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Kann jemand einen Rat geben? / Escitalopram

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Pattso
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Kann jemand einen Rat geben? / Escitalopram

Beitrag von Pattso » Freitag, 07.07.17, 12:28

Hallo ADFD-Board

Ich hoffe ich bin mit meinem Anliegen bei Euch richtig. Ich versuche mich so kurz wie möglich zu fassen.
Ich habe seit meinem 22 Lebensjahr zwei starke depressive Episoden mit begleitender Angststörung erlebt (bin jetzt 26). Beide Male wurde mir Cipralex und VT verschrieben und beide Male ist es auch nach einigen Wochen bis Monaten wieder besser geworden. Also habe ich beide Male wieder abgesetzt.
Und jetzt scheint sich der Zyklus ein drittes Mal zu wiederholen. Wieder verfalle ich mehr und mehr in eine ängstliche Depression, wobei sich meine Befürchtungen/Sorgen zuverlässig so verschoben haben, dass sie jetzt Bereiche betreffen die von den bisherigen Therapien nicht so intensiv behandelt wurden.
Mein Problem ist jetzt das Folgende: Ich habe nun schon auf zwei depressive Episoden mit Medikation reagiert und nach Ablauf etwa eines Jahres wieder abgesetzt. Ich überlege jetzt natürlich ob ich:
1. Mich damit abfinden soll, dass meine Psyche bis auf Weiteres nicht ohne Hilfe klarkommen wird und ich einfach weiter Medikamente nehmen muss
2. Ich diesmal so lange wie möglich auf Medikamente verzichten sollte, mit der Hoffnung, dass das Gehirn irgendwann lernt selbst mit dieser Verfassung klarzukommen
Haltet ihr das zweite Szenario für realistisch? Hat jemand erfahrung mit so einer hartnäckig wiederkehrenden "Grunderkrankung"?
So viel erstmal. Lieben Gruß.
Zuletzt geändert von Jamie am Montag, 10.07.17, 20:25, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt
2012 -2013: Cipralex 10mg
2015 - 2016: Cipralex - 10mg (2 Monate) 20mg (6 Monate) 5 mg (2 Monate)

lunetta
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Re: Kann jemand einen Rat geben?

Beitrag von lunetta » Freitag, 07.07.17, 13:35

Hallo und willkommen bei uns!

Wir sind hier ein medikamentenkritisches Forum, und werden dementsprechend nie eine Empfehlung für Medikamente abgeben.

Man weiß aber mittlerweile dass AD nicht so wirken wie sie angepriesen werden, dass sie zu schnell und leichtfertig verschrieben werden, und dass sie häufig auch in viel zu hohen Dosen verschrieben werden. Meist werden mit schon relativ geringen Dosierungen die meisten Rezeptoren belegt udn höhere Dosierungen wirken deshalb auch nicht "mehr".

AD heilen keine Depression!

Hast du schon andere Therapieansätze versucht - Psychotherapie, Strategien zu Angstbewältigung ect.?

Du wirst hier noch andere Antworten bekommen, bitte hab nur ein wenig Geduld, wir sind alle mehr oder weniger am Absetzen und deshalb auch von Symptomen gebeutelt.
Aber es wird niemand vergessen;)

LG!
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TeaTime
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Re: Kann jemand einen Rat geben?

Beitrag von TeaTime » Freitag, 07.07.17, 13:41

Hallo Pattso,

erst einmal willkommen im Forum, schön dass Du hergefunden hast.

Du schreibst, dass Du begleitend eine oder mhrere Therapien gemacht hast. Konntest Du dort die Auslöser Deiner Angsstörung ergründen ? Wenn Du Deine Ängste nun "verlagert" hast, ist die Therapie ja nicht abgeschlossen.

Dass Du Deine Medikamente beide Mal nicht so lange genommen hast ist gut gewesen.
Trotzdem kann es sein, dass Du sie zu schnell abgesetzt hast, was dann auch wieder Symptome hervorrufen kann, die Dich an Deine Grunderkrankung erinnern.

Deshalb muss man diese Medikamente sehr langsam und schonend ausschleichen.

Bitte lege eine Signatur an, liste da bitte alle Medikamente, Dauer und Dosierungen auf, die Du genommen hast.
Bitte auch genau wann das der Fall war. Und wie Du sie abgesetzt hast.

Eine Angststörung hat ja einen Auslöser, den gilt es zu finden und dann aktiv zu werden. Medikamente ändern nichts, sie lassen Dich diese Ängste einfach anders wahrnehmen oder machen sie vorübergehend erträglicher. Eine Hilfe im eigentlichen Sinne sind sie nicht, denn sie heilen nichts.

Eine Therapie ist das wichtigste, denn man muss selber Lösungen erarbeiten.

Du kannst das schaffen, ganz sicher !!

Lieben Gruß,

TeaTime

P.S. Mit Lunetta überschnitten
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"Anfangs wollt' ich fast verzagen,
Und ich glaubt', ich trüg es nie,
Und ich hab es doch getragen,
Aber frag mich nur nicht: wie?"
(Heinrich Heine)

Benedikt24
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Registriert: Donnerstag, 05.01.17, 20:42

Re: Kann jemand einen Rat geben?

Beitrag von Benedikt24 » Freitag, 07.07.17, 21:34

Hallo Pattso,

auch ich möchte Dich hier im Forum recht herzlich begrüßen. Gut - dass Du da bist.
Du möchtest also einen Rat. Ich würde Dir raten, die Psychotherapie unbedingt fortzusetzen. Gegebenenfalls eine neue Therapie zu beginnen. Nur diese verspricht nachhaltig eine Chance auf Besserung oder gar Heilung. AD überdecken das Problem bloß. Aber sie gehen eben nicht an die Ursache - an die Wurzel des Problems. Setzt Du die AD aus verständlichen Gründen wieder ab - ist das Problem noch da. Das kann man vergleichen mit einer gesprungenen Melone. Durch die AD wird nur überlackiert - der Riss bleibt bestehen. (Entfremdung - man soll so oder so sein, ist es aber nicht) Kommt man nun in Krisensituationen, werden die Risse wieder fühlbar.
Eine Psychotherapie ist oftmals eine längerfristig angelegte Methode zur Besserung oder gar Heilung.

Im ganz großen Leidensdruck - wenn Du nicht mehr weiter weißt, kann ein Besuch auf einer psychosomatischen Station Sinn machen. (nicht Psychiatrie!) Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich war 6 Wochen da. Es sollte aber die Bereitschaft zur Mitarbeit da sein. Und man sollte sich einlassen wollen. So eine Station ist ein geschützter Bereich. Entspannungsübungen wie progressive Muskelentspannung, Imagination, Musiktherapie, Kunsttherapie und so weiter - werden angeboten. Dazu gibt es Einzelgespräche und Gruppentherapie. Auch ist es gut zu wissen, dass man nicht allein mit seinen Problemen ist. Eine ambulante Langzeittherapie ersetzt diese aber nicht.
Ich wünsche Dir Geduld auf dem Weg. Dein Körper und Dein Geist werden es Dir danken.

Herzlich, Benedikt
2007 erste Psychotherapiegespräche - ich war nicht arbeitswillig
12/2008 Lebenskrise, Aufnahme psychosomatische Klinik 6 Wochen (Diagnose: manisch/depressiv)
3/2009 Psychotherapiegespräche - ich war nicht arbeitswillig
2009 Wahnvorstellungen, manische/depressive Phasen
11/2009-9/2014 Haft
2010 - Ende 2011 Aufdosierung auf 200 mg Seroquel (Panik und Wahnvorstellungen - ich nahm mal Seroquel- mal nicht, Vertrauen hatte ich keins)
Nehme seit 2012 Olanzapin (auf Grund einer (Absetz)Psychose) (wurde in Psychatrie eingewiesen) Grund der Psychose: Traumata - noch nicht bearbeitet
Von 2012-2015, 15 mg Olanzapin (40 kg Gewichtszunahme)
2015 Absetzversuch auf 0 (gescheitert nach Arztempfehlung) Absetz- Psychose!
2015 wieder hoch auf 15 mg
Anfang 2016 auf 10 mg (ging gut)
12/2016 5 Tage mit 5 mg Olanzapin (laienhaft zerbrochen!) Große Absetzproblematik Danach auf 10 mg hochdosiert.
Seit Kindertagen diverse Asthmamittel (bis heute), Zaditen, Viani 50/250, Ditec, Salbutamol, Ultibro Breezhaler
Kortisonbehandlung über viele Jahre (Asthma, Morbus Crohn) seit 2008 nicht mehr.
Reduzierung von 10 mg Olanzapin - auf 9 mg (12.1.17)
Seit 20.1.17 schnell fettende Haare; Seit 2.2.17 Zittern in den Finger; 8.2.17 kein Zittern mehr
Reduzierung von 9 mg Olanzapin auf 8 mg (12.2.17)
Reduzierung von 8 mg Olanzapin auf 7 mg (12.3.17)
Es wurden am 14.3.17 schlechte Leberwerte, Vitamin D, Folsäure und B12- Mangel festgestellt.
Reduzierung von 7 mg Olanzapin auf 6 (15.4.17)
Reduzierung von 6 mg Olanzapin auf 5 mg (15.5.17)
22.6.17 Leberwerte verbessert (durch Olanzapin-Reduktion,Verzicht auf Alkohol und Mariendiestel-Präparat. Zinkamin schadet auch nicht.) Durch Zinkamin keine schnell fettende Haare
20.6.17 Reduzierung von 5 mg auf 4 mg Olanzapin
Durch Reduzierung fühle ich mich insgesamt aktiver und lebendiger.
Seit Januar 2017, gehe ich 1x monatlich zum Therapeutischen Malen bei einer Kunsttherapeutin. (6h) Durch die Bilder kann ich meine Gefühle zum Ausdruck bringen. Den Gefühlsstau später auflösen und wieder fühlen. (Angst, Verlassenheit, Wut, Demütigung) Die Bilder nehme ich zum Therapeuten mit. Dort werden sie im geschützten Rahmen besprochen und ich durchlebe den dargestellten Ausdruck des Bildes dann bewusst- was vorher unbewusst durch das Malen geschah. So kann ich Verdrängtes wieder aktivieren.Therapie ist anstrengend. 1-2 Tage hat meine Seele dann noch zu tun. Die Arbeit (6 h täglich) stabilisiert mich wieder, holt mich ins Jetzt zurück.
5.7.17 Meine Psychotherapie wurde verlängert. Um 140 h. Insgesamt:300 h von 2014-2022.
25.7.17 Reduktion 4 mg auf 3 mg Olanzapin
25.8.17 Reduktion 3 mg auf 2,5 mg Olanzapin
5.9.17 Probleme mit der Wahrnehmung, (Ich - Umgebung) (Schizophrenie) kann es aber aushalten. Bleibe bei 2.5 mg.
30.10.17 Reduktion von 2.5 mg auf 2,25 mg Olanzapin Probleme mit der Wahrnehmung vorhanden, aber verantwortbar.
1.12.17 Reduktion von 2,25 mg auf 2 mg Olanzapin Probleme mit Wahrnehmung vorhanden, manische und depressive Phasen. Bei schlechten Phasen ist aber alles unter Kontrolle. Keine Gefahr für mich und andere.
6.12.17 Leberwerte halbierte Verbesserung (noch nicht gut)
9.12.17 Habe beim Therapeutischen Malen: Mutter-Kind Übertragung
24.12.17 Reduziere Selbstgespräche und Sexualität
1.1.18 Reduziere von 2 mg auf 1,8 mg Olanzapin
23.1.18 Erhöhung von 1,8 auf 2 mg Olanzapin
paar Tage auf 0 keine gute Verfassung
20.2.18 Aufdosierung 2,5 mg
20.3.18 Stabilisierung bei 2,5 mg Olanzapin

Pattso
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Re: Kann jemand einen Rat geben?

Beitrag von Pattso » Montag, 10.07.17, 14:03

Ich danke Euch für die schnellen und detailierten Antworten.
Mir ist dieser medikamentkritsiche Ansatz noch recht neu. Ich denke viele werden es nachfühlen können, dass man nach einem ersten Zusammenbruch ersteinmal dankbar nach jedem Strohhalm greift, der einem gereicht wird, und das sind halt meistens Medikamente. Ich muss auch sagen, dass ich Cipralex alles in einem gut vertragen habe und auch mit dem Absetzen keine allzu großen Probleme hatte. Mein Problem ist tatsächlich der "Rollback" der Symptome einige Wochen bis Monate nach dem Absetzen.

Jetzt wo ich die Sache kritischer betrachte ergibt das natürlich Sinn. Die Symptome sind, gerade wenn sie neu auftreten, so furchterregend, dass man sie einfach weghaben will, was natürlich viel zu einfach gedacht ist. - Ich werde versuchen das jetzt aus eigener Kraft zu bewältigen.

Ich habe tatsächlich zwei Verhaltenstherapien gemacht. Die eine hat vielleicht etwas ihr Ziel verfehlt, da sie nur auf Angstkontroll-Techniken ausgerichtet war, und das ist bekanntlich meist eine Sackgasse, da man die Angst ja eher zulassen als unterdrücken muss.

Die zweite Therapie war schon deutlich besser. Ich habe gelernt meinen Alltag zu strukturieren und mich konzentriert meinem Studium zu widmen. Deshalb ist es ja jetzt so frustrierend, dass die Symptome trotzdem wiederkommen, da mir dieser Ansatz sehr wirkungsvoll erschien.

Muss ich denn jetzt nicht ein paar Jahre warten bevor ich weitere Therapien in Anspruch nehmen kann?
Gibt es Erfahrungen damit, ob eine tiefenpsychologische Therapie vielleicht eher "ans Eingemachte" geht, als die ja bewusst bei den Symptomen verbleibende VT?
2012 -2013: Cipralex 10mg
2015 - 2016: Cipralex - 10mg (2 Monate) 20mg (6 Monate) 5 mg (2 Monate)

Jamie
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Re: Kann jemand einen Rat geben? / Escitalopram

Beitrag von Jamie » Montag, 10.07.17, 20:37

Hallo Pattso,

es gibt leider eine Wartezeit von 2 Jahren, da hast du recht.
Erst nach dieser Zeit kann eine neue Therapie beantragt werden.
Ausnahme: in dieser Zeit kommt eine neue psychiatrische Diagnose hinzu; da gibt es dann Sonderregelungen.

Ich habe so gut wie alle Therapieformen durch, Verhaltenstherapie ca. 1 Jahr, psychologische Psychotherapie / Gesprächstherapie ca 4 Jahre, Psychoanalyse ca. 3 Jahre und zuguterletzt Traumatherapie EMDR während eines Klinikaufenthalts.
Welche Therapieform geeignet ist, das ist schwer zu sagen.
Im Vergleich zur Verhaltenstherapie gingen Psychotherapie und Psychoanalyse schon eher ans Eingemachte, aber das muss nichts heißen, denn wichtig ist ja, was du brauchst, damit es dir besser geht und bei manchen sind das eher konkrete Tipps und Anleitungen (VT) und andere wollen lieber in ihrer Kindheit wühlen :o ..

Mich hat es am Ende nur noch genervt, dass meine Therapeutin so unkonkret war; ich hätte gerne mehr Elemente der Verhaltenstherapie gehabt; es war mir zu verkopft und vergeistigt.

Wie sieht es denn jetzt bei dir aus? Wirst du Escitalopram benötigen um dich zu fangen oder willst du es ohne probieren? Du schreibst, da ist wieder was im Anmarsch.
Meistens kommen diese Dinge nicht urplötzlich und unerwartet, sondern es sind vorher Sachen passiert etc... und es gab Auslöser für verschlechtertes psychisches Befinden.
Kannst du da etwas ausmachen in deinem Leben?

Viele Menschen unterschätzen, dass Körper und Psyche auf stressige Situationen irgendwann reagieren - eigentlich ist es eine Warnanlage, die da angeht und einen auf einen Missstand aufmerksam machen will.
Nicht immer müsen dann Medikamente folgen, man kann auch versuchen andere Wege zu beschreiten; AD sollten schweren und schwersten Depressionen und Angsterkrankungen vorbehalten sein; bei leichten bis mittleren Depressionen wirken sie nachgewiesenermaßen eh nicht besser als ein Placebo!

Viele Grüße und willkommen im Forum :)
Jamie
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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


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Re: Kann jemand einen Rat geben? / Escitalopram

Beitrag von Gwen » Dienstag, 11.07.17, 12:48

Hallo Pattso,
es gibt verschiedene Untersuchungen, dass Sport (Ausdauersport, also zB schnelles Gehen bzw Laufen) bei leichten bis mittelgradigen Depressionen gut wirksam ist.

Hier wird das unter anderem erklärt: http://www.aerztezeitung.de/medizin/kra ... sivum.html
(Den letzten Satz würde ich ausdrücklich nicht so sehen!!!)
Das könntest Du probieren! Aber natürlich solltest Du auch zusätzlich versuchen, die Auslöser zu finden, um nicht immer wieder in die Krisen zu rutschen. Ich habe wie Du auch immer wiederkehrende depressive Schübe gehabt und habe ziemlich lange gebraucht, um die Auslöser zu verstehen.
Viele Grüße Gwen
Zuletzt geändert von Gwen am Dienstag, 11.07.17, 12:53, insgesamt 1-mal geändert.
Diagnose: schwere rezidivierende Depressionen
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Re: Kann jemand einen Rat geben?

Beitrag von Kimeta » Dienstag, 11.07.17, 17:54

Hallo Pattso,
Pattso hat geschrieben:Gibt es Erfahrungen damit, ob eine tiefenpsychologische Therapie vielleicht eher "ans Eingemachte" geht, als die ja bewusst bei den Symptomen verbleibende VT?
Ich möchte Dich zu Deiner Frage auf diesen Beitrag hinweisen.

Mir erscheint das logisch, denn in dem Bereich, in dem ich arbeite, versuchen wir immer, die Ursache von Problemen zu finden. Nur im Notfall, wenn wir die Ursache nicht finden oder sie sich nicht beseitigen lässt, greifen wir zur Notlösung, nämlich Verhinderung oder Abmilderung der Auswirkungen. (Ich möchte das Thema mit dieser Bemerkung nicht bagatellisieren! Und ich kann mir auch vorstellen, dass es andere Ansätze gibt, die wirken, wir sind ja nicht alle gleich. Ich selbst bin aber sicher der Typ, der eine tiefenpsychologische Behandlung bevorzugen würde).

Viele Grüße
Kimeta
- Doxepin zur Migräneprophylaxe seit mindestens 2002 in einer Dosierung von 5-10 mg.
- Absetzen von 10 mg ab dem 28.12.2013.
- Aktuell seit 05.12.2019: 1,94 mg

Hintergründe und Absetzverlauf:
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Pattso
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Re: Kann jemand einen Rat geben? / Escitalopram

Beitrag von Pattso » Mittwoch, 12.07.17, 21:21

Danke für den Hinweis und für die Stellungnahmen zur Tiefenpsychologie/Psychoanalyse.

Ich habe jetzt auch die Bedank-Funktion entdeckt und fleißig angewendet ;-)

Ich denke ich sollte - sobald möglich -auf jeden Fall Tiefenpsychologie versuchen. Man sagt mir ohnehin nach, ein verkopfter Mensch zu sein. Dann passt es wohl auch, wenn die Sitzungen redeintensiv und theoretisch ausfallen. - Aber durch die bisherige therapeutisch-ärztliche Betreuung habe ich immer den Eindruck gewonnen, dass das inzwischen mehr oder weniger obsolet ist. Das steht ja auch in dem Artikel. Rückblickend erstaunlich, wie bereitwillig ich diese vorgefertigte Meinung bisher angenommen habe.

Dass ich durch Sport und einen gut durchgetakteten Tagesablauf positiv auf meine Symptome Einlfuss nehmen kann habe ich schon früher bemerkt, aber konnte mir nicht vorstellen, dass solche Methoden bereits ausreichen können um die Depression zu überwinden.

Im Allgemeinen muss ich sagen, dass ich - nachdem ich letzte Woche ziemlich demoralisiert war - merke, dass ich doch noch recht viel Einfluss auf meine Stimmung nehmen kann. Es ist zur Zeit keine stetig abfallende Kurve wie die letzten Male.

Also, falls jemand interessiert ist, ich bin im momentan recht zuversichtlich länger ohne Wiedereindosierung klarzukommen.
Viele Grüße
Pattso
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Re: Kann jemand einen Rat geben? / Escitalopram

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 13.07.17, 12:42

Hallo Pattso,
Dass ich durch Sport und einen gut durchgetakteten Tagesablauf positiv auf meine Symptome Einlfuss nehmen kann habe ich schon früher bemerkt, aber konnte mir nicht vorstellen, dass solche Methoden bereits ausreichen können um die Depression zu überwinden.
Ich habe das Gefühl, manchmal kommt man um eine depressiven Zustand einfach nicht herum. Dann braucht man alles, was soweit möglich Stabilität gibt, um durch diese Zeit durchzukommen, sie zu überstehe, und irgendwann zu merken, dass sich das bedrückende, schwere auch wieder lichtet. Individuell lassen sich bei psychischen Auslösern auch die Gründe und Mechanismen erarbeiten, so dass man - mit mehr Verständnis für sich selbst und Bewältigungsstrategien - besser zurechtkommt oder das "reinfallen" in diese Zustände auch verhindern kann.
Also, falls jemand interessiert ist, ich bin im momentan recht zuversichtlich länger ohne Wiedereindosierung klarzukommen.
Bitte berichte uns gerne regelmäßig, wie es sich bei Dir entwickelt!

Grüße, Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
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