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Hilfe beim Reduzieren / riesen Medikamenten-Cocktail

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Nini81
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Hilfe beim Reduzieren / riesen Medikamenten-Cocktail

Beitrag von Nini81 » Mittwoch, 22.02.17, 19:34

Hallo!
Ich möchte mich und meine Medikamentengeschichte kurz vorstellen und euch um eure Einschätzung bitten.

Sich heiße Nina, bin 35 Jahre alt und leide seit meinem 17. Lebensjahr an Stimmungsschwankungen, die mit Fluoxetin 20 / 10 mg gut behandelt wurden. Unter dieser Medikation war ich nach 6 Wochen immer stabil und könnte Höchstleistungen erbringen. Leider habe ich es immer wieder abgesetzt und ca. 1 Jahr später traten die Symptome wieder auf und ich müsste es wieder einschleichen. 2009 dann wieder ein Rückschlag und der Hausarzt wollte mir statt Föuoxetin lieber Venlafaxin geben, da das neu war und es besser helfen würde. Also 150mg eingenommen über 2 Jahre aber es ging mir nie so gut wie unter Fluoxetin.

2011 dann setzte er von einem auf den anderen Tag die150mg ab und Fluoxetin an. Bei mir brach das totale Chaos aus und ich landete mit Tavor in der Psychiatrie. Dort setzte man Fluoxetin ab, versuchte Escitalopram ohne Erfolg, ich bekam noch Risperidon und als AD Duloxetin 90mg. Als dann Milch aus meiner Brust floss, wurde Risperidon abgesetzt und Tavor langsam entzogen und Quetiapin retard 150mg angesetzt und mir ging es langsam besser, ich konnte Duloxetin auf 60mg reduzieren, Quetiapin auf 100mg retard und ich hatte zwei Jahre einen richtigen Höhenflug. Allerdings wollte ich schwanger werden und habe in den Jahren 2014 und 2015 mehrmals versucht Cymbalta abzusetzen und auf Sertralin bzw Paroxetin umzustellen, leider ohne Erfolg. Schlussendlich habe ich dann versucht mit 30mg Duloxetin und 100mg Quetiapin retard schwanger zu werden - ohne Erfolg. Dann 03/2015 der totale Zusammenbruch mit 3 Psychiatrieaufenthalten und unendlichen Medikamenten geht es mir seitdem richtig dreckig, ich kämpfe jeden Tag ums Überleben:

Zunächst Quetiapin retard erhöht zwischen 200 und 300mg, dann Cymbalta 30mg sofort abgesetzt und Sertralin 25 - 50mg rein. Einen Monat später amitriptylinoxid auf 120mg rein und hochdosiert, zusätzlich Tsvor über 3 Monate, mit Quetiapin mal hoch, mal runter, ebenso mit Sertralin. Dann Tavor langsam entzogen, dafür Pregabalin 4x75mg angesetzt. Dann 2016 zunächst Lyrica über 2 Monate abgesetzt, Sertralin 50mg versucht hochzudosieren - ohne Erfolg, dann auf einmal abgesetzt, Pipamperob zusätzlich täglich. Im Juni 2016 dann über 6 Wochen Pipamperon abgesetzt, Amitriptylinoxid abgesetzt und dafür wieder Duloxetin 60mg rein und quetiapin retard auf 250mg reduziert.
Dann ging es etwas besser, aber nach einem Rhailandurlsub im November ging alles wieder los. Deshalb Quetiapin retard wieder auf 300mg hoch und nach Spiegelmessung von Duloxetin (unter 20) auf 90mg erhöht. Seit 4 Wochen erneuter Klinikaufenthalt. Dort wurde der Spiegel gemessen: Duloxetin immer noch bei 15 und Quetispin retard bei 47. also duloxetin vor einer Woche auf 120mg erhöht. In den ersten 3 Tagen voll den Höhenflug, dann der Absturz. Jetzt habe ich extreme Selbstmordgedanken (ohne konkrete Pläne und Absichten) und das Gefühl Durchzudrehen, zudem innere Unruhe und Restless legs.

Tja und da steh ich jetzt. Heute habe ich die Entscheidung getroffen, wieder auf 90mg zu gehen, da ich Angst habe, Durchzudrehen. Meine Ärzrin ist dagegen wegen dem Spiegel. Was meint ihr? Und meint ihr, ich soll langsam reduzieren, da es mir ja mal mit 60mg Duloxetin und 100mg Quetiapin retard ja mal richtig gut ging oder hat mein Körper in den letzten zwei Jahren so viel mitgemacht, dass er jetzt erst mal Euhe braucht?

Noch ein paar Info's zu mir: ich bin hochsensibel und reagiere auf jede Änderung massiv, immer wenn ich meine Periode bekomme, haut es mich richtig zusammen, ich nehme noch L-Thyroxin 75 gegen meine Schilddrüsenunterfunktion mit Hashimoto-Thyreoditis, hatte schon ein paar Polypen im Darm und stelle gerade meine Ernährung um auf glutenfrei und lactosefrei.

Freue mich über Nachrichten von euch!
Zuletzt geändert von Jamie am Mittwoch, 22.02.17, 19:55, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt

Jamie
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Re: Hilfe beim Reduzieren / riesen Medik.-Cocktail

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 22.02.17, 19:53

Hallo Nini,

willkommen im Forum :).

Das ist ja der blanke Horror, den du durchmachen musst. :( Schlimm, einfach nur schlimm.

Ich bin heute selbst sehr erschöpft und nicht zu langen Beratungen imstande, aber ich will dich unbedingt bestärken das Cymbalta runterzusetzen.
Es ist bekannt, dass diese Medikamente Suizidimpulse und (Auto-) Aggressionen auslösen können und es muss extra als Warnung in der Packungsbeilage stehen. Tritt dies auf, muss die Dosis sofort gesenkt werden bzw. das Präparat ausgeschlichen / abgesetzt werden - bitte folge da deinen eigenen Impulsen und deinem Bauchgefühl - es irrt sich nicht.

Es ist auch schnurzpiepsegal, was die Ärztin zu dem Spiegel sagt. Ein Blutspiegel ist nur begrenzt aussagekräftig, weil man nicht weiß, wieviel davon effektiv im Gehirn wirklich ankommt / wirkt. *
Du bist in meinen Augen stark überdosiert.
Das Feld der enzymatischen Verstoffwechselung wird gerade erst erforscht; sprich ob man "normal", schlecht oder übermäßig schnell metabolisiert.
(Gentest)
Selbst wenn man schnell metabolisiert, heißt das nicht automatisch, dass die Dosen ständig gesteigert werden dürfen (weil der Arzt denkt, der Körper baut es zu schnell ab) - es entstehen durch schnelle Metabolisierungen teilweise hohe Peaks, die in Intoxifikationsbereiche hineingehen und schwere Nebenwirkungen auslösen können. Natürlich weiß ich nicht, was für ein Metabolisierertyp du bist, aber das ist hier auch nicht von Relevanz.
Es heißt Alarmstufe rot - egal welcher Metabolisierer man ist - wenn ein AD solche Effekte auslöst!
Bitte setze dich unbedingt gegenüber den Ärzten durch. Es ist dein Leben / Gesundheit, nicht ihres.

Grüße
Jamie



* dass die Psychiatrie sich letztlich nur auf die biolog. Komponente stürzt, die nicht einmal bewiesen ist, ist da nur der traurige Offenbarungseid am Rande des Dramas. Es ist doch viel wichtiger zu schauen, wieso deine Seele nach Hilfe schreit und wo die Ursachen liegen. AD nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen ist anscheinend das Einzige, was der Psychiatrie einfällt. Ein Armutszeugnis! In jedem anderen mediz. Zweig würde man sich zurecht an den Kopf greifen.
Zuletzt geändert von Jamie am Mittwoch, 22.02.17, 19:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Cashi
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Re: Hilfe beim Reduzieren / riesen Medikamenten-Cocktail

Beitrag von Cashi » Mittwoch, 22.02.17, 20:47

Hallo Mini. Ich habe deine Geschichte gelesen und es tut mir so sehr leid was mit dir gemacht wurde. Zu den ganzen Medikamenten kann ich dir nix sagen. Außer zu Venlafaxin da ich das selbst seit 20 Jahren versuche los zu werden. Aber was mein Gefühl mir sagt ist, dass du vollgepumpt wurdest bis oben hin ohne Rücksicht auf Verluste. Lass dich bitte nochmal von einem anderen Arzt beraten. Denn die die dir das angetan haben waren Stümper.
LG Cashi
1996 erstmals wegen Panikattacken 75 mg Venlafaxin
Wie lange kann ich nicht mehr genau sagen
2000 wegen Panik und generalisierter Angststörung 75 mg Trevilor angefangen ohne einzuschleichen. Massive Nebenwirkungen über 3 Wochen. Dann stabil.
2001 innerhalb zwei Wochen abgesetzt. Erst keine Probleme. Dann Zwangsgedanken Angstzustände Selbstmordgedanken. Gesundheitsängste
2002 wieder aufdosiert auf 75 mg. Viele Nebenwirkungen. Mit 60 mg besser. Gedanken und Angst weg. Alles normal.
2010 langsam Kügelchen reduzieren aber wohl doch zu schnell
August 2010 ganz weg von Trevilor
März 2011 Panikattacken. fahrt ins Krankenhaus. Ausschläge. Angst und Zwangsgedanken. Herzrasen Tags und nachts. Angst vor psychose.Flimmern vor Augen. Gefühl wie auf Watte. Kopfschmerzen. ANGST.
Juli 2011 mit Trevilor wieder angefangen. Besserung. Beschwerden weg. Nur paar Nebenwirkungen
Ende 2013 auf 37.5
Zwangsgedanken. Angst vor Psychose. Flimmern vor Augen. Wirre seltsame Gedanken die Angst machen.
Seit März 2015 wieder auf 75 mg. Besserung aller Beschwerden. Magen Darm Probleme machnmal. Gähnen. Herzklopfen. Herzangst. Aber stabil
1. Oktober ...5 % reduziert d.h. 71,4 mg Venla
seit 09.10.15 verstopfte Nase, Erkaltung, Schwindel ab und zu, rempel ständig gegen Türrahmen, Fressattacken :shock: ist aber auszuhalten
25.11.15...wieder 5 % d.h. 67,8 mg Venla
30.11. Wieder Erkältung
20.01. Wieder 5 % weniger. D.h. 64.5 mg venla
23.01.16 wie der Erkältung, Husten und keine Stimme mehr, gibts das wirklich?
16.03.16. 61.5 mg Venla. Fühle mich oft erschöpft. Muskulatur erschöpft. Manchmal Herzklopfen
Zusätzlich mehme ich seit einem Jahr Vitamin D 20.000 I.E. Woche. Aktueller Blutwert bei 46. Zusätzlich seit 4 Wochen Vitamin B von Dr. Loges. Blutwert im oberen Bereich. Zusätzlich noch Spirulina 20 Stück am Tag seit 3 Wochen
12.05.16. 5 %weniger..d.h. 58.5 mg Venla. unverändert wie oben
25.06.16. 5% weniger. D.h. 55,8 mg Venla. unverändert
..dazu kommt dieser Schwindel und taumelig.wackliger Gang. Gefühl nicht geradeaus laufen zu können. Angst
Seit 21.08.16 auf 53.4 mg Venla.Schwindel, taumelig, Magen-Darm-Probleme.
04.09.16 Panikattacke
seit 05.09.16 Zwangsgedanken, Angst verrückt zu werden, Angst Psychose zu haben, wirre Gedanken, Anst Schizophren zu sein.
09.09.16 Aufdosiert 5 Kügelchen
Auf Anraten Frorum Vitamin B weg gelassen seit 11.09.16, Spirulina seit mehreren Wochen weg
22.11.2016. 51,3 mg
01.12.16 einmal wöchentlich 20.000 I.E Vitamin D, täglich Vitamin B-Loges, Zink
10.12.16 wieder Erkältung
13.12.16 auf 48,6 mg
15.01.17 auf 46,17 mg
12.02.17 auf 43,50 mg
13.03.17 auf 41,40 mg
11.04.17 auf 39 mg Trevilor
01.05.17 auf 37,5 mg Trevilor. Halbzeit :party2:
28.08.17 auf 33.75 mg
25.09.17 auf 31.25 mg
10.10.17 Angstzustände Zwangsgedanken derealisation Angst vor Schizophrenie und Psychose
19.10.17 aufdosiert auf 32.5 mg
17.01.18 aufdosiert auf 33.4 mg
07.03.18 reduziert auf 32.8 mg
07.04.18 auf 30 mg
20.05.18 auf 29 mg
03.06.18 auf 28.12 mg
10.06.18 auf 27.5 mg
16.07.18 auf 26.87 mg
05.08.18 auf 26.56 mg
19.08.18 auf 26.25 mg
16.09.18 auf 25.62 mg
01.10.18 auf 25 mg
21.10.18 auf 24.37 mg
23.11.18 auf 23.12 mg
10.12.18 auf 22 mg
13.01.19 auf 21 mg
20. 01.19 auf 20 mg
Seither setze ich wöchentl. Bzw alle 2 Wochen je nach befinden ab
13.10.19 auf 9 mg
26.11.19 auf 5 mg
Die mg Angaben beziehen sich auf die Wirkstoffmenge. Nicht auf das Gesamtgewicht der Kügelchen

Kimeta
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Re: Hilfe beim Reduzieren / riesen Medikamenten-Cocktail

Beitrag von Kimeta » Mittwoch, 22.02.17, 21:29

Liebe Nina,

den ungewöhnlich heftigen Reaktionen meiner beiden Vorschreiberinnen entnehme ich, dass sie genauso schockiert sind wie ich auch. Da wird einem ja schwindelig beim Lesen!

Hast Du auch Psychotherapie gemacht? Du schreibst von Stimmungsschwankungen mit 17 Jahren, wurde da nur medikamentös behandelt?

Wie siehst Du das denn selbst, wie schätzt Du Dich ein, was denkst Du über diese lange und intensive Medikamentenkarriere? Was über die Probleme, die zu der Einnahme von Psychopharmaka geführt haben?

Die Erfahrung vieler Mitglieder lässt vermuten, dass häufige Medikamentenwechsel, gerade wenn das abzulösende Medikament nicht langsam ausgeschlichen wurde, die Empfindlichkeit immer weiter steigern und den Allgemeinzustand verschlechtern. Leider reagieren die meisten Ärzte dann mit weiteren Medikamentenwechseln oder zusätzlichen Medikamenten. Also kein Wunder, dass Du Dich so schlecht fühlst. Noch dazu hast Du eine Schilddrüsenproblematik, die das ganze weiter verkomplizieren könnte.

Du wirst hier auf jeden Fall hilfreiche Unterstützung finden. Angesichts Deiner Lage und weil hier viele selbst mit Problemen kämpfen, musst Du Dich vielleicht noch ein bisschen gedulden, bis die Situation eingeschätzt und Empfehlungen ausgesprochen werden können.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Erfolg bei Deinen nächsten Schritten.

Viele Grüße
Kimeta
- Doxepin zur Migräneprophylaxe seit mindestens 2002 in einer Dosierung von 5-10 mg.
- Absetzen von 10 mg ab dem 28.12.2013.
- Aktuell seit 24.10.2019: 1,95 mg

Hintergründe und Absetzverlauf:
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lunetta
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Re: Hilfe beim Reduzieren / riesen Medikamenten-Cocktail

Beitrag von lunetta » Mittwoch, 22.02.17, 22:25

Hallo und herzlich willkommen bei uns!

Ein Wahnsinn was an dir verbrochen wurde und wird!!!

Du bist extrem überdosiert und wenn du Suizidgedanken hast ist das ein deutliches Zeichen die Medikamente zu reduzieren bzw. auszuschleichen!

Da ich mit deinen Medikamenten keine Erfahrung habe bzw. zur Zeit selbst sehr angeschlagen bin, bin ich heut nur kurz angebunden, aber wir vergessen dich nicht und du wirst hoffentlich noch andere Meinungen bekommen.

Bitte sprich auf jeden Fall mit deinen Ärzten, damit du geringere Dosen bekommst und ob es nicht Alternativen gibt. Hör auf deine innere Stimme!

Alles Liebe und Gute! LG
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padma
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Re: Hilfe beim Reduzieren / riesen Medikamenten-Cocktail

Beitrag von padma » Mittwoch, 22.02.17, 22:36

hallo Nini, :)

auch ich bin entsetzt, wie du medikamentierst wurde. Diese vielen Psychopharmaka und ständige Wechsel das verkraftet keiner.
und leide seit meinem 17. Lebensjahr an Stimmungsschwankungen, die mit Fluoxetin 20 / 10 mg gut behandelt wurden. Unter dieser Medikation war ich nach 6 Wochen immer stabil und könnte Höchstleistungen erbringen.
Also Stimmungsschwankungen mit 17 ist jetzt nicht so ungewöhnlich. Da du zudem hochsensibel bist, ist es naheliegend, dass du stimmungsmässiig stärker reagierst. Auch die SD Problematik kann da mit reingespielt haben.

Fluoxetin ist stark pushend, diese Höchstleistungen waren möglicherweise nicht das, was dir natürlicherweise entsprochen hätte.
Leider habe ich es immer wieder abgesetzt und ca. 1 Jahr später traten die Symptome wieder auf und ich müsste es wieder einschleichen. 2009 dann wieder ein Rückschlag
Da müsste man genauer schauen, was da passiert ist
2011 dann setzte er von einem auf den anderen Tag die150mg ab und Fluoxetin an. Bei mir brach das totale Chaos aus und ich landete mit Tavor in der Psychiatrie.
Das war absolut unverantwortlich :evil: , Venlafaxin hätte ausgeschlichen werden müssen.
Schlussendlich habe ich dann versucht mit 30mg Duloxetin und 100mg Quetiapin retard schwanger zu werden - ohne Erfolg.
Eine Schwangerschaft wäre ein Risiko für das Kind gewesen. Duloxetin ist während der Schwangerschaft kontrainduziert und Quetiapin sollte möglichst nicht in der Schwangerschaft angewandt werden. Ich finde es erschreckend, wie verharmlosend und unverantwortlich Ärzte da beraten. :frust:
Dann 03/2015 der totale Zusammenbruch mit 3 Psychiatrieaufenthalten und unendlichen Medikamenten geht es mir seitdem richtig dreckig, ich kämpfe jeden Tag ums Überleben
Ich gehe davon aus, dass dein Zustand grüsstenteils medikamenteninduziert ist. Es tut mir sehr leid, was die da mit dir gemacht haben.
also duloxetin vor einer Woche auf 120mg erhöht. In den ersten 3 Tagen voll den Höhenflug, dann der Absturz. Jetzt habe ich extreme Selbstmordgedanken (ohne konkrete Pläne und Absichten) und das Gefühl Durchzudrehen, zudem innere Unruhe und Restless legs.
Dieser Höhenflug war schon ein Alarmsignal, die NW inaktzeptabel und gefährlich. Ich würde sofort wieder auf 90 mg gehen.
Es kann leider sein, dass dein Nevensystem durch diese schnelle Dosisveränderung weiter gestresst wird, aber in deiner Situation sehe ich keine Alternative zur sofortigen Reduktion.
Und meint ihr, ich soll langsam reduzieren, da es mir ja mal mit 60mg Duloxetin und 100mg Quetiapin retard ja mal richtig gut ging oder hat mein Körper in den letzten zwei Jahren so viel mitgemacht, dass er jetzt erst mal Euhe braucht?
Ich denke, dass dir das Duloxetin gar nicht gut tut und dass es am besten wäre es langsam auszuschleichen.
Aber erstmal nach Möglichkeit auf den 90 mg stabilisieren.

Es wäre gut, wenn du uns die nächste Zeit engmaschig berichten würdest, wie es dir geht, damiit wir dann die nächsten Schritte gemeinsam überlegen können.

Noch eine gute Nachricht: Das ZNS ist aufgrund seiner Neuroplastibilität in der Lage sich selbst wieder zu heilen. Es braucht allerdings Zeit.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
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25.10.2019: 0,01 mg bin auf der Zielgeraden angelangt :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Nini81
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Re: Hilfe beim Reduzieren / riesen Medikamenten-Cocktail

Beitrag von Nini81 » Samstag, 25.02.17, 11:40

Hallo!

Ich danke euch allen für eure Rückmeldungem. Ich glaube, dass mein Körper im Moment einfach nur Ruhe braucht und keine Veränderung, deshalb bin ich mir nicht sicher, ob ich tatsächlich wieder auf 90mg gehen sollte, da dann ja schon wieder eine Veränderung auf ihn einwirkt. Allerdings ist der Zustand so ja auch schwer zu ertragen.
Und auch beim Absetzen bekomme ich immer wieder Selbstmordgedanken.
Ich bin so verzweifelt

padma
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Re: Hilfe beim Reduzieren / riesen Medikamenten-Cocktail

Beitrag von padma » Samstag, 25.02.17, 13:55

hallo Nini, :)

ich verstehe deine Verzweiflung. :hug:

dein Körper braucht jetzt sicherlich Ruhe. Aber ich frage mich, ob er sich auf den 120 mg stabilisieren könnte. Diese Dosis ist für dich viel zu hoch und auch gefährlich. Je länger du auf dieser Dosis bleibst, umso langsamer könntest du davon wieder runtergehen.

Wenn dir der Schritt auf 90 mg zu gross erscheint, dann geh auf 100 mg.
Sobald du auf einer halbwegs erträglichen Dosis bist, kannst du dann eine längere Pause zum Stabilisieren machen.

liebe Grüsse,
padma
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Nini81
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Re: Hilfe beim Reduzieren / riesen Medikamenten-Cocktail

Beitrag von Nini81 » Samstag, 25.02.17, 16:26

Hallo Padma!

Danke für Deine Antwort. Ich habe beschlossen, wieder auf 90mg runterzugehen, da ich tatsächlich jetzt Angst um mich habe. Es ist auch eine Angewohnheit von mir, dass ich immer, wenn es mir schlecht geht, was an meinen Medikamenten verändern will. Deshalb bin ich jetzt auch hier in diesem Forum, denn ich brauche Unterstützung, denn alleine schaffe ich es einfach nicht.
Meint ihr, auch durch die Ernährungsumstellung könnten die Tabletten stärker wirken?
Ich habe so ein Verlangen nach Beruhigungsmitteln. Was habt ihr für Vorschläge, was ich stattdessen machen könnte?
Wenn ich morgen nur die 90mg nehme und dann die gleichen Symptome auftreten, wie die letzten Tage, denke ich sofort, dass das am Entzug liegt und ich nehme die 30mg nach (soweit war ich die Woche schon einmal). Aber bei einem Tag 30mg weniger kann man doch eigentlich noch nichts merken, oder?

Eure Nina

padma
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Re: Hilfe beim Reduzieren / riesen Medikamenten-Cocktail

Beitrag von padma » Samstag, 25.02.17, 22:54

hallo Nini, :)

ich halte das für eine gute Entscheidung.
Wenn ich morgen nur die 90mg nehme und dann die gleichen Symptome auftreten, wie die letzten Tage, denke ich sofort, dass das am Entzug liegt und ich nehme die 30mg nach (soweit war ich die Woche schon einmal). Aber bei einem Tag 30mg weniger kann man doch eigentlich noch nichts merken, oder?
Ja, es kann dauern bis die NW weniger werden. Leider kann es sogar passieren, dass durch die erneute Veränderung vorübergehend weitere Symptome hinzu kommen. Das muss nicht so sein, ich schreibe es nur, damit du es einordnen kannst, falls es so sein sollte. Auch dann würde ich nicht gleich wieder ganz hochgehen, sondern bei starken Symptomen nur etwas höher gehen. Halte zuvor hier möglichst Rücksprache.

Du brauchst jetzt wirklich Geduld, dein ZNS ist jetzt sehr überreizt, das kann etwas dauern, bis es sich beruhigt.
Deshalb bin ich jetzt auch hier in diesem Forum, denn ich brauche Unterstützung, denn alleine schaffe ich es einfach nicht.


Dafür ist das Forum ja da, dass wir uns gegenseitig unterstützen können.
Meint ihr, auch durch die Ernährungsumstellung könnten die Tabletten stärker wirken?
Hmm, das glaube ich eher nicht. Hast du einen Anhaltspunkt für Nahrungsmittelunverträglichkeiten? Falls möglich,würde ich schrittweise umstellen um den Organismus damit nicht zu sehr zu fordern.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Hilfe beim Reduzieren / riesen Medikamenten-Cocktail

Beitrag von Nini81 » Montag, 27.02.17, 10:27

Hallo,

Wollte euch mal wieder über meinen aktuellen Stand informieren. Habe gerade mit der Ärztin gesprochen: nach Dosisteigerung von Duloxetin 90mg auf 120mg hat sich der Spiegel nur minimal erhöht (15 auf 16,5) der von Quetiapin erniedrigt obwohl keine Änderung (von 47 auf 27).
Deshalb hat sie mir jetzt auch ihr ok gegeben, Duloxetin auszuschleichen; bin jetzt also erstmal offiziell auf 90mg.

Nini81
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Re: Hilfe beim Reduzieren / riesen Medikamenten-Cocktail

Beitrag von Nini81 » Montag, 06.03.17, 19:27

Hallo!

Wollte mich mal wieder melden. Hab ne ziemlich heftige Woche hinter mir, aber habe trotzdem durchgehalten und weiter Duloxetin 90mg eingenommen und Quetiapin retard 300mg. Mir ging es richtig sch :censored: , mit extremem Verlangen nach Beruhigungsmitteln.
Jetzt ist es so, dass ich abends nach Quetiapin-Einnahme solche "Stromstöße" bekomme, morgens fällt es mir schwer aufzustehen und mittags werde ich total unruhig und eigentlich braucht mein Körper Ruhe, aber wenn ich mich hinlege, kommt das Restless legs Syndron zutage.
Dennoch bin ich etwas zuversichtlicher und denke, dass ich die Dosierung jetzt erstmal so beibehalte, da mein Körper ne erneute Veränderung im Moment wahrscheinlich nicht verkraftet.
Was meint ihr?
Freu mich auf euren Input!

LG,

Nina
Zuletzt geändert von Jamie am Montag, 06.03.17, 20:00, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Kraftausdruck mit smiley versehen

Lisamarie
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Re: Hilfe beim Reduzieren / riesen Medikamenten-Cocktail

Beitrag von Lisamarie » Dienstag, 07.03.17, 8:53

Hallo Nina, ich würde jetzt auch erstmal auf den Dosierungen bleiben , dein ZNS ist durch das rauf und runter dosieren sehr gereizt. Da hilft wirklich nur viel Ruhe .
Hoffe das du dich bald stabilisieren kannst Lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
► Text zeigen

Nini81
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Re: Hilfe beim Reduzieren / riesen Medikamenten-Cocktail

Beitrag von Nini81 » Samstag, 20.05.17, 16:26

Hallo!

Melde mich mal wieder. Leider geht es mir immer noch nicht sonderlich gut. Immer wenn ich denke, es geht aufwärts, bekomme ich meine Periode und es geht wieder von vornel los.
Ich habe heute aber mal eine Frage zu Therapie: es wird mir immer wieder geraten, ambulante Therapie zu machen. Allerdings habe ich die letzten zwei Jahre nichts anderes gemacht und hab so das Gefühl, keine Lust mehr zu haben, da ich keinen Bock mehr darauf habe, mich ständig mit mir und der Krankheit auseinanderzusetzen. Ich hab ne super Therapeutin, aber ich mag nicht mehr. Allerdings habe ich Angst, dass, wenn ich abbreche, ich niemanden mehr habe, der mich versteht, mir zuhört bzw hab ich dann Angst, nie mein Problem zu finden und niemals gesund zu werden. Wie sind eure Erfahrungen bzw Meinungen dazu?

VG,

Nina

padma
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Re: Hilfe beim Reduzieren / riesen Medikamenten-Cocktail

Beitrag von padma » Samstag, 20.05.17, 19:24

hallo Nini, :)
Allerdings habe ich die letzten zwei Jahre nichts anderes gemacht und hab so das Gefühl, keine Lust mehr zu haben, da ich keinen Bock mehr darauf habe, mich ständig mit mir und der Krankheit auseinanderzusetzen.
Hmm, ja das verstehe ich. Vielleicht wäre ein anderer Ansatz jetzt geeigneter? Etwas kreatives oder körperorientiertes?
Allerdings habe ich Angst, dass, wenn ich abbreche, ich niemanden mehr habe, der mich versteht, mir zuhört bzw hab ich dann Angst, nie mein Problem zu finden und niemals gesund zu werden.
Du bräuchtest ja nicht gleich komplett abzubrechen. Vielleicht könntet ihr eine Therapiepause vereinbaren oder die Frequenz reduzieren, z.B. auf 1x pro Monat?

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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25.10.2019: 0,01 mg bin auf der Zielgeraden angelangt :D



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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


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