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Absetzen von Paroxetin
Verfasst: 06.08.2005 13:23
von Sharon
Hallo,
ich nehme seit 3 Monaten Paroxetin wegen einer Angsstörung. Vorher habe ich 1 Jahr Insidon genommen, was leider nicht mehr geholfen hat.
Anfangs ging es mir mit dem Paroxetin gut, die Symptome der Angsstörung hat es mir fast völlig genommen und ich konnte ein normales Leben führen.
Seit zwei Wochen spüre ich jedoch einen Druck im Kopf der sehr unangenehm ist. Ich weiß nicht ob es mit dem Paroxetin zu tun hat, da ich eigentlich von Anfang an keinerlei Nebenwirkungen hatte.
Die einzige Nebenwirkung die ich habe und auch beim Insidon hatte ist ein völliger Libidoverlust. Das geht nun seit über einem Jahr so. Ich habe einen sehr verständnisvollen Lebenspartner aber so langsam nervt es ihn und natürlich auch mich.
Nun bin ich wirklich am überlegen das Paroxetin langsam abzusetzen, weiß aber nicht ob das nach 3 Monaten schon richtig ist. Meine Neurologin meinte ich solle das Paroxetin als Dauermedikament ansehen, das möcht ich natürlich nicht. Ich mache seit 4 Wochen eine Verhaltenstherapie die mir glaube ich auch gut bekommt.
Was meint Ihr wielange muss man das Paroxetin überhaupt nehmen?
Bin für jede Antwort dankbar. Mich interessieren natürlich auch Eure Erfahrungen mit Paroxetin.
lieben gruss
Susan
Re: Absetzen von Paroxetin
Verfasst: 06.08.2005 15:19
von mücke
Hallo Sharon
Mit welcher Begründung sollst du denn Paroxetin als Dauermedikation nehmen? Ich würde es nicht tun.
Ich habe auch ein SSRI (Zoloft) genommen, habe es abgesetzt wegen der NW. Falls du absetzen möchtest, mache es ganz, ganz langsam. Schnelles Absetzen kann, muß aber nicht, starke Absetzprobleme hervorrufen.
Wieviel mg nimmst du?
Info findest du, wenn du hier im Forum, wenn du über "suchen" gehst u. Paroxetin eingibst.
www.kompendium.ch/Search.aspx?land=de
www.antidepressiva-absetzen.de
Gruss Annette
Paroxetin
Verfasst: 06.08.2005 15:27
von Sharon
Hallo Annette,
vielen Dank für die Antwort. Ich nehme 20mg Paroxetin, habe mit 10mg angefangen und hatte das Gefühl das es mir damit am besten ging.
Warum ich das als Dauermedikament nehmen soll weiß ich nicht, vieleicht weiß die Neurologin ja von den Absetzerscheinungen (und das viele es mehrmals versuchen müssen oder aufgeben). Leider hat sie mich darüber nicht aufgeklärt.
gruss Susan
Verfasst: 06.08.2005 16:32
von amanda
Hallo Sharon was ist das nur für eine Neurologin die von vorne herein sagt PAROXETIN ALS DAUERMEDIKAMENT!!!!!!!Ich würde mir schnellstens eine andere Neurologin suchen. Gut das du eine Therapie machst.....besser wäre es gewesen von Anfang an eine Therapie zu machen dann hätte sich zumindestens die Angst vor der Angst....ich meine die Angst vor den Angstsympthomen die du wahrscheinlich wie alle Angsterkrankten hast nicht so stark entwickelt. Ein guter Therapeut versucht mit dir herrauszufinden WOHER die Angst kommt,macht mit dir eine Verhaltenstherapie evtl. auch andere Therapieformen....und sollte dir Tips geben wie du mit deiner Angst umzugehen hast oder wie man die Angstsympthome besser aushält oder lindern kann. Halte mal deiner Neurologin verschieden Artikel über Paroxetin unter die Nase...in denen die teiweise schweren Nebenwirkungen und Absetzsympthome beschrieben sind. Annette hat schon ein paar links genannt aber wenn du unter google Paroxetin Nebenwirkungen,Absetzsympthome oder Warnung eingibst bekommst du reichlich Informationen. GOTT SEI DANK bekommt nicht JEDER starke Absetzsympthome aber du solltest falls du Paroxetin absetzt es wie es Annette empfohlen hat es sehr sehr langsam tun. Deiner Therapeutin kannst du doch mal die Absetztips vom ADFD zeigen die ich für sehr sehr gut halte.Du wirst es schon schaffen deine Angst wieder in Griff zu kriegen...wenn du bei einer guten Therapeutin bist ....auch ohne Medikamente. Ich hatte SCHWERSTE ANGSTSYMPTHOME und habe es auch geschafft....sicherlich geht die Angst nicht ganz ...aber es ist zu schaffen ein Lebenswertes Leben zu führen. Da ich selbst sehr negative Erfahrungen mit Psychopharma gemacht habe rate ich jedem es erst mal ohne oder mit wenig Medikamenten zu probieren...nur wenn eine Therapie,Umstellen des Lebenswandels,andere Ernährung,Sport usw nichts bringt sollte man auf Psychopharmaka zurückgreifen!!!Alles Gute AMANDA
Absetzen von Paradoxetin Beta
Verfasst: 06.08.2005 16:48
von RobertdeNiro
Hallo Sharon,
ich nehme jetzt seit ca. 2 Jahren Paradoxetin Beta (Dosierung: 20mg pro Tag).
Seit ca. 1 Woche hab ich jetzt das Medikament abgesetzt, und mir geht es solala, muß ich sagen. Hab zwar in dieser zeit keine Panikattacke gehabt, aber die Entzugssymtomatik ist schon nicht ganz ohne, wie ich gerade eben feststelle. Die ersten beiden Tage gings, und dann hab ich elektrische Schläge verspürt im ganzen Körper, was ich glaube natürlich psychisch und nicht physisch ist. Mein Psyichater hat gemeint: Das diese Symtomatik in etwa 1-2 Wochen weggehen müßte, was ich mittlerweile so ein bisschen bezweifle.
Andere Symtome bei mir sind, ich will dir nicht Angst machen: Schweißausbrüche, ziemlich Schlapp, Konzentrationsschwierigkeiten, leichte Übelkeit. Aber ich denke dies ist der "Normalzustand" beim absetzen, bei so langer Zeit.
Was mich nebenbei Intressieren würde wäre, hat jemand ähnlich Erfahrungen mit diesen "elektrischen Schlägen" gemacht. Und wie lange hat es gedauert bis es weg war. (Vielleicht liegt es ja auch daran, das ich rauche und Kaffee konsumiere ?)
Noch was fällt mir gerade ein, mein Psychiater hat gemeint das es über diesen Zustand der elektrischen Symtomatik, man nennt es glaub ich auch Electrocithing, noch keine wirklich wissenschaftliche Studien darüber gibt.
Was im Klartext heiß: Das die Firmen die es produzieren, es abstreiten das diese Symtomatik auftreten kann ?!?
Ich hoffe ich konnte dir etwas weiterhelfen, da ich ja das Medikament schon längere Zeit einnehme.
Liebe Grüße
Matze
Re: Absetzen von Paradoxetin Beta
Verfasst: 06.08.2005 18:22
von PhilRS
Hallo Robert dN.,
nett mal jemand Prominentes hier zu haben
RobertdeNiro hat geschrieben:(Zustand der elektrischen Symtomatik)
... noch keine wirklich wissenschaftliche Studien darüber gibt.
Was im Klartext heiß: Das die Firmen die es produzieren, es abstreiten das diese Symtomatik auftreten kann ?!?
Nein, das hat damit
nicht direkt zu tun.
Studien zu Nebenwirkungen sind einfach viel seltener als solche zu (angeblichen) Wirkungen. Es gibt die extremsten und wirrsten Dinge, die untersucht werden (sozusagen wie
> VIAGRA für Schnittblumen) - aber eine so wichtige Sache wie Nebenwirkungen vielverordneter Pharmaka wird vernachlässigt.
Grund dürfte klar sein. Geforscht wird an dem, wofür Geld da ist. Geld kommt von Herstellern für Gefälligkeiten. Wer aus eigenem Antrieb forschen will - was eigentlich den Wissenschaftler auszeichnen sollte - und sich vielleicht an Nebenwirkungen dransetzen möchte, der kriegt kein Geld oder wird an anderer Stelle bestraft. Methoden dazu gibt es unzählige.
<hr>
Bei den "Stromschlägen" ist es m.W. auch das Problem, dass es keine weit anerkannte Bezeichnung oder zumindest keine eindeutige Klassifikation gibt - nicht mal das! Wird sehr häufig fehlgedeutet bzw. uminterpretiert, oder wird nicht als Entzugserscheinung erkannt.
Gruß von
-PhilRS.
Verfasst: 06.08.2005 18:36
von amanda
Hallo RobertdeNiro ich hatte Stromschlagähnliche Sympthome nach dem abrupten Absetzen von Remergil. Es war besonders stark in der Schläfenregion zu spüren. Nach dem Absetzen von Paroxetin (nahm es NUR 4 Tage) wurde ich extrem geräusch und lichtempfindlich. Koffein,Nikotin würde ich weglassen oder SEHR STARK reduzieren. Alkohol sollte man ebenfalls meiden. Alles Gute AMANDA
Verfasst: 06.08.2005 19:39
von RobertdeNiro
Hallo PhilRS,
mir ist kein anderer Name spontan eingefallen. Außerdem war mein Name schon belegt. Zu diesen Stromschlägen, du hast recht es wird als Entzugserscheinung nicht anerkannt, dies bestätigte mir auch mein Psychiater. Weißt du vielleicht wie lange das dauern kann, mit der Symtomatik, ist nämlich ziemlich unangenehm auf Dauer ?
Greetings
Matze
Verfasst: 06.08.2005 19:41
von RobertdeNiro
Hallo Amanda,
danke für deine Nachricht, Wie lange hat es bei dir gedauert, bis diese elektrischen Stromschläge in der Schläfenregion aufgehört haben.
Weil auf Dauer ist dies ziemlich unangenehm, wie du selber weisst.
Liebe Grüße
Matze
Verfasst: 07.08.2005 09:34
von Lotus
Hallo Sharon,
ich habe Paroxetin nach einer schweren Depression sieben Jahre lang geschluckt. Es hat mir ein stabiles Leben ermöglicht. Ich hatte auch Nebenwirkungen. Die Erkrankung war aber aber schlimmer als die Nebenwirkungen.
Du musst selbst entscheiden, was für Dich unangenehmer ist. Um das zu entscheiden, brauchst Du einen Arzt oder eine Ärztin, die bereit ist, anzuerkennen, dass es m e h r Nebenwirkungen und Absetzsymptome gibt, als in der Literatur dokumentiert ist. Wenn Du mit jemanden vernünftig reden kannst, bekommst Du den notwendigen inneren Abstand, um die Entscheidung für Dich treffen zu können.
Als ich selbst versucht habe, abzusetzen, ging es bei 10 mg Paroxetin ganz gut. Ich persönlich finde es gut, das Medikament so gering zu dosieren, dass man noch Symptome der Krankheit hat, um dann der Krankheit mit Psychotherapie zu Leibe rücken zu können.
Ich habe selbst meine erste Depression ohne Medikament ausschließlich mit Psychotherapie weg bekommen, und bin immer noch froh darüber.
Die aktuelle Lehrmeinung lautet. Man braucht immer Medikament und Psychotherapie. Das glaube ich nicht.
Gruß,
Lotus
Verfasst: 07.08.2005 09:42
von Lotus
Hallo Mr. DeNiro,
ich hatte einen Electric Head als Entzugssymptom von Paroxetin. Mehr zum Thema auf:
www.paxilprogress.org (Englisch)
oder auf dem ADFD
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?p=4742#4742
Gruß,
Lotus
Absetzen von Paroxetin
Verfasst: 07.08.2005 12:45
von Sharon
Hallo alle zusammen,
ich danke euch für die zahlreichen Antworten.
Habe heute begonnen auf 15mg zu reduzieren. Ich habe mir gestern aus der Apotheke Eicosan 750 und Magnesium geholt. Kann mir jemand sagen wieviel Eicosan ich nehmen muss und was es eigentlich genau bewirkt. Ich habe auch gelesen das man Vitamin E einnehmen soll, wozu genau?
Wielange sollte ich jetzt bei den 15mg bleiben?
Ich glaube nicht das meine Ärztin der Meinung ist das ich das Medikament absetzen sollte. Mein Therapeut sieht das etwas anders, er wird mich sicherlich dabei unterstützen.
Große Angst habe ich vor den Stromstößen im Kopf und Körper, bin ja sowieso ein total ängstlicher Mensch und weiß dann sicher nicht wie ich damit umgehen soll. Habt ihr da ein paar Tipps für mich?
Trotz der Einnahme von Paroxetin leide ich immer unter starker Unruhe, was kann man tun damit man das in den Griff bekommt? Es ist manchmal wirklich unerträglich.
lieben gruss
Susan
Verfasst: 07.08.2005 16:31
von amanda
Hallo sharon bei körperlicher Unruhe hat mir immer Bewegung geholfen z.B. Rad fahren,walken ,tanzen,Gymnastik und Progressive Muskelentspannung nach der CD von Dr. Hans Grünn hat bei mir Wunder gewirkt. Das Absetzen von Paroxetin solltest du aber unbedingt mit einem Arzt, Apotheker oder mit deiner Therapeutin besprechen. Damit du einen Ansprechpartner hast wenn es dir mal nicht so gut geht,muss nicht sein,kann aber sein. Lies doch mal die Absetztips hier im Forum!!!Ansonsten hat Peter Lehmann auch ein gutes Buch geschrieben:Psychopharmaka absetzen.Alles Gute AMANDA
Verfasst: 09.08.2005 13:43
von Hippo
Die elektrischen Schläge/-Wellen (sogenannte "zaps") als psychisch ausgelöstes Symptom zu ignorieren, hält sich bei den Ärzten/Neurologen aber wirklich hartnäckig.
Meine Psyche hatte mir ja schon so manche körperliche Sensation beschert, bei den Zaps allerdings bin ich wieder panisch von Arzt zu Arzt und keiner konnte damit was anfangen. Erst im Internet erfuhr ich von anderen Usern, dass dieses Symptom ein weit verbreitetes ist beim Absetzen von SSRI.
Bis heute konnte mir niemand erklären, wie es dazu kommt, elektrische Wellen durch den ganzen Körper zu bekommen, sobald man die Augen schnell zur Seite bewegt. Es scheint auch niemanden aus Medizin oder Forschung zu interessieren.
Gefährlich sind die "zaps" scheinbar nicht, aber es kann einige Zeit dauern, bis sie verschwinden, bei waren das mehrere Monate.
Grüsse
Hippo
Verfasst: 09.08.2005 13:56
von Tep
Hi,
ja die Zaps kenne ich nur zu gut! Es sind Absetzungssymptome, die aber auch auftreten können, wenn man eine Toleranz zu ADs oder Benzos entwickelt hat!
Diese Zaps sind echt der Hammer, ich habe es meiner Neurologin berichtet, die das auch kannte.
Man gerät bei den Zaps wirklich in Panik, aber das legt sich nach ein paar Wochen, jedenfalls war es bei mir so, nachdem ich Benzos abgesetzt hatte. Jetzt habe ich damit keine Probleme mehr!
Herzlichst, euer
Tep