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Frage zum Behandlungsbeginn mit SSRI speziell Fluoxetin 20
Verfasst: 13.05.2005 22:10
von Stanis
Hallo,
ich bin neu hier, und hab gleich mal ne kleine Frage über die Einstiegsdosierung bei Fluoxetin.
Erstmal was über mich:
Ich bin 25 Jahre alt, und hab abundzu Grübel- und Kontrollzwänge die auch nicht so schnell verschwinden und mich tierisch nerven.
Folglich bin ich heute zum erstenmal beim Psychater gewesen, der da meint ich hätte eine leichte- bis mittelgradige Depression.
Er machte den Vorschlag mir Fluoxetin 20mg Tbl. zu verschreiben, je nachdem wie es wirkt für 4 - 6 Monate.
Dazu muss ich sagen das ich mich gar nicht so depremiert fühle um unbedingt ein Medikament einzunehmen, allerdings belasten mich meine "Grübelleien" schon so sehr das meine Lebensqualität doch darunter leidet. (klingt zwar ein wenig ambivalent, kanns aber nicht anders ausdrücken).
Das hab ich dem Arzt auch erzählt, worauf er meinte ich könne auch mein ganzes Leben unter den Grübelleien leiden, oder halt den Versuch mit einem SSRI probieren und evtl. ein leichteres Leben führen.
Die Chancen stehen sowieso ganz gut das nach 4 - 6 Monaten die Behandlung zu ende ist und ich dann hoffentlich mein Zwänge los bin.
Jetzt zu meiner eigentlichen Frage, hab heute also das erstemal ein Antidepressivum (Fluoxantin) eingenommen und nach ca 2 Stunden tatsächlich einen Wirkungseintritt vermerkt, ich bin sicher das es kein Placeboeffekt ist, ich sah bzw. seh immernoch alles ganz leicht und locker, überhaupt keine Sorgen und Probleme bin irgendwie ganz entspannt.
Deshalb überleg ich ob die Einstiegsdosierung ( ich soll erstmal 20mg/ Tag einnehmen) nicht zu hoch sei, weil ich noch nicht adaptiert bin und schon sehr gut darauf anspreche.
Vielleicht reichen auch nur 10mg Fluoxantin/Tag aus, oder noch weniger.
Ich mein warum mus ich gleich mit soviel anfangen, wenn weniger evtl. auch ausreichen würden???
Hat da diesbezüglich jmd. Erfahrung, und kann mir helfen?
Danke im Voraus
Stanis
Verfasst: 13.05.2005 23:08
von Oliver
Hallo Stanis.
Willkommen im Forum
Das was Du da beschreibst, rechtfertigt meiner Meinung nach eine Verschreibung von Antidepressiva nicht - für Deinen Arzt ist es allerdings die einfachste und profitabelste Lösung Dir ein SSRI zu verschreiben. Vielleicht solltest Du seine Entscheidung mal ein wenig kritisch hinterfragen und Dir noch andere Meinungen einholen.
Was Deine konkrete Frage angeht: es kann sehr gut sein, dass Du auf eine weitaus geringere Dosis ansprochst, da die empfohlenen Dosen sowieso für die meisten zu hoch sind ... aber wie gesagt, würde ich mir an Deiner Stelle nochmal überlegen, ob Du
überhaupt das Risiko eingehen willst über einen längeren Zeitraum ein so starkes Psachopharmakon zu nehmen.
Alles Gute
Oliver
Verfasst: 13.05.2005 23:34
von Stanis
Hallo,
vielen Dank für die schnelle Antwort, ich bin auch die ganze Zeit schon am überlegen, ob das alles nicht ein wenig zu schnell geht mit der SSRI Behandlung,
weil ich mich auch gar nicht so fies depremiert fühle wie im Verleich zu anderen hier im Forum; dagegen fühl ich mich noch saugut.
Überrascht hat mich u.a. der schnelle Wirkungseintritt, hätte nie gedacht das es so schnell wirkt (macht mir gleichzeitig auch ein wenig Angst).
Weiß nicht wie ich jetzt weitermachen soll, entweder noch ein paar Tage mit niedrigerer Dosis beobachten, oder absetzten bevors zuspät ist; und den Leidensdruck unter den Grübelzwängen aushalten, bis er von selbst verschwindet --> ich mein wär ja auch nicht das erste Mal.
Nervig ist nur das andere Gedanken wieder kommen, über die ich mir dann wieder neue Sorgen und Gedanken mache.
Deshalb bin ich auch so verblüfft über mein gutes ansprechverhalten bezüglich Fluoxetin. --> Es hilft tatsächlich, frag mich nur wie`s ohne wird??????
mfg
Stanis
Verfasst: 14.05.2005 10:50
von Oliver
Hallo Stanis.
Weiß nicht wie ich jetzt weitermachen soll, entweder noch ein paar Tage mit niedrigerer Dosis beobachten, oder absetzten bevors zuspät ist; und den Leidensdruck unter den Grübelzwängen aushalten, bis er von selbst verschwindet --> ich mein wär ja auch nicht das erste Mal.
Wenn Du sowieso auch ein ungutes Gefühl was ein Psychopharmakon angeht hast, solltest Du es einfach nicht mehr weiter nehmen - nach so kurzer Zeit dürfte das kein Problem sein. SSRI sollten
die letzte und nicht die erste Maßnahme sein mit psychischen Problemen umzugehen. Es gibt ja noch viele andere Möglichkeiten. Das beste wäre wohl erstmal, wenn Du eine Therapie machst, welche Dir hilft mit deinen Gedanken besser umzugehen und sie "in den Griff zu kriegen". Schau Dirauch mal unsere Sektion "Alternativen zu Antidepressiva" an.
Alles Gute
Oliver
Verfasst: 14.05.2005 12:34
von Stanis
Hallo Oliver,
glaube auch es ist das Beste wenn ich Fluoxetin nicht mehr nehme, es sind jetzt genau 24h seit der ersten Einnahme um, und mir geht es immernoch ganz gut (ich nehme an die gestrige Wirkung von dem SSRI ist weg --> deutliches Zeichen Kopfschmerzen), was ja auch dafür spricht das meine sorgen gar nicht so berechtigt sind sonst säße ich jetzt wieder hier und würde mir über irgendeinen unwichtigen Scheiß den Kopf zerbrechen.
Folglich belass ich es bei der gestrigen ersten Einnahme und kämpf mich ohne Medikamente durch.
Vielen Dank nochmal für Deine/Eure Hilfe
mfg
Stanis
Verfasst: 15.05.2005 12:02
von Minx
Hi Stanis,
ich war total baff, als ich Deinen Bericht gelesen habe. Du warst nur einmal bei diesem Psychiater? Ich habe eine 10jährige Geschichte mit zum Teil schweren Depressionen und alle haben zunächst immer versucht, mir auf andere Art und Weise zu helfen. Ich sehe das zweischneidig: Seit ich SSRI nehme, bin ich zum ersten Mal seit Jahren sehr ausgeglichen und kontinuierlich leistungsstark. Der Ratschlag kam im letzten November als ich in der Notaufnahme strandete. Einnehmen tue ich es erst seit wenigen Wochen.
Mir hätte also durchaus früher die Idee kommen sollen, es mir verschreiben zu lassen. Denn leider hatte ich wiederum Ärzte, die sehr schnell mit Benzos dabei waren und bei häufigem Arztwechsel hatte ich immer eine Packung zuhause. Meine Meinung ist allerdings hier die gleiche wie die von Oliver: Man sollte doch zunächst alles andere ausprobiert haben. Hast Du an eine Therapie gedacht?
Mir hat das nicht geholfen, aber anderen Menschen doch sehr, sehr gut.
LG
Minx
Verfasst: 15.05.2005 14:35
von Stanis
Hi Minx,
normalerweise hab ich meine Zwänge auch gut im Griff, manchmal kann ich auch über die Sinnlosigkeit von Grübelzwängen und Zwangshandlungen lachen , aber wiederum find ichs auch nervig ung voll zum Kotzen wie sehr einen das in seiner Lebensqualität beeinträchtigt.
So entschloss ich mich doch einmal professionelle Hilfe aufzusuchen und einen geschulten Rat einzuholen.
Gleich mit einem Antidepressivum anzufangen, fand ich auch ganzschön heftig, hab trotzdem am gleichen Tag eine Tbl. Fluxetin 20 eingenommen und war 2h nach Einnahme von der Wirkung erschlagen, hab mich viel besser und freier gefühlt ohne Sorgen und Probleme.
Der Eindruck hat mich wieder zum nachdenken angeregt und mein gesunder Menschenverstand hat sich eingeschaltet und ich begann zu zweifeln:
Es kann doch nicht sein das ich durch Tabletten so beeinflussbar bin,
ich will meine Stimmung nicht von Tabletten abhängig machen, außerdem kann ich mir nicht vorstellen das die Pillen nicht abhängig machen!
Aufgrund dessen, war ich mir ganz sicher davon nie mehr eine Pille zunehmen, worüber ich heute ( 2 Tage nach der Einnahme) sehr glücklich bin.
Ich werde trotzdem am Dienstag wieder zu dem Arzt hinfahren und ihm erklären das ich es mir eigentlich anders vorgestellt habe, d.h. Ursachenforschung, erstmal Serotoninspiegel bzw. 5HTp-Spiegel abnehmen lassen, und gucken ob ich überhaupt einen Mangel an Serotonin bzw 5HTp hab.
Weil ich z.ZT sehr viel Stress habe und auch ganz viel Sport mache, d.h. Triathlon, Kraftsport mit entsprechender Diät/ Ernährung kann es auch gut möglich sein das ich irgendwo ein Ernährungsphysiologisches Defizit habe.
Mal sehen was der Doc. am Dienstag dazu sagt.
mfg
Stanis
Serotoninspiegel im Gehirn messen lassen - nicht möglich
Verfasst: 15.05.2005 14:59
von Oliver
Hallo Stanis.
erstmal Serotoninspiegel bzw. 5HTp-Spiegel abnehmen lassen, und gucken ob ich überhaupt einen Mangel an Serotonin bzw 5HTp hab.
Oh ja ... da wäre ich sehr gespannt was er dazu sagt

Die
Werbeaussage der SSRI Hersteller, dass Depressionen aufgrund eines Serotoninmangels im Gehirn entstehen, ist nämlich mittlerweile als völliger Humbug entlarvt und mit keinem Test dieser Welt nachzuweisen. In Irland und einigen anderen Ländern ist es den Herstellern sogar mittlerweile gerichtlich untersagt ihre Produkte mit solchen irreführenden Anpreisungen zu vermarkten. Siehe auch:
Mythos: Depressionen als Stoffwechselstörung im Gehirn und
Serotonin-Test.
Alles Gute
Oliver
Verfasst: 15.05.2005 16:58
von Stanis
Hallo Oliver,
ja, mal sehen was er dazu sagt, ich werd euch dann bescheid geben.
Eine Frage hätte ich noch, was hält ihr eigentlich über die Einnahme von Tryptophan bzw 5HTP ist es eher sinnvoll, oder zäumt man damit das Pferd von hinten auf?
Widerspricht natürlich Olivers Statement: es herrsche gar kein Serotoninmangel im ZNS Depressiver Menschen!
Trotzdem, ist es sinnvoll? --> 5HTP als Aminosäureabkömmling ist ja ein natürliches Produkt mit viel weniger Nebenwirkungen als chem. synthetisierte AD`s
mfg
Stanis
Verfasst: 25.05.2005 08:26
von amanda
Hallo Stanis....ich habe mir auch um alles und jedes Sorgen gemacht...ständig gegrübelt ob ich alles RICHTIG mache usw.....Da hilft nur eine gute Verhaltenstherapie und mache dir zusätzlich ein sinnvolles Sport und Freiteitprogramm.Lerne Entspannungstechniken...ändere Dinge in deinem Leben...die dich unzufrieden machen uswKaufe dir Bücher wie z.B. Lebe und sorge dich nicht(Autor fällt mir gerade nicht ein)Nur DU kannst dir helfen(in Verbindung einer Therapie)Man kann es schaffen seine Gedanken unter Kontrolle zu bekommen.Auf MEINEM Kühlschrank klebt seit langem ein Zettel :80% REICHT AUCH!!!!!!Ich wollte immer 200%ig sein....so ähnliche kleine Hilfen gibt es auch für DEIN PROBLEM!!!Alles Gute AMANDA