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Paroxetin Absetzversuch...

Verfasst: 08.03.2004 21:42
von Hope
Hallo,
nach einem Absetzversuch von Paroxetin geht es mir leider gar nicht gut.
Ich habe ca. 2 Jahre lang 20 mg Paroxetin genommen. Innerhalb von 4 Wochen habe ich auf 10mg, dann 5mg reduziert und dann komplett abgesetzt. Die ersten Tage ging es ganz gut, dann hatte ich das Gefühl meine Depression kommt zurück. Aus Angst davor und nachdem ich mich über die Absetzproblematik informiert habe nehme ich jetzt wieder 20mg. Trotzdem bin ich total müde und lethargisch, friere Tag und Nacht und habe panische Angst wieder eine Depression zu bekommen. Die letzten 2 Jahre mit Paroxetin ging es mir wirklich sehr gut.

Wie geht es jetzt weiter?
Hope

Verfasst: 09.03.2004 08:41
von Gast
Ich habe zwar noch nie versucht abzusetzen, aber offenbar bist Du zu schnell vorgegangen. Wenn Du Erfahrungsberichte liest wird Di auffallen, dass insbesondere Dein SSRI sehr kritisch ist. Aber andere werden dazu mehr sagen können...

Verfasst: 09.03.2004 09:51
von CloneX
Hi Hope,

Du hast wohl auch das Erlebnis machen müssen, dass man diese Medikamente nur sehr langsam absetzen darf.

Erstmal kann ich dich beruhigen. Wenn es dir auf Paroxetin wirklich "sehr gut" ging wie du schreibst, dann ist es sehr unwahrscheinlich dass deine Depression innerhalb von 4 Wochen wieder zurückkommt. Es kann natürlich sein, aber es ist doch sehr unwahrscheinlich. In diesem kurzen Zeitraum sind Absetzungerscheinungen viel wahrscheinlicher. Und da ist alles dabei: Körperliche Symptome und psychische Symptome (Angst, Depressionähnlich, usw...). Das ist ja gerade das teuflische an den Pillen.

Dein Körper muss jetzt erstmal dieses Erlebnis verkraften - du brauchst wahrscheinlich noch etwas Zeit bis du wieder stabil bist. Diese Entzugserscheinungen können ganz schön reinhauen. Aber auch die Symptome die du jetzt hast sind sehr wahrscheinlich nicht deine Depression - also keine Angst :)

Informiere dich gut über die Absetzsymptome und beginne wenn du wieder soweit bist LANGSAM mit dem Ausschleichen - für manche kann das trotzdem ein steiniger Weg sein, aber nicht weil die Erkrankung zurückkommt sondern wegen der Absetzungssymptomen.

Viel Erfolg.

Verfasst: 09.03.2004 10:25
von kati
Hallo Hope,
ich kann Dich nur allzu gut verstehen. Deine Beschreibung passt 1:1 auf die meines Mannes. Er befindet sich derzeit in der gleichen Situation wie Du. er leidet an akuten Schlafstörungen und Kraftlosigkit. Ihm ging es auch 2 Jahre sehr gut mit dem Paroxetin und kann deshalb jetzt nicht verstehen warum es einfach nicht wieder besser wird, da er schon seit ca 3 Wochen wieder seine alte Dosis nimmt.( mit 10 mg ging es ihm auch gut ) Hinzu kommt, das er Angst hat seinen Job zu verlieren. Es geht mal aufwärts und wieder abwärts. Einen Tag denken wir jetzt wird es besser und am nächsten sind die gleichen Symptome wieder da. Eine Ratlosigkeit macht sich langsam breit. Aber wir bleiben dran und dieses Forum hilft uns sehr dabei Neues zu erfahren.

Ich wünsche Dir viel Kraft und Deinen Angehörigen das gleiche.
Liebe Grüße Kati

Verfasst: 09.03.2004 11:39
von Uschi
Hallo Kati,

ich habe auch 2 Jahre Paroxetin genommen. Mir gings auch sehr gut damit, bis vor ein paar Wochen alles wieder langsam anfing. Ich habe letztes Jahr auch ein paar Male versucht das Paroxetin zu reduzieren. Jedes Mal ging ich dann wieder zurück. Bis es mir dann auch mit meiner alten Dosis nicht mehr gut ging. Meine Depressionen kamen langsam wieder zurück, ich hatte ganz starke Schlafprobleme, ich habe manche Nacht fast nicht geschlafen, und ich war auch total unruhig. Ich habe dann herausgefunden, daß man wenn man längere Zeit diese Mittel nimmt sich eine Medikamententoleranz entwickeln kann, das heißt man braucht mehr von dem Zeug um wieder eine Wirkung zu haben. Man hat dann nur noch die Nebenwirkungen. Das könnte nch Deiner Schilderung bei Deinem Mann eventuell auch so sein. Das könnte auch bei Hope so sein. Er nimmt das Mittel ja auch schon längere zeit. Auf Rat meiner Psyschologin hätte ich erhöhen sollen, nach Rücksprache mit meiner Hausärztin habe ich mich allerdings dafür entschieden abzusetzen. Um meine Absetzprobleme und eventuelle Depressionen abzufangen nehme ich nun eine Opipramol 100mg abends dazu, dieses Mittel kann ich dann irgendwann wenn ich vom Paroxetin weg bin absetzen. Und was soll ich sagen ich habe nun bis auf 22,5mg reduziert und es geht mir bis auf leichtere Absetzprobleme sehr gut. Meinen Absetzplan kannst Du ja unten sehen. Um die Gliederschmerzen und die Zaps die ich beim reduzieren von 30mg auf 25mg hatte zu vermeiden, habe ich einfach die 5mg nochmals geteilt und nehme für ein paar Tage dann 22,5mg bis ich dann auf 20mg gehe. Es scheint geklappt zu haben, bisher hatte ich nichts, ich fühle mich wohl. Was ich auch noch sagen wollte ich kann auch wieder viel besser schlafen, wohl noch nicht ganz so hundertprozentig. Ich bin jedoch so zufrieden.
Hat es Dein Mann auch schon mal mit einem anderen Mittel versucht, oder nur mit Paroxetin. Denn so wie es Deinem Mann im Moment geht, sollte ja auch kein Dauerzustand sein, dann doch lieber ein Medikament. Denn lieber ein gutes Leben mit Medikamente(wenn man sie verträgt) als ein schlechtes ohne!
Dir Kati wünsche ich jedenfalls viel Kraft, ich finde es super wie Du Deinen Mann unterstützt! Mein Mann und meine Kinder haben mich auch immer toll unterstützt, das ist sehr wichtig!
Wünsche Dir und Deinem Mann alles Gute
Uschi

Medikamente
seit 2 Jahren 40mg Paroxetin
seit 17.02 30mg Paroxetin und100mg Opipramol(Insidon)
seit 01.03 25mg Paroxetin und 100mg Opipramol(Insidon
seit 06.03 22,5mg Paroxetin und 100mg Opipramol(Insidon)

Verfasst: 09.03.2004 12:07
von chris2412
Hallo Hope,

auch ich bin derzeit bei 5mg Paroxetin angekommen (seit 2 1/2 Wochen) und ich habe das Gefühl nicht wirklich da zu sein, total im Nebel zu stehen...was für meine Verhältnisse eher merkwürdig ist...ich habe keine Panik vor diesem Zusatand...weshalb ich mich ursprünglich eingetlich auf das Medi eingelassen habe.
Aus einem Teil der Angst ist blanke Wut geworden und die ist derzeit mein Treibstoff um einiges zu ändern oder einzuleiten.
Ich bin jetzt gerade in meiner schrecklichen Absetzphase mehr oder minder dazu im Stande etwas zu tun...ich werde nach neuen Therapiemöglichkeiten und Wegen suchen entweder in die Angst-und Traumaambulanz hier in München oder nochmal stationär oder einen neuen Therapeuten..mal sehen...was ich auch och vorhabe Ayurvedische Massagen...ich fühle mich momentan wie so ein trotziges Kind das sagt ich will, ich will, ich will, das liegt daran das mien Leidensdruck so groß geworden ist das es für mich nur noch Leben oder Tod gibt....und ich will Leben. Mir reicht einfach....ich hab schon mal richtig gut gelebt...mit sport, sport, sport mit einem gefestigten sozialen Umfeld, mit freude und Aufregung....und das will ich alles wieder haben.
Ich habe auch meine depressiven Phasen..bei denen ich mir fast sicher bin das diese von der Paroxetinreduktion her rühren...erst wieder Sonntag dachte ich mir hat jemand den Stecker aus der Steckdose gezogen...fürchterlich....aber langsam erschüttert mich immer weniger...irgentwas in mir aist aufgewacht und sagt...so nicht mehr mit mir...ich ignoriere Euch lieben Symptome...ihr könnt alle kommen aber ich messe euch keine Bedeutung bei.

LG und alles alles Gute und vorallem viel Kraft wünscht Dir

Chris

selbstverständlich auch allen anderen hier im Forum:-)

Verfasst: 09.03.2004 16:25
von Jasmin
Hallo,
ich empfehle Dir das Buch "Depressionen und Angst" von Prof. Dr. Meyendorf vom Verlag Gesundheit in Wort und Bild. PZN: 1259852. Darin ist sehr anschaulich und gut erklärt, wie der Körper auf das Absetzen reagiert. Dieser Ratgeber ist Dir vielleicht auch ansonsten eine Hilfe beim Umgang mit den Depressionen. Weitere gute Bücher dazu sind die Ratgeber der Autorin Shirley Trickett aus der Reihe "Angstfrei leben". Ich selbst leide zwar nicht an Depressionen, sondern an einer Angststörung, die medikamantöse Behandlung ist jedoch oft die Selbe. Mir haben die Bücher gut geholfen und gezeigt, dass man die Krankheit auch ohne Medikamente besiegen kann. Alles Gute
Jasmin

Verfasst: 13.03.2004 16:35
von Astrid
Hallo Hope,

Nehme jetzt auch seit knapp 2 Jahren Paroxetin und mir ging es gut damit.
Mein erster Absetzversuch scheiterte bereits nach wenigen Tagen. Ich sollte von 20mg auf 10mg für zunächst 4 Wochen gehen. Das war viel zu viel habe ich gemerkt. Mir ging es grottenschlecht, ähnlich wie dir jetzt, und ich brauchte Wochen um mit dieser Enttäuschung fertig zu werden.

Jetzt bin ich seit 6 Tagen bei meinem zweiten Versuch. Ich habe mir vorgenommen mich in Miniaturschritten rauszuschleichen. Mit einer Muskatreibe reibe ich so ca. 2mg von der 20mg-Tablette ab. Hab vor erstmal ein paar Wochen auf 18mg zu verweilen und dann gaaaaaannnnzzzz langsam weiter runter zugehen.
Denn ich merke sogar den Unterschied von 2mg. Aber es ist auszuhalten.
Wenn ich es bis Ende des Jahres geschafft haben sollte, Paroxetin endlich ausgeschlichen zu haben, dann wäre ich früh dran - sagt mir mein Gefühl.

Also, um auf deine Frage zu antworten, wie es jetzt weiter geht, möchte ich dir raten, dir sehr viel Zeit zu nehmen und dich auf dein Gefühl zu verlassen. Ganz wichtig finde ich auch, dass du erst dann wieder anfängst mit dem Rausschleichen, wenn du dich ganz gut und sicher fühlst.

Viel Erfolg wünscht dir
Astrid

Verfasst: 18.03.2004 10:51
von Hope
Hallo ihr Lieben,

zuerst mal vielen Dank für eure Antworten.

Mittlerweile glaube ich, dass ich nicht primär unter Absetzsymptomen leide, sondern eine gewisse Resistenz gegen den Wirkstoff Paroxetin entwickelt habe. Ich habe so ziemlich alles auf der HP gelesen, und da ich meinen Korper ziemlich gut kenne, bin ich mir da ziemlich sicher. Mein Therapeut hat mir jetzt die Suspension verschrieben. Seit 1 Woche habe ich von 20mg auf 18mg, gestern dann auf 16mg reduziert (entspricht 10/9/8ml Suspension). Ich bin fest entschlossen Paroxetin abzusetzen, fühle mich aber trotzdem nicht gut. Ich habe tägliche Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme, Hezklopfen u.s.w.. Da ich auch unter ADS leide und ich mich mit der medikamentösen Behandlung dieser Störung auseinander gesetzt habe, frage ich mich ob Trevilor (Venlafaxin) für den Übergang hilfreich sein kann. Kann mir jemand von euch einen Rat geben?

Verfasst: 25.03.2004 11:28
von Astrid
Hallo Hope,

zu Trevilor kann ich dir nichts sagen. Ich habe damit keine Erfahrung.

Zum Absetzen von Paroxetin möchte ich dir aber mitteilen, dass ich beim Schritt von 20mg auf 18mg sehr ähnliche Symptome hatte wie du. Latente Kopfschmerzen, leichte Kreislaufprobleme mit Schwindelmomenten und eine Neigung zu beschleunigtem Herzschlag. Außerdem habe ich verstärkten Appetit und Reizdarm.
Auf 16mg werde ich erst reduzieren, wenn all diese Symptome verschwunden sind. Denn erst dann fühle ich mich körperlich wieder stabil und bereit für den nächsten Schritt. Das ist MEIN Weg, den ich mir vorgenommen habe. Es muss nicht DEIN Weg sein, aber du könntest es auch versuchen, auf diese Weise so schonendend wie möglich von Paroxetin weg zu kommen und vor allem ohne Einsatz eines weiteren oder anderen Medikaments.

Ich wünsche dir viel Erfolg und hoffe, wir Weggenossen bleiben weiterhin in Kontakt.

Mit herzlichen Grüßen
von
Astrid

Verfasst: 27.03.2004 12:53
von Hope
:) Hallo Astrid,

vielen Dank für deine Nachricht, mir geht es gleich viel besser, wenn ich lese, dass ich mit meinen Beschwerden nicht alleine bin.

Mittlerweile habe ich weiter reduziert und die Nebenwirkungen halten sich in Grenzen.

Sehr positiv ist, dass mein Stoffwechsel sich zu normalisieren scheint.

Ich hoffe, dass es dir auch gut geht, bis bald

Hope