Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->
Liebe ADFDler,


wir wünschen euch einen schönen Sommer. Achtet gut auf euch, überlastet euch nicht und denkt daran, dass die Hitze für den Körper nicht leicht ist, gerade im Entzug und/oder wenn man Medikamente nimmt.

Das Team ist weiterhin nur gering besetzt, die Neuanmeldungen nehmen aber weiter zu. Bitte schaut daher gegenseitig gut auf euch. Wenn ihr mögt und könnt, begrüßt gerne Neuankömmlinge, verlinkt die Grundlageninfos oder lasst einfach ein gutes Wort da.

Bist Du neu und weißt nicht, wie du anfangen sollst?

Registriere Dich zunächst und wähle einen Benutzernamen, der mit Deinem echten Namen möglichst wenig zu tun hat, wenn Du anonym bleiben möchtest. Du darfst als Benutzernamen keine Marken- oder Medikamentennamen verwenden. Wenn Du ganz auf Nummer sicher gehen willst, verwende am Besten auch eine Wegwerf-Emailadresse. Wenn Du genaueres wissen möchtest, lies bitte auch unsere Regeln.

Stelle Dich und Dein Anliegen dann in einem neuen Thema vor. Du kannst als neu registrierter erstmal nur im Bereich "Hier bist Du richtig" schreiben. Beachte bitte, dass der Beitrag solange unsichtbar bis jemand aus dem Team ihn freigeschaltet hat. Da wir hier viel zu tun haben, kann das eine Weile dauern.

Hier klicken, um Dich zu registrieren.

Hier klicken, um neues Thema im Bereich "Hier bist Du richtig" zu erstellen".

Bitte lest euch auch zunächst selbst in unsere grundlegende Absetzinfos ein.
Ausführlicher Artikel zu Antidepressiva absetzen
Erste Hilfe - Benzodiazepine absetzen
Erste Hilfe - Neuroleptika absetzen

Das ADFD Team

Mirtazapin - das letzte Milligramm

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
:schnecke: Bitte lies unsere Forenregeln, bevor Du Dich registrierst.
Antworten
Leonardo
Beiträge: 9
Registriert: Sonntag, 14.01.18, 15:33
Hat sich bedankt: 13 Mal
Danksagung erhalten: 33 Mal

Mirtazapin - das letzte Milligramm

Beitrag von Leonardo » Sonntag, 14.01.18, 16:07

Liebes Forum,

Nach nunmehr 5 gescheiterten Absetzversuchen Mirtazapin möchte ich hier über meine noch recht frischen
Erfahrungen mit diesem Wirkstoff berichten. Zu mir: Ich bin männlich, Mitte 60, ziemlich groß und schwer,
und hatte vor ca. einem Jahr einen Herzinfarkt. Bis dahin habe ich keine Medikamente genommen, nicht
geraucht, sehr wenig Alkohol getrunken, mäßig Sport getrieben und mich gesund und fit gefühlt. Nach den
ersten Herzkathetereingriffen wurde ich instabil. Ich bekam Anfälle von bedrohlichen Brust- und
Herzschmerzen, verbunden mit hohem Blutdruck, die mehrere Tage anhielten und wieder verschwanden.
Diese Anfälle waren furchteinflößend und trieben mich immer wieder in ärztliche Behandlung bzw.
einige Male sogar in die Notaufnahme. Immer wieder wurde festgestellt, dass die Anfälle nicht vom Herz
kommen, keine feststellbare organische Ursache haben, bis schließlich bei einem Klinikaufenthalt
eine Angststörung, Herzneurose, ev. Depression, oder was auch immer, vermutet / festgestellt wurde.
Das sei sehr häufig, sagte man mir. Dabei wurden mir Sertralin und Mirtazapin aufgedrängt und die
Einnahme 10 Tage lang überwacht.

Man muss dazu sagen, ich misstraute den Tabletten zutiefst. Die erste Gabe Mirtazapin, es war eine
R*m*rgil 15, zerbröselte ich erst einmal in 3 Stücke und nahm nur etwa 5mg ein. Die Dosis traf mich
wie ein Keulenschlag und setzte mich für den ganzen Folgetag matt. In der Folgezeit nahm ich niemals
mehr als 5mg Mirtazapin ein, und das ganze Theater hatte ich eigentlich nur als Test mitgemacht.

Als ich aus der Klinik raus kam, war auch mein Schmerzschub wieder beendet, deshalb warf ich die Tabletten
weg. Ich hatte nicht vor, dieses Zeug zu nehmen. Sertralin (50) und Mirtazapin (15) hatte ich nun
10 Tage lang genommen, allerdings von der Sertralin nur eine halbe, und vom Mirtazapin etwa eine
viertel Tablette, den Rest hatte ich im Klinikmüll verschwinden lassen. Ein paar Tage ging es mir gut,
dann kamen schlaflose Nächte und üble Nervenschmerzen im ganzen Körper, verbunden mit panischer Angst,
Zittern, Übelkeit und quälender Unruhe. So etwas hatte ich zuvor noch nie erlebt. Der um Hilfe gebetene
Hausarzt wies mich an, die Tabletteneinnahme sofort wieder aufzunehmen und bot mir auch keinerlei
Alternative dazu an. (Es war dann mein letzter Besuch bei diesem Doktor.)

Also nahm ich ersteinmal wieder für 9 Tage 1/6 Tablette Mirtazapin (2,5mg), das Sertralin ließ ich
weiterhin weg, bis ich wieder einigermaßen über den Tag kam, dann stellte ich die Einnahme erneut ein.
Dieses Mal ging das 11 Tage lang ohne, dann hatten mich die Schlaflosigkeit und die massiven
Erregungszustände weichgekocht. Wieder musste ich das verhasste Dreckszeug nehmen, um die
Beschwerden zu lindern. Ich konnte es kaum glauben, dass ich in so kurzer Zeit von so einer Minidosis
in eine so fatale Abhängigkeit geraten war. Gespräche mit einem befreundeten Arzt, und auch mit einer
Psychologin hatten übereinstimmend ergeben, dass man von so einer kleinen Dosis und so kurzer Einnahmedauer
auf keinen Fall abhängig sein könnte - ich solle lieber bei mir nach einer psychischen Erkrankung
forschen.

Mein Kardiologe glaubte mir schließlich, und veranlasste nochmal einen Herzkathetereingriff - es wurde
tatsächlich eine weitere, gefährliche Stenose beseitigt. In der Folgezeit verschwanden meine Herzschmerzen.
Aber dafür hatte ich jetzt noch ein anderes Problem an der Backe: Ich hatte schon wieder seit 19 Tagen
durchgehend Mirtazapin eingenommen, in langsam verringerter Dosis bis auf 1/8 Tablette, also ca. 1,9mg.
Und das alles nur, damit es mir von der Nicht-Einnahme nicht dreckig geht.

Weil es doch nicht wahr sein kann, dass man von so einem Krümelchen abhängig ist, stellte ich die Einnahme
abermals ein. Diesmal hielt ich 30 (!!!) Tage durch, dann war ich mit den Nerven am Ende. Nach 10
schlaflosen Nächten in zwei Wochen zitterte ich am ganzen Körper, hatte Durchfall, und ein Gefühl
wie eine ausbrechende Virusgrippe, verbunden mit wahnsinniger Angst vor gar nichts, also dem nackten,
isolierten Angstgefühl ohne Gegenstand. Ich muss auch ein bisschen auf mein angeschlagenes Herz aufpassen,
da sind solche Zustände nicht förderlich.

Wieder eindosiert - mit 2,5mg. Diesmal habe ich ca. 40 Tage gebraucht, bis ich wieder stabil war. Mutig
ging ich mit 1,5mg Tagesdosis in die nächste Runde. Wieder abgesetzt, wieder gescheitert, da schon nach
11 Tagen. Beim Wiedereindosieren mit 1,5mg fiel ich wieder in einen fast Koma-ähnlichen Schlaf, da wurde
mir erst klar, dass 1,5mg Mirtazapin schon eine absolute Hammerdosis ist, die sofort alle Rezeptoren
dicht macht. Telefonat mit einem befreundeten Arzt: "Wenn du mit so wenig auskommst, was spricht denn
dann dagegen, warum nimmst du es denn nicht einfach?" Ich lasse das mal unkommentiert stehen, und
atme tief durch.

Der nächste Versuch startete 45 Tage später bei dann noch einer Restdosis von 0,3mg. Es war immer noch
zuviel. Gescheitert nach 17 Tagen an unerträglichen Stromstößen und Vibrieren im ganzen Körper, wieder
eindosiert mit 0,5mg. Allmählich wird es lächerlich. Jetzt mache ich bereits ein Dreiviertel Jahr herum,
um ein Zeugs loszuwerden, das ich nur für ein paar Tage lang als Test akzeptiert hatte.

Aktuell stehe ich bei einer Tagesdosis von 0,1mg und einer Einnahmedauer von schon wieder über einem Monat.
Aber ich gebe nicht auf. Noch nicht.

Beste Grüße
Leonardo
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Leonardo für den Beitrag (Insgesamt 5):
FlummimückeSunshine71Gwenpadma
Signatur:
► Text zeigen

Flummi
Beiträge: 545
Registriert: Donnerstag, 21.09.17, 17:19
Hat sich bedankt: 1164 Mal
Danksagung erhalten: 901 Mal
Kontaktdaten:

Re: Mirtazapin - das letzte Milligramm

Beitrag von Flummi » Sonntag, 14.01.18, 16:57

Hallo Leonardo,

Herzlich Willkommen im Forum!

Ich finde es sehr gut, dass Du gleich so eine Abneigung gegen das Medikament hattest. Irgendwo hat man auch manchmal eine Ahnung davon, dass es nicht gut sein kann für den Körper.

Viele Psychopharmaka - das müsste ich jetzt auch lernen - haben sich im unteren Bereich noch eine hohe Rezeptorenbelegung im Gehirn. Die Belegung steigt nicht linear an, ist im unteren Bereich prozetual recht stark und nimmt nach oben hin nicht mehr so viel zu. Daher halte ich Deine Absetzstrategie für richtig und Dein Körper gibt Dir ja letztlich recht.
Es ist müssig , aber es lohnt sich so kleinschrittig weiterzumachen.
Gut wäre es, eine Signatur im Persönlichen Bereich anzulegen. So können Dich die Mitglieder des Forums besser beraten.

Alles Gute!
Claudia
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Flummi für den Beitrag (Insgesamt 4):
JamieSommersprosseLeonardoLinLina
Meine Signatur
► Text zeigen

Leonardo
Beiträge: 9
Registriert: Sonntag, 14.01.18, 15:33
Hat sich bedankt: 13 Mal
Danksagung erhalten: 33 Mal

Re: Mirtazapin - das letzte Milligramm

Beitrag von Leonardo » Sonntag, 14.01.18, 17:10

Liebe Claudia,

vielen Dank für Deine Nachricht. Für eine Signatur muss ich mir noch überlegen, wie ich den Verlauf gestrafft darstellen kann. Und naja, wegen meiner koronaren Herzerkrankung laufen da natürlich noch eine Reihe anderer Medis mit, die üblichen Gerinnungshemmer, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker ...
Dir auch alles Gute
Leonardo
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Leonardo für den Beitrag:
Flummi
Signatur:
► Text zeigen

Sommersprosse
Beiträge: 624
Registriert: Montag, 01.06.15, 6:18
Hat sich bedankt: 1085 Mal
Danksagung erhalten: 1355 Mal

Re: Mirtazapin - das letzte Milligramm

Beitrag von Sommersprosse » Sonntag, 14.01.18, 19:05

Hallo Leonardo, ich begrüße dich und heiße dich recht Bild im ADFD

Vielen Dank für deinen persönlichen Erfahrungsbericht und Beitrag hier im Forum.

Zu Mirtazapin möchte ich dir nichts anraten/schreiben, selbst hatte ich es nie eingenommen.
Wir empfehlen hier ein schonendes reduzieren von 5 bis 10% vom letzen Reduzierungschritt/mg.
Aus ärztlicher Sicht wird das reduzieren in größeren Schritten empfohlen, ohne jegliche Problemangaben, es gibt einfach KEINE.

Das du deinen Körper sehr genau beobachtest/einschätzen kannst finde ich sehr gut.
Es wird dir helfen die letzten mg, wenn auch in kleineren Schritten erfolgreich abzusetzen.

Deine Herzerkrankung bedarf ebenfalls sehr viel Gefühl für Ungereimtheiten - das denke ich, hast du ebenfalls gut unter Kontrolle.

Möchtest du etwas zu deiner Situation schreiben oder hast Fragen ? dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread
in dem du schreiben kannst was dich bewegt, auf deine Fragen antworten bekommst.

Vielen Dank für das anlegen einer Signatur.

Zum einlesen ein paar erste Infos für dich:
Erste Hilfe - Psychopharmaka absetzen

Ich wünsche dir einen netten und informativen Erfahrungsaustausch bei uns
und lasse ein paar liebe Grüße für dich hier, Sommersprosse (n) Bild
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Sommersprosse für den Beitrag (Insgesamt 4):
LinLinaFlummiLeonardoJamie
Ich habe z.Zt. ein kleines, techn. Problem - kann bei einigen Threads keine DANKSAGUNG vergeben, u. bitte um Verständnis

Mein Reduzierungsverlauf:
► Text zeigen


Bild .......... Der Weg ist das Ziel
.........................Zitat von Konfuzius

Leonardo
Beiträge: 9
Registriert: Sonntag, 14.01.18, 15:33
Hat sich bedankt: 13 Mal
Danksagung erhalten: 33 Mal

Re: Mirtazapin - das letzte Milligramm

Beitrag von Leonardo » Dienstag, 23.01.18, 19:47

Hallo!

Unglaublich. Abartig. Nicht zu fassen. :shock: Die letzten Wochen ging es mir recht gut. Jetzt habe ich nochmal von 0,1mg auf 0,05mg (!) reduziert und bekomme sofort wieder häßliche Probleme. Vielleicht bin ich ja zu wehleidig? Aber wer hat schon gerne ein gellendes Pfeifen im Kopf, Muskelzucken in den Beinen, ein Vibrieren im ganzen Körper, das den Schlaf raubt, Prickeln in den Händen, ein innerliches Knochenjucken und dabei auch noch Brust- und Rückenschmerzen?

Hintergründig läuft natürlich immer die Sorge mit, es könnte wieder mit dem Herz was sein. Beinahe hätte ich mich heute krank schreiben lassen müssen. Jetzt bin ich mal wieder total verunsichert, ob das noch mit diesem winzigen Stäubchen zu tun haben kann, oder ob ich nicht doch eine andere Krankheit habe, die schubweise auftritt. Aber der zeitliche Zusammenhang mit der Reduzierung ist doch ziemlich evident ...

Ich hoffe, ich kann durchhalten, ich will endlich raus aus der :censored: Nummer
LG an alle Leidensgenoss(inn)en
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Leonardo für den Beitrag (Insgesamt 2):
Ululu 69LinLina
Signatur:
► Text zeigen

padma
Team
Beiträge: 14919
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04
Hat sich bedankt: 36555 Mal
Danksagung erhalten: 19436 Mal

Re: Mirtazapin - das letzte Milligramm

Beitrag von padma » Mittwoch, 24.01.18, 17:49

hallo Leonardo, :)

du bist ganz sicher nicht zu wehleidig, sondern dein ZNS ist sehr sensibilisiert. Dadurch, dass du so oft auf 0 gegangen bist und wieder eindosieren musstest, ist es zu einer weiteren Sensibilisierung gekommen.
11.12.17-20.01.18 (41) 0,5mg...0,1mg
Da bist du sehr schnell vorgegangen. Nach einer Wiedereindosierung ist es am besten die Dosis erstmal zu halten (mindestens 4 Wochen) und dann ganz langsam auszuschleichen.

Du bist nicht der einzige, der nur extrem langsam ausschleichen kann. Ich bin jetzt auf 0,425 mg und werde voraussichtlich noch mindestens dieses Jahr zum Ausschleichen brauchen. :(

Ich würde jetzt wieder etwas höher gehen, vielleicht auf 0,075 mg.

liebe Grüsse,
padma
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor padma für den Beitrag (Insgesamt 4):
LinLinaLeonardoUlulu 69Murmeline
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.07.2018: 0,2 mg :schnecke:


Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Leonardo
Beiträge: 9
Registriert: Sonntag, 14.01.18, 15:33
Hat sich bedankt: 13 Mal
Danksagung erhalten: 33 Mal

Mirtazapin - das letzte Milligramm

Beitrag von Leonardo » Mittwoch, 24.01.18, 21:55

Hallo padma,

danke, ja ich denke, ich muss schon wieder ein kleines Bisschen höher dosieren. Es ging heute heftig weiter. Nach der zweiten fast schlaflosen Nacht kommt jetzt auch noch Kopfweh dazu. Ja, ich bin zu schnell, klar. Ich mache den gleichen Fehler immer wieder, weil es mir nicht in den Kopf will, dass noch 1/200stel der kleinsten im Handel verfügbaren Tablettendosis von 15mg so einen brutalen Entzug aufbauen kann. Weil ich endlos lang Tabletten fressen muss, um sie LOSZUWERDEN. Um die Abhängigkeit herunterzufahren. Eine Abhängigkeit, die auch noch von ALLEN offiziellen Stimmen im Gesundheits- und Pharmawesen geradezu wütend geleugnet wird. Wer ist der Geisterfahrer? Ich oder alle anderen, inklusive Industrie und Wissenschaft?
:bad-mood:

LG
Leonardo
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Leonardo für den Beitrag (Insgesamt 3):
padmaUlulu 69Murmeline
Signatur:
► Text zeigen

Leonardo
Beiträge: 9
Registriert: Sonntag, 14.01.18, 15:33

Re: Mirtazapin - das letzte Milligramm

Beitrag von Leonardo » Donnerstag, 08.02.18, 21:10

Hallo liebes Forum,

inzwischen habe ich viele Beiträge und Threads - vor allem auch die Alteinträge - zum Thema Mirtazapin gründlich durchgelesen und gesehen, wie komplex das Thema ist. Unglaublich und schrecklich diese Geschichten! Vielen Dank für die vielen Anregungen und die viele Arbeit, die dahinter steckt, so ein Forum zu pflegen! Für einige Fragen konnte ich aber keine richtigen Antworten finden.

Eine Frage, die immer wieder kommt, lautet: Wie lange dauert der Entzug?
Die Antworten differieren: Es kommt darauf an und hängt davon ab. Einflussfaktoren sind Einnahmedauer, Dosis, und persönliche Konstitution. Hier findet man eine Spanne zwischen 6 Wochen und 3 Jahren. Viele Erfahrungen stammen aus Mehrfachmedikationen und sind schon deshalb unübersichtlich. Bei Mirta scheint es aber so zu sein, dass es Wellen gibt, die etwa alle 8-10 Tage ein Maximum finden und 3-4 mal wiederkehren, bis sie soweit abklingen, dass sie tolerierbar werden. - Vorausgesetzt, man kommt nicht in den protrahierten Entzug.

Da haben wir das Schreckgespenst des protrahierten Entzugs. Das macht Angst. :!: Und das wirft auch wieder Fragen auf: Ab wann ist ein Absetz- bzw. Entzugssyndrom chronifiziert, woran kann man das erkennen, wie kann man es sicher vermeiden. Ziel ist ja, möglichst symptomfrei abzudosieren, bzw. auszuschleichen. Ist es wirklich besser, sich monatelang mit kleinen Dosisänderungen dauernd ein leicht gereiztes ZNS zu erhalten, ein Schrecken ohne Ende, als einmal mit radikalem Schlussknall ein Ende mit Schrecken herbeizuführen? (Sofern man dazu überhaupt psychisch und physisch imstande ist. Ich bin es eher nicht, ich arbeite ja noch vollzeit.)

Hat es denn schon wirklich jemand hier im Forum geschafft, Mirtazapin so herunter zu dosieren, dass es ohne Zittern, Übelkeit, Stromempfindungen, Juckreiz, Angstattacken und Schlaflosigkeit bis zur Null abging? Wie lange braucht ein "gereiztes" ZNS, bis es sich wieder beruhigt hat? Mit meinen erfolglosen 5 Absetzversuchen aus Unkenntnis, bzw. Unterschätzung der Abhängigkeit bin ich jetzt wohl schon längst im chronischen Stadium. Im zurückliegenden Zeitraum etwa eines Dreiviertel Jahres ging es mir höchstens ein bis zwei Wochen lang so, dass ich mich fast normal gefühlt habe.

Eine letzte Frage ist dann: Wie hoch ist die Absprungdosis? Wieder bezogen auf Mirtazapin frage ich mich, wie niedrig muss, wie hoch darf die letzte Dosis vor der Null sein, dass man die letzten Entzugssymptome aussitzen kann, ohne Gefahr zu laufen, in eine Endlosschleife zu geraten. Leider gibt es hierzu dann oft keinen Abschlussbericht mehr, wie und wann das Ziel erreicht werden konnte. (Wurde es überhaupt erreicht?)

Wie schon berichtet, kämpfe ich irgendwo im Bereich zwischen Null-Komma-Nichts und Null-Komma-Garnichts, eine Dosis, die ein normaler Mensch bei Ersteinnahme wahrscheinlich gar nicht mehr wahrnehmen würde. Aber mein ZNS ist inzwischen so hysterisch, dass sich eine Änderung von 0,1mg auf 0,05mg wie ein Komplettentzug anfühlt. Ich musste heute wieder ein Schrittchen rückwärts gehen und warte jetzt auf den Frühling ...

Ich wünsche euch allen viel Kraft
Nardo
Signatur:
► Text zeigen

Sommersprosse
Beiträge: 624
Registriert: Montag, 01.06.15, 6:18
Hat sich bedankt: 1085 Mal
Danksagung erhalten: 1355 Mal

Re: Mirtazapin - das letzte Milligramm

Beitrag von Sommersprosse » Freitag, 09.02.18, 15:54

Hallo Leonardo,

deine Unsicherheit und Ängst kann ich gut verstehen.
Sicherlich werden dir hier noch einige etwas zu Mirtazapin schreiben, habe selbst keine Erfahrung damit.

Im Vergleich z.B. zu Operationen unterschreibt der Patient vor der Operation, kein Chirurg kann und wird einen postoperativen Verlauf
vorhersagen können, das liegt im ermessen des Patienten, ist von Patient zu Patient unterschiedlich.

So sehe ich es für MICH persönlich ebenfalls mit dem reduzieren der Medikamente.

Wenn du bzgl. deines Herzens unsicher bist, lass lieber einmal draufschauen, EKG schreiben.
Dann bist du auf der sicheren Seite.

Schau hier einmal den Infoartikel Gereiztes bzw. hypersensibilisiertes ZNS/Funktionsstörung

Gute Besserung und liebe Grüße Sommersprosse (n) Bild
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Sommersprosse für den Beitrag (Insgesamt 4):
MurmelineUlulu 69Leonardopadma
Ich habe z.Zt. ein kleines, techn. Problem - kann bei einigen Threads keine DANKSAGUNG vergeben, u. bitte um Verständnis

Mein Reduzierungsverlauf:
► Text zeigen


Bild .......... Der Weg ist das Ziel
.........................Zitat von Konfuzius

LinLina
Team
Beiträge: 6502
Registriert: Montag, 14.09.15, 16:20
Hat sich bedankt: 21500 Mal
Danksagung erhalten: 9908 Mal

Re: Mirtazapin - das letzte Milligramm

Beitrag von LinLina » Freitag, 09.02.18, 16:47

Hallo Nardo :-)

die meisten Fragen hast du dir ja eigentlich schon beantwortet, niemand kann es für den individuellen Fall genau sagen, wie lange es dauert und wie der Entzug verläuft, es gibt nur Methoden um ihn möglichst schonend zu gestalten. Ich würde so weit langsam runter reduzieren, bis dir eine 50 % oder 70 % Reduktion nicht mehr "den Boden unter den Füßen" weghaut, sondern du maximal erträgliche Symptome hast die sich dann auch wieder bessern.

Es ist schonender, wenn du weiter langsam reduzierst, wenn du dich zum zu schnellen Absetzen zwingst kann das sehr destabilisieren, wie du ja jetzt wieder erfahren musstest :-( nicht oder kaum zu schlafen ist ja eine große Belastung für den ganzen Körper. Und genau dieses zu schnelle abspringen führt ja oft zu dem Kreislauf aus Symptomverstärkung und wieder eindosieren/erhöhen. Besser gleich vorsichtige Schritte machen, dann kommt man konsequent dem Ziel näher.

Ich würde mich nicht zu sehr mit dem Grübeln über den protrahierten Entzug belasten, letztlich kannst du ja nur die besten Bedingungen schaffen dass es dir möglichst bald wieder besser geht, mehr kann man nicht tun.

Auf welcher Dosis bist du aktuell? Wenn du jetzt wieder auf 0,1 mg bist, dann würde ich mich versuchen auf dieser Dosis noch einige Wochen zu stabilisieren, und danach mit 10 % reduktionen versuchen weiter zu machen. Schau einfach mal, wie es dir damit geht. Wenn es erträglich ist, kannst du langsam prozentual steigern, z.b. dann 15 % versuchen, wenn das geht, dann 20 % versuchen, usw. wenn du dann bei 50-70 % Reduktionen von der letzten Dosis angekommen bist und dein System das toleriert, dann könntest du als nächstes den Absprung wagen. Zumindest gehe ich so vor.

Versuche dabei nicht zu viel zu vergleichen, es ist bei jedem etwas anders ab wann man auf null gehen kann, bei manchen geht es schon bei 1 mg, bei anderen bei 0,1 mg oder auch erst bei 0,01 mg (wobei ich wohl auch eher zu den letzteren gehöre).

Wenn du einigermaßen englisch kannst, dann schau doch auch mal im amerikanischen Forum Survivingantidepressants.org vorbei, dort sind einige die Mirtazapin abgesetzt haben z.b. Santino und Hibari, ich glaube beide haben bis 0,025 mg runter dosiert (die Links funktionieren gerade nicht)

Liebe Grüße
Lina
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor LinLina für den Beitrag (Insgesamt 6):
MurmelineUlulu 69LeonardoSommersprossepadmaSunshine71

Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell: 0,004 mg Mein Thread
► Text zeigen
Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Leonardo
Beiträge: 9
Registriert: Sonntag, 14.01.18, 15:33
Hat sich bedankt: 13 Mal
Danksagung erhalten: 33 Mal

Re: Mirtazapin - das letzte Milligramm

Beitrag von Leonardo » Freitag, 09.02.18, 20:52

Hallo Sommersprosse,
vielen Dank für den Link, den kannte ich noch nicht, ist sehr informativ. Mein Herz wird jetzt in diesem Quartal wieder total durchgecheckt, incl. Belastungs-EKG und Stressecho. Ich hoffe, die finden nichts. Leider ist Geduld nicht gerade meine Stärke.

Hallo Lina,
wie ich sehe, kämpfst Du auch mit Minimaldosierungen. Ja, ich bin jetzt wieder bei 0,1mg und lass es jetzt mal gut sein, bis ich wieder völlig zuverlässig schlafen kann und keine Nervenstörungen mehr habe. Ich lese bei Dir mit und freu mich mit Dir für Deine Erfolge. Hoffe, dass Du bald den Absprung schaffst. Bitte bleib dann da und berichte, wie es nach 4 bis 8 Wochen aussieht ...

Noch zu den Infos: Englisch ist kein Problem. Was ich in den letzten Wochen alles gelesen habe, reißt Abgründe auf. Ich habe mehrere Bücher gekauft, u.a. auch "Unglück auf Rezept", und schon mehrmals verliehen. Soweit es mir möglich ist, werde ich mein Umfeld informieren und auf diese Tatsachen hinweisen. Es gibt Betroffene in meinem direkten Umkreis, die immer noch an die Segnungen der Pillen glauben und keine Ahnung haben, woher ihr unerklärliches Leiden kommt. Ein Kumpel von mir hat sich sogar OHNE GRUND ein SSRI verschreiben lassen, um besser gelaunt durch den Tag zu kommen :shock: Nett war auch der Kommentar eines befreundeten Pharmazeuten: "Mimimi ..."

Liebe Grüße und schlaft gut
Nardo
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Leonardo für den Beitrag (Insgesamt 5):
LinLinaMurmelineJamieSommersprosseUlulu 69
Signatur:
► Text zeigen

Sommersprosse
Beiträge: 624
Registriert: Montag, 01.06.15, 6:18
Hat sich bedankt: 1085 Mal
Danksagung erhalten: 1355 Mal

Re: Mirtazapin - das letzte Milligramm

Beitrag von Sommersprosse » Samstag, 10.02.18, 15:39

Hallo Leonardo,

du schreibst:
Leider ist Geduld nicht gerade meine Stärke.
Nun...das spürte ich, es sprudelte gerade so aus dir heraus :wink:

Gut das du einen Termin zur Diagnostik hat, du wirst sehen, danach geht es dir besser.
Unsicherheit und Grübeleien tun deinem Nervenkostüm z.Zt. nicht gut - du bist in der Regenerierungspase,
da brauchst du Ruhe damit sich dein Körper erholen kann.
Soweit es mir möglich ist, werde ich mein Umfeld informieren und auf diese Tatsachen hinweisen.

Das du real informieren möchtest finde ich klasse und wünsche dir möglichst wenig taube Ohren.
Es gibt Betroffene in meinem direkten Umkreis, die immer noch an die Segnungen der Pillen glauben und keine Ahnung haben, woher ihr unerklärliches Leiden kommt.
Leider erfahre ich dies im realen Leben ebenfalls. Für viele ist der weiße Kittel, wenn ich das einmal so ausdrücken darf,
immer noch höchste Priorität.
Ein Kumpel von mir hat sich sogar OHNE GRUND ein SSRI verschreiben lassen, um besser gelaunt durch den Tag zu kommen :shock:
Er weiß es nicht besser und kann die Gefahren noch nicht sehen. Ihm selbst kann man da gar keinen Vorwurf machen, vielmehr den Ärzten die sich keine Zeit mehr für eine genaue Diagnostik nehmen und leichtfertig Rezepte ausstellen.

Ich bin mir sicher, wenn du für dich erkennen kannst, das die Zeit KEINE Rolle spielt - du deinen alltäglichen Dingen nachkommst, OHNE den Hauptfocus auf deine Reduzierung zu lenken - wirst du es leichter haben dein Ziel zu erreichen.

Ein schönes Wochenende und liebe Grüße Sommersprosse (n) Bild
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Sommersprosse für den Beitrag (Insgesamt 7):
FlummiLeonardoLinLinaUlulu 69padmaSunshine71Murmeline
Ich habe z.Zt. ein kleines, techn. Problem - kann bei einigen Threads keine DANKSAGUNG vergeben, u. bitte um Verständnis

Mein Reduzierungsverlauf:
► Text zeigen


Bild .......... Der Weg ist das Ziel
.........................Zitat von Konfuzius

Leonardo
Beiträge: 9
Registriert: Sonntag, 14.01.18, 15:33
Hat sich bedankt: 13 Mal
Danksagung erhalten: 33 Mal

Re: Mirtazapin - das letzte Milligramm

Beitrag von Leonardo » Samstag, 14.04.18, 19:06

Liebes Forum,

seit dem 1. März nehme ich kein Mirtazapin mehr. Nachdem ich schon mehrere erfolglose Entzugsversuche hinter mir hatte, wollte ich diesmal ganz sicher gehen und die Erfolgsmeldung erst nach 6 Wochen geben. Es ist eine grandiose Befreiung, wie wenn ein schwerer Schatten von der Seele fällt. Ich habe jetzt so gut wie keine Beschwerden mehr. Wenn ich an das letzte Jahr zurückdenke, kann ich nur den Kopf schütteln, was ich mit diesem Mirtazeug durchgemacht habe. Und es kam alles nur von diesem Gift, die Ängste, die Krämpfe, die Adrenalinschübe, das Zittern, die Schmerzen, die Schlaflosigkeit, alles! Ich glaubte schon, das bin ich, es kommt aus mir heraus, oder ich werde verrückt. Nichts davon ist übrig. Das ist jetzt alles wie weggeblasen. :party2:

Nach dem Absprung auf Null von einer Restdosis von 0,05mg hatte ich nochmal zwei böse Wellen, vom 4. bis 10. Tag und vom 24. bis 34. Tag nach dem Absetzen, mit erfreulichen Fenstern dazwischen. Dann war der Spuk vorbei. Was mir geblieben ist, ist ein allergischer Schub. Ich hatte seit meiner Kindheit Heuschnupfen und Asthma im Frühjahr. Das war mit den Jahren so gut wie weggegangen, aber jetzt ist es wieder in vollem Umfang da. Ich verstehe das so, dass das von einer missbräuchlichen Dauereinnahme eines starken Antiallergikums kommt, das jetzt weggefallen ist. Aber damit komme ich klar und weiß, was zu tun ist.

Wenn ich dieses Forum nicht gefunden hätte, hätte ich niemals verstanden, was mit mir vor sich geht. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es Medikamente gibt, die viele Wochen lang nach dem Absetzen noch Schwierigkeiten machen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass moderne Ärzte ein "Medikament" verschreiben, das derartig gefährlich und bösartig ist. :shock:

Für die bewundernswerte Arbeit der Foristen möchte ich mich bedanken. Ich hoffe, ich konnte anderen Betroffenen Mut machen, dass es möglich ist, und sich absolut lohnt, diesen Entzug zu machen und den Weg ohne PP zu gehen. Ich wünsche allen meinen Leidensgenossinnen (es sind hier im Forum wohl die Frauen in deutlicher Mehrzahl) und auch den wenigen männlichen Leidensgenossen noch viel Kraft und Erfolg für ihren individuellen Weg.

Ich lese noch eine Weile mit, werde demnächst versuchen, eine Freundin von mir hier herein zu lotsen, und stehe für Fragen gerne zur Verfügung.

Herzlichst,
euer Nardo
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Leonardo für den Beitrag (Insgesamt 12):
MurmelineLinLinaSunshine71EvawegJamiepadmaSommersprossepinaKaenguru70cinquelyFlummi
Signatur:
► Text zeigen

Eva
Beiträge: 1949
Registriert: Sonntag, 23.07.17, 13:47
Hat sich bedankt: 1833 Mal
Danksagung erhalten: 2997 Mal

Re: Mirtazapin - das letzte Milligramm

Beitrag von Eva » Samstag, 14.04.18, 20:16

Hallo,
:party2: freu mit!

Endlich wieder ein rundhrerum postiver Bericht. Danke.

LG Eva
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Eva für den Beitrag (Insgesamt 2):
LeonardoSunshine71
Zolpidem und Bromazepam abgesetzt.

Anikke
Beiträge: 580
Registriert: Mittwoch, 05.07.17, 7:20
Hat sich bedankt: 190 Mal
Danksagung erhalten: 1324 Mal

Re: Mirtazapin - das letzte Milligramm

Beitrag von Anikke » Sonntag, 15.04.18, 9:38

hallo nardo,
das ist ja richtig Klasse und voll schön zu lesen!!
alles gute dir weiterhin.
liebe grüße
anikke
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Anikke für den Beitrag (Insgesamt 2):
LeonardoSunshine71
► Text zeigen

Sommersprosse
Beiträge: 624
Registriert: Montag, 01.06.15, 6:18
Hat sich bedankt: 1085 Mal
Danksagung erhalten: 1355 Mal

Re: Mirtazapin - das letzte Milligramm

Beitrag von Sommersprosse » Sonntag, 15.04.18, 13:32

Hallo Nardo,

ich freu mich mit dir :party2: das es dir wieder besser geht und du den Ausstieg hinter dir lassen konntest.

"Herzlichen Dank" das du berichtet hast und uns daran teilhaben lässt.
Dein Beitrag ist sehr wertvoll und so wichtig für das Forum hier.

Weiterhin wünsche ich dir alles erdenklich Gute und schicke dir sonnige Grüße, Sommersprosse (n) :schnecke:
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Sommersprosse für den Beitrag (Insgesamt 4):
Ululu 69LeonardopadmaSunshine71
Ich habe z.Zt. ein kleines, techn. Problem - kann bei einigen Threads keine DANKSAGUNG vergeben, u. bitte um Verständnis

Mein Reduzierungsverlauf:
► Text zeigen


Bild .......... Der Weg ist das Ziel
.........................Zitat von Konfuzius

Sunshine71
Beiträge: 124
Registriert: Donnerstag, 21.09.17, 13:24
Hat sich bedankt: 659 Mal
Danksagung erhalten: 259 Mal

Re: Mirtazapin - das letzte Milligramm

Beitrag von Sunshine71 » Montag, 16.04.18, 12:53

Hallo Leonardo :)

Ach wie schön :D es tut immer wieder gut Erfolgsberichte zu lesen es gibt Kraft und Hoffnung

Herzlichen Glückwunsch auch von mir :party2:

Ich freu mich mit dir und wünsche dir alles Gute :hug:

LG
Sunshine 71
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Sunshine71 für den Beitrag (Insgesamt 3):
LeonardoUlulu 69Sommersprosse
1990 Diagnose MS
2003 Mirtazapin wegen Depression durch Angst- und Panikstörung
2003 - 2011 Lorazepam und Diazepamabhängig
2011 Klinikentzug seitdem Benzodiazepinfrei
Citalopram zur Deckelung des Entzugs ausgeschlichen trotzdem zu schnell
2016 Mirta von 30mg auf 15mg
Juni 2017 Mirta von 15mg auf 7,5mg
Entzugssymtome werden unerträglich
21.9.2017 Anmeldung ADFD Forum :party2:
21.9.2017 10 mg Mirtazapin
ab 23.9. Entzugssymtome wie vorher dazu jetzt noch Nebenwirkungen vom Mirtazapin
5.10. Besseres und längeres Fenster
6.10. Heftige Entzugs Welle anhaltend seit dem aufwachen um 5.00 Uhr
7.10. Runter auf 9 mg
8.10. besser und ruhiger geschlafen im allgemeinen ruhiger bis jetzt
14.10. Nebenwirkungen haben sich gebessert mit Reduzierung von 10mg auf 9mg. Entzugssymtome kommen immer noch in Wellen aber werden bischen besser :)
15.10. Mir geht's nicht gut. Alle Symptome sind wieder da
18.10. Tee mit Baldrian und Hopfen probiert danach verstärkte Symtome
19.10. Symptome sind stark und halten an
20.10. Es geht mir wieder besser bis auf dumpfen/ tauben Kopf und surren in den Ohren
24.10. Es geht mir immer noch gut. Keine Entzugswelle mehr. Kopf ist immer noch dumpf.
18.11. Es geht mir gut
16.12. 8,7 mg
30.12. Symtome vom Abdosieren halten an
6.1.18 Es geht mir nicht gut. Strengere Kontrolle der Nahrung wegen HIT
13.1.18 Es geht mir nicht gut. Symtomverstärkung durch PMS
24.1.18 Es geht mit heute besser
11.2.18 Es geht mir wieder gut
21.2.18 8,5 mg
22.2.18 viele Symtome wieder da
1.8. Es geht mir besser

pina
Beiträge: 466
Registriert: Montag, 09.09.13, 14:48
Wohnort: Sauerland
Hat sich bedankt: 296 Mal
Danksagung erhalten: 612 Mal
Kontaktdaten:

Re: Mirtazapin - das letzte Milligramm

Beitrag von pina » Mittwoch, 18.04.18, 7:51

Hallo Leonardo,

danke für Deinen positiven Bericht. Solche Rückmeldungen geben einem die Kraft durchzuhalten.

Herzlichen Glückwunsch :)

Ich wünsche Dir viel Glück und Gesundheit für Deinen
weiteren Weg.

LG
Pina
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor pina für den Beitrag (Insgesamt 3):
SommersprosseLeonardoSunshine71
7 Jahre Cymbalta seit Juli 2011
:schnecke: 5 Jahre Cymbalta am Reduzieren seit 2013 :schnecke:

Fast ist das Licht am Tunnel erreicht... die letzten Stücke so schwer, aber das Licht ist stärker als die Angst abzustürzen. Der letzte Schrit ist da, Cymbalta wird verbannt in dem Feuer des Schicksalbergs...

Reduzierung CYMBAL*TA

0 - 0 - 0 seit dem 08.07.2018

1 - 0 - 0 = 0,11 mg seit 21.05.2018

2 - 0 - 0 = 0,22 mg seit 01.05.2018

3 - 0 - 0 = 0,33 mg seit 09.04.2018

3 - 1 - 0 = 0,45 mg seit 04.03.2018

3 - 2 - 0 = 0,56mg seit 30.01.2018

3 - 3 - 0 = 0,6666mg seit 29.12.2017

4 - 3 - 0 = 0,777mg seit 18.09.2017

4 - 4 - 0 = 0,8888 mg seit 02.09.2017

5 - 5 - 0 = 1,1 mg seit 13.08.2017

6- 6- 0 = 1,3 mg 08.08.17

7- 7-0 = 1,5 mg 25.07.2017

8- 8- 0 = 1,7777... mg seit 08.07.2017

9 - 9- 0 = 2 mg seit 01.07.17

10 - 10 - 0 seit 04.06.2017 = 2,22 mg

13 - 13 - 0 Kügelchen = 2,89 mg seit 30.04.2017

Es geht weiter - diesmal wieder normal und kein MT
Von 21 - 21 - 0 bin ich auf 17 - 17 - 0 Kügelchen = 3,78 mg seit 06.03.2017

von 25 auf 2x 21 Kügelchen, das entspricht 2,3 mg - 2,3 mg = 4,6mg aktuell seit November...

27.10.2016 25 Kügelchen - 25 Kügelchen -0

3,3mg - 3,3mg - 0 seit 27.07.2016 (30 Kügelchen -30Kügelchen - 0)

4,5 mg - 4,5 mg - 0 seit 04.06.2016 genaue Dosis Berechnung ab dem 30.06.2016( 41 Kügelchen - 41 Kügelchen -0)

---------- Werte nicht genau, da Kapsel immer mitberechnet wurde:

8,01mg - 8,01 mg - 0 seit 30.06.2016

8,91 mg - 8,91mg - 0 seit 04.06.2016
9,91 mg - 9,91 mg - 0 seit 02.05.2016
11,6638mg - 11,6638mg - 0 seit 09.04.2016
13,867mg - 13,867mg - 0 seit 05.03.2016
17,35mg - 17, 35 mg - 0 mg seit 15.01.2016
18,86mg - 18,86 mg - 0 seit 19.09.2015
20,5 mg - 20,5 mg seit 14.08.2015
22,32 mg - 22,32 mg 24.07.2015
24mg - 24mg- 0 19.06.15
27mg - 27 mg - 0 24.05.2015

12.11. 2014 bis 23.05.2015 erhöht auf 30mg - 30mg - 0
13,68 mg - 13,68mg - 0 seit 04.11.2014
15,2 mg - 15,2mg - 0 seit 11.10.2014
18, 05mg - 18, 05mg- 0 seit 11.09.2014
19,22mg - 19,22mg - 0 seit 30.08.2014
25, 7mg - 25, 7 mg - 0 seit 14.08.2014
30mg - 30mg - 21.05.2014
4,45gn - 4,45gn - 0 gn seit 29.04.2014
4,98gn - 4, 98 gn - O seit 09.02.2014
5, 24gn - 5, 24 gn-O seit 28.12.2013
4, 82gn - 4, 82gn - 0 seit 26.12. 2013
5.24 gn - 5.24gn - 0 seit 01.12.2013

Hier hab ich mit Waage angefangen,
bitte andere Maßeinheit beachten.
Muss noch irgendwie umrechnen.
52 - 52 - 0 Cymbalta seit 01.11.2013
54 - 54 - 0 Cymbalta seit 29.09.2013
60 - 60 - 0 Cymbalta seit Juli 2011
50 mg Thyronajod seit Mai 2013
(10 Tage im Monat 100 mg Uterogest vor Periode) seit Mai 2013

Valporinsäure 600 mg - Jan bis Juli 2013

Es wurde noch versucht mir im Herbst 2012 Lamotregin als Stabilisator einzuschleichen, aber ich hab es nach 2 Wochen selbst langsam reduziert und nicht mehr genommen.

Danach Seroquel Retard - hab ich bereits nach 2 bis 3 Tage nicht mehr genommen, weil es mich total sedierte und ich auch nicht eingesehen habe, warum noch mehr Tabletten.

Sommer 2011 schwere depressive Episode

Dauer Symptome unter Cy-m-balta:
Gewichtsprobleme
Hyperpigmentierung im Gesicht
Trockene Haut
Verstärkter Bartwuchs (unnatürlich für Frau)

Flummi
Beiträge: 545
Registriert: Donnerstag, 21.09.17, 17:19
Kontaktdaten:

Re: Mirtazapin - das letzte Milligramm

Beitrag von Flummi » Donnerstag, 02.08.18, 13:17

Hallo Leonardo,

Dein Bericht ist mir im Kopf geblieben und nun schaute ich einmal nach, um zu sehen, wie es bei Dir weiter ging.

Herzlichen Glückwunsch zur Null!

Ich dachte an Deine Geschichte, weil ich gerade auf 0,1 ml Abilify festhänge. Der letzte Schritt von 0,2 auf 0,1 hat einige Tage mit Reizüberflutung gebracht und ich bin froh zu sehen, dass es Menschen wie Dich gibt, die trotz der Probleme rund um die "Null" geschafft haben, sie zu erreichen.

Irgendwo bin ich vielleichtg innerlich noch nicht bereit, nach 8 Jahren täglicher Medi-Einnahme das ganze abzugeben, es ist wie eine Sicherheit (vermeintliche), irgendwas zu nehmen. Schon beim langsamen Reduzieren dachte ich, ob es gut gehen wird, mit dem Absprung, der irgendwann kommt?

Von meiner Ärztin erwarte ich keine große Hilfe, sie sagte schon bei 0,6 ml, ich könne doch jetzt auch mal weglassen. In der Flasche sind noch 40 ml und wenn ich nicht zu viel in den Becher schütte, wo ich die Flüssigkeit mit der Spritze aufnehme, wo sie eher austrocknet, könnte das ganze reichen. Man fühlt sich wie ein Junkie, der an seiner "Spritze" hängt.
Gleichzeitig macht das Medikament Probleme wie leichte EPMS, Zwangsgedanken und dazu kommen die entzugsbedingten Ängste.

Wie war die letzte Zeit bei Dir? Von 0,1 runter? Auf Null?
Würde mich über eine Antwort freuen.

Vielen Dnak und herzliche Grüße,
Claudia
Meine Signatur
► Text zeigen

Antworten