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Peter Lehmann schreibt zu niederpotenten Nl

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schneefloeckchen
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Peter Lehmann schreibt zu niederpotenten Nl

Beitrag von schneefloeckchen » Samstag, 27.02.16, 19:07

Hallo an Alle!
Hier ein Auszug aus dem Artikel von Peter Lehmann über das absetzen von NL.

Prinzipiell ist bei allen Neuroleptika mit Entzugserscheinungen zu rechnen.
Niederpotente Neuroleptika weisen tendenziell stärkere vegitative Wirkungen auf,deshalb ist bei diesen
Psychopharmaka am ehesten mit Entzugerscheinungen zu rechnen.
Als niederpotent gelten Neiroleptika mit einer Potenz kleiner als 1,als mittelpotent NL mit
einer Potenz zwischen 1 und 10 und als hochpotente NL mit einer Potenz höher als 10.
Wenn Entzugserscheinungen auch bei allen Arten von NL vorkommen können zeigten sich in
einer Studie dennoch die stärksten Symptome bei niederpotenten NL.
Hierzu zählen Alimemazin,Chlorpromazin,Lemomepromazin,Promazin,Promethzin und Triflupromazin.
In der Studie stieß man auf eine Dosisunabhängigkeit der Entzugserscheinung.
Es gab keine Kolleration zwischen Intensität der Reaktion und der Dosihöhe.
Die Symptome können in-teiweise tödlich endenden-Erkrankungsformen gipfeln,die denen
des malignen neuroleptischen Syndroms entsprechen.

Ich müßte mich also bei meinem Arzt bedanken.
Liebe Grüße Monika
Zuletzt geändert von Oliver am Mittwoch, 02.03.16, 12:40, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Paraphrasierten Auszug gekennzeichnet
Seit 1995 Bromazanil 6 mg täglich
Seit 2004 Tramadol 3 mal 40 Tropfen
Seit 2007 Fentanylpflaster 25 mg/h
Seit 2008 Bromazanil 12 mg täglich
November 2010 Psychatrie für 12 Wochen,alles entzogen,dabei 7 Epi`s gehabt
2011 in der Psychatrie 20 mg Citalopram,1 Woche später 40 mg,am Entlassungstag (10.01.2011) erhöht auf 60 mg .Schwere Nebenwirkungen.Psychatrie war die Hölle.
bis 12.06. 2011 Cita genommen.Selbst abgesetzt 60-40-20-10-0,innerhalb von 3 Wochen.Ich dachte ich sterbe.
Juli 2011 Gallen Not-OP
Oktober 2011 3 Wochen Moclobemid,schwere Nebenwirkung,sofort abgesetzt
November 2011 Promethazin 25 mg 1-1-2
Ende Novenmber 2011 Venlafaxin 150 mg ,1 Tablette genommen,Hölle,ich dachte ich verbrenne innerlich.
Januar 2012 3 Tage Opipramol,schwere Nebenwirkung,abgesetzt
Juni 2014 Meine heutige Meditaion : mg Promethazin 1-0-2
Blutdrucktbl. Carmen 10/10 1-0-0
Betablocker 1-0-0
Pantoprazol 20 mg 1-0-0
Symptome:Wie Bleigewicht im Kopf,Kopfschmerzen,Tinnitus,Zungen und Lippenkribbeln,Nackenschmerzen,Nackenversteifung,
Arme und Beine wie gefesselt,Taubheitsgefühl in den Fingern und Füssen,brennen am und im ganzen Körper,Sehstörung,
verkrampfung der Extremitäten,Harndrang,Stuhldrang,Verzweiflung,Weinen,krampfartige Schmerzen im Oberbauch,Blutdrucksprünge,
körperliche Schwäche,Übelkeit,Appetitlosigkeit,Unwirklichkeitsgefühl,DR,Erkältungssymptome,starke innere Unruhe
Alle genannten Symptome mal mehr oder weniger,aber nie weg
18,10,2014 Promethazin 20 mg
27.11.2014 Promethazin 15 mg
24,01 2015 Promethazin 10 mg
13.06.2016 Promethazin 9 mg
11.07.2016 Promethazin 8 mg
28.03.2017 Promethazin 7,5 mg
03.04.2017 Promethazin 8 mg

Cashi
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Registriert: Montag, 07.09.15, 21:16

Re: Peter Lehmann schreibt zu niederpotenten Nl

Beitrag von Cashi » Mittwoch, 02.03.16, 21:32

Ich bin schockiert. Lg Cashi
1996 erstmals wegen Panikattacken 75 mg Venlafaxin
Wie lange kann ich nicht mehr genau sagen
2000 wegen Panik und generalisierter Angststörung 75 mg Trevilor angefangen ohne einzuschleichen. Massive Nebenwirkungen über 3 Wochen. Dann stabil.
2001 innerhalb zwei Wochen abgesetzt. Erst keine Probleme. Dann Zwangsgedanken Angstzustände Selbstmordgedanken. Gesundheitsängste
2002 wieder aufdosiert auf 75 mg. Viele Nebenwirkungen. Mit 60 mg besser. Gedanken und Angst weg. Alles normal.
2010 langsam Kügelchen reduzieren aber wohl doch zu schnell
August 2010 ganz weg von Trevilor
März 2011 Panikattacken. fahrt ins Krankenhaus. Ausschläge. Angst und Zwangsgedanken. Herzrasen Tags und nachts. Angst vor psychose.Flimmern vor Augen. Gefühl wie auf Watte. Kopfschmerzen. ANGST.
Juli 2011 mit Trevilor wieder angefangen. Besserung. Beschwerden weg. Nur paar Nebenwirkungen
Ende 2013 auf 37.5
Zwangsgedanken. Angst vor Psychose. Flimmern vor Augen. Wirre seltsame Gedanken die Angst machen.
Seit März 2015 wieder auf 75 mg. Besserung aller Beschwerden. Magen Darm Probleme machnmal. Gähnen. Herzklopfen. Herzangst. Aber stabil
1. Oktober ...5 % reduziert d.h. 71,4 mg Venla
seit 09.10.15 verstopfte Nase, Erkaltung, Schwindel ab und zu, rempel ständig gegen Türrahmen, Fressattacken :shock: ist aber auszuhalten
25.11.15...wieder 5 % d.h. 67,8 mg Venla
30.11. Wieder Erkältung
20.01. Wieder 5 % weniger. D.h. 64.5 mg venla
23.01.16 wie der Erkältung, Husten und keine Stimme mehr, gibts das wirklich?
16.03.16. 61.5 mg Venla. Fühle mich oft erschöpft. Muskulatur erschöpft. Manchmal Herzklopfen
Zusätzlich mehme ich seit einem Jahr Vitamin D 20.000 I.E. Woche. Aktueller Blutwert bei 46. Zusätzlich seit 4 Wochen Vitamin B von Dr. Loges. Blutwert im oberen Bereich. Zusätzlich noch Spirulina 20 Stück am Tag seit 3 Wochen
12.05.16. 5 %weniger..d.h. 58.5 mg Venla. unverändert wie oben
25.06.16. 5% weniger. D.h. 55,8 mg Venla. unverändert
..dazu kommt dieser Schwindel und taumelig.wackliger Gang. Gefühl nicht geradeaus laufen zu können. Angst
Seit 21.08.16 auf 53.4 mg Venla.Schwindel, taumelig, Magen-Darm-Probleme.
04.09.16 Panikattacke
seit 05.09.16 Zwangsgedanken, Angst verrückt zu werden, Angst Psychose zu haben, wirre Gedanken, Anst Schizophren zu sein.
09.09.16 Aufdosiert 5 Kügelchen
Auf Anraten Frorum Vitamin B weg gelassen seit 11.09.16, Spirulina seit mehreren Wochen weg
22.11.2016. 51,3 mg
01.12.16 einmal wöchentlich 20.000 I.E Vitamin D, täglich Vitamin B-Loges, Zink
10.12.16 wieder Erkältung
13.12.16 auf 48,6 mg
15.01.17 auf 46,17 mg
12.02.17 auf 43,50 mg
28.02.17 wieder Erkältung mit Bronchitis trotz Einnahme von allem möglichen. .Zink vitamin C usw
13.03.17 auf 41,40 mg
11.04.17 auf 39 mg Trevilor
01.05.17 auf 37,5 mg Trevilor. Halbzeit :party2:
20.06.17 Blasenentzündung
11.07.17 reduziert um 5 %.
28.08.17 auf 33.75 mg
25.09.17 auf 31.25 mg
10.10.17 Angstzustände Zwangsgedanken derealisation Angst vor Schizophrenie und Psychose
19.10.17 aufdosiert auf 32.5 mg
17.01.18 aufdosiert auf 33.4 mg
07.03.18 reduziert auf 32.8 mg
07.04.18 auf 30 mg
20.05.18 auf 29 mg
03.06.18 auf 28.12 mg
10.06.18 auf 27.5 mg
16.07.18 auf 26.87 mg
05.08.18 auf 26.56 mg
19.08.18 auf 26.25 mg
16.09.18 auf 25.62 mg
01.10.18 auf 25 mg
21.10.18 auf 24.37 mg
23.11.18 auf 23.12 mg
10.12.18 auf 22 mg
13.01.19 auf 21 mg
20. 01.19 auf 20 mg
Seither setze ich wöchentl. Bzw alle 2 Wochen je nach befinden ab
13.10.19 auf 9 mg

Oliver
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Re: Peter Lehmann schreibt zu niederpotenten Nl

Beitrag von Oliver » Mittwoch, 02.03.16, 21:37

Hallo Schneefloeckchen,

vielen Dank. Kannst Du uns noch einen Link zur Quelle geben?

Alles Gute
Oliver
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schneefloeckchen
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Re: Peter Lehmann schreibt zu niederpotenten Nl

Beitrag von schneefloeckchen » Donnerstag, 03.03.16, 12:40

Hallo Ihr lieben!
Ich habe für Euch jetzt mal den Link für den gesamten Artikel von Peter Lehmann.
Aber denkt bitte dran,hätte ich den Artikel damals gelesen,ich hätte mich mit Händen und Füßen
gegen jeden " Krümel" Neuroleptika gewehrt!

http://www.antipsychiatrieverlag.de/art ... ez-ver.htm

Für mich ist es unverständlich das ein Psychopharmaka wie Promethazin gegen Übelkeit,Erbrechen und
Schlafstörungen verschrieben werden aber in "Entzugskliniken" wie "bunte Smarties" wahllos verabreicht werden.
Egal ob als Tabletten oder als Tropfen "Atosil".
Ich habe es selbst erlebt,wer Nachts in der Klinik mal nicht schlafen konnte bekam Atosiltropfen und das
über mehrere Wochen.
Es ist doch ein Unding,denn wenn ich Kopfschmerzen habe nehme ich doch auch keine Magentablette,
sondern doch wohl eher eine Kopfschmerztablette.
Wenn ihr noch mehr wissen wollt,auf you Tube einfach Neuroleptika eingeben.Da macht eine junge Frau einen
Selbstversuch mit Neuroleptika,es ist Wahnsinn
Liebe Grüße Monika
Seit 1995 Bromazanil 6 mg täglich
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bis 12.06. 2011 Cita genommen.Selbst abgesetzt 60-40-20-10-0,innerhalb von 3 Wochen.Ich dachte ich sterbe.
Juli 2011 Gallen Not-OP
Oktober 2011 3 Wochen Moclobemid,schwere Nebenwirkung,sofort abgesetzt
November 2011 Promethazin 25 mg 1-1-2
Ende Novenmber 2011 Venlafaxin 150 mg ,1 Tablette genommen,Hölle,ich dachte ich verbrenne innerlich.
Januar 2012 3 Tage Opipramol,schwere Nebenwirkung,abgesetzt
Juni 2014 Meine heutige Meditaion : mg Promethazin 1-0-2
Blutdrucktbl. Carmen 10/10 1-0-0
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Symptome:Wie Bleigewicht im Kopf,Kopfschmerzen,Tinnitus,Zungen und Lippenkribbeln,Nackenschmerzen,Nackenversteifung,
Arme und Beine wie gefesselt,Taubheitsgefühl in den Fingern und Füssen,brennen am und im ganzen Körper,Sehstörung,
verkrampfung der Extremitäten,Harndrang,Stuhldrang,Verzweiflung,Weinen,krampfartige Schmerzen im Oberbauch,Blutdrucksprünge,
körperliche Schwäche,Übelkeit,Appetitlosigkeit,Unwirklichkeitsgefühl,DR,Erkältungssymptome,starke innere Unruhe
Alle genannten Symptome mal mehr oder weniger,aber nie weg
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Re: Peter Lehmann schreibt zu niederpotenten Nl

Beitrag von schneefloeckchen » Mittwoch, 09.03.16, 16:35

Hallo Ihr Lieben!
Ich habe bei Sanego einen hochinteressanten Artikel gefunden,warum Neuroleptika so schwer abzusetzen sind,der
auch für Laien gut verständlich ist.
Vielleicht ist der Artikel auch für andere User lesenswert.
Liebe Grüße Monika

Hier ist der Artikel: http://www.sanego.de/Frage_7811_Absetze ... das-dauern
"Ich will das mit den Neuroleptika einmal genau erklären. Versuche es aber einfach zu halten, so das es auch der Laie verstehen kann!

Ich werde die Chemische Reizweiterleitung am Nervensystem erklären, dies ist der Ort wo Neuroleptika, Antidepressiva und sämtliche legale und Illegale Drogen ihre Wirkungen entfachen, ich werde als Beispiel vom Botenstoff Dopamin und dem zugehörigen D2 Rezeptor sprechen:

Grundsätzlich:
Setzten sich Botenstoffe (Neurotransmitter) an für sie gemachte Rezeptoren, wird die Reizweiterleitung, also die Informationsweiterleitung erhöht. Es gibt unterschiedliche Rezeptoren & Botenstoffe, die für unterschiedliche Informationen zuständig sind.
Also kurz: Viele Botenstoffe = erhöhte Reizweiterleitung, Viele Rezeptoren = erhöhte Reizweiterleitung (empfindlichkeit)

Durch alle Neuroleptika werden z.B Antagonistisch D2 Rezeptoren besetzt. Das bedeutet einfach gesagt, das ein Teil der D2 Rezeptoren blockiert wird, Dopamin kann sich nicht mehr an die besetzten Rezeptoren setzen um seine Wirkung zu entfachen.
Warum wird das gemacht?: Man sagt, das Dopamin, wenn es sich am D2 Rezeptor setzt die Empatiefähigkeit erhöht. Werden aber jetzt D2 Rezeptoren besetzt ist die Empatiefähigkeit des Patienten herabgesetzt. Die Wirkung des Dopamin am D2 Rezeptor ist also geringer, dies ist besonders empfehlenswert für Psychosepatienten.
Ein Beispiel: Wir haben 4 Rezeptoren, davon wird jetzt durch Neuroleptika 1ner besetzt. Das bedeutet es gibt nur noch 3 freie Rezeptoren. (Zur erinnerung: weniger Freie D2 Rezeptoren, weniger Reizweiterleitung, geringere Empatiefähigkeit (lämung))
Grund für die Besetzung ist der bei einer aktiven Psychose festgestellte Überschuss an Dopamin, welcher durch die Blockade der Rezeptoren nicht mehr so gravierende Auswirkungen hat.

Bei Quetiapin (Seroquel):
Dieser Mechanismus findet auch am 5HT2A + 5HT2C Rezeptor für Serotonin statt.
Zusätzlich wird jedoch die Serotonindosis im synaptischen Spalt erhöht und eine Agonistische Wirkung am 5HT1A Rezeptor ausgeübt. Nur ganz Kurz: Agonistisch bedeutet hier, das die Reizweiterleitung am 5HT1A Rezeptor erhöht wird und mehr Serotonin im Spalt bedeutet, das sich öfter Serotonin am Rezeptor setzen kann (mehr zur verfügung), also insgesamt dadurch die Reizweiterleitung an den Serotoninrezeptoren erhöht wird.
Das ist alles gut: Zu wenig Besetzung am 5HT1A Rezeptor fördert Depressionen und Angstzustände, also gut, das hier das Neuroleptika Quetiapin entgegenwirkt und mehr Serotonin im Spalt ist und 5HT1A Rezeptoren besser besetzt werden (hier ist es also genau andersrum, mehr Besetzung: besser für die Psyche).

Zurück zur Neuroleptischen Wirkungsweise:
Bis hier hin ist die Welt in Ordnung und Neuroleptika sind gut. Wenn das schon alles wäre würden jedoch Morphin, Extasy und viele weitere Drogen, wie Neuroleptika nicht süchtig machen. Hierzu muss man Wissen, das Drogen am Selben Biologischen System wirken wie Neuroleptika. Sie wirken an der Chemisch-Neurologischen Reizweiterleitung entweder Agonistisch (also verstärkend) oder Antagonistisch (also lämend).

"Wäre das schon alles, könnte man von heut auf morgen Seroquel von 1200mg (sehr hohe Dosis) auf 0 setzen ohne irgendeine Absetzerscheindung!"

Jetzt kommt der Teil, den unsere Psychologen, die Ärzte unseres Vertrauens in ihrem Studium nicht lernen, oder uns einfach verschweigen! Es ist mit ein Grund, warum Drogensüchtige ständig ihre Dosis erhöhen und warum sie davon Sprechen, das sie bei einer gleichbleibenden Dosis nix mehr spüren und warum sie so starke Entzugserscheinungen haben. Es ist der Grund, warum ich schon seit 2 Monaten versuche die 400mg Dosis (nicht sehr hoch) von Seroquel auf 0 zu bekommen (Angstattacken, Spannungsgefühle im Kopf und anderes hindern mich und ich nehme immer wieder mehr. Würd manchmal am liebsten von meinen jetzt 100 direkt auf 400 hoch gehen):

"Das Neurochemische Chaos, von dem die Person "Anonymer" spricht ist kein Neurochemisches Chaos, sondern eine Entzugserscheinung, wie man sie von starken Drogen, wie Extasy u.a. kennt!"

Erklärung:
Das Nervensystem ist kein Fixes System, das sich statisch der Einnahme von Wirkstoffen, die Einfluss auf das Nervensystem haben aussetzt.
Es ist stand der Forschung und schon sehr lange bekannt, das der Körper Eingriffen am Botenstoffsystem, vor allem aber Blockaden von Rezeptoren innerhalb von Tagen bis maximal Wochen/Monaten entgegenwirkt.
Nehmen wir Dopamin: Werden von unseren 4 Dopamin Rezeptoren 1ner besetzt, so haben wir 3 freie Dopamin Rezeptoren, haben aber jetzt ein falsches Verhältnis von der Anzahl an Dopamin Stoffen und der freien Rezeptoren. Der Körper gleicht das aus, indem er neue Dopamin Rezeptoren an die Nervenzellen anbaut und wenn nicht anders möglich vergrößert er die Postsynapse um mehr D2 Rezeptoren anzubauen. Ebenso wie wir lernen zu lesen oder zu schreiben bauen sich im Nervensystem die Nervenzellen weiter aus.
Das bedeutet jetzt wir nehmen 400mg Seroquel, bspw. von 4 Rezeptoren wird 1ner besetzt, so baut der Körper nach einer weile, einen neuen Dopamin-D2-Rezeptor an.
Wir haben jetzt 5 Rezeptoren, wovon 1ner besetzt ist. Also 4 aktive, genau wie vor der NL Einnahme. Die Positive NL Wirkung am D2-Dopaminsystem besteht nicht mehr. Richtig gehört, die Blockierende Wirkung am D2 Rezeptor durch Seroquel bringt keine Wirkung mehr mit sich.
Bei Quetiapin (Seroquel): Ebenso ist es am 5HT2A + 5HT2C Rezeptor, auch diese Antagonistischen Wirkungen sind jetzt nicht mehr vorhanden, weil der körper jetzt einfach neue Rezeptoren angebaut hat. Der Körper hat gelernt, genau so wie er auch lernt, wenn wir z.B einen Text auswendig lernen.
Bei den Antagonistischen Wirkungen ist das bekannt, dennoch werden Neuroleptika für die Langzeittherapie eingesetzt.
"Kurz: Die Antagonistischen Wirkungen der NL sind nicht mehr vorhanden!"

Was ist aber jetzt, wenn wir das Medikament absetzen?
Jetzt sind 5 Rezeptoren da! Wir wissen viele freie D2 Rezeptoren sind schlecht für das Vermeiden der Psychose. Ja, jetzt setzen wir die ohnehin nicht mehr Positiv wirkende Dosis ab. Das bedeutet, wir haben 5 freie D2 Rezeptoren (zur Erinnerung: Bevor wir überhaupt Seroquel eingenommen haben waren es 4 freie).
Das bedeutet, das wir durch das Medikament Psychisch krankhafte Symptome haben, wenn wir es absetzen und genau das sind auch die Gründe, warum ein Drogensüchtiger Entzugserscheinungen hat, wenn er absetzt und warum er die Dosis immer weiter erhöht.
"Die Symptome, die eigentlich durch das NL ausgebremst werden sollen, werden durch das NL weiter ausgebaut (gefördert)!"
"Der Arzt sagt jetzt: Du bist Psychisch krank, musst wieder NL nehmen!"

Ich habe Entzugserscheinungen:
Bei mir in Form von Angstzuständen, welche ich noch nie in meinem Leben vorher hatte. Meist bis zu 7 Tage sind es bei mir nach einer Dosisreduzierung. Ich weis nicht genau wie lange sie sein können, aber ich empfehle sehr langsam abzusetzen.
Mein Arzt meint ich soll es weiternehmen, aber ich kann sicher sagen, das es nicht besser wird, wenn man es länger nimmt. Meine Angstzustände vom Absetzen wären laut meinem Arzt Zeichen meiner Psychischen Krankheit und ich soll es weiternehmen (könnt ihn umbringen).

Ich weis es war sehr lang, aber jetzt noch mal die Schlussfolgerungen:
- Neuroleptika beheben lediglich Symptome, keine Ursache
- Die Antagonistischen Wirkungen des Neuroleptikas machen indirekt körperlich Abhängig
- Die Antagonistischen Wirkungen des NL's fördern als Krankhaft bezeichnete Symptome
- die Antagonistischen-Rezeptorbesetzungen besitzen nach Tagen schon keinerlei Wirkung mehr
- Über die Agonistischen Wirkungen weis ich leider noch nichts in bezug auf Gegenregulationen

Schlussfolgerungen der Schlussfolgerungen:
- Neuroleptika am besten garnicht über lange Zeit nehmen
- Psychisch-Krankhafte Symptome als Entzugserscheinungen betrachten, nicht verrückt machen!
- Neuroleptika ganz, ganz langsam absetzen

Es ist quatsch zu sagen, das dass bei Drogen etwas völlig anderes ist, es ist Neurologisch genau das selbe. Der einzige Unterschied ist, das Drogensüchtige die Dosis bis ins unermäßigte steigern und dass das selbe an einem anderen Nervensystem stattfindet aber teilweise sogar am gleichen.
Das Schlimmste für mich ist, das die Symptome, welche Psychisch beseitigt werden sollen genau das gegenteil bewirken und die Kranken damit noch weiter ins aus gebracht werden. Ihnen wird dann ständig klar gemacht, das sie Krank sind. Die Pharmaunternehmen Freuts natürlich, es gibt durch die Abhängigkeit und die Patientenverarsche (sorry) viel Geld.
Ich habe mir schon oft die Frage gestellt ob Ärzte das alles Wissen und bewusst verschweigen oder ob sie einfach nur nicht wissen, womit sie da rumwerfen. Bei der Psychiatrie in der ich war waren 2 Psychologen für 29 Patienten, und natürlich die Pillen für alle!"
Zuletzt geändert von Oliver am Mittwoch, 09.03.16, 16:41, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitat repariert und Link ergänzt
Seit 1995 Bromazanil 6 mg täglich
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November 2010 Psychatrie für 12 Wochen,alles entzogen,dabei 7 Epi`s gehabt
2011 in der Psychatrie 20 mg Citalopram,1 Woche später 40 mg,am Entlassungstag (10.01.2011) erhöht auf 60 mg .Schwere Nebenwirkungen.Psychatrie war die Hölle.
bis 12.06. 2011 Cita genommen.Selbst abgesetzt 60-40-20-10-0,innerhalb von 3 Wochen.Ich dachte ich sterbe.
Juli 2011 Gallen Not-OP
Oktober 2011 3 Wochen Moclobemid,schwere Nebenwirkung,sofort abgesetzt
November 2011 Promethazin 25 mg 1-1-2
Ende Novenmber 2011 Venlafaxin 150 mg ,1 Tablette genommen,Hölle,ich dachte ich verbrenne innerlich.
Januar 2012 3 Tage Opipramol,schwere Nebenwirkung,abgesetzt
Juni 2014 Meine heutige Meditaion : mg Promethazin 1-0-2
Blutdrucktbl. Carmen 10/10 1-0-0
Betablocker 1-0-0
Pantoprazol 20 mg 1-0-0
Symptome:Wie Bleigewicht im Kopf,Kopfschmerzen,Tinnitus,Zungen und Lippenkribbeln,Nackenschmerzen,Nackenversteifung,
Arme und Beine wie gefesselt,Taubheitsgefühl in den Fingern und Füssen,brennen am und im ganzen Körper,Sehstörung,
verkrampfung der Extremitäten,Harndrang,Stuhldrang,Verzweiflung,Weinen,krampfartige Schmerzen im Oberbauch,Blutdrucksprünge,
körperliche Schwäche,Übelkeit,Appetitlosigkeit,Unwirklichkeitsgefühl,DR,Erkältungssymptome,starke innere Unruhe
Alle genannten Symptome mal mehr oder weniger,aber nie weg
18,10,2014 Promethazin 20 mg
27.11.2014 Promethazin 15 mg
24,01 2015 Promethazin 10 mg
13.06.2016 Promethazin 9 mg
11.07.2016 Promethazin 8 mg
28.03.2017 Promethazin 7,5 mg
03.04.2017 Promethazin 8 mg

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Re: Peter Lehmann schreibt zu niederpotenten Nl

Beitrag von padma » Mittwoch, 09.03.16, 19:06

liebe Monika, :)

danke dir fürs Reinstellen.
Es ist wirklich gut erklärt.

Diese Stelle möchte ich allerdings kommentieren:
Das ist alles gut: Zu wenig Besetzung am 5HT1A Rezeptor fördert Depressionen und Angstzustände, also gut, das hier das Neuroleptika Quetiapin entgegenwirkt und mehr Serotonin im Spalt ist und 5HT1A Rezeptoren besser besetzt werden (hier ist es also genau andersrum, mehr Besetzung: besser für die Psyche).
Es gibt keinen Beleg dafür, dass diese Rezeptorenbesetzung Depressionen und Angstzuständen entgegen wirkt. :!:

lg padma

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Re: Peter Lehmann schreibt zu niederpotenten Nl

Beitrag von schneefloeckchen » Mittwoch, 09.03.16, 19:51

Liebe Padma!
Danke für die Richtigstellung.
Ja ich wußte es auch,aber es stand nun mal so in dem Artikel drin.
Aber ich wollte den Artikel nicht verändern oder etwas streichen sondern im Original lassen.
Liebe Grüße Monika
Seit 1995 Bromazanil 6 mg täglich
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November 2010 Psychatrie für 12 Wochen,alles entzogen,dabei 7 Epi`s gehabt
2011 in der Psychatrie 20 mg Citalopram,1 Woche später 40 mg,am Entlassungstag (10.01.2011) erhöht auf 60 mg .Schwere Nebenwirkungen.Psychatrie war die Hölle.
bis 12.06. 2011 Cita genommen.Selbst abgesetzt 60-40-20-10-0,innerhalb von 3 Wochen.Ich dachte ich sterbe.
Juli 2011 Gallen Not-OP
Oktober 2011 3 Wochen Moclobemid,schwere Nebenwirkung,sofort abgesetzt
November 2011 Promethazin 25 mg 1-1-2
Ende Novenmber 2011 Venlafaxin 150 mg ,1 Tablette genommen,Hölle,ich dachte ich verbrenne innerlich.
Januar 2012 3 Tage Opipramol,schwere Nebenwirkung,abgesetzt
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Blutdrucktbl. Carmen 10/10 1-0-0
Betablocker 1-0-0
Pantoprazol 20 mg 1-0-0
Symptome:Wie Bleigewicht im Kopf,Kopfschmerzen,Tinnitus,Zungen und Lippenkribbeln,Nackenschmerzen,Nackenversteifung,
Arme und Beine wie gefesselt,Taubheitsgefühl in den Fingern und Füssen,brennen am und im ganzen Körper,Sehstörung,
verkrampfung der Extremitäten,Harndrang,Stuhldrang,Verzweiflung,Weinen,krampfartige Schmerzen im Oberbauch,Blutdrucksprünge,
körperliche Schwäche,Übelkeit,Appetitlosigkeit,Unwirklichkeitsgefühl,DR,Erkältungssymptome,starke innere Unruhe
Alle genannten Symptome mal mehr oder weniger,aber nie weg
18,10,2014 Promethazin 20 mg
27.11.2014 Promethazin 15 mg
24,01 2015 Promethazin 10 mg
13.06.2016 Promethazin 9 mg
11.07.2016 Promethazin 8 mg
28.03.2017 Promethazin 7,5 mg
03.04.2017 Promethazin 8 mg

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