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Aufgrund anhaltender Neuanmeldungen, Urlaubszeit und Unterbesetzung in den Teams sieht sich die Moderation leider gezwungen, das Forum temporär für Neuanmeldungen zu schließen.
Wir peilen einen Zeitraum von circa 8 Wochen an (ein Enddatum wird noch bekannt gegeben).
Wir bedauern diesen Schritt sehr, er ist aber nötig, um der Verantwortung füreinander, aber auch für unsere eigene Gesundheit, nachzukommen.

Neu-Interessierte finden alle wichtigen Infos rund ums Absetzen gut verständlich erklärt im öffentlich zugänglichen Teil des Forum.
Hier viewtopic.php?f=35&t=16516 findet ihr Antworten auf die wichtigsten Fragen und links zu weiterführenden Erläuterungen.

Die Teams des ADFD




Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
:schnecke: Bitte lies unsere Forenregeln, bevor Du Dich registrierst.
Luisa52
Beiträge: 170
Registriert: 21.08.2019 18:52

Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Luisa52 »

Liebe Avalou
Ich stimme Clarissa aus eigener Erfahrung voll zu „Normalität“ lässt sich nicht erzwingen und schon gar nicht die Zeit, in der sie erreicht werden soll.
Auch ich Zweifel manchmal daran, ob ich jemals wieder vollkommen heilen werde. Diesen Zweifel bewerte ich aber auch als typisches Entzugssymptom in heftigen Wellen. Und ob ich wieder die alte Person werde zu 100% oder nur 80% ist mir im Augenblick egal, dran bleiben, dass es mir besser geht, das ist woran ich mich orientiere.
Ich lese deine Beiträge und habe das Gefühl, wie und was du schreibst, da sind ganz kleine positive Veränderungen bei dir, die ich wahrnehme, die in eine gute Richtung gehen. Wenn du den Fokus auch auf Dinge richtest, die du derzeitig bewältigst, trotz sehr schweren Entzugs, dann wird es etwas leichter, diese Lebensphase zunächst zu ertragen.
Weiterhin viel Geduld wünscht Dir Luisa
Vorgeschichte:

2015 Ängste Depression hervorgerufen durch die Einnahme von kurzfristig Tavor (1x /d für 5 Tage) wegen Flugangst und Herzbeschwerden. Amitriptilin kurzfristig 25 mg, dann rasch in 4 Monaten vorsichtig problemlos abgesetzt
01/2016 burn-out erneute Einnahme kurzfristig Amitriptilin, ohne Erfolg
02/16 Doxepin Trp. Zügig abgesetzt da Nebenwirkungen
03/16 Zusammenbruch Aufnahme in Psychiatrie für 5 Wochen Escitalopram 10 mg für 3 Wochen heftigste Nebenwirkungen täglich Suizidgedanken wenn Wirkspiegel offenbar max. hatte. Dann auf meinen Wunsch hin abgesetzt
04/16 Venlafaxin 37.5 mg Retard Suizidalität gebessert
05/16 - 07/16 ambulant bis 3x 37.5 mg aufdosiert, schnell wieder auf 2x 37.5 mg da Nebenwirkungen wie Unruhe, Rastlosigkeit, Gedankenkreisen, Schlaflosigkeit, Gefühl unter Drogen, kam einfach nicht runter.
07-12/16 von 2x auf 1x 37.5 mg reduziert, in langsamen Schritten Kügelchen rausgenommen.
Reduktion zeigte immer Absetzsymptome, aber von 3x37.5 mg auf 1x37.5 mg aber geschafft.

[spoil]Aktueller Absetzverlauf
2017
Zunächst 10% dann aber 5% Reduktion ausgehend von der Dosis 37.5 mg ca. alle 4 oder 6 Wochen, erst heftige Absetzsymptome dann bei 5% Reduktion besser aushaltbar. Langanhaltende Wellen. Im Dez. 2017 bei 35% der Dosis angelangt

2018
01/18 je nach Packung Einnahme von 49-43 Kügelchen
02/18 im Durchschnitt Einnahme 42-37 Kü
03/18 i.D. Einnahme 36 Kü
04/18 i.D.Einnahme 32 Kü
05/18 i.D.Einnahme 30 Kü
06/18 i.D. Einnahme 24 Kü
07/18 konstante Einnahme 21 Kü
10/18 18 Kü
12/18 16 Kü
Wellen haben nicht so lange angehalten wie in 2017 aber je niedriger ich komme, desto besser ist es längere Intervalle einzuplanen und konstante Mengen einzunehmen.

2019
01/19 konstante Einnahme 15 Kü
03/19 14 Kü
04/19 13 Kü
06/19 12 Kü
07/19 11 Kü
08/19 10 Kü, da heftige Welle längere Reduktionspause bis zur Stabilisierung, (10 Wochen Pause)
10/19 9 Kü
12/19 8 Kü

2020
02/20 7 Kü (nach Pause von 9 Wochen, wegen reduktionsbedingter Depression)
04/20 6 Kü
05/20 5 Kü (nach 5 Wochen)
06/20 4 Kü :schnecke: bald am Ziel
07/20. 3 Kü :schnecke: :schnecke:


Absetzverlauf
Psychische Symptome im Absetzprozess unterscheiden sich kaum von Nebenwirkungen Venlafaxin
Treten nach 2-3 Wo auf, bleiben 2 Wo, ebben dann ab, Absetzintervall alle 4-6 Wochen oder auch langsamer.
Zwangsgedanken, Aggressivität, Derealisation, Depersonalisation, neben sich stehen, Gedankenkreisen, nicht klar denken können, Verwirrung, Grübelei, nur im Kopf sein, Hoffnungslosigkeit, Mutlosigkeit, Selbstzweifel, Gefühl unter Drogen zu sein und vieles mehr.

Trigger:
Jeglicher Art von Stresserleben, auch positiver Stress, fremde Umgebung, Lärm, Schlafdefizit, Hunger, Konflikte, Sport, Hitze, Wetteränderung, Sauna, Pantoprazol, Kortison.

Hilfe:
Verständnisvoller Ehemann, positive Ablenkungen, täglich viel Musizieren, gutes Essen, Schlaf, in diverse Freizeitgruppen gehen, in Krisenphase Psychotherapeutin aufsuchen, Gartenarbeit, Handarbeiten, nichts tun.

Meine Quintessenz: absolute AKZEPTANZ, anhaltende GEDULD, viel ZEIT
- Super Schnecken-Absetzplan verhindert nicht Absetzsymptome, aber ich habe gelernt damit umzugehen.
- Wellen kommen und gehen, sie sind nicht immer gewaltig, überwältigend.
- Wellen können in der Endphase bei niedriger Dosis sehr heftig sein, aber Fenster werden auch besser
- Wellen mit großer Akzeptanz und viel Geduld begegnen, nicht gegen ankämpfen.
- Fenster ob klein oder groß voll genießen.

[/spoil]

Avalou
Beiträge: 146
Registriert: 04.08.2019 20:51
Wohnort: Niedersachsen

Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Liebe Clarissa, RebelHeart75 & Luisa, :group:

ich würde so gerne daran glauben, dass sich alles bessert. 90 Wochen wäre ein Träumchen. Nach dem Kaltentzug von Mirtazapin und vor dem AB war ich ja schon 130 Wochen (2,5 Jahre auf 0). Leider hat sich im Bezug auf die Benommenheit und die Sehstörungen nichts geändert.

Ich habe die ersten Jahre immer gesagt, dass ich das Gefühl habe, dass ich eine Autoimmunerkrankung habe, als wenn der Körper nicht in der Lage ist, Gut und Böse zu unterscheiden und auch das Gute angreift. Es wurde vehement von allen Ärzten etc. abgestritten. Das wäre jedoch auch eine Erklärung dafür, dass ich Nichts vertrage. Kein Medikament, kein Alkohol etc. Selbst Valium löst bei mir im Körper eine Bombe aus. Ich habe ja auch in den letzten Jahren kein Fenster gehabt. Das Einzige was dazu kam und sich wieder abschwächt sind die extreme Angst & die Anfälle. Alles andere ist geblieben und hat sich sogar noch verstärkt.

Kennt jemand von Euch gute Spezialisten, die sich mit Autoimmunerkrankungen auskennen und auch in der Lage sind mal um Ecken zu denken?

Ich war gestern mit meinem Mann und meiner Tochter ein Eis essen. Sie sagten: "Schau mal, was Du heute schon schaffst." Ich saß da und habe mich am Stuhl festgekrallt um nicht umzufallen. Wahnsinn. Keiner erkennt meine Lage. Zuhause musste ich dann gleich ins Bett, weil die Benommenheit nicht auszuhalten war. Danach folgte ein Gespräch mit meiner Familie bei dem sie mir vorwarfen, dass ich nicht dankbar bin für Verbesserungen, dass ich mehr machen muss um wieder nach vorne zu kommen (spazieren, kochen etc.). Das alles nicht geht, weil die Benommenheit mich so fesselt, will keiner hören.

Ich weiß gar nicht mehr, wie es sich anfühlt klar im Kopf zu sein, ohne dieses Druck auf Kopf, Augen und Atmung. Jede Sekunde ist ein Kampf. Das Aushalten ist kaum noch zu ertragen.

Euch alles Liebe,
Avalou💕
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Clarissa
Beiträge: 3719
Registriert: 24.08.2014 18:37

Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Clarissa »

Hallo, Avalou.

Ich wiederhole mich: auch Autoimmunkrankheiten-ähnliche Zustände können durch PP bzw. Entzüge ausgelöst werden! Eine Autoimmunkrankheit ist ja irgendwie eine Regulationsstörung des Körpers und kommt nicht von ungefähr.

Therapie von Autoimmunkrankheiten ist heftige Symptomtherapie, ich denke da bloß an Kortison und Immunsuppressiva mit teils kritischen NW. Ich weiß das, weil ich so einen Fall in der Familie hatte: leider mit ungutem Ausgang.

War Dir denn sellbst gestern nach Eisessen? - Ich vermeide möglichst alles, was zur Symptomverschlechterung führen könnte.

Wobei geht es Dir denn am besten?

Ich fürchte, der Ansatz Deiner Familie ist nicht gut für Dich. Wobei ich jetzt keine zündende Idee habe, wie man diesen Anforderungen begegnen könnte in Deinem Fall.
Ich rechtfertige mich kaum noch für Rückzug und mir ist egal, was andere denken, aber ich lebe ja allein. Meine Familie kriegt da nicht viel von mit, hält mich halt bloß für etwas faul :wink: , fürchte ich. Damit komme ich inzwischen klar.

So ein dauernder Rechfertigungsdruck kann einem übel mitspielen. Aber Aktionismus führt in unserem Fall zu nichts.

Mitfühlende Grüße von Clarissa.
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien - alles mit verheerenden Folgen!

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen über 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

Mir haben falsches Leben, psychiatrische Therapien und besonders PP, allen voran die Benzos, viel Elend beschert. Ich werde nicht aufhören, auf die Gefahren von PP-Gebrauch hinzuweisen.

Siggi
Beiträge: 1017
Registriert: 05.07.2007 19:49
Wohnort: Rheinland-Pfalz

Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Siggi »

:)
Mein Absetzverlauf:

[spoil]2002 wegen Angst-Panik-Depressionen 12 wöchiger Klinikaufenthalt, wo mir 15 µg Remergil und Tavor verschrieben wurde.
Diganose :Hashimoto . Danach Substitution von L.Thyroxin
Von 2003 bis 2005 Remergil von 15 µg auf 7,5. von 2005 bis 2007 Remergil auf 4,5 µg
Im Januar 2007 Remergil ausgeschlichen, 6 Wochen keine Entzugserscheinungen, doch danach umso heftiger, wie Schwindel, Derealisation, starke Benommenheit, Übelkeit und teilweise Depris mit Ängsten.
Ende 2007- ein langes Jahr lang- schwere Symptome aber- erfolgreich ausgeschlichen
2011 wegen 3 schweren OP's (lange Narkose) Angst, Unruhe Herzrasen,etc.erneute Einnahme mit 20 mgMirtazapin (Remergil Tropfen) begonnen!!
April 2012 bis Juli 2012 von 20 mg auf 8mg gesenkt (zu schnell!)
Absetzsymptome: massive innere Unruhe,begleitende generalisierte Angst, Benommenheit, Schwindel! Massive Histaminunverträglichkeit,Gluten-und Fructoseunverträglichkeit-vertrage nur noch wenige Lebensmittel.
Starke, Gelenk-Rücken-Knie-Knochen Schmerzen, Steifigkeit und Schmerzen bei jeder kleinen Bewegung
20.10. 2012 auf 7,2 mg. Mirta reduziert, einfach nur grausig mit allen Symptomen die man sich denken kann
27.12 2012 6,4 Mirta-Tropfen einfach die Hölle...
weiter, monatlich in kleinen Schritten von :
27.12. 2012 bis 7.8. 2014 reduziert!
seit 7.8. 2014 auf Null....
weiterhin kein gutes Befinden, nur wenige Fenster,Ängste, Katastrophengedanken, Unruhe.
sind es Wellen??
Gluten, Histamin, Fructose und seit Jan. 2016 noch Laktose-Unverträglichkeit, Ernährung immer karger.
Seit ca. 3 Monaten bei Vitalogen wegen massiver Nackenmuskelschmerzen und unbeweglich steifem Hals... seit ca. 4 Wochen Beweglichkeit und Radius, sowie Schmerzen durch Behandlung etwas besser.
Seit 7.8. 2014 keine Stabiliät.Immer wieder viel Auf und Ab mit all den Absetzsymptomen.
jedoch immer mal wieder Fenster.... die ich dann versuche zu genießen und davon zu zehren[/spoil]

Avalou
Beiträge: 146
Registriert: 04.08.2019 20:51
Wohnort: Niedersachsen

Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Liebe Clarissa, <3

dankeschön. Du hast natürlich vollkommen Recht. Ich weiß einfach nicht mehr, wie ich den Zustand noch aushalten soll. Man sucht ja immer nach einem kleinen Strohhalm. Ich fühle mich so allein gelassen mit der ganzen Situation. Es versuchen zwar alle irgendwie zu helfen, machen es aber meistens noch schlimmer. Ich werde so oft kritisiert: "Dann ging es doch auch.", "Da hast Du es doch auch ausgehalten." "Du musst einfach..." usw.. Keiner versteht den Ernst der Lage und dass ich einfach nicht mehr kann.

Ich erfahre keinen ehrlichen Zuspruch. Ich habe beschlossen mich noch mehr zurück zu ziehen und niemanden mehr zu bitten. Egal was kommt. Ich kann mich nicht mehr für etwas rechtfertigen, wofür ich nichts kann. Ich habe innerlich aufgegeben und resigniert. Keiner glaubt mir.
Wobei geht es Dir denn am besten?
Leider ist es immer gleich schlecht. Kein Licht und kein Fenster. Egal was ich mache. Deshalb auch keine Freude.

Danke für alles,
Avalou
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Clarissa
Beiträge: 3719
Registriert: 24.08.2014 18:37

Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Clarissa »

Liebe Avalou.

Klar sind wir jeweils sehr allein(gelassen) mit dieser Problematik. Geht mir nicht anders. Ich rede im realen Leben so gut wie gar nicht darüber.

Mir geht es besser damit, mich nicht mehr zu rechtfertigen.

Sich im Familienverbund zurückzuziehen, das stelle ich mir wirklich sehr schwierig vor. Sie meinen es gut, aber Druck und Zwang bringt unsereins überhaupt nicht voran.
Ich habe keinen psychischen Schaden, sondern körperliche Probleme durch PP bzw. Entzüge. Mich belastenden Situationen mit aller Gewalt auszusetzen, das wirft mich immer zurück.

Ich habe keine Idee, wie Du Dich am besten verhalten könntest, denn ich war selber nicht in dieser Situation und, ehrlich gesagt, froh darüber. Ich kann sozusagen in Ruhe heilen.

Ich meinte: geht es Dir nicht ein klitzekleines bißchen besser, wenn Du Dich in Ruhe zurückziehen kannst?
Bei mir ist das so. Nach zwei Stunden Restaurantbesuch liege ich drei Stunden zwecks Regeneration flach, aber das merkt ja keiner bei mir.

Teilnahmsvolle Grüsse von Clarissa.
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
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leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien - alles mit verheerenden Folgen!

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

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NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

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Straycat
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Straycat »

Liebe Avalou,

ich bin sicher, deine Familie will nur das Beste für dich. Aber Sachen wie "du musst..." usw. sind leider einfach kontraproduktiv im Entzug (und davon abgesehen auch in vielen anderen Lebensbereichen und -erfahrungen).
Vielleicht könntest du mal ein aufklärendes Gespräch mit deiner Familie führen?
Oder wenn dir ein Gespräch zu belastend ist, schreib ihnen einen Brief. Oder vielleicht können sie auch mal zu einem Therapeuten, bei dem sie besprechen können, wie sie mit dir umgehen?

Auch wenn Phrasen wie "schau, es ging ja doch..." als Aufmunterung und Motivation gemeint sind, lösen sie sehr oft gleich einen Druck aus. Und zwar Druck, dass man es "noch einmal schaffen muss". Und genau dieser Druck ist im Moment einfach nicht gut für dich.

Ich hoffe, du findest eine gute Lösung mit deiner Familie!

Alles Liebe,
Cat
rezidivierende Depression (seit 2006)/ Bipolar II (2008 - Fehldiagnose?)
Erfahrungen mit Escitalopram (9 Jahre) und kurzfristig auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion, Alprazolam - alles wieder abgesetzt
protrahiertes Entzugssyndrom: wiederkehrende Muskelschmerzen, gelegentlich Panikattacken
Aktuelles Absetzen von Venlafaxin seit 04/2018
für detaillierte Infos: auf "Text zeigen" klicken
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Link zu meinem Thread

Avalou
Beiträge: 146
Registriert: 04.08.2019 20:51
Wohnort: Niedersachsen

Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Liebe Clarissa, liebe Cat,

ich weiß, dass meine Familie es gut mit mir meint. Es ist jedoch alles zur Zeit falsch. Meine Mutter war gerade da und kam mit Unterlagen, die ich ihr erklären sollte. Ich habe gezittert und geweint und gebeten, dass sie mich in Ruhe lässt. Sie hat es nicht verstanden und sagte, wenn ich nicht mit ihr reden wolle, dann könnte sie auch fahren. Das tat sie dann auch und lies mich in dem Zustand alleine zurück.

Ich habe so oft versucht meine Familie aufzuklären, sie sagen, sie verstehen es, glauben dann aber doch wieder was die Ärzte sagen.
Ich kann einfach nicht mehr. Ich halte den Zustand nicht mehr aus. Es frisst mich innerlich auf.

Alles Liebe,
Avalou
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Clarissa
Beiträge: 3719
Registriert: 24.08.2014 18:37

Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Clarissa »

Liebe Avalou.

Ich kann mir gut vorstellen, in welchem Dilemma Du steckst. Als meine Eltern noch lebten, haben sie das auch überhaupt nicht verstanden. Sie meinten, wenn ich nur müßte oder richtig wollte, dann könne ich schon.

Meine Leute glauben ebenfalls unerschüttlich den Ärzten, egal, was für Käse gerade verbreitet wird.

Mir fällt kein Vorschlag ein, wie Du Dich verhalten könntest.

Ich kann mich ja selbst versorgen und genieße es so, mir das einteilen zu können und niemandem Rechenschaft geben zu müssen. Unglaublich, das Alleinleben mal als Vorteil zu empfinden, mir ging es früher immer schlecht damit.

Aber was hast Du für eine Alternative zum weiteren Aushalten?

Mitfühlende Grüße von Clarissa.
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
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seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien - alles mit verheerenden Folgen!

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen über 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

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Avalou
Beiträge: 146
Registriert: 04.08.2019 20:51
Wohnort: Niedersachsen

Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Liebe Clarissa,

es gibt keine Alternative mehr für mich. Ich drehe hier komplett durch. Mein Körper besteht nur noch aus Angst. Ich halte dieses Gefühl nicht mehr länger aus. Es treibt mich in den Wahnsinn. Keiner kann helfen. Mein Mann war gerade kurz da. Nichts geht. Ich bin nur am durchdrehen. Mein Kopf brennt so. Ich bin nicht mehr in der Lage zu handeln. Ich zerstöre damit auch das Leben meiner Familie. Ich will das alles nicht mehr aushalten müssen. Die einzige Alternative ist Zeit und aushalten. Ich schaffe das nicht mehr. Ich bin nicht mehr in meinem Körper. Ich habe Angst... Ich reite von einer Welle zur nächsten und bin dabei zu versinken. Und ich weiß ich kann nichts machen.

Schickt mir bitte Kraft, dass ich das Elend noch eine bisschen aushalten kann.

Alles Liebe,
Avalou
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padma
Moderatorenteam
Beiträge: 21745
Registriert: 06.01.2013 17:04

Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von padma »

liebe Avalou, :)

du kannst wohl wirklich nur Moment für Moment durchstehen. Vielleicht hilft es dir, daran zu denken, dass andere denen es auch so schlecht ging, da durchgegangen sind und dass es denen wieder gut oder zumindest so geht, dass sie damit zurecht kommen.

Ich schicke dir ein ganz dickes Kraft- und Durchhaltepaket :fly: :group:

liebe Grüsse, :hug:
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Clarissa
Beiträge: 3719
Registriert: 24.08.2014 18:37

Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Clarissa »

Liebe Avalou.

Meinst Du nicht, Du kannst Deiner Familie rüberbringen, daß Du im Moment richtig krank bist und Schonung ohne Druck brauchst?
Immerhin haben Deine Angehörigen miterlebt, wieviele Klinikaufenthalte und Medikamente Du schon hinter Dir hast: ohne Besserung, im Gegenteil.

Mir hat man irgendwann geglaubt, daß die ganze Medikation mir nichts bringt, und mich schließlich damit in Ruhe gelassen. Sogar die Ärzte.

Im Grunde bist Du ja erst seit April ohne Medikamentenversuche: das ist noch nicht lange. Bitte halte durch.

Teilnahmsvolle Grüsse von Clarissa.
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien - alles mit verheerenden Folgen!

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Inzwischen über 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
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Mir haben falsches Leben, psychiatrische Therapien und besonders PP, allen voran die Benzos, viel Elend beschert. Ich werde nicht aufhören, auf die Gefahren von PP-Gebrauch hinzuweisen.

Michael808
Beiträge: 153
Registriert: 18.09.2019 20:02

Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Michael808 »

Hallo Avalou,

auch ich würde dir unbedingt raten, dich emotional so weit nötig von der Familie zu entkoppeln.

Ich habe ja im Prinzip das gleiche Problem. Und bei mir war es schon so, dass ich M. nur genommen habe, weil ich durch die Depression den Druck von allen Seiten nicht ausgehalten habe. Ich wollte es eigentlich nie nehmen, aber hatte Angst, wenn ich mich weigere, würde man mich zwangseinweisen mit der Begründung: „Jetzt ist er völlig übergeschnappt – bekommt Hilfe und nimmt sie nicht an.“

So und nun plagt mich das alles schon über ein Jahr und immernoch will es keiner glauben oder zugeben – was zutrifft weiß ich nicht mal. Denn es gibt ja das in der Psychologie bekannte Phänomen, dass manche Eltern gegenüber dem Kind kategorisch keine Fehler zugeben. Was ich damit sagen will: Der Konflikt kann nicht durch Ehrlichkeit im Umgang beigelegt werden. Du musst dir „weiße Lügen“ zurechtlegen. Mein Vater zum Beispiel wollte mir Johanniskraut andrehen. Ich wäre innerlich fast geplatzt vor Wut. Es würde also darauf hinauslaufen, dass sich mein Zustand wieder nur verschlechtert und ich von dem :censored: dann auch wieder Entzugsprobleme bekäme. Ich habe schnell den Entschluss gefasst, in dieser Hinsicht einfach zu betrügen. Sollte er mir Johanniskraut hinstellen, werde ich einfach so tun, als nähme ich es und das Mistzeug heimlich in kleinen Rationen entsorgen. Ich habe mich schon mental drauf vorbereit, dafür nicht das geringste schlechte Gewissen zu entwickeln.

So leid es mir eigentlich tut: Diese Situation hat meine emotionale Bindung zu den Eltern sehr abgekühlt. Aber ich bin daran nun mal nicht schuld. Sie scheinen gar nicht zu begreifen, wie dieses Ereignis mein Leben versaut hat. Und deshalb bin ich auch nicht bereit, mich gegenüber ihnen für noch irgendwas zu rechtfertigen. Wäre bei uns der Wohnungmarkt nicht so schwierig, wäre ich auch schon aus diesem Haus ausgezogen. Ich empfinde mein Leben so, dass ich hier nur noch eine Strafe (keine Ahnung wofür) absitze. Deshalb ist mir inzwischen vieles einfach schnuppe. Früher habe ich mich auch mit Politik, Gesellschaft, Vermögensaufbau etc. beschäftigt. Ist mir heute alles Schnuppe. Mein einziges Ziel im Leben ist noch, aus diesem Körper rauszukommen – tod oder lebendig.

Gute Besserung und LG
Michael
Durch Hausarzt wegen Depression Mirtazapin 15mg verordnet bekommen (9.5.2019); erste Woche 7,5mg, dann volle Dosis für 6 Wochen. Antidepressiver Effekt: nicht eingetreten; schlaffördernde Wirkung bereits nach 3. Woche nicht mehr gegeben. Heftige Verspannungen, Muskelzuckungen und Krämpfe stellten sich ein. Nach 6 Wochen begonnen auszuschleichen: Erste 2 Wochen 7,5mg, dann im Abstand von je einer Woche um ca. 1/8 der Gesamtdosis reduziert. Bereits nach Halbierung der Dosis unbegründete Angstattacken, Zucken am Augenlied für 2 Wochen. Verspannungen, Gelenkbeschwerden auch 4 Monate nach Beginn de Einnahme noch vorhanden und gefühlt immer stärker (heute 19.9.2019). Update am 24.2.2020: Inzwischen geht es mir wesentlich besser. Die :censored: ist zwar noch nicht vorbei, aber ich bin schon wieder mehr der alte, als der Pharma-Geschädigte. Es wird wieder, glaubt mir!

Avalou
Beiträge: 146
Registriert: 04.08.2019 20:51
Wohnort: Niedersachsen

Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Liebe Padma,

die anderen haben aber nach acht Monaten auch mal einen Aufwärtstrend. Bei mir nehmen die Zustände immer mehr an Fahrt auf. Heute ist die Angst ein klein bisschen weniger, dafür habe ich aber Trancezustände. Ich habe ständig das Gefühl jeden Moment weg zu sein. Dazu kommt diese Atemnot. Ich bin den halben Tag wie weggeschossen. Dazu kommt nach langer Zeit mal wieder die Übelkeit. Es geht mir keinen einzigen Moment wirklich gut. Warum hört das nicht auf? Bin ich psychisch so kaputt, dass ich gar nicht mehr heilen kann?

Liebe Grüße,
Avalou
Zuletzt geändert von Avalou am 05.08.2020 17:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Liebe Clarissa,

bei meiner Familie drehe ich mich nur im Kreis. Ich versuche Ihnen klar meine Zustände zu erklären. Irgendwie machen Sie sich aber ihr eigenes Bild. Genauso wie die Ärzte und alle anderen. Ich bin so ratlos und so traurig. Wenn doch nur diese Zustände irgendwann mal besser werden würden. Wenn es nur irgendwann mir gelingen würde mit etwas mehr Leichtigkeit in den Tag zu gehen. Aber irgendwie ändert sich nichts.

Liebe Grüße,
Avalou
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padma
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von padma »

liebe Avalou, :)

du bist psychisch nicht kaputt. :hug:
Es gibt diese Verläufe bei denen es serh lange dauert, bis ein Heilungstrend sichtbar wird. Auch bei dir findet Heilung statt, auch wenn es dauert.

Bei dir wurden soviele Medikamente getestet, gewechselt, kalt abgesetzt, dein ZNS braucht Zeit um sich von all dem zu erholen.

liebe Grüsse und ein ganz dickes Kraftpaket, :fly: :group:
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Clarissa
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Clarissa »

Liebe Avalou.

Genau genommen sind es eben erst 4 Monate ohne Medikamentenversuche - und das ist wirklich noch nicht lange.

Diese Zustände werden sich bessern, aber nicht mit der Brechstange. Ein bißchen mußt Du aber auch daran glauben!

Was hat denn Deine Familie für Vorstellungen, wie Du verfahren solltest, wie es weitergehen soll? Was sind die Vorschläge der Ärzte? (Sorry, wenn Du das vielleicht schon geschrieben hast und ich das gerade nicht auf dem Schirm habe.)

Es muß doch einen Weg auch für Dich geben, um zu heilen!

VG von Clarissa
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien - alles mit verheerenden Folgen!

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen über 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

Mir haben falsches Leben, psychiatrische Therapien und besonders PP, allen voran die Benzos, viel Elend beschert. Ich werde nicht aufhören, auf die Gefahren von PP-Gebrauch hinzuweisen.

Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Liebe Padma,
liebe Clarissa, :group:

ich weiß, wie wichtig der Glaube und das Vertrauen sind. Bis vor diesen Horrorzuständen, habe ich auch immer wieder viele Momente gehabt, wo ich mir ganz sicher war, dass ich es schaffen werde. Momentan kann ich nicht glauben oder hoffen. So gerne ich es würde.

Liebe Clarissa, um auf Deine Frage zu antworten. Meine Familie und meine Freunde meinen ich solle positiv nach vorne schauen und evtl. noch mal in eine Klinik gehen, in der ich zur Ruhe kommen kann. Blöd, wenn man nur nicht mal mehr in der Lage ist an Therapien teilzunehmen, weil der Zustand es nicht erlaubt. Sie vergessen auch, dass ich schon 10 x in Kliniken war und jedes Mal durch die Medikamente kränker raus als rein bin. Als nächster Vorschlag kommt dann das Kloster.

Die Ärzte sagen Medikamente. Die Psychiaterin und die Psychologin sagen auf gar keinen Fall Medikamente.

Fast alle sind der Meinung, dass man das alles mit Therapie in den Griff bekommt. Diese habe ich ja nun schon seit Jahren und sie hat mir nicht ansatzweise geholfen oder mich geheilt. Wie denn auch. Kein Gespräch kann das ZNS heilen. Oder habe ich da etwas verpasst?

Euch noch einen schönen Abend und danke für die Kraftpaket. Das kann ich gut gebrauchen. Oh Gott, was würde ich nur ohne Euch machen. Ich glaube ich hätte schon aufgegeben, so wie viele andere auch. Dankeschön.

Liebe Grüße,
Avalou
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Avalou
Beiträge: 146
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Wohnort: Niedersachsen

Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Lieber Michael, :)

es ist gar nicht so einfach, sich von seiner Familie emotional zu distanzieren, da ich ja immer wieder auf deren Hilfe angewiesen bin. Das macht die Sache ja nicht gerade leichter.

Mir wird auch immer wieder gesagt, dass ich Hilfe nicht annehmen würde und immer sagen würde "ja, aber...". Stimmt, das sage ich immer, aber ich habe ja so vieles ausprobiert und weis was hilft und was nicht. Und das meiste hat leider nicht geholfen oder die Sache sogar noch verschlimmert.

Mit der weißen Lüge, das ist keine schlechte Idee. Das mache ich auch oft, wenn Leute sagen ich solle mal einen Baum umarmen oder mir einen schönen Tee kochen. Das beruhigt. Früher habe ich immer diskutiert. Mittlerweile sage ich den Leuten, was das für eine tolle Idee ist und bedanke mich dafür.

Geht es Dir denn ein bisschen besser? In Deiner Signatur schriebst Du ja, dass es schon besser geworden ist. Deine Nachricht vorhin hörte sich aber doch noch ziemlich nach Kampf an.

Ich wünsche Dir noch einen schönen Abend. :D

Liebe Grüße,
Avalou
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basic searcher
Beiträge: 79
Registriert: 22.11.2018 17:50

Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von basic searcher »

Hallo, liebe Avalou

Du schreibst:
Bin ich psychisch so kaputt, dass ich gar nicht mehr heilen kann?
Psychisch kaputt bist Du überhaupt nicht! Wenn, dann sind das körperliche Reaktionen auf den Dauerbeschuss Deines Gehirns mit vielen unterschiedlichen psychoaktiven Substanzen :shock: . Wir sind quasi vergiftet worden und unsere Gehirnchemie ergo auch unsere "Körper-Systeme" brauchen Zeit um wieder in Homöostase zu kommen.

Wenn Du versuchen kannst, das für Dich erstmal wirklich so anzunehmen, dann fällt es vielleicht auch leichter Deiner Familie zu "verklickern" das Du derzeit eben erst mal so bist wie Du bist!

Ich als "Kopfkacker" neige ja dazu, meinen Menschen die relevant sind, diverse sachliche Infos einfach mal per Mail zu schicken. Mein Ehemann weiß das ich hier im Forum bin, er hatte glaube ich sogar das Ashton-Manual vor mir entdeckt und wir reden, schimpfen, diskutieren, informieren uns, also schon auch jeder für sich :wink: ... aber eben in derselben Sache.

Ansonsten, wie Clarissa schon sagte, Du bist "erst" vier Monate "trocken" .... und glaub mir -meine Erfahrung- Alkohohl-Entzug ist ein :censored: dagegen! Klär mit Dir und Deiner Family das Du wahrscheinlich noch ein paar Monate..?? ausfallen wirst, ein "Sabbatjahr" machst :haha: .

Du kannst ja mal für Dich so eine Art "worst-case /best-case-Bewertung" anstellen und Deine Family fragen, was sie davon hielten wenn..., frag was SIE vorzuschlagen haben und schlies erneute PP-Einnahme von vorherein als Diskussionsgrundlage aus. Ich mach das manchmal wenn es mir so richtig mies geht, auch bei suizidalen Gedanken. Manchmal klärt es was...

Neulich hattest Du geschrieben, das Du ein bisschen Bürokram erledigt hast, vor ein paar Tagen warst Du ängstlich Eis essen.... vor zwei? Monaten konntest Du Dich wegen der Häufigkeit allein der dissoziativen Anfälle nicht fort bewegen.... Leben ist Veränderung, oder wie heißt der kitschige Spruch.... :) ?!

So, bevor ich jetzt den Faden verliere; ich hatte gestern auch ein Fenster, das dafür heute so verrammelt ist das ich wieder das Bett hüte, nicht esse, Angst habe, friere, völlig kraftlos bin, DP/DR sowieso... und die Schmerzen!

Weißt Du, ich bin -warum auch immer- ein sehr ungeduldiger Mensch..zwar hauptsächlich mir selbst, in Teilen auch Anderen gegenüber, ohne dies jedoch zu kommunizieren?! Diese Ungeduld ist hinderlich im "Entgiftungs-Verfahren" aber es nützt ja nix, oder?

Hoffe, Du bist mit Dir geduldiger und es ging/geht Dir heute wenigstens so la la!

LG basic-searcher
:!: Meine Signatur ist noch "Baustelle" - bin im protahierten Entzug -

psych. Diagnosen (kumulativ und bestehend):
1995 Epilepsie
1999 Depression
2002 schwere Depression / generalisierte Angststörung / Panikstörung
2005 v.a. kPtBS
2006 PtBS v. Phänotyp Borderline; Derealisation, Depersonalisation, Dissoziative Störung, Amnesie f. große Teile d. Lebens, Alexithymie

Medikation: 1999-2020
02/99 - 07/99 Mirtazapin -kalt entzogen, auf ärztliche Anweisung... 3 Wochen später Crash: schwer depressiv, stark suizidal
07/99 - ...... Citalopram
02/01 - 10/14 Venlafaxin 335mg -mehrmals abgesetzt; zuletzt 10/14 innerhalb 2 Wochen...
(Entzugssymptome: bettlägerig, nicht essen können, Verzweiflung, Schlaflosigkeit, nur noch atmen können, 20kg abgenommen, 24h-Angst -inkl."Körperangst"-, zittern, frieren, schwitzen, Übelkeit, suizidal, massive körperliche Schwäche, "Brainzapps", innere Unruhe)
08/15 - 07/17 Venlafaxin 150mg -nicht ausgeschlichen, nur ersetzt-
07/17 - 10/17 Milnacipran 25mg -zu schnell entzogen-
(Entzugssymptome: s.o. -mit mittlerweile größeren Fenstern; immer nur in Relation zu dem, wie es im Verlauf war;

aktuelle Medikation
1996- lfd. Valproinsäure 900 mg
1999- lfd. Lorazepam 3 mg
2004- lfd. Metoprolol 25 mg
2005- lfd. Pantoprazol 20 mg

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