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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

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Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Absetzen von Zyprexa

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
Brigitte
Beiträge: 3
Registriert: 09.07.2004 14:29

Absetzen von Zyprexa

Beitrag von Brigitte »

Liebe Forumsmitglieder,

ich weiß, dass dies eigentlich ein Forum für Antidepressiva ist, aber vielleicht hat jemand einen Tip für mich.

seit Jan. 03 nehme ich Saroten und Zyprexa (Neuroleptikum) gegen Depressionen. Das Zyprexa nahm ich die ganze Zeit in einer Dosierung von 5 mg, das Saroten ist momentan bei 200 mg. Über die letzten zwei Monate wurde das Zyprexa von 5 mg auf 2,5 mg reduziert und kürzlich, d.h. seit letztem Freitag, ganz abgesetzt. Leider habe ich vier Tage später eine komplett schlaflose Nacht verbracht und leider seither unter massiven Schlafstörungen. Ich glaube fest, dass dies ein Entzugssymptom bedingt durch das Absetzen des Zyprexas ist. Leider hat der Hersteller von Zyprexa als kleinste Einheit nur die 2.5 mg im Programm, so dass man eigentlich nicht noch weiter reduzieren konnte.

Könnt Ihr mir einen Tipp geben, wie lange ich mit diesen Absetzsymptomen rechnen muss. Ich bin dankbar für jedwege Information.

Vielen Dank

Brigitte
francisco
Beiträge: 48
Registriert: 12.06.2004 00:27

hi brigitte

Beitrag von francisco »

ich nehme seit 5 tagen zyprexa 5 mg ein laut mein arzt gegen meine oft auftretende verwirrtheit wo man gedanken nicht mehr so filtern kann und man den kopf ständig "voll" hat.
wieso hat man dir zyprexa gegeben denn es hat eigentlich mit AD nichts zu tun?
ich hab bisher nicht gehört dass zyprexa überhaupt absetzprobleme hervorbringt bin deshalb auch am fragen wer erfahrung hat bei diesem mittel was ja eines der neuesten ist und eines am meist verkauftesten.

gruss

francisco
freaklin
Beiträge: 29
Registriert: 02.11.2003 16:16
Wohnort: Düsseldorf

Beitrag von freaklin »

ich hab bisher nicht gehört dass zyprexa überhaupt absetzprobleme hervorbringt bin deshalb auch am fragen wer erfahrung hat bei diesem mittel was ja eines der neuesten ist und eines am meist verkauftesten.
Also ich habe bei der Reduktion von Zyprexa 7,5mg auf eine 3/4 Tablette 7,5mg Zyprexa schon deutliche Absetzerscheinungen gespürt, und zwar Agitiertheit und einen verstärkten Juckreiz (den ich aber etwas milder auch sonst habe und mit Fischöl-Kapseln gut in Grenzen halten kann). Das ging aber nach zwei Tagen wieder weg.
Es ist aber wohl bekannt, daß das plötzliche vollständige Absetzen eines Neuroleptikums zu einer Rebound-Psychose kommen kann. Dabei treten die ursprünglichen Symptome infolge einer Hypersensibilisierung der Rezeptoren verstärkt auf.
Brigitte
Beiträge: 3
Registriert: 09.07.2004 14:29

Beitrag von Brigitte »

Vielen Dank für Eure Antwort.

Manchmal setzen die Psychiater Neuroleptika auch zusammen mit einem Antidepressivum ein, als eine Art "Verstärkung". In der psychiatrischen Klinik in Heidelberg wurde Zyprexa etrem häufig eingesetzt, selbst bei nicht-psychotischen Depressionen. Der Grund, warum ich es unbedingt wieder absetzen wollte (nach über einem Jahr Einnahmedauer) ist zum einen, dass das Medikament zu enormer Gewichtszunahme führt, und zwar bei so gut wie allen Patienten (ich habe 10 Kilo zugenommen). Diese Gewichtszunahme ist extrem schwer zu bekämpfen, da man unter Zyprexa ein starkes Hungergefühl hat und das Medikament offensichtlich den Metabolismus des Körpers verlangsamt, evtl. über erhöhte Blutzuckerspiegel. So ganz raus ist es noch nicht, was genau die Ursachen für diese Gewichtszunahmen sind, abgesehen vom größeren Appetit. Der zweite Grund, warum ich das Medi wieder absetzen wollte, ist die Gefahr von tardiven Dyskinesien, die auch bei den atypischen Antipsychotika nicht ausgeschlossen werden können.

Ich habe in einigen amerikanischen Foren gelesen, dass einige Patienten durchaus mit Schlaflosigkeit auf das Absetzen von Zyprexa reagieren. Im Beipackzettel des Medikaments wird lediglich darauf hingewiesen, dass beim ABRUPTEN Absetzen Schlaflosigkeit auftreten kann. Dass dies offensichtlich auch beim ausschleichenden Absetzen passieren kann, davon wird natürlich nichts gesagt. Ich habe diesbezüglich sogar mit Eli Lilly, dem Hersteller von Zyprexa, telefoniert und die Dame dort gab zu, dass es beim Absetzen des Medis durchaus zu Schlaflosigkeit kommen kann. Angeblich soll sich das in ein paar Wochen wieder geben.

Ich bin sowieso der Meinung, dass es am besten ist, wenn man für das Ausschleichen Tropfen benutzen könnte. Man kann es dann viel "sanfter" angehen. Meine einzige andere "Ausschleicherfahrung" betrifft das Saroten, und hier muss ich sagen, hatte ich überhaupt keine Probleme, das Medi abzusetzen. Ich habe bis 10 mg runterdosiert und dann abgesetzt, und es gab keinerlei Schwierigkeiten. Kein Vergleich zu dem was man hier über Paroxetin liest. Ich glaube, die trizyklischen Antidepressiva sind in dieser Hinsicht besser.

LG
Brigitte
Gesperrt