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Nachricht von: Oliver
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Nachdem ich vor einigen Wochen das Forum hier gefunden habe, hatte ich auch mit meinem Psychotherapeuten bezüglich der Absetzschwierigkeiten, die bei Venlafaxin auftreten unterhalten. Ich nehme ja schon seit mehreren Monaten taegler 300 mg (2x 150mg Kapseln). Er hat mir damals gesagt, dass ich mir keine Sorgen zu machen braeuchte, denn wir würden das Medikament sehr langsam ausschleichen.
Seit zwei Wochen habe ich wieder staerkere Depressionen und die Selbstmordgedanken haben sich auch wieder gehaeuft. War dann beim Arzt, der meinte, er müsste nun doch auf ein Medikament einer anderen Gruppe (NARI) umsteigen. In der Vergangenheit wurden ja schon so viele Antidepressiva an mir "ausprobiert". Aber dieses neue Medikament kenne ich gar nicht. Es heisst "EDRONAX". Im Internet habe ich auch nicht allzuviel Informationen gefunden. Kennt das jemand hier
Naja, ich soll jetzt drei Tage je 150 mg Trevilor nehmen und dann mit dem neuen Medikament anfangen. Das entspricht ja nicht dem langsamen "ausschleichen" was er mir vorher gesagt hatte. Na gut, vielleicht wird das neue medikament ja Trevilor irgendwie ersetzen, dass ich keine allzu grossen Probleme haben werde? Keine Ahnung.
Aber obwohl das heute erst mein zweiter Tag mit der erniedrigten Dosis von 150 mg Trevilor ist, fühle ich schon irgendwelche Veraenderungen. Ich habe so Stiche im Kopf (nicht wie Kopfschmerzen), fühle mich schlapp, mir ist leicht schwindlig und ich habe leichte Sehschwierigkeiten. Ich hoffe, dass es nicht schlimmer werden wird und alles mit dem Übergang zu dem neuen Medi am Donnerstag verschwinden wird.
Aber wenn jemand von Euch Edronax kennt, würde es mich freuen, wenn ich dazu Informationen bekommen könnte.
Meine Bedenken hatte ich bereits bei meinem Besuch beim Therapeuten geaeussert gehabt, als er mir für die letzte Woche aufgeschrieben hat, wann ich was nehmen muss - also wie der Übergang verlaufen wird.
Er meinte da nur, dass das Benzodiazepin und das Neuroleptika, das ich ja ohnehin nehme, den Übergang vereinfachen wird.
Aber ich möchte jetzt wirklich mal aufschreiben, was da letzte Woche physisch und psychisch alles mit mir passiert ist.
Nachdem der Reduzierung von von 300 mg Trevilor auf 150 mg ist am ersten Tag noch nichts passiert. Am zweiten Tag hatte ich diese Stiche im Kopf, Sehschwierigkeiten, leichte Schwindelgefühle und Energielosigkeit. Psychisch gesehen ging es mir auch nicht gut aber ok, ich hatte ja ohnehin die letzten zwei Wochen (mit 300 mg Trevilor) schon Schwierigkeiten, deswegen habe ich das einfach als eine Fortsetzung angesehen.
Am dritten Tag mit 150 mg Trevilor verschwanden die Stiche im Kopf, ich war einfach nur schlapp, musste aber oft weinen.
Dann, Donnerstag, habe ich ja kein Trevilor mehr genommen, sondern mit Edronax angefangen (wie mir der Arzt das gesagt hatte). Nachmittags fing es mir wieder an schwindlig zu werden, ich hatte Kopfschmerzen und hatte irgendwie sowas wie Stromstösse durch den ganzen Körper. Diese Stromstösse dauerten immer nur einen Bruchteil einer Sekunde oder vielleicht maximal eine Sekunde, waren aber teilweise so stark, dass mir die Luft wegblieb. Besonders psychisch fühlte ich mich immer schlechter.
Freitag ging es weiter mit diesen Stromstössen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel. Beim Laufen musste ich mich oft irgendwo festhalten. Die physischen Probleme hatte ich auf die Einnahme des neuen Medikaments bezogen und dachte, das wird in ein paar Tagen vorbei gehen. Aber psychisch ging es mir von Stunde zu Stunde schlechter. Die negativen Gedanken wurden immer schlimmer. Ich war fast den ganzen Tag am weinen. Am Abend erreichte das Ganze den Höhepunkt. Als ich nach Hause kam, war ich zuerst aussergewöhnlich ruhig. Meine Gedanken drehten sich um die Hoffnungslosigkeit, die nicht vorhandene Zukunft, meine Einsamkeit und die Selbstmordplaene die ich schon lange vorher gemacht habe. Aber ich musste nicht weinen - ich war total ruhig. Auf einmal aenderte sich die Situation aber und mein Weinen artete fast in Hysterie aus, die Selbstmordgedanken wurden immer staerker. Zuerst hab ich mich innerlich geweigert den Arzt anzurufen, aber spaeter habe ich es doch getan. Ich war total verzweifelt und am Boden. Der Arzt hat mir geraten sofort eine Kapsel Trevilor zu nehmen. Natürlich ging es mir psychisch auch nach der Einnahme von Trevilor nicht besser. Ich habe einen Freund angerufen und ihn gebeten zu kommen, weil ich nicht wusste, was noch passieren wird, wenn ich allein bleibe.
Naja, heute muss ich sagen, dass ich sehr viel Glück hatte den Psychotherapeuten abends um 10 erreicht zu haben, denn von alleine waere ich wohl nicht auf die Idee gekommen Trevilor zu nehmen. Und ich hatte auch Glück, dass mein Freund sofort gekommen ist.
Heute geht es mir viel besser. Nach dieser schrecklichen Woche kommt mir der heutige Tag so, so schön vor. Ich habe heute weder physische noch psychische Probleme. Und wenn ich ehrlich bin, kann ich die ganzen Gedanken, die mich besonders gestern abend so belastet haben, heute nicht mehr nachvollziehen.
Aber ich habe doch eins erkannt: Die Nebenwirkungen kamen nicht von dem neuen Medikament (Edronax). Denn mit der Einnahme von nur einer Kapsel Trevilor ist keines dieser "Nebenwirkungen" zurückgeblieben.
Es ist wirklich komisch, wie die Antidepressiva das Denken und die Gefühle eines Menschen beeinflussen - und das leider nicht immer nur zum Guten.
Ich weiss nicht, wie der Therapeut die Behandlung fortsetzen will aber ich weiss eins: Auf den Übergang von Trevilor zu einem anderen Antidepressiva innerhalb von drei Tagen werde ich mich nie, nie, nie wieder einlassen!!!!!!!!!!!!!!!!!
Viele Grüsse,
Unicorn
Seit 08/2003: 300 mg Trevilor Retard, 50 mg Trazodon
Seit 01/2004: 300 mg Trevilor Retard
Seit 09/2004: 225 mg Trevilor Retard, 4 mg Edronax
Seit 12/2004: 150 mg Trevilor, 150 mg Nortrilen, 50 mg Stangyl
Seit 02/2005: 300 mg Trevilor Retard, Quilonum, Atosyl (+ Trevor oder Diazepam)
da hast du jetzt auch ein Erlebnis mit Entzugserscheinungen gehabt. Gerade wenn du ein SSRI so schnell absetzt, ist sowas fast vorprogrammiert. Deine Symptome treffen quasi 100% auf die bekannten Absetzungssymptome.
Leider musstest du es auf die "harte Tour" lernen . Aber jetzt weisst du es besser: Nächstes mal ganz langsam absetzen. Edronax ist kein SSRI - das heisst du kannst Trevilor damit nicht so einfach ersetzen.
Ich kann nur sagen, dass ich so etwas nie wieder erleben will. Und ich bin mir bewusst, dass ich gestern mehr als Glück hatte (den Arzt zu finden und es über mich zu bringen einen Freund anzurufen).
Weisst du, mein Psychotherapeut ist ein sehr erfahrener Arzt. Ich vertraue ihm. Und ein Bekannter, dem ich vorher von den Berichten hier und den Informationen, die ich auch sonst im Internet erhalten habe, erzaehlt hatte, hat sich mit einigen Aerzten unterhalten und hat mir dann gesagt, dass solche Entzugserscheinungen vielleicht bei 2 % der Patienten vorkommen. Meinem Bekannten wurde gesagt, dass ca. 8000 Menschen in der Türkei Trevilor benützen und die Dosis von 300 mg normal waere. Absetzschwierigkeiten gaebe es kaum.... Das hatte mich beruhigt aber ich habe meinen Arzt trotzdem nochmals darauf angesprochen, als er mir seinen Absetzplan bzw. das Einsetzen von Edronax erklaert hat.
Wenn da von 2 % gesprochen wird, wer denkt denn dann auch daran, dass man in den "2%" sein wird.....
Aber so etwas wie das, was ich letzte Woche erlebt habe, habe ich ehrlich gesagt auch nie erwartet Die physischen Probleme waeren auszuhalten gewesen aber psychisch gesehen war ich am Ende. Es war ein Alptraum und ich möchte so etwas nie wieder durchmachen müssen
Unicorn
Seit 08/2003: 300 mg Trevilor Retard, 50 mg Trazodon
Seit 01/2004: 300 mg Trevilor Retard
Seit 09/2004: 225 mg Trevilor Retard, 4 mg Edronax
Seit 12/2004: 150 mg Trevilor, 150 mg Nortrilen, 50 mg Stangyl
Seit 02/2005: 300 mg Trevilor Retard, Quilonum, Atosyl (+ Trevor oder Diazepam)
Aber du hast es ja zum großen Teil überstanden Nächstes mal wird sicher besser klappen.
Allerdings kannst du dir jetzt auch vorstellen was viele Menschen durchmachen müssen - teilweise über Wochen.
Zu den 2%: So genaue Zahlen gibts da nicht. Ich denke schon dass die Zahl wesentlich höher liegt, wenn Leute das Medikament schell absetzen wie du. Ich denke eher, dass 2% Personen sind die schwerste Absetzungserscheinungen haben, die auch bei langsamen Absetzen noch sehr stark sein können - und lange anhalten.
Und die meisten Menschen wissen ja sowieso nicht, dass diese Symptome die du da gespürt hast Entzugserscheinungen waren - selbst viele Ärzte würden dir wahrscheinlich sagen es war ein Rückfall .
Aber du weißt es besser...und das ist dein Vorteil
Du hast recht. Jetzt weiss ich es besser. Trotzdem verstehe ich nicht, wie so ein erfahrener Psychotherapeut so einen Versuch starten konnte.
Naja, habe gerade mit ihm telefoniert, weil er mir gestern abend nicht gesagt hat in welcher Dosis ich Trevilor weiternehmen soll. Wir gehen jetzt wieder auf 300 mg zurück und er wird naechste Woche noch Zusatzmedikamente verschreiben, die die Wirkung von Trevilor verstaerken sollen.
Ich werde also Trevilor weiternehmen. Und wenn ich irgendwann die Depressionen ganz überwunden haben sollte, werde ich mich auf kein schnelles Absetzen mehr einlassen. Das weiss ich ganz sicher. Das habe ich gelernt
Seit 08/2003: 300 mg Trevilor Retard, 50 mg Trazodon
Seit 01/2004: 300 mg Trevilor Retard
Seit 09/2004: 225 mg Trevilor Retard, 4 mg Edronax
Seit 12/2004: 150 mg Trevilor, 150 mg Nortrilen, 50 mg Stangyl
Seit 02/2005: 300 mg Trevilor Retard, Quilonum, Atosyl (+ Trevor oder Diazepam)
Gerade das ist ja der Skandal: Die meisten Ärtze/Therapeuen wissen immer noch nichts von den Gefahren - oder wollen es nicht wissen.
Zu den Zusatzmedikamenten: Das würde ich mir überlegen. Falls du diese Medikamente jetzt verschrieben bekommst wegen dem Einbruch in den letzten Tagen (die Absetzssymptome), dann würde ich es ganz sicher lassen. Es war kein Rückfall! Die Absetzhölle kannst du auch mit weiteren Medikamenten nicht aufhalten - eher im Gegenteil. Denk bitte darüber nach. Je mehr Medikamente du nimmst um so schwieriger wird es am Ende...
Zuerst einmal möchte ich mich recht herzlich für deine Antworten bedanken.
Wie ich aus den Telefongespraechen entnehmen konnte, ist dem Psychotherapeuten durchaus bewusst, dass das ganze aufgrund des Entzugs von Trevilor passiert ist. Er hat aber wohl doch nicht mit einer so starken Reaktion gerechnet, nehme ich an.
Der Grund, weswegen er so schnell wie möglich auf Edronax umsteigen wollte, war dass meine Depressionen in den letzten Wochen (trotz 300 mg Trevilor) wieder staerker wurden. Deswegen wollte er ein Antidepressiva einer anderen Gruppe "ausprobieren".
Mit Zusatzmedikamenten meint er wohl wieder ein zweites Antidepressiva. Ich denke, dass er mir wieder Trazodon verschreiben wird und vielleicht auch die Beruhigungstabletten wieder erhöht. Naechste Woche soll ja auch die Psychotherapie anfangen (davor habe ich sowieso auch schon Angst).
Ich weiss wirklich nicht, wie das Ganze weitergehen wird. Ich werde sehr froh sein, wenn ich irgendwann von den Depressionen erlöst sein werde!
Aber nach dieser wirklich grausamen letzten Woche, habe ich jetzt auch Angst davor, was nach den Depressionen passieren wird - selbst wenn Trevilor dann sehr langsam ausgeschlichen wird. Meinst du es wird dann wieder so werden wie die letzten Tage? Oder kann es auch sein, dass durch langsames Ausschleichen überhaupt keine oder nur geringe Entzugssymptome auftreten werden
Viele Grüsse,
Unicorn
Seit 08/2003: 300 mg Trevilor Retard, 50 mg Trazodon
Seit 01/2004: 300 mg Trevilor Retard
Seit 09/2004: 225 mg Trevilor Retard, 4 mg Edronax
Seit 12/2004: 150 mg Trevilor, 150 mg Nortrilen, 50 mg Stangyl
Seit 02/2005: 300 mg Trevilor Retard, Quilonum, Atosyl (+ Trevor oder Diazepam)
kann deine Ängste und Wut vollkommen verstehen. Bin zufällig hier gelandet, weil ich Infos über Edronax suche.
Habe bis vor ca. 2 Wochen über einen Zeitraum von 4 Jahren 225 mg Trevilor genommen.
Erfolg war nicht besonders, trotzdem antriebslos und total erschöpft.
Nach langer Rücksprache mit Nervensarzt (Trevilor ist ein sehr gutes Medikament, wieso Wirkung nicht ausreichend unklar), dann doch Umstellung auf ein anderes Medikament.
Ich wollte das ganze Procedere ambulant durchziehen - in den Osterferien - der Arzt nicht, es sei zu gefährlich.
Bin dann eine Woche vor den Osterferien (14.03.05) in die Klinik und wurde informiert, dass das Absetzen von Trevilor mindestens eine Woche dauer. Man würde dann eine Woche Pause machen und in der dritten Woche das Edronax geben.
Da ich unter erheblichen Zeitdruck stand, wollte ich die schnellere Variante wählen und man ließ sich auf einen Versuch ein.
1. Tag, 150 mg Trevilor
2. Tag, 75 mg Trevilor
3. Tag, kein Trevilor mehr und 2 mg Edronax
Am vierten Tag ging es dann los, mir war permanent übel und abends habe ich nur noch gespuckt; es blieb nichts drin. Ich konnte kaum laufen, war sehr bleierig, war total schwach. Dieser Zustand hielt ungefähr vier Tage an und ich war drauf und dran aufzugeben - Trevilor wieder einschmeißen und halt doch so irgendwie versuchen durchs Leben zu kommen.
Ich dachte zu diesem Zeitpunkt, dass es vielleicht auch von dem neuen Medikament sei und war total unglücklich. Die Ärzte versuchten mich zu beruhigen und sagten, ich müsse Geduld haben.
Als entlastung der Symptomatik habe ich vor den Mahlzeiten und auch so mal zwischendurch Paspertin-Tropfen bekommen - hat gut geholfen.
Bis sich eine Schwester meiner erbahmte und die Packungsbeilange von Trevilor durchlas. Dort ist vermerkt, dass man das Medikament im Laufe von zwei Wochen ausschleichen lassen soll und selbst dann können diese Absetzungserscheinungen auftreten.
Nach fünf Tagen war dieser Zustand von permaneter Übelkeit, Schwindel, Heulattacken usw. auf einmal verschwunden, ziemlich abrupt - und seitdem geht es mir besser, mit 2x4mg Edronax. Ich komme morgens gut aus dem Bett und kann abends sogar bis 22.00 Uhr aufbleiben, insgesamt scheine ich motivierter zu sein.
Also solltest du einen erneuten Versuch starten, mach es lieber stationär und langsamer als ich.