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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von carlotta » Freitag, 11.05.18, 12:13

Hallo Bützfeld,
Buetzfeld hat geschrieben:
Freitag, 11.05.18, 11:54
Ein paar Tage fast ohne Symptome und dann wieder verstärkt....ist das eigentlich schon erforscht, warum das so ist ?
Ist ja leider im Entzug resp. Reduktionsprozess "normal", dass sich in vielen Fällen nicht nur die Symptome ändern, sondern auch symptomärmere mit symptomstärkeren Phasen abwechseln. Erforscht ist dazu speziell m. W. gar nichts bzw. allgemein zum Entzug an sich recht wenig. Die Gelder für Studien kommen ja meist von der Industrie und die hat kein Interesse daran, die dunklen Seiten der Medikamente ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Es gibt aber haufenweise weltweit Erfahrungsberichte von Betroffenen, die notgedrungen ihre eigenen Experten werden. Denn sich in dieser Angelegenheit auf das mehr als dünne Wissen der Schulmedizin zu verlassen, ist durchaus gesundheitsschädigend. :(
Buetzfeld hat geschrieben:
Freitag, 11.05.18, 11:54
Oder spielen da alle möglichen klitzekleinen Faktoren mit rein, wie z.B. Wetter, Luftdruck, Schlaftiefe, Stress, Erholungszeiten, Grübeln etc.
Exakt. Aber diese Faktoren beeinflussen eher den Entzug allgemein. Das ist die Erfahrung rund um den Globus, dass diverse Faktoren im Entzug eine zusätzliche, nicht zu unterschätzende Rolle spielen, was daran liegt, dass ein angeschlagenes, hyperaktives ZNS mit allen möglichen zusätzlichen Änderungen, die es potenziell belasten, kaum noch fertig werden kann. Sind einfach keine Ressourcen mehr vorhanden, der Entzug zieht das meiste ab.
Buetzfeld hat geschrieben:
Freitag, 11.05.18, 11:54
Die Schwindelgefühle sind dagegen kaum noch vorhanden.
Wie gesagt, sind Symptomwechsel typisch. Man geht davon aus, dass sie daher rühren könnten, dass das Nervensystem nach und nach diverse Bereiche "repariert", wo dann verstärkt Symptome auftreten können.

Habe nicht Deinen ganzen Thread präsent, mir fällt nur auf, dass Du sehr großschrittig reduzierst, was natürlich geradezu Symptome provoziert. Gerade bei Krankheitsängsten, die obendrein triggern können, würde ich die Schritte anpassen, speziell im unteren Dosisbereich. Die Basisinfos zum Absetzen kennst Du?

Liebe Grüße
Carlotta
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Freitag, 11.05.18, 12:56

Liebe Carlotta,
ja die Basis-Infos sind mir bekannt. Ich habe sie allerdings erst hier im Forum, welches ich durch Zufall gefunden habe, entdeckt und dadurch auch die ganzen Zusammenhänge, die sehr logisch erscheinen. Ich bin mit dem Reduzieren schon vor 1 Jahr angefangen, damals von 20 mg auf 15 mg. Nach mehreren Monaten dann auf 10 mg . Ich habe dabei überhaupt keine Symptome gehabt. Erst jetzt, nachdem ich vor 5 Wochen auf 5 mg reduziert habe, scheinen sich Absetzsymptome bemerkbar zu machen. Das war auch der Grund weswegen ich gegoogelt und letztendlich dieses Forum erst gefunden habe. Die nächsten Reduzierungsschritte möchte ich auch erst in ein paar Monaten machen und dann mit der hier beschriebenen Wasserlösemethode auf 4,5 mg oder 4 mg. Ich hoffe, dass die Symptome weniger werden und sich irgendwann auf Null einpendeln. LG Buetzfeld
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02.04.2018
Reduzierung von 10-5mg Citalopram.
Nach wenigen Tagen Symptome: Taubheitsgefühle und Missempfindungen in den Füssen. Hypochondrische Befürchtungen und Grübeleien über mögliche andere Ursachen.
Am 17.05.2018
Symptome werden immer schlimmer, deshalb wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
24.05.18
plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
30.05.18
Das Fenster ist leider vorbei, die Missempfindungen in den Zehen, Füßen und Beinen werden wieder schlimmer. Die Ängste und Panik sind wieder da. Ich bin weinerlich und antriebslos.
Juni 2018
So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Ich hoffe auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit.
Juli 2018
Ich schleppe mich mehr oder weniger nur dahin. Die Grübeleien werden immer schlimmer. Die Fenster sind sehr rar.
25.07.2918
Mit Beginn der extremen Hitzewelle wird alles schlimmer. Auf der Arbeit wird mir plötzlich ganz komisch. Habe das Gefühl umzukippen und Herzrasen. Urplötzlich sind alle Ängste von früher wieder da , da ich damals im Zuge der Depressionen diese Gefühle auch schon hatte.
Ich bekomme immer mehr Panik und Schwindelanfälle.
Die Fenster sind nur noch vereinzelnd da.
06.8.2018
Mir gehts so schlecht wie noch nie, obwohl ich vorgestern noch ein super Fenster hatte.
Erstmals zum Hausarzt, der mich 3 Tage krank schreibt.
Ich habe das Gefühl, dass mich jetzt erst, fast 4 Monate nach der Reduzierung von 10 auf 5mg die volle Breitseite des Entzuges erfasst. Wahrscheinlich so zeitverzögert, weil ich zwischendurch auf 6mg hochdosiert habe. Ich beschließe nochmal um 1mg auf 7mg hoch zu dosieren, um das schlimmste abfangen zu können.

StefanKremer377
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von StefanKremer377 » Samstag, 12.05.18, 11:51

Hallo Buetzfeld!

Wenn ich deine Berichte lese erkenne ich mich zu 100 % wieder. Schlimm das man das durchstehen muss. Ich für meinen Teil zweifel eben sehr stark ob das das Absetzen ist. Wollte mal versuchen ein paar Tage ohne Forum auszukommen. Nicht auszuhalten! Daran sehe ich aber wie gut es doch ist auf Gleichgesinnte/Weggefährten zu treffen.
Ich durfte nun 2 Wochen in der Psychiatrie verbringen. Lies sie aber im Glauben AD weiter zu nehmen. Diese Auszeit tat recht gut. Nun hänge ich noch 6 Wochen TK dran. Vllt hilft mir das ja in der Zeit des Entzuges

Hypochndrie, Herzängste, reale Extrasystolen, Schwindel. All das habe auch ich seid Jahren täglich.
Diese Benommenheit die du beschreibst nennt sich Derealisation bzw Depersonalisierung. Das habe ich seid dem Absetzen verstärkt und durchgehend.
Schlimm ist echt dieser Schwindel. Wie als wenn man zur Seite gezogen wird. Oder bei Bodenunebenheiten, künstlichem Licht... bei ner kleinsten Reizüberflutung geht es los....
Habe heute morgen ständig 88 er Puls. Ist ja eigentlich nicht hoch. Kommt mir nur so vor als wenn selbst da das Herz aus der Brust hüpft.
Zweimal wieder EKG in der Psychiatrie machen lassen. Alles top. Glauben kann ich es aber nicht.

Ich werde deinen Verlauf weiter mitlesen. Bleib stark.
Unrwe diesem Schwindel den wir haben, leiden aktuell in der TK von 20 Patienten 12 an der Zahl. Vllt beruhigt es ein wenig...

Lg Stefan
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2008 Schilddrüse wegen kalten Knoten komplett entfernt. Dan :whistle: ach PA ohne Ende. War per Du mit den Notärzten und Krankenhäusern. Schwindel, Herzrasen

2011 Einweisung in die Psychiatrie Schlüchtern für 4 Monate
Diagnosen: Schwere Depression/Burn Out, Hypochondrische Angststörung, angeblich Bipolar
Medikamente: Abilify, Citalopram, Seroquel, Mirtazapin, Zyprexa

2012 Tagesklinik Gelnhausen Citalopram 30 mg, Mirtazapin 15 mg zur Nacht

2014 Trennung der 15 jährigen Beziehung. Kinder leben bei Mutter. Tiefes Loch. Alkohol

Feb. 2016 Jobverlust durch massive Konzentrationsprobleme Einweisung in die Psychiatrie, Schlüchtern.
Diagnosen: wie gehabt plus ADHS im Erwachsenenalter.
Medikamente: Citalopram 30 mg, Strattera. Letzteres nicht vertragen. Selbstverletzungen

März 2016 Suizidversuch. 24 h Ingewahrsamnahme durch die Polizei in Psychiatrie Schlüchtern. 2,5 Promille

Mai 2016 Geburt meiner 3. Tochter mit neuer Partnerin

Aug 2016 Tagesklinik Gelnhausen. Citalopram 30 mg plus 20 mg Medikinet. Dadurch SD Werte im Keller. Starkes Herzstolpern, Angst, Panik, Schwindel. VierWochen Citalopram abgesetzt. Würde sich nicht mit Medikinet vertragen
Danach ständig Panik, Angst

Nov 2016 Reha in Bad Wildungen. Cita wieder rein qui 15 mg. Wirkte aber nicht mehr richtig.
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

April 2017 Beginn der beruflichen Reha (LTA)

Sept 2017 Einweisung in die Psychiatrie, Lohr
Nach vier Tagen Citalopram raus. Stattdessen Tianeptine, Duloxetin, Sertralin 50 mg Erneut Medikinet, Würde nicht auf die SD Werte gehen lt Oberarzt. Starke Herzrythmusstörungen. Langzeit EKG löste sich ständig das Kabel. Dadurch wohl verfälscht. Lt Oberarzt bräuchte ich einen Schrittmacher da 8 Sekunden Herzaussetzer.
Brach den Aufenthalt sofort ab und ging in ein normales Krankenhaus.
Vier Tage Untersuchungen. Alles in Ordnung. Keine Aussetzer. Verurteilten sogar im Abschlussbericht die Diagnose der Psychiatrie
Innerhalb 4 Tagen wurde das Sertralin 50 mg abgesetzt.

Seid Mitte November ohne AD.
Symptome:
Schwindel, Angst, Panik, Herzrasen, Zwänge.. 50 Mal Puls messen, starke Derealisation, Depersonalisation, Kopfschmerzen, starke Blähungen, Augendruck bei Bewegung der Augäpfel, Durchfall, Gereiztheit, kalte Hände und Füße, Kribbeln in den Beinen

Januar 18
Befinde mich jetzt wohl auch im Langzeit-Entzug:
Benommenheit, Gangunsicherheit, Schwäche in den Beinen, allgemein kraftlos, Schwindel... Warte auf die besagten Fenster, die ich soooo gerne weit öffnen würde
Februar 18
Seid Anfang Februar durchgehend Benommenheit, Schwindel, unregelmäßiger Herzschlag, Surren im rechten Ohr. Psychisch komischerweise recht stabil. Wutausbrüche
März 18
Extreme Krankheitsängste. Bislang aber nur eine Panikattacke. Speziell die Herz-Angst EKG o.B. Trotzallem Herzstolpern bei Anstrengung und Aufregung, Schwindelschläge, dauerhafte Benommenheit, DP/DR.
Verliere langsam den Mut das es wirklich "nur" der Entzug ist...
April 18
Körperliche Symptome unverändert. Besonders morgens schneller Puls, Schwindel, Benommenheit, Muskelschwäche.
2 Wochen Psychiatrie
Mai 18
Erneut 2 Wochen stationär. Garnicht so einfach ständig die Tabletten verschwinden zu lassen.
Neuerdings gibt es immer mal Stunden wo ich mich "wie früher fühle". Allerdings 10 Tage Welle.... 2 Std durchatmen.... Dann geht es von vorne los. Komisches Wellenmuster...
Seid 30.05. In der Tagesklinik

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Sonntag, 13.05.18, 20:48

Hallo Stefan,
vielen Dank für deine Zeilen.
In der Tat sehe auch ich einige Parallelen zwischen unseren Leidenswegen. Auch ich kann mir sehr oft nicht vorstellen, dass die Symptome nur "Absetzsymptome" sein sollen. Zu stark und intensiv bedrohlich sind die körperlichen Symptome ausgeprägt und die dadurch massiv entstehende Angst lässt sie dann noch furchtbarer erscheinen.

Du schreibst, dass du in erster Linie zur Zeit deine Herzsymptome thematisierst. Diese Phase hatte ich vor ca. 20-30 Jahren sehr ausgeprägt. Der Ruhepuls war damals so um die 100. Ständig hörte ich mein Herz in den Halsschlagadern pochen, spürte die vielen Extrasystolen und Aussetzer.
Mindestens einmal pro Jahr sprang mein Herzrhythmus aus dem Sinus in eine absolute Arrhythmie (Vorhofflimmern).
Die Todesängste die ich jedes mal bei Einlieferung ins Krankenhaus ausstand waren unbeschreiblich. Nie wurde in diversen Untersuchungen irgendeine schlimme Sache festgestellt. Immer wieder hieß es, dass es psychisch bedingt sei.

Auch ich habe, wie ich in deinem Anhang gelesen habe, 2 Kinder aus erster Ehe. Meine Ex-Frau demütigte und schikanierte mich nach Strich und Faden, bis ich nach 10 Jahren eine neue Frau (mittlerweile sind wir verheiratet) kennenlernte, die Reißleine zog und die Scheidung einreichte.
Meine Ex beeinflusste massiv meine Kinder, die nichts mehr von mir wissen wollen und die ich seit 5 Jahren nicht mehr gesehen habe. Ich kann nicht beschreiben, wie sehr ich anfangs darunter gelitten habe.
Einer der Gründe für den Ausbruch meiner schweren Depression.

Ich denke, dass ich auch mit Hilfe einer Psychotherapie dieses Kapitel mittlerweile ganz gut verarbeitet habe. Trotzdem bin ich seit frühester Kindheit und von Natur aus sehr ängstlich, sensibel, einfühlsam, hilfsbereit....ich will immer das alles gut und in Ordnung ist. Mir fehlt diese Abgebrühtheit, diese Coolheit, diese Durchsetzungsfähigkeit .......das ist mein Problem.

Nach meinen Herzproblemen suchte sich meine Psyche ein neues Betätigungsfeld. Schwindel, Schwindel, Schwindel....ganz so Stefan, wie du es so schön beschrieben hast. Angst umzukippen, Angst in den Supermarkt zu gehen....Angst, Angst, Angst. Ich musste mich manchmal beim Einkaufen an den Regalen festhalten. Dazu die ständigen hypochondrischen Befürchtungen, die schlimmsten Krankheiten zu haben.

Ich habe in dieser Hinsicht auch schon viel erlebt. Ich musste 6 Monate das Dahinsiechen und Sterben meiner damaligen Schwiegermutter hautnah miterleben, die letztendlich an einem Hirntumor starb.
6 Jahre später das qualvolle Sterben meines Vaters, der nach einer Herz-OP nicht mehr auf die Beine kam. Ich war wochenlang täglich auf Intensiv bei ihm.
Ich höre und sehe heute noch innerlich die ganzen Schläuche und Apparaturen und das Piepen der Instrumente.
Diese Dinge haben mich geprägt, habe ich Symptome, gehen meiner Befürchtungen stets in diese Richtung. Aber es gibt auch Tage, da ist es auszuhalten und ich bin froh, dass ich wenigstens arbeitsfähig bin.

Dieses Wochenende ging es mir sehr schlecht. Vor ein paar Tagen hatte ich ja noch freudestrahlend geschrieben, dass es mir schon viel besser ging. Der Schwindel hat sich gelegt, aber die Missempfindungen in den Füssen waren wieder verstärkt da. So als wenn man immer zu enge Socken anhat. Das ganze strahlte bis in die Unter- und Oberschenkel aus.
Meine Gedanken waren nur bei den Symptomen, die Angst einen Hirntumor zu haben oder MS oder dass ich für alle Ewigkeit damit leben muss.
Vor einem Jahr habe ich deswegen einen Neurologen kontaktiert. Er hat eine Reizleitungstest mit Strom gemacht. Ergebnis: alles ok. Auf meine Ängste angesprochen bezüglich Hirntumor oder MS ist er gar nicht eingegangen.
Wenn ich versuche logisch zu denken, dann sind diese speziellen Symptome ganz langsam nach der ersten Einnahme von Citalopram im Jahre 2010 entstanden. Jetzt nach der Reduzierung von 10 mg auf 5 mg ist es wieder sehr verstärkt. Es muss also damit irgendwie zusammenhängen. Aber ich reflektiere das nicht so richtig, denke nur an andere schlimme Sachen.

Komischerweise habe ich selten 2 Symptome auf einmal. Neulich hatte ich den Schwindel, da waren die Füße nicht im Vordergrund, momentan ist es genau andersrum. Stefan, ich hatte vor einigen Monaten sehr starke Herzaussetzer, genau wie auch du. Ich habe damals festgestellt, dass ich aufgrund einer ständig verstopften Nase täglich AL-Nasentropfen genommen habe. Beim Blick auf dem Beipackzettel, habe ich dann gelesen, dass das Medikament Rhythmusstörungen auslösen kann. Ich habe sofort abgesetzt, 2 Tage später war der Herzschlag wieder normal.
Du nimmst auch viele Psychopharmaka, wahrscheinlich auch durcheinander. Die müssen dein psychisches Gleichgewicht ja völlig durcheinander bringen. Dazu deine ohnehin geschundene Seele und die Nebenwirkungen der ganzen Medis.
Dein Zustand liegt eindeutig daran. Die Herzstolperer, damit will dir dein Körper sagen, dass du völlig aus deiner inneren Mitte und Ausgeglichenheit geraten bist. Das dein Inneres aus dem Takt ist.
Ich hoffe dass dir deine neue Partnerin eine Stütze und Hilfe ist. Du bist nicht alleine, ich verstehe dich, habe Vertrauen in dich. Da sagt sich so leicht, ich weiß, kann es selber leider nicht so verwirklichen.

LG Buetze
Zuletzt geändert von Ululu 69 am Montag, 14.05.18, 18:37, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Absätze zur besseren Lesbarkeit eingefügt.
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02.04.2018
Reduzierung von 10-5mg Citalopram.
Nach wenigen Tagen Symptome: Taubheitsgefühle und Missempfindungen in den Füssen. Hypochondrische Befürchtungen und Grübeleien über mögliche andere Ursachen.
Am 17.05.2018
Symptome werden immer schlimmer, deshalb wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
24.05.18
plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
30.05.18
Das Fenster ist leider vorbei, die Missempfindungen in den Zehen, Füßen und Beinen werden wieder schlimmer. Die Ängste und Panik sind wieder da. Ich bin weinerlich und antriebslos.
Juni 2018
So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Ich hoffe auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit.
Juli 2018
Ich schleppe mich mehr oder weniger nur dahin. Die Grübeleien werden immer schlimmer. Die Fenster sind sehr rar.
25.07.2918
Mit Beginn der extremen Hitzewelle wird alles schlimmer. Auf der Arbeit wird mir plötzlich ganz komisch. Habe das Gefühl umzukippen und Herzrasen. Urplötzlich sind alle Ängste von früher wieder da , da ich damals im Zuge der Depressionen diese Gefühle auch schon hatte.
Ich bekomme immer mehr Panik und Schwindelanfälle.
Die Fenster sind nur noch vereinzelnd da.
06.8.2018
Mir gehts so schlecht wie noch nie, obwohl ich vorgestern noch ein super Fenster hatte.
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Ich habe das Gefühl, dass mich jetzt erst, fast 4 Monate nach der Reduzierung von 10 auf 5mg die volle Breitseite des Entzuges erfasst. Wahrscheinlich so zeitverzögert, weil ich zwischendurch auf 6mg hochdosiert habe. Ich beschließe nochmal um 1mg auf 7mg hoch zu dosieren, um das schlimmste abfangen zu können.

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Dienstag, 15.05.18, 16:12

Hallo zusammen,
heute geht es mir sehr schlecht. Die Missempfindungen in den Füssen sind sehr stark. Schauer ziehen bis in die Oberschenkel hoch. Natürlich bin ich nur am Grübeln, dass es eine andere schlimme Krankheit ist. Das macht mich so fertig. Vor einigen Tagen habe ich hier noch großspurig verkündet, dass es mir ganz gut geht und mich diese Missempfindungen nicht belasten. Ich bin gerade echt verzweifelt. Es ist ein Brennen in den Füßen, was hochstrahlt. Schwindelgefühle habe ich zur Zeit überhaupt nicht. Brauche gerade ein bisschen Aufmunterung und Trost. Die Logik sagt mir dass es vom Absetzen kommen muss, weil es seitdem ja angefangen hat, aber bei der Intensität kann ich es dann plötzlich nicht mehr glauben. Danke...Buetze
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02.04.2018
Reduzierung von 10-5mg Citalopram.
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Am 17.05.2018
Symptome werden immer schlimmer, deshalb wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
24.05.18
plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
30.05.18
Das Fenster ist leider vorbei, die Missempfindungen in den Zehen, Füßen und Beinen werden wieder schlimmer. Die Ängste und Panik sind wieder da. Ich bin weinerlich und antriebslos.
Juni 2018
So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Ich hoffe auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit.
Juli 2018
Ich schleppe mich mehr oder weniger nur dahin. Die Grübeleien werden immer schlimmer. Die Fenster sind sehr rar.
25.07.2918
Mit Beginn der extremen Hitzewelle wird alles schlimmer. Auf der Arbeit wird mir plötzlich ganz komisch. Habe das Gefühl umzukippen und Herzrasen. Urplötzlich sind alle Ängste von früher wieder da , da ich damals im Zuge der Depressionen diese Gefühle auch schon hatte.
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06.8.2018
Mir gehts so schlecht wie noch nie, obwohl ich vorgestern noch ein super Fenster hatte.
Erstmals zum Hausarzt, der mich 3 Tage krank schreibt.
Ich habe das Gefühl, dass mich jetzt erst, fast 4 Monate nach der Reduzierung von 10 auf 5mg die volle Breitseite des Entzuges erfasst. Wahrscheinlich so zeitverzögert, weil ich zwischendurch auf 6mg hochdosiert habe. Ich beschließe nochmal um 1mg auf 7mg hoch zu dosieren, um das schlimmste abfangen zu können.

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Mittwoch, 16.05.18, 7:48

Hallo zusammen,
ich möchte hier niemanden mit meinem Gejammer nerven oder auf den Keks gehen. Aber ich muss einfach drüber sprechen. Mir geht's echt beschissen, bin sehr weinerlich zur Zeit. Dazu Antriebslosigkeit, Grübeln, Gedankenkreisen, kann mich auf nichts freuen. In diesem Zustand spüre ich dann natürlich die zusätzlichen Körpersymptome auch noch verstärkt. Das fühlt sich bald schon so an, wie vor der Einnahme der AD's. Aber ich will stark bleiben und nicht wieder hochdosieren. Irgerndwann stellt sich doch der Erfolg ein, auch wenn es sehr lange dauern kann, oder ? Ich möchte wieder froh und unbeschwert sein...... Ich freue mich über jeden Beitrag und jede Aufmunterung. Danke Buetze
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02.04.2018
Reduzierung von 10-5mg Citalopram.
Nach wenigen Tagen Symptome: Taubheitsgefühle und Missempfindungen in den Füssen. Hypochondrische Befürchtungen und Grübeleien über mögliche andere Ursachen.
Am 17.05.2018
Symptome werden immer schlimmer, deshalb wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
24.05.18
plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
30.05.18
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So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Ich hoffe auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit.
Juli 2018
Ich schleppe mich mehr oder weniger nur dahin. Die Grübeleien werden immer schlimmer. Die Fenster sind sehr rar.
25.07.2918
Mit Beginn der extremen Hitzewelle wird alles schlimmer. Auf der Arbeit wird mir plötzlich ganz komisch. Habe das Gefühl umzukippen und Herzrasen. Urplötzlich sind alle Ängste von früher wieder da , da ich damals im Zuge der Depressionen diese Gefühle auch schon hatte.
Ich bekomme immer mehr Panik und Schwindelanfälle.
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06.8.2018
Mir gehts so schlecht wie noch nie, obwohl ich vorgestern noch ein super Fenster hatte.
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Ich habe das Gefühl, dass mich jetzt erst, fast 4 Monate nach der Reduzierung von 10 auf 5mg die volle Breitseite des Entzuges erfasst. Wahrscheinlich so zeitverzögert, weil ich zwischendurch auf 6mg hochdosiert habe. Ich beschließe nochmal um 1mg auf 7mg hoch zu dosieren, um das schlimmste abfangen zu können.

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von lakeSonne1 » Mittwoch, 16.05.18, 10:01

hi :) ,

also die Symptome die du beschreibst passen schon in Bild. Falls ich richtig gelesen hast, war der letzte Absetzschritt von 10 auf 5 mg?
das wäre eine Reduktion um 50%; und das im unteren Dosisbereich, wo man eher defensiv reduzieren sollte. Das ist schon der Hammer.
Da würde es mich eher wundern, wenn du da mit wenig Symtomen durchkommen würdest.

Wenn ich mehr als 10% reduziere habe ich so starke Symptome (meist in der zweiten und dritten Woche nach Reduktion, war aber auch schon später), das ich nicht zur arbeit kann.

Niemand kann dir mit Sicherheit sagen ob das jetzt nur kurz so bleibt oder länger.
Ich bin der Meinung man sollte sehr genau auf seinen Körper hören.
Falls dieser so stark auf eine Dosisreduktion reagiert, sollte man ihm entgegenkommen und nicht quälen (denn das ist es); leichtes aufdosieren könnte helfen, vielleicht auf 5,5 oder 6mg. Vielleicht bringts das schon.
Aber ich will stark bleiben und nicht wieder hochdosieren
Wieso? Es geht hier um deine Gesundheit. Du musst niemand was beweisen.

Kopf hoch :hug: ,
lake
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BuetzfeldMurmelinecarlottaGwenpadma
Diagnose:Angst,PA Sommer 2010
Medi: Citalopram 20 mg, Eindosiert über 4 Wochen , war ok. sonstige Medis: Pantoprazol 20mg abends
2012: Erster misslungener Absetzversuch
2016: 20.3.16 -3.9.16 von 20 auf 15mg
ABDOSIER-PAUSE: 3.9.2016 - 2.3.2017: 15mg
2017:
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2018:
2.1.2018: 10,0mg
.....Tag 1-15 Tag läuft sehr gut
.....Tag 17-20: Übelkeit / Brain Fog, neuro Emos, Einschlafstörung (Cortisolausschüttung) mit dicken, geröteten Händen
.....Tag21-22: Angst, Panik, Neuro-Emos
12.3.2018: 9,3mg
.....Tag 1-7 alles ok
.....Tag 8: zurück auf 9,5mg wg. starken Symptomen (Matschbirne, PA, Übelkeit, Zaps, Schlapp)
.....Tag 8-12 Heftige Symptome: Matschbirne, Zaps, PAs
.....13-30 ok
21.4.18: 8,9mg (d.h. Reduktion um 0,6mg)
.....Tag 0-5 ok
.....Tag 6: Neuro Aggressionen, Kopf+Nackenschmerzen, leichte Migräne
.....Tag 7-10 ok
.....Tag 10-16: heiße, dicke und rote Hände beim einschlafen und aufwachen, Migräne, Übelkeit, Matschbirne, Bodyzaps, Übelkeit, Nadelstiche auf Haut, Sehstörungen
.....Tag 17-21: heisse Hände bei Einschlafen
.....Tag 22-23: Angstzustände, leichte Depri
2.6.2018: 8,8mg Cita
9.6.2018: 8,7mg Cita
15.6.2018: Medi-Plan Änderung: Thyronajod auf 25 (von ehemals 50)
20.6.2018: 8,6mg Cita
16.7.2018: Medi-Plan Änderung: Thyronajod auf 0
17.7.2018: 8,5mg Cita: wegen Thyronajod absetzten nur langsames, vorsichtiges Absetzten des Cita. Will Körper nicht überfordern
23.7.2018 8,4mg Cita
9.8.2018 8,3mg Cita

Buetzfeld
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Mittwoch, 16.05.18, 11:59

Hallo lake,
ich danke dir von Herzen, für deine Antwort !
Es stimmt, dass ich von 10 mg auf 5 mg reduziert habe. Das ist jetzt fast 6 Wochen her. Die ersten Absetzschritte von 20 auf 15 und dann auf 10 mg waren problemlos.
Ich gebe dir schon Recht wenn du sagst, dass ich niemanden was beweisen muss, aber ich war in den letzten Jahren aufgrund der Depressionen und auch Absetzsymptomen schon 3x länger als 8 Wochen krank geschrieben. Mein Arbeitgeber hat das bislang mitgemacht, ob er das noch ein weiteres Mal mitmacht, weiß ich nicht. Mir wurde schon gesagt, dass ich nicht eigenmächtig absetzen soll.
Mein Psychiater ist wirklich keine große Hilfe. Wenn ich ihn aufs Absetzen anspreche sagt er nur:" Warum, es geht Ihnen doch ganz gut und Sie wissen ja wie schnell Ihre Depressionen bislang immer wieder gekommen sind. Die nehmen Sie mal schön weiter."
Soviel zu dem Thema Absetzen bei meinem Psychiater.
LG Buetze
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02.04.2018
Reduzierung von 10-5mg Citalopram.
Nach wenigen Tagen Symptome: Taubheitsgefühle und Missempfindungen in den Füssen. Hypochondrische Befürchtungen und Grübeleien über mögliche andere Ursachen.
Am 17.05.2018
Symptome werden immer schlimmer, deshalb wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
24.05.18
plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
30.05.18
Das Fenster ist leider vorbei, die Missempfindungen in den Zehen, Füßen und Beinen werden wieder schlimmer. Die Ängste und Panik sind wieder da. Ich bin weinerlich und antriebslos.
Juni 2018
So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Ich hoffe auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit.
Juli 2018
Ich schleppe mich mehr oder weniger nur dahin. Die Grübeleien werden immer schlimmer. Die Fenster sind sehr rar.
25.07.2918
Mit Beginn der extremen Hitzewelle wird alles schlimmer. Auf der Arbeit wird mir plötzlich ganz komisch. Habe das Gefühl umzukippen und Herzrasen. Urplötzlich sind alle Ängste von früher wieder da , da ich damals im Zuge der Depressionen diese Gefühle auch schon hatte.
Ich bekomme immer mehr Panik und Schwindelanfälle.
Die Fenster sind nur noch vereinzelnd da.
06.8.2018
Mir gehts so schlecht wie noch nie, obwohl ich vorgestern noch ein super Fenster hatte.
Erstmals zum Hausarzt, der mich 3 Tage krank schreibt.
Ich habe das Gefühl, dass mich jetzt erst, fast 4 Monate nach der Reduzierung von 10 auf 5mg die volle Breitseite des Entzuges erfasst. Wahrscheinlich so zeitverzögert, weil ich zwischendurch auf 6mg hochdosiert habe. Ich beschließe nochmal um 1mg auf 7mg hoch zu dosieren, um das schlimmste abfangen zu können.

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Ululu 69 » Mittwoch, 16.05.18, 20:15

Hallo Buetzfeld,

Ich verstehe gut, dass du Angst um deinen Job hast und dich auf keinen Fall mehr länger krank melden möchtest.

Gerade dann solltest du in meinen Augen langsamer vorgehen. Ich bin selbst berufstätig und möchte und muss alltagstauglich bleiben.
Genau deshalb gehe ich langsam vor beim Absetzen.

Aussitzen der Absetzsymptome ist oft keine gute Idee, weil es nach solch großen Schritten wirklich sehr lange dauern kann, bis der Organismus sich wieder angepasst hat. Oft genug sind die Beschwerden, die dabei auftreten sehr stark und machen ein Arbeiten unmöglich.

Auch ein wieder Eindosieren hilft oft nicht mehr, wenn das ZNS erstmal komplett durcheinander geraten ist. Es kommt sogar nicht selten vor, dass das Medikament dann überhaupt nicht mehr vertragen wird.

Es ist natürlich deine ganz eigene Entscheidung und ich möchte dir auch keine Angst machen.
Aber das sind eben die Erfahrungen, die hier über lange Jahre gemacht wurden.

Pass gut auf dich auf.

LG Ute
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Donnerstag, 17.05.18, 8:15

Liebe Ute,
ich danke dir von Herzen für deinen Beitrag. Nee, Angst machen ist für mich gar nicht gut. Ich stecke eh voller Angst und Hypochondrie, meine Grübeleien verstärken sich dann noch weiter. Ich weiß, du möchtest mir auch nur helfen und das rechne ich dir echt sehr hoch an. Was würdest du an meiner Stelle tun ? Mein Runterfahren auf 5 mg ist ja nun schon 6 Wochen her, irgendwo habe ich gelesen, dass nach solch einem Zeitraum eine leichte Hochdosierung nichts mehr bringen wird. Ich stecke ziemlich in der Zwickmühle. Du hast auch geschrieben, dass das Medikament irgendwann vielleicht gar nicht mehr vertragen wird. Meinst du beim Wiederhochdosieren oder meinst du dass die restlichen jetzt noch eingenommenen 5 mg vielleicht gar nicht mehr vertragen werden. Kann es theoretisch sein, dass man dann ein Leben lang mit den Symptomen zu kämpfen hat ? Irgendwann muss es sich doch wieder einpendeln, oder ? Mein Hauptsymptom sind momentan meine Füße, die sind zeitweise ganz schön am brennen. Ich denke dann auch nur drüber nach. Manchmal ist es auch weg und dann grübel ich überhaupt nicht. Dann wundere ich mich selber. meinst du dass die Fußproblemen vom Grübeln kommen können oder ob die Fußprobleme erst mein Grübeln auslösen ? Ich habe gestern meine Füße mal genau betrachtet. Ich habe sehr große verhornte Placken, wo ich natürlich Missempfindungen habe, nicht viel spüre und auch die Temperatur nicht mehr so spüre. Unter einer Hornhautplatte scheint auch eine Sehne etwas dicker zu sein, die schmerzt, vielleicht kommen daher auch die Missempfindungen. Ich weiß gar nichts mehr und du siehst wie sehr ich über alles grübel. Zeitweise habe ich ja auch Momente wo es etwas besser geht und ich hoffe, dass es irgendwann ganz ins Positive umschlägt. Von Herzen liebe Ute......Buetze :hug:
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02.04.2018
Reduzierung von 10-5mg Citalopram.
Nach wenigen Tagen Symptome: Taubheitsgefühle und Missempfindungen in den Füssen. Hypochondrische Befürchtungen und Grübeleien über mögliche andere Ursachen.
Am 17.05.2018
Symptome werden immer schlimmer, deshalb wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
24.05.18
plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
30.05.18
Das Fenster ist leider vorbei, die Missempfindungen in den Zehen, Füßen und Beinen werden wieder schlimmer. Die Ängste und Panik sind wieder da. Ich bin weinerlich und antriebslos.
Juni 2018
So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Ich hoffe auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit.
Juli 2018
Ich schleppe mich mehr oder weniger nur dahin. Die Grübeleien werden immer schlimmer. Die Fenster sind sehr rar.
25.07.2918
Mit Beginn der extremen Hitzewelle wird alles schlimmer. Auf der Arbeit wird mir plötzlich ganz komisch. Habe das Gefühl umzukippen und Herzrasen. Urplötzlich sind alle Ängste von früher wieder da , da ich damals im Zuge der Depressionen diese Gefühle auch schon hatte.
Ich bekomme immer mehr Panik und Schwindelanfälle.
Die Fenster sind nur noch vereinzelnd da.
06.8.2018
Mir gehts so schlecht wie noch nie, obwohl ich vorgestern noch ein super Fenster hatte.
Erstmals zum Hausarzt, der mich 3 Tage krank schreibt.
Ich habe das Gefühl, dass mich jetzt erst, fast 4 Monate nach der Reduzierung von 10 auf 5mg die volle Breitseite des Entzuges erfasst. Wahrscheinlich so zeitverzögert, weil ich zwischendurch auf 6mg hochdosiert habe. Ich beschließe nochmal um 1mg auf 7mg hoch zu dosieren, um das schlimmste abfangen zu können.

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Gwen » Donnerstag, 17.05.18, 8:32

Hallo Buetze,

ich würde Dir empfehlen, auf 6mg zu erhöhen. Ich bin damals auch von 10 auf 5 und mir ging's wochenlang schlecht! Die Erhöhung (Empfehlung hier im Forum, dass ich damals gefunden hab :-)) hat eine deutliche Verbesserung gebracht!

Gerade wenn Du arbeitsfähig bleiben musst, macht es einfach keinen Sinn, sich mit großen Schritten rumzuquälen. Das ist nur ein riesen Stress! Und Du wartest dann unter Umständen ziemlich lange bis es sich endlich bessert. Mach kleinere Schritte, an die sich Dein Körper besser anpassen kann und Du kannst schneller wieder den nächsten Schritt machen.

Das man im oberen Dosisbereich größere Schritte machen kann ist übrigens nicht ungewöhnlich. Schau Dir Mal die Grafiken zur Transporterbelegung an, da siehst Du, dass im unteren Dosisbereich verhältnismäßig noch viel mehr von diesen Transportern belegt sind, also noch sehr viel Wirkung vorhanden ist. (Grafiken findest Du in diesem Thread: viewtopic.php?f=19&t=8829#p81996)

Viele liebe Grüße Gwen
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Donnerstag, 17.05.18, 10:06

Liebe Gwen,
auch dir vielen herzlichen Dank für deine Antwort. Das mit der Grafik bezüglich der Transporterbelegung ist sehr interessant und jetzt verstehe ich die Logik warum das Absetzen im unteren Bereich weitaus größere Probleme macht. Ich habe gesehen, dass du selber ja auch Citalopram ausschleichst. Aber in viel kleineren Schritten. Merkst du jedesmal was an Symptomen, wenn du reduzierst ? Wie lange halten diese Symptome dann an ? Machst du die Wasserlösemethode ? Meinst du, dass ich jetzt ruhig auf 6 mg erhöhen kann, obwohl ich schon fast 6 Wochen 5mg nehme. Sorry wenn ich soviel Fragen stelle .
Von Herzen liebe Gwen.....Buetze :hug:
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Jamie » Donnerstag, 17.05.18, 10:10

Hallo bietze :),

ich würde nach über 5 Wochen nicht direkt auf 6mg hochgehen, sondern ein Zwischenschritt bei 5,5mg einlegen.
Es ist schonender und aufgrund der Rezeptorenbelegung eventuell auch schon ausreichend.

Zum Citalopram ausschleichen kann ich dir keine persönlichen Erfahrungen weitergeben, da meldet sich vielleicht Gwen noch mal. :)

Schöne Grüße
Jamie
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Donnerstag, 17.05.18, 10:26

Lieber Jamie,
danke für die Info. Die Methode mit der Tablettenteilung die ich zur Zeit noch anwende ist mit Sicherheit sehr ungenau. Ich teile mittels Tablettenteiler die 20 mg in 4 Teile. Ich will nicht ausschließen, dass ich vielleicht gar nicht immer 5 mg nehme, sondern vielleicht mal 4,5 mg oder 5,5 mg oder 4 mg oder 6 mg. Diese Schwankungen sind bestimmt auch nicht gut, oder Jamie ?
Von Herzen.....Buetze :hug:
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 17.05.18, 10:53

Hallo Bütze,

die Frage wird im Forum so regelmäßig beantwortet, das ich mich fast wundere, dass du beim querlesen nich nixht darüber gestolpert bist. :roll: Wir empfehlen daher als genaue Methoden Waage oder Wasserlösemethode, findest du hier unter praktische Hinweise: viewtopic.php?f=18&t=12880

Lies am besten auf die dort verlinkten häufigen Fragen noch einmal durch! Es ist wichtig, sich selbst zu informieren.

Grüße, Murmeline
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Donnerstag, 17.05.18, 11:33

Liebe Murmeline,
du hast Recht. Aber zur Zeit stürzt sehr viel auf mich ein. Als ich dieses Forum durch Zufall über Google gefunden habe, hatte ich ja mit der Tablettenteilermethode seit einiger Zeit auf 5 mg reduziert. Ich habe hier soviel Informationen und neue Erkenntnisse erlangt, die ich mir auf einmal gar nicht alle merken kann. Es kann daher sein, dass ich manchmal sofort eine Frage stelle, die ich hätte vielleicht woanders nachlesen können. Ich bitte das zu entschuldigen. Ich informiere selber schon überall quer durch, mache das aber hauptsächlich nebenbei während meiner Arbeit......muss aber natürlich oft unterbrechen.
Sorry.....Buetze :hug:
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von carlotta » Donnerstag, 17.05.18, 13:55

Hallo Bütze,

lies Dich in Ruhe ein, es ist wichtig, in dieser Hinsicht (geht schließlich um die Gesundheit!) gut informiert zu sein. Das beruhigt bei den ganzen merkwürdigen Symptomen, die im Entzug auf einen einstürmen können. Und es ist immer gut, sich durch Wissen ein Stück Unabhängigkeit zu erarbeiten. Das stärkt einen, man wird wieder handlungsfähig. :hug:

Was Du schilderst, sind typische Entzugssymptome. Ja, das Nervensystem beruhigt sich auch irgendwann wieder, nur wenn der Schritt (oder gar mehrere) zu groß war(en), kann das im blödesten Fall echt lange dauern. Von daher ist es vorausschauender, vorsichtiger beim Ausschleichen vorzugehen.

Es passiert leider ganz oft, dass Ärzte genau solche Schritte, wie Du sie vorgenommen hast, ihren Patienten nahelegen, die daraufhin oft in schimmste Entzugszustände geraten! Die dann aber in der Regel nicht als solche erkannt werden, sondern als "Rückfall" in eine sog. "Grunderkrankung". Damit landen die Patienten häufig in einem ewigen Psychopharmaka-Karussell. :( Man kann da rauskommen, wenn man die Sorge und Verantwortung für seine Gesundheit selbst in die Hand nimmt.

Und ja, kleinste Schwankungen bei der Einnahme können enorme Auswirkungen haben! Das liegt daran, dass diese Mittel in kleinsten Dosierungen noch unglaublich potent sind (siehe auch die Grafiken, die Gwen :) Dir verlinkt hat). Auch das wird von Ärzten meist total unterschätzt. Aber Dein Nervensystem registriert sehr wohl kleinste Schwankungen in der Dosis und reagiert darauf.

Darum tu ihm den Gefallen und entwöhne es sorgsam von der Substanz. Auch dabei kann es zu Symptomen kommen, aber es geht darum, diese im erträglichen Rahmen zu halten, sodass man weitgehend alltagstauglich bleibt. Von daher schließe ich mich den Empfehlungen zu einer leichten Aufdosierung an.

Selbst nach einigen Wochen kann diese etwas bringen, es kann nur länger dauern, bis sie greift. Aber Du solltest unbedingt exakt bei den Dosierungen arbeiten, das ist zentral. Und zukünftig - nach einer längeren Stabilisierungsphase - viel vorsichtiger vorgehen.

Die vermeintlich schnellere Variante kann beim Absetzen durch wesentlich stärkere Symptome, die einen irgendwann in die Knie zwingen samt Aufdosierungen und notgedrungen längeren Pausen, am Ende länger dauern als ein behutsam an die Möglichkeiten des ZNS angepasstes Ausschleichen.

Liebe Grüße
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Donnerstag, 17.05.18, 15:34

Liebe Carlotta,
ich bin momentan sehr nah am Wasser gebaut. Du hast mir das so einfühlsam und verständlich erklärt, dafür danke ich dir von Herzen.
Auch die Liste mit der Transporterbelegung, die Gwen mir "gelinkt" hat, trägt sehr viel zu meinem Verständnis bei. So langsam entsteht in mir ein Bild von den ganzen Zusammenhängen.
Ich werde heute Abend die Wasserlösemethode anwenden und wie von Jamie vorgeschlagen auf 5,5 mg gehen, weil ich ja schon vor 6 Wochen reduziert habe. Durch mein Teilen der Tabletten mittels Tablettenteiler komme ich zur Zeit sicherlich immer auf unterschiedliche Mengen, die gerade im unteren Bereich noch mehr Wirrwarr hervorrufen können.
Ich will versuchen möglichst eine tägliche konstante Menge von 5,5 mg zu nehmen.
Zur Zeit habe ich ein ziemliches Brennen meiner Füße, so als wenn ich einen 30km-Marsch gemacht habe. Die Symptome sind zwar auszuhalten, aber das ständige Grübeln darüber und die Heul-Attacken dazu zeigen, dass ich gar nicht "rund" laufe.
Danke Carlotta .......Buetze :hug:
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Mir gehts so schlecht wie noch nie, obwohl ich vorgestern noch ein super Fenster hatte.
Erstmals zum Hausarzt, der mich 3 Tage krank schreibt.
Ich habe das Gefühl, dass mich jetzt erst, fast 4 Monate nach der Reduzierung von 10 auf 5mg die volle Breitseite des Entzuges erfasst. Wahrscheinlich so zeitverzögert, weil ich zwischendurch auf 6mg hochdosiert habe. Ich beschließe nochmal um 1mg auf 7mg hoch zu dosieren, um das schlimmste abfangen zu können.

Guglhupf
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Guglhupf » Donnerstag, 17.05.18, 16:24

Hallo Buetzfeld :)

dir gehts gleich wie mir - als ich mich hier angemeldet hab, dachte ich auch erst es wäre doch gelacht, dass ich nicht schneller vorankommen könnte mit dem Ausschleichen. Ich wollte die Symptome unbedingt aushalten können und stark sein aber leider funktioniert das in dem Fall nicht. Es kann nur noch schlimmer werden. So blöd das ist.

Ich hab mich dann auch wohl oder übel darauf eingelassen, nochmal eine kleine Dosis zu erhöhen und dann kontrolliert zu reduzieren. Je nachdem wie lange man es schon nimmt hat man auch so noch genug damit zu kämpfen. Ein kalter Entzug knockt einen wirklich total aus.

Ich wünsche dir ganz viel Durchhaltevermögen und Geduld bei deinem Weg :)

Viele Grüße
Anna
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Donnerstag, 17.05.18, 21:26

Hallo liebe Anna,
ich danke dir sehr für dein Mut machen. Ich habe heute Abend erstmals die Wasserlösemethode angewendet und meine Dosis von 5mg wieder auf 6mg erhöht. Ich sehe das nicht als Rückschritt an, sondern als Hilfe um auf einem vernünftigen Weg von dem Citalopram wegzukommen, wie es mir hier ja auch mehrfach geraten wurde. Ich hoffe so sehr, dass es mir dadurch bald wieder etwas besser gehen wird, damit ich wieder etwas Mut und Vertrauen im mich und meinem Körper fassen und weiter reduzieren kann. Liebe Grüße Buetze :hug:
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carlotta
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02.04.2018
Reduzierung von 10-5mg Citalopram.
Nach wenigen Tagen Symptome: Taubheitsgefühle und Missempfindungen in den Füssen. Hypochondrische Befürchtungen und Grübeleien über mögliche andere Ursachen.
Am 17.05.2018
Symptome werden immer schlimmer, deshalb wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
24.05.18
plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
30.05.18
Das Fenster ist leider vorbei, die Missempfindungen in den Zehen, Füßen und Beinen werden wieder schlimmer. Die Ängste und Panik sind wieder da. Ich bin weinerlich und antriebslos.
Juni 2018
So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Ich hoffe auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit.
Juli 2018
Ich schleppe mich mehr oder weniger nur dahin. Die Grübeleien werden immer schlimmer. Die Fenster sind sehr rar.
25.07.2918
Mit Beginn der extremen Hitzewelle wird alles schlimmer. Auf der Arbeit wird mir plötzlich ganz komisch. Habe das Gefühl umzukippen und Herzrasen. Urplötzlich sind alle Ängste von früher wieder da , da ich damals im Zuge der Depressionen diese Gefühle auch schon hatte.
Ich bekomme immer mehr Panik und Schwindelanfälle.
Die Fenster sind nur noch vereinzelnd da.
06.8.2018
Mir gehts so schlecht wie noch nie, obwohl ich vorgestern noch ein super Fenster hatte.
Erstmals zum Hausarzt, der mich 3 Tage krank schreibt.
Ich habe das Gefühl, dass mich jetzt erst, fast 4 Monate nach der Reduzierung von 10 auf 5mg die volle Breitseite des Entzuges erfasst. Wahrscheinlich so zeitverzögert, weil ich zwischendurch auf 6mg hochdosiert habe. Ich beschließe nochmal um 1mg auf 7mg hoch zu dosieren, um das schlimmste abfangen zu können.

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