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Tulpe94: Verspätete Absetzsymptome nach Wechsel von Escitalopram auf Venlafaxin

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Tulpe94
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Tulpe94: Verspätete Absetzsymptome nach Wechsel von Escitalopram auf Venlafaxin

Beitrag von Tulpe94 » Sonntag, 08.12.19, 9:05

Hallo,

ich habe folgendes Problem:

Im Februar diesen Jahres habe ich mit Escitalopram 10 mg begonnen, zwischendurch hatte ich auch mal 15 mg, aber bin dann wieder runter auf 10 mg. Im September bin ich dann auf Venlafaxin gewechselt.

Ich habe ab 16.09. meine dosis auf 5 mg runter gefahren, ab 21.09. 37,5 mg Venlafaxin dazu genommen und ab 24.09. Escitalopram einfach weggelassen. Es kam nach ein paar Wochen ein Stimmungseinbruch und ich habe am 29.10. auf 75 mg erhöht.

Jetzt am 06.12. habe ich plötzlich einen heftigen Einbruch erlitten, mit panikattacken, starken Ängsten, Heulkrämpfen, extremes Herzrasen, Brechreiz, Angst durchzudrehen.

Können das absetzsymptome sein? Und wenn ja, was soll ich jetzt tun? Ich überlege Venlafaxin zu erhöhen...
Zuletzt geändert von Annanas am Sonntag, 08.12.19, 9:16, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Nutzername im Titel ergänzt
Ausgangssymptomatik: mittelschwere Depressionen, starke Angststörung, Panikattacken, Zwangsgedanken

2010 - erstmals Fluoxitin 10 mg
2011 - einfach abgesetzt, Rückfall hat nicht lange auf sich warten lassen - - - > Psychiatrie, wieder 10 mg

2012 - Fluoxitin einfach abgesetzt
2013 - Rückfall, Beginn mit Escitalopram 10 mg

Ende 2015 Escitalopram einfach abgesetzt
März 2016 schwerste Entzugserscheinungen mit Krankenhausaufenthalt, nach insgesamt 6 Wochen war der Spuk vorbei (keine Antidepressiva mehr)

Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass Antidepressiva ausgeschlichen werden müssen oder Absetzerscheinungen hervorrufen können!!!

April 2017 - akuter Rückfall, agitierte Depression + Angststörung

Juli 2017 - Beginn mit 7,5 mg Mirtazapin abends (bis heute)

Januar 2019 - wieder Rückfall Depressionen, Angststörung, Zwangsgedanken

Ab Februar 2019 - 10 mg Escitalopram
Hat nicht richtig gewirkt...

Seit September 2019 - Beginn mit 37,5 mg Venlafaxin, Escitalopram eine Woche ausgeschlichen
Im Oktober hoch dosiert auf 75 mg Venlafaxin

Anfang Dezember von heute auf Morgen extreme Absetzsymptome Escitalopram

Annanas
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Re: Tulpe94: Verspätete Absetzsymptome nach Wechsel von Escitalopram auf Venlafaxin

Beitrag von Annanas » Sonntag, 08.12.19, 9:24

Hallo Tulpe94 :) ,

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

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Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.


Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.


Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen


Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

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Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüße Anna
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
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Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und gründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

Tulpe94
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Re: Tulpe94: Verspätete Absetzsymptome nach Wechsel von Escitalopram auf Venlafaxin

Beitrag von Tulpe94 » Montag, 09.12.19, 14:33

Niemand? :(
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Ende 2015 Escitalopram einfach abgesetzt
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Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass Antidepressiva ausgeschlichen werden müssen oder Absetzerscheinungen hervorrufen können!!!

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Annanas
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Re: Tulpe94: Verspätete Absetzsymptome nach Wechsel von Escitalopram auf Venlafaxin

Beitrag von Annanas » Montag, 09.12.19, 15:04

Hallo Tulpe :) , noch einmal wilkommen u ich bitte um etwas Geduld, mit den Antworten kann es manchmal etwas dauern, weil hier alle selbst angeschlagen sind.

Im Begrüßungstext sind zudem viele Infos verlinkt, die z.T. schon einige Fragen beantworten.

Nun aber zum Thema:
Mir ist erstmal aufgefallen, daß du einen ständigen Wechsel der Antidepressiva in deiner Signatur aufgeführt hast.
Psychopharmaka können zwar im besten Fall Symptome deckeln, aber sie heilen nicht u haben selbst ein gesundheitsgefährdendes Potential.

Deshalb in diesem Zusammenhang die Frage, wurden dir denn, außer der Medikation, auch andere Therapiemöglichkeiten angeboten?
Hattest du bspw eine Psychotherapie? Depressionen u/o Ängste entwickeln sich selten aus dem nichts, wenn keine anderen Problematiken, wie z.B ein hormonelles Ungleichgewicht (SD u/o Geschlechtshormone) vorliegen.
Es wäre wichtig, den Gründen für die Stimmungsstörungen auf die Spur zu kommen. Erst dann kann man daran arbeiten u das ist auf jeden Fall nachhaltiger u gesünder als eine Medikation.
Tulpe94 hat geschrieben:
Sonntag, 08.12.19, 9:05
Im Februar diesen Jahres habe ich mit Escitalopram 10 mg begonnen, zwischendurch hatte ich auch mal 15 mg, aber bin dann wieder runter auf 10 mg. Im September bin ich dann auf Venlafaxin gewechselt.
Warum bist du zum Venlafaxin gewechselt?
Tulpe94 hat geschrieben:
Sonntag, 08.12.19, 9:05
Ich habe ab 16.09. meine dosis auf 5 mg runter gefahren, ab 21.09. 37,5 mg Venlafaxin dazu genommen und ab 24.09. Escitalopram einfach weggelassen. Es kam nach ein paar Wochen ein Stimmungseinbruch und ich habe am 29.10. auf 75 mg erhöht.
Jetzt am 06.12. habe ich plötzlich einen heftigen Einbruch erlitten, mit panikattacken, starken Ängsten, Heulkrämpfen, extremes Herzrasen, Brechreiz, Angst durchzudrehen.
Eine Einschätzung ist hier nicht so leicht - du hast bestimmt Absetzsymptome durch das Weglassen des Escitaloprams - ein anderes AD kann das selten bis gar nicht auffangen.

Ich schrieb oben, nicht so leicht, weil die Symptome z.T. auch NW vom Venlafaxin sein können, es wirkt meistens extrem antriebssteigernd, was auch zu dieser Symptomatik führen kann.

Zumal du die Dosis Ende Oktober auf das Doppelte erhöht hast.

Jetzt ist guter Rat wirklich teuer:
Ich würde keinesfalls das Venlafaxin erhöhen, eher vllt minimal abdosieren u schauen, ob es besser wird.

Die andere Möglichkeit wäre, zurück auf eine Minimenge Escitalopram zu wechseln - Absetzsymptome können gern um Monate zeitversetzt zuschlagen.

Aber du bist nun auch schon wieder über 2 Monate beim Venlafaxin - nach 4 - 6 Wochen sind AD fest in den Gehirnstoffwechsel eingebaut, also könnte auch hier das Zurückwechseln Probleme bringen.

Ich würde wahrscheinlich bei der ersten Variante bleiben, möchte aber gern noch andere Meinungen dazu abwarten.

Das erstmal von mir,
liebe Grüße, Anna
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
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Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und gründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

Tulpe94
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Re: Tulpe94: Verspätete Absetzsymptome nach Wechsel von Escitalopram auf Venlafaxin

Beitrag von Tulpe94 » Montag, 09.12.19, 16:43

Danke für deine ausführliche Antwort!

Meine allererste depressive bzw. Angsteperiode hatte ich schon als Kind nach einem Todesfall in der Familie. Als Teenager ist es akut ausgebrochen, sodass eine medikamentöse Therapie unumgänglich war.

Ich hatte schon mehrere ambulante, eine stationäre und eine teilstationäre Therapie... Von daher bin ich eigentlich austherapiert.

Ich kriege die Problematik einfach nicht in den Griff und deswegen liegt meine einzige Hoffnung leider in den Medikamenten. Ich denke nicht, dass ich ohne zurecht komme.

Ich hatte trotz Escitalopram immer noch panikattacken, brechreiz, innere Anspannung, starke Zwangsgedanken usw... Die Depression war an sich schon ganz gut im Griff, nur die Ängste nicht.

Ohje, also hänge ich wohl in der Sackgasse. Von der Stimmungsstabilität hätte ich gerne das Escitalopram wieder zurück. Aber wie du schon gesagt hast, habe ich das Venlafaxin ja schon länger intus.
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FineFinchen
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Re: Tulpe94: Verspätete Absetzsymptome nach Wechsel von Escitalopram auf Venlafaxin

Beitrag von FineFinchen » Montag, 09.12.19, 16:47

Hallo Tulpe, :-)

auch von mir herzlich Willkommen.

Und gleich die Bitte, unsere Nettiquette zu beachten. Ein Hallo am Anfang und ein Gruß am Ende Deines Posts lesen sich freundlicher.:-)

Grüße
Finchen

padma
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Re: Tulpe94: Verspätete Absetzsymptome nach Wechsel von Escitalopram auf Venlafaxin

Beitrag von padma » Montag, 09.12.19, 18:09

hallo Tulpe, :)

auch von mir willkommen.

Das ADFD ist psychopharmakakritisch, naturgemäss sehe ich daher einige Dinge anders.
Als Teenager ist es akut ausgebrochen, sodass eine medikamentöse Therapie unumgänglich war.
Eine Depression ist meiner Auffassung nach, keine gegebene Erkrankung, die ausbricht, es ist zumeist eine Reaktion der Psyche, des Körpers auf belastende Lebensereignisse.
Medikamente sind keine Therapie in einem heilenden Sinne, sie können bestenfalls für eine gewisse Zeit, Symptome deckeln. Eine nachhaltige Lösung sind sie nicht.
Ich hatte trotz Escitalopram immer noch panikattacken, brechreiz, innere Anspannung, starke Zwangsgedanken usw... Die Depression war an sich schon ganz gut im Griff, nur die Ängste nicht.

Du hast schon selbst die Erfahrung gemacht, dass AD, falls überhaupt, nur eine sehr begrenzte Wirkung haben.
Ich hatte schon mehrere ambulante, eine stationäre und eine teilstationäre Therapie... Von daher bin ich eigentlich austherapiert.
Ich denke, der passende Ansatzpunkt wurde noch nicht gefunden.

Was du in deiner Signatur als Rückfall beschreibst, waren zumindest teilweise Entzugssymptome. Derzeit lässt sich gar nicht sagen, was noch tatsächlich Ursprungsproblematik und was medikamentenbedingt ist.

Ein Wiedereindosierung einer Kleinstmenge Escitalopram mit zuvorigem Ausschleichen von Venlafaxin sehe ich eher kritisch. Die Wahrscheinlichkeit, dass das funktioniert ist nicht allzu gross.

Weiter Hochdosieren würde ich keinesfalls.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



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Tulpe94
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Re: Tulpe94: Verspätete Absetzsymptome nach Wechsel von Escitalopram auf Venlafaxin

Beitrag von Tulpe94 » Montag, 09.12.19, 20:49

Hallo Padma,

vielen Dank für deine Antwort.

Ja, aber ich konnte durch die Angst bzw. Depressionen nichts mehr und bin in den kritischen Bereich des Untergewichts gerutscht, weil ich absolut nichts mehr essen konnte.

Aber wenn alles anders gelaufen wäre, hätte man es eventuell doch anders regeln können. Ich weiß es nicht.

In meinen Augen waren die ersten drei "Rückfälle" lediglich Absetzsymptome. Der vierte und fünfte Rückfall war wirklich einer.

Im Nachhinein wünschte ich mir natürlich niemals AD genommen zu haben. Dadurch habe ich schon Symptome erleben müssen, die ich sonst nicht gekriegt hätte meiner Meinung nach.

Ok. Ich werde escitalopram nicht wieder eindosieren...
Wie ich nun weiter verfahre, weiß ich auch noch nicht.

LG Tulpe 😉
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Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass Antidepressiva ausgeschlichen werden müssen oder Absetzerscheinungen hervorrufen können!!!

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