Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->




Das Forum ist wieder für neue Teilnehmer geöffnet. Alle Details hier.


Maccaroni: Escitalopram ausschleichen

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
:schnecke: Bitte lies unsere Forenregeln, bevor Du Dich registrierst.
Ululu
Moderatorenteam
Beiträge: 6153
Registriert: 04.05.2017 17:43
Hat sich bedankt: 4014 Mal
Danksagung erhalten: 1842 Mal

Re: Maccaroni: Escitalopram ausschleichen

Beitrag von Ululu »

Hallo Mark,
Maccaroni hat geschrieben: 14.03.2019 20:28 aber ihr meintet ja schon, dass die Erschöpfung durch die Dosissprünge kommen kann.
Auf jeden Fall. Dein Körper sagt dir deutlich, was er braucht. Du tust sicher gut daran, auf ihn zu hören.
:)
Eine kognitive Verhaltenstherapie ist für eine Angsterkrankung oft die sinnvollste Therapie.

LG Ute
► Text zeigen
Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.
Maccaroni
Beiträge: 11
Registriert: 25.11.2018 16:12
Hat sich bedankt: 7 Mal
Danksagung erhalten: 1 Mal

Re: Maccaroni: Escitalopram ausschleichen

Beitrag von Maccaroni »

Ich war gestern Morgen bei meinem neuen Psychiater, der erst um die 40 Jahre ist, aber einen sehr kompetenten Eindruck macht und sich auch eine halbe Stunde für mich Zeit genommen hat. Er meinte, dass die eigenverantwortliche Änderung der Medikation die häufigste Ursache für Klinikeinlieferungen sind und dass ein Medikament nach dem Abdosieren und wieder eindosieren bei manchen Patienten dann nicht mehr oder nicht mehr so gut funktioniert. Er hat mir weiter auch empfohlen, auf 15mg hochzugehen, um aus meinem Tief rauszukommen und zur Linderung meiner Ängste, obwohl ich ihm gesagt habe, wie erschöpft ich mich von den Dosissprüngen fühle. Was denkt ihr dazu? Vielleicht warte ich doch besser einfach etwas mit den 10mg ab.
Ausgangssymptome: Hauptsächlich Panikattacken beim Mittagessen mit Kollegen 01/2018, aber auch andere sozialen Ängste, Traurigkeit und Konzentrationsprobleme.
Diagnose: soziale Phobien, leichte depressive Episode

Medikation:
12/2017-01/2018: 7.5mg Mirtazapin vom Hausarzt (überhaupt nicht vertragen), bald wieder sofort abgesetzt.
01/2018-05/2018: 10mg Escitalopram
05/2018-08/2018: 5mg Escitalopram
08/2018-10/2018: 15mg Escitalopram
10/2018: 10mg Escitalopram
02/2019: 5mg Escitalopram (im Moment starke Absetzerscheinungen)
01.03.2019 bis jetzt: 10mg Escitalopram
In sozialen Ausnahmesituationen wie Vorträgen: 0.125-0.25mg Alprazolam

Frühere Absetzversuche:
1. Juni 2018 Escitalopram s.o von 10 auf 5mg: Danach hatte ich allerdings wieder eine Panikattacke und ansteigende Ängste in sozialen Situationen.
2. Oktober 2018 (s.o) von 15 auf 10 mg Escitalopram runter und im März 2019 auf 5mg.
Jamie
Moderatorenteam
Beiträge: 19720
Registriert: 04.02.2013 22:37
Hat sich bedankt: 7174 Mal
Danksagung erhalten: 9569 Mal

Re: Maccaroni: Escitalopram ausschleichen

Beitrag von Jamie »

Hallo Marc, :)

das ist ehrlich gesagt so ermüdend.
Der Arzt hat dies gesagt.. der Arzt hat das gesagt...
Wenn das, was die Ärzte sagen, immer richtig wäre und sie die Regeln der Kunst und ihrer Medikamente verstünden, müsste es dieses Forum nicht geben.

Ich behaupte nicht, dass "wir" hier alles besser wissen, aber zumindest mit dem Ausschleichen und den Tücken dabei haben wir nun wirklich hinlänglich Erfahrung.
Ich mein das nicht böse, aber es ist so anstrengend irgendwie :roll: .

Zur Frage. Es ist deine Entscheidung, ob du aufdosierst. Ich rede dir da nicht rein.
Es spricht aber auch nichtsdagegen, den 10mg noch ein wenig die Chance zu geben und wenn dann doch aufdosiert werden soll, lieber sanft und schrittweise hochzugehen als direkt auf die 15mg zu springen. Bedenke: bei 10mg ist der Schritt auf 15mg hoch eine 50%-Erhöhung. Das ist eine große Menge und nicht nur ein Krümel.

Schönes Wochenende, gute Entscheidungsfindung
Jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis. Bei dringenden Problemen / Anfragen das Forum betreffend bitte an forenmaster@adfd.org wenden

-----------------------------

Infos ueber mich:
► Text zeigen
Melina 17
Beiträge: 672
Registriert: 15.07.2018 11:43
Hat sich bedankt: 15 Mal
Danksagung erhalten: 104 Mal

Re: Maccaroni: Escitalopram ausschleichen

Beitrag von Melina 17 »

Hi Mark,

ich denke, jetzt auf 15 mg zu gehen wäre das Blödeste, was du jetzt machen könntest. Erstmal ist kein großer Unterschied in der Rezeptorbelegung (ich merk selbst zwischen 30 und 10 mg kaum einen Unterschied), zweitens würdest du wieder dein Nervensystem mit so einem Riesenschritt stressen!

Wie Jamie schon schrieb, kann diese "Unterwürfigkeit" und "blindes Vertrauen" Ärzten gegenüber manchmal nerven, ich bin froh, daß ich schon sehr früh die gesamte Schulmedizin sehr angezweifelt habe. Und nicht zu unrecht, wie ich es echt schon hundertfach in meinem Leben erlebt habe.

Bitte, bitte, sei da wirklich mißtrauisch, die heutigen Ärzte sind da wirklich nicht auf dem neuesten Stand.Bleib bei deinen 10 mg, das ist wirklich eine gute, völlig ausreichende Dosis, du bist damit bereits recht hochdosiert (unter 10 mg wird`s spannend, also ich jetzt mit meinen 6 mg merk deutlichen Unterschied)

Es ist natürlich wichtig, daß du deinen eigenen Weg findest und ein Gespür für die Sache bekommst, aber das dauert. Ich kann dir wirklich nur wärmstens an`s Herz legen, bleib noch ein paar Wochen bei den 10 mg, beobachte dich selbst gut und entscheide dann weiter.

Du hast übrigens immer noch nicht die Signatur korrigiert? Machst du das bitte noch?

Ich wünsch dir erstmal was, paß gut auf dich auf!

liebe Grüße

Melina
► Text zeigen
Maccaroni
Beiträge: 11
Registriert: 25.11.2018 16:12
Hat sich bedankt: 7 Mal
Danksagung erhalten: 1 Mal

Re: Maccaroni: Escitalopram ausschleichen

Beitrag von Maccaroni »

Vielen Dank an euch zwei, Jamie und Melina. Die Argumentation vom Arzt dahingehend auf 15mg zu erhöhen war so eindringlich, dass ich mich damit auseinander gesetzt habe. Mein Gefühl und vor allem mein erschöpfter Körper sagen mir aber schon, dass ich bei den 10mg erstmal bleiben soll. Der Arzt ist 38 und hat 10 Jahre Grundlagenforschung gemacht und mir glaubhaft geschildert, dass er über die neusten Erkenntnisse und Erfahrungen genau Bescheid weiß....
Ausgangssymptome: Hauptsächlich Panikattacken beim Mittagessen mit Kollegen 01/2018, aber auch andere sozialen Ängste, Traurigkeit und Konzentrationsprobleme.
Diagnose: soziale Phobien, leichte depressive Episode

Medikation:
12/2017-01/2018: 7.5mg Mirtazapin vom Hausarzt (überhaupt nicht vertragen), bald wieder sofort abgesetzt.
01/2018-05/2018: 10mg Escitalopram
05/2018-08/2018: 5mg Escitalopram
08/2018-10/2018: 15mg Escitalopram
10/2018: 10mg Escitalopram
02/2019: 5mg Escitalopram (im Moment starke Absetzerscheinungen)
01.03.2019 bis jetzt: 10mg Escitalopram
In sozialen Ausnahmesituationen wie Vorträgen: 0.125-0.25mg Alprazolam

Frühere Absetzversuche:
1. Juni 2018 Escitalopram s.o von 10 auf 5mg: Danach hatte ich allerdings wieder eine Panikattacke und ansteigende Ängste in sozialen Situationen.
2. Oktober 2018 (s.o) von 15 auf 10 mg Escitalopram runter und im März 2019 auf 5mg.
krasiva
Beiträge: 413
Registriert: 21.02.2019 11:59
Hat sich bedankt: 560 Mal
Danksagung erhalten: 184 Mal

Re: Maccaroni: Escitalopram ausschleichen

Beitrag von krasiva »

Hallo Marc,
ich kann sehr gut verstehen, wie schwer es einem sein kann sich mit den Ärzten auseinander zu setzen. Manchmal ist es gut, sich "den Kopf nicht sofort zu zerbrechen", sondern einfach etwas abwarten und alles was auf einen zukommt wirken lassen. Einen Ärzt, der Entzug mitmacht zu finden ist nicht einfach. Ist das der richtige Arzt für dich? Fühlst du dich da wohl? Hast du Vertrauen? Auch in unserer Situation, wo Entzug manches erschwert finde ich es gut das denken trotzdem zu üben. Wenn du eine Frage abends in Gedanken bewegst und dieselbe Frage einfach paar Tage stehen lässt kommt auch die Antwort. Auch wenn nicht immer eins zu eins. Das hilft auch etwas um geduldiger zu werden. Wenn die Frage natürlich nicht zu dringend ist.
Auch du wirst es schaffen. Nur Mut und jeden Tag bisschen mehr Geduld und viel Zuversicht. Das alles sage ich mir täglich auch.
Wenn's nicht geht lese ich mal die "Erfolgsgeschichten" von hier (von Menschen, die es schon geschafft haben und lasse es mir gut gehen (wenn auch nur mit einer Kleinigkeit).

Alles alles Gute dir,

krasiva :)
► Text zeigen
Melina 17
Beiträge: 672
Registriert: 15.07.2018 11:43
Hat sich bedankt: 15 Mal
Danksagung erhalten: 104 Mal

Re: Maccaroni: Escitalopram ausschleichen

Beitrag von Melina 17 »

Maccaroni hat geschrieben: 17.03.2019 19:12. Mein Gefühl und vor allem mein erschöpfter Körper sagen mir aber schon, dass ich bei den 10mg erstmal bleiben soll.
Hi Mark,

Das ist super und das genau ist auch der Weg. Ein Entzug verläuft serh individuell und was für den einen gut sein kann, ist es für einen anderen wieder nicht (neben groben Richtlinien, die wohl für die meisten gelten).

Sorry, aber dieses typisch aufgeblasene deines Arztes da, der angeblich soooooviel weiß verursacht mir ein Gefühl von...naja, ich bleib lieber höflich.

Ich muß noch korrigieren, daß ich kurzzeitig verwechselt hab, daß du ja Escitalopram und nicht Citalopram nimmst, das ist ja doppelt so potent. Deine jetzigen 10 mg entsprechen also 20 mg Citalopram. Und damit bist du weiß Gott im oberen Bereich.

Aber wie Krassiva schon sagte, mit Geduld und Spucke geht alles :)

liebe Grüße

Melina
► Text zeigen
Maccaroni
Beiträge: 11
Registriert: 25.11.2018 16:12
Hat sich bedankt: 7 Mal
Danksagung erhalten: 1 Mal

Re: Maccaroni: Escitalopram ausschleichen

Beitrag von Maccaroni »

Melina 17 hat geschrieben: 18.03.2019 11:54 Ich muß noch korrigieren, daß ich kurzzeitig verwechselt hab, daß du ja Escitalopram und nicht Citalopram nimmst, das ist ja doppelt so potent. Deine jetzigen 10 mg entsprechen also 20 mg Citalopram. Und damit bist du weiß Gott im oberen Bereich.
Als Maximaldosis habe ich bis jetzt 15mg genommen. Mein Psychiater hat ja eher gemeint Supermedikament (obwohl ich meine Nebenwirkungen beschrieben habe), geh mal gleich auf 20mg hoch. Wenn du aber Bedenken hast, dann mach erstmal 15mg als Kompromiss. Ich bleibe jetzt mal bei den 10mg, was ja einer mittleren Dosis entspricht.

Am Freitag habe ich einen Termin bei einem Psychologen, der kognitive Verhaltenstherapie macht. Davon erhoffe ich mir auch mittelfristig eine Linderung der Ängste.

Liebe Grüße
Marco
Ausgangssymptome: Hauptsächlich Panikattacken beim Mittagessen mit Kollegen 01/2018, aber auch andere sozialen Ängste, Traurigkeit und Konzentrationsprobleme.
Diagnose: soziale Phobien, leichte depressive Episode

Medikation:
12/2017-01/2018: 7.5mg Mirtazapin vom Hausarzt (überhaupt nicht vertragen), bald wieder sofort abgesetzt.
01/2018-05/2018: 10mg Escitalopram
05/2018-08/2018: 5mg Escitalopram
08/2018-10/2018: 15mg Escitalopram
10/2018: 10mg Escitalopram
02/2019: 5mg Escitalopram (im Moment starke Absetzerscheinungen)
01.03.2019 bis jetzt: 10mg Escitalopram
In sozialen Ausnahmesituationen wie Vorträgen: 0.125-0.25mg Alprazolam

Frühere Absetzversuche:
1. Juni 2018 Escitalopram s.o von 10 auf 5mg: Danach hatte ich allerdings wieder eine Panikattacke und ansteigende Ängste in sozialen Situationen.
2. Oktober 2018 (s.o) von 15 auf 10 mg Escitalopram runter und im März 2019 auf 5mg.
Antworten