Seite 1 von 1
Umstieg von Amitriptylin zu Citalopram? Bitte helft mir.
Verfasst: 11.12.2003 14:11
von Stipe
Hallo,
ihr kennt ja sicher meine Geschichte... mein erstes AD war Amioxid-neuraxpharm und es hat geholfen, besonders schlafen geht nun endlich und die dämpfende Wirkung ist auch gut... nun hab ich von 60mg auf 30mg und es ist immer noch ok!
Jetzt will ich ROA nehmen und deshalb darf ich kein trizyklisches AD nehmen. Habe meinen Neurologen angerufen und dieser hat dann gesagt, dass ich einfach so auf Citalopram umsteigen kann. Dieses sei nicht dämpfend und verändert nicht das Blutbild.
habe oft davon gehört, weiß aber nichts darüber!
Werde ich wieder Schlafstörungen haben? Ist das Medikament schlechter bzw gefährlicher? Oliver hat mir ja schonmal erzählt, dass trizyklische ADs besser sind
Was soll ich tun, ist umsteigen ungefährlich? Macht das meinen Körper nicht kaputt dauernd neue Medis

Verfasst: 13.12.2003 20:03
von Matthias
Hallo Stipe!
Was bedeutet ROA?
"einfach so" umsteigen? Wenn Du Dein Gehirn ins totale Chaos stürzen willst kannst Du das natürlich machen.
Empfehlenswerter wäre wohl ein anderer Arzt, nur gibt es leider wenige die brauchbar sind, d.h. die akzeptieren, daß man AD nicht einfach nach Belieben wie Bonbons einnehmen kann.
Ich habe schon viele verschiedene AD "probiert" (blöder Ausdruck), und es bringt nichts, nach DEM WUNDERMITTEL zu suchen. DAS RICHTIGE Medikament gibt es nicht.
Verfasst: 13.12.2003 21:28
von Oliver
Hallo Stipe.
Ich habe ein bisschen über Roaccutane in diversen Foren gelesen und den Beipackzettel studiert. Alleine was im Beipackzettel steht klingt schon ziemlich kriminell: es ist eine Warnung enthalten, daß ROA zu Depressionen, gewalttätigem Verhalten und Selbstmordgedanken führen kann ... Ich kann mir ja vorstellen, daß eine starke Akne sehr belastend ist, aber ich würde mir das an Deiner Stelle gut überlegen, ob Du Dir deshalb so einen Hammer reinziehen musst ... und gleichzeitig noch auf ein SSRI umsteigen ... mannomann, überleg's Dir gut.
Oliver
Verfasst: 13.12.2003 22:15
von CloneX
Mach dem jungen mal nicht noch mehr Angst

Ich hatte ihm das schon erzählt. Wenn er sich dafür entscheidet wird es sich was dabei gedacht haben. Je nach Stärke der AKne kann ich mir schon vorstellen, dass es sehr belastend ist.
Sorge bereitet es mir natürlich, dass er dann auch noch zu einem SSRI wechseln muss, wo sein jetziges AD recht gut wirkt ?
Keine leichte Entscheidung. Dann ist vielleicht die Akne weg, dafür aber sonstige psychische Probleme die dann auftauchen. Mmm..SSRI+ROA is bestimmt ne starke Belastung für den Körper.
Verfasst: 13.12.2003 22:20
von Oliver
Hey Clony.
Wenn er es sich gut überlegt hat, lässt er sich von mir auch keine Angst mehr einjagen
Olli
Verfasst: 13.12.2003 22:46
von Stipe
Nehme nun 10mg Citalopram seit 2 Tagen. Keine Ahnung, fühl mich scheiße.
Kein Bock mehr.. wozu nehme ich ROA überhaupt, wenn ich eh nicht mehr leben will?

Verfasst: 14.12.2003 00:19
von Oliver
Hallo Stipe.
Nimmst Du das ROA jetzt schon?
Was machst Du ausser Medikamenten eigentlich noch damit es Dir irgendwann besser geht?
Hast Du schon mal überlegt Dich für eine Weile stationär behandeln zu lassen?
Alles Gute
Oliver
Verfasst: 14.12.2003 09:13
von CloneX
Stipe hat geschrieben:Nehme nun 10mg Citalopram seit 2 Tagen. Keine Ahnung, fühl mich scheiße.
Kein Bock mehr.. wozu nehme ich ROA überhaupt, wenn ich eh nicht mehr leben will?

Ging es dir auf deinem alten AD besser ?
Verfasst: 14.12.2003 11:03
von Stipe
Ich kann das einfach nur schlecht beurteilen... ich glaube nicht ... vielleicht etwas.... eigentlich gehts mir immer schlecht ... aber jetzt gerade gehts irgendwie... ich weiß nicht, woran das liegt und ob mir üerhaupt ein AD helfen kann.... bin depressiv und hab Stimmungsschwankungen, damit muss ich leben. Ich bin außerdem fest davon überzeugt, dass ich nicht durch Medikamente, sondern durch Lebensveränderungen viel erreichen kann. Trotzdem nehme ich das AD mal weiter und schaue, wie es in 2-3 Wochen wirkt.
Danke euch allen.
Verfasst: 14.12.2003 11:04
von Stipe
@Oliver
Nein, nehme ROA noch nicht!
Ich mache außer Medikamenten manchmal etwas aber selten, da ich wenig Kraft habe! Wie oben gesagt weiß ich, dass nur ICH es ändern kann und nicht Medikamente! Deshalb versuch ich mehr auf Leute zuzugehen und Sachen zu finden, die mir Spaß machen, was aber sehr schwer ist! Glaub mir, ich sitze nicht immer nur untätig herum, ich will was ändern!
Verfasst: 14.12.2003 12:11
von Oliver
Hallo Stipe.
Also ich habe in der Zeit als es mir total schlecht ging hauptsächlich untätig herumgesessen, hatte ja auch absolut keine Energie irgendwas zu machen ... das ist ja Teil des Problems. Dann habe ich mich noch mit Selbstvorwürfen überschüttet, weil ich nichts gegen meinen Zustand tue und dachte auch ich muss das alleine schaffen. Irgendwann ging dann einfach gar nix mehr und mein Hausarzt hat mich zum Neurologen geschickt, welcher mir Therapie und ADs verschreiben wollte - mein Vertrauen in Medikamente war nie besonders gross, also habe ich erstmal nur die Therapie gemacht ... ich denke mittlerweile, daß das richtig und wichtig war, daß ich die gemacht habe - ich hatte zwar zwischendurch so meine Zweifel, ob das überhaupt irgendwas bringt ... aber ich denke es war ein wichtiges Puzzleteil und hat vieles angestossen. Ich bin da überhaupt erstmal draufgekommen, was denn alles dazu geführt haben könnte, daß ich so mit dem Leben hadere.
Stipe, ich wollte mit meiner Frage nicht so etwas wie: "Reiss Dich zusammen, krieg den Arsch hoch." sagen - ganz im Gegenteil. Ich denke Du solltest wirklich Hilfe in Anspruch nehmen in Form einer Therapie oder eines stationären Aufenthaltes. Ganz alleine kommst Du da nicht raus. Du bist zwar in letzter Instanz dafür verantwortlich, daß es Dir irgendwann besser geht, aber das heisst nicht, daß Du es ohne Hilfe schaffst ... und mit Hilfe meine ich eben nicht irgendwelche Medikamenete, sondern Menschen.
Alles Gute
Oliver
Verfasst: 14.12.2003 13:39
von Caro
Hi Stipe!
Ich denke mal, das was der Oliver da geschrieben hat, ist durchaus richtig. Tja............aber wie soll man es umsetzen?
Machst du eine Therapie? Hast du Angehörige die sich um dich kümmern?
Mir geht es leider momentan genau so! Zwinge mich ständig dazu nicht nur rumzusitzen und versuche mich zu beschäftigen!Fällt mir wahnsinnig schwer aber ich denke, der Versuch ist es wert! Auch ich bin der Meinung, es kann nicht sein, das nur alleine die Medikamente helfen können.
Sie können zwar die Symptome lindern aber dennoch nicht die Ursache bekämpfen. Wenn ich meine Phasen habe und die habe ich momentan ein paar mal am Tag, d.h. ich sitze da, hasse das Leben und hasse mich und frag mich wozu überhaupt, dann spring ich blitzschnell auf und verlasse das Haus und fahr zu einer Freundin oder an meinem Lieblingssee.
Ich habe dann nämlich selber Angst vor mir. Klingt bescheuert, ich weiss........aber ich bin dann einfach nicht mehr ich selbst. Mir hilft es dann, ein Stück vom Leben zu sehen und zu wissen, es gibt noch mehr für das es sich lohnt weiterzumachen.................
Drück dir die Daumen und denk dran, du bist nicht allein .........
Liebe Grüss
Caro
Re: Umstieg von Amitriptylin zu Citalopram? Bitte helft mir.
Verfasst: 14.12.2003 14:50
von freaklin
es ist eine Warnung enthalten, daß ROA zu Depressionen, gewalttätigem Verhalten und Selbstmordgedanken führen kann ...
Naja, die Probleme die man mit Akne hat sind i.d.R. größer als wenn man ROA nimmt und dadurch die Hoffnung auf ein weitgehend beschwerdenfreise Hautbild nach der ROA-Therapie hat. ROA nimmt man am besten in so hoher Dosierung wie möglich und das dann nur wenige Monate; so ist die Gefahr eines Rückfalls am geringsten. Für die Zeit kann man dann auch das AD höher Dosieren um die psychischen Nebenwirkungen einzuschränken.
... aber ich würde mir das an Deiner Stelle gut überlegen, ob Du Dir deshalb so einen Hammer reinziehen musst
ROA (oder auch dessen Generika) ist auf jeden Fall ein extremes Medikament. Es war auch schon mal Kandidat für eine Zulassungs-Aufhebung. Aber da man sich bei schwerer Akne nicht besser zu helfen wusste hat man es dann doch dabei belassen.
... und gleichzeitig noch auf ein SSRI umsteigen
Ich würde Stipe raten, daß er erstmal auf den Wirkungseintritt des SSRIs wartet ehe er mit der ROA-Therapie beginnt.
Verfasst: 14.12.2003 15:53
von Stipe
Ok Oliver danke für deine Erklärung, du hast schon recht! Werde alles versuchen, Therapie werde ich ja auch weitermachen...
@Caro
Ja, ich mache eine Therapie aber Angehörige habe ich keine, die mir helfen könnten. Auch sonst bin ich ein sehr schüchtern, ängstlicher Mensch und isolierem ich zu oft!
Ich bin eher anders, wenns mir schlecht geht.... ich weiß dann, dass ich das bin und habe keine Angst vor mir... ich denk dann, dass das mein wahres Ich ist und ich sterben will :/
Danke für deine Worte, Caro, bist wirklich lieb
@Freaklin
Danke für die Empfehlung, vielleicht mache ich es, vielleicht mache ich aber schon nächste Woche ROA, mal sehen.
Danke euch allen für eure Zeit und Mühe.