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beängstigende Reaktion auf Mirtazepin

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Esbri
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beängstigende Reaktion auf Mirtazepin

Beitrag von Esbri »

Hi!

Ich bin durch Zufall auf dieses Forum gestoßen, weil ich mich zu Nebenwirkungen von Mirtazapin schlau machen wollte, da ich letzte Woche ein sehr unangenehmes Erlebnis mit diesem Medikament hatte.

Zu mir:
Ich bin weiblich, komme aus Österreich und hatte den ersten Kontakt mit Psychopharmaka als Jugendliche.
Seit meiner frühen Kindheit habe ich eine Angststörung, die sich ausgehend von anfänglich konkreten Phobien mannigfaltig weiterentwickelt hat. Während eines 2jährigen Aufenthalts in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie hat sich diese Angststörung zunehmend in eine Panikstörung verwandelt. Außerdem leide ich von Kindheit an an Krankheitsängsten.
Meine allgemeine Grundstimmung ist schon immer ein paar Stockwerke tiefer angelegt, als die anderer Menschen. Ich hab dahingehend keine Diagnose, aber man könnte es Dysthymie nennen, also eine niedriggradige Dauerdepression, bzw. double depression, da es phasenweise noch ein paar Stockwerke tiefer geht. Daneben habe ich auch noch andere Kleinigkeiten, aber das würde den Rahmen sprengen.

Alles in allem lebe ich eigentlich die meiste Zeit erstaunlich gut mit diesen ganzen Schwierigkeiten. Ich kann mich an keine Zeit meines Lebens erinnern, als ich "normal" war, von daher ist dieser Zustand meine Normalität, ich kenne das Leben schlichtweg nicht anders.

Die Menschen, denen ich im Alltag begegne, merken nichts von meinen Problemen. Ich habe jahrelang die Schule besucht und gearbeitet und niemand hat je etwas davon erfahren. Die meisten bemerken meine Panikattacken nichtmal, wenn ich währenddessen mit ihnen rede.
Ich habe keine guten Erfahrungen damit gemacht, den Leuten zu erzählen, wie es mir geht, zum einen, weil es für sie schwer nachzuvollziehen ist und sie befangen macht, zum anderen kann mir keiner wirklich damit helfen. Meine Panikattacken lassen sich nicht positiv dadurch beeinflussen, dass jemand da ist, den ich mag und dem ich vertraue.

Ich habe auch sehr viele Therapien hinter mir, einige gingen über Jahre. Wirklich erfolgreich war rückblickend nur eine, bei der derzeitigen bin ich noch unsicher ob sie was bringt oder nicht. Meine Panikattacken sind mit Verhaltenstherapie oder Gesprächen nicht zu beeinflussen. Ein tiefenpsychologischer Ansatz (Katathym-Imaginative Psychotherapie) war das einzige, das funktioniert hat. Leider gibt es nur wenige Therapeuten, die damit arbeiten und keiner wird von der Kasse gezahlt (Österreich).

Ich habe mich jahrelang geweigert, Tabletten zu nehmen, weil ich wenigtens Herr meiner selbst sein bleiben wollte. Als Kind habe ich die jahrelange Alkoholabhängigkeit und den Verfall meines Onkels miterlebt und ich habe daher eine tiefe Aversion gegen jede Art von Suchtmittel. Ich habe nie geraucht und trinke nur sehr selten und wenig Alkohol, obwohl ich die Wirkung großartig finde und Alkohol das einzige ist, das bei mir wirklich gegen Panikzustände hilft. Ich hab in meiner Jungend eine zeit lang gekifft, das war auch ganz ok, ich hatte aber einmal eine Panikattacke von sehr potentem Gras und reagiere seitdem mit Panik auf kiffen. Ist auch besser so, das Zeug hat mich ohnehin demotiviert.

Nachdem man mir gesagt hat, dass Antidepressiva nicht abhängig machen, habe ich im Laufe der Jahre so einige genommen. Mehr oder minder erfolglos bzw. mit deutlicher Verschlimmerung.
Die meisten waren SSRIs (Citalopram [ein paar Wochen], Escitalopram [3 Monate], Sertralin [2 1/2 Monate], Fluoxetin [erst 5 Jahre, Jahre später 3 Tage]), eins war ein trizyklisches: Amitriptylin [2 Wochen] und eins war ein NaSSA: Mirtazapin [4 Tage]. Und das ist auch das wegen dem ich jetzt diese Probleme habe.

Fluoxetin 40mg habe ich 5 Jahre lang genommen und dann nach unregelmäßiger Einnahme abgesetzt, weil ich nicht alle zwei Wochen eine neues Rezept holen wollte. Bekommen habe ich sie weil SSRI angeblich gegen Panikattacken helfen. Geholfen haben sie weder gegen Panikattacken noch gegen depressive Episoden. Rückblickend weiß ich nicht, warum ich sie so lange genommen habe, war wohl Gewohnheit. Die Wirkung/Nebenwirkung war eine allgemeine Abschwächung aller Gefühle, sexuelles Desinteresse und Mundtrockenheit. Ich hatte gar keine Probleme beim Absetzen, es hat sich auch gar nichts geändert, außer dass mein Sexualtrieb viel stärker wurde und ich mehr Spaß am Sex hatte.
Viele Jahre später habe ich Fluoxetin wieder genommen und hatte nach einer Woche eine mehrtägige Panikattacke von bisher unbekanntem Ausmaß. Ich hab das dahingehend gedeutet, dass ich die Tabletten wohl nicht mehr vertrage und es daher gelassen.

Citalopram, Escitalopram und Sertralin
hatten im Wesentlichen alle dieselbe (Neben)wirkung, wobei Escitalopram am Schlimmsten war.
Alle führten zu extremer Überreiztheit. Ich wurde davon so gereizt und innerlich aggressiv, dass ich es in der Zeit, als ich sie genommen habe, tunlichst vermieden habe, zu viel mit anderen Menschen zu tun zu haben. Die kleinste Kleinigkeit hatte einen inneren Wutanfall zur Folge, und meist war ich sogar wütend ohne dass irgendwas war. Ich war so angespannt, dass ich nichts Normales mehr tun konnte. Ein Buch lesen, Computerspielen, Fotografieren gehen, mit der Katze spielen - alles unmöglich. In meiner Freizeit lag ich größtenteils am Bett und starrte an die Decke, total erschöpft aber schlaflos, mit einem Gefühl, als würde ich vor Anspannung aus der Haut fahren. Ich bin nur zum Einkaufen raus gegangen, habe mit niemandem mehr geredet, keine Freunde mehr getroffen, ich war allem überdrüssig. Ich hatte das Gefühl, als hätte ich ein eingesperrtes Raubtier in mir, das jemand mit Stöcken traktiert, war immer kurz vorm Ausrasten.
Ich fühlte mich nichtmal traurig, ich fühlte mich irgenwie unzufrieden, rastlos und irgendwie fühlte ich gar nicht. An manchen Tagen schlug ich absichtlich mit der Hand gegen die Wand oder trat mit dem Fuß wo dagegen, um mich abzureagieren und wenigstens Schmerz zu haben.
Während der Einnahme von Escitalopran hatte ich andauernd aggressive Zwangsgedanken/bilder, ich konnte kein Messer in die Hand nehmen ohne vor meinem inneren Auge zu sehen, wie ich mir den Bauch aufschlitze oder jemand, der neben mir ist, niedersteche. Ich hatte Impulse, mich vor Züge und Autos zu werfen, dabei aber keinen Wunsch zu sterben, kein Gefühl von Verzweiflung oder Traurigkeit, ich wollte das einfach nur so.
Ich habe all diese Medikamente wochen- bzw. monatelang genommen, also ausreichend lange um sie einzuschleichen und eine Wirkung zu haben. Aber die Nebenwirkungen wurden nicht weniger und abgesehen davon trat keine andere Wirkung ein. Es funktionierte einfach gar nicht.

Von Amitriptylin wurde ich leicht benommen und zittrig und ich hab 2 Wochen lang kaum was gegessen und trotzdem dauernd erbrochen. Dazu war mir schwindlig und ich war so irrtiert von meinem Zustand, dass ich nicht mehr vor Tür gegangen bin. Ich hab dann damit aufgehört, weil ich so nicht lebensfähig war. Danach hatte ich mehrere Wochen extreme Angst, wenn ich meine Wohnung verlassen musste. Ich bin alle paar Tage spät am Abend einkaufen gegangen und das wars. Das beklemmende Gefühl und innere Zittern hat dann irgendwann wieder aufgehört.

Von Mirtazapin erzähle ich später. :vomit:

Dazu noch 3x ein Benzodiazepin: 1x ein Benzodiazepin, ich weiß aber nicht welches, zusammen mit Schmerzmittel in einer Infusionslösung zur Muskelentspannung wegen verrenktem Rücken, 1x Diazepantropfen wegen einer Magenspiegelung und 1x höhere Dosis Diazepantropfen wegen eines MRT.

Beim ersten Mal, als ich ein "Muskelrelaxans" bekam, wusste ich nichtmal, was das für ein Medikament ist. In Kurzfassung: ich hab es intravenös bekommen, zusammen mit Schmerzmittel wegen Verspannungen im Rücken. Bin heimgetorkelt, eingeschlafen und völlig desorientiert und neben mir wach geworden. Hatte mir eine Hand grün und blau geschlagen, einen Freund angerufen, wirres Zeug ins Telefon geschrien und in meiner Wohnung randaliert. An nichts davon erinnere mich, ich habe einen völligen Filmriss. Offenbar reagiere ich nicht gut auf Beruhigungsmittel, der Arzt hat damals gemeint, dass manche Menschen paradox reagieren und er mir in Zukunft sowas nicht mehr geben wird. War ein ziemlich verstörendes Erlebenis.

Jahre später (dieses Jahr im Frühling) bekam ich einen kleinen Becher mit Psychopaxtropfen (Diazepam) als Vorbereitung für eine Gastroskopie. Ich spürte gar keine Wirkung.

Ein paar Monate später eine größere Menge Diazepam in Tropfenform als Vorbereitung für ein längeres MRT. Mich stresst so ein MRT immer sehr und da dieses 45 Minuten dauern sollte, dachte ich mir ich lass mir besser Beruhigungsmittel geben.
Ich hatte tatsächlich keine Angst, aber entspannt war ich ganz und gar nicht. Nach ca 30 Minuten wurde ich zunehmend gereizt. Das MRT dauerte noch länger als gedacht und ich hab den Großteil der Zeit mit extremer innerer Unruhe und einer Art kochenden Wut verbracht. Ich hatte starke Aggressionen gegenüber dem medizinischen Personal und war auch recht unfreundlich. Danach hat mich mein Freund heimgefahren und ich war so ausgesprochen mies gelaunt, dass ich ihn nur angefaucht habe, dass er mich in Ruhe lassen soll und bin mit wirren Gedanken eingeschlafen und erst am Abend wieder wach geworden.

Man kann also im Großen und Ganzen sagen, dass meine Versuche mit Psychopharmaka ein einziger großer Fail waren. :roll:
Kein einziges Medikament hat irgendwie geholfen. Entweder war die Wirkung gleich Null oder es hat meinen Zustand verschlimmert.

Leider schlage ich mich seit Monaten mit unerklärlichen Verdauungsbeschwerden (Durchfall, Verstopfung, starke Schmerzen - Gastroskopie, Koloskopie, MRT etc ohne Befund, vermutet wird postinfektiöses Reizdarmsyndrom, kein Medikament hilft) und Schlafproblemen (ich schlafe normal ein, aber nur 4-6h, und bin trotz des erheblichen Schlafentzugs sehr wach) herum. Es ist so, dass meine körperlichen Zustände schlimm genug sind, dazu quält mich auch die Krankheitsangst. Für einen Angstkranken wie mich sind permanente unerklärliche Beschwerden natürlich ein gefundenes Fressen. :roll: Es ist auch unklar, warum ich auf einmal nicht mehr schlafen kann, das ging bisher immer, egal wie mieserabel es mir ging.
Nachdem Versuche mit Baldrian und Co sowie Melatonin und irgendein Antihistaminika das angeblich müde macht, erfolglos waren und ich immer noch kaum schlafe, hat man mir vor etwas über einer Woche Mirtazapin verschrieben.

Da ich, was Psychopharmaka anbelangt, doch etwas empfindlich bin und komisch darauf reagiere, habe ich mich im Vorfeld informiert und Mirtazapin erschien mir harmlos. Es ist kein SSRI, ich erwartete also nicht die üblichen Probleme, es sollte nur müde machen und das war mir eigentlich recht. Ich habs ja auch bekommen, weil ich nur noch so wenig schlafe und mich das zusätzlich zu den Schmerzen psychisch fertig macht.

Genommen habe ich die Dosis, die in erster Linie müde machen sollte. 15mg am 24. und weil ich befürchtet habe es geht vielleicht zu schnell je 7.5mg am 25,26 und 27.
Wir haben heute den 30. und ich spüre die Nachwehen dieses "Abenteuers" noch immer. :vomit:
Ich bin sehr froh, dass ich noch ein kleines bisschen klar im Kopf war und aufgehört habe, diese Tabletten zu nehmen. Die SSRIs waren schon sehr unangenehm, aber das ist rückblckend ein Horrortrip.
Ich hatte schon am ersten Tag nach der Einnahme befremdliche Zwangsgedanken und am zweiten Tag überkam mich eine seltsame Art von Gleichgültigkeit, die aber irgendwie auch Gereiztheit war und ich bin stundenlang sehr plastischen Mordphantasien nachgehangen weil mich alles und jeder so ungemein gestört hat. Ich wollte meinen Freund verlassen, damit ich alleine in meiner Wohnung sitzen kann. Seine pure Existenz war mir zuviel. Ich war so fernab von normalem Empfinden, ich tu mir schwer, das überhaupt zu beschreiben. Mich hat das alles auch überhaupt nicht beunruhigt. Ich hab mir nur irgendwann gedacht, dass was nicht mit mir stimmt und die Tabletten auch nicht beim Schlafen helfen und daraufhin hab ich sie nicht mehr genommen.

Mittlerweile habe ich echt Angst. Vor mir selbst.
Vor mir auf dem Tisch liegt eine Packung Lyrica (Pregabalin), die mir verschrieben wurde, weil ich diese chronischen Bauchschmerzen habe. Dieses Medikament wird auch bei Angstörungen eingesetzt, ich habe mir die Nebenwirkungen angesehen, die sind denen von Mirtazapin gar nicht unähnlich. Es ist kein klassisches Schmerzmittel, das heißt, dass es auch in der Hirnchemie rumpfscht. Tja, ich saß am 26. beim Hausarzt im Wartezimmer und hab mit dem Impuls gerungen, jemanden beim geöffneten Fenster runterzustoßen weil er zu laut geatmet hat. Und ich war nichtmal beunruhigt deswegen. Und das war der Effekt von ein bisschen Mirtazepin.
Irgendwie denke ich mir, dass das bei keine gute Idee ist, mir ein weiteres Medikament einzuwerfen. Mir graut davor, ich kann das unmöglich nehmen. Lieber hab ich Schmerzen als ich dreh durch.

Ich kenne von meiner Panikstörung sehr seltsame Empfindungen und die können ziemlich realitätsverzerrend sein, aber das ist alles immer noch real und ich weiß das auch. Ich wurde in meinem Leben vielfach getestet, ich bin ein ziemlicher Neurotiker, aber im allgemeinen kein bisschen psychotisch. Ich neige auch nicht zu Zwangshandlungen, mich stresst noch nichtmal der Gedanke, dass ich vergessen habe die Wohnungstür zuzusperren. Ich war mein ganzes Leben lang eigentlich ziemlich harmlos, ich hab noch nie jemanden körperlich attackiert, ich streite noch nichtmal gerne. Klar gehen mir manchmal Leute auf die Nerven, aber ich denk eigentlich nicht darüber nach, sie umzubringen. Und ich finde meinen Freund überhaupt nicht nervig und will ihn auch nicht verlassen. Ich versteh nicht was da in mir vorgegangen ist. Das ist alles so falsch, das war überhaupt nicht ich!

Im Beipackzettel von Mirtazapin steht nichts, aber auch gar nichts davon, dass man davon psychotische Zustände kriegt.
Ich hab auch etwas gegoogelt und es gibt schon Beiträge von Leuten, die darauf aggressiv wurden, aber bei mir war das anders. Von den SSRIs wurde ich aggressiv und angespannt, ich fühlte mich wie ein überhitzter Druckkochttopf.
Ich fühlte mich mit Mirtazapin aber gar nicht wütend, ich war mehr gefühlstaub. Mich hat nur alles ganz massiv gestört, vorallem Menschen, wie sie sitzen, reden, wie sie einfach existieren, ich war total genervt. Und die Konsequenz war, dass ich aus dem Weg räumen wollte, was mich gestört hat. Ohne Rücksicht auf Verluste. Ich hatte keine Empfindung, dass das falsch sein könnte.

Ich bin jetzt wirklich massiv verunsichert was meinen Geisteszustand anbelangt. Ich trau mir selbst nicht mehr. Da ist was mit mir passiert, was ich absolut nicht kontrollieren konnte. Ich bin eh schon Hypochonder genug ich frag mich die ganze Zeit ob ich jetzt wahnsinnig geworden bin und es nichtmal merke. :cry: Ich traue mich nichtmal meine Psychologin anzurufen und nach einem Termin zu fragen, was soll ich ihr bitte sagen? Hey ich hab beruhigende Antidepressiva genommen und darauf hin wurde ich zum Psycho? Das klingt doch alles total schräg und unrealistisch, ich würds ja selbst nicht glauben wenns nicht mir selbst passiert. Mir macht das echt zu schaffen. Zwar fühle ich mich jetzt wieder "normal", denke ich zumindest, aber was ist, wenn das wieder passiert? Man hört ja von Leuten die substanzinduzierte Psychosen bekommen. Mir ist nicht wohl bei der Sache.
Ich bereue das so sehr, diese Tabletten genommen zu haben. Mir geht's doch ohnehin nicht gut und jetzt mus ich mir noch Gedanken machen, ob ich vollends irre werde.

Vielleicht kennt hier jemand sowas? Hatte schon sowas?
Das wäre mir echt eine große Hilfe, wenn jemand schon sowas erlebt hätte.
Zuletzt geändert von Jamie am 30.08.2016 22:46, insgesamt 1-mal geändert.
Panikstörung - seit 1997, Hypochondrie - seit dem Volksschulalter, skin picking disorder - schon immer, Dysthymie - schon immer, depressive Phasen - immer mal wieder, nicht näher definierte Persönlichkeitsstörung - vermutlich auch schon immer, Reizdarm?? - seit Dez.2015

Behandlungsversuche der Panikstörung mit diversen Antidepressiva: Citalopram (ein paar Wochen), Escitalopram (3 Monate), Sertralin (2 1/2 Monate), Fluoxetin (5 Jahre, später einmal 3 Tage), Amitriptylin (2 Wochen), Mirtazapin (4 Tage), alle abgebrochen wegen Wirkungslosigkeit und/oder schweren Nebenwirkungen, keine Abstzproblematik.
paradoxe Reaktion auf Benzodiazepine
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Re: beängstigende Reaktion auf Mirtazepin

Beitrag von padma »

hallo Esbri, :)

das ist ja grauenvoll, was du durch die Antidepressiva (und Benzo) erlebt hast. Ich bin, obwohlich um diese Problematik weiss, erschüttert.

Es ist schrecklich, was diese Substanzen anrichten können.

Ich kann dir versichern, das was du erlebt habst, können AD anrichten, du bist nicht die einzige der das passiert.
Unter dem Einfluss von AD haben Menschen sich selbst oder andere umgebracht, viele der Amokläufer standen unter dem Einfluss von AD.
Ich bin froh, dass es bei dir bei den Gedanken/Impulsen geblieben ist.

Bitte, rühre unter keinen Umständen jemals wieder ein AD an ! Diese Substanzen sind extrem gefährlich für dich.
Auf manche Menschen haben AD diese Wirkung.

Auch von Benzos solltest du unbedingt Abstand nehmen, da du darauf paradox reagierst.

Ebenso würde ich dir von anderen psychopharmakaähnlichen Substanzen wie Pregabalin dringend abraten.
Ich bin jetzt wirklich massiv verunsichert was meinen Geisteszustand anbelangt. Ich trau mir selbst nicht mehr. Da ist was mit mir passiert, was ich absolut nicht kontrollieren konnte. Ich bin eh schon Hypochonder genug ich frag mich die ganze Zeit ob ich jetzt wahnsinnig geworden bin und es nichtmal merke.
Dein Geisteszustand ist völlig okay, du hast keine Psychose. Du hattest eine heftige Reaktion auf ein AD.
Zwar fühle ich mich jetzt wieder "normal", denke ich zumindest, aber was ist, wenn das wieder passiert? Man hört ja von Leuten die substanzinduzierte Psychosen bekommen. Mir ist nicht wohl bei der Sache.
Wie gesagt, du darfst keinesfalls nochmal ein AD, Benzo oder ähnliches nehmen. Bitte auch keinerlei Drogen, Marihuana etc.

Ich denke, du bist nochmal miteinem blauen Auge davon gekommen. Es kann allerdings etwas dauern, bis du dich von dieser Sache erholst.

liebe Grüsse,
padma
Fluoxetin nach über 10 jähriger Einnahme zur Schmerztherapie abgesetzt

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Re: beängstigende Reaktion auf Mirtazepin

Beitrag von padma »

Esbri
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Re: beängstigende Reaktion auf Mirtazepin

Beitrag von Esbri »

Ach danke.

Ich fühl mich grad richtig scheußlich. :cry: Ich hab eben meinem Freund erzählt, dass ich im englischsprachigen Internet tatsächlich eine ganze Reihe von Berichten von Leuten gefunden habe, die auch aggressiv auf Mirtazapin reagiert haben. englisches Patientenforum Und er hat mich umarmt und da ist mir das alles wieder eingefallen. :cry: Ich hab ihm natürlich erzählt, dass ich aggressive Zwangsgedanken und all das hatte, aber nicht das Ausmaß. Nicht, dass ich ihn einfach so verlassen wollte. :( Das ist echt schrecklich. Ich weiß ja, dass das nicht *ich* war, aber es war in meinem Kopf. Da waren so schreckliche Gedanken in meinem Kopf. Ich will das einfach nur vergessen.

Ich versteh das einfach nicht. Ich habe Fluoxetin so viele Jahre anstandslos vertragen, wie kann das sein, dass ich nun auf jedes Psychopharmaka komplett überreagiere? Nicht, dass ich noch irgendwas nehmen will, nein das will ich absolut nicht, aber seltsam ist das schon.
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Re: beängstigende Reaktion auf Mirtazepin

Beitrag von Murmeline »

Hallo Esbri,

diese Beobachtung des nicht mehr vertragens kann man hier öfter in Erfahrungsberichten lesen. Es scheint, als ob der Körper eine weitere Intervention nicht mehr erträgt.

Ich möchte Dich auf die Geschichte von Ulla hinweisen, sie hat nicht nur körperlich sondern sehr heftig mit Suizidgedanken auf das AD reagiert. Es ist sehr individuell, wer warum wann und wie auf die Medikamente reagiert. Und weil ja jeder eine Vorgeschichte hat, fragen die wenigsten Ärzte dann ab, ob die massive Verschlechterung erst mit den Medikamenten aufgetreten ist. http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=10019

Mirtazapin wirkt ebenfalls auf das Serotoninsystem, auch wenn es kein SSRI ist
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Mirtazapin

Gut, dass du hier bist. Du kannst all die Gedanken teilen und bist nicht alleine.

Murmeline
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Re: beängstigende Reaktion auf Mirtazepin

Beitrag von Esbri »

Ich kenne diese "Suizidgedanken" die gar nicht wirklich Suizidgedanken sind, gut, die hatte ich jahrelang. Und ich hätte nie gedacht, dass die noch jemand hat.

Ich frag jetzt mal ins Blaue...es gibt da noch etwas sehr Eigenartiges, das ich zur selben Zeit hatte und dann wieder dann, als ich Escitalopram genommen habe.

Es sind Bilder im Kopf, die meist vor dem Einschlafen auftreten. Man kann sich das vorstellen wie ein wildgewordener Diaprojektor, der wahllos irgendwelche Bilder in rasendem Tempo projiziert. Blätter, Kaffeetassen, Straßenschilder, Autos, Blumentöpfe, eine wahllose Bilderflut, mehr als eins pro Sekunde. Manche Dinge kannte ich, wie bestimmte Häuser, andere waren einfach nur komplett aus der Luft gegriffen.
Das ist wahnsinnig anstrengend, wenn man versucht zu schlafen und das Gehirn spuckt einfach nur Bilder aus, ohne Ende und ohne erkennbaren Sinn oder Zusammenhang. Dasselbe gab es auch noch in der schlimmen Version mit Bildern von blutigen Messern, Unfallopfern, toten Menschen usw.
Auch das in rasendem Tempo und kreuz und quer durcheinander. "CD - Hauswand - Messerklinge - Kalender - Regenschirm - Plakatwand - bluttriefendes Messer - völlig zermatschte Leiche im Unfallauto - Kaffeetasse - Tag am Meer - Blut, das aus der Wand rinnt - Waldweg - Klopapier - Fliesenboden - abgetrennter Arm - blutiges Messer - Gummibaum" Es ist echt nur vergleichbar mit einem im Kopf Amok gelaufenen Diaprojektor.
Manchmal ging das über Stunden und ich hatte einfach nur Kopfschmerzen und war genervt und auch verängstigt davon. Es war manchmal so schlimm, dass nichtmal ein Buch oder der Fernseher diese Bilder in den Hintergrunddrängen konnte. Ich habe es damals meiner Psychologin erzählt und die wusste garnichts darüber. Es waren auch keine klassischen Zwangsgedanken, es waren auch keine Gedanken oder Empfindungen dabei, keine Gegenstände, die mir etwas bedeuten, keine Menschen, die ich kenne.
Mein bester Freund hatte das auch, unabhängig von mir und weniger lang, dafür mit wesentlich drastischeren Gewaltdarstellungen. Er hat keine psychische Erkrankung und nie Psychopharmaka genommen. Gind bei ihm ein paar Monate und verschwand dann für immer.
Panikstörung - seit 1997, Hypochondrie - seit dem Volksschulalter, skin picking disorder - schon immer, Dysthymie - schon immer, depressive Phasen - immer mal wieder, nicht näher definierte Persönlichkeitsstörung - vermutlich auch schon immer, Reizdarm?? - seit Dez.2015

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Re: beängstigende Reaktion auf Mirtazepin

Beitrag von Murmeline »

Hallo Esbri,

ich denke an ein Mitglied (Inge), die von diesen rasenden Bildern berichtete, und auch Multi berichtete von Farben, Erinnerungen und Bilder, die angeschossen kommen, sobald sie die Augen schließt. Beide berichten auch von dem Suiziddrang, der ihnen völlig fremd vorkommt. Beiden geht es leider schon länger ziemlich schlecht, nach mehrjähriger Psychopharmakaeinnahme, Wechseln und Reduzierungen/Absetzen.
Mein bester Freund hatte das auch, unabhängig von mir und weniger lang, dafür mit wesentlich drastischeren Gewaltdarstellungen. Er hat keine psychische Erkrankung und nie Psychopharmaka genommen. Gind bei ihm ein paar Monate und verschwand dann für immer.
Interessant. Klassische Frage, hatte er Drogen genommen? Oder es ist einfach nicht substanz-induziert, das gibt es ja auch.

Übrigens, Du wirst ganz bestimmt nicht irre und stehst auch nicht vor einer Psychose. Du schreibst völlig klar und verständlich.

Grüße, Murmeline

PS: Wir nutzen hier Anrede und Abschiedsformel, das liest sich netter :whistle:
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Re: beängstigende Reaktion auf Mirtazepin

Beitrag von LinLina »

Hallo Esbri :-)

auch von mir willkommen im Forum :-)

Nur ganz kurz: Ich kenne fürchterliche Gleichgültigkeit und Aggression gegenüber anderen und mir selbst unter Mirtazapin. Als ich es anfing zu nehmen, hatte ich plötzlich kein Interesse mehr am Leben und an anderen Menschen. Ich wollte nur noch Liegen, und nichts mitbekommen.

Als ich total verstört meine Ärztin anrief, sagte sie mir nur, dass das nicht schlimm wäre und wieder weg gehen würde, obwohl ich erstmals richtige Lebensmüdigkeit verspürte durch die Einnahme.

Vielleicht war es nicht ganz so heftig wie bei dir, das kann man ja schlecht vergleichen, aber ich kann nur sagen ich habe mich noch nie so gleichgültig und lieblos gefühlt, wie am Anfang der Einnahme und bei jeder Dosiserhöhung.

Ich habe es (leider) dennoch weiter eingenommen, weil ich einfach den Ärzten geglaubt habe, dass es mir helfen wird wenn ich es weiter nehme, und weil ich sehr hart gegen mich selbst sein kann und dann nicht immer auf mein Gefühl höre. Viel geholfen hat es nicht, aber die Nebenwirkungen fand ich auch weiterhin sehr schrecklich, auch wenn sie nach weiterer einnahme etwas besser wurden. Zum Glück ist es jedenfalls jetzt schon viel besser seit ich auf niedrigerer Dosis bin, aber leider noch nicht ganz weg, und ich sehne so sehr den Tag herbei, wo ich von diesem chemischen Knebelgefühl komplett befreit bin.

Gut dass du wieder aufgehört hast und hierher gefunden hast.

Die Nebenwirkungen sind schlimm, aber das heißt nicht, dass mit dir selbst etwas nicht stimmt.

Alles Liebe für dich,

Lina
Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell (seit Sommer 2018) 0,005 mg.

Ich bin zur Zeit nicht im Forum aktiv. Bei Fragen und Bitten an das Team an padma, Ululu69 oder murmeline wenden.

Hinweis: Alle meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerte - meine eigenen, und die anderer Betroffener - und die wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.
Cashi
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Re: beängstigende Reaktion auf Mirtazepin

Beitrag von Cashi »

Hallo von mir...ich kenne diese Zwangsgedanken in schlimmster Art und Weise. Diese Suizitgedanken...und noch viel schlimmer. Die ich hier nicht schreiben kann oder vielleicht noch nicht schreiben kann aus Angst davor was ihr davon denkt. Die Suizidgedanken waren für mich harmlos. Vergleich zu den anderen Gedanken die ich hatte. Ich fühle sehr mit euch. Lg Cashi
1996 erstmals Panikattacken 75 mg Venlafaxin
Wie lange kann ich nicht mehr genau sagen
2000 wegen Panik und generalisierter Angststörung 75 mg Trevilor angefangen ohne einzuschleichen. Nebenwirkungen über 3 Wochen. Dann stabil.
2001 innerhalb 2 Wochen abgesetzt. Erst keine Probleme. Dann Zwangsgedanken Angstzustände Selbstmordgedanken. Gesundheitsängste
2002 wieder aufdosiert auf 75 mg. Viele Nebenwirkungen. Mit 60 mg besser. Gedanken und Angst weg.
2010 langsam Kügelchen reduzieren aber wohl zu schnell
August 2010 ganz weg von Trevilor
März 2011 Panikattacken. fahrt ins Krankenhaus. Ausschläge. Angst und Zwangsgedanken. Herzrasen. Angst vor psychose.Flimmern vor Augen. Gefühl wie auf Watte. Kopfschmerzen. ANGST.
Juli 2011 mit Trevilor angefangen. Beschwerden weg.
Ende 2013 auf 37.5
Zwangsgedanken. Angst vor Psychose. Flimmern vor Augen. Wirre seltsame Gedanken die Angst machen.
Seit März 2015 wieder auf 75 mg. Besserung aller Beschwerden. Magen Darm Probleme. Gähnen. Herzklopfen. Herzangst. Aber stabil
1. Oktober 5 % reduziert d.h. 71,4 mg Venla
seit 09.10.15 verstopfte Nase, Erkaltung, Schwindel ab und zu, rempel ständig gegen Türrahmen, Fressattacken ist aber auszuhalten
25.11.15...wieder 5 % d.h. 67,8 mg Venla
30.11. Erkältung
20.01. Wieder 5 % weniger. D.h. 64.5 mg venla
23.01.16 wie der Erkältung, Husten und keine Stimme mehr, gibts das wirklich?
16.03.16. 61.5 mg Venla. Fühle mich oft erschöpft. Muskulatur erschöpft. Manchmal Herzklopfen
Zusätzlich mehme ich seit einem Jahr Vitamin D 20.000 I.E. Woche. Aktueller Blutwert bei 46. Zusätzlich seit 4 Wo Vitamin B von Dr. Loges. Blutwert im oberen Bereich. Zusätzlich noch Spirulina 20 Stück am Tag seit 3 Wochen
12.05.16. 5 %weniger..d.h. 58.5 mg Venla. unverändert wie oben
25.06.16. 5% weniger. D.h. 55,8 mg Venla. unverändert
..dazu kommt dieser Schwindel und taumelig.wackliger Gang. Gefühl nicht geradeaus laufen zu können. Angst
Seit 21.08.16 auf 53.4 mg Venla.Schwindel, taumelig, Magen-Darm-Probleme.
04.09.16 Panikattacke
seit 05.09.16 Zwangsgedanken, Angst verrückt zu werden, Angst Psychose zu haben, wirre Gedanken, Anst Schizophren zu sein.
09.09.16 Aufdosiert 5 Kügelchen
Auf Anraten Frorum Vitamin B weg gelassen seit 11.09.16,
22.11.2016. 51,3 mg
01.12.16 einmal wöchentlich 20.000 I.E Vitamin D, täglich Vitamin B-Loges, Zink
10.12.16 wieder Erkältung
13.12.16 auf 48,6 mg
15.01.17 auf 46,17 mg
12.02.17 auf 43,50 mg
13.03.17 auf 41,40 mg
11.04.17 auf 39 mg Trevilor
01.05.17 auf 37,5 mg Trevilor. Halbzeit
28.08.17 auf 33.75 mg
25.09.17 auf 31.25 mg
10.10.17 Angstzustände Zwangsgedanken derealisation Angst vor Schizophrenie und Psychose
19.10.17 aufdosiert auf 32.5 mg
17.01.18 aufdosiert auf 33.4 mg
07.03.18 reduziert auf 32.8 mg
07.04.18 auf 30 mg
20.05.18 auf 29 mg
03.06.18 auf 28.12 mg
10.06.18 auf 27.5 mg
16.07.18 auf 26.87 mg
05.08.18 auf 26.56 mg
19.08.18 auf 26.25 mg
16.09.18 auf 25.62 mg
01.10.18 auf 25 mg
21.10.18 auf 24.37 mg
23.11.18 auf 23.12 mg
10.12.18 auf 22 mg
13.01.19 auf 21 mg
20. 01.19 auf 20 mg
Seither setze ich wöchentl. Bzw alle 2 Wochen je nach befinden ab
13.10.19 auf 9 mg
26.11.19 auf 5 mg
Die mg Angaben beziehen sich auf die Wirkstoffmenge. Nicht auf das Gesamtgewicht der Kügelchen
Seit 15.03.20 kein Medikament mehr
MorulaMyomatosus
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Re: beängstigende Reaktion auf Mirtazepin

Beitrag von MorulaMyomatosus »

Hallo Esbri,

ich kenne diese Gedanken (in allen Facetten) zur Genüge. Manchmal frage ich mich allerdings, ob diese Zwangsgedanken nicht auch zu meiner (2007) diagnostizierten Panikstörung gehören können? Ich hatte übelste hypochondrische Ängste und war völlig überzeugt von all den Krankheiten. Jedenfalls frage ich mich, ob sich solche Krankheitsgedanken nicht im Laufe der Zeit verändern können und sich dann zB. zu aggressiven Zwangsgedanken verlagern? Also dazu muss ich sagen, dass ich diese Suizidgedanken und Mordgedanken erst auf dem Citalopram hatte (und dann ganz extrem nach dem absetzen) da waren dann die Krankheitsängste komplett weg (und kamen bis heute nie wieder). Jetzt bin ich abgedriftet, sorry. Jedenfalls kenne auch ich all diesen Terror aus eigener Erfahrung!

LG

Morula
Irgendwann 2007
Diagnose „Panikstörung“.
Erste Einnahme von Citalopram 20 mg.
Wegen Schlafstörungen Zopiclon 7,5 mg über ein halbes Jahr.
Zopiclon selbstständig innerhalb von 8 Wochen ausgeschlichen. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Tiefenpsychologische Therapie über 2,5 Jahre.

Anfang/Mitte 2010
Citalopram nur noch unregelmäßig genommen, dann eigenständig kalt abgesetzt, da ich dachte ich wäre über den Berg.

Ende 2010
Nach einigen Monaten auf 0 mg setzt, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptom: Extreme Suizidgedanken. Ich wusste allerdings nichts von einem Entzug!
Neue Diagnose: „Autoaggressive Zwangsgedanken“ und "mittelschwere bis schwere Depression".
Zweite Einnahme von Citalopram 30 mg und begleitend Lorazepam 1,5 mg
Lorazepam nach ca. 3 Wochen abgesetzt. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Citalopram wirkt nach 3 Wochen wieder, die Suizidgedanken und alle anderen Symptome sind weg.
Verhaltenstherapie über 3 Jahre.

Ende 2013
Citalopram wieder unregelmäßig genommen, dann wieder eigenständig und kalt abgesetzt, da ich einigermaßen symptomfrei war.

Mai 2014
Nach ca. 5 Monaten auf 0 mg setzt wieder, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptome: Schreckliche Suizidgedanken, Gedanken an Fremdgefährdung, völlige Appetitlosigkeit mit starkem Gewichtsverlust.
Auch hier wieder keinen Zusammenhang erkannt, deshalb Wiedereindosierung von Citalopram 40 mg, dazu Lorazepam 1,5 mg.
Lorazepam nach ca. 8 Wochen, ohne erkennbare Probleme, abgesetzt.
Auch nach wochenlanger Einnahme zeigt das Citalopram diesmal keinerlei Wirkung. Es wurde immer schlimmer.
Ich beschäftigte mich langsam mit der Problematik der Psychopharmaka.

Juli 2014
Stationärer Aufenthalt und kurze Umstellung auf Escitalopram. Auch dann kein Wirkeintritt und keine Besserung.
Viel zu schnelles und deshalb unbewusst kaltes Absetzen des Escitalopram innerhalb von 2 Wochen, unter ärtztlicher Begleitung in der Klinik.
Letzte C*pralex am 14.07.2014, seitdem im protrahierten Entzug!
Erst nach der letzen Tablette habe ich langsam verstanden was da eigentlich passiert ist und einen klaren Zusammenhang zu der SSRI-Einnahme erkannt.

Ende August/Anfang September 2014
Es stellen sich die typischen Wellen & Fenster ein.

Update Oktober 2015
Ich bin immer noch im protrahierten Entzug. Es ist extrem wechselhaft und betrifft besonders die Emotionen.

Update April 2016
Seit der letzten Tablette sind nun 21 Monate vergangen. Leider halten die Symptome immer noch an. Seit ca. Jahresbeginn wechseln sich die Wellen und Fenster fast täglich, häufig auch stündlich bis minütlich, ab. Das ist alles extrem anstrengend. Tja... Weiter geht's :schnecke:

Update Mai 2017
34 Monate nach Null. Immer noch im protrahierten Entzug.

Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende!
Esbri
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Re: beängstigende Reaktion auf Mirtazepin

Beitrag von Esbri »

Murmeline hat geschrieben:
Mein bester Freund hatte das auch, unabhängig von mir und weniger lang, dafür mit wesentlich drastischeren Gewaltdarstellungen. Er hat keine psychische Erkrankung und nie Psychopharmaka genommen. Gind bei ihm ein paar Monate und verschwand dann für immer.
Interessant. Klassische Frage, hatte er Drogen genommen? Oder es ist einfach nicht substanz-induziert, das gibt es ja auch.
Zu dem Zeitpunkt noch nicht. Er hat etwas später eine Zeit lang Gras geraucht, aber da hatte er das schon nicht mehr.
Murmeline hat geschrieben: PS: Wir nutzen hier Anrede und Abschiedsformel, das liest sich netter :whistle:
Uuuups, sorry. Ich war schon Jahre nicht mehr in einem Forum, ich schreib immer nur Whatsapp und so, und da schreibt man so oft, dass man sich kaum begrüßen/verabschieden muss. Da bin ich wohl aus der Übung.
LinLina hat geschrieben:Nur ganz kurz: Ich kenne fürchterliche Gleichgültigkeit und Aggression gegenüber anderen und mir selbst unter Mirtazapin. Als ich es anfing zu nehmen, hatte ich plötzlich kein Interesse mehr am Leben und an anderen Menschen. Ich wollte nur noch Liegen, und nichts mitbekommen.
Ja genau das: liegen und nichts mehr mitbekommen. Ich wollte noch nie so sehr einfach gar nichts mehr. Rückblickend ein scheußlicher Zustand.
MorulaMyomatosus hat geschrieben:Hallo Esbri!

ich kenne diese Gedanken (in allen Facetten) zur Genüge. Manchmal frage ich mich allerdings, ob diese Zwangsgedanken nicht auch zu meiner (2007) diagnostizierten Panikstörung gehören können?

Ich hatte übelste hypochondrische Ängste und war völlig überzeugt von all den Krankheiten. Jedenfalls frage ich mich, ob sich solche Krankheitsgedanken nicht im Laufe der Zeit verändern können und sich dann zB. zu aggressiven Zwangsgedanken verlagern? Also dazu muss ich sagen, dass ich diese Suizidgedanken und Mordgedanken erst auf dem Citalopram hatte (und dann ganz extrem nach dem absetzen) da waren dann die Krankheitsängste komplett weg (und kamen bis heute nie wieder).
Gute Frage.
Ich hatte davor nie Zwangsgedanken/bilder oder Suizidimpulse. Ich hatte sie auch zwischen all den Antidepressiva nicht. Ich kenne Suizidgedanken zu Genüge, die gingen aber nie mit plötzlichen Impulsen einher, vor den Zug zu springen. Sie waren auch nicht zwanghaft, ich hab halt drüber nachgedacht und als mir nicht mehr nach Sterben war, damit aufgehört.

Zwar habe ich auch zusätzlich Zu den Panikattacken noch hypochondrische Ängste, die habe ich allerdings schon seit meiner Kindheit. Sie sind etwas, das bei mir kommt und geht. Je nachdem, ob es irgendwelche körperlichen Symptome gibt, auf die ich anspringen kann. Ich habe es mir zu Grundregel gemacht, dass ich, egal was ist, erstmal eine Weile abwarte, ob es wieder verschwindet, bevor ich zum Arzt gehe. Und 90% aller Dinge verschwinden wirklich. :D
Vermutlich haben die meisten Menschen dann und wann irgendwelche körperlichen Symptome, die nicht gerade angenehm sind, sie denken bloß nicht drüber nach. Während meiner Zeit auf Antidepressiva haben sich diese Krankheitsängste weder verstärkt noch verringert.
Und die letzten Jahre bin ich auch ziemlich vor Krankheitsängsten verschont geblieben. So sehr, dass ich vor drei Jahren fast eine Lungenentzündung übersehen habe. Man kann's auch mit dem Ignorieren übertreiben... :roll:
Bei mir schließen sich auch einige Dinge gegenseitig aus. Ich kann z.B. nicht gleichzeitig sehr depressiv oder sehr wütend sein und Panikattacken bekommen. Auch wenn ich mich noch so vor Krankheiten fürchte, resultiert daraus keine Panikattacke. Wenn es einen realen Grund für Stress oder Angst gibt (z.B. Lernstress vor einer Prüfung oder ein Autounfall) habe ich auch keine Panikattacken. Die kommen am ehesten in Ruhe. Leider.
So bekomme ich Panikattacken bei Entspannungsübungen. Sachen wie autogenes Training sind der blanke Horror für mich.

Liebe Grüße
Esbri
Panikstörung - seit 1997, Hypochondrie - seit dem Volksschulalter, skin picking disorder - schon immer, Dysthymie - schon immer, depressive Phasen - immer mal wieder, nicht näher definierte Persönlichkeitsstörung - vermutlich auch schon immer, Reizdarm?? - seit Dez.2015

Behandlungsversuche der Panikstörung mit diversen Antidepressiva: Citalopram (ein paar Wochen), Escitalopram (3 Monate), Sertralin (2 1/2 Monate), Fluoxetin (5 Jahre, später einmal 3 Tage), Amitriptylin (2 Wochen), Mirtazapin (4 Tage), alle abgebrochen wegen Wirkungslosigkeit und/oder schweren Nebenwirkungen, keine Abstzproblematik.
paradoxe Reaktion auf Benzodiazepine
Kevin05

Re: beängstigende Reaktion auf Mirtazepin

Beitrag von Kevin05 »

Hallo Esbri,

willkommen auch von mir im Forum. Ich kann wenig hilfreich sein, ich fand nur beim Lesen deines Einstiegsberichts, der ja recht lange war einerseits einige Parallelen mit meiner Geschichte - na ja nicht nur das ich auch aus Österreich bin sondern auch anderes, aber egal. Ich fand es interessant zu lesen, spannend, manchmal hast du mich auch zum Schmunzeln gebracht, was ich nicht böse meine sondern ich fand auch ein wenig Humor trotz aller Tragik in deinem Bericht.

Aber du hast auch sehr viele Wahrheiten geschrieben, die ich auch so sehe, auch was deine Versuche mit den Substanzen betrifft finde ich es sehr wertvoll, grad auch für andere, weil die Erfahrung, die du gemacht hast, so ähnlich war auch meine, ich habe alles mögliche versucht und es war nur nicht hilfreich.

Was ich dir sagen kann ist dass ich eine Freundin habe, die auch dieses AD, was du länger genommen hast nimmt und das schon viele Jahre und das auch gut vertragen hat und das zweite dass ich eigentlich nur Menschen kenne bei denen Mirtazapin fatal gewirkt hat, ein Freund hat so ziemlich alles in seinem Leben ausprobiert, aber der nahm nur einmal 1 Stück Mirtazapin und meinte einmal und nie mehr, es hatte bei ihm zwar keine nachhaltige Nachwirkung, aber so durcheinander war er noch nie meinte er damals. Also von allen ADs scheint das Mirtazapin das teuflischste zu sein.

Ich finde auch toll, dass du dein Leben halbwegs im Griff hattest über viele Jahre und na ja jetzt hast du eben eine Phase wo es etwas heftiger ist, aber das wird wieder vergehen und dass irgendwelche Psychopharmaka für dich keine Hilfe sind hast du ja auch gemerkt, auch eine wertvolle Erfahrung finde ich - du weißt wenigstens was nicht hilft.

Irgendwer hat mal im Forum geschrieben oder auch öfter, dass die Menschen, die denken sie werden verrückt, die weitaus kleineren Probleme haben als die die glauben alles sei normal und das kann ich nur bestätigen, ich kenne Menschen, die haben wirklich Probleme, aber keinerlei Einsicht, dass sie Probleme haben, das ist dann wirklich ein Problem, weil wie will man denen helfen?

Gut, eigentlich wollte ich nur sagen, dass ich mit dir fühle bzw. hoffe dass es bald wieder besser geht, Ideen dazu hab ich leider keine, außer die Zeit und Hände weg von den Medikamenten, aber das weißt du mittlerweile selbst auch, du hast auch eine gute Selbsteinschätzung find ich, alles Gute, Kevin
Esbri
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Re: beängstigende Reaktion auf Mirtazepin

Beitrag von Esbri »

Kevin05 hat geschrieben: ...manchmal hast du mich auch zum Schmunzeln gebracht, was ich nicht böse meine sondern ich fand auch ein wenig Humor trotz aller Tragik in deinem Bericht.
Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Es ist ja doch eine gewisse Ironie dabei, dass jemand von einem Medikament, das müde und entspannt machen sollte, aufgekratzt und aggressiv wird.
Kevin05 hat geschrieben:ein Freund hat so ziemlich alles in seinem Leben ausprobiert, aber der nahm nur einmal 1 Stück Mirtazapin und meinte einmal und nie mehr, es hatte bei ihm zwar keine nachhaltige Nachwirkung, aber so durcheinander war er noch nie meinte er damals. Also von allen ADs scheint das Mirtazapin das teuflischste zu sein.
Das schlimme dran war eher, dass ich während ich es genommen habe, die Nebenwirkungen garnichtmal so schlimm fand. Ich war also nicht nur irre, es war mir auch noch egal. :shock: Bei allen anderen ADs dauerte es zumindest eine Zeit, bis sich das volle Ausmaß an Nebenwirkungen zusammengebraut hat, in dem Fall kam es einfach so über Nacht.
Kevin05 hat geschrieben: Ich finde auch toll, dass du dein Leben halbwegs im Griff hattest über viele Jahre und na ja jetzt hast du eben eine Phase wo es etwas heftiger ist, aber das wird wieder vergehen und dass irgendwelche Psychopharmaka für dich keine Hilfe sind hast du ja auch gemerkt, auch eine wertvolle Erfahrung finde ich - du weißt wenigstens was nicht hilft.
Ich wollte diesmal gar keine "Hilfe" bei meinen psychischen Problemen, ich wollte eigentlich nur ein paar Stunden mehr schlafen können. :frust:
Wann es mir wieder besser gehen wird, ist fraglich, da meine depressive Verstimmung, die ich derzeit zweifelsohne habe, direkt darauf zurückzuführen ist, dass es mir körperlich schlecht geht. So lange ich unerklärbare Verdauungsbeschwerden und Dauerschmerzen habe, wird es mir wohl auch psychisch nicht besser gehen. :?
Kevin05 hat geschrieben: Gut, eigentlich wollte ich nur sagen, dass ich mit dir fühle bzw. hoffe dass es bald wieder besser geht, Ideen dazu hab ich leider keine, außer die Zeit und Hände weg von den Medikamenten, aber das weißt du mittlerweile selbst auch, du hast auch eine gute Selbsteinschätzung find ich, alles Gute, Kevin
Danke. Es hilft mir wirklich sehr, dass es so ein Forum gibt und man so herausfinden kann, dass man mit seinen Schwierigkeiten mit Medikamenten nicht alleine ist. In der Zeit bevor es Internt gab, wäre ich wohl vollends verzweifelt. :cry:

...

Während ich mich ein bisschen durchs Forum gelesen habe, habe ich diesen Thread gefunden:
Erfahrungsbericht Linda und Jessica
Dort wird genau dasselbe beschrieben wie das, was ich hatte. Diese komische Art von sehr plastischen Zwangsbildern oder Halluzinationen wie man sich oder andere verletzt. Dass man beginnt sich vor Messern und Scheren zu fürchten, weil man sich "sieht" wie man damit schreckliche Dinge macht.

Tja, mittlerweile geht's mir besser. Es sind keine komischen Bilder mehr aufgetaucht. Ich fühle mich nach wie vor angeschlagen, dieses Erlebnis hat meine wenig vorhandene psychische Stabilität schon ins Wanken gebracht. Zwar keine Panikattacke in Sicht, aber sonst eine Menge Symptome die eben drauf hindeuten, dass es mir nicht so toll geht. Schwindel, Kopfweh, neben-sich-stehen, die typischen "normalen" Wahrnehmungsstörungen, die man als Paniker so hat. :vomit: Ich bin ein wenig sauer auf mich, dass ich mir das Mirtazapin habe "andrehen lassen", mir ging es schon schlecht, es war nicht notwendig, dem noch eins draufzusetzen. Eine simple Schlaftablette wäre wohl besser gewesen.

Liebe Grüße
Panikstörung - seit 1997, Hypochondrie - seit dem Volksschulalter, skin picking disorder - schon immer, Dysthymie - schon immer, depressive Phasen - immer mal wieder, nicht näher definierte Persönlichkeitsstörung - vermutlich auch schon immer, Reizdarm?? - seit Dez.2015

Behandlungsversuche der Panikstörung mit diversen Antidepressiva: Citalopram (ein paar Wochen), Escitalopram (3 Monate), Sertralin (2 1/2 Monate), Fluoxetin (5 Jahre, später einmal 3 Tage), Amitriptylin (2 Wochen), Mirtazapin (4 Tage), alle abgebrochen wegen Wirkungslosigkeit und/oder schweren Nebenwirkungen, keine Abstzproblematik.
paradoxe Reaktion auf Benzodiazepine
Kevin05

Re: beängstigende Reaktion auf Mirtazepin

Beitrag von Kevin05 »

Hi,

nun, ich denke, du hast wieder was dazu gelernt, sich über das Vergangene zu ärgern bringt wenig, du hast eine wertvolle Erfahrung gemacht, eben was dir nicht hilft und die Zeit arbeitet wieder für dich, die schlimmen Symptome, die du hattest klingen langsam wieder ab und die Normalität, die du kennst wird wiederkehren, da bin ich mir sehr sicher.

Weißt du, ich habe auch viele Probleme und bin nicht sehr zufrieden mit mir, aber eines habe ich wirklich verstanden, auf Hilfe von jemanden anderen zu hoffen ist vergebens. Jeder von uns muss für sich Möglichkeiten finden, die ihm oder ihr helfen, das kann sehr individuell sein oder sagen wir eher es muss individuell sein.

Ich glaube, dass es viele Dinge gibt, die wir nicht wissen, und da liegt für mich auch viel Hoffnung drinnen, diese Dinge zu finden, aber dass man deutliche Verbesserungen erreichen kann davon bin ich überzeugt. Man muss aber halt auch viel tun dafür selbst und dran glauben.

Ich bin überzeugt, dass wir keine Angst haben müssen und das eben alles so seinen Sinn hat, man muss sich aber auch bewusst dafür entscheiden, alle Werkzeuge, dass es dir besser gehen wird sind in dir, du musst sich eben aktivieren und annehmen.

Das mag alles seltsam klingen, aber ich glaube mittlerweile lieber an seltsame Dinge als an das was alle glauben, weil an das was alle glauben muss ja nicht richtig sein, nur weil sie es für gut und richtig halten, LG Kevin
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