Seite 1 von 2

Können das noch immer Absetzsymptome sein? Vorsicht Triggergefahr!

Verfasst: Samstag, 15.09.18, 13:54
von Monalinde
Hallo

ein Hilferuf. Ich möchte niemanden triggern, aber ich komme mit meiner jetztigen Situation nicht mehr klar, weil ich mir nicht mehr vorstellen kann, dass ich noch an Absetzerscheinungen leiden könnte.

Wem es nicht gut geht, der soll das bitte, bitte nicht lesen!!!!!!!!!

Als ich hier im Forum unter " Unruhezustände" nachgeschaut habe, ist mir der Beitrag von Frieda-Marie aufgefallen. Was sie beschreibt, ist mir in letzer Zeit besonders vertraut geworden.

Angstzustände verbunden mit plötzlich einschießenden Zwangsgedanken gab es ja schon immer während der letzten Jahre. Auch das Gefühl von Agitiertsein an einem Tag und Erschöpftsein am Nächsten. Damit bin ich irgendwie noch klar gekommen, auch noch mit den Ängsten. wobei ich dabei in meinem Tagesablauf schon eingeschränkt war. Es gab aber zwischendurch auch Tage, an denen ich meinte, dass es mir gut gehe und ich fast von Symptomen frei geblieben bin.

Nun aber heute morgen gegen 3.00 Uhr dieses Aufschrecken wieder, schweissgebadet und mit dem Gefühl, als hätte ich 50 Tassen Bohnenkaffee getrunken. Ich musste die Fenster schließen, weil mich Straßenlärm fast wahnsinnig werden ließ, ich zitterte am ganzen Körper, bin mir aber sicher, dass ich zuvor keinen Albtraum aber einen ins Übermaß gesteigerten Traum hatte. Seltsamerweise hat mich auch der Tinnitus, der fast täglich mein Begleiter ist, sofort verlassen.

Diese Unruhezustände , die offenbar auch in einer zu hohen Cortisolausschüttung begründet sein können, sind neu für mich. Ich kann in diesem Zustand nichts unternehmen, weil ich mich in einem ungeheueren Spannungszustand befinde, den ich auf irgend eine seltsame Weise nicht mehr los werde. Selbst das Zeitunglesen geht nicht mehr. So wie Frieda - Marie es beschreibt, ist es die Morgenhölle pur. Ich könnte schreien und um mich schlagen. Das bin nicht ich, das ist etwas anderes. Ich kenne es aus früheren AngstDepressionen so nicht. Aber jede Depression ist anders.

Es ist nun über fünf Jahre her, seit ich die Psychopharmaka, Mirtazipin und Venlafaxin abgesetzt habe, und ich halte es für schier unmöglich, dass es noch von daher kommt. Bisher bin ich standhaft geblieben mit der Einnahme von Antidepressiva, aber wenn es nicht mehr auszuhalten ist, muss ich etwas unternehmen. Habt ihr noch eine Idee dazu? Neurexan ist da nur ein Tropfen auf den heissen Stein.

Jetzt hat es sich wieder beruhigt, ich bin total erschöpft und fertig.

Mona

Re: Können das noch immer Absetzsymptome sein? Vorsicht Triggergefahr!

Verfasst: Samstag, 15.09.18, 15:25
von reddie
Liebe Monalinde,

ich kenne diese Zustände auch bzw. befinde ich mich auch seit geraumer Zeit nur mit kurzen Unterbrechungen (Einnahme von Medis und Substanzen) in diesen. Ecitalopram habe ich bei mir im Verdacht, das ich auch schon lange nicht mehr nehme, denn vor diesem Medikament war ich eher depressiv, gelähmt, jede Bewegung war anstrengend und ich habe stundenlang im Bett gelegen tagsüber, heutzutage würde ich mich als agitiert bezeichnen.

Trigger
► Text zeigen
Ich habe leider keinen Rat. Höchstens CBD-Öl hilf ein ganz kleines bisschen.
Bevor ich alles wieder lösche, baue ich eine Triggerwarnung ein und schicke es ab.

Liebe Grüße
reddie

Re: Können das noch immer Absetzsymptome sein? Vorsicht Triggergefahr!

Verfasst: Samstag, 15.09.18, 19:16
von Siggi
Liebe Mona, :hug:

noch vor einigen Stunden hatte ich dir eine Mail gesandt, und war so voller Hoffnung, weil
du vor einigen Tagen wieder etwas Besserung deines Zustandes erfahren hast.

Und nun bin ich richtig geschockt zu lesen, wie grausig sich deine frühen Morgenstunden entwickelten.

Bitte entschuldige, wenn ich dich noch einmal mit der Schilddrüse nerve....
diesen grausigen Zustand, den du beschreibst kenne ich nur von 2002 als ich noch nicht wusste,
dass ich Schilddrüsen Probleme habe....ich stand total unter Strom, nichts und niemand
konnte Beruhigung bringen, es war schlimmer als der Vorhof der Hölle....

Wie du ja schon geschrieben hast, war es die Cortisol-Ausschüttung, die dich in diesen entsetzlichen Zustand
versetzte....
Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass du, rein psychisch, und wie aus heiterm Himmel, derlei massive Anfälle
bekommst...
Ärzte kontrollieren nur den TSH Wert, und die meisten Laborwerte sind veraltete, wo der Normwert zwischen 0,30 - 4,2....liegt!
Progressivere Labore haben einen Normwert von 0,30 bis 2,5 weil alles was über 2,5 hinausgeht
schon zu massiven Problemen führen kann!

Leider meinen die meisten Ärzte, wenn der Wert in der Norm liegt, egal wie hoch, dass es dem Patient
gut gehen muss und seine Beschwerden nicht von der Schilddrüse herrühren, alles top wäre und somit nicht
behandlungsbedürftig! :frust:

Dein gesamter Hormonhaushalt wird seit Langem sehr strapaziert, und da fällt vor allen Dingen auch
die Schildrüse drunter.
Liebe Mona, du hast nichts zu verlieren, deinen Arzt zu bitten, dir nochmal,(wenigstens ) nur den TSH
Wert zu messen.
Auch wenn er meint, dass alles in der Norm liegt....lass dich nicht abspeisen !!

Es gibt viele Menschen die Amok laufen, wenn der TSH Wert über 2,5 liegt....
Es gibt keine definitive Wohlfühlnorm , jeder reagiert anders, deswegen wäre es ein aboluter Strohhalm
dir so bald wie möglich noch einmal den Wert messen zu lassen, und ihn ins Forum zu stellen....

Ich glaube dass " versierte S.Drüsler " sicher konform mit meiner Meinung gehen können!?
Gerade dieses Gefühl wie unter 1000 Volt zu stehen, zu zittern, schweißgebadet zu sein, lässt oft
auf eine entgleiste S.Drüse schließen,und zwar so massiv, dass selbst dein übler Tinni
vor Schreck verstummte :frust:

Ich bin in Gedanken fest bei dir
und drücke dich herzlich :hug: :hug:
Siggi

Re: Können das noch immer Absetzsymptome sein? Vorsicht Triggergefahr!

Verfasst: Samstag, 15.09.18, 19:30
von Monalinde
Liebe Siggi,

ich kann mich gerade nicht viel äußern. Der Sturm hat sich gelegt, nach vielen Stunden. Mit der Schilddrüse kenne ich mich nicht aus, habe aber
bei meinem letzten Blutbild nachgeschaut und einen TSH - Wert von 2,18 abgelesen

Das kann es doch nicht sein, aber was dann?

Bin heute zu nichts mehr fähig,

Umarme dich, Mona

Re: Können das noch immer Absetzsymptome sein? Vorsicht Triggergefahr!

Verfasst: Samstag, 15.09.18, 19:47
von Siggi
Liebe Mona,

ist es möglich, kurz zu schreiben, wann diese Blutentnahme war?

Lb Gr.
siggi

Re: Können das noch immer Absetzsymptome sein? Vorsicht Triggergefahr!

Verfasst: Samstag, 15.09.18, 20:18
von Monalinde
Hallo liebe Siggi,

Anfang 2017.

Re: Können das noch immer Absetzsymptome sein? Vorsicht Triggergefahr!

Verfasst: Samstag, 15.09.18, 23:10
von Siggi
Liebe Mona, :hug:

danke fürs Raussuchen der Daten.
In 13 Monaten kann sich an den Schilddrüsenwerten sehr viel verändern, zumal du in dieser Zeit
oft großen Belastungen ausgestzt warst, die sich zu Buche schlagen können.

Um wirklich sicher zu gehen, und auszuschließen, dass es nicht die S.D. ist,
wäre es sehr ratsam, erneute Werte vornehmen zu lassen.

Dir alles Liebe und Gute,
es wird wieder besser werden
herzlichst Siggi

Re: Können das noch immer Absetzsymptome sein? Vorsicht Triggergefahr!

Verfasst: Samstag, 15.09.18, 23:28
von carlotta
Hallo Mona,

nur kurz von mir:
Es gibt noch weitaus längere Verläufe als 5 Jahre. (Bei mir sind es mittlerweile übrigens 7, Open End; ich kenne noch weitere Langzeitbetroffene persönlich; bei Altostrata von survivingantidepressants waren es übrigens insgesamt rund 11 Jahre.)

Du schreibst, bei Dir waren 3 Medikamente im Spiel. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie dem Nervensystem im Nachgang noch lange zu schaffen machen, ist hoch, gerade bei mehreren Präparaten. Ob man das nun noch Entzug taufen möchte oder durch psychoaktive Substanzen geschädigtes ZNS, sei dahingestellt (geschädigt bedeutet nicht notwendigerweise irreversibel).

Bekannt ist zudem, dass derartige Substanzen die Vulnerabilität für lange Zeit erhöhen können; d. h., Symptome zu späteren Zeitpunkten kann man durchaus in Zusammenhang zu früheren Einnahmen sehen. Noch dazu hast Du äußerst stressige Zeiten hinter Dir, wenn ich mich recht erinnere: Und Stress ist DER Symptomtrigger schlechthin im Entzug (bzw. bei vorgeschädigtem ZNS) und kann auch noch nach längerer Zeit Symptomwellen hervorrufen.

Und ja, die SD kann natürlich auch schräge Werte hervorbringen. Das heißt aber nicht, dass es nichts mit dem Entzug zu tun hat. Im Gegenteil wäre es ein weiteres Indiz dafür. Denn PP und ihre Nachwirkungen beeinflussen die SD nicht unerheblich. Die Frage ist nur, ob sich valide Werte feststellen lassen oder ob sie stark schwanken (häufigeres Problem im Entzug). Dann kann es sehr schwierig sein, eine geeignete Medikamentendosis zu finden bzw. wird SD-Medikation im Post-Entzugszustand auch nicht unbedingt vertragen (allgemeine Medikamentenunverträglichkeit kann viele Jahre anhalten). Man kann sich da nur vorsichtig herantasten, wenn man den Weg gehen will.

Nutzt Du denn, sofern aktuell möglich, Entspannungstechniken? Das wäre wichtig. Einfach als regelmäßige Übung/positives Signal für das ZNS. Auch pflanzliche/alternative Mittel können etwas Erleichterung bringen - sofern man sie verträgt.

Es klingt sehr nach einer heftigen Welle. :hug: Sie wird abklingen.

Liebe Grüße
Carlotta

Re: Können das noch immer Absetzsymptome sein? Vorsicht Triggergefahr!

Verfasst: Sonntag, 16.09.18, 9:25
von Marko92
Liebe Mona :) ,

Hallo in die Runde -

deine Symptome kenne ich von Angst und Panikattacken recht gut. Ich musste manchmal sogar ein paar Versuche machen, wenn ich in Panik jemand anrufen wollte, bis ich die Nummer richtig ins Telefon getippt hatte. Nachts aufschrecken, weil mich Sorgen im Schlaf verfolgen, kenne ich ebenfalls.

Ich denke, dass die vielen Belastungen in der letzten Zeit schon bei einem nicht vorbelasteten Menschen Symptome auslösen können, einen Angehörigen zu verlieren und bei langer Krankheit zu begleiten kann traumatisieren. Wie es in Zukunft praktisch weiter geht ist ja auch noch nicht so richtig gelöst.

Du bist durch den Entzug nervlich sowieso nicht so belastbar und so hat der ganze Sress meiner Meinung nach eine Welle bei dir ausgelöst.

Zur Schilddrüse denke ich, wenn es du es abklären lassen willst, dann kannst du das tun. - Allerdings, wenn du in einer Welle steckst, spielen vermutlich auch deine Blutwerte verrückt, dann sind unnormale SD-Werte FOLGE des Entzugs. Der Arzt wird es aber vermutlich nicht so sehen sondern versuchen, dir Hormone aufzudrängen, die dein ZNS zusätzlich ins Ungleichgewicht bringen würden und die falsche Lösung wären.

Übrigens gibt es zur Behandling von SD-Unterfunktion in anderen Ländern verschiedene Standpunkte, die nicht der deutschen Leitlinienbehandlung entsprechen, so behandelt man z.B. leichte Unterfunktion oft nicht. - Ich habe mich damit beschäftigt, weil ich selber eine leichte Unterfunktion habe und die Hormone schlecht vertragen habe. Die SD reagiert ja auch auf Stress und situationsangepasst, insofern finde ich eine konstante Dosis ist auch ein Eingriff in das subjektive Erleben und SD-Hormone sind in meinen Augen ebenfalls psychoaktive Substanzen, die ich nur wenn es unbedingt sein muss, nehmen würde.

Ich wäre mit Diagnosen, die im oder nach einem protrahierten Entzug gestellt werden extrem vorsichtig, wenn man sie aus Symptomen, Vitalwerten und Blutwerten ableitet und würde nur wirklich akut gefährliche Zustände medikamentös behandeln.

Ich würde dir wünschen, dass du eine gute Lösung für deine Lebenssituation findest, mit der du gut aufgehoben und ohne Sorgen leben kannst, das würde dir viel Stress abnehmen und es ginge dir vielleicht bald wesentlich besser.

Ich denke, es ist wirklich wichtig, auch die Lebenssituation mit im Blick zu haben, wenn es anderen oder einem selbst schlecht geht, bevor man anfängt, an Krankheiten zu denken. Das SD-Problem finde ich insgesamt deswegen unwahrscheinlich und unspezifische Symptome passen zu sehr vielen Krankheiten.

LG Markus :)

Re: Können das noch immer Absetzsymptome sein? Vorsicht Triggergefahr!

Verfasst: Sonntag, 16.09.18, 12:25
von Luna
Hallo zusammen

Dazu möchte ich kurz was schreiben.
Ich hatte ein halbes Jahr nach 0 ein wert von 2.69. Vorher so um 1 mit grausigen symptomen dank pp und nicht Schilddrüse.
Der Wert von 2,69 sank innerhalb von 2 Wochen auf 0,69. Mir ging es keineswegs anders als mit 2,69.
Meine Werte schwankten da noch sehr und sie schwanken nach wie vor bei besonders nach Unverträglichen also wenn ich sensibel bin. Das ist für mich normal, dass dann vieles schwankt und es pendelt sich wieder ein. Manchmal brauch das eine Weile bzw geht manchmal recht schnell.

Ich habe solche Zustände wie Mona wegen Schilddrüse nie gehabt.
Ich denke auch...wie Carlotta,dass Mona sehr sensibel ist auch noch wegen Entzug. Das ist locker auch mal normal nach 5 Jahren besonders nach viel Stress. Da war massiv viel Stress bei ihr usw. Es hat sich zu viel angestaut mit der Zeit. Der Mann ist verstorben und dann so viel alleine machen, empfindlichkeit auf Medikamente usw und du musstest ja zwischendurch was nehmen usw. Der Körper ist nach wie vor sensibel. Meiner nach 3 Jahren auch sehr und ich muss gut aufpassen.

Ich will keinen wegen Schilddrüse widersprechen aber einfach aufzeigen, dass es normal sein kann, dass Hormone schwanken wie auch Cortisol und viele andere Hormone. Es sind eben Hormone und die verlaufen nie geradlinig. Nicht mal bei gesunden und bei uns erst recht nicht. Wenn man Stress hat und nmu dann ist das sogar normal und wahrscheinlich das durcheinander und schwanken.

Mona du solltest doch auch Ernährung umstellen oder? Laut deiner ganzheitlichen Ärztin. Falls du da was gemacht hast, kann das auch sein, dass der Körper auch darauf erstmal reagiert. Das wäre auch anfangs normal.

Alles Gute Mona.

Re: Können das noch immer Absetzsymptome sein? Vorsicht Triggergefahr!

Verfasst: Sonntag, 16.09.18, 14:40
von Monalinde
Hallo liebe Luna,

Danke Dir,

diese nächtlichen Unruhezustände hören sich wirklich nach Schilddrüse an, weil man ja ansonsten keine große Erklärung dafür finden kann.
Aber ich denke doch, dass es diese verflixte Übersensibilität ist, wie Carlotta sie beschreibt, denn bei mir läuft irgendwie alles darauf hinaus, immer wieder in einem neuen Kleid. Trotzdem war ich fix und alle und bin so dankbar, dass mir das Forum wieder einmal geholfen hat. Es ist einfach schrecklich, wenn man mit allem so allein dasteht.

Vielleicht noch etwas Interessantes. Mein Sohn sucht ja hin und wieder seinen Psychiater auf. Er hat ihm auch von meinen Zuständen erzählt, Der Psychiater hat mir zur Einnahme von Pistazien, unbehandelt geraten.Diese enthielten das Schlafhormon Melatonin und würden insgesamt etwas beruhigen. Vielleicht hilft es ja ein wenig.

Ich habe jetzt noch einmal meine letzten Blutbilder durchgeschaut und festgestellt, dass die Schilddrüsenwerte 2015 bei 2,06, 2016 bei 2.07 und 2017 bei 2,18 lagen, also keinen größeren Schwankungen unterworfen waren. 2018 steht noch aus.
Die Werte bewegen sich ja alle noch Referenzbereich, ich muss aber zugeben, dass ich ganz gewiss keine Schilddrüsenspezialistin bin.

Lieb, dass du an mich gedacht hast,

Grüße an M. und auch an die Fellnase Luki.

Re: Können das noch immer Absetzsymptome sein? Vorsicht Triggergefahr!

Verfasst: Sonntag, 16.09.18, 15:14
von Luna
Liebe Mona
Unruhezustände können aber genauso gut von anderen....besonders Stresshormonen....kommen. Wenn der körper damit nicht umgehen kann.
Ich war auch mega unruhig wenn mein Blutzucker spinnte und da waren Schilddrüsenhormone normal.
Man kann das nicht alles auseinander nehmen, da vieles im Körper...wenn durcheinander...zu Symptomen führen kann. Was du dann alles schlucken müsstest. Das wäre alles andere als gesund.
Achte bei nüssen bzgl auf Histamin...sonst wird es wieder unruhig.
Ansonsten mach was du möchtest und wo du denkst, dass es dich dann beruhigt.

Liebe grüße luna

Re: Können das noch immer Absetzsymptome sein? Vorsicht Triggergefahr!

Verfasst: Sonntag, 16.09.18, 15:34
von Clarissa
Liebe Mona,

wenn Dein TSH zu hoch wäre, läge insgesamt eine Unterfunktion der Schilddrüse vor - und dazu passen Deine Symptome eher NICHT.
(Sie würden evtl. zur Überfunktion mit ganz niedrigem TSH passen.)

Insgesamt schließe ich mich carlottas, Markus' und Lunas Interpretationen an.

VG von Clarissa

Re: Können das noch immer Absetzsymptome sein? Vorsicht Triggergefahr!

Verfasst: Sonntag, 16.09.18, 16:44
von Siggi
Hallo,

es ist allerdings bekannt, dass Unterfunktion, sowohl als auch Überfunktion die gleichen
Symptome auslösen können.
Einer Unterfunktion muss nicht automatisch : Müdigkeit, Trägheit, Gewichtszunahme,Antriebslosigkeit
etc. einher gehen...
Ich war am Anfang, als noch keine Diagnose gestellt wurde , ein lebhaftes Beispiel...
Ich verlor erschreckend viel Gewicht, stand nur noch unter Strom, zitterte wie Espenlaub, und befand mich
in einer permanenten Akathisie.
LGr.
Siggi

Re: Können das noch immer Absetzsymptome sein? Vorsicht Triggergefahr!

Verfasst: Sonntag, 16.09.18, 19:47
von Katzi2000
Hallo Monalinde,


Nun aber heute morgen gegen 3.00 Uhr dieses Aufschrecken wieder, schweissgebadet und mit dem Gefühl, als hätte ich 50 Tassen Bohnenkaffee getrunken. Ich musste die Fenster schließen, weil mich Straßenlärm fast wahnsinnig werden ließ, ich zitterte am ganzen Körper, bin mir aber sicher, dass ich zuvor keinen Albtraum aber einen ins Übermaß gesteigerten Traum hatte. Seltsamerweise hat mich auch der Tinnitus, der fast täglich mein Begleiter ist, sofort verlassen.



Diese Zustände, genau wie du sie beschreibst, habe ich auch seit einigen Wochen. Ich habe vor 5,5 Monaten Mirtazapin abgesetzt.
Ich habe schon beim einschlafen Angst davor, denn jede Nacht überfällt mich dieser Zustand. Mal mit Schweißausbruch mal ohne.
Ich hatte nie psychische Probleme.

Meine Schilddrüsenwerte sind in Ordnung, ich ließ sie erst im August überprüfen.

Zur Zeit probiere ich lioran (passionsblume) aus. Vielleicht hilft sowas.

Diese Zustände sind fürchterlich und ich habe schon lange nicht mehr durchgeschlafen.
Ich fühle mit dir !

Liebe grüße von Katzi 2000😼

Sorry, aber das zitieren hat nicht funktioniert

Re: Können das noch immer Absetzsymptome sein? Vorsicht Triggergefahr!

Verfasst: Montag, 17.09.18, 10:24
von Marko92
Hallo in die Runde :)
Nun aber heute morgen gegen 3.00 Uhr dieses Aufschrecken wieder, schweissgebadet und mit dem Gefühl, als hätte ich 50 Tassen Bohnenkaffee getrunken. Ich musste die Fenster schließen, weil mich Straßenlärm fast wahnsinnig werden ließ, ich zitterte am ganzen Körper, bin mir aber sicher, dass ich zuvor keinen Albtraum aber einen ins Übermaß gesteigerten Traum hatte. Seltsamerweise hat mich auch der Tinnitus, der fast täglich mein Begleiter ist, sofort verlassen.
Solche Symptome liest man doch bei vielen beim Absetzen oder im protrahierten Entzug. -

Nur weil man findet, das könnte allmählich aufhören, wird es auch nicht anders. :wink:

Sicher kann man alles mögliche untersuchen lassen und immer wieder zum Arzt, aber was bringt es letztendlich?
Entweder es wird nichts gefunden oder man bekommt eine Diagnose, die der Arzt stellt, weil er keinen Zusammenhang zum Absetzen herstellt nach so langer Zeit. Wenn man Pech hat, nimmt man dann irgendein Medikament, dass man nicht verträgt und einen richtig zurückwirft.

Kann mich noch ganz gut an einen Beitrag von Curlytitus erinnern, in dem sie sich wegen SD - Werten ausserhalb des Referenzbereichs überreden hat lassen, Hormone zu nehmen, und davon monatelang zu leiden hatte und in der Genesung zurückgeworfen worden ist.

Was ich nicht verstehe, wieso Symptome, die einerseits typische Absetzsymptome sind und andererseits bei Streß und psychsicher Belastung auch einleuchten mehr oder weniger beliebig auf die SD zurückgeführt werden, weil sie so unspezifisch sind, dass sie eben auch zu anderen Erkrankungen passen.

@ Siggi - MWn sind Monas Symptome in den allermeisten Fällen Überfunktionssymptome, es mag einzelne Ausnahmen geben, aber du hast doch Hashimoto und da ist ja auch noch das Immunsystem im Spiel, was die Symptome ebenfalls auslösen kann.

Und du hast doch selbst Erfahrung mit Unverträglichkeiten, warum reitest du auf der SD rum? Da könnte man jetzt alles aufzähen, was Ansgt und Unruhe zur Folge hat und abkären lassen. Viele Entzugssymptome könnten auch auf eine Erkrankung hindeuten, das führt doch zu wenig, wen das alles angesprochen wird. Man riskiert nur wieder neue Medikamente und Symptome.

Ausserdem, gerade bei den Langzeitbetroffenen sind alle möglichen Werte ausserhalb der Norm, siehe Lunas Beitrag, und Behandlungsversuche führen zu neuen Tiefpunkten im Verlauf, weil die Werte schwanken, weil der Organismus noch versucht sein Gleichgewicht wieder zu finden.

Der springende Punkt ist doch der, hatte man vor dem Absetzen normale Werte oder nicht? Wenn ja, dann ist es vermutlich Entzug, wenn nein, dann hat man eine körperliche Krankheit. Sprich, war eine Erkrankung schon vor dem Entzug vorhanden, wenn nicht, sind es meistens Absetzsymptome.

Zur Erkärung meiner Besorgnis bitte https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 77#p202677 und die zurückliegende Beiträge.

Fühle mich nicht wirklich wohl, das zu posten, weil ich niemanden verletzen will, andererseits will ich aber auch wichtige Infos nicht weglassen, die Leid ersparen können. - Bitte nicht falsch verstehen.

LG Markus :)

PS - @ Mona - Was ist mit Doxepin? Du hattest doch einige Tabletten genommen. Nimmst du sie noch und wieviel waren es?
Das könnte nämlich ebenfalls Symtome triggern, solltest du zu denen gehören, die keine Medikamente mehr vertragen.

Re: Können das noch immer Absetzsymptome sein? Vorsicht Triggergefahr!

Verfasst: Montag, 17.09.18, 12:36
von Siggi
Hallo Markus,

nein, ich nehme dir deine Bemerkungen, bezüglich der S.D. nicht übel.
Im Grunde ist unser Denken ja ähnlich.

Fast jeder von uns hat in der Vergangenheit sicher Mengen an Geldern für Ärtzebehandlung, Tests, NEM etc.
ausgegeben, immer in der Hoffnung damit etwas Erleichterung und Licht im Tunnel zu erleben... :frust:
und musste die Erfahrung machen, dass alles nur kontraproduktiv und enttäuschend war....

Es ist halt nur so, wenn man wie Mona und auch ich, schon seit Jahren im protrahierten Entzug steckt, sich fragen muss
ob dies denn wirklich noch Entzug ist.

Als Außenstehender, aber auch als Betroffener , versucht man dann alle Register der Eventualitäten zu ziehen,
immer in der Hoffnung, dem Andern einen Strohhalm zu reichen,im Glauben ihm etwas helfen zu können .

Uns langjährigen Entzüglern fällt es oft nicht leicht ,bei so plötzlich auftretenden,
krassen Einbrüchen immer noch an Entzugsymptome zu glauben.... :(

Lg. Siggi

Re: Können das noch immer Absetzsymptome sein? Vorsicht Triggergefahr!

Verfasst: Montag, 17.09.18, 12:55
von Marko92
Liebe Siggi :)

da bin ich froh, dass du mir meinen Beitrag nicht übel nimmst :party2:

Freilich ist es schwer, wenn man so lange nicht ganz gesund wird.

Was mich manchmal wundert, sind die Zweifel, die auch sehr Erfahrene am langjährigen Verlauf haben.

Das scheint mir im englischsprachigen Forum weniger.

LG Markus

Re: Können das noch immer Absetzsymptome sein? Vorsicht Triggergefahr!

Verfasst: Montag, 17.09.18, 14:27
von Monalinde
Hallo,

Viel ist in der Zwischenzeit in meinem thread geschehen. Ich hatte heute einen Termin bei meinem früheren Psychiater, den ich vor ein paar Tagen in meinem Schrecken angerufen habe. Eigentlich wollte ich gar nicht mehr hingehen, habe es dann aber doch getan. Er hat zuallererst ein EEG gemacht, dass, vermutlich durch meine entspannte Haltung während der Sitzung besser ausgefallen ist, als in den Vorjahren.

Er hat mir Oppripramol bedarfsweise verschrieben, vielleicht reicht es ja schon wenn ich es in der Nähe habe. Was interessant war, ist, dass man bei alten Leuten vorsichtig mit der Verschreibung von Antidepressiva sein müsse, wegen der Gefahr von Verwirrtheitszuständen.

Mir fällt es oft schwer, so wie es Siggi auch schreibt, bei manchen Symptomen noch an einen Langzeitentzug zu glauben. Bei den körperlichen Symtomen, die ich hatte, wie Reflux, Schleim im Rachen, verstopfte Nase, Tinnitus,Schüttelfrost, Hautausschläge, Stromgefühle in den Armen und Beinen , Herzrasen waren die Medikamente schuld.

Meine Psyche kann ich einfach nicht einschätzen, habe ich mir vielleicht angewöhnt, anders auf Lebensereignisse zu reagieren wie früher und provoziere damit mein Unterbewusstsein?

Aber diese Stressanfälligkeit ist andereseits auch nicht im Bereich des Normalen.

Nachdenkliche Grüße Mona

Re: Können das noch immer Absetzsymptome sein? Vorsicht Triggergefahr!

Verfasst: Montag, 17.09.18, 14:58
von Stud_psych
Hallo Monalina,

ich kann ich gut verstehen. In einigen Situationen, in der mich dann auch die Panik überkommt, habe ich auch immer das Bedürfnis einen Terminen bei einem Arzt zu machen.

Das dein EEG besser ausgefallen ist als in den Jahren zuvor, kann vielleicht auch ein Zeichen sein, dass sich dein Nervensystem zumindest dort erholt, auch wenn du es selbst noch nicht merken kannst....

Nur eine Idee....

LG