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Richtiges Medikament? - Escitalopram und die Probleme

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eXt475
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Richtiges Medikament? - Escitalopram und die Probleme

Beitrag von eXt475 »

Hallo zusammen,

vorab, ich schreibe hier für meine Partnerin, ich selbst bin nicht betroffen.

Verlauf:
02/16 - 07/16: Aufhalt in einer Klinik
05/16 - heute: Betreuung durch Psychotherapie

06/16 - 09/16: Escitalopram 10mg
10/16 - 12/16: Escitalopram 15mg
01/17 - 03/17: Escitalopram 20mg
Mitte 03/17: Absenkung auf 15mg Escitalopram (eigenständig)
Mitte 04/17 - heute : Erneute Erhöhung auf 20mg Escitalopram (eigenständig)

Grund für die eigenständige Absenkung waren länger anhaltendes unwohlsein, sowie deutlich verstärke Müdigkeit / Konzentrationsprobleme.
Innerhalb den 4 Wochen der Absenkung auf 15mg, wurden verschiedene Faktoren, wie Aggressivität und Gewaltbereitschaft jedoch zu extrem, daher wieder die Erhöhung auf 20mg Escitalopram.
Bei dem entsprechenden Facharzt wurde dies zuvor auch schon angesprochen, jedoch wurde hier keineswegs darauf eingegangen, denn das wäre ja "normal".

Generell ist uns in Bezug auf das Medikament folgendes aufgefallen:

- Probleme: Die tiefen sind nach wie vor nahezu unverändert vorhanden nur die Reaktion dadrauf ist verändert.
- Antriebslosigkeit / Müdigkeit: Seit der Einnahme fällt ihr es generell schwer sich morgens "aufzurappeln" sowie ist schon sehr früh Abends total erschöpft. Libido (welcher bei ihr vorher sehr ausgeprägt war) ist seit der Einnahme von 20mg komplett verschwunden, was sie weiter belastet.
- Persönlichkeit: Mit Steigerung der Dosierung verliert sie immer mehr an ihrem "eigenen ich", sagt selbst, dass sie oftmals nichtmehr wirklich weiß wer sie denn ist, Gefühlsmäßig generell abgestumpft.
- Aggressivität: Deutlich vermindert, die Bereitschaft jemanden anzugehen, insbesondere körperlich wurde dadurch deutlich verbessert.

Generell nun unsere Fragen:
- Wie kann man hier weiter vorgehen?
- Gibt es evtl. als "Zwischenlösung" einen anderen Wirkstoff, welcher gezielter auf die Impulsivität / Aggressionen zielt und oben aufgeführte Nebeneffekte nicht oder zumindest vermindert aufzeigt ?
Zuletzt geändert von eXt475 am 09.05.2017 08:19, insgesamt 1-mal geändert.
Murmeline
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Re: Richtiges Medikament? - Escitalopram und die Probleme

Beitrag von Murmeline »

Hallo eXt475,

Es gibt im Laufe des Tages sicher noch weitere Antworten. Bitte lies aber zunächst unsere Forumsregeln: http://www.adfd.org/austausch/app.php/rules und den Beitrag: Was dieses Forum ist, und was es nicht ist. http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=12&t=1811
Ratschläge, welche Medikamente "richtig" sind, "gezielt" einsetzbar sind oder gar empfohlen werden könnten, ist nicht Sinn und Zweck dieses Forums.
Grund für die eigenständige Absenkung waren länger anhaltendes unwohlsein, sowie deutlich verstärke Müdigkeit / Konzentrationsprobleme. Innerhalb den 4 Wochen der Absenkung auf 15mg,
Ihr habt um 1/4 des letzten Dosis reduziert, da kann es individuell zu stärkeren zusätzlichen Absetzproblemen kommen (neue, typische Absetzsymptome oder auch verstärkes Auftreten von bekannten Symptomen). Bitte lest zur allgemeinen Informationen diese Thread und die dortigen Verweise: Erste Hilfe beim Absetzen von AD http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=12880) und die FAQs http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=19&t=9913
wurden verschiedene Faktoren, wie Aggressivität und Gewaltbereitschaft jedoch zu extrem, daher wieder die Erhöhung auf 20mg Escitalopram.
Kannst Du noch die genaue Ausgangsproblematik benennen, Impulsivität/Aggression gehören dabei dazu? Und wenn ja, wisst ihr den Grund dafür? Meist sind es ja Lebensprägungen/entwickelte Strategie um klarzukommen, die lassen sich vielleicht vorübergehend mit einem Medikament dämpfen, aber nicht heilen/bewältigen/verändern.
- Probleme: Die tiefen sind nach wie vor nahezu unverändert vorhanden nur die Reaktion dadrauf ist verändert.
Mehr kann ein Medikament auch nicht leisten.
- Antriebslosigkeit / Müdigkeit: Seit der Einnahme fällt ihr es generell schwer sich morgens "aufzurappeln" sowie ist schon sehr früh Abends total erschöpft. Libido (welcher bei ihr vorher sehr ausgeprägt war) ist seit der Einnahme von 20mg komplett verschwunden, was sie weiter belastet.
Alles leider sehr typische unerwünschte Arzneimittelreaktionen.
- Persönlichkeit: Mit Steigerung der Dosierung verliert sie immer mehr an ihrem "eigenen ich", sagt selbst, dass sie oftmals nichtmehr wirklich weiß wer sie denn ist, Gefühlsmäßig generell abgestumpft.
Leider auch typisch. Hier gibt es Verweise auf Artikel und Studien zu SSRI-induzierter Gleichgültigkeit und "emotionale" Nebenwirkungen: http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=6&t=11134

Erstmal viele Grüße, Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier
eXt475
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Re: Richtiges Medikament? - Escitalopram und die Probleme

Beitrag von eXt475 »

Hallo,

erstmal schonmal vielen Dank für die ausführliche Antwort!

Für was dieses Forum ist, darüber habe ich mich schon erkundigt, auch ist es unser Wunsch von den Medikamenten wieder weg zu kommen, so gut wie es denn nur geht.
Daher auch der Verdacht, dass das hier eingesetzte Medikament grundlegend schon nicht richtig (schwer auszudrücken, da es kein richtig gibt, vielmehr eher temporär tolerierbar) gewählt ist und es evtl. den Weg über einen Zwischenschritt zum Erfolg gibt.
Ihr habt um 1/4 des letzten Dosis reduziert, da kann es individuell zu stärkeren zusätzlichen Absetzproblemen kommen (neue, typische Absetzsymptome oder auch verstärkes Auftreten von bekannten Symptomen). Bitte lest zur allgemeinen Informationen diese Thread und die dortigen Verweise: Erste Hilfe beim Absetzen von AD viewtopic.php?f=18&t=12880) und die FAQs viewtopic.php?f=19&t=9913
Danke für die reichlichen Informationen, Symptome körperlicher Art, wie schwindel, Sehstörungen oder die oftmals erwähnten "Brain-Zaps" sind komplett ausgeblieben.
Ich kann das natürlich immer schwer beurteilen, jedoch waren die Symptome eher so, wie es auch vor einer Erhöhung auf erstmalige 20mg auch waren.
Kannst Du noch die genaue Ausgangsproblematik benennen, Impulsivität/Aggression gehören dabei dazu? Und wenn ja, wisst ihr den Grund dafür? Meist sind es ja Lebensprägungen/entwickelte Strategie um klarzukommen, die lassen sich vielleicht vorübergehend mit einem Medikament dämpfen, aber nicht heilen/bewältigen/verändern.
Die Ausgangsproblematik ist vielseitig was die Auslöser betrifft, diese kommen von der familiären Umgebung (die Psychotherapeutin hat hierauf auch dringlichst dazu geraten den Kontakt dementsprechend abzubrechen) und von Lebensereignissen in der Schulzeit mit Mobbing und somit stark geschwächtes Selbstwertgefühl. Auslöser sind Grundlegend immer Dinge, bei denen sie in Kritik gerät, unabhängig ob aktiv oder passiv durch eigene Gedankenstruckturen.

Die Reaktionen darauf (was auch der Grund für die Verordnung der Medikamente war) waren immer ein komplettes "blockieren" in Kombination mit Aggression, welche sich immer wieder mal auch in körperlicher Gewalt (welche gegen mich gerichtet war) äußerte.

Um dies zu Ändern ist sie ja auch seit 02/16 in psychologischer Betreuung.
Mehr kann ein Medikament auch nicht leisten.
Trotz anfänglicher Recherche haben wir dies nun auch festgestellt, Aussagen damals vom Klinikpersonal bzw. auch vom Facharzt waren hier doch schon abweichend. Dass dies keine Lösung ist ist natürlich klar gewesen, vielmehr wurde eine Stimmungsaufhellung und Motivation suggeriert, in der Realität aber genau gegenläufig.
Leider auch typisch. Hier gibt es Verweise auf Artikel und Studien zu SSRI-induzierter Gleichgültigkeit und "emotionale" Nebenwirkungen: viewtopic.php?f=6&t=11134
Das bestätigt genau meine riesen Angst, welche ich diesbezüglich von Anfang an mitgeteilt habe.
Umso mehr bin ich einfach von den Ärzten enttäuscht, dass man hier offensichtlich genau soetwas verschweigen will. Genau diesen "Persönlichkeitsverlust" und eine Abstumpfung hatte ich angesprochen, da hieß es nur, dass das früher mal so war und es wurde das blaue vom Himmel angepriesen...

Grüße
Jamie
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Re: Richtiges Medikament? - Escitalopram und die Probleme

Beitrag von Jamie »

Hallo ext,

willkommen im Forum :).

Es ist gut, dass deine Partnerin einen Therapeuten hat; solche einschneidenden Erlebnisse wie zB Mobbing oder lieblose Familienstrukturen können einem Menschen sehr zusetzen. Manche richten ihren Frust dann gegen sich selbst, z.B. durch selbstverletzendes Verhalten (oder auch Depression, denn Depression ist eine Form von Autoaggression), andere werden aggressiv gegen andere.
Sowas muss man primär in einer Therapie angehen; Medikamente können temporär für manche Menschen eine Stütze sein, da sie aber kein heilendes Potential haben, sind sie langfristig keine Lösung.

Deine Freundin hat viel zu schnell das Escitalopram reduziert; es war richtig, dass sie auf die 20mg zurück gegangen ist.
Wenn sie sich schonend entwöhnen will, und dafür kann man pi mal Daumen ca. 2 Jahre veranschlagen, dann wäre ein erster Abdosierschritt runter auf 19mg.
Bei 20mg wären es gemäß der 10%-Regel eigentlich 2mg weniger (also runter auf 18mg), aber da du von diesem explosiven aggressiven Verhalten berichtest, ist davon auszugehen, dass sie psychisch ziemlich labil ist bzw. ein sensibles ZNS hat und da würde ich dann höchstens 1mg reduzieren, also runter auf 19mg.
Diese Mengen kann man durch Zusammenbröseln auf der Feinwaage, Auflösen in Wasser oder Kombination Tabletten/ Tropfen (15mg per Tabl. nehmen, 4mg per Tropfen ergänzen).

Wenn man langsam und schonend absetzt, dann hat das Gehirn / ZNS Zeit sich umzubauen und an die verringerte Wirkstoffmenge anzupassen; dann dürften sich auch die Absetzsymptome (und hoffentlich auch die Aggressionen) in Grenzen halten. Nach und nach wird deine Freundin dann auch wieder einen eigenen Zugang zu sich selber finden.
Da sie erst seit Mitte April wieder auf der erhöhten Dosis ist, würde ich mindestens bis Mitte Mai, eher noch Ende Mai, mit dem Ausschleichen warten.

Grüße
Jamie

PS. Noch eine Frage. Seid ihr zufällig über einen Fernsehbericht auf unser Forum gestoßen?
...........SIGNATUR...............


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Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



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Re: Richtiges Medikament? - Escitalopram und die Probleme

Beitrag von eXt475 »

Auch dir danke für die Antwort.

Genau mein Gedanken, es ist keine Lösung, wie von im vorherigen Post bemerkbar war, bin ich mittlerweile über die Ärzte extrem entsetzt, da auch solche Aussagen wie "Wenn es Ihnen damit dann gut geht, nehmen sie die halt ihr ganzes Leben, ist ja nicht weiter tragisch".

Was mich verwundert hat ist, dass es außer der initialen Einnahme keinerlei Symptome bei ihr gegeben hat, in Bezug auf den Dosiswechsel, weder bei einem wechsel nach oben noch bei einem Wechsel nach unten.

Meine größte Sorge ist es, dass die Probleme trotz der 20mg wieder auftauchen, dies war ebenso bei 10mg sowie 15mg der Fall.
Erst zweigt sich eine Wirkung und über die Zeit scheint es mir so, als ob der Körper sich eben (wenn auch für mich sehr rasch) daran gewöhnt hat und das gleiche Bild wieder vorhanden ist, trotz des Medikaments.

Von ihrer Klinikzeit kenne ich leider genau diesen Fall von jemandem, die Dosis steigt und steigt, ist die Maximaldosis erreicht, geht es weiter mit dem nächsten Medikament - der Gedanke daran ist einfach nur furchtbar.

Die Ärzte agieren scheinbar frei nach dem Prinzip "mehr ist mehr".
Vielleicht merkt man meinen Postings auch die mittlerweile bei mir angekommene Verzweiflung an, da ich nicht so recht weiß wie man dies umsetzen soll und zugleich von den entsprechenden Fachzentren mehr oder weniger nichtmal ernst genommen wird.

Auf das Forum sind wir aufmerksam über eine Google-Suche zu dem Medikament geworden.
padma
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Re: Richtiges Medikament? - Escitalopram und die Probleme

Beitrag von padma »

hallo Ext, :)
Was mich verwundert hat ist, dass es außer der initialen Einnahme keinerlei Symptome bei ihr gegeben hat, in Bezug auf den Dosiswechsel, weder bei einem wechsel nach oben noch bei einem Wechsel nach unten.
D.h. dass ihr ZNS die Wechsel noch einigermassen verkraftet hat. Wahrscheinlich hat dennoch bereits eine Sensibilisierung stattgefunden, die sich irgendwann bei weiteren grossen Dosisveränderungen/Medikamentenwechsel bemerkbar machen würde
Erst zweigt sich eine Wirkung und über die Zeit scheint es mir so, als ob der Körper sich eben (wenn auch für mich sehr rasch) daran gewöhnt hat und das gleiche Bild wieder vorhanden ist, trotz des Medikaments.
Genau so ist es. :frust: Der Körper arbeitet quasi gegen diesen künstlichen Eingriff in sein System an, in dem er gegenreguliert. So kommt es zum Wirkverlust, Fachbegriff dafür ist poop out. Dennoch kann man das Medikament dann nicht einfach weglassen, da das dann zu Absetzsymptomen führt.
Von ihrer Klinikzeit kenne ich leider genau diesen Fall von jemandem, die Dosis steigt und steigt, ist die Maximaldosis erreicht, geht es weiter mit dem nächsten Medikament - der Gedanke daran ist einfach nur furchtbar.
Ja, das ist furchtbar und wird leider vielen angetan. Medikamente werden hochdosiert, gewechselt, es kommen weitere hinzu. Den Betroffenen geht es dadurch immer schlechter und als Folge gibt es noch mehr Medikamente. Wir hatten schon Betroffene hier mit 6 Psychopharmaka gleichzeitig.

Sei froh, dass du das Ganze rechtzeitig durchschaut hast.

liebe Grüsse,
padma
Fluoxetin nach über 10 jähriger Einnahme zur Schmerztherapie abgesetzt

Nach Quasi - Kaltentzug Wiedereindosierung und im :schnecke: Tempo ausgeschlichen; seit 1.1.2020 auf 0 :party2:
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Horni
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Re: Richtiges Medikament? - Escitalopram und die Probleme

Beitrag von Horni »

Hallo ext,
Leider kenne ich kein Medikament das Aggressivität lindert.
Ich glaube aber es gibt keins, denn es sind Nebenwirkungen bzw. Absetzsymptome vom escitalopram.
Ich weiss aber dass zB heroinsuchtige beim Entzug Aggressivität entwickeln. Habs selbst miterlebt.

Sei deiner Freundin/Freund bitte nicht böse er/sie kann nichts dafür.
Ich tippe ein artzt würde etwas sedierendes verschreiben, was ich nicht befürworten würde.
Du musst auf Zeit setzen auch dir ist viel abverlangt.
Haltet durch.
Lg
Horni
"Berichtet euren Mitmenschen welche Verherende Wirkung Antidepressiva haben können und wie Verständnis los damit umgegangen wird."
Gebt uns eine Stimme!!!

Verküpfung zum Paroxetin Betroffenen Thread:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... etroffenen
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Re: Richtiges Medikament? - Escitalopram und die Probleme

Beitrag von eXt475 »

Danke euch beiden für die Antworten.

Ich habe zwar mittlerweile schon ein paar Sachen gelesen, aber mir stellt sich folgende Hauptfrage: Wie soll man nun verfahren?

Hauptproblem (bzw. Reaktion) ist die Aggressivität und die damit einhergehende Gewaltbereitschaft, welche vor der Einnahme der Medikamente ja schon das Hauptthema war.

Medikament vorerst weiter nehmen -> Körper gewöhnt sich -> Problem wieder da
Medikament langsam runterdosieren -> Körper kommt früher an den Problematischen Punkt -> Problem wieder da

Damaliger Grundansatz ohne Medikamente:
Kein Medikament -> Problem ist da, Änderung über einen längeren Zeitabschnitt nicht gegeben

Hauptversprechen der Medikamente für uns war der Aspekt, dass so eine Psychotherapie weitaus besser umgesetzt werden kann, also eigentlich nur eine art "Stütze". Das ist ja Grundlegend auch der Fall, aber doch weitaus nicht so, wie es vermarktet wurde.

Auch in Punkto Aggressivität bin ich mir einfach unklar, wie man dann ein Medikament verordnen kann, welches das, was es lindern sollte selbst als Nebenwirkung hat ?! Ich begreife diese Dinge nicht wirklich.
padma
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Re: Richtiges Medikament? - Escitalopram und die Probleme

Beitrag von padma »

hallo Ext, :)
Hauptversprechen der Medikamente für uns war der Aspekt, dass so eine Psychotherapie weitaus besser umgesetzt werden kann, also eigentlich nur eine art "Stütze".
Für manche Betroffene mag es so sein, dass ein Medikament eine Art vorübergehende Stütze ist.
Doch man bezahlt dafür einen Preis und ein Medikament kann die Symptomatik auch verschärfen, anstelle von deckeln.
Ob ein Psychopharmaka eine Psychotherapie erleichtert oder nicht sogar erschwert, ist auch so eine Frage.

Deine Freundin scheint keinen Nutzen von einem Medikament zu haben, daher macht es nicht wirklich Sinn.

Kommt deine Freundin in ihrer Psychotherapie denn weiter? Nach einem Jahr Therapie sollten ja Fortschritte erkennbar sein.
Vielleicht wäre es hilfreich für sie mit skills zu arbeiten, also konkrete Dinge zu haben, was sie tun kann, wenn der Druck so ansteigt bevor es zu Aggression kommt.
Vielleicht wäre DBT, eine Therapiemethode, bei der es um diese Dinge geht, hilfreich.

Wirst du in die Therapie einbezogen? Das wäre ja auch ein Punkt zu klären, wie du am sinnvollsten mit ihren Aggressionsausbrüchen umgehst.

liebe Grüsse,
padma
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eXt475
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Re: Richtiges Medikament? - Escitalopram und die Probleme

Beitrag von eXt475 »

Die Vermutung habe ich auch irgendwie, wie schon erwähnt temporär dämpft es, nach einer Zeit geht es wieder so weiter..

Der Fortschritt in der Therapie ist meines Erachtens recht dürftig, momentan schauen wir uns auch nach einem anderen Therapeuten um.
Die bisherige Therapeutin geht nicht so recht auf die Dinge ein bzw. spielt Sachen mehr runter, als dass eine "Lösung" des Problems angestrebt wird.
Es ist vielmehr ein einfaches reflektieren der Woche, aber wirklich an die Wurzel wird nicht gegangen.
Aber das Thema ist ja leider auch so etwas für sich, die wenigsten haben Plätze und die Wartezeit liegt meist bei ~6 Monaten, so ist ein zügiges reagieren auch nur sehr eingeschränkt möglich.

Einbezogen werde ich ab und an, gerade in der Anfangszeit war ich ein paar Mal mit dabei. Einen konkreten Rat wie mit den Situationen umgegangen werden soll, gab es nicht wirklich. Ggf. den Situationen aus dem Weg zu gehen wurde geraten, aber nunja, das ist doch sehr Situationsabhängig.
Lisamarie
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Re: Richtiges Medikament? - Escitalopram und die Probleme

Beitrag von Lisamarie »

Hallo eXt475


Die Reaktionen darauf (was auch der Grund für die Verordnung der Medikamente war) waren immer ein komplettes "blockieren" in Kombination mit Aggression, welche sich immer wieder mal auch in körperlicher Gewalt (welche gegen mich gerichtet war) äußerte.

also ehrlich das sehe ich als grosses Problem, egal ob jetzt ne Frau geschlagen wird oder ein Mann, das ist einfach ein no go. Ich hoffe ihr wohnt nicht zusammen, ich würde sobald ich etwas in Richtung Aggressivität bemerken würde, sofort das Gespräch abbrechen und gehen. So das es sich nicht hochschaukeln kann. Ich finde Padmas Vorschlag mit der DBT gut, ausserdem soll sie mal ein Antiaggressionstraining machen. Das ist ja alles kein Zustand das sie ihre Aggressionen an dir auslässt. Das du deiner Freundin helfen willst ist wirklich toll, aber das sollte klare Grenzen haben. Schläge zu tolerieren würden bei mir bei weitem die Grenze überschreiten. Solange du da nicht klare Stellung zu beziehst wird sie wenig Motivation haben sich zu ändern, da werden auch keine Psychopharmaka helfen. Zumal es ja auch das Problem vor der Medikamenteneinnahme war.
lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:

[spoil]Dosis vor dem 13.03.14 6,5 Tabletten a 15 mg 97,5 Ozapepam ca. 49 Diazepam
Seit dem 13.03 . Auf 6 runterdosiert 90 Ozapepam entspricht ca. 44 Diazepam dann bis zum 4.7 linar ohne große Probleme bis auf 60 Oxazepam (ca. 30 Diazepam )abgesetzt alle 4 Wochen 10%
04.07 auf 4. reduziert. 60. Oxazepam entspricht ca. 30. Diazepam
30.07 auf 3.75 reduziert 56,25. Oxazepam entspricht ca. 28.13 Diazepam
10.09 zu Mikrotapering entschlossen , ein Krümmelchen abgesetzt.
Bis zum 22.10. Krümmelweise abgesetzt ungefähr jetzt bei 28 mg Diazepam
01.11 einen weiteren Krümmel abgesetzt...

1.12einen weiteren Krümmel abgesetzt ca.26 mg Diazepam (umgerechnet) bis zum 30.12. auf ungefähr 22 .5 mg.
24.01 einen Krümmel weniger
14.02 weiterer Krümmel Abgesetzt ungefähr bei 22 mg Diazepam
20.04 10% abgesetzt
08.06. weiteren Krümmel
15.06 weiteren Krümmel
06.07. weiterer Krümmel
22.07. 1 ml abgesetzt 0,25 Wirkstoff ungefähr auf 18 mg Diazepam
Drei erneute Absetzversuche gescheitert. 1 mg erhöht.
25.09 1ml abgesetzt 0,25 mg
13.10 1 ml abgesetzt unglaubliche 0,25 mg :schnecke:
13.11 1ml 0,25 mg = 18,5 mg
25.11 2,5 mg = 16 mg Diazepam
11.12 1 mg abgesetzt jetzt auf ungef. 15 mg :o
13.01. bis 21.06.16 in 0,25 mg Schritten runter auf 12,5 mg

29.08.16 1 ml weniger 0,25 mg 12,25 mg Diazepam
20.09.16 1 ml weniger 0,25 mg. 12 mg Diazepam
10.10.16 - 0,25 mg. 11,75 mg Diazepam
20.10.16. -0,25 mg. 11,5. mg Diazepam
10.11.16. -0,25 mg. 11,25. mg Diazepam
22.11.16. -0,25 mg 11 mg Diazepam
12.12.16. -0,25 mg. 10,75. mg Diazepam
31.12.16 -0,25 mg 10,5 mg Diazepam das erste mal keine Entzugsymthome
13.1. 17 -0,5 mg 10 mg Diazepam yippy 40 mg Abgesetzt
8.3.17 -0,25 mg 9.75 mg Diazepam
14.4.17. -0,25 mg. 9,5 mg
3.5. 17 -0,25 mg 9,25 mg
16.7.17. -0,25 mg 9 mg
12.8.17. -0,25 mg 8,75
12.9.17. 8,5 mg
25.10.17 - 0,25 mg 8.25 mg
31.11. 8. mg
26.01.18. – 0,5 mg. 7,5 mg
02.03.18 5 mg
28.8. 18. 4;75 mg
27.11.18 Schrittweise abdosieren bis. 4 mg
16.01.19. 3.5 mg
27.02.19. 3 mg
29.03. 2,5 mg
25.6. 1,5 mg
Seit Mitte November auf 0.
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