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Ob ich Paroxetin dafür verantwortlich machen kann?

Verfasst: 20.02.2004 10:25
von chris2412
Hallo liebes Forum,

alsooo, was liegt mir so am Herzen!?
Nachdem ich mit Paroxetin im März 2003 anfing und mich auf eine Dosis von 20mg eingestellt habe, bin ich seit anfang Dez. 2003 auf 10mg mit der Absicht auszuschleichen und abzusetzen.
Seit Dez., das sind immerhin auch schon 2 1/2 Monate, habe ich viel Hölle und wenig Himmel durchgemacht. Mittlerweile ist jeder Tag ein einziger Kampf.
Besonders Morges bis Mittags ist es die Hölle (ich nehme Paroxetin immer pünktlich um 10:00 Uhr).
Ich habe so das Gefühl mein Kreislauf würde mir jeden Moment wegsacken, habe eiskalte total schwitige Hände, bin aüsserst unruhig und mein allg. Wohlbefinden ist einfach nur mies. Wenn ich allerdings meinen Bluddruck und Puls messe ist das immer ok..also der Bluddruck weist nie darauf hin das ich jeden Moment Ohnmächtig werden würde??????
Meine Verdauung ist überhaupt nicht das was man eine gesunde Verdauung nennen würde.
Somit kämpfe ich Tag für Tag um wenigtes die Arbeit zu schaffen.
Jetzt geht es mir so mies das ich vor lauter Wut heute von 10mg auf 5mg reduziert habe. Eigentlich wiederspricht sich das ja, aber etwas tief in mir sagt das ich das nciht mehr nehmen darf..dann wird es mir auch wieder besser gehen.


Kann das denn alles noch mit dem Paroxetin zusammenhängen...??? Ich meine was sind schon 10mg..ich bezweifle ja auch irgentwie das diese geringe Dosis überhaupt noch irgenteine Wirkung sowohl Positiv als auch Negativ auf meinen Körper hat?????

Was sagt Ihr dazu...ich hoffe Ihr könnt mich ein bischen aufmuntern...sonst werde ich hier noch verrückt und muss sterben:-(

LG
Euer Chris

Verfasst: 20.02.2004 12:36
von CloneX
Hi Chris,

tut mir leid zu hören, dass es dir noch so schlecht geht.

Eigentlich sehe ich drei mögliche Gründe für dein Befinden:

a) Deine alten Probleme tauchen wieder auf und die psychischen Symptome verursachen dein körperliches Unwohlsein

b) Die Dosis von 10mg verursacht bei dir mehr Nebenwirkungen als eine hohe Dosis

c) Entzug. Und zwar vom feinsten.

Wenn du einen Psychater fragst, wird er dir mit 99% Wahrscheinichkeit sagen, es ist Fall a).

Wenn du mich fragst, dann würde ich sagen, dass es sehr wohl Fall c) sein kann. Wie Anne bereits sagte, es ist nicht unüblich, dass man solche Probleme bekommt. Normalerweise werden die Symptome um so schwieriger je niedriger die Dosis wird. Da du bereits bei 20 auf 10mg recht stark reagierst kann ich dir auch nur ein ganz langsames Absetzen empfehlen. Dummerweise steckst du jetzt schon mittendrin.

Du sagst, du kannst dir nicht vorstellen dass 10mg überhaupt noch was bewirken. Vorstellen kann man sich das auch nicht. Aber ich kann dir sagen dass dein Körper sogar den Unterschied von 3mg auf 0mg bemerkt. Ich kenne jemanden der bei 3mg festhängt. Dort geht es ihr gut, aber sobald sie tiefer geht bricht die Hölle los.



Aber...was hilft DIR am besten ? Mmm. Du scheinst wohl einer der "Glücklichen" zu sein, die recht stark auf das Absetzen reagieren. Es ist trotzdem schaffbar ! Sehe es als Herausforderung. Es wird auch besser werden. Die Frage ist nur...WANN ? Ingesamt kann man nur den Rat geben langsam zu reduzieren. Vielleicht die bekannten Sachen wie Fischöl usw. ausprobieren.

Die gute Nachricht ist auch: Du wirst davon nicht sterben :) Es fühlt sich trotzdem manchmal so an. Deine Symptome kenne ich nur zu gut. Probier auch mal aus ob Essen in Verbindung mit deinen Symptomen steht. Oft geht es mir besser wenn ich etwas gegessen habe. (SSRI mischen irgendwie den Blutzucker auf).

Viel Erfolg. Auch wenn es dir nicht direkt weiterhilft: Es gibt viele die solcge Probleme haben wie du. Du bist nicht alleine. Und viele haben es trotzdem geschaft !

Verfasst: 26.02.2004 12:41
von chris2412
Hallo Anne,
Hallo CloneX,

zunächst vielen herzlichen Dank für Eure Anteilnahme.

Sooooorrrrrry das ich mich erst jetzt wieder melde, aber ich hatte Dienst in der Hölle und hab Heute einen Tag frei genommen.
Will sagen, das ich seit 20.02.04 nun nur noch 5mg Paroxetin einnehme und ich nicht wirklich weiss ob ich tot bin oder lebe...wenn ich lebe kann mich dann bitte mal Jemand aus diesem Alptraum wachrütteln!?
Also, ich hätte das Ganze Vorhaben ja auch mit meinem Neurologen besprechen können...nur wenn ich die Dinge versuche realistisch zu betrachten dann wäre das wohl in etwa so abgelaufen:

"Tag Herr Doktor, ich bin nun nicht mehr gewillt das Paroxetin einzunehmen und möchte es gerne absetzen, was sagen Sie dazu?"
"Tja, ich muss Sie drauf aufmerksam machen das sie einen Rückfall erleiden können" also in Ihrem Fall würde ich doch sagen, erhöhen Sie doch mal von 20mg auf 30mg uns sehen Sie wie es Ihnen damit geht"
"Ähm..sorry Herr Doktor, ich glaube wir haben uns da missverstanden ich möchte das Zeug nicht mehr nehmen, ich will wieder mit klarem Kopf meinen Problemen Gegenüberstehen"

Gesagt getan ich hab mir dieses Gespräch also gesparrt..was soll schon passieren? Wenn ich eigenmächtig absetzte bin ich doch so oder so auf mich alleine gestellt..denn das was der Arzt zu mir sagt klingt ohnehin auch für Ihn mehr oder minder wie ien Experiment..nach dem Motte nehmnen Sie mal diese Dosis nehmen Sie mal jene Dosis und dann sehen wir mal wie es Ihnen damit geht...also das kann ich auch alleine!
Und wenn es mir schlecht damit geht, heisst es eh nur "tja, dann nehmen Sie doch mal mehr oder weniger"

So den Schritt von 20mg auf 10mg habe ich ja soweit hinter mir.... nach 2 1/2 Monaten bin ich nun von 10mg auf 5mg..das ist jetzt 1 Woche her und ich weiss nicht wie schrecklich das Leben eigentlich noch sein kann.
Ich kann auch nicht wirklich beschreiben wie es mir geht...das einige was ich in Worte fassen kann ist das ich seit 1 Woche eine tierische Grippe habe..also die Symptome davon.und ich lieg nur Zuhause rum (nach der Arbeit) und leide erbärmlich vor mich hin. Ich glaube ich bin mittlerweile ein ausgereifter "Leidmeister" :-)
Die Arbeit ist die Hölle und auch hier gab es schon ein Personalgespräch in dem es hies das ginge nicht mehr so weiter, ich sei total abwesend, unkonzentriert, würde ständig alles vergessen, wäre schlecht gelaunt und gereizt...unterm Strich seit meine schlechte Leistung also nicht länger tragbar. Tja das üble daran ist, Sie haben recht...heul!

Also ich will auf keinen Fall mehr umdrehen...ich bin auf der Zielgeraden und will auch auf dieser bleieben....wenn ich jetz twieder erhöhe, war die ganze leiderei umsonst...denke ich!

Dafür habe ich aber die Hoffnung in mir das plötzlich der Tag kommen wird an dem alles wieder Hell und frei wird...glaubt Ihr das der kommen wird?

So nun zürück zur Arztgeschichte...
ich könnte jetzt in dieser Phase auch zu meinem Neurologen gehen und Ihm erzählen wie schlecht es mir doch ginge....
"Lieber Herr Doktor ich habe das Mittelchen nun eigenmächtig reduziert, und es geht mir sehr schlecht"
"Mhh....das hätten Sie nicht tun sollen...warum haben Sie denn icht mit mir darüber gesprochen....jetzt haben Sie nämlich einen Rückfall Ihrer Angst-und Panikerkrankung"

"Ja aber lieber Doc, ich habe da im Internet...."

"Internet? bin ich Ihr Artz oder das Internet?"

"Schon aber ich habe mich dort wirklich über dieses Paroxetin reichlich erkundigt und festgestellt das es wohl diese Absetzphänomäne git, bei denen es Menschen genauso ergeht wie mir im Moment"

"Nein, Nein Herr XXX, Sie machen sich zu viel Gedanken, fühlen zu Intensiv in Iheren Körper, Sie wissen doch um Ihre Hypochondrie...die kommt jetzt wieder durch...also an dem Paroxetin liegt das sicherlich nicht, haben Sie etwas mehr Mut zum Risiko!"

"Ähm..ja danke und bis zum nächsten mal"

Versteht Ihr nun warum ich den Weg alleine mache?

So nun erst mal genug geschrieben...ich würde mich sehr freuen wenn Ihr bei mir bleibt...ich schaff das sonst nicht so gaaaaaaanz alleine.

Liebe Grüße und alles alles Gute

Chris

Verfasst: 26.02.2004 13:50
von Uschi
Hallo Chris,

genauso wie Du es schreibst ist mein Gespräch bei meiner Psychologin in etwa verlaufen, nämlich von 40mg auf 50mg zu erhöhen. Das hätte ich mir sparen können, mit meiner Hausärztin habe ich da schon vernüftiger reden können, sie weiß von der Problematik beim absetzen und hat mich darin bestärkt nicht zu erhöhen, sondern ganz langsam abzusetzen. Nun nehme ich seit letztem Dienstag nur noch 30mg, und abends eine Insidon damit ich besser schlafen kann und auch um die Absetzerei etwas erträglicher zu machen. Das Insidon kann ich dann, wenn ich vom Paroxetin weg bin absetzen. Ich bin also noch am Anfang meiner Absetzerei. Mal sehen was noch auf mich zu kommt, vielleicht kannst du ja auch etwas dazu nehmen damit es Dir etwas erträglicher geht. Ich würde Dir auch raten, gehe nicht mehr zurück, jetzt bist Du schon soweit, es kann ja eigentlich nur besser werden. Hast Du es schon mit Johanniskraut oder Fischöl versucht?

Ich drücke Dir jedenfall ganz feste die Daumen.
Uschi

Medikamente zur Zeit
Paroxetin 30mg
Opipramol neuraxpharm 100mg ( das gleiche wie Insidon)
Fischöl 1000mg

Verfasst: 26.02.2004 14:26
von karin
hallo chris,

ich bin derzeit auch auf SSRI-entzug.

johanneskraut find ich nicht so gut, da es die wirkung vom SSRI noch zusätzlich abschwächt. melisse-, baldrian-, pfefferminz- oder kamillentee lindert meiner meinung nach besser etwaige beschwerden. fischölkapseln nehm ich auch.

ich habe die erfahrung gemacht, dass bewegung/sport die willenskraft stärkt. man gerät nicht so leicht in die versuchung sich gehen zu lassen und in den tag hineinzuleben.

wünsche dir viel durchhaltevermögen,
karin

Verfasst: 01.03.2004 09:16
von chris2412
Hallo Uschi,

danke für Deine aufmunternden Worte.....also ich werde versuchen bzw. habe ich mir fest vorgenommen nicht wieder zu erhöhen.
Vor meiner Zeit mit SSRI hatte ich auch Phasenweise immer mal Johanniskrautpräparate zu mir genommen (Jarsin 300). Ob es mir wirklich geholfen hat kann ich nicht sagen, zumindest hatte ich das gefühl als seie ich innerlich ausgeglichener gewesen.
Nur habe ich oft gelesen dass man Johanniskraut nicht zusammen mir SSRI einnehmen sollte.

Hallo Karin,

ich sehe das genauso wie Du mit dem Sport. Vor meiner ganzen Angstgeschichte und meiner SSRI-Kariere gab es für mich nur Sport..mein ganzes Leben war auf Sport aufgebaut und ausgerichtet. Tja und irgentwann habe ich mich dann nicht mehr getraut sport zu machen, doch ich wollte nicht locker lassen...leider ging es mir jedesmal schlecht beim oder nach dem Sport und so habe ich nich immer weiter davon entfernt....und nun finde ich absolut keinen Anschluss mehr. Aber mein Ziel ist es wieder Sport machen zu können. Er hatte damals so wahnsinnig viele Positive Seiten. Zum einen die Körperliche Fitness...für mich als Hopochonder sehr genial...und dann der Soziale Kontakt..den ich jetzt nicht mehr habe und nicht mehr haben will (wegen meiner Angst, bin auch noch Sozialphobiker) und dann noch die ständige bestätigung von seinem Umfeld wie gut man doch ist...dazu noch die selbstbestätigung...also Du siehst wieviel positives der Sport für mich hatte...und das stimmt mich sehr traurig das sich da nicht mehr anknüpfen kann.

Liebe Grüße

Chris

Verfasst: 01.03.2004 13:01
von Dorothea
Hallo Chris,

Ich habe ein paar scheußliche Wochen hinter mir, weil ich wohl zu viel reduziert habe; ich war auf 4,4 ml Seroxat. Vor allem morgens war ich nur am Schluchzen und mit einiger Anstrengung habe ich es geschafft trotzdem arbeiten zu gehen. Mir wurde klar, dass ich so mein Leben auf die Dauer nicht ertragen kann. Und was mich erstaunte: Meine Erfahrung bisher war die, dass ich nicht gleichzeitig joggen und mich schlecht fühlen kann. Das war nicht mehr gültig; selbst beim Laufen geriet ich ins Schluchzen. An der Arbeit war ich furchtbar reizbar und nicht mehr wirklich klar im Kopf. Vor ein paar Tagen habe ich beschlossen, wieder etwas mehr Seroxat einzunehmen. Aber nicht die volle Dosis, nur wenig mehr. Jetzt nehme ich 5 ml und stabilisiere mich dabei. Ich bin enttäuscht, dass ich das tun musste, aber es ist wichtig für mich, mich noch einigermaßen getragen zu fühlen. Dass sich mein Körper an dieses Medikament gewöhnt hat und auf die geringfügigsten Dosisschwankungen ganz heftig reagiert, muss ich wohl akzeptieren. Was ich positiv finde: Anscheinend reicht es aus nur ganz wenig zu erhöhen, um mich wieder besser zu fühlen. Aber diese Absetzerei ist sauschwer und ich merke immer mehr, wie schwierig es ist, anderen zu raten. Meine Strategie ist Langsamkeit. Ich komme nicht gut zurecht mit heftigem und lange anhaltendem Leiden.

Viele Grüße, alles Gute für dich.
Dorothea

Verfasst: 01.03.2004 13:07
von CloneX
Hi Dorothea, wollte nur sagen, dass ich's super finde wie du das durchziehst :) !

Auch du wirst es schaffen. Viel Erfolg weiterhin.