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Re: Cipralex/Trittico - Absetzversuch

Beitrag von neso22 » Dienstag, 17.04.18, 13:15

carlotta hat geschrieben:
Montag, 16.04.18, 18:51
Hallo Neso,

habe jetzt nicht Deinen ganzen Thread gelesen, orientiere mich v. a. an Deiner Signatur.

Leider hat Dein Nervensystem in letzter Zeit dank Medikamenten-Auf-und-Abs einiges mitmachen müssen, aber das weißt Du selbst am besten.

Nimmst Du das Trazodon noch? Bringt es Dir was?

So wie ich Deine letzten Posts lese, profitierst Du bedingt von der Wiedereindosierung, richtig?
Zumindest scheint Dein Körper nicht völlig paradox/mit Unverträglichkeit zu reagieren.

Falls Du aufdosieren möchtest, würde ich auch - wie von Dir vorgeschlagen - erst mal nicht mehr als 0,25 mg zusätzlich nehmen, evtl. sogar etwas weniger, da Escitalopram sehr potent ist und speziell im unteren Dosisbereich sämtliche AD unverhältnismäßig viele Auswirkungen aufs ZNS haben. Und ja, jeder Bruchteil eines mg macht einen Unterschied. Es kann nur sein, dass es etwas dauert, bis sich der Körper an die neue Dosis angepasst hat.

Man braucht bei einer Wiedereindosierung oft ziemlich viel Geduld, bis man sich stabilisiert. Ein bereits destabilisiertes Nervensystem hat wahnsinnig viele Umbauarbeiten zu leisten, das kann leider dauern.

Ob man weiter aufdosiert, müsste man zu gegebener Zeit schauen. Von Schnellschüssen kann ich aus vielfältiger Erfahrung nur abraten.

Liebe Grüße
Carlotta
Hallo carlotta,

ja, ich nehme das Trazodon noch, auf der Dosis 25mg. Ich habe zeitweise auch das Gefühl, dass es mir etwas bringt. Wenn die Wirkung auch dosisentspechend relativ leicht ist. Auf keinen Fall möchte ich hier aber höher gehen und mich gleich in das nächste Problem stürzen.
Ich werde es dann ab morgen so machen, dass ich 1,25mg einnehme.

Ich habe auch überlegt, mir das Escitalopram in Tropfenform zu besorgen, da ich momentan immer 10mg Tabletten teile und die Hälfte dessen dann in Wasser auflöse. Das Problem hier ist nur, dass die Stücke wohl nicht immer 100% gleich groß sind. Zwar sehe ich das bei Escitalopram auf Grund der hohen HWZ nicht unbedingt als Problem an, aber es könnte das Nervesystem ja trotzdem leicht reizen.

Aber was mache ich denn nun mit meinem Immunsystem? Habe schon überlegt beim Arzt nach irgendwelchen aufbaukuren und/oder Spritzen zu fragen.
Hat da wer ebenfalls Erfahrungen in diesem Zusammenhang??
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Re: Cipralex/Trittico - Absetzversuch

Beitrag von carlotta » Dienstag, 17.04.18, 14:05

Hallo Neso,

kleine Schwankungen in der Dosis können tatsächlich einiges ausmachen, speziell wenn das Nervensystem bereits angeknackst ist.

Das Problem mit dem Immunsystem habe viele im Entzug, im Grunde ist es Standard, da der Darm im Regelfall in Mitleidenschaft gezogen ist und der ist Hauptsitz des Immunsystems.

Allerdings wäre ich diesbezüglich mit ärztlichen Interventionen aktuell vorsichtig. Vitalstoffe, gerade wenn sie in höheren Dosen zugeführt werden, können ordentlich triggern! Eine Erfahrung, die zahlreiche Betroffene leider immer wieder machen. Und Ärzte können das im Regelfall null Komma null einschätzen, da sie meist keinerlei Ahnung vom AD-Entzug haben und wie der sich körperlich auswirkt.

Wenn Du etwas versuchen möchtest in Richtung Nahrungsergänzungsmittel, dann immer Monopräparate wählen und extrem geringdosiert einsteigen, um die Verträglichkeit zu testen. Aufdosieren geht immer. Man könnte es mit Vitamin C versuchen oder auch Omega-3-Fettsäuren wie Fischöl (letzeres ist ein Klassiker in der "Entzugsbehandlung").

Grundsätzlich ist es - gerade hinsichtlich der Darmgesundheit - von Vorteil, die Ernährung zu überdenken, speziell Zucker und Weißmehl einzuschränken und auf viel Gemüse zu setzen. Mal ganz grob gesprochen.

Aber auch bei Nahrungsmittel-Umstellungen gilt, vorsichtig die Verträglichkeit anzutesten, denn im Entzug können immer mal vorübergehend Unverträglichkeiten entstehen (was auch mit dem Darm zusammenhängt).

All das ist ein längerer Prozess, von heute auf morgen lässt sich da schwerlich was regeln. Der Körper hat durch die Zellgifte in Form von PP und die Erschütterung durch einen zu schnellen Entzug einfach Riesenbaustellen. Man kann ihn beim Umbau nur sanft unterstützen, Hauruck-Aktionen führen häufig zu Rückschlägen, zeigt die Erfahrung.

Liebe Grüße
Carlotta
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Re: Cipralex/Trittico - Absetzversuch

Beitrag von neso22 » Mittwoch, 18.04.18, 17:23

Erstmal vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Ich würde mir mal Omega 3 und Vitamin C/Zink besorgen und damit langsam einsteigen.
Was du da mit dem Darm und dem Immunsystem ansprichst - da habe ich auch schon drüber nachgedacht.

Mal sehen, was die Woche noch so bringt. Ich melde mich mal im Laufe der nächsten Woche und berichte, wie es mir geht.

Bis dahin wünsche ich auch euch/dir eine schöne Woche. Ich hoffe, ihr habt genauso gutes Wetter, wie wir.

Grüße,

Neso
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Re: Cipralex/Trittico - Absetzversuch

Beitrag von carlotta » Mittwoch, 18.04.18, 17:59

Hallo Neso,

nimm aber zum Testen erst mal nicht beide Mittel auf einmal; fang mit einem geringdosiert an und schau, wie Du's verträgst. Wenn alles Ok ist, kannst Du etwas aufdosieren (sofern Du möchtest). Dann kannst Du wiederum das zweite Mittel antesten.

Aber die Wahrscheinlichkeit ist bei den genannten schon recht hoch, dass Du damit zurechtkommen wirst.

Liebe Grüße, Dir auch eine schöne zweite Wochenhälfte
Carlotta
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Re: Cipralex/Trittico - Absetzversuch

Beitrag von neso22 » Montag, 07.05.18, 14:07

Hallo zusammen,
es sind jetzt knapp zwei Monate vergangen, seitdem ich das Escitalopram abgesetzt bzw fast abgesetzt habe.

Momentan kann ich sagen, dass sich tatsächlich etwas gebessert hat. Mein Immunsystem scheint wieder intakt, die Übelkeit und auch die Temperaturregulationsstörungen sind besser geworden. Nicht weg, aber besser.
DIe Stimmung schwankt sehr!

Ich hoffe, dass sich das Ganze weiter verbessert und ich in 1-2 Monaten den letzten 1mg ausschleichen kann.

Eine Frage habe ich jedoch noch!
Und zwar geht es um Haarausfall. Mir ist aufgefallen, dass ich ziemliche Geheimratsecken bekommen habe.
Haarausfall zählt ja auch zu Nebenwirkungen von Antidepressiva und zu Absatzerscheinungen.
Dabei habe ich aber gelesen, dass ein Haarausfall durch Medikamente eher diffus ist, dh. dass einem überall Haare ausfallen, nicht nur an den Geheimratsecken. Was wisst ihr darüber? Und ist ein durch Antidepressiva bedingter Haarausfall vorübergehend oder permanent?

Liebe Grüße!

Neso
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Re: Cipralex/Trittico - Absetzversuch

Beitrag von carlotta » Montag, 07.05.18, 15:26

Hallo Neso,

schön, dass Du Dich stabilisieren konntest. :)

Haarausfall kann durch AD kommen, quasi als NW, sowie im Entzug. Denn in beiden Fällen sind tiefgreifende hormonelle Veränderungen im Spiel.

Ob das jetzt an bestimmten Stellen vorrangig vorkommt oder nicht, kann ich Dir nicht sagen. Man weiß aber noch immer so wenig gesichert über die Wirkweise dieser Mittel, dass ich in diesem Zusammenhang nichts ausschließen würde.

Meine Erfahrung ist (hatte phasenweise im Entzug stärkeren Haarausfall, Haare wirkten regelrecht ausgedünnt), dass die Haare wieder (früher oder später) nachwachsen. :) Das habe ich auch schon von anderen Betroffenen gehört.

Liebe Grüße
Carlotta
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Re: Cipralex/Trittico - Absetzversuch

Beitrag von neso22 » Dienstag, 22.05.18, 1:34

Hallo zusammen, oder auch guten Abend, gute Nacht...

ich habe in den letzten Tagen folgendes beobachtet.
Vorab ist noch zu sagen, dass ich auch in den letzten Wochen und eigentlich fast die ganze Zeit seit dem Absetzen immer noch Übelkeit und zwischendurch Herzrasen hatte.

Auf jeden Fall, habe ich letztens einmal vergessen meine 1MG Escitalopram einzunehmen. Und sofort am nächsten Tag war meine Stimmung dermaßen gedrückt. Nach zwei Heulkrämpfen ist mir dann aufgefallen, dass ich eben meine Einnahme vergessen hatte.
Normalerweise habe ich nie Probleme gehabt, wenn ich damals mal meine Dosis vergessen habe oä.

Für mich ist das einfach nur ein Beweis dafür, dass mein Körper sich immer noch nicht eingependelt hat und die Übelkeit und das Zittern wahrscheinlich ebenfalls noch von dem Absetzen kommen... :-(

Außerdem muss ich gestehen, dass ich, als ich vor ca nem Monat versucht habe von 1mg auf 1,2mg aufzudosieren sofort eine enorme Übelkeit und Reaktion auf die Veränderung wahrgenommen habe und dann doch auf 1mg geblieben bin...

Ich bin so traurig darüber, dass ich meinen Körper offenbar so geschädigt habe. Damals habe ich nichtmal Probleme gehabt, wenn ich mehrere Milligramm "versehentlich" zuviel genommen habe und jetzt reagiere ich schon auf 0,2mg!!

Meine Neurologin meinte, ich soll die 1MG Escitalopram auch noch absetzen und dafür auf 50mg Trazodon, statt 25mg gehen.
Ich halte nicht viel davon, da ich glaube, dass die Absatzerscheinungen noch schlimmer werden und denke sogar darüber nach, nochmal aufzudosieren, wenn ich es denn überhaupt vertrage und es jetzt überhaupt noch was bringt?

Freue mich darauf eure Meinung zu hören


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Re: Cipralex/Trittico - Absetzversuch

Beitrag von Jamie » Dienstag, 22.05.18, 9:35

Hallo neso, :)

hm ich weiß nicht.
Wenn die Aufdosierung von 1,0 auf 1,2 die Übelkeit sofort verstärkt hat, bin ich nicht so optimistisch, dass das das Richtige ist. Es kann sein, dass du es nicht mehr verträgst.
Es kann überhaupt sein, dass du in dieser elenden Situation wie so manch anderer hier bist, nicht mehr mit und auch nicht ohne zu können - wirklich blöd :(.

Also wenn du es wirklich noch mal mit dem Aufdosieren probieren willst, dann wirklich nur eine Minimenge, zB von 1,0mg auf 1,05mg.

Ich glaube leider auch, dass du instabil bist durch das Absetzen und es vermutlich nicht gut wäre, weiter abzudosieren, weil du dich von deinen letzten Schritten noch nicht erholt hast.

Trazodon zu erhöhen um den Entzug aufzufangen halte ich für fraglich; Entzugsdeckelung klappt unserer Erfahrung nach oft nicht.

Grüße
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Re: Cipralex/Trittico - Absetzversuch

Beitrag von neso22 » Montag, 28.05.18, 15:56

Jamie hat geschrieben:
Dienstag, 22.05.18, 9:35
Hallo neso, :)

hm ich weiß nicht.
Wenn die Aufdosierung von 1,0 auf 1,2 die Übelkeit sofort verstärkt hat, bin ich nicht so optimistisch, dass das das Richtige ist. Es kann sein, dass du es nicht mehr verträgst.
Es kann überhaupt sein, dass du in dieser elenden Situation wie so manch anderer hier bist, nicht mehr mit und auch nicht ohne zu können - wirklich blöd :(.

Also wenn du es wirklich noch mal mit dem Aufdosieren probieren willst, dann wirklich nur eine Minimenge, zB von 1,0mg auf 1,05mg.

Ich glaube leider auch, dass du instabil bist durch das Absetzen und es vermutlich nicht gut wäre, weiter abzudosieren, weil du dich von deinen letzten Schritten noch nicht erholt hast.

Trazodon zu erhöhen um den Entzug aufzufangen halte ich für fraglich; Entzugsdeckelung klappt unserer Erfahrung nach oft nicht.

Grüße
Jamie
Hallo Jamie,

ich habe jetzt einfach mal einen Versuch gewagt und bin von 1mg auf 0,9mg gegangen. Ist natürlich in einem Desaster geendet und bin nun wieder bei 1mg. Den Versuch auf 1,05mg werde ich in den nächsten Tagen auch nochmal wagen, bin aber nicht sehr optimistisch.

Ich bin wirklich so angepisst, wütend und traurig zugleich. Ich hatte mir so sehr gewünscht wieder ein normales Leben führen zu können und nun werde ich wieder den halben Sommer mit Übelkeit, Magenschmerzen und halbdepressiver Stimmung zuhause hängen. Den Urlaub mit meinen Freunden habe ich nun abgesagt, da es so keinen Zweck hat.

Es macht mir alles unheimlich Angst. Die ganze Situation. Seit Monaten esse ich nun schon nicht richtig. Wiege noch 67 KG auf 182cm.
Ich frage mich, wie lange das noch so weitergeht. Und vor Allem frage ich mich, wann dieser Gewichtsverlust denn mal stagniert und ob er überhaupt stagniert. Nehme momentan ja nur so 1500kcal am Tag zu mir.

Werde die Tage mal zu meiner Psychiaterin fahren und sie zur Rede stellen. Aber irgendwie kann ich mir schon denken, was da für ne Antwort von ihr kommen wird. "Absatzsymptome gibt es nicht. Das kann nicht sein. Ihre Depressionen sind nur stärker geworden."
Ich werde berichten..

Hoffe euch geht es besser, liebe Grüße

Neso
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Re: Cipralex/Trittico - Absetzversuch

Beitrag von padma » Montag, 28.05.18, 17:40

hallo Neso, :)

dich hat es wirklich hart getroffen. :(
Jetzt braucht es wirklich Geduld, bis sich alles wieder stabilisiert.

Im Bereich Gesundheit haben wir threads mit Erfahrungen und Tipps mit einzelnen Symptomen, wie Übelkeit, Magen etc. Schau da doch mal rein.

Zu Gewichtsabnahme haben wir auch einiges, gib es mal in die Suchfunktion ein.
Werde die Tage mal zu meiner Psychiaterin fahren und sie zur Rede stellen. Aber irgendwie kann ich mir schon denken, was da für ne Antwort von ihr kommen wird. "Absatzsymptome gibt es nicht. Das kann nicht sein. Ihre Depressionen sind nur stärker geworden."
Das befürchte ich auch, dass das die Antwort sein wird. :frust:

liebe Grüsse,
padma
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Re: Cipralex/Trittico - Absetzversuch

Beitrag von neso22 » Dienstag, 19.06.18, 2:39

Hallo zusammen....

jetzt wird es wirklich ernst und mal wieder seid ihr meine einzigen Ansprechpartner. Ich weiß zwar nicht, ob hier irgendjemand ähnliche Probleme wie diese, die ich jetzt gleich beschreiben werde hat oder hatte, aber einen Versuch ist es ja wert.
Ich entschuldige mich schon vorher für den langen Text, aber kürzer geht es einfach nicht.


Also, nach einer gewissen Zeit während der Antidepressivaeinnahme habe ich Darmbeschwerden bekommen. Dabei waren diese Darmbeschwerden immer in direkten Zusammenhang mit meinem psychischen Befinden zu bringen. Allerdings war es nicht so, dass die Psyche der Auslöser der Darmprobleme war sondern, dass die Darmprobleme der Auslöser für die psychische Unwohlsein waren.
Habe ich also etwas fettiges oder süßes gegessen, gings mir spätestens am Tag darauf auch psychisch schlecht.
Da körperlich laut verschiedener Krankenhäuser alles in Ordnung ist, konnten diese Beschwerden nur durch das AD kommen.

Wie ihr ja wisst, habe ich das Cipralex dann auf 1mg reduziert und 25mg trittico eingenommen. Unmittelbar nach der Reduktion haben sich die Darmprobleme bedeutend verschlimmert. Auf dieser Dosis blieb ich dann etwa 3 Monate... Zuletzt ging es mir aber super schlecht. Weiteres eindosieren des Cipralex klappte nicht mehr, auf eine Erhöhung auf 37,5mg Trittico habe ich enorm reagiert.
Also bin ich vollkommen verzweifelt zu meinem Neurologen, der es dann irgendwie geschafft hat mich mit folgender Idee breitzuschlagen:
Ich sollte die 1mg Cipralex und 25mg Trittico absetzen und auf Johanniskraut umsteigen. Da es pflanzlich sei, müsse ich mir hier wenig Gedanken um die NW machen.

Nun ist eine Woche vergangen. Eine Woche also nur noch mit Johanniskraut.
ES GEHT MIR UNTERIRDISCH! Ja, es geht mir noch schlechter als vorher. Mein Darm spielt noch verrückter als vorher. ich bin psychisch total fertig. Kann mich kaum bewegen, weil es mir auch körperlich so schlecht geht.
---Jedoch geht es mir, wenn ich nicht esse und auf toilette war (der Darm also weitestgehend leer ist) psychisch vollkommen in Ordnung, Es geht mir erst dann schlecht, wenn etwas in den Darm kommt. Also 1-2 Stunden nach dem essen! Ich kann wirklich den Wecker danach stellen!

Also.. nachgelesen hier im Forum und was ist, jeder Rät davon ab, Johanniskraut im Entzug zu verwerden. Hätte ich das mal vorher gewusst.
Nur was mache ich jetzt?! Warum genau ist Johanniskraut im Entzug so schlecht? Soll ich es absetzen, oder kann es mir vllt doch ein wenig helfen, wenn es anfängt zu wirken? Soll ich wieder versuchen die 1mg Cipralex einzunehmen? Da ich ja sowieso schon so Probleme mit dem eindosieren hatte, bezweifle ich ehrlich gesagt, dass ich von dem Cipralex noch was vertrage. Das Trittico hat mir sowieso kaum geholfen, daher würde ich das jetzt auch weglassen.

Noch etwas... es geht mir wirklich wirklich schlecht. Ich bin mir nicht sicher, wie lange ich diesen Zustand aushalte. Ich habe echt Angst vor mir selbst, davor, dass ich etwas dummes tue. Darüber hinaus, kann ich nicht essen. Mir geht es vom Darm her so schlecht, dass ich nichts runterbekomme. Im Forum habe ich auch nichts gefunden, das mir Hilft. Ich wiege noch 66kg auf 182. Ich habe wirklich Angst. Meine Gedankengänge sind psychosomatische Klinik oder Klinik für Essgestörte, wobei mich beides nicht wirklich betrifft. Ich wüsste auch nicht, wie mir dort jemand bei meiner Absatzproblematik helfen könnte, aber vielleicht würden sie wenigstens meinen Gesundheitszustand bzgl des Gewichtsverlustes kontrollieren.

Ich hoffe, dass jemand bei dem Durcheinander hier durchblickt, leider kann ich momentan keinen klaren Gedanken fassen.
Ich bin so traurig und würde doch so gerne einfach nur am leben teilnehmen....
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Re: Cipralex/Trittico - Absetzversuch

Beitrag von Jamie » Dienstag, 19.06.18, 10:25

Hallo neso, :)

Johanniskraut wirkt wie ein synthetisches SSRI.
Ab 901mg ist es in DEU auch verschreibungspflichtig und muss vom Arzt überwacht werden.

Meine es nicht böse, frage mich aber, warum manche nicht vorher hier nachfragen?
Hast schon gewusst, dass wir dir abraten würden, oder? :wink:

Jetzt ist dein ZNS noch gereizter und man kann nur die Scherben zusammenkehren.

Okay, ist alles kein Vorwurf. Was kann man tun?
Sofort JK weglassen, zwei Tage pausieren und über Wiedereinnahme von 0,125mg Escitalopram nachdenken, würde ich sagen. Würde dazu aber auch gerne die Meinung anderer Engagierter hören.
Wenn es nichts bringt oder nicht mehr vertragen wird, ist auch diese Option passé - dann kann man es wieder weglassen.

Ich vermute deine Darmprobleme haben mindestens 2 Faktoren - sie begleiten dich schon die ganze Zeit, auch unter AD, es steht zu vermuten, dass du sehr empfindlich auf die Serotoninmodulation reagierst. SSRI wirken stark im Darm, da dort das meiste Serotonin des Körpers sezerniert wird und flotiert (über 90%); - und das SSRI beeinflusst eben Serotonin, auch das im Darm.

Und zweitens: Deine Schilderung schreit geradezu danach mal das Thema Nahrungsmittelunverträglichkeiten anzugehen! Ich bekam beim Lesen sofort den Eindruck, dass dein Darm evtl gewisse Stoffe nicht verträgt.
Inwieweit hast du dich damit schon befasst?
Schon mal was von Leaky Gut gehört?

Viele Grüße und tut mir leid, dass es dir so mies geht :(

Drücker für dich :group:

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Re: Cipralex/Trittico - Absetzversuch

Beitrag von Clarissa » Dienstag, 19.06.18, 12:15

Hallo.

Noch ein P.S. zum Johanniskraut: Ich habe noch nie gehört, daß es wirkt bei einer ERNSTHAFTEN Störung, wie sie bei Dir vorliegt. (Ich hatte davon zumindest keine spürbaren NW :wink: .)

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Re: Cipralex/Trittico - Absetzversuch

Beitrag von neso22 » Mittwoch, 20.06.18, 19:18

Hallo,

ehrlich gesagt war ich einfach nur verzweifelt und habe nicht viel nachgedacht. Aber ja, ich hätte vorher nachfragen sollen, da hast du recht..

Ich habe das Laif gestern abgesetzt und werde morgen mal die 0,125 mg Escitalopram probieren. Mal sehen, wie ich darauf reagiere.

Was hältst du von der Idee mit der Klinik?
Oder was macht man allgemein, wenn man im Entzug nicht zurecht kommt. Gibts hier Erfahrungswerte von Kliniken, die sich dem Problem evtl annehmen?

Was die Darmprobleme betrifft... ich bin schon lange im Forum Libase unterwegs.
Ich bin von Leaky Gut betroffen und habe einige Zeit in zusammenarbeit mit einer Spezialistin versucht, die Situation zu verbessern. Leider hat sich trotz Umstellungen und Ergänzungen nichts verbessert und unsere gemeinsame Entscheidung war es dann, dass es mit dem Psychopharmaka zusammenhängen muss.
Intoleranzen hab ich tatsächlich -eigentlich- keine. Durch das Leaky gut und die Belastung des Darms haben sich Probleme mit Histamin und Zucker (Fruktose, Sorbit) entwickelt. Ich gehe hier davon aus, dass diese vorübergehend sind und mit der allgemeinen Reizung des Darms zutun haben.
Ich achte natürlich darauf, nicht zu viel dieser Stoffe zu mir zu nehmen.

Die ganze Sitation mit dem Absetzen des Psychopharmakas scheit meinen Darm mittlerweile allerdings so überreizt zu haben, dass ich auf sämtliche Nahrungsmittel wenn nicht sogar auf Nahrung im allgemeinen reagiere..
Dementsprechend auch immer nach dem Essen die psychische Verschlechterung.

Ich habe bisher noch nie von jemandem gehört, der in dieses Bild wie ich es habe reinpasst. Die meisten haben entweder Darmprobleme oder aber Probleme mit Psychopharmaka (dabei evtl auch vorübergehnd Darmprobleme) aber dass sich jemand mit Medikamenten dermaßen den Darm zerschossen hat, wie ich das offensichtlich habe, so dass er auf jede Nahrung psychisch reagiert, habe ich noch nicht gehört... Ziemlich blöd so dazwischen zu stehen.

Grüße
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padma
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Re: Cipralex/Trittico - Absetzversuch

Beitrag von padma » Donnerstag, 21.06.18, 18:53

hallo Neso, :)

es sind einige Betroffene hier, die ausgelöst durch PP bzw. den Entzug heftige Darmprobleme bekommen haben.
Nahrungsmittelunverträglichkeiten, auch entzugsbedingte, können heftige psychische Symptome machen.

Wir haben immer wieder Betroffene hier, die so gut wie nichts mehr vertragen und auch massiv abnehmen.
Ich habe das Laif gestern abgesetzt und werde morgen mal die 0,125 mg Escitalopram probieren. Mal sehen, wie ich darauf reagiere.
Das halte ich für eine gute Entscheidung.
Was hältst du von der Idee mit der Klinik?
Oder was macht man allgemein, wenn man im Entzug nicht zurecht kommt. Gibts hier Erfahrungswerte von Kliniken, die sich dem Problem evtl annehmen?
Wir kennen keine Klinik, die sich der Entzugsproblematik wirklich annehmen. I.d.R. werden die Symptome als psychosomatisch gedeutet.

Ich glaube, du kannst wirklich nur für dich herausfinden, was an Nahrungsmittel du am ehesten noch verträgst. Erfahrungsgemäss wird es mit der Zeit wirklich wieder besser.

liebe Grüsse,
padma
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Re: neso22: Cipralex/Trittico - Absetzversuch

Beitrag von neso22 » Mittwoch, 04.07.18, 16:07

Hallo zusammen,

mal ein kurzes Update meinerseits...und 1-2 Gedankengänge, die ich seit den letzten Tagen habe.

Ich bin jetzt seit 2 Wochen ohne AD. Das Johanniskraut habe ich abgesetzt und danach nochmal für zwei tage versucht 0,125MG Escitalopram einzunehmen. Tatsächlich habe ich es nicht vertragen und fühlte mich während der zwei Tage Einnahme noch schlechter. Ich hätte niemals für möglich gehalten, dass ich einen so geringen Dosisunterschied überhaupt wahrnehmen würde.
Ich habe jetzt für mich beschlossen, mich dadurchzukämpfen. Es ist ja auch mehr oder weniger die einzige Option, die mir noch bleibt.

Was meine Gedankengänge betrifft.
Ich habe nun also herausgefunden, dass mein Körper scheinbar auf jedes Psychopharmaka extrem reagiert, da ich es geschafft habe, mein zentrales Nervensystem dermaßen zu überreizen.
Wovor ich jedoch momentan Angst habe, ist folgendes.. Gehen wir mal davon aus, ich überstehe das ganze. Komme also "durch" und mir geht es früher oder später auch wieder gut. Was mache ich, wenn ich in 5 Jahren durch äußere Umstände nochmal in eine extreme Stresssituation oder durch andere äußere Umstände in eine starke depressive Phase gerate. Werde ich nie wieder in der Lage sein, Psychopharmaka einzunehmen?

Ich bin natürlich davon überzeugt, dass diese Medikamente vollkommen falsch eingesetzt und mit Sicherheit sehr viel negatives mit sich bringen. Jedoch würde ich sie nicht grundlegend als "schlecht" bezeichnen. In den richtigen Situationen können sie richtig angewendet durchaus nützlich und hilfreich sein.

Also, hier sind mit Sicherheit einige, die sich auch schon einmal über diesen Sachverhalt Gedanken gemacht haben. Lasst mich bitte an eurem Ergebnis teilhaben, wenn ihr zu einem gekommen seid. :frust:

Der nächste Gedankengang wird für einige Wahrscheinlich absolut verrückt klingen...
Zu Beginn, als ich angefangen habe das Antidepressiva zu nehmen, ging es mir psychisch wirklich super! Ich war halt wirklich wie auf Droge - oder besser noch gesagt.. ich war auf Droge.
Ich würde fast soweit gehen und sagen, dass die ersten paar Monate der Antidepressivaeinnahme die besten meines Lebens waren. Ich war so glücklich! und so selbstbewusst! Nichts konnte mich aus der Bahn werfen und ich war unglaublich nett, locker und erfolgreich - in jeder Hinsicht.
Ich denke oft an diesen Zustand und wünsche ihn mir unterbewusst zurück. Auch, wenn ich weiß, dass er durch eine Droge herbeigeführt wurde. WIe freunde ich mich mit dem Gedanken an, dass das Leben in einer Form, wie ich es da erlebt habe eine Wunschvorstellung ist. Wie finde ich mich damit ab, dass ich niemals so sein werde und so sein kann...?
Vielleicht kann es der ein- oder andere ja sogar nachvollziehen. :whistle:

Liebe Grüße,

Neso
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Re: neso22: Cipralex/Trittico - Absetzversuch

Beitrag von padma » Freitag, 06.07.18, 18:22

hallo Nesso, :)
Was mache ich, wenn ich in 5 Jahren durch äußere Umstände nochmal in eine extreme Stresssituation oder durch andere äußere Umstände in eine starke depressive Phase gerate. Werde ich nie wieder in der Lage sein, Psychopharmaka einzunehmen?
M.M.n. sind Psychopharmaka die allerletzte Option. So wie du deine Reaktion auf AD beschreibst, reagierst du sehr sensibel. Ich würde möglichst vermeiden, nochmal ein AD zu nehmen.
Und wenn du dich doch entscheidest eines zu nehmen, dann in einer sehr niedrigen Dosis deine Reaktion antesten.
Ich war so glücklich! und so selbstbewusst! Nichts konnte mich aus der Bahn werfen und ich war unglaublich nett, locker und erfolgreich - in jeder Hinsicht.
Auch wenn das ein angenehmer Zustand war, so würde mich solch eine Persönlichkeitsveränderung beängstigen. Auch wenn du es nicht gemerkt hast, du hast einen Preis dafür bezahlt. Solch ein Zustand hat auch seine Risiken, er kann in Richtung Hypmanie gehen und zu Verhaltensweisen führen, die du später bereuen würdest.

Ich persönlich bin lieber "ich selbst", lebe das Leben mit Höen und Tiefen und seinen Herausforderungen. Und ich möchte echte Emotionen haben und echte Beziehungen zu anderen eingehen.

Möchtest du wirklich mit jemandem befreundet sein, der zwar immer gut drauf ist, aber nicht wirklich er selbst ist?

Und glücklich sein kann man auch ohne AD, indem man mit sich selbst im Einklang lebt, und herausfindet, was im Leben einem wirklich wichtig ist.

liebe Grüsse,
padma
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Re: neso22: Cipralex/Trittico - Absetzversuch

Beitrag von neso22 » Samstag, 11.08.18, 1:02

Hallo zusammen,

ich wollte mich mal zurückmelden und ein kurzes Update meines Zustandes geben. Es sind ja jetzt 2 Monate seit dem Absetzen vergangen.
Ja.. wie geht es mir? Kurz und knapp, immer noch :censored: . Wenn ich mir meinen Zustand von vor 2 Monaten vor Augen halte, dann kann ich zwar sagen, dass es mir im Gesamten vielleicht ein minimales Stück besser geht, aber das fällt leider kaum ins Gewicht, da es wirklich minimal ist und vom "Normalzustand" noch Lichtjahre entfernt.
Größtenteils haben sich die Beschwerden einfach nur verlagert, dh. dass Symptome die sich verbessert haben durch andere neue Symptome ersetzt wurden.
Meine Symptome bisher umfassen: Einschlaf- und Durchschlafstörungen, Unruhige Beine, Panik, Unruhe, schlechte Stimmung, Antriebslosigkeit, teils starke Ängste und Minderwertigkeitsgefühle, Kopfschmerzen, Durchfall, Verstopfung, Magenkrämpfe- und Schmerzen, Übelkeit, Sodbrennen,, Herzrasen, Atemprobleme und Haaraufall. Stehen soweit ich das gesehen habe auch alle mit in der Symptomliste hier im Forum.

Was mir allerdings am meisten Sorgen macht ist, dass ich noch immer nicht essen kann - und sich gerade das auch bisher noch um kein Stück verbessert hat. Ich war auch nochmal beim Arzt, da wurden verminderte Verdauungsenzyme (Pankreasinsuffizienz) festgestellt und das obwohl die Bauchspeicheldrüse(Pankreas) vollkommen in Ordnung ist. Hier gibt es Ersatzenzyme, die ich aber leider nicht vertrage. Alles ein wenig komisch, habe dazu hier im Forum auch leider nichts gefunden. Ob das wohl auch was mit dem Absetzen zutun haben kann...

Außerdem wollte mein Arzt mich wegen dem schlimmen Gewichtsverlust dazu überreden, Mebeverin auszuprobieren. Hat der ein oder andere vielleicht schon mal gehört, ist ein Medikament was bei Reizdarm eingesetzt wird.

Habe erstmal abgelehnt, da ich hier gelesen habe, man sollte im Entzug keine Medikamente (oder zumindest bestimmte Medikamente) nicht einnehmen. Meinungen hierzu? soll ichs ausprobieren?

Liebe Grüße und ein schönes We wünsche ich euch..

Neso
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Clarissa
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Re: neso22: Cipralex/Trittico - Absetzversuch

Beitrag von Clarissa » Samstag, 11.08.18, 7:13

Guten Morgen.

Schau mal hier, Neso, zum Mebeverin:

https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Mebeverin

Wird gegen Bauchkrämpfe eingesetzt und wirkt über das vegetative Nervensystem. Damit erscheint es mir nicht unproblematisch bei durch Entzug gereiztem Nervensystem. Und sieh Dir mal die häufigsten NW an!
An mir haben sie mal Buscopan ausprobiert, das ging total nach hinten los, ich bekam davon eine Harnverhaltung. Das hatte man noch nie erlebt, konnte aber schlecht in die Psycho-Schublade gesteckt werden.
Ich will damit sagen: paradoxe Reaktionen auf Medikamente sind im Entzug gut möglich.

Ich sage Dir auch ehrlich, ich würde das Mebeverin nicht nehmen. Heißes Eisen.

Deine Symptome passen wirklich alle zum Entzug. Ich konnte auch anfangs nichts essen, das hat sich aber wieder eingehängt so nach 3-5 Monaten.

Gute Besserung und viel Geduld und Durchhaltevermögen wünscht mit VG Clarissa.
bisher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
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