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ANGST WEGEN MIRTABENE

Verfasst: 03.12.2005 20:23
von Barbara81
Hallo, ihr lieben Leidgenossen,zufällig bin ich letzte Woche auf diese Seite stoßen - wollte eigentlich andere Infos über Mirtabene und dann das ---->>> SCHOCK ohne Ende.

kurz zu mir : ich bin 24, nehme seit etwa 11 Monaten Mirtabene wegen schwerer Depri ein . zuerst 15 - dann bald 30 mg- hat gut geholfen, außer im Sommer ganz arge Panikattacken - ist wieder weggegangen und jetzt gehts ganz gut- manchmal setze ich einen oder 2Tage aus - merke da natürlich nix davon.

Wenn ich die Geschichte von Hannes und den andern lese, wird mir schlecht .. ich wollte bald absetzen. Hatte ein gutes Gefühl - jetzt nach lesen in dem Forum bin ich verzweifelt.
Versteht mich nicht falsch - aber jetzt habe ich keine Hoffnung mehr- bin in einer leitenden Position - muss jeden Tag voll geistig arbeiten - jetzt habe ich das Gefühl meine Zukunft ist dahin.
Gibts auch Menschen, die nach (langsamen ) Absetzen wieder "normal" leben konnten ???? Gerade vor ÜBELKEIT habe ich panische Angst (ein Kindheitstrauma)- kann auch alles normal ablaufen? Ist dieses Forum repräsentativ?? BITTE UM HILFE!!!

liebe Grüße

Verfasst: 03.12.2005 21:18
von CloneX
Keine Panik auf der Titanik :)

Du kannst dieses Forum natürlich nicht als räpresentativen Durchschnitt sehen. Hier sind vor allem Leute die Probleme beim Absetzen haben oder Nebenwirkungen erleiden.

Gerade bei Mirtazapin ist es so, dass viele kaum/wenig Probleme haben - aber diejenigen, die es doch erwischt, dafür relativ lange Probleme haben.

Schleiche langsam(!) aus und mach dich nicht verrückt. Falls du Probleme hast,kannst du das dann immer noch.

Entzugserscheinungen sind letztendlich Glücksache (bzw. vom Körper abhängig).

Verfasst: 03.12.2005 22:34
von Barbara81
Lieber CloneX ,
ich danke dir für deine Worte. muss mich wohl überraschen lassen..

hab eine Frage für Leidgeprüfte:
WAS macht ihr, wenn im Büro/in einer Vorlesung, im Supermarkt (was auch immer) Symptome auftreten?
an WEN (in Österreich-Wien) kann ich mich im Notfall wenden?
WIE können körperliche Absetzsymptome gelindert werden?

Was mich beunruhigt ist die Tatsache, dass ich meine ersten Panikattacken (vorher NIE) unter Mirtabene erlebt habe - ein paar mal - Übelkeit ohne Ende, Schwindel, eingesperrt zuhause, etc ec...da habe ich dann auch 15mg runtergesetzt - nur eine Woche oder so - war echt schlimm....bei steigern auf 30 war dann alles wieder ok - bzw. ich habe keine Angst mehr vor der Angst. Der Neurologe meinte, dass die mirtabene zu schwach seien für mich und hat mir zusätzlich cladem und trittico verschrieben - habe ich NIE angegriffen.
Hab mich dann "zusammengerissen" und dann haben die Mirtabene wieder gewirkt. In Krisen haben sie NIE gewirkt. Seltsam, immer nur wenn das Umfeld "gepasst" hat...

Bedeutet die Tatsache, dass die M. manchmal nicht gewirkt haben, dass ich auch beim Absetzen Probleme habe?? Ich hoffe nicht....

DANKE FÜRS LESEN UND ANTWORTEN :)
Barbara

Verfasst: 04.12.2005 09:45
von CloneX
Barbara81 hat geschrieben:hab eine Frage für Leidgeprüfte:
WAS macht ihr, wenn im Büro/in einer Vorlesung, im Supermarkt (was auch immer) Symptome auftreten?
an WEN (in Österreich-Wien) kann ich mich im Notfall wenden?
WIE können körperliche Absetzsymptome gelindert werden?
Entzugserscheinungen sind eigentlich nicht so stark, dass du "drauf" gehst. Es kommt drauf an was du als Notfall sehen wirst. Natürlich können Symptome so stark sein, dass du irgendwann gar nicht mehr eine Vorlesung besuchst - genau wie du das nicht machen würdest, wenn du eine Grippe hast, etc.
Was mich beunruhigt ist die Tatsache, dass ich meine ersten Panikattacken (vorher NIE) unter Mirtabene erlebt habe - ein paar mal - Übelkeit ohne Ende, Schwindel, eingesperrt zuhause, etc ec...da habe ich dann auch 15mg runtergesetzt - nur eine Woche oder so - war echt schlimm.
Es ist bekannt dass z.B. Mirtazapin, gerade bei höherer Dosis, auch Ängste steigern kann. Dass dein Neurologe also gleich meint, es sei zu schwach für dich, ist so natürlich Quatsch. Es kann sogar eher "zu stark" gewesen sein.

Aber mach dich wie gesagt nicht verrückt. Wenn du langsam ausschleichst (und hoffentlich nicht auf jedes kleinste Symptom ganz genau schaust), dann wirst du keinen "Schock" erleben - falls es dich erwischt, hast du ja hier ein paar Leute, die dich unterstützen können. Es ist schaffbar - auch falls dich stärkere Entzusgerscheinungen erwischen sollten.

Wie gesagt, man kann jetzt nur spekulieren. Warte es einfach ab.

Was machst du denn außer der Medikamenteneinnahme gegen deine Probleme ? (Therapie, Sport, Fischölkapseln, etc...)

Verfasst: 04.12.2005 19:55
von Hannes Wien
Liebe Barbara!

Ich stimme Clone X voll zu keine Panik und abwarten!
Was mich beunruhigt ist die Tatsache, dass ich meine ersten Panikattacken (vorher NIE) unter Mirtabene erlebt habe - ein paar mal - Übelkeit ohne Ende, Schwindel, eingesperrt zuhause,
Wenn Mirtazapine Ängste auslöst, solltest Du wirklich langsam absetzen.

Langsam absetzen ist über die halbe Zeit Deiner Einnahmedauer.

Sehr langsam absetzen = über die gesamte Zeit Deiner Einnahmedauer.

Mit den besten Grüßen :wink:

Hannes

Verfasst: 04.12.2005 20:13
von Winnie
Gute Frage, was ich während einer Panikattacke mit Übelkeit und Shwindel mache...abwarten.

Ich versuche mich erst auf andere Dinge zu konzentrieren, klappt dieses nicht, weil es alles nur noch schlimmer macht versuche ich mir einzureden, dass es wie alles andere vorüber geht.

Mittlerweile weiß ich, dass es immer irgendwann (auch wenn nur für kurze zeit) weg geht.

Sitz ich in der Schule überred ich mich, erstmal zu warten und wenn es dann immer noch nicht geht, dann geh ich halt nach hause.

Habe ich morgens erstmal die überwindung überhaupt zu gehen, bin ich stolz auf mich und schaffe ich einen ganz normalen Schultag bin ich noch stolzer!
Das hilft mir...

und ich schreibe sofort eifrig sms an meinem Freund, der mir dann schreibt, dass er an mich denkt und weiß das ich das schaffe, sowie ich durchhalten soll denn in so und soviel stunden sehen wir uns!

ich brauche immer das gefühl nicht alleine zu sein und das mich jemand hält wenn ich fallen sollte...das hilft mir!

ich wünsche dir eine für dich helfende technik!!
Alles Gute Daweena

Verfasst: 04.12.2005 20:29
von Barbara81
Hallo, ihr Lieben :)

@cloneX : Im moment mach ich recht wenig gegen meine Probleme. Ich steigere mich in meine Arbeit und in mein Studium hinein. Das hilft mir sehr. Möchte wieder eine Gesprächstherapie machen, die letzte hat mir nicht sehr geholfen....außer Spesen nichts gewesen.

Depressiv bin ich schon länger nicht mehr, nur manchmal leichte Angststörungen, die ich so früher nicht hatte.

Ich war früher dünn und sehr aktiv, aber nie mit Panik- Jetzt habe ich um 8kilo mehr und bin etwas träge und emotionslos. Möchte auch bald wieder mehr spüren und freu mich auf die Zeit ohne Tabletten. Bin Gott sei dank ein Sturkopf, wenns ums viele Sachen geht :)
ich möchte meinen Körper schonen - das ist mir wichtig. Ernähre mich ganz gesund ohne Fleisch, aber mit B-Vitaminen und Zink.

@Hannes: meinst du in meinem Fall langsam absetzen oder SEHR langsam absetzen. EIn Jahr lang reduzieren geht auch? Kommt die Panik beim reduzieren?

ich danke euch nochmals fürs Helfen,

liebe Grüße aus Wien,
Barbara

Verfasst: 05.12.2005 01:04
von Hannes Wien
Hallo Barbara,

ich würde zuerst versuchen über die halbe Einnahmedauer, allerdings wenn Du Probleme bekommst nicht zögern und das ganze über ein Jahr machen.

Wichtig ist, dass Du die letzten 15mg ganz langsam absetzt dazu gibt es Remeron flüssig.

Ich habe den Eindruck gewonnen, wenn Menschen bei Mirtazapine gewisse Nebenwirkungen haben, dass es häufig auch mit dem Absetzen auch Probleme gibt.

Ich recherchiere gerade über Mirtazapine, wenn es weiterhin so gut läuft kann ich meine Ergebnisse hier in ein paar Wochen schreiben.

Kommt die Panik beim reduzieren?
Panik ist nicht soooo häufig .... Benommenheit, Niedergeschlagenheit sind sehr häufig!

Beste Grüße aus Wien

Hannes

Verfasst: 05.12.2005 10:45
von Barbara81
Hi, ich bins wieder :shock:

habe gestern statt 30 mg - ca. 25 mg eingeworfen. Und schon schlecht geschlafen - das liegt aber glaub ich eher an meiner satten Erkältung, da kann ich immer schlecht schlafen...

Der Apotheker hat mich gewarnt, Mirtabene auf eigene Faust abzusetzen. Was meint ihr? soll ich nun ganz langsam reduzieren? Wie gesagt, mein Job darf nicht drunter leiden. Oder ist es zu früh?

Hab nochmal nachgerechnet - im Feb. habe ich 15 mg genommen - nichts gespürt außer Dauerschlaf- im März dann 30 mg - d.h. 9 Monate 30 mg- werd meine Signatur noch ändern...

denkt ihr dass es zu früh ist zum Absetzen? Mein Neurologe (ein Privater) wäre sicher entsetzt, wenn er von meinen Absetzversuchen weiß :roll: ich habe dennoch das Vertrauen verloren in gewisse Ärzte...

Bitte nochmals um Kommentare,

liebe Grüße

Verfasst: 06.12.2005 00:45
von Hannes Wien
Servus Barbara!

habe gestern statt 30 mg - ca. 25 mg eingeworfen. Und schon schlecht geschlafen - das liegt aber glaub ich eher an meiner satten Erkältung, da kann ich immer schlecht schlafen...
Im oberen Bereich > 15mg würde ich das auch auf die Verkühlung schieben!
Der Apotheker hat mich gewarnt, Mirtabene auf eigene Faust abzusetzen. Was meint ihr? soll ich nun ganz langsam reduzieren? Wie gesagt, mein Job darf nicht drunter leiden. Oder ist es zu früh?
Also nach 9 Monaten sollte jeder Anflug einer Depression verschwunden sein :arrow: langsam reduzieren! :sports:
Mein Neurologe (ein Privater) wäre sicher entsetzt, wenn er von meinen Absetzversuchen weiß ich habe dennoch das Vertrauen verloren in gewisse Ärzte...
Gut, dass Du Dich in Netz informiert hast, denn die Ärzte setzen immer viel zu schnell ab (manche unter 30 Tagen :shock: ) und sind sich anschießend nicht zu blöd auch noch einen Rückfall zu diagnostizieren!


Beste Grüße

Hannes

ist das lächerlich?

Verfasst: 08.12.2005 18:20
von Barbara81
Hi, Hannes, Hi @all!

Ich nehme seit drei Tagen nicht mehr 30 mg, sondern so um die 20 mg (zwischen 20 und 25 mg) ....Ist das ein zu kleiner Schritt?

ich habe seit kurzem so eine Abneigung gegen das Medikament, dass mir echt übel wird wenn ich nur dran denke... ich habe echt Angst, dass ich mir durch die Mirtabene meine zukunft ruiniert habe... könnte echt heulen, wenn ich an das Absetzen denke...

Offensichtlich ist es so, dass es ewig dauert. Dh. egal wie langsam ich auch absetze - wenns Probleme gibt, dann kommen die immer und dauern lange an....Wie geht es dir Hannes? Ich suche nach einem Strohhalm, wo ich mich anhalten kann.

War gestern bei einer Internistin, weil ich Herzasen habe. Als ich ihr von den AD erzählt habe, war sie nicht begeistert und meinte, dass sie Menschen kennt, die Mirtabene nicht vertragen. Ich soll aufhören und gleichzeitig auf Trittico und Gladem umsteigen....Also ich weiß nicht - ich will einfach nur clean sein!!!
Libe Grüße und Gute Besserung an alle, :sports:
Barbara

Verfasst: 08.12.2005 19:31
von Barbara81
Beim Lesen der älteren Beiträge bin ich auf folgendes posting gestoßen:
Hannes: Zitat

"Ich habe vor 14 Tage angefangen, gemeinsam mit einer jungen Ärztin über Mirtazapine zu recherieren und sind bisher schon auf unglaubliche Schweinereien gestoßen!

Wenn wir erfolgreich sind und einen guten Endokrinologen finden, stehen die Chancen für Behandlungsmethoden gut. "

---> Lieber Hannes: welche Behandlungsmethoden meinst du?

liebe Grüße,
B

Verfasst: 08.12.2005 19:58
von Hannes Wien
Liebe Barbara!
War gestern bei einer Internistin, weil ich Herzasen habe. Als ich ihr von den AD erzählt habe, war sie nicht begeistert und meinte, dass sie Menschen kennt, die Mirtabene nicht vertragen.
Also auf das Herzrasen kann ich mich noch sehr gut erinnern, hatte ich nach 11 Monaten als Nebenwirkung danach beim Entzug ca. 7 Monate nach Mirtazapine 0, allerdings nur bei Aufregung.
Ich soll aufhören und gleichzeitig auf Trittico und Gladem umsteigen....Also ich weiß nicht - ich will einfach nur clean sein!!!
Das meine ich auch, clean sein ist gut 8-) !
---> Lieber Hannes: welche Behandlungsmethoden meinst du?
Mich hat eine recht starke Darmgrippe 14 Tage dahingerafft deswegen bin ich noch nicht beim Endokrinologen gewesen, habe allerdings schon einiges herausgefunden, leider alles zum :vomit: !

Ich schribe Dir noch eine PN!

Liebe Grüße

Hannes

Herzrasen

Verfasst: 09.12.2005 11:39
von Dival
Hallo Barbara!

Wie Du in meiner Signatur lesen kannst, befinde ich mich momentan im Absetzprozess für Mirtazapin. Ich lasse mir ganz viel Zeit, und bis jetzt geht es mir gut dabei.

Zu Deiner Beschreibung:
„ war gestern bei einer Internistin, weil ich Herzasen habe.“
möchte ich Dich fragen, ob es sich denn durch eine Untersuchung bestätigt hat, dass Dein Herz rast (?).
Ich hatte monatelang ähnliche Empfindungen: Herzrasen, das Gefühl, dass die ganze linke Seite unter den Rippenbögen in Aufruhr ist, wie ein permanentes Brennen und immer die Angst, dass mein Herz doch gleich richtig aussetzen muss, dass es dieses ewige Rasen nicht mehr lange aushält. Aber alle Untersuchungen haben belegt, dass mein Herz absolut okay ist, nur dass ich endlich wieder Sport machen sollte.
Den entscheidenden Tipp habe ich dann vom Osteopathen bekommen: aufsteigende Magensäure kann Symptome verursachen, die Patienten glauben lassen, dass das Herz betroffen ist und rast. Konnte ich erst nicht glauben, weil sonstige typische Symptome wie Aufstoßen und ähnliches fehlten.
Ich habe mir dann Heilerde-Kapseln aus der Apotheke besorgt und nach ein paar Tagen waren diese Beschwerden weg; habe mittlerweile allerdings auch meine Ernährung (fast) komplett umgestellt.

Was hat die Internistin denn untersucht?

Liebe Grüße,
Dival

Verfasst: 09.12.2005 18:04
von Barbara81
Hi @ all , Hi Dival...

also, die Internistin hat ein Herz-Ultraschall gemacht und ein sog. Inadäquates Sinustachykardie-Syndrom diagnostiziert. zu deutsch: Mein Herz ist "zart und frei beweglich" schlägt aber viel zu schnell und deswegen MUSS der Puls und der Blutdruck mit einem Betablocker runter..Mein Puls liegt IMMER zwischen 100 und 150.
Nächster Schritt: ein 24 STunden EKG und ein Leistungstest inkl Blutwerte.

Sie meint, ich soll von den Mirtabene bald runter und auf "weniger starke" Bomber umsteigen. Naja....

ich nehme seit 5 Tagen etwa 24 mg und heute hatte ich in der U-Bahn das Gefühl, mein Magen kommt hoch. Ich spüre plötzlich wie negative Gedanken mir den Weg steinigen. Ich sah Bilder, die mir Angst machen!
KOMM ICH JEWEILS UNBESCHADEN VON DEM ZEUG RUNTER???? Irgendwie denk ich aber auch, dass mir meine (beschädigte?) Psyche einen Streich spielt? Soll ich durchhalten oder wieder auf 30 steigern???

Danke fürs Lesen,
Alles Gute euch allen!
Barbara

Verfasst: 12.12.2005 12:45
von Dival
Hallo Barbara!
Habe Dir eine PN geschickt!
Liebe Grüße,
Dival