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Hier viewtopic.php?f=35&t=16516 findet ihr Antworten auf die wichtigsten Fragen und links zu weiterführenden Erläuterungen.

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7. Jahre cipralex ist genug

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
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Yasmina
Beiträge: 10
Registriert: Dienstag, 12.01.16, 12:57

7. Jahre cipralex ist genug

Beitrag von Yasmina » Dienstag, 12.01.16, 13:08

Hallo liebe Mitglieder,

Ich nehme nun schon seit 7 Jahren cipralex.
Habe mehrere absetzveruche hinter mir. Leider
Erfolglos. Sobald ich eine Dosis unter 10mg nehme halte ich die Nebenwirkungen nicht aus
Habe das Medikament damals genommen, da ich nach der Schwangerschaft eine sehr schlimme Angsterkrankung bekam. Ich hatte 24 std Todesangst und alle körperlichen Symptome, die man sich vorstellen kann. Ich dachte ich würde sterben. Lag nur im Bett und hab voller Angst auf meinen Tod gewartet. Habe mich dann mit Rettungswagen in die Psychiatrie einweisen lassen
Das cipralex hat mich gerettet. Doch ich will diese Tabletten nicht ewig nehmen. Habe dadurch zB Herzbeschwerden, zugenommen, bin passiv geworden, sex Leben leidet.
Aber es geht mir zwischendurch auch schlecht. Habe Angst, dass ich eventuell wieder krank werde Vorallem wenn ich kein ad mehr nehme.

Es alles nicht so einfach.
Lg

Lisamarie
Beiträge: 9530
Registriert: Freitag, 14.03.14, 19:16

Re: 7. Jahre cipralex ist genug

Beitrag von Lisamarie » Dienstag, 12.01.16, 13:20

Hallo Yasmina,

Willkommen im ADFD.

Was ist denn deine aktuelle Dosis ? Und wie hattest du runterdosierst ? Wir hier im Forum setzen alle vier bis sechs Wochen höchstens 10% ab. Lass dir mal unsere FAQ,s da zum lesen falls du sie noch nicht entdeckt hast

http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=19&t=9913

Ich finde es gut das du absetzen willst, wieso denkst du das deine Krankheit wieder kommen könnte, wie ich verstanden hab warst du damals in einer Ausnahmesituation ? Und hast du therapeutisch an deiner Problematik gearbeitet um einen anderen Möglichkeiten zu erlernen wie du im Falle von Panikattacken umgehen kannst falls sie wieder auftreten ?

Du schreibst dir geht es auch zwischendurch schlecht ? Was genau meinst du damit ?
Lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
► Text zeigen

Yasmina
Beiträge: 10
Registriert: Dienstag, 12.01.16, 12:57

Re: 7. Jahre cipralex ist genug

Beitrag von Yasmina » Dienstag, 12.01.16, 13:25

Danke für deine Antwort. Hab damals 15mg genommen und immer so Ca paar Brösel der Tablette 4 Wochen weggelassen. Danach musste ich auf Grund der absetzbeschwerden sogar auf 20 hoch weil die 15 nicht mehr richtig griffen. Und das nehme ich aktuell.
Ich hab noch nie eine Therapie gemacht. Das möchte ich jetzt auch ändern.
Wenns mir jetzt schlecht geht bekomme ich auch wieder Ängste Angst zu sterben und körperliche Beschwerden. Aber halt alles nicht so extrem wie damals

padma
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Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04

Re: 7. Jahre cipralex ist genug

Beitrag von padma » Dienstag, 12.01.16, 13:56

hallo Yasmina,

auch von mir herzlich willkommen.

Ich vermute der Absetzfehler bestand in den "ca Bröseln". Mit Bröseln bekommt man keine genaue Dosierung hin.
Sobald ich eine Dosis unter 10mg nehme halte ich die Nebenwirkungen nicht aus
Das ist ganz tyoisch, dass Absetzsymptome verstärkt bei einer niedrigeren Dosis auftreten. Das liegt höchstwahrscheinlich an der Rezeptorenbelegung http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=19&t=8829

In diesem Bereich findest du viele hilfreiche Informationen http://www.adfd.org/austausch/viewforum.php?f=19

Da du bereits gescheiterte Absetzversuche hinter dir hast, ist es wichtig, jetzt nur in 10 % Schritten vorzugehen.
Cipralex gibt es auch in Tropfenform, das erleichtert das Absetzen. Allerdings verträgt nicht jeder die Umstellung auf Tropfen, das müsstest du erst ausprobieren. Evtl schrittweise umstellen, zuerst nur die halbe Dosis durch Tropfen ersetzen.

Alternativ dazu kannst du mit der Wasserlösemethode viewtopic.php?f=16&t=7936 oder mit einer Feinwaage abdosieren.

Ich finde es gut, dass du deine Ängste nun mit einer Therapie angehen möchtest. AD sind keine wirkliche Lösung.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Leni
Beiträge: 386
Registriert: Montag, 04.01.16, 13:01

Re: 7. Jahre cipralex ist genug

Beitrag von Leni » Dienstag, 12.01.16, 21:43

Hallo Yasmina, ich habe dir im Thread "Hashimoto und Cipralex absetzen" geantwortet.

LG Leni
Erfahrungen mit Cipralex

Hashimoto Thyreoiditis, Nebennierenschwäche, HPU, Viren, Schwermetalle, Kieferostitis - wieder gesund

Yasmina
Beiträge: 10
Registriert: Dienstag, 12.01.16, 12:57

Re: 7. Jahre cipralex ist genug

Beitrag von Yasmina » Donnerstag, 05.05.16, 22:56

Hallo ihr lieben.
Hier nun ein kleines Update.
Also ich habe Ca zeitgleich mit meiner Vorstellung hier angefangen zu reduzieren.
Bin von 20mg nun auf 15mg
Und es verlief relativ problemlos.
Heute ist ein Tag an dem ist Nicht so toll ist.
Immer wenn es so einen Tag gibt denke ich oft dran, dass es nun anfängt mit den absetzsymptomen und es macht mir Angst
Habe gestern mich mit einer Freundin getroffen, die an einer Psychose erkrankt ist und dazu manisch depressiv. Sie leidet schon lange und stark. Sie ist nun erneut in der Klinik und bekommt Ein ad und Neuroleptika und abends Tavor. Sie sieht schrecklich aus.
Sie sagte mir ich solle froh sein, dass das Cipralex mir hilft und es blos nicht absetzen und das sie froh wäre wenn sie ein passendes ad finden würde das ihr hilft.
Eine andere Freundin, die ihr ad abgesetzt hatte, hatte nach einigen Monaten einen Rückfall oder absetzsymptome und musste in die Klinik. Sie sagte mir auch sie werde ihr ad nicht mehr absetzen
Mir machen diese Aussagen Angst. Habe mein absetzen auch momentan auch auf Eis gelegt
Wie seht ihr das ? Sollen wir froh sein dass es ad etc gibt ?
Mir ging es damals echt dreckig. War mehr tot als lebendig und bin froh das es solche Medikamente gibt. Aber muss ich sie lebenslang nehmen ???

Midlife
Beiträge: 104
Registriert: Samstag, 23.04.16, 18:10

Re: 7. Jahre cipralex ist genug

Beitrag von Midlife » Donnerstag, 05.05.16, 23:16

Hallo Yasmina!

Ich habe ene gute Freundin, die nimmt seit 18 Jahren AD und schwört,
dass sie ohne die schon längst Suizid begagngen hätte...
Allerdings ist sie auch mit den Dingern eigentlich nie richtig glücklich...sie hat akzeptiert, dass es so sein muss.
Aber'!!!
Sie hat nie so ausgeschlichen wie hier empfohlen...sondenr immer zu schnell...
Daher weiss sie nicht, ob es Absetzsymptome waren oder ein Rezidiv...

Ich finde, die AD machen eine Wesensvränderung...ich will ich sein und nicht chemisch verändert...
Ich würde versuchen sie weiter auszusxhleichen...ab ganz langsam...

Viel Erfolg!
11/15- erstmals 20 mg Citalopram vom Hausarzt bekommen, ohne Diagnose
29.12/15- Tavor/Lorazepam 1,5 mg für ca 3 Wochen selbst genommen ohne ärztliche Verordnung
Seit Anfang März 2016 weg vom Tavor und auch Citalopram
Seit 1.4.16 Escitalopram 10 mg plus bei Bedarf 25 mg Atosil/Promethazin
Seit 28.4.16 7,5 mg Escitalopram plus 2x tgl 25 mg Atosil
Seit 14.5.16 5 mg Escitalopram plus b.Bed. Atosil
Seit 20.5.16 3,75 mg Escitalopram , Atosil nicht mehr gebraucht..am 24.5.16 Angst, Weinen, depr. Verstimmungen
Seit 25.5.16 wieder 5 mg Escitalopram
Seit 1.6.16 4 Trofen = 4 mg Escitalopram
Seit 7.6.16 3 Tropfen = 3 mg Escitalopram
Seit 12.6.16 2Tropefn =2 mg Escitalopram , Weinerlich, Unruhe, Zittern, Frust
Seit 15.6.16 3 Tropfen = 3 mg Escitalopram, nach 2 guten Tagen , 1 gaaanz schlechter...bleibe bei 3 mg
Seit 27.6.16 2,5 Tropfen=2,5 mg Escita
Seit 04.7.16 1,5 Tropfen=1,5 mg Escita
Seit 09.7.16 1 Tropfen =1 mg Escita...viel Weinen, rauschen im Kopf
Seit 10.07.16 1,5 Tropfen =1,5 mg Escit..
Seit 30.07.16 0mg!Stimmung wechselnd, aber nicht schlechter...Gedanken klarer...und manchmal auch positver!
Immer noch bei 0 mg...die psych. Ausfälle deutöich seltener und wenn auch nur noch sehr kurz!

Lisamarie
Beiträge: 9530
Registriert: Freitag, 14.03.14, 19:16

Re: 7. Jahre cipralex ist genug

Beitrag von Lisamarie » Freitag, 06.05.16, 8:37

Hallo Yasmina, du warst nach der Geburt in einem Ausnahmezustand, die Hormone spielten sicherlich verrückt und vielleicht kamen daher deine Ängste oder hattest du diese Ängste auch schon vorher ?

Und zu der Freundin die nach einigen Monaten einen angeblichen Rückfall hatte, lässt sich eher vermuten das sie falsch abgesetzt hat und es dann zu einem verzögerten Entzug kam was dann häufig als Rückfall interpretiert wird und nicht dem falsch absetzen zugeordnet wird.

Lebenslang AD,s wie gruselig die Vorstellung und irgendwann gerät man ins poop out und die Psychopharmaka wirken nicht mehr wie erhofft und was bleiben sind dann die Nebenwirkungen.

Lass dich nicht von deinen Freundinen von deinem eingeschlagenen Weg abbringen deine Medikamente langsam aber sicher auszuschleichen. Mach eine Therapie und Versuch deine Probleme so in den Griff zu bekommen, Psychopharmaka heilen nicht sie deckeln im Höchstfall Symthome, aber vielleicht warst du nur einmalig in einer Ausnahmesituation nach der Schwangerschaft.
Lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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Sunnyrose
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Re: 7. Jahre cipralex ist genug

Beitrag von Sunnyrose » Freitag, 06.05.16, 9:53

Liebe Yasmina :)
Ich verstehe dich sehr gut und möchte dir deshalb kurz meine geschichte erzählen. Vielleicht hilft es dir das ganze im richtigen licht zu sehen.

Ich hatte nach der geburt meines sohnes auch starke schwierigkeiten. Mir ging es etwa 3 monate lang gar nicht gut, psychisch, emotional und mental. Zum glück ging ich nicht zu ärzten. Es hat sich von selbst wieder gelegt.

Nach dem tod meines sohnes im 2007 konnte ich das nicht selber händeln, ich hatte leider ein schlechtes umfeld und therapierte nicht, ich war einfach selber mitgestorben. Hätte ich eine therapie gemacht, trauer, schock, trauma etc. Hätte ich ein gutes umfeld gehabt wäre ich heute nicht da wo ich jetzt bin.

Kurzum, ich gerat in die sucht, alkohol und drogen. Im 2012 war ich nur noch ein frack. Ich ging in die suchttherapie. Mein eigentliches problem wurde NIE angeschaut. Man hat mir diagnosen verpasst und mich mit Psychopharmaka "behandelt"

Ich war nicht mehr von illegalen substanzen abhängig sondern von legalen. Sprich AD, Benzo und NL und Ritalin :vomit:

Das Benzo habe ich abgesetzt, zu schnell, deshalb war es sehrsehr unangenehm. Das Ritalin war auch unangenehm und das NL gott sei Dank relativ einfach.

Beim Cipralex stecke ich fest. Habe vor einem jahr plötzlich die erleuchtung gehabt, dass es mir villeicht vom Cipralex so schlecht geht, ganz ganz viele nebenwirkungen. Ich war nur noch ein roboter mit immer mehr diagnosen. Ok. Ich will mich ja kurz halten.

Heute bin ich bei 15mg Cipralex. (Von 30mg)
Das absetzen ist nicht einfach. Vorallem wenn man zu schnell vorgeht. Hier in diesem forum lernt man viel, wird begleitet und gut beraten. Ich bin aufgewacht. Danke an dieser stelle an all die lieben menschen hier im forum <3 Und ich weiss das, hätte ich 2007 die richtige begleitung gehabt, wäre es nie so weit gekommen. Sprich keine illegalen und auch keine legalen substanzen (Medi) genommen, ich hätte gelernt mit meiner lebenssituation umzugehen.
Die Medikamente haben nur alles stillgelegt und mich krank gemacht. So sehe ich das heute. Die ärzte und freunde und familie meinen es zwar gut, aber sie wissen echt nicht was sie tun (sagen).

Persönlich kann ich dir nur empfehlen das Cipralex abzusetzen. Langsam und in richtung heilung.

Vielleicht hilft dir meine geschichte ein wenig dich für das richtige zu entscheiden, dich für dich und deine gesundheit zu entscheiden.

Ist ein wenig lang geworden :haha:

Alles liebe und :hug:
Deria
Abgesetzt:
Lorazepam, Concerta, Truxal, Escitalopram

Zuletzt abgesetzt:
Escitalopram. Ursprünglich 30mg
Absetzstart September 2015
2,5mg runter alle 2 Monate bis 15mg.
Dann in 10% Schritten. Bis 10mg.
Dann schnelleres Vorgehen wegen Leberwerte.
Januar 2017: 6,8mg
15.2.17: 6mg
8.3.17: 4mg (psychotische Nebenwirkungen)
20.3.17: 0mg

Achtung: nicht nachmachen. Der grosse Schritt zum Schluss war für mich eine Notlösung. Langsames Vorgehen (5-15% Schritte, je nach Höhe der Dosis), wenn irgendwie möglich, ist der bessere Weg.

Ich bin jetzt frei von Substanzen jeglicher Art. Haltet durch! es lohnt sich.

MorulaMyomatosus
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Re: 7. Jahre cipralex ist genug

Beitrag von MorulaMyomatosus » Samstag, 07.05.16, 8:33

Hallo Yasmina,

auch ich kann dir nur raten das Cipralex weiter auszuschleichen.
Meine Grunderkrankung waren auch Panikattacken und extremste Hypochondrie. Es war grauenvoll. Was aber das Grauenvollste in meinem Leben war und ist, ist der Entzug des Citalopram. Was dadurch bei mir ausgelöst wurde, war so schrecklich, dass ich mir jeden Tag meine Panikattacken wieder herbeigesehnt habe. Das Citalopram hat auch mich über 6 Jahre erfolgreich von allem abgeschottet und ich dachte "Super, lieber mit den Nebenwirkungen leben, als mit der Panik". Und irgendwann habe ich es mit der Einnahme nicht mehr so ernst genommen und bin letztendlich im kalten Entzug gelandet. Und da bin ich jetzt seit fast 22 Monaten. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte würde ich es richtig machen. Heißt: LANGSAM, ganz langsam reduzieren.

Yasmina hat geschrieben: Eine andere Freundin, die ihr ad abgesetzt hatte, hatte nach einigen Monaten einen Rückfall oder absetzsymptome und musste in die Klinik. Sie sagte mir auch sie werde ihr ad nicht mehr absetzen
Deine Freundin leidet sicher extrem. Häufig ist man dann aber kaum noch in der Lage den Wald vor lauter Bäumen zu erkennen. Was ich damit sagen will: Es ist sehr gut möglich, dass die ganzen Medikamente den Zustand noch deutlich verschlimmert haben.
Auch ich habe eine Freundin, die auf ihre Medikamente schwört. Sie ist immer der Meinung, dass nur das richtige Mittelchen gefunden werden muss. Dann wäre alles prima. Ich weiß aber zu 100000 %, dass die jahrelange Medikamenteneinnahme und die unzähligen Präparate, alles nur noch schlimmer gemacht haben. Sobald ich das Thema angeschnitten habe, hat sie die Schotten dicht gemacht. Weißt du, wenn man so viele Jahre damit zubringt, zu glauben was einem die Ärzte erzählen, dann ist es sehr, sehr schwer die Medaille von der anderen Seite zu betrachten.
Ich kann für mich ganz klar sagen: Die Medikamente waren irgendwann mein Problem. Nicht ich. Nicht meine Panikattacken.

Bei dir ist das Kind noch nicht in den Brunnen gefallen. Du kannst das Zeug noch auf die richtige Art und Weise loswerden. Und ich kann dir sagen: Das ist ein echter Befreiungsschlag. 7 Jahre ist eine lange Zeit und ich wünsche dir, dass du die Chance die du hast, bald erkennen kannst.

Alles Liebe

Morula
Irgendwann 2007
Diagnose „Panikstörung“.
Erste Einnahme von Citalopram 20 mg.
Wegen Schlafstörungen Zopiclon 7,5 mg über ein halbes Jahr.
Zopiclon selbstständig innerhalb von 8 Wochen ausgeschlichen. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Tiefenpsychologische Therapie über 2,5 Jahre.

Anfang/Mitte 2010
Citalopram nur noch unregelmäßig genommen, dann eigenständig kalt abgesetzt, da ich dachte ich wäre über den Berg.

Ende 2010
Nach einigen Monaten auf 0 mg setzt, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptom: Extreme Suizidgedanken. Ich wusste allerdings nichts von einem Entzug!
Neue Diagnose: „Autoaggressive Zwangsgedanken“ und "mittelschwere bis schwere Depression".
Zweite Einnahme von Citalopram 30 mg und begleitend Lorazepam 1,5 mg
Lorazepam nach ca. 3 Wochen abgesetzt. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Citalopram wirkt nach 3 Wochen wieder, die Suizidgedanken und alle anderen Symptome sind weg.
Verhaltenstherapie über 3 Jahre.

Ende 2013
Citalopram wieder unregelmäßig genommen, dann wieder eigenständig und kalt abgesetzt, da ich einigermaßen symptomfrei war.

Mai 2014
Nach ca. 5 Monaten auf 0 mg setzt wieder, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptome: Schreckliche Suizidgedanken, Gedanken an Fremdgefährdung, völlige Appetitlosigkeit mit starkem Gewichtsverlust.
Auch hier wieder keinen Zusammenhang erkannt, deshalb Wiedereindosierung von Citalopram 40 mg, dazu Lorazepam 1,5 mg.
Lorazepam nach ca. 8 Wochen, ohne erkennbare Probleme, abgesetzt.
Auch nach wochenlanger Einnahme zeigt das Citalopram diesmal keinerlei Wirkung. Es wurde immer schlimmer.
Ich beschäftigte mich langsam mit der Problematik der Psychopharmaka.

Juli 2014
Stationärer Aufenthalt und kurze Umstellung auf Escitalopram. Auch dann kein Wirkeintritt und keine Besserung.
Viel zu schnelles und deshalb unbewusst kaltes Absetzen des Escitalopram innerhalb von 2 Wochen, unter ärtztlicher Begleitung in der Klinik.
Letzte C*pralex am 14.07.2014, seitdem im protrahierten Entzug!
Erst nach der letzen Tablette habe ich langsam verstanden was da eigentlich passiert ist und einen klaren Zusammenhang zu der SSRI-Einnahme erkannt.

Ende August/Anfang September 2014
Es stellen sich die typischen Wellen & Fenster ein.

Update Oktober 2015
Ich bin immer noch im protrahierten Entzug. Es ist extrem wechselhaft und betrifft besonders die Emotionen.

Update April 2016
Seit der letzten Tablette sind nun 21 Monate vergangen. Leider halten die Symptome immer noch an. Seit ca. Jahresbeginn wechseln sich die Wellen und Fenster fast täglich, häufig auch stündlich bis minütlich, ab. Das ist alles extrem anstrengend. Tja... Weiter geht's :schnecke:

Update Mai 2017
34 Monate nach Null. Immer noch im protrahierten Entzug.

Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende!

LinLina
Moderatorenteam
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Registriert: Montag, 14.09.15, 16:20

Re: 7. Jahre cipralex ist genug

Beitrag von LinLina » Samstag, 07.05.16, 10:03

Liebe Yasmina,

nur kurz von mir: von 20 mg auf 15 mg ist ein recht großer Schritt.

Gerade, wenn du Bedenken hast würde ich bei den nächsten Schritten langsamer vorgehen. Das vermindert die Gefahr von Problemen und außerdem kannst du besser rechtzeitig eine Pause einlegen wenn du etwas merkst.

Ich würde dir empfehlen, nicht mehr als jeweils 10 % von der aktuellen Dosis zu reduzierten, mit Abständen von 1-2 Monaten, je nach dem wie es dir damit geht.

Liebe Grüße,
Lina
Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell (seit Sommer 2018) 0,005 mg.

Ich bin zur Zeit nicht im Forum aktiv. Bei Fragen und Bitten an das Team an padma, Ululu69 oder murmeline wenden.

Hinweis: Alle meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerte - meine eigenen, und die anderer Betroffener - und die wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

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