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Erfahrungsaustausch: Micro-tapering - in Minischritten zum Erfolg ?

Das Ausschleichen von Antidepressiva, Benzodiazepinen und anderen Psychopharmaka kann schwierig und langwierig sein. Hier findet ihr Artikel, die die jahrelange Erfahrung der Teilnehmer widerspiegeln.
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Ululu
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Erfahrungsaustausch: Micro-tapering - in Minischritten zum Erfolg ?

Beitrag von Ululu » Sonntag, 30.09.18, 14:42

Hier möchten wir Erfahrungen mit Micro-tapering sammeln.
Was heißt Micro-tapering?

Es gibt im Forum "Surviving Antidepressants" (SA) viel Diskussion um eine Methode, die sich Mikro-tapering / Microtapering nennt, bei dem man also sehr kleine Absetzschritte (manche sogar weniger als 0,1 mg) macht, dafür in kürzeren Zeitabständen.

Das geht oft nicht schneller als eine 10% oder 5% Reduktion (soll es auch nicht!), aber für Menschen, deren Nervensystem extrem sensibel ist, ist es möglicherweise zuträglicher als "relativ große" Absetzschritte.

Nur wer individuell seine Muster des Entzugssyndroms / seine Symptome und seine persönliche Toleranzschwelle des zentralen Nervensystems versteht, sollte dies versuchen.
Es erfordert relativ viel Erfahrung.
Wie bei allen Absetzverläufen sollte bei auftretenden Entzugssymptomen noch langsamer reduziert werden oder die aktuelle Dosis gehalten werden, um das zentrale Nervensystem zu stabilisieren.

Ferner ist darauf zu achten, dass Microtapern nicht bedeutet, nie Pause zu machen.
Auch Surviving Antidepressants empfiehlt, wenn man zB 2 Wochen hintereinander jeden Tag eine mini-Menge der Dosis weggelassen hat, sogenannte Stabilisierungswochen / Pausen einzulegen (zB 2 Wochen).
Auch deshalb, weil gerade beim Microtapern die Gefahr besteht, dass sich Entzugssymptome erst nachgelagert melden und zwischenzeitlich kumulieren könnten.

Flüssige Lösungen können beim Micro-tapering hilfreich sein, denn sie erlauben sehr abgestuftes, kontrolliertes Absetzen.
Manche Psychopharmaka gibt es in flüssiger Form, ggf. ist auch eine Apotheke bereit, dies herzustellen. Andere Psychopharmaka können zuhause selbst in flüssige Form gebracht werden (Wasserlösemethode).

Quelle und Copyright Altostrata, übersetzt, angepasst und ergänzt vom Team des ADFD

lunetta
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Re: Micro-tapering in Minischritten zum Erfolg ?

Beitrag von lunetta » Mittwoch, 10.10.18, 8:27

Hallo!

Ich setze 2 Medis (Mirtazapin und Zolpidem), mit der Wasserlösemethode ab und Venlafxin mit Microtapering.

Das hat sich bei mir so ergeben, dass ich Venla nur so nebenher absetze, da wollte ich ursprünglich nichts dran schrauben, weil man ja nicht 2 Medis zur gleichen Zeit absetzen soll, aber ich wollte einfach das Gefühl haben, es tut sich auch bei Venla etwas in Richtung 0;)

Deshalb habe ich begonnen mit einem ganz feinen Messer nur einen Hauch der Tabl. (unret.) abzuschaben, und das für ein paar Wochen zu halten.
Dann noch ein Hauch mehr, usw. am Anfang hat man kaum gemerkt dass die Tabl. kleiner wird.
Zischen durch habe ich diese abgeschabten Tabl. immer wieder nachgewogen, nur um zu schauen wieviel ich da wegschabe - es war immer nur ca, 0,2- 0,3 mg.
Das für sicher 2-3 Monate. Das habe ich zu diesem Zeitpunkt gar nicht in meine Signatur geschrieben, weil von den 25 mg kaum weniger geworden waren, aber ich für mich hatte das Gefühl - auch bei diesem Medikament tu ich was, dass es weniger wird, auch wenn es nur mikroskopisch ist.

Dann wurde ich mutiger, und habe mal solange geschabt bis 1 mg weg war (also umgerechnet von der Ausgangsdosis, nicht vom Tabl. gewicht, nur damit ich ein Gefühl bekomme, wieviel Tabl.staub das ist.

Man bekommt das relativ schnell ins Gefühl wieviel das ist, und das habe ich wieder für ein paar Wochen so gemacht.

Dann wieder durch Wiegen ein weiteres mg eruiert wieviel ich da wegschaben muß, usw.

Habe das immer alle paar Wochen gemacht.

Trotzdem habe ich mit Microtapering Venla von 25 mg auf 3 mg reduziert in den letzten paar Jahren, ohne dass ich es groß gemerkt habe.
Wenn ich natürlich Symptome hab - kann es sein dass es von Mirta oder vom Venla kommt - aber es bleibt letztendlich egal, solange es in Grenzen bleibt und mich nicht völlig ausknockt, ist es tolerierbar.

Prinzipiell raten wir NICHT dazu 2 Medikamente parallel auszuschleichen, aber wenn es jemand mit Microtapering versuchen will, und hier auch eine gewisse Genauigkeit hat, also immer wieder nachwiegt und recht genau abschabt, dann ist es bei höheren Dosierungen noch machbar.

Ich bin bei den niedrigen nun an einem Punkt angelangt, wo ich den verbliebenen Winzbrösel täglich wiege, da man bei Tabl.splittern von 1-2 mm Größe keine genaue Menge mehr sagen kann. Und grade nach unten zu sollte noch langsamer und genauer abdosiert werden.

Ich werde nun auch bald bei Venla beginnen mit der Wasserlösemethode, um auch nach unten hin genau zu bleiben.

LG
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padma
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Re: Micro-tapering in Minischritten zum Erfolg ?

Beitrag von padma » Freitag, 30.11.18, 18:28

von annemika:
Ich reduziere seit Juli 2018 mit der Wasserlösmethode die bis dahin verbliebenen 25 mg meines Sulpirids. Da es mir durch die 10%ige Reduzierung einige Tage nicht so gut ging (Absetzsymptome), bin ich auf das MIcrotapering umgestiegen. Ich reduziere 2,5% jede Woche und komme so auch auf 10% im Monat. Dieses MIcrotapering habe ich dann bis jetzt nicht gespürt und es ging mir richtig gut. Ich bin jetzt bei ca. 12,5 mg angelangt und werde jetzt vermutlich langsamer weitermachen müssen, da ich vor einigen Tagen wieder Herzbeschwerden bekam (eines meiner Absetzsymptome). Zudem werde ich jetzt umstellen müssen, die verbliebene Restmenge aus der Spritze zu trinken, da das Aufziehen jetzt immer schwerer geht. Viel ist ja von den ehemals 50ml nicht mehr im Glas. Ich habe vor den letzten Schritten doch einen großen Respekt, weil ich bisher ja immer scheiterte. Wahrscheinlich wird es noch eine Zeit dauern, obwohl es nur mehr ein paar Brösel sind. Kaum zu glauben, was diese paar mg, die auf einer Feinwaage so gut wie nichts mehr wiegen, ausmachen.
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 26#p280526

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