Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->


 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Zeitdauer der Absetzsymptome

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
Götz
Beiträge: 6
Registriert: 25.10.2003 07:38
Wohnort: Calw

Zeitdauer der Absetzsymptome

Beitrag von Götz »

Einen hellen, fröhlichen Tag, alle miteinander,
ich bin zum erstenmal hier in dieser Runde und freue mich auf den gegenseitigen Erfahrungsaustausch.
Ich habe 14 Monate Paroxetin 20mg genommen. Da ich mich dadurch relativ gut fühlte, habe ich mich ausgeschlichen. D.h., über 4 Monate die Dosis in 5mg Schritten auf Null reduziert. (Ich nehme kein anderes Mittel zusätzlich oder anstelle von Paorx.) Prompt traten danach auch die von euch geschilderten Entzugserscheinungen auf. Ich bin nun schon 3 Monate "clean" und hatte schon einige relativ normale Tage. Dies ließ mich hoffen, daß es nun geschafft wäre. Allerdings hat mich letzte Woche ein schwerer "Panik/Angst/Wahnsinnig werden" -Anfall eines besseren belehrt. Meine Frage an euch: Wie lange halten diese Entzugserscheinungen an und wie kann man sie abpuffern?
Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Einnahmedauer von Paroxetin und der Zeitdauer des Entzuges?
Bitte teilt mir eure Erfahrungen mit.
Liebe Grüße
Götz
Linda
Gründer
Beiträge: 654
Registriert: 06.10.2003 11:46
Wohnort: Ravensburg/N. Devon, UK
Danksagung erhalten: 8 Mal

Willkommen Götz!

Beitrag von Linda »

Hallo Götz, willkommen im Forum!

Erfahrungsgemäß können 5 mg-Absetzschritte schon zu groß sein, um die Entzugerscheinungen ganz zu vermeiden. Viele berichten, dass die letzten 5 mg am schwersten sind. Diese letzten 5 mg werden oft in 1mg-Schritte alle paar Wochen vollzogen - sogar dann ist es für manche immer noch sehr schwierig. Es kann sein, dass der letzte Schritt für Dich zu schnell war. Aber da Du jetzt schon seit 3 Monate keine Tabletten mehr nimmst, wäre es jetzt meines Erachtens eher ein Rückschritt, wenn Du wieder einsteigen würdest, um langsamer abzusetzen. Man weiß auch nicht, wie Dein Körper auf eine erneute Einnahme wieder reagieren würde - hat bei manchen zu schweren Problemen, mit unter auch ein Serotonin-Syndrom, ausgelöst.

Zum Dauer der Absetzsymptome - meiner Tochter Jessica geht es jetzt erst nach 8 Monaten wieder richtig gut. Das heißt nicht, dass es Dir 8 Monate lang so gehen wird wie jetzt - Du wirst eine stetige Verbesserung spüren. Die "guten Tage" werden immer mehr und die "schlechten" immer weniger. Du wirst "Fenster" erleben, wo Du Dich ganz normal wieder fühlst, und dann zwischendurch eine Woche, wo Du wieder die ganzen Symptome wieder erlebst.

Lass Dich von diesen schlechten Zeiten nicht entmutigen - sie werden immer weniger, das verspreche ich Dir!! Es hat der Jessica viel geholfen, mit einer anderen Frau zu reden, die das gleiche erfahren hat. Bei ihr ging es auch ca. 8 Monate, bis sie zu ihrem normalen Zustand zurückgefunden hat. Ich habe es bei anderen gesehen, dass sie aber nach 4 - 5 Monaten wieder ganz die alten waren, es ist also alles sehr individuell.

Was Du machen kannst, ist Akupunktur und Homeopathie probieren. Die Akupunktur hat meiner Tochter unheimlich viel geholfen. Alles, was Deinem Körper hilft, wieder ins Gleichgewicht zu kommen, ist gut. Unterstütze Deine Leberfunktion (zur Entgiftung), gehe in die Sauna, meide jegliche Chemie in den Nahrungsmitteln (besonders Süßstoffe) und sei vorsichtig mit allen Erkältungsmitteln - nehme am besten gar nichts. Dein Körper ist jetzt empfindlich gegen chemische Substanzen. Du könntest auch die Omega-3 Fischöle nehmen. Einen Beitrag darüber gibt es auf der Hauptsite.

Meide Stress und auch aufregende Fernsehsendungen. Deine Nerven brauchen Ruhe!

Leider gibt es kein Patentrezept. Es gibt keine Forschung über die Absetzsymptome und was man dagegen machen kann, da die Tatsache ihres Auftreten jetzt erst langsam von den Medizinern akzeptiert wird.

Tue einfach, was Dir gut tut. Wir sind da, falls Du noch Fragen hast, oder einfach jammern willst!

Vielleicht kann Dir die Jessica selbst noch schreiben.

Ich hoffe, dass ich Dir fürs Erste etwas helfen konnte und bis demnächst Liebe Grüße Linda

P.S. Habe vergessen - zwischen Dauer der Einnahme und der Absetzsymptome gibt es keine eindeutige Erkenntnisse. Es ist aber so, dass das Medikament auch im Fettgewebe gespeichert wird, d.h. theoretisch je länger Du es nimmst, desto mehr muß Dein Körper nach dem Absetzen noch abbauen.
Loki
Beiträge: 26
Registriert: 02.11.2004 11:54

Beitrag von Loki »

Hallo,

hier ist Lindas Antwort an Götz. Ich wollte euch nur sagen, dass ich wenn ich es ganz schwierig habe beim Absetzen, mir diese Antwort durchlese. Die gibt mir immer soviel Kraft durchzuhalten.

P.S. habe auch gestern "ohne" ausgehalten und bin immer noch clean. :)
seit 08.2003 20 mg Seroxat
seit 03.2004 Absetzen mit Seroxat Liquid
seit 09.2004 bei 1,5 ml
schwere Absetzprobleme: seit 16.10.2004 auf 4 ml
seit 04.12.2004 zurück auf 20 mg Seroxat Tabletten
seit 05.01.2005 Seroxat komplett abgesetzt
seit 05.01.2005 Trazodon (50 mg)
seit 21.03.2005 Trazodon (25 mg)
seit 28.03.2005 alles abgesetzt
stapla
Beiträge: 27
Registriert: 27.06.2005 16:08

Beitrag von stapla »

geht mir auch grad so!! hab die antwort eben gefunden und gleich überlegt sie abzuspeichern :)

8 monate... das ist ein ziel...

anne
Symptome: Bulimie damals seit 6 Jahren, Weinkrämpfe, Selbstmordgedanken, Traurigkeit, Zukunftsängste, Einsamkeitsgefühl; Diagnose: Essstörung, Depression (welche usw. hab ich nicht erfahren)
Medikation: Paroxetin 20mg, 3 Jahre
Bisherige Absetzversuche: ein Versuch ohne Ausschleichen, gescheitert nach nur sechs Tagen wegen der Absetzungssymptome
Absetzverlauf: ab 02.062005, 10mg,
ab 16.06.2005, 5mg. (nach 2 Wochen 10mg sollte ich aufhören, weil ich mit Amitriptylin anfangen sollte, wegen starker Kopfschmerzen. Amitriptylin hab ich 2 Wo/ 25mg genommen und dann einfach aufgehört, weil ich nicht das eine durch etwas anderes ersetzen wollte.)
ab 28.06.2005 wieder 10mg Paroxetin (auf Anraten von Hannes es langsamer anzugehen)
ab 08.07.2005, 7,5mg
ab 25.07.2005, 5mg
ab 30.07.2005, wieder 7,5mg (es ging einfach nicht)
ab 17.08.2005, 5mg

zusätzlich dazu:
seit Juni täglich 400mg L-Tryptophaan
seit Anfang August Rosenrot
Gesperrt