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Kopfkarussel: Anfang vom Ende? (Mirtazapin...)

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
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Kopfkarussell
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Kopfkarussel: Anfang vom Ende? (Mirtazapin...)

Beitrag von Kopfkarussell »

Hallo ihr Lieben,
zwar lese ich schon ein Weilchen bei euch mit aber momentan nagt die Verzweiflung so an mir, dass ich schreiben MUSS. In meinem Umfeld hat sonst niemand mit AD´s zu tun und es fällt mir auch schwer zu beschreiben, was mit mir passiert bzw. wie ich mich fühle.
Nach Klinikaufenthalten in 2010 und 2015 war meine letzte Medieinstellung Venlafaxin, Seroquel und Mirtazapin. Schon das Einstellen war eine Katastrophe für mich (als Sensibelchen) und ich hatte nicht nur einmal Suizidgedanken. Nun kam ich mit gelegentlichen Hochs und Tiefs ganz gut klar und merkte auch, dass sich abends von alleine Müdigkeit einstellt. Auch ohne Mirtazapin. Dann habe ich beschlossen, meine 15mg ganz laaangsam auszuschleichen. Über ein paar Monate ging alles gut. Zuletzt habe ich nur noch 1,8mg genommen. Den letzten Schritt habe ich vergangene Woche gewagt. Und was soll ich berichten? Bumms, letzten Mittwoch hatte ich über mehrere Stunden Panikattacken mit Herzrasen, Hitzeschüben, Übelkeit, Durchfall,… Komplettes Programm. Dann war ein bisschen Ruhe und in der vergangenen Nacht bin ich dann wieder mit Panik aufgewacht. Zwischendurch immer wieder Unruhe, Herzklopfen, Ekel vor dem Essen, teilweise Kribbeln in den Gliedmaßen und einfach totales Unwohlsein. 2015 hatte ich nachts mal eine Attacke mit Blutdruck über 220/???, Herzrasen, Hitze und am nächsten Tag wurde eine Thrombose bei mir festgestellt. Nun ist meine Angst umso größer. Es wird wohl nur an den Tabletten liegen aber morgen werde ich zum Arzt gehen, um ein Blutbild machen zu lassen, zumal ich Ende April wegfliegen möchte.
Ich weiß, dass ich die AD´s gebraucht habe aber verfluche dennoch den Tag, an dem ich damit begonnen hab. Gerade bin ich vollkommen neben der Spur, habe Angst, bin verzweifelt und kurz davor Mirtazapin wieder zu nehmen. Was soll ich nur machen? In einigen älteren Beiträgen steht ja, dass keiner sagen kann, wie lange so etwas dauert…
Zuletzt geändert von Ululu am 28.03.2019 19:26, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Namen im Titel zugefügt zur besseren Übersicht im Forum

Jamie
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Re: Anfang vom Ende? (Mirtazapin...)

Beitrag von Jamie »

Hallo Kopfkarussell,

willkommen hier im Forum :)

Wie genau hast du denn abgesetzt? Viele schreiben, dass sie langsam abgesetzt haben, aber wenn man dann die konkreten Zeiten erfragt stellt sich oft heraus, dass es dann doch zu schnell war.
Du bist jetzt ca. 7-10 Tage auf 0mg Mirtazapin, richtig?
Deine Beschwerden klingen schon nach Absetzsymptomen; meine Empfehlung wäre es, dass du auf deine letzte Dosis Mirtazapin zurückgehst (1,8mg.)
Bestenfalls werden deine Beschwerden innerhalb weniger Tage besser und das wäre dann auch der Beweis, dass es sich eindeutig um Absetzsymptome handelt.
Du hast jetzt noch gute Chancen das Heft selbst in die Hand zu nehmen und es nicht einfach nur noch aussitzen zu müssen.

Eine Abklärung beim Arzt finde ich auf jeden Fall richtig. Und ich würde mir auch Reise-Thrombosestrümpfe besorgen, falls nicht schon geschehen.
Nimmst du Blutverdünner?

An den restlichen Medikamenten hast du nichts geändert?

Was mir noch einfällt: womöglich kommt mit dem Setzen auf 0mg Mirtazapin jetzt auch die anregende / pushende Wirkung des Venlafaxins stärker zum Tragen? Es ist oft so, dass sedierende Medikamente das Aufkratzende der SSRI / SNRI deckeln und wenn man die sedierende Komponente ausschleicht, dann bemerkt man plötzlich die unangenehmen Effekte des Venlafaxins. Ist das möglich? Dann müsste man (auch) über eine Anpassung der Venlafaxindosis (nach unten) nachdenken.


Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: [highlight=yellow]mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478[/highlight]


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis. Bei dringenden Problemen / Anfragen das Forum betreffend bitte an forenmaster@adfd.org wenden

-----------------------------

Infos über mich:

[spoil]Seit 04/14 Benzo-frei (Entzug über 16 Monate) (Einnahme von 3 Sorten Benzodiazepinen im Wechsel über 8 Jahre im low-dose Bereich) --> Zolpidem und Zopiclon im Wechsel, am Ende auch Alprazolam. Umstellung auf Diazepam zum Entzug und Ausschleichen

Nicht mehr schlafen können seit 2001. Schwere Insomnie aufgrund einer PTBS.
Unzählige Medikamente genommen, jetzt nur noch 2 Tropfen Amitriptylin und ein PPI.

~Ich schleiche seit 2014 :o mein PPI Esomeprazol aus und habe mich von 40mg auf 7,5mg heruntergekämpft (August 2016)
  • ° 14.9.16: ↓ 7,35mg Esomeprazol
    ° 04.10.16: ↓ 7,11mg
    ° 03.11.16: ↓ 6,51mg (Inhalt: 54 Kügelchen)
    ° 17.11.16 (neue Charge): ↓ 5,64mg (Inhalt: 45 Kügelchen)
    ° 16.02.17 (neue Charge): ↓ 5,39mg (Inhalt 43 Kügelchen)
    ° 13.03.17: ↓ 5,14mg (Inhalt: 41 Kügelchen) [2 Monate Stopp danach; große private Probleme]
    ° 19.05.17: ↓ 5,00mg (neue Charge: Inhalt 40 Kügelchen. Lange Pause. Dauergastritis)
    ° 05.09.17: ↓ 4,8mg (neue Charge, hier entsprechen 40 Kügelchen 4,8mg)
    ° 06.10.17: ↑ 7,8mg (65 Kügelchen) nach Hörsturz. Aufdosieren. Prednisoloninfusion zerschießt mir meinen Magen
    ° 20.10. 17: ↑ 8,4mg. Zustand stabilisiert sich nicht ausreichend, erneut hoch auf 70 Kügelchen
    ° 12.11. 17: ↓ 8mg (62 Kügelchen; neue Charge)
    ° Dez 17, Jan 18 und ff: [highlight=yellow]schwerer Infekt, Krankenhausaufenthalt[/highlight], Medikamente zerschießen den Magen. Zurück auf ↑ 20mg
    ° Mitte März 2018: ↓ 15,51mg (35 Pellets weniger, Inhalt 121 Kügelch.)
    ° 26.3: ↓ 14,23mg (45 Kügelchen weniger, Inhalt 111 K)
    ° 23.05: ↓ 12,8mg
~Ich habe mit dem Absetzen der Amitriptylin - Tropfen (5 Tropfen) begonnen:
° August 2016: 4 Tropfen (8 mg) (Schlafen wird entgegen aller Erwartungen nicht noch schlechter ff.)
  • ° 27.10.2016: 3,5 Tropfen (7 mg)
    ° 14.12.2016: 3 Tropfen (6 mg)
    ° Dez 16: schwere familiäre Probleme, Absetzstopp von allem / Pause
    ° Frühling 2017: 2,5 Tropfen (5mg)
    ° Juli 2017: 2 Tropfen (4mg)

~ 24/25/26.11.16: NEM-Stoßtherapie: jeweils 40.000 IE Vitamin D, 200mg Vit. K2, 500mg Magnesium, Calcium, Vitamin B-Kompex, Kalium und Vitamin C plus Zink depot --> hab ich vertragen; einzige NW: Urin stank wie ein Chemielabor.
~ 20/21/22.2.17: Wiederholung d. NEM-Stoßtherapie. Ferner: schwerer Neurodermitits-Schub: 20.2: 2,5mg Prednisolon

Eisenspeicher (Ferritin) ist leer (Wert 7): Ich nehme kurweise Floradix Kräuterblutsaft mit Eisen[/spoiler]

LinLina
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Re: Anfang vom Ende? (Mirtazapin...)

Beitrag von LinLina »

Hallo Kopfkarussel :-)

willkommen im Forum :-)

Du berichtest, du hast das Mirtazapin ganz langsam ausgeschlichen. Was heißt das genau? Wir empfehlen eine Dosisreduktion von nicht mehr als 10 % pro Monat, das Ausschleichen dauert somit je nach Dosis und individuellen Entzugserscheinungen mindestens 1-2 Jahre.

Ich bin selbst Mirtazapin-geplagt ;-) habe schon sehr viele Erfahrungsberichte gelesen und kann dir daher ziemlich genau sagen, warum du wahrscheinlich so starke Probleme hast.

Mirtazapin macht, wenn es denn Probleme beim Absetzen gibt, oft ganz besonders im unteren Dosisbereich Schwierigkeiten. Unterer Dosisbereich heißt zwischen ca. 1-3 mg, oder auch darunter.

Es ist schonmal super, dass du bis 1,8 mg runter gegangen bist, bevor du es ganz aufgehört hast - aber 1,8 mg ist bei Mirtazapin oft noch nicht wenig genug. Viele können erst ohne schlimme, langwierige Symptome aufhören wenn sie ganz langsam (nicht schneller als ca. 10 % der letzten Dosis pro Monat bis ca. 1 mg oder sogar darunter ausschleichen.

Ich würde an deiner Stelle sofort wieder 1,8 mg einnehmen.

Mit welcher Methode hast du runterdosiert? Es ist wichtig, dass du wirklich jeden Tag die gleiche Dosis einnimmst, daher wäre die Verwendung einer Feinwaage oder die Wasserlösemethode geeignet.

Die 1,8 mg würde ich dann mindestens noch 6 Wochen lang nehmen bis du dich sicher stabilisiert hast, danach jeden Monat um je ca. 10 % der letzten Dosis reduzieren (1,7 mg, 1,5 mg, 1,4 mg, 1,3 mg, 1,2 mg, 1,1 mg, 1 mg [...]

Es ist aber wichtig, auf deinen Körper zu hören. Wenn du wieder stärkere Entzugssymptome bekommst, ist es besser, nicht weiter zu reduzieren sondern auf der Dosis zu bleiben.

wenn du unter 1 mg angekommen bist, könntest du nochmal einen Versuch wagen. Um so weiter du jedoch langsam runter reduzierst, um so weniger wahrscheinlich ist es, dass du beim endgültigen Absetzen nochmal starke, langanhaltende Beschwerden bekommst.

Die Probleme die du zur Zeit hast können, wenn du Mirtazapin jetzt nicht wieder einnnimmst, evtl. sehr lange bleiben bzw. in Wellen wiederkommen, neue Symptome können auch dazu kommen wenn manche sich abschwächen.

Damit hättest du nichts gewonnen, es ist wirklich besser weiter langsam auszuschleichen.

Liebe Grüße,
Lina
Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell (seit Sommer 2018) 0,005 mg.

Ich bin zur Zeit nicht im Forum aktiv. Bei Fragen und Bitten an das Team an padma, Ululu69 oder murmeline wenden.

Hinweis: Alle meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerte - meine eigenen, und die anderer Betroffener - und die wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

Kopfkarussell
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Re: Anfang vom Ende? (Mirtazapin...)

Beitrag von Kopfkarussell »

VIelen Dank für eure Antworten. Ich werde nur langsam verrückt im Kopf weil es doch nicht sein kann, dass man beim Absetzen eines "Krümels" noch PRobleme hat. Schon verrückt was die Medikamente tatsächlich so mit einem machen... Dann werde ich wohl doch das Mirtazapin schweren Herzens erstmal wieder ansetzen. Nützt ja nichts.

RUnterdosiert hatte ich ca. so: über 3 Monate auf 7,5mg, Dez 15 auf 3,75, Feb15 auf 1,8 und eben letzte Woche auf 0. :(
Die ersten Stufen gingen ohne Probleme aber die letzte war wohl zu gewagt
2010 Sertralin und Valdoxan nach depressiver Episode
2015 aus heiterem Himmel Angststörung mit Panik, viele Medis wurden probiert. Entlassmedi: Venlafaxin, Seroquel und Mirtazapin
2017-2019 Absetzen der ADs, erst mirta, dann Seroquel, dann Venlafaxin
Seit Herbst 2019massive Verschlechterung
19.2. 2 Tropfen Escitalopram

LinLina
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Re: Anfang vom Ende? (Mirtazapin...)

Beitrag von LinLina »

Hallo Kopfkarussel,
Ich werde nur langsam verrückt im Kopf weil es doch nicht sein kann, dass man beim Absetzen eines "Krümels" noch PRobleme hat.
Ja, ich weiß. Ich habe mich nun schon länger ausführlich damit beschäftigt, und will es manchmal immer noch nicht glauben, aber es bestätigt sich immer wieder, dass gerade der letzte "Krümel" unglaublich viel ausmacht, und Gesundheit und Leben völlig beeinträchtigen kann.
Dann werde ich wohl doch das Mirtazapin schweren Herzens erstmal wieder ansetzen. Nützt ja nichts.
Gut :-) ich hoffe, es hilft. Berichte gerne, wie es dir weiter damit geht.
RUnterdosiert hatte ich ca. so: über 3 Monate auf 7,5mg, Dez 15 auf 3,75, Feb15 auf 1,8 und eben letzte Woche auf 0. :(
Die ersten Stufen gingen ohne Probleme aber die letzte war wohl zu gewagt
Das war viel zu schnell. Die Probleme können manchmal mit mehreren Wochen oder sogar Monaten Verzögerung eintreten. Ich hoffe, du kannst dich dennoch auf der kleinen Dosis von 1,8 mg gut stabilisieren. Ich würde dir empfehlen, sogar eher noch länger als 6 Wochen auf der Dosis zu bleiben, um sicher zu gehen dass nichts nachkommt.

Nimmst du denn derzeit noch andere Medikamente?

Noch eine kleine Bitte: Denk bitte bei deinen Beiträgen an ein Hallo, Hi, oder ähnliches und einen Gruß am Ende, das liest sich viel schöner, und uns Moderatoren ist das wichtig im Forum, weil wir hier so viele Beiträge lesen und beantworten. Danke :-)

Liebe Grüße,
Lina
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Kopfkarussell »

Hallo ihr Lieben,

ich bin eher nicht so der aktive Forennutzer, habe aber immer wieder viel gelesen und mir Infos von hier geholt. Mein Weg hat mich eine ganze Weile getragen. 2015 wurde ich das letzte Mal auf eine Kombination mit Venlafaxin, Seroquel und Mirtazapin eingestellt. Ich war sehr verzweifelt, habe mich an diesem Strohhalm festgeklammert und war der festen Überzeugung, dass dieser Cocktail alle Probleme lösen wird. Nunja, betäubt hat er sie vielleicht für einen Moment... Seit 2017 bin ich mit dem Absetzen beschäftigt. Zuerst kam das Mirtazapin, später das Seroquel. Es war alles andere als ein Spaziergang. Die meisten von euch wissen, wovon ich schreibe. Wenn man nicht mehr gerade ausdenken kann, glaubt verrückt zu werden, der Körper ein Eigenleben führt. All das, hat sich aber gelohnt. Das Durchhalten, das Kämpfen und immer wieder das Lesen hier im Forum. Wenn man "sein" Absetzsymptom in der Liste findet oder andere davon berichten, ist es besser. Man wird ruhiger und es hilft ungemein zu wissen, dass es anderen Menschen auch so geht und sie den gleichen Mist durchmachen. Momentan bin ich auf meinem letzten Stück Weg mit Venlafaxin. Aktuell bei 37,5mg. Es fällt mir schwer und ich mutiere häufiger zu einem Hypochonder (unbekannte Schmerzen, muss was GANZ Schlimmes sein, Krebs, Tod) und alles wird analysiert und dann ist da noch die Angst. Doch ich habe gute Ärzte, Rückhalt im Privatleben und werde auch das noch schaffen. Egal wie lange es dauert. Hiermit wollte ich euch allen für die Beiträge im Forum danken! Es gibt bestimmt sehr viele stille Leser, denen unbewusst geholfen wird. Einfach zu lesen, man ist nicht allein und anderen geht es auch so.... Auf zum letzten Schritt!
2010 Sertralin und Valdoxan nach depressiver Episode
2015 aus heiterem Himmel Angststörung mit Panik, viele Medis wurden probiert. Entlassmedi: Venlafaxin, Seroquel und Mirtazapin
2017-2019 Absetzen der ADs, erst mirta, dann Seroquel, dann Venlafaxin
Seit Herbst 2019massive Verschlechterung
19.2. 2 Tropfen Escitalopram

Rippatha39
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Rippatha39 »

Kopfkarussell hat geschrieben:
28.03.2019 13:30
Hallo ihr Lieben,

ich bin eher nicht so der aktive Forennutzer, habe aber immer wieder viel gelesen und mir Infos von hier geholt. Mein Weg hat mich eine ganze Weile getragen. 2015 wurde ich das letzte Mal auf eine Kombination mit Venlafaxin, Seroquel und Mirtazapin eingestellt. Ich war sehr verzweifelt, habe mich an diesem Strohhalm festgeklammert und war der festen Überzeugung, dass dieser Cocktail alle Probleme lösen wird. Nunja, betäubt hat er sie vielleicht für einen Moment... Seit 2017 bin ich mit dem Absetzen beschäftigt. Zuerst kam das Mirtazapin, später das Seroquel. Es war alles andere als ein Spaziergang. Die meisten von euch wissen, wovon ich schreibe. Wenn man nicht mehr gerade ausdenken kann, glaubt verrückt zu werden, der Körper ein Eigenleben führt. All das, hat sich aber gelohnt. Das Durchhalten, das Kämpfen und immer wieder das Lesen hier im Forum. Wenn man "sein" Absetzsymptom in der Liste findet oder andere davon berichten, ist es besser. Man wird ruhiger und es hilft ungemein zu wissen, dass es anderen Menschen auch so geht und sie den gleichen Mist durchmachen. Momentan bin ich auf meinem letzten Stück Weg mit Venlafaxin. Aktuell bei 37,5mg. Es fällt mir schwer und ich mutiere häufiger zu einem Hypochonder (unbekannte Schmerzen, muss was GANZ Schlimmes sein, Krebs, Tod) und alles wird analysiert und dann ist da noch die Angst. Doch ich habe gute Ärzte, Rückhalt im Privatleben und werde auch das noch schaffen. Egal wie lange es dauert. Hiermit wollte ich euch allen für die Beiträge im Forum danken! Es gibt bestimmt sehr viele stille Leser, denen unbewusst geholfen wird. Einfach zu lesen, man ist nicht allein und anderen geht es auch so.... Auf zum letzten Schritt!
Hallo Kopfkarussell!

Darf ich dich dazu etwas fragen?

Was war für dich rückblickend betrachtet der oder die

Umstände
Veränderungen
Erkenntnisse
Erfolg

dass du mit den Medikament/en aufhören konntest

bzw.

dass es dir heute um einiges besser geht, besser geht, obwohl du noch nicht ganz auf 0 bist mit deinen Medikament/en.

Würde mich über eine Antwort oder Hinweis sehr freuen.

Lg Steve
Erste Symptome 2002

Zwischen 2006 - 2017 immer wieder Citalopram genommen. Auslöser waren Panikattacken, Agoraphobie, Rückenschmerzen, ständig angespannt, unter Stress. Daraus entstand eine Gesundheitsangst, Schwerpunkt Herzangst (Herzphobie)

Beginn letzte Widereinnahme
Seit 11/2017- Citalopram 20mg o.B
Seit 04/2018- Citalopram 15mg o.B
Seit 24.06.18- Citalopram 10mg o.B
Seit 24.07.18- Citalopram 7,5mg o.B
leichte innnere Unruhe nach d.Aufstehen, Magen, fallweise unkonzentrierter, unruhig, nervös, "Was wäre wenn Gedanken", manch.Watte im Kopf, Verspannungen. Im laufe des Augustes beruhigt sich alles

Seit 06.11.18- Citalopram 5,0mg
Rücken/Nackenverspannungen, Am Morgen Anlaufschwierigkeiten, Tinnitus wieder öfters, Verdauung spielt Achterbahn, schneller Müde, Schlafbedürfnis ist höher, Rückenverspannungen Konzentration is z.T. weniger, Blähbauch nach dem Essen, geistig schneller Müde. Ab 10.12.2018 großteils alle Symptome vorbei.

Seit 02.01.19- Citalopram 4,0mg
ein wenig müder/erschöpfter, Rückverspannungen im BWS-Bereich bzw. bei der 12 Rippe, öfters angespannter. Muss aufpassen, das ich nicht wieder in Angstgedanken "was wäre wenn" reinfalle.

Seit 10.04.19- Citalopram 2,5mg
Nach 2 Monaten aufkommende Magenbeschwerden.Beschwerdebild einer Gastritis. Angst wieder was am Herzen zu haben, bin jedoch nachweislich gesund. Ängstlichkeit nimmt zu, Schwächegefühle, Verspannungen in der BWS nehmen zu, strahlen in die Bauchgegend aus. In dieser Zeit verstarben 3 Menschen aus unserem familiären Umfeld. Mama kommt im Juni ins Altersheim wegen Demenz.

Seit 25.10.19- Citalopram 1.25mg
Magenspiegelung ergibt eine Magen/Zwölfingerdarmentzündung/keine Befund auf Heliobakter/kein Reflux od. Speiseröhrenentzündung. Somit haben die Magenbeschwerden seit Juni/Juli eine Diagnose und sind nicht auf das Absetzten zurückzuführen. Kurz vor Weihnachten Verschlechterung, Magenbeschwerden, Rückenschmerzen, Körper reagiert auf Entspannung, müde, Anspannungen, Unruhe, schnell überfordert. Fallweise leichte Panikattacken. Ausgeprägtes Morgentief

Seit 02.01.20 Citalopram 2.5mg
Bleib dabei bis April und dann reduziere ich wieder.

NAHRUNGSERGÄNZUNG
Omega-3, Vitamin-B, Vitamin-D, Basenpulver

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Ohne Ende

Beitrag von Kopfkarussell »

Hallo ihr Lieben,
ganz neu bin ich nicht mehr aber verzweifelter denn je.
Im vergangenen Frühjahr habe ich meine letzte Venlafaxin-Kapsel genommen, nach dem Ausschleichen.
Es ging auch bis auf die Absetzsymptome in den ersten Wochen ganz gut.
Im Herbst letzten Jahres fing dann alles an einzubrechen. Im Job hat nichts geklappt (habe auch nach einer Kündigung gewechselt). Dann gingen die Panikattacken wieder an. Im November wollte ich einen neuen Job starten aber mehr als eine Woche ging nicht. Mein Körper hat so rebelliert und die Angst wurde immer stärker. Ich habe dann gekündigt. Im Dezember dann den nächsten Job angefangen. Erstmal nur halbtags, ging gut. Dann hat mich meine Chefin auf Vollzeit hochgestuft und seitdem komm ich auf keinen grünen Zweig mehr. Habe dann gebeten, dass ich ab März erstmal nur noch 35h komme.
Momentan sitze ich jeden Tag zitternd, verängstigt und unruhig auf Arbeit. Wenn ich Zuhause bin, fange ich dann an zu weinen. Ich kann einfach nicht mehr. Die Akkus sind leer. Ich bin noch bis Mai in der Probezeit. Alles ist furchtbar. Sind das noch Reste vom Venlafaxin? (hatte zu Spitzenzeiten 3 ADs)
Ich kann nix mehr essen und befürchte,dass meine Beziehung auch in die Brüche geht.
Nun hat mir mein Arzt Escitalopram verschrieben aber ich habe Angst davor. Einerseits kenne ich den Absetzweg, andererseits kann ich wirklich nicht mehr. Ich weiß, es gibt keine ultimative Lösung aber vielleicht ein kleines Licht irgendwo...
2010 Sertralin und Valdoxan nach depressiver Episode
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2017-2019 Absetzen der ADs, erst mirta, dann Seroquel, dann Venlafaxin
Seit Herbst 2019massive Verschlechterung
19.2. 2 Tropfen Escitalopram

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Re: Kopfkarussel: Anfang vom Ende? (Mirtazapin...)

Beitrag von Murmeline »

Beitrag hinzugefügt, bitte berichte immer in einem thread von dir.
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

padma
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Re: Kopfkarussel: Anfang vom Ende? (Mirtazapin...)

Beitrag von padma »

hallo Kopfkarusell, :)

es tut mir sehr leid, dass es dir so schlecht geht.

Es wäre wichtig, dass du eine genauere Signatur erstellst, wie du Mirtazapin, Seoquel und Venlafaxin ausgeschlichen hast. Ich vermute mal, es war zu schnell. 2-3 Jahre Ausschleichzeit sind für 3 PP sehr wenig.

Entzugssymptome können zeitverzögert auftreten, auch Monate später. Der Stress auf deiner Arbeit können sie ausgelöst den verstärkt haben.

Ich denke nicht, dass Escitalopram sinnvoll ist. Die Entzugssymptome von den anderen PP wird es nicht deckeln können. Durch deine viele Entzüge ist dein ZNS sicherlich bereits sehr sensiblisiert, es ist gut möglich, dass du Escitalopram nicht vertragen wirst. Je öfters man ein PP entzieht, umso schwieriger kann der nächste Entzug werden (kindling Effekt).

Wie du weisst, können AD keine Probleme lösen und auch nicht heilen. Hast du Psychotherapie?

Ich stelle dir hier noch unseren Einführungstext rein. Auch wenn du nicht neu bist, so enthält er doch wichtige Infos:


Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

[highlight=yellow][highlight=yellow][highlight=yellow]Im Forum ist der Selbsthilfeaspekt zentral. Es ist sehr wichtig, dass du dich bemühst, dir selbstständig die wichtigsten Informationen anzueignen. Wenn du in den nachfolgenden Verlinkungen nicht fündig wirst, benutze bitte auch die Suchfunktion (rechts oben auf der Seite - Lupensymbol).[/highlight][/highlight][/highlight]

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Benzodiazepinen ein: Erste Hilfe - Benzodiazepine absetzen

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Neuroleptika ein: Erste Hilfe - Neuroleptika absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

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Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
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Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

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liebe Grüße
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



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Kopfkarussell
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Re: Kopfkarussel: Anfang vom Ende? (Mirtazapin...)

Beitrag von Kopfkarussell »

Liebe Padma,
ich mache schon länger Psychotherapie aber es scheint nicht so zu Früchten.
Dass ich mit Tabletten die Probleme nicht lösen kann, ist mir bewusst. Nur leider gehen mir auch die Ideen aus, wo die Probleme herkommen. Die meisten mache ich mir selbst mit meinen Versagensängsten. Wenn ich wüsste, dass es mir in ein paar Monaten besser geht, würde ich durchhalten. Wenn ich eine Auszeit bräuchte und wüsste, dass es danach besser ist würde ich sie nehmen. Momentan ist mir (auch körperlich) einfach nur zum Kotzen und ich habe vor jedem neuen Morgen Angst. Deswegen ist der Weg zum Medikament so verlockend... :( Auch wenn es damit vielleicht nicht besser wird. Gibt es Erfahrungen, wenn man wieder ADs einnimmt? Ich weiß, dass es hier eher ums Absetzen geht...
2010 Sertralin und Valdoxan nach depressiver Episode
2015 aus heiterem Himmel Angststörung mit Panik, viele Medis wurden probiert. Entlassmedi: Venlafaxin, Seroquel und Mirtazapin
2017-2019 Absetzen der ADs, erst mirta, dann Seroquel, dann Venlafaxin
Seit Herbst 2019massive Verschlechterung
19.2. 2 Tropfen Escitalopram

Clarissa
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Re: Kopfkarussel: Anfang vom Ende? (Mirtazapin...)

Beitrag von Clarissa »

Hallo, Kopfkarussell.

Mir wurden laufend andere AD verordnet und niemals half wieder eines. Das sind leider meine Erfahrungen.

Versuch macht "kluch"?

Alles Gute und VG von Clarissa.
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien - alles mit verheerenden Folgen!

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen über 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

Mir haben falsches Leben, psychiatrische Therapien und besonders PP, allen voran die Benzos, viel Elend beschert. Ich werde nicht aufhören, auf die Gefahren von PP-Gebrauch hinzuweisen.

Kopfkarussell
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Re: Kopfkarussel: Anfang vom Ende? (Mirtazapin...)

Beitrag von Kopfkarussell »

Liebe Clarissa, danke für die Rückmeldung. Es ist für mich immer wieder ein Schlag, sowas zu lesen bzw. Zu realisieren, was die Medis alles in mir kaputt gemacht haben. Hätte das vorher jemand gesagt.... Aber ich wollte in dem Moment auch nur, dass alles schnell aufhört und hab alles ohne Nachfrage genommen.

Bist du in einer Beziehung? Gehst du arbeiten? Wie schaffst du deinen Alltag?
(Du musst darauf nicht antworten, wenn du nicht magst)
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padma
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Re: Kopfkarussel: Anfang vom Ende? (Mirtazapin...)

Beitrag von padma »

liebe Kopfkarusell, :)
Deswegen ist der Weg zum Medikament so verlockend... :( Auch wenn es damit vielleicht nicht besser wird.
Es kann sich durch ein weiteres Medikament durchaus auch verschlechtern. Nur, das sagen einem die Ärzte nicht. Es gibt keine Wunderpille.
Gibt es Erfahrungen, wenn man wieder ADs einnimmt? Ich weiß, dass es hier eher ums Absetzen geht...
Das ADFD ist psychopharmakakritisch. Wir raten hier nicht zu AD, der Schaden ist oft weitaus grösser als der Nutzen.
Die meisten mache ich mir selbst mit meinen Versagensängsten. Wenn ich wüsste, dass es mir in ein paar Monaten besser geht, würde ich durchhalten. Wenn ich eine Auszeit bräuchte und wüsste, dass es danach besser ist würde ich sie nehmen
Wissen kann man vorab nie. Doch das sind doch einige Ansatzpunkte: Versagensängste angehen, Auszeit nehmen. Der Weg kann mühsam sein, aber er lohnt sich.

liebe Grüsse,
padma
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Clarissa
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Re: Kopfkarussel: Anfang vom Ende? (Mirtazapin...)

Beitrag von Clarissa »

Hallo, Kopfkarrussel.

Ich bin berentet. Seit 5 Jahren berufsunfähig, ab April 2020 wäre ich in normaler Altersrente.

Ich lebe allein, mit Hund Bommel :wink: . Ich habe aber Kinder und einen guten normalen Kontakt zu ihnen.

Meinen Alltag schaffe ich i.A. gut. Ich bin trotz Einschränkungen mit meinem Leben überwiegend zufrieden.

Seit ich medikamentenfrei bin und einiges an meinem Leben geändert habe, bin ich psychisch stabil. Das ist eine große Erleichterung.

Ich meine, wenn Du so an Medikamente glaubst, mußt Du es halt selbst ausprobieren.
Ich bin padmas Meinung, aber inzwischen gewöhnt, daß meine Warnungen vor PP in den Wind geschlagen werden. Das ist traurig.

Teilnahmsvolle Grüsse von Clarissa.
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
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Straycat
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Re: Kopfkarussel: Anfang vom Ende? (Mirtazapin...)

Beitrag von Straycat »

Hallo Kopfkarussell,

meine Ausgangsproblematik sind zwar nicht Panikattacken, sondern Depressionen, aber ich habe ähnlich wie Clarissa :) die Erfahrung gemacht, dass mir kein PP hilft.
Meine frühere Ärztin hat auch jede Menge verschiedene PP an mir ausprobiert (siehe meine Signatur), aber die Depressionen konnte es nie beseitigen. Maximal waren die Symptome für einige Zeit gedeckelt, kamen aber dann auch wieder. Die ärztliche Antwort war immer eine Höherdosierung oder ein zusätzliches/anderes PP. Gebracht hat es mich schlussendlich in die Situation, in der ich jetzt bin: Früheres AD zu schnell abgesetzt (auf ärztlichen Rat), dann ca. 1/2 Jahr später Totalcrash und jetzt ein neues AD an der Backe, das ich diesmal aber langsam ausschleiche, wie hier empfohlen. Und Panikattacken kamen nun seit dem zu schnellen Absetzen vor 3 Jahren hinzu. Also haben die PP meine Situation nicht nur nicht verbessert, sondern effektiv verschlechtert.

Ich würde daher an deiner Stelle kein PP nehmen, sondern einen therapeutischen Ansatz suchen. Wenn die Therapie bisher nicht hilft, könnte es auch sein, dass es für dich einfach der falsche Therapeut/die falsche therapeutische Methode ist. Oft muss man da suchen, bis man eine Therapie findet, die einem auch wirklich weiterhilft. Bei mir ist es zB die Hypnosepsychotherapie, die am besten greift, weil sie über den Körper ansetzt und nicht über die Gedanken/Kognition.

Ich kann mich daher nur padma :) und Clarissa :) anschließen.
So viele Jobwechsel, neue Anforderungen, Druck zu funktionieren - all das kann leider einfach Gift für die Psyche sein. Ich weiß, es ist schwer da Abstriche zu machen und einen Modus zu finden, bei dem man nicht immer zu 100% "funktionieren" muss, aber es gibt Möglichkeiten.
Ich arbeite mittlerweile auch nur noch weniger Stunden und verzichte gerne auf das Geld, wenn ich dafür gesünder bin. Der Mensch ist nunmal keine Arbeitsmaschine - auch wenn das von der Wirtschaft/Arbeitgebern oft übersehen wird.

Ich wünsche dir alles Gute!

Liebe Grüße,
Cat
rezidivierende Depression (seit 2006)/ Bipolar II (2008 - Fehldiagnose?)
Erfahrungen mit Escitalopram (9 Jahre) und kurzfristig auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion, Alprazolam - alles wieder abgesetzt
protrahiertes Entzugssyndrom: wiederkehrende Muskelschmerzen, gelegentlich Panikattacken
Aktuelles Absetzen von Venlafaxin seit 04/2018
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stubi
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Re: Kopfkarussel: Anfang vom Ende? (Mirtazapin...)

Beitrag von stubi »

Hallo Kopfkarussell,

dein Nickname hat mich angesprochen und darum habe ich bei dir hereingelesen. Machst du dir auch immer soviele Gedanken und dann dreht sich alles im Kreis, doch herauskommen tut nichts?

Wenn es so ist, dann kann ich mich in dich gut hinein fühlen, auch ich habe mich große Teile meines Lebens in ähnlicher Lage befunden.

Ich bin jetzt so wie Clarissa seit fünf Jahren in Rente und hätte heuer meine normale Altersrente bekommen. Also bei mir hat kein Medikament und keine Therapie geholfen und wie Cat schon beschreibt war die richtige für mich noch nicht gefunden und ich habe es auch aufgegeben danach zu suchen.

Auch Alkohol und Drogen habe ich versucht und so manch andere Dinge die sich gut zum vertraengen eignen, doch ohne Erfolg.

Es ist jedoch wichtig, finde ich, dass man um sich herum Menschen hat, die es gut mit einem meinen d.h. Freund- und Partnerschaft sind sehr wichtig und können ungemein unterstützen.

Auch seinen Kummer zu Papier bringen und selbst nett zu sich zu sein, kann ungemein hilfreich sein und dazu beitragen, mit all den Belastungen angemessen umzugehen.

Hast du denn einen konkreten Grund dafür, dass du dich so kraftlos und ausgelaugt fühlst?
Das Hinterfragen bringt dich auch Unbewusst schon ein Stück weiter und du kannst an einer Lösung für dein Problem arbeiten.

Nur das braucht alles seine Zeit und es braucht Geduld und Hoffnung, das alles gut werden kann und die schnellen Helferleins bringen letztendlich nur einen etwas, nämlich den Herstellern und den Vertrieblern und ob die daran interessiert sind, dass die Kranken geheilt werden wage ich zu bezweifeln.

Doch das hast du ja sicherlich schon alles durch wie ich bei dir lesen kann und ein gutes freundschaftliches Umfeld hast du auch. Also bist du wahrscheinlich im protrahierten Entzug und da hilft letztendlich nur Geduldig und Hoffnungsvoll darauf zu vertrauen, dass der Körper seine Arbeit macht und mit der Zeit alles gut werden wird.

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und hoffe du findest deinen Weg.

Liebe Grüße
Renate
[spoil]seit 1990 Psychopharmaka, Fluoxetin, Lyrika, Trimiparmin, Bromazepan, Zopiclon, Lamotrigin, Sertralin. Seit März 2015 abgesetzt.[/spoil]

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