Ich bin ja sowas von froh, dass ich auf dieses Forum gestossen bin!
Ich nahm seit 1996 Antidpressive. Ich hatte jahrelang, genauer gesagt seit 1972 immer wieder Probleme mit Schwindelanfällen, was sich im Jahr 96 so gesteigert hatte, dass ich kaum mehr fähig war, im Büro auf meinem Stuhl zu sitzen usw..
Lange Rede kurzer Sinn, nach jahrzehntelangem Laufen von Arzt zu Arzt (---wir sind halt ein bisschen nervös, typisch frau usw...), bin ich schliesslich bei einer Nervenärztin gelandet, die mir erst Meresa Forte (Sulpirid) verschrieb, und als das nicht gleich Besserung brachte noch Insidon dazu (Opipralmid).
Nach einiger Zeit, so etwa ein halbes Jahr war es dann auch echt besser und ich hab mich relativ normal gefühlt (was ist normal?)
Aber bei einer Kur in einer psychosomatischen Klinik 1998 wurden meine Medikamente weggelassen (...Sie haben keine Depressionen...), was dazu führte, dass die Symptome schrecklicher denn je zurückkamen. Ich weiss nun, dass das Entzugserscheinungen waren.
Dieses Spielchen hatte ich dann 1999 im Zusammenhang mit einer Gallenoperation nochmal gemacht mit gleichem Ergebnis, da ich die wiederkehrenden Symptome nicht als Entzugserscheinungen deutete und meine Ärztin auch nicht.
Zwischenzeitlich war mein Mann an Krebs erkrankt, 2001 dann im Metastasenstadium, so dass meine Nervenärztin von Sulpirid auf Fluoxetin wechselte. Sie meinte, es wäre gut für mich, um das alles durchzustehen. Ich nahm seitdem eine Fluoxetin 20mg morgens, 2 Insidon je 50 mg abends. Das hat mich in gang gehalten um mit allem fertig zu werden.
Jedenfalls jedesmal, wenn ich dachte ich könnte das doch mal aufhören, kamen die Symptome schlimmer denn je zurück - ein Teufels Kreislauf, weil ich nicht erkannte, dass das Entzugserscheinungen waren.
Seit dem Tod meines Mannes 2002 wohne ich nun einen Großteil des Jahres in Neuseeland (meine Töchter und Enkelkinder leben hier) und komme immer nur für den Sommer nach Deutschland, aber nicht dieses Jahr.
Meine Hausärztin hier in Neuseeland meinte dann letzten Oktober, ich soll doch mal zu einer art Psychologin gehen, mit dem Ziel, mit den Medikamenten aufzuhören. Sie meine es wäre eine Angststörung.
Nun eine Psychologin kann ich mir nicht lassen, da ich diese hier selber bezahlen muss und das geld dafür habe ich nicht. Aber im Verlaufe von mindestens 2 Monaten, habe ich stufenweise alles abgesetzt und bin nun seit irgendwann im Mai ohne Medikamente. Ich habe das ganz vorsichtig und langsam gemacht und siehe da, keine Schwindelanfälle.
Nur seit einigen Wochen habe ich sowas von Hitzewallungen, die mich absolut in Atem halten, ganz zu schweigen von meiner Weinerlichkeit. Nun ich dachte, Wechseljahre halt, was mich aber schon etwas wunderte, da ich bereits 1996 Hormone verschrieben bekam, die ich dann 2003 absetzte und seitdem keine Blutungen und auch kaum Hitzewallungen hatte.
Ich hatte hier auch ein Buch über die Entzugerscheinungen von Prozac gelesen, aber nichts über Hitzewallungen gefunden. Nun habe ich heute mal im net wieder gesucht, weil ich schon langsam glaube ich werde meschugge und siehe da, Hitzewallungen können ein Absetzsyndrom sein.
Das erleichtert mich nun schon etwas. Naja, angenehmer wird es dadurch nicht. Aber jedenfalls bestärkt es mich, dass ich durchhalten muss und nicht wieder mit dem Zeug anfange.
Ach ja, ich bin 52 und rund wie eine tonne ....
doch nicht meschugge.....
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aniwaniwa2
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nicht meshugge!
liebe Aniwaniwa,
ich selber habe seit 1994 bis letztes Jahr im Mai - das waren dann 10 Jahre, durchgängig Fluctin eingenommen. Ich bin heute 40 Jahre - damals mit knapp 30 Jahren ist meine Mutter an Krebs gestorben und ich hatte noch jede Menge andere Lebensproblem.....
Schwindel, Weinerlichkeit etc. sind Absetzerscheinungen von dem Fluctin - ich hatte wochenlange Heulkrämpfe über Dinge die ich heute garnicht mehr nachvollziehen kann. Fluctin hat von allen SSRI's die längste Halbwertzeit - deswegen setzen diese Symptome bei Dir so zeitverzögert ein.
Ich habe mal auf einem kritischen amerikanischen Link über Prozac gefunden, dass es bis zu 18 Monaten dauern kann, bis sich insgesamt der Körper wieder reguliert. Ich kann das bestätigen! (leider kann ich den Link nicht mehr finden)
LG
Dana
ich selber habe seit 1994 bis letztes Jahr im Mai - das waren dann 10 Jahre, durchgängig Fluctin eingenommen. Ich bin heute 40 Jahre - damals mit knapp 30 Jahren ist meine Mutter an Krebs gestorben und ich hatte noch jede Menge andere Lebensproblem.....
Schwindel, Weinerlichkeit etc. sind Absetzerscheinungen von dem Fluctin - ich hatte wochenlange Heulkrämpfe über Dinge die ich heute garnicht mehr nachvollziehen kann. Fluctin hat von allen SSRI's die längste Halbwertzeit - deswegen setzen diese Symptome bei Dir so zeitverzögert ein.
Ich habe mal auf einem kritischen amerikanischen Link über Prozac gefunden, dass es bis zu 18 Monaten dauern kann, bis sich insgesamt der Körper wieder reguliert. Ich kann das bestätigen! (leider kann ich den Link nicht mehr finden)
LG
Dana
Zuletzt geändert von Dana am 15.08.2005 08:53, insgesamt 2-mal geändert.
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Linda
- Gründer
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- Registriert: 06.10.2003 11:46
- Wohnort: Ravensburg/N. Devon, UK
- Danksagung erhalten: 8 Mal
Hallo und willkommen im Forum.
Es freut mich, dass Dir das Forum schon helfen konnte.
Es tut mir leid, dass Du Deinen Mann verloren hast, das muss eine schreckliche Erfahrung für Dich gewesen sein. Es hört sich aber so an, dass Du Dein Leben jetzt gut im Griff hast, und dass es Dir soweit gut geht. Neuseeland muss auch sehr schön sein.
Zu den Hitzewallungen: Beim Absetzen ist vieles möglich. Da diese Medikamente tief in die Vorgänge im Körper eingreifen, kann ich es mir durchaus vorstellen, dass dadurch Dein Hormonhaushalt auch etwas durcheinander gekommen ist. Erfahrungsgemäß kann es ein Jahr oder sogar länger dauern, bis sich der Körper ganz auf das Fehlen dieser Substanzen eingestellt hat.
Bist Du hier noch krankenversichert? Zahlt Dir die Kasse denn keine Psychotherapie?
Linda
Es freut mich, dass Dir das Forum schon helfen konnte.
Es tut mir leid, dass Du Deinen Mann verloren hast, das muss eine schreckliche Erfahrung für Dich gewesen sein. Es hört sich aber so an, dass Du Dein Leben jetzt gut im Griff hast, und dass es Dir soweit gut geht. Neuseeland muss auch sehr schön sein.
Zu den Hitzewallungen: Beim Absetzen ist vieles möglich. Da diese Medikamente tief in die Vorgänge im Körper eingreifen, kann ich es mir durchaus vorstellen, dass dadurch Dein Hormonhaushalt auch etwas durcheinander gekommen ist. Erfahrungsgemäß kann es ein Jahr oder sogar länger dauern, bis sich der Körper ganz auf das Fehlen dieser Substanzen eingestellt hat.
Bist Du hier noch krankenversichert? Zahlt Dir die Kasse denn keine Psychotherapie?
Linda
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aniwaniwa2
- Beiträge: 6
- Registriert: 15.08.2005 06:06
- Wohnort: Neuseeland
- Kontaktdaten:
Hier ist man vom Staat "grundversichert", d.h. man zahlt pro Arztbesuch einen Betrag, manche Medikamente, sind ganz frei wie z.B. Morphin für Krebskranke, für andere zahlt man was zu, was frei verkäuflich ist, wird gar nicht gestützt.
Ich lebe in Northland ("arme" Region), da ist etliches von der Regierung unterstützt, d.h. ich zahle, wenn ich bei einem Arzt (GP= Hausarzt) registriert bin, nur 19 Neuseelanddollar pro Besuch und 3 Dollar pro Medikament.
Fachärzte sind generell teurer und auch nur in den größeren Städten niedergelassen, häufig muss man bis nach Auckland (4 Stunden Fahrtzeit). Für Zahnbehandlungen gibt es z.B. gar nichts. Man kann sich zusätzlich versichern, aber das kann ich mir mit meiner Witwenrente nicht leisten, auch würde dann die Vorerkrankung Depression ausgeschlossen.
Ich denke, in schweren akuten Fällen wird schon Psychotherapie gezahlt, aber das sind dann schon Ausnahmen, wenn jemand vorher z.B. stationär aufgenommen ist. Ich habe noch eine deutsche Versicherung, die ich mir mit Mühe erhalte, die ich aber im Ausland nicht in Anspruch nehmen kann. Ich bin hier ja auch erst seit 2000 Resident und ich denke, da gibt es soviel ärmere Leute, die erst mal drankommen sollten.
Mein Leben in Griff - hmmm, naja, im Moment eher weniger, aber da ich nun weiss, dass das höchstwahrscheinlich eben von den Entzugserscheinungen kommt, werde ich da schon irgendwie durchkommen. Da hab ich den festen Willen dazu, ich lass mich doch da nicht wieder dazuverleiten, da wär ich schön blöd.
So ist es wohl ganz gut, dass ich dieses Jahr nicht nach D fahren konnte - waren verschiedene Probleme familiärer Art - bis nächsten Mai oder so, sollte ich doch wohl den größten Teil hinter mir haben und ich hoffe, dass ich dann gut genug drauf bin, diesen Teil meines Lebens anzupacken. Da gibts noch eine Menge aufzuarbeiten in D, psychisch und physisch.
Ich werd hier mal noch etwas suchen, was man vielleicht so als Ergänzung noch nehmen könnte, über Omega3 habe ich schon gelesen.
Danke Euch allen!

Ich lebe in Northland ("arme" Region), da ist etliches von der Regierung unterstützt, d.h. ich zahle, wenn ich bei einem Arzt (GP= Hausarzt) registriert bin, nur 19 Neuseelanddollar pro Besuch und 3 Dollar pro Medikament.
Fachärzte sind generell teurer und auch nur in den größeren Städten niedergelassen, häufig muss man bis nach Auckland (4 Stunden Fahrtzeit). Für Zahnbehandlungen gibt es z.B. gar nichts. Man kann sich zusätzlich versichern, aber das kann ich mir mit meiner Witwenrente nicht leisten, auch würde dann die Vorerkrankung Depression ausgeschlossen.
Ich denke, in schweren akuten Fällen wird schon Psychotherapie gezahlt, aber das sind dann schon Ausnahmen, wenn jemand vorher z.B. stationär aufgenommen ist. Ich habe noch eine deutsche Versicherung, die ich mir mit Mühe erhalte, die ich aber im Ausland nicht in Anspruch nehmen kann. Ich bin hier ja auch erst seit 2000 Resident und ich denke, da gibt es soviel ärmere Leute, die erst mal drankommen sollten.
Mein Leben in Griff - hmmm, naja, im Moment eher weniger, aber da ich nun weiss, dass das höchstwahrscheinlich eben von den Entzugserscheinungen kommt, werde ich da schon irgendwie durchkommen. Da hab ich den festen Willen dazu, ich lass mich doch da nicht wieder dazuverleiten, da wär ich schön blöd.
So ist es wohl ganz gut, dass ich dieses Jahr nicht nach D fahren konnte - waren verschiedene Probleme familiärer Art - bis nächsten Mai oder so, sollte ich doch wohl den größten Teil hinter mir haben und ich hoffe, dass ich dann gut genug drauf bin, diesen Teil meines Lebens anzupacken. Da gibts noch eine Menge aufzuarbeiten in D, psychisch und physisch.
Ich werd hier mal noch etwas suchen, was man vielleicht so als Ergänzung noch nehmen könnte, über Omega3 habe ich schon gelesen.
Danke Euch allen!