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Paroxetin / Absetz-Update / Countdown
Verfasst: 04.03.2004 16:19
von Hippo
Hallo
Hab also Mitte Februar den Sprung auf die Suspension gewagt. Das erste, was spürbar war - und zwar schon beim Schritt von 10 auf 8 mg - waren diese sogenannten "Zaps", bei mir einseitig (links), so als elektrische Welle/Reflex über Brust, Bauch, bis in Fuß und Hand, und zwar immer bei Bewegung der Augen

zur Seite - verrückt, oder

? Aber O.K., im Gegensatz zum ersten Absetzversuch, weiss ich ja heute, was es ist, wenn ich es auch immer wieder als Sensation empfinde, besonders bei einer so leichten Reduzierung. Ansonsten besonders morgens Schwächegefühle und so ein Gefühl wie leicht verkatert.
Psychisch geht es mir gut, deshalb werde ich jetzt auch versuchen, jede Woche 1 weiteres mg zu reduzieren. Wenn es mir schlechter gehen sollte, dann halt mal 2 oder 3 Wochen die gleiche Dosis. Aber ich sehe das Ende des Tunnels, das macht mich etwas ungeduldig. Ich möchte einfach endlich wieder "netto" fühlen. Ich fühle mich bereit, körperliche Symptome eine Weile (dehnbarer Begriff) aushalten zu können, so lange die Angst nicht hinzukommt.
Ihr werdet es erfahren...
Alles Gute für Euch alle !
LG
Hippo
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20 mg von Juni - Okt. 02
abgesetzt in 2 Wochen
20 mg von Nov. 02 - Aug.03
15 mg Sept. & Okt.03
10 mg Nov 03/Dez.03/Jan.04
8 mg KW 8
7 mg KW 9
6 mg KW 10
Verfasst: 05.03.2004 08:25
von chris2412
Hallo Hippo,
es freut mich sehr zu lesen wieviel Mut manche Menschen aufbringen können, obwohl sie im Vorfeld wissen was sie erwartet oder gerade deshalb.
Ich bin ja in der selbben Situation wie Du...nur manchmal denke ich dann doch ob ich mich nicht zu sehr in diese "Absetzproblematik" hineinsteigere, agesehen davon das ich ja Körperlich auch einiges empfinde und ertrage hab eich manchmal das Gefühl ich hätte mir das Netz der Absetzproblematik durch intensive Auseinandersetzung damit selbst gesponnen.
Andererseits ist es dann wieder so, das der Geedanke in mir aufkommt, es gibt sovile Menschen die das auch so empfinden also wird schon was dran sein an dieser Absetzproblematik.
Ich selbst habe vor 2 Wochen den Sprung von 10mg auf ca. 5mg geschafft ( ca. deshalb, weil ich die Tabletten ja nur nach Augenmaß mit einer Rasierklinge teilen kann). Tja seitdem ist jeder Tag die Hölle und ich frage mich immerwieder was mich dazu treibt weiter zu machen, jeden Tag trotzdem in die Arbeit zu gehen...ich weiss es nicht. Ic h könnte auch sagen mir bleibt sowieso nichts anderes übrig...aber das stimmt nicht, ich könnte mich auch einfach krankschreiben lassen und auf meiner Couch dahinvegetieren....
Mittlerweile ist es so das sich aus einem Teil meiner Angst die ich vor meinen Körperlichen Missempfindungen habe, in Wut umgewandelt haben.
Und diese Wut bzw. diese Trotzreaktion ist momentan die Energie an der ich mich festhalte um zu überleben.
Ich bin wirklich zornig weil das jetzt schon fast am Stück über ein Jahr so geht und ich keinen Bock mehr drauf hab....und deshalb gehe ich jetzt volles Risiko und verhalte mich offensiv dem Ganzen gegenüber.
Also ich wünsche Dir weiterhin gutes Gelingen und den Mut und die Kraft durchzuhalten.
Ich bin auch der Meinung wenn ich schon leider dann wenigstens ohne schlechten Gewissen meinem Körper gegenüber...was ich dem da wohl zumute in Form von Chemischen Substanzen...ja so ist nun mal meine Einstellung.
LG und alles Gute
Chris
Verfasst: 05.03.2004 09:46
von Uschi
Hallo,
ich bin auch gerade am absetzen vom Paroxetin. Allerdings bin ich noch nicht ganz so weit wie ihr. Bisher hielten sich die Absetzprobleme in Grenzen. Als ich am Montag um 5mg reduziert habe, hatte ich abends Gliederschmerzen und so ein komisches Gefühl im Kopf, meist wenn ich mich bewegte. Kann man schlecht beschreiben. Vielleicht sind das die Zaps die man bekommen kann. Am nächsten Morgen war alles weg. Habe auch seit ein paar Tagen Husten meist morgends und fühle mich irgend wie verschleimt an. Seit ich angefangen habe zu reduzieren, habe ich auch jede Nacht lange Filmnacht, ich träume sehr intensiv manchmal total unrealistich. Morgends wenn ich dann darüber nachdenke, muß ich manchmal darüber lachen und denke mir was für ein Schwachsinn.
Was die Absetzprobleme betrifft, sage ich mir einfach als ich anfing mit Paroxetin hatte ich auch massive Probleme, ich lag fast ne Woche nur im Bett und wartete dass das Medi anfängt zu wirken. Warum soll das dann beim Absetzen anders sein? Wie war das eigentlich bei Euch hattet ihr am Anfang auch Eure Probleme damit?
Ich wünsche Euch jedenfalls dass ihr es packt, durchhalten es kann nur besser werden!
Gruß an Euch beide Uschi
Medikamente
seit 2 Jahren 40mg Paroxetin
seit 17.02 30mg Paroxetin und100mg Opipramol(Insidon)
seit 01.03 25mg Paroxetin und 100mg Opipramol(Insidon)
Verfasst: 05.03.2004 10:21
von chris2412
Hallo Uschi,
also, zum Thema wie war der Einstieg mit Proxetin bei mir...kann ich Dir was schreiben.
Angefangen habe ich mit 10mg also eine halbe Tablette...bei dieser Dosis blieb ich erstmal fast 2 Wochen.
Danach Vorstellung bei meinem Neurologen.
"Und..fragte er mich haben Sie etwas gemerkt?"
"Mh...sagte ich..keine Ahnung mir geht es ja sowieso die ganze Zeit nur mies...auch vor den Medis schon..."
"Also..meinte er...wenn Sie was gemerkt hätten das ich jetzt erwarten würde, dann hätten Sie es mir schon gesagt...und Sie als Hypochonder sowieso...also haben Sie die 10mg gut vertragen. Nun können Sie auf 20 erhöhen...und dann sehen wir uns wieder in 3 Wochen"
Gesagt getan...ich habe am nächsten Tag auf 20mg (eine ganze Tablette) erhöht.
Das war dann die Hölle...ich bemerkte schon Tagsüber...ein sehr sehr seltsames, eher unbeschreibliches unwohles Gefühl in mir.
Das sich schleichend aber stetig steigerte....gegen 21 Uhr geriet ich völlig in Panik...eine totaler Horrortrip....was geschah da in meinem Körper? Es war einfach nur fürchterlich...ich dachte ich müsse sterben...wollte aber nicht und kämpfte in mir mit allen Kräften die ich noch hatte....ich rief den Notzartz..."was haben Sie denn, war die Frage....ich sagte ich habe ein Kreislaufproblem und kippe jeden Moment weg...bitte Sie müssen schnell kommen ich weiss nicht wie lange ich noch die Tür öffnen kann und ich bin alleine.
Tja der Notzarzt kam dann...übliches Prozedere...Bluddruck messen, Puls messen...also er nahm mir dann erst mal die Panik und versicherte mir das es nichts ernstes sei..also nichts womit ich jetzt akut in die Klinik müsse....ich bekamm dann 2 extrem hochdosierte Magnesiumtabletten...und gegen morges um 4 legte sich der "Höllentrip" wieder.
Am nächsten Tag war ich völlig von der Rolle....nahm dann wieder 10mg.
Nach zwei Wochen erneut der Versuch auf 20mg zu erhöhen.....was dann passierte, siehe oben....ganau der selbe Ablauf nochmal mit Notzarzt etc.
Dann musste ich wieder runter auf 10mg.....
Dann erhöhte ich von 10mg auf 15mg und dann auf 20mg das ging dann einigermaßen ohne Höllentrip.
Also ich seh das auch so wie Du wenn es bei der Einnahme schon solche Probleme gab, wieso dann icht auch beim Absetzen.
LG und alles Gute
Chris
Verfasst: 05.03.2004 12:05
von Uschi
Hallo Chris2412,
da gings Dir ja genauso schlecht als mir. Bei mir wars so, daß ich nicht mehr schlafen konnte, ich konnte nicht mehr essen, ich hatte einfach keinen Appetit mehr, meine Angst und Panik wurde auch viel schlimmer. Ich hatte z.B. furchtbare Angst mir selbst etwas anzutun, ich konnte kein Messer liegen sehen ohne zu denken hoffentlich tue ich nichts unüberlegtes. Wenn es ganz schlimm wurde ging ich ins Bett, da lag ich dann total verzweifelt und wartete daß der ganze Horror ein Ende hat. Ich habe meinen Mann gebeten , der zum Glück gerade Urlaub hatte, paß bloß auf mich auf. Ich hatte auch ganz schlimme Angst einfach verrückt zu werden, und Dinge zu tun von denen ich nichts mehr mitbekomme. Aber da es mir vorher ja auch total schlecht ging, nahm ich alles auf mich in der Hoffnung, daß mir das Medikament hilft. Nach ca 2 Wochen war der Spuk weg und ich konnte auch immer ohne Probleme erhöhen. Dabei habe ich dann nichts mehr bemerkt.
Ich habe das Paroxetin 2 Jahre genommen. Da es nun anscheinend nicht mehr wirkt sondern nur noch Nebenwirkungen hat, habe ich nun angefangen abzusetzen.
Ich werde jedenfalls nie mehr etwas nehmen, das schon beim Einschleichen solche schweren Nebenwirkungen hat, das habe ich daraus gelernt. Und wenn ich jetzt beim Absetzen solche intensiven Träume habe, die ich übrigends auch beim Einschleichen und erhöhen immer hatte, dann muß dieses Zeug wirklich einen sehr großen Einfluß auf das Gehirn haben. Wie ist es da eigentlich bei Dir? Träumst Du auch so intensiv? Diese Frage gilt natürlich auch den anderen? Würde mich einfach mal interessieren.
Wünsche Dir ein schönes Wochenende und danke für Deine Antwort
Uschi
Medikamente
seit 2 Jahren 40mg Paroxetin
seit 17.02 30mg Paroxetin und100mg Opipramol(Insidon)
seit 01.03 25mg Paroxetin und 100mg Opipramol(Insidon)
Verfasst: 05.03.2004 13:14
von Hippo
Hallo Chris,
zum Thema "hineinsteigern". Die Absetzproblematik ist da, sie existiert, sie ist Fakt. Und ich bin heilfroh, daß es dieses Forum gibt. Weißt Du, wie panisch ich beim ersten Radikal-Absetzen von Arzt zu Arzt gerannt bin. Einseitige "Schläge", Angst vor Schlaganfall, MS usw...und alle Fachärzte zuckten mit den Schultern. Da konnte man vielleicht von "hineinsteigern" reden. Und dann der Fels, der mir vom Herzen fiel, als ich zum ersten Mal auf einer schweizer Internetseite davon las, daß Patienten über dieses Phänomen beim absetzen von Paroxetin berichteten. Also - kein Schlaganfall - keine MS - und "bekloppt" bin ich auch nicht... So, und als meine ach so erfahrene Neurologin das ganze ziemlich arrogant ignorierte, hab ich mich von ihr verabschiedet und beschlossen, die Sache alleine, in Begleitung von meinem Hausarzt (...kein AD Spezialist, aber er vertraut MIR) und diesem Forum durchzuziehen. Nach dem Motto "Wir sind das Volk (...die User) ! Mein Vertrauen an Nicht-User - uns sei er Prof-Dr.Dr. - ist ziemlich erschöpft. (...Du siehst, auch ein Teil meiner Kraft ist Wut...)
Ich glaube, die Leidensfähigkeit (zumindest körperlich) ist recht groß, so lange man überzeugt ist, es gibt ein Ende, es hört irgendwann auf. Das ist es auch, was Dich letztendlich die Energie aufbringen lässt.
Also, Chris, so lange Du die Kraft hast, spiel weiter offensiv - auf Sieg.
LG
Hippo
Verfasst: 05.03.2004 16:59
von Astrid
Hallo Hippo,
du machst mir Mut!
Da wo du jetzt bist, da sehne ich mich schon lange hin.
Mir ging es so gut, da hatte ich angefangen, meine 20mg Paroxetin mit einer Muskatreibe auf 18mg runterzureiben. Die Suspensionen kann ich leider nicht nehmen, weil ich auf die Konservierungsstoffe allergisch reagiere. Daher habe ich mir überlegt, mit der Muskatreibe die Dosis selbst in kleinen Schrittchen zu reduzieren. Mit dem ersten Miniaturschritt wollte ich das Ausschleichen beginnen. Doch bereits nach 24 Stunden ging es mir ähnlich so, wie Chris es beschrieb. Ich horchte nur noch auf Körpersignale und prüfte pausenlos, ob es denn auch gut gehen würde. Am nächsten Tag nah ich wieder 20mg. Mich quält der Gedanke an die befürchteten Absetzsymptome gleichermaßen wie der Gedanke, das Zeugs noch weiter nehmen zu müssen.
Ich brauche es nicht mehr, das weiß ich, aber dennoch fehlt mir der Mut.
Was ist das bloß für eine bescheuerte Situation?
Weiterhin viel Erfolg bei guter innerer Einstellung wünscht dir
Astrid
Hallo
Verfasst: 08.03.2004 15:30
von Jasmin
Auch wenn ich noch nie Antidepressiva genommen habe, hoffe ich, dass ich an dieser Stelle eine Antwort schreiben darf.
Ich bekam im August 2003 von einer Neurologin eine Packung Paroxetin (20 mg stand auf der Packung) gegen meine Panikattacken. Auf die Frage nach Nebenwirkungen und Abhängigkeit winkte sie nur ab und sagte, die könnte ich nun wirklich nehmen. Ich müsste sie sogar nehmen. Da gäbe es nun mal nichts anderes. Nur meine Tante, die seit 40 Jahren Krankenschwester ist, hat mich davor gewarnt und mich wahrscheinlich vor dem bewahrt, was viele Leute in diesem Forum nun mitmachen müssen.
Mir steht diese Woche ein Termin bei einer anderen Neurologin bevor und ich bin froh, dass ich durch diese Seite hier nun hinreichend informiert bin. Ich wünsche allen, die die Antidepressiva absetzen wollen viel Erfolg dabei.
Jasmin