10.03..13 wieder 09mg Cipralex
bis 06.14 5 mg Cipralex
dann mit Hilfe von
Amitriptillyn über 6 Monate vom Cipralex runter
und zum Schluß das Ami über 2 Monate ausgeschlichen
clean seit 10.12.14

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