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Liebe Mitglieder des ADFD-Forums, liebe Interessierte,

Update: Die Wiedereröffnung für neue Teilnehmer verzögert sich noch ein wenig. Geplanter Termin ist der 1.8. Das neue Konzept steht aber mittlerweile und wir arbeiten im Hintergrund an der Umsetzung.

Erste Veränderungen in Form zweier neuen Rubriken sind nun eingestellt, Erläuterungen siehe den Artikel über die geplanten Änderungen.


Seit dem 31.03.2019 Ist das Forum für Neuanmeldungen geschlossen. Bislang freigeschaltete Mitglieder können das Forum natürlich wie gewohnt nutzen und dort schreiben.

Es tut uns leid für diejenigen, die sich nun gerne anmelden möchten und nicht können, aber aufgrund einer völligen Überlastungssituation sind wir nicht mehr in der Lage noch mehr Mitglieder zu betreuen. Wir müssen uns in den kommenden Wochen auch überlegen, wie das Forum künftig organisiert werden kann, so dass es fortbestehen kann. Das Forum wurde in den letzten Wochen geradezu mit Neuanmeldungen geflutet und es ist uns nicht mehr möglich, diese Massen an Anfragen auf Basis unseres ehrenamtlichen Engagements zu bewältigen.

Trotzdem wollen wir keinen von Euch hängen lassen.
Zum einen steht in diesem Forum wirklich alles Relevante, was Ihr wissen müsst, wenn Ihr Eure Psychopharmaka verantwortungsvoll, schonend und nachhaltig absetzen wollt und zum anderen haben wir auch extra noch mal die allerwichtigsten Artikel und Tipps für Euch zusammengestellt.
Nehmt Euren Wunsch, Eure Medikamente auszuschleichen aktiv in die Hand, lest die Infoartikel, wühlt Euch durch die Threads der anderen Betroffenen und erlebt, dass alle im gleichen Boot sitzen, benutzt gerne auch die Suchfunktion... Ihr werdet sehen, so gut wie keine Frage wird unbeantwortet bleiben.

=> Hier sind nochmal häufige Fragen von Neuankömmlingen für Euch beantwortet. <=

Für unsere Bestandsmitglieder und natürlich auch für diejenigen, die an den tiefer gehenden Gründen interessiert sind, weswegen wir den Anmeldestopp verhängt haben, haben wir eine genauere Erklärung verfasst.

Wir danken für Euer Verständnis und erbitten zahlreiches und konstruktives Mitwirken
Das Team des ADFD

Flummi: Aripiprazol (vorher: Citalopram) absetzen

Auch für Antiepileptika (z.B. Lyrica/Pregabalin), Stimmungsstabilisierer und Stimulanzien
Flummi

Re: Flummi: Aripiprazol (vorher: Citalopram) absetzen

Beitrag von Flummi » Sonntag, 15.07.18, 8:39

Hallo,

ich habe mich lange nicht gemeldet und werde sicher auch nicht so oft hier reinschauen. Dennoch alles Gute allen!

Sowohl mein Mann als auch ich haben gemerkt, dass je weniger Medikamente wir nehmen, desto mehr halten wir Abstand von Internet, Handy, Social Media etc...
Zunächst erscheien uns das seltsam, aber es war, als würde die Lähmung, die das Medikament verursacht, dadurch ausgeglichen werden, dass man ständig ins Internet schaut oder auf sein Handy. So eine Art Erstazbeschäftigung, weil es immer einen Nachteil hat, einen Menschen lahmzulegen durch Medikamente. Dann fängt er an, woanders geschäftig zu sein.
Als wir beide nun in letzter Zeit reduzierten, haben wir Dinge gemacht wie: facebook-Account gelöscht, Handy statt Smartphone, das Handy auch mal zu Hause gelassen und sind sehr glücklich damit. So wurde mein Austausch hier auch immer geringer.
Bin dennoch sehr dankbar für jede Hilfe, die mir hier zuteil wurde. Und hoffentlich bald sind wir beide auf Null.

Alles Gute!
Claudia

Black
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Re: Flummi: Aripiprazol (vorher: Citalopram) absetzen

Beitrag von Black » Sonntag, 15.07.18, 22:59

Hallo Flummi

Wow so etwas zu lesen macht schon etwas Mut.
Es ist sicher nicht verkehrt noch jemanden zu haben mit dem man reduziert. So kann man sich gegenseitig den Rücken stärken und weitere Strecken zurücklegen.

Wünsche euch beiden alles gute :)
Pyschose mit 18 Jahren
Abgesetzte Medikamente
Risperdal, Zyprexa, Zopiclon

Seit 2010 erfolgreich auf Amisulprid umgestellt
2015 Prolaktin Werte zu hoch, immernoch unbehandelt

Medikamenten-Plan:
Seit 2011 Amisulprid 2x 450 = 900 mg täglich
23 Mai 100 mg Amisulprid abgesetzt
3 Jahre Abilify 5 mg - Seit dem 23. Mai 2018 abgesetzt

Seit Juni ?? zurück zur 900mg Amisulprid und 5mg Abilify
Pantoprazol 40 mg
Lorazepam 4 x 0,5
Seroquel 75 mg zum schlafen

Ungefähr seit Anfang Juni 25 mg morgens und abends 25 mg weniger Solian. Wochenlang Kopfschmerzen.
Akineton eingenommen seit Anfang Juni.

Probleme mit Alkohol seit Februar 2018

Seit 17.02. 2019 zurück zur alten Dosierung
Solian 2x 450 mg Morgens und Abends
Abilify 5 mg morgens
Seroquel 75 mg zum schlafen
Tavor 3x täglich 0,5 zur Nacht 1mg
Risperidon 1 mg als Bedarf

Anikke
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Re: Flummi: Aripiprazol (vorher: Citalopram) absetzen

Beitrag von Anikke » Montag, 16.07.18, 8:06

liebe flummi,
das ist total schön zu lesen!
sehr vernünftig, den Medien weniger Beachtung zu schenken und sich sich selbst zuzuwenden :)
ich konnte unter Mirtazapin tatsächlich gar nicht anders als nur am Handy hängen- das wird mit sinkender Dosis auch besser :)
Liebe grüße anikke
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Re: Flummi: Aripiprazol (vorher: Citalopram) absetzen

Beitrag von takan » Montag, 16.07.18, 22:19

wow du bist bei 0,1ml angekommen, bald bist du komplett von dem zeug los, ich reduziere auch gerade, aber leider von der hammerdosi 15mg/d.
nach dem letzten tropfen und 4 wochen danach bist du offiziel medikamente frei! nur weiter so!

nun bin ich stolzen 3,75mg. nun muss ich am ende des monats nur die psychiaterin überzeugen mir 5mg mit bruchkerbe zu verschreiben. ist leider eine neue therapeuthin, weil der oberarzt keine zeit mehr hat :(
Diagnose 2015
-Depression
-Psychotische Episode durch Cannabinoide
Differential Diagnose
akute polymoprohe psychotische Störung mit Symptomen einer Schizophrenie.
Diagnose 2017
-Paranoide Schizophrenie
-kombinierte Persönlichkeitstörung
-Psychische Verhaltungstörung durch Cannabionoide: Abhängigkeitsyndrom
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Flummi

Re: Flummi: Aripiprazol (vorher: Citalopram) absetzen

Beitrag von Flummi » Dienstag, 17.07.18, 9:38

Hallo Takan,

wie sieht es bei Dir mit der Flüssigen Form von Aripiprazol aus? Lässt sich gut dosieren, besser als die Tabletten.

Viele Grüße,
Claudia

takan
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Re: Flummi: Aripiprazol (vorher: Citalopram) absetzen

Beitrag von takan » Dienstag, 17.07.18, 15:44

ich hab erst in märz eine n3 packung 15mg bekommen die ich 1/2 nehmen sollte, also 7,5mg. nach 3 monaten bin ich selbständig auf 3,75mg (1/4) gegangen, weil ich immer noch so müde war. erst jetzt bin ich nicht mehr so müde und es klappt wunderbar, konzentration wird auch besser. in meinen thread konnt ich sogar selbstreflexieren.

als nächstes wollt ich 5mg mit bruchkerbe holen, wenn die neue psychiaterin in der pia mitspielt. dann kann ich auf 2,5mg nehmen und dann nach 3 monaten auf 2mg. dann wollt ich in 10-20% schritten runtergehen. ich habe mir ja die grafik angeguckt, leider habe ich sie nicht mehr im kopf genau. glaube ab 5mg verlässt man das therapeutische plateau und es werden sehr schnell neue frei.

wie gesagt, ich muss hoffen dass die neue psychiaterin mitspielt. es ist ja meine 2. psychose und der oberarzt meinte 2 jahre und er hat vorher mit mir immer reduziert. aber da er keine zeit mehr hat muss ich zu einer neuen ärztin in der pia. und noch muss ich mit der ärztin disuktieren, dass ich keine schizhophrene psychose hatte, sondern eher sowas wie eine episode ohne symptome einer schizophrenie/anhaltende wahnhafte störung. ich verneine es ja nicht eine psychose zu haben, sondern was nicht schizophrenes.
Diagnose 2015
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Flummi

Re: Flummi: Aripiprazol (vorher: Citalopram) absetzen

Beitrag von Flummi » Donnerstag, 02.08.18, 9:56

Hallo,

ich wollte einmal als Rückmeldung geben, dass die Reduktion auch bei ganz niedrigen Dosen noch anstrengend sein kann, obwohl man denkt, die wirken doch schon gar nicht mehr. Beim Schritt von 0,2 ml auf 0,1 ml hatte ich jetzt einige Tage zwischendurch, wo ich etwas reizüberflutet war, was vorher eher selten war.
Meine Ärztin hat m.E. leider etwas Druck aufgebaut, auch wenn sie vilelicht das beste wollte. Beim letzten Besuch war ich bei 0,6 ml und sie sagte, dass ich dann ja auch langsam aufhören könne (bringt eh nichts mehr). Nun habe ich Ende August den Termin bei ihr und es sind ja wirklich nur noch Mini-Dosen, die ich täglich zu mir nehme. (0,1 ml) Ich überleg schon, einen Schritt von 0,05 ml einzubauen und spüre, wie enorm abhängig man von diesem Zeug sein kann. Abhängigkeit erscheint dann wie eine Schwäche und am liebsten würde ich den Termin bei ihr verschieben, um nicht diesen Druck zu haben, dann Ende August fertig sein zu müssen. Gleichzeitig ist die Flasche bald leer (vielleicht noch 40 ml) und sie wird sicher nichts mehr verschreiben.
Nach diesem letzten Termin wollte ich dann auch nicht mehr wirklich hingehen und denke mir: wenn ich jetzt das Zeug aber noch nehme, dann klar, noch einen Termin dranhängen in drei Monaten (wird sie sicher sagen). Andererseits habe ich jetzt ja immer meinen Mann an meiner Seite bei den Arztbesuchen und bin dem ganzen nicht so ausgeliefert....

Gerade also mal wieder sehr viele Variablen in der Gleichung...
....hat jemand eine Idee?

Viele Grüße,
Claudia

Murmeline
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Re: Flummi: Aripiprazol (vorher: Citalopram) absetzen

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 02.08.18, 12:16

Hallo Claudia,

Volkmar Aderhold oder Jann Schlimme, die sich als Fachärzte auch fürs Absetzen interessieren, habe ich bei entsprechenden Fachtagungen auch schon berichten gehört, dass es gegen Null besonders schwierig sein kann. Lass dich nicht aus dem Konzept bringen! Ein Zwischenschritt einzulegen sollte dich emotional nicht belasten, es ist eher ein Zeichen von guter Selbstfürsorge.

Grüße, Murmeline
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Flummi

Re: Flummi: Aripiprazol (vorher: Citalopram) absetzen

Beitrag von Flummi » Donnerstag, 02.08.18, 12:51

Hallo Murmeline,

danke für die schnelle Antwort. Ich mag es, wenn Ärzte einfach große "Wissensspeicher" sind, toll! Sowas ist wichtig.

Fühlt sich besser an, wenn es anscheinend mehr Menschen mit diesen Problemen gibt. Danke dafür!

Dann werde ich mal weiter schauen, wann ich bereit bin, das Medikament "loszulassen" und wann noch ein Zwischenschritt nötig ist...

Alles Gute und viel Kühle heute!

Claudia

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Re: Flummi: Aripiprazol (vorher: Citalopram) absetzen

Beitrag von Neverthelessw11 » Donnerstag, 02.08.18, 22:44

Guten Abend,

meine Gedanken dazu sind: Wenn du noch nicht bereit bist, dann lass dich nicht dazu drängen von äußeren Umständen. Klingt jetzt vllt zu naiv gedacht, aber du gewinnst einfach gar nichts, wenn du in den aller letzten Zügen dich so überfordert (körperlich und psychisch), dass es dir schlechter geht. Du hattest beim letzten reduzieren noch Symptome und ich finde die solltest du ernst nehmen. Und 40 mL reichen ja noch eine ganze Weile wenn du nur 0.1 mL nimmst... Aber ich würde im Zweifel lieber das ganze Paket mit zusätzlichem Termin etc annehmen. Weil so ist die Chance, dass du danach für immer daraus bist, höher als wenn du es jetzt über das Knie brichst. Hör auf dich rein. Und wie schon gesagt wurde... Fürsorge für sich selbst ist eine Stärke und keine Schwäche.

Liebe Grüße
Never
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Grund der Medikamenteneinnahme: Somatisierungsstörung, Angststörung + (daraus resultierende Verzweiflung aka) Depressionen

Psychiatrieaufenthalte:
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Absetzgründe:
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Absetzverlauf: :schnecke:-Tempo von Beginn an
Beginn des Absetzens am 24.11.2017 bei 150 mg Seroquel Retardiert
Aktueller Stand des Absetzens: Retardiert: 0 - 0 - 100 + Unretardiert: 0 - 0 - 0
Zwischenstufen (Immer Anpassung an Klausuren und Uniplanung):
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Experimente mit NEM: Keine Aktiven.
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Re: Flummi: Aripiprazol (vorher: Citalopram) absetzen

Beitrag von Flummi » Freitag, 03.08.18, 13:24

Hallo Ihr beiden,

ich danke Euch für Eure Hinweise. Einfach weniger stressen lassen, klingt gut!

Eine Sache wollte ich noch hinzufügen, die mich vorsichtig sein lässt: es sind noch recht viele Nebenwirkungen da: Gewichtszunahme, EPMS, Zwangsgedanken.
Bevor ich irgendwas ändere, warte ich noch eine weitere Woche ab, wie die sich gestaltet.

Vielen Dank!
Claudia

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Re: Flummi: Aripiprazol (vorher: Citalopram) absetzen

Beitrag von LinLina » Freitag, 03.08.18, 15:41

Liebe Claudia :-)

wenn es für dich irgendwie geht, mache doch lieber noch ein paar Zwischenschritte mehr.

Dass die Nebenwirkungen noch so deutlich sind, lässt vermuten dass noch viele Rezeptoren belegt sind.

Ich bin ein wahrscheinlich ein "extremer Fall" aber habe bei 0.004 mg meines Medikaments noch Probleme beim reduzieren :-( (bei 30 mg gestartet).

Liebe Grüße
Lina
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Hinweis: Alle meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerte - meine eigenen, und die anderer Betroffener - und die wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

Flummi

Re: Flummi: Aripiprazol (vorher: Citalopram) absetzen

Beitrag von Flummi » Montag, 06.08.18, 10:10

Hallo Lina,

vielen Dank! Wie ist das Gespräch mit Deinem verschreibenden Arzt dazu? Wundert er sich, verschreibt er dennoch?

Liebe Grüße,
Claudia

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Re: Flummi: Aripiprazol (vorher: Citalopram) absetzen

Beitrag von LinLina » Montag, 06.08.18, 10:30

Hallo Claudia :-)

meine Ärztin wundert sich aber akzeptiert es. Ich habe zum Glück inzwischen sowohl eine Psychiaterin als auch eine Hausärztin die zwar nicht immer hilfreich sind, aber trotzdem respektvoll und meist auf Augenhöhe mit mir umgehen.

Ich habe schon den Eindruck, dass sie mir halbwegs glauben, dass ich diese "wundersamen" Symptome habe auch bei kleinen Schritten.

Sie sagen nur immer, sie hat noch nie davon gehört dass jemand stärkere Probleme beim Absetzen gehabt hätte, das sagen sie aber schon seit beginn des Absetzens :?

Was sie wirklich denken weiß ich natürlich nicht, aber sie akzeptieren meine Vorgehensweise.

Ich finde es sehr schlimm wenn ein Arzt/eine Ärztin nichts mehr verschreibt, nur weil die Dosis sehr klein ist und man langsamer absetzten möchte.

Wofür soll das gut sein? Wenn das Medikament doch sowieso "nicht mehr wirkt und nur homöopathisch ist" (laut vieler Ärzte, natürlich stimmt das nicht) dann sollte doch auch kein Schaden darin bestehen es in der Mini-Dosis noch eine Weile weiter zu nehmen, wenn das dabei unterstützt dass wir besser zurecht kommen.

Liebe Grüße
Lina
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Flummi

Re: Flummi: Aripiprazol (vorher: Citalopram) absetzen

Beitrag von Flummi » Montag, 06.08.18, 13:57

Hallo LIna,

danke für Deine Antwort. Ich fürchte mich nun nicht mehr so sehr vor den Arztbesuchen, da ich meinen Mann immer mitnehme bzw. er ganz gern meinen "Anwalt" mimt :) Daher hoffe ich, wird das auch ganz ok. Wäre ich allein, würde ich den Besuch dort mehr fürchten zB nicht ernst genommen zu werden.

Letztlich habe ich Abilify noch massig in Tablettenform zu Hause, wobei mir ein Wechsel natürlich nicht ganz so recht wäre.


Viele Grüße,
Claudia

Flummi

Re: Flummi: Aripiprazol (vorher: Citalopram) absetzen

Beitrag von Flummi » Dienstag, 14.08.18, 19:32

Hallo,
viele Grüße aus unserem Urlaub in Norddeutschland, meiner Heimat. Meinem Mann gefällt hier Natur und Mensch sehr gut und es besteht nach 25 Jahren endlich einmal die Möglichkeit, in meiner Heimat Fuß zu fassen, nachdem ich eine lange Odyssee durch habe, was den Wohnort angeht. Das tut der Seele außerordentlich gut, wieder zu Hause zu sein. Auch meinem Mann tut diese gewisse Sanftheit bei den Menschen hier gut.

Viele Grüße von der Küste!
Claudia

crazy
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Re: Flummi: Aripiprazol (vorher: Citalopram) absetzen

Beitrag von crazy » Montag, 27.08.18, 10:22

Hallo Flummi,
viele liebe Grüße und einen schönen Urlaub!
Mich ermutigt dein Absetzbericht sehr, dass ich es auch irgendwann schaffe ohne Medikamente oder wenigstens mit weniger.
Momentan bin ich bei 3 mg stehen geblieben, weil ich das Gefühl hatte, ich brauche eine Pause beim Absetzen.
Ich finde, das Bauch und sonstige Gefühl für den eigenen Körper enorm wichtig und wenn du einen Zwischenschritt einlegst, dann ist das doch deine Entscheidung. Das sollte eine Ärztin akzeptieren.

LG
Veronika
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padmaUlulu
2008/09:Klinikaufenthalt mit Verdacht auf Psychose/Anpassungsstörung
Medikation: Zyprexa (0-0-5), nach 2 Wochen abgesetzt
2009: Klinikaufenthalt (psychosomatisch)
Medikation: 1,5 mg Risperidon (0-0,5-1)
2009/10: schrittweise Reduktion von 1,5 mg auf 1 mg auf 0,5 mg Risperidon
2010-2015: keine Medikamente

2015: Stimmenhören verbunden mit sehr belastender Situation, Arbeitslosigkeit. Klinikaufenthalt August 2015, Verdacht auf Psychose, 12,5 mg Abilify
2016/17: schrittweise Reduzierung von 12,5 auf 10 auf 7,5 auf 5 mg.
seit ca. März 2017: stabil auf 5 mg Abilify
Dez. 2017: Absetzversuch auf 3,75 mg dann auf 2,5 mg Abilify, Abbruch wegen erneutem Stimmenhören
Seit Dez. 2017: wieder stabil auf 5 mg Abilify
Symptome: keine
Nebenwirkungen: Müdigkeit, vereinzelt depressive Tage. Kinderwunsch.
sonstige Therapie: ambulante Gruppentherapie

29.04. Reduktion von 5 mg auf 4,5 mg mit der Wasserlösemethode
04.05. 5mg-5mg-2,5mg im dreitägigen Rhythmus, ø ca. 4,2mg
21.05.18 sehr hohes Schlafbedürfnis auch tagsüber
23.05. Einnahme abends wegen der Müdigkeit
01.06. 5mg-2,5mg im zweitägigen Rhythmus abends
06.06. 2,5mg-5mg-2,5mg im dreitägigen Rhythmus abends
psychotische Symptome:keine
aber: müde, gereizt, weinerlich
Homöopathie: Pulsatilla alle 4 Wochen
06.07.18 Umstellung auf Aripiprazol flüssig
3,0 mg abends
02.09.18 2,75 mg abends
10.11.18 2,5 mg morgens, Urlaub
Übelkeit, geruchsempfindlich, Müdigkeit, Grübeln, kein Kaffee mehr, kein Alkohol
20.11.18 zurück aus dem Urlaub, keine Übelkeit mehr,
Homöopathie: jetzt Calcium Carbonicum
27./28.11.18 Venen-Operation, 1 Nacht stationär, Spinalanästhesie und Novalgin/Ibuprofen
Homöopathie: Arnica, Staphisagria
Probleme mit dem Durchschlafen, tagsüber müde
29.11.18 2,0 mg Abilify morgens, früherer Absetzschritt, weil sowieso krank geschrieben
07.12.18 2,0 mg keine psychotischen Anzeichen, Gewicht: 84 kg
10.12.18 2,0 mg, gehe wieder arbeiten,
nachts noch teilweise Schmerzen, bei Bedarf Ibuprofen abends und Pantoprazol (Magenschutz) morgens
12.12.18 1,8 mg morgens
starke Gefühle, wütend
26.12.18 1,6 mg morgens
:schnecke:
Keine Therapie mehr (wegen Umzug zu weit weg)
09.01.2019 1,4 mg morgens
schlechte Laune, Einschlafprobleme, negative Gedanken, Müdigkeit
23.01.19 1,2 mg morgens
06.02.19 1,0 mg morgens
10.02. auf 11.02. nachts Einschlafprobleme :bettzeit: Baldrian Dispert zum besseren Einschlafen, als das nichts hilft 1,0 mg um 2 Uhr nachts
17.02.19 1,0 mg abends

Endspurt
20.02.19 0,9 mg abends
27.02.19 0,8 mg abends
03.03.19 0,4 mg abends
07.03.19 Medikament vergessen
08.03.19 0,2 mg abends
Homöopathie: veratrum Album C200
keine psychotischen Anzeichen, hohes Schlafbedürfnis, 88-89 kg
09.03.19 träge, komm nicht aus dem Bett, müde, Stimmung aber stabil, friere schnell, leichtes Kratzen im Hals, trockener Mund
Nahrungsergänzung: Floradix Eisen Folsäure Dragees
11.03.19 0,0 mg :party2:
müde, aber gut gelaunt

nach 0:
13.03.19 gar kein Kaffee mehr
14.03.19 mega viel Durst, gute Laune
24.03.19 veratrum album
05.03.19 veratrum album

Flummi

Re: Flummi: Aripiprazol (vorher: Citalopram) absetzen

Beitrag von Flummi » Mittwoch, 29.08.18, 10:24

Hallo,
wir haben uns wegen der schlechten Luft in der Großstadt entschieden, in einem Gästezimmer auf dem Lande für eine Zeit zu wohnen. Das tut, wie ich merke, auch der Seele gut. Viel besserer Schlaf, das Einkaufen im Supermarkt ist nicht mehr ganz so anstrengend wie es zuvor war.

Viele Grüße,
Claudia

Flummi

Re: Flummi: Aripiprazol (vorher: Citalopram) absetzen

Beitrag von Flummi » Montag, 03.09.18, 10:02

Hallo,

vor einigen Tagen hatte ich für zwei-drei Tage die 0,05 ml Aripiprazol nicht genommen und hatte gleich Konzentrationsschwierigkeiten. Das mal als Beispiel, wie potent die NL auch im niedrigen Bereich sein können. :(
Jetzt wieder genommen und leicht runter reduziert auf 0,02 ml. Frage mich, wie ich mit der Flüssigvariante noch kleinere Dosen bekomme? Die Spritze von 1 ml hat als wirklich untersten Bereich 0,02 ml zur Abmessung...im Netz sah ich noch Insulin-Spritzen für 0,5 ml, die könnten denke ich bis 0,01 ml runter gehen, aber dann wird es wirklich schwierig....

Der Termin bei der Psychiaterin war ok, mein Mann war wie immer mit. Das erleichtert alles (er ist "Alibi"/"Persilschein" und Anwalt zugleich). Sie fragte, ob ich das immer noch nehme (also wenig Wissen über langsames Reduzieren schien mir), war aber auch interessiert, wie ich das genau abmesse (mit Glas-Spritze aus der DDR sagte ich). Hat mir netterweise noch eine Flasche aufgeschrieben. Ist ganz gut, denke ich, da dann kein Stress entsteht, dass die Flasche bald leer ist.

Viele Grüße,
Claudia

Flummi

Re: Flummi: Aripiprazol (vorher: Citalopram) absetzen

Beitrag von Flummi » Montag, 03.09.18, 10:05

PS: Messpipetten 0,1 ml.
http://www.mlv-gmbh.de/epages/MLV-GmbH. ... 1471111061
Denkt Ihr, das wäre was? Vielleicht sogar aus der Apotheke?

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